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Full text of "Palaeontographica"

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THE AMERICAN MUSEUM 
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NATURAL HISTORY 


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PALAEONTOGRAPHICA. 


BEITRÄGE 


NATURGESCHICHTE DER VORWELT. 


DREIZEUNTER BAND. 


HERAUSGEGEBEN 
VON 


De. WILH. DUNKER, 


CASSEL. 
VERLAG VON THEODOR FISCHER. 


1564— 1866. 


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Inhalt. 


Erste und zweite Lieferung. 
August 1864. 


Die Spongitarien des norddeutschen Kreidegebirges. Von Friedrich Adolph Römer 


Dritte Lieferung. . 
Januar 1569. . 
Das Gehörlabyrinth von Dinotherium giganteum nebst Bemerkungen über den Werth der Laby- 
rinthformen für die Systematik der Säugethiere. Von M. Claudius 
Die Stratigraphie und Paläontographie des südöstlichen Theiles der Hilsmulde auf Grund neuer, 
bei den Eisenbahnbauten in den Jahren- 1361—1864 angestellter Beobachtungen. 
Von Dr. D. Brauns 


Vierte Lieferung. 
August 1865. 

Beiträge zur Paläontologie der Jura- und Kreide-Formation im nordwestlichen Deutschland. Von 
Dr. U. Schloenbach . a cc ee tn 

Die Quadraten-Kreide des Sudmerberges bei Goslar. Von Friedrich Adolph Römer . 

Fünfte Lieferung. 
März 1866. 

Beiträge zur geologischen Kenntniss des norddeutschen Harzgebirges. 5. Abtheilung. Von 
Friedrich Adolph Römer . : 

Der Sandstein bei Seinstedt unweit des Fallsteins und die in ihm vorkommenden Pflanzenreste, 
nebst Bemerkungen über die Sandsteine gleichen Niveaus anderer Oertlichkeiten 
Norddeutschlands. (Ein Nachtrag zu Palaeontographica, Band 9, pag. 47 fl.) Von 
Dr. D. Brauns ER - TER ST S 


Sechste Lieferung. 
August 1366. 
Nachtrag zu der Stratigraphie und Paläontographie des südöstlichen Theiles der Hilsmulde. Von 
Dr. D. Brauns ee: 3 Eee 
Beiträge zur Paläontologie der Jura- und Kreide-Formation im nordwestlichen Deutschland. Von 
Dr. U. Schloenbach . ER N 
Eugereon Boeckingi, eine neue Insectenform aus dem Todtliegenden. Von Dr. Anton Dohrn . 


1—64. 
65—14. 
75—146. 
147—122. 
193—199. 
201—236. 
237—246. 
247— 266. 
267— 332. 
338— 340. 


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Vorwort. 


Ein Versuch, die früher von mir beschriebenen Seeschwämme des norddeutschen 
Kreidegebirges dem jetzigen Stande der Wissenschaft entsprechend zu ordnen und nen zu 
benennen, hat mich verleitet, eine allgemeinere Arbeit darüber zu unternehmen und auch 
zahlreiche, erst später aufgefundene neue Arten zu beschreiben. 

Die Sammlung der Königl. Bergschule ist nicht reich an Spongitarien, aber die 
Herren 

Salinen-Inspector Schlönbach zu Salzgitter, 

Oberhüttenmeister Grumbrecht in Ocker, 

Hüttenmeister Siegemann auf Herzog Julius Hütte, 

Berg-Commissär Jasche im Ilsenburg, 

Forstmeister von Unger in Seesen, 

Cammerrath von Strombeck in Braunschweig, 

Professor Dr. von Seebach in Göttingen und 

mein Bruder, der Senator H. Roemer in Hildesheim, 
haben mir ihre reichen Sammlungen mit grösster Bereitwilligkeit zur Verfügung gestellt, 
und da ich Westfalen früher selbst recht genau durchsucht hatte, so darf ich hoffen, dass 
die gegenwärtige Arbeit ein ziemlich vollständiges Bild der Kreideschwamm-Fauna geben 
wird. Im Jahre 1849 waren 110 norddeutsche Spongitarien bekannt, während ich jetzt 
etwa 270 Arten aufgeführt habe. 

Die Begränzung der Gattungen lässt gewiss noch viel zu wünschen übrig und wird 
noch viele Verbesserungen erfahren, wenn erst von allen Arten das Gewebe genauer unter- 
sucht ist. 


Die geologischen Resultate werde ich am Schlusse des Werkes zusammenstellen. 


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Die Schwämme des Hilses habe ich auf den Tafeln von den übrigen getrennt, um 
die Eigenthümlichkeiten dieser Fauna mehr hervortreten zu lassen und- die Bestimmung 


ihrer Arten zu erleichtern. 
Die Abbildungen habe ich selbst gezeichnet und sind die Lithographien ganz mei- 


nen Wünschen entsprechend ausgefallen. 


Clausthal, den 22. Juni 1864. \ | er 


F. A. Roemer. 5 


Die Spongitarien 
des 


norddeutschen Kreidegebirges. 


Die Seeschwämme oder Spongien unterscheiden sich nach der Substanz ihres Gewebes, indem dieses 
bei einigen weich, hornartig, bei anderen fest, kieselig oder kalkig ist; erstere hat man Spongiaria, letz- 
tere Spongitaria genannt. Die Spongiarien bilden die grosse Mehrzahl der lebenden Schwämme, haben 
sich aber fossil noch nicht gefunden, weil sie sich nach dem Abieben zu leicht zersetzen oder aber erst 
in der jetzigen Periode geschaffen sind. Desto häufiger finden wir in einzelnen Gebirgsschichten die Spon- 
gitarien; sie treten bereits in Silur, Devon und Kohlenkalke in einzelnen Formen auf, scheinen dem Zech- 
stein und den Triasbildungen zu fehlen, treten aber im oberen Lias wieder auf, werden im oberen Jura 
mancher Gegenden sehr häufig, erreichen ihre grösste Mannigfaltigkeit in der oberen Kreide und sterben 
dann mit dem Schlusse der Kreideperiode fast ganz aus; wenigstens hat sich in den tertiären Ablagerungen 
noch keine Art gefunden; unter den lebenden Seeschwämmen hat z. B. Spongia vesparia Lam: auch ein 
Kieselskelett. 

Das Gewebe der Spongitarien ist wieder der Form nach verschieden: gitterförmig oder wurm- 
förmig. Das gitterförmige Gewebe besteht aus sehr dünnen, glatten, immer aus Kieselsäure gebildeten 
Stäbchen, welche nach allen drei Richtungen gitterförmig verwachsen sind und am Verwachsungspunkte 
einen kleinen, bisweilen oktaöderförmigen Knoten bilden (siehe Abbildung der Cribrospongia crystallina). 

Das wurmförmige Gewebe besteht bald aus Kieselerde, bald aus Kalk; im ersteren Falle kann es 
dem gitterförmigen sehr ähnlich werden (siehe Abbildung der Cupulospongia cribrosa), die Stäbchen sind aber 
auch dann stachelig und bilden am Verwachsungspunkte keine Knoten; gewöhnlich sind die Fasern gebogen, 
oft dichotom, anastomosirend, an den Seiten oft stachelig (siehe Abbildung der Siphonocoelia annulata); im 
wurmförmigen Gewebe liegen häufig walzenförmige, einfache oder sternförmig verwachsene, kieselige Nadeln 
(spieulae), welche bisweilen fast den ganzen Schwamm zusammensetzen (siehe Siphonocoelia spiculigera 
und texta). \ 

Die Verschiedenheit des Gewebes lässt sich gewöhnlich leicht untersuchen, wenn man ein Stückchen 
des Schwammes mit verdünnter Salzsäure behandelt; bisweilen zerfällt aber das Kieselskelett bei der Lösung, 


in welcher dann ein feines, oft von Eisenoxydhydrat gefärbtes Kieselpulver sich abscheidet. 
Paläontographica, Bd. XIII, 1. 1 


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Ist die ganze Oberfläche des Schwammes gleichmässig aus diesen Geweben gebildet, so bemerkt 
man darauf nur sehr feine Poren derselben Art; häufig liegen aber darin grössere Vertiefungen, die man 
Mündungen (oscula) genannt hat und die bald ganz oberflächlich sind, bald röhrenförmig bis in die Mitte 
des Schwammes fortsetzen. Ganz oberflächlich sind die bisweilen von einer Mündung, oder einem nicht ver- 
tieften Punkte sternförmig ausstrahlenden oft dichotomen Furchen. 

Sowohl das gitterförmige, wie das wurmförmige Gewebe kann an der ganzen Oberfläche oder an 
einem Theile derselben zu einer dichten, von deutlichen Poren nicht durchdrungenen Epidermis verwachsen, 
welche von der die untere Hälfte des Schwammes bisweilen umwachsenden, concentrisch gerunzelten, allen 
Schwämmen der jetzigen Meere fehlenden Epithek zu unterscheiden ist. 

Es werden einige Gattungen von Schwämmen vom Scheitel bis zur Basis von einer oder mehreren 
grösseren, runden, innen glatten Röhren (tubuli) durchsetzt. 

Die Schwäimme der Silur-Periode scheinen alle frei gewesen zu sein, wenigstens findet man an den 
bisher bekannten keinen Anhaftungspunkt und keine Wurzeln; die der jüngeren Schöpfungen zeigen unten 
häufig wurzelartige Bildungen, diese lassen indessen einen Anhaftungspunkt kaum mit Sicherheit erkennen. 
Die Oberfläche der Wurzeln zeigt meist ein eigenthümliches, dichteres, oft bastartiges Gewebe ohne die 
Mündungen des oberen Schwammes. 

Der Form nach sind die Schwämme bald blättrig, dünnwandig, bald massig; die blättrigen 
erscheinen oft trichter-, becher- oder ohrförmig; die massigen oft kugelig, halbkugelig oder walzen- 
förmig. 

Die Schwämme sind endlich entweder einfach, oder zusammengesetzt; letzteres, wenn mehrere 
Individuen ganz oder nur am unteren Theile mit einander verwachsen sind. 

Die Spongitarien der Kreide habe ich, den Arbeiten von D’Orbigny und de Fromentel folgend, in 
nachstehende Familien vertheilt: 

1. Coeloptychidea. Tisch-, trichter-, kugel-, kreisel- oder plattenförmig; gitterföürmiges Gewebe, 
an der Oberfläche wenigstens stellenweise zu glatter Epidermis verwachsen, in welcher eine 
oder mehrere dünnrandige Vertiefungen liegen. 

2. Cribrospongidea. Napf-, becher-, trichter-, walzen- oder plattenförmig; gitterförmiges 
Gewebe mit auf beiden Seiten alternirenden und die Wand !nicht durchdringenden Mün- 
dungen. 

3. Siphonidea. Die Schwämme besitzen eine oder mehrere senkrechte, glattwandige Röhren. 

4. Limnoreidea. Die Schwämme sind am unteren Theile mit einer runzligen Epithek überzogen. 
Gewebe wurmförmig und in Salzsäure meist löslich. 

5. Chenendoporidea. DBecher-, ohr-, kegel- oder plattenförmig; Gewebe wurmförmig, meist in 
Salzsäure unter Abscheidung von Kieselpulver löslich, auf einer oder beiden Seiten zu einer 
mit durchbohrten Warzen versehenen Epidermis verwachsen. 

6. Sparsispongidea. Walzenförmig mit einer, oder vielgestaltig und mit mehreren oberfläch- 
lichen, bisweilen sternförmigen Mündungen. Gewebe wurmförmig. 

7. Amorphospongidea. Vielgestaltig, ohne Röhren, ohne Mündungen, ohne Epithek, ohne 
Epidermis; bisweilen aber mit sternförmigen Furchen. Gewebe wurmförmig. 


I. Familie Coeloptychidea. 


Die hieher gehörigen Schwämme bestehen im Innern aus einem gitterförmigen Gewebe, welches 
aber aussen ganz oder grossentheils von einer dichten, nur undeutlich porösen, oft glatten und aus einem 
feinen bastartigen Gewebe bestehenden, leicht zerbrechlichen Epidermis umgeben ist, in welcher eine oder 
mehrere dünn umrandete, concave Vertiefungen liegen, deren Zweck zweifelhaft ist; das gitterförmige innere 
Gewebe bildet dichotome Zweige oder wurmförmig gebogene Leisten, welche bei den vollkommneren Formen 
an der unteren Hälfte des Schwammes frei hervortreten und wohl auch mit rundlichen Mündungen ver- 
sehen sind, bei den anderen im Innern versteckt liegen. 

Coeloptychium, tisch- oder regenschirmförmig, gestielt; 

Camerospongia, doppelt kegelförmig oder niedergedrückt kugelig; 

Cephalites, lang kegel- oder walzenförmig; glatte Epidermis nur am’ Scheitel; 

Cystispongia, kugel- oder kegelförmig, ganz von glatter Epidermis umgeben; 

Porospongia, dick plattenförmig, auf der oberen Fläche mit einzelnen grossen Mündungen ; 

Lepidospongia, plattenförmig, oben mit kleinen in horizontalen und senkrechten Reihen liegen- 

den Höckern, welche vorn eine sehr kleine halbkreisförmige Mündung zeigen. 


Coeloptychium Goldf. 


Die Schwämme haben die Gestalt eines einfüssigen runden Tisches, eines Schirmes oder eines 
Trichters; sie sind gestielt und mit Wurzeln versehen; die obere Fläche ist eben, flach- concav oder trich- 
terförmig vertieft und meist concentrisch gefurcht; auf der unteren Fläche liegen starke, meist dichotome 
Falten, welche ein gitterartiges Gewebe und eine Reihe glatter, rundlicher Mündungen zeigen; die steile 
Seitenfläche ist von glatter Epidermis überzogen und zeigt ein sehr feines, oft bastartiges Gewebe. Alle 
Arten gehören der Quadraten- und Mukronaten-Kreide an. 

Schon im Jahre 1841 habe ich in meiner Arbeit über die Versteinerungen des norddeutschen 
Kreidegebirges diese Gattung für die vollkommenste unter den Seeschwämmen erklärt, und zeigt auch in 
der That keine andere so viele verschiedene Organe, eine so symmetrische und schöne Gestalt; auffallen 
muss es daher, dass Fromental sie zu den Amorphospongideen stellt. 


A. Tischförmig, obere Fläche horizontal. 
1. ©. agaricoides Goldf. 9. 20. R. Kr. 4,5. R 


Obere Fläche mit sieben ausstrahlenden, feiner punktirten Bändern; Unterfläche am Rande mit 


23 durch Dichotomie aus 7 entstandenen Falten. 
Mukronaten-Kreide bei Coesfeld, Lemförde, Theidessen und Vordorf. 


‘2. C. deciminum R. Kr. 4. 3. 
Obere Fläche ganz von feinen concentrischen Linien und 10 schwachen radialen Falten bedeckt. 
Untere Fläche am Rande mit 40 Falten, welche durch Theilung aus 10 entstehen. 


Quadraten-Kreide bei Peine. 
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3. C. ineisum R.Kr. Seite 10. 

Oben flach mit 14, abwechselnd längeren schwachen Falten; die glatten Seiten mit 23, eine Linie 
breiten, am oberen Rande beginnenden Längsfurchen; untere Fläche am Rande mit 28, aus 7 entstan- 
denen Falten. 

Quadraten-Kreide bei Ilsenburg. 


B. Obere Fläche stark vertieft. 


4. C.lobatum Goldf. 65. 11. Tab. II. Fig. 12. 

Die Zeichnung ist nach einem vollständig erkaltenen Exemplare entworfen und unterscheidet sich 
von der bei Goldfuss durch geringere Breite, durch die fast immer zu je zwei verwachsenen, weiter von 
einander abstehenden Lappen und durch die viel engere Scheitelmündung, welche fingerhutförmig ist und 
bis zum Anfange des Stieles reicht. ) 

Mukronaten-Kreide bei Vordorf; das bei Goldfuss abgebildete Exemplar ist von Coesfeld. 


5. CO. suleiferum R. Kr. 4.4. 
Scheitel trichterförmig vertieft mit 6 Falten. Die stark gewölbten Seiten mit 24 schmalen, vom 
obern Rande bis über die Mitte herablaufenden tiefen Furchen; die untere Fläche mit 24, aus 6 durch Gabe- 
lung entstandene Falten. - 
Quadraten-Kreide bei Ilsenburg. 


6. C? alternans R. Kr. 4. 6. 
Regenschirmförmig, auf dem Scheitel stark vertieft; auf den Seiten wechseln 15 längere, hoch ge- 
wölbte mit eben so viel kürzeren Falten ab. Die 15 Falten der unteren Seite ohne Mündungen. 
Quadraten-Kreide bei Peine und an der Ihme bei Hannover. 


7. C. Princeps n. sp. Tab. II. Fig. 1. 

Hat im Allgemeinen die Bildung des C. deciminum, unterscheidet sich aber leicht davon durch die 
mit dem Stiele verschmolzenen, daran herablaufenden Falten, und durch die trichterförmige, bis in den Stiel 
hinabreichende Scheitelvertiefung, an deren oberem Rande man 24, abwechselnd längere und stärkere Falten 
zählt; auf der unteren Seite erreichen 40 Falten den etwas übergebogenen Rand, und werden daher unten 
am Stiele und Grunde der Scheitelvertiefung 6 Falten liegen, von denen jene meist dreimal, letztere zwei- 
mal dichotomiren. Auf den Falten der unteren Seite sind die Mündungen sehr zahlreich; in der Scheitel- 
vertiefung liegen die Poren in Querreihen, erreichen aber nicht den Rücken der ganz flachen Falten; ihre 
Zwischenräume sind sehr fein und ungleich punktirt. 

Die Abbildung ist etwas kleiner als das Original, welches sich in der Sammlung meines Bruders 
Hermann befindet und aus der Mucronaten-Kreide von Lemförde stammt; in gleicher Bildung bei Lüne- 
burg. Die herablaufenden Falten des nicht getrennten Stiels zeigen eine Annäherung an Camerospongia. 


Camerospongia d’Orb. 


Die Schwämme sind einfach oder doppelt kegelförmig, oder niedergedrückt kugelförmig; die obere 
Hälfte ist gewölbt, aus glatter Epidermis gebildet und mit weiter, nicht concentrisch gefurchter Scheitel- 
öffnung versehen; die untere Hälfte zeigt dichotome Rippen, die aber in keinen gesonderten Stiel verlaufen. 


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C fungiformis. Scyphia Goldf. 65. 4 Manon monostoma. R. Kr. 1. 8. 
Sehr ähnlich der C. campanulata Tab. III. Fig. 6, aber niedriger und in der Mitte mit weiter vor- 
stehendem Seitenrande; unten kegelförmig und mit unregelmässigen Grübchen. 
Häufig in der Quadraten-Kreide bei Ilsenburg, Eikhorst, Vordorf, Peine und Oppeln. 


C. campanulata Smith. Ann Hist. 1848. 14. 13. Tab. II. Fig. 6. 

Der Hut ist umgekehrt napfförmig und zeigt eine ziemlich grosse Scheitelvertiefung; unter seiner 
glatten Oberhaut sieht man an einer Stelle braune Fasern, welche sich rechtwinklig schneiden, beim Schnitte 
einen kleinen Knoten und zusammen ein sehr lockeres Gewebe bilden; die Unterseite ist fast horizontal 
und zeist einen dünnen Stiel mit bastartigem Gewebe. 

Hat sich im Scaphiten-Pläner bei Heiningen gefunden. Das von Smith abgebildete Exemplar ist 
etwas grösser und zeigt eine tiefe, trichterförmige Scheitelmündung; zweifelhaft bleibt es indessen, ob diese 
Form nicht zur C. fungiformis Goldf. gezogen werden muss, bei welcher der untere Theil nur mehr kegel- 
förmig und mit unregelmässigen Eindrücken versehen ist, und der obere Theil weniger gewölbt zu sein scheint. 


C. Schlönbachi n. sp. Tab. III. Fig. 7. 

Die obere Hälfte des Schwammes ist flach gewölbt und fast glatt; nur mit der Lupe bemerkt man 
feine Poren. Die Mündung ist gross und dünnrandig. Auf der unteren Hälfte entspringen an der Basis 
fünf dicke, hohle, dünnwandige, an den Seiten höckerige Stämme, welche bald dichotomiren und am Rande 
geschlossen sind; ihre Aussenseite wird von zahlreichen grösseren Poren bedeckt, zwischen denen ein feines 
Gitterwerk von Fasern liegt. 

Hat sich im nördlichen Steinbruche des Vorberges bei Steinlahe im Cuvieri-Pläner gefunden. 


C. alternipes n. sp. Tab. I. Fig. 13. 

Der obere Theil ist niedergedrückt halbkugelförmig, mit grosser Scheitelvertiefung versehen, am 
mittleren Rande wellenförmig gebogen; die untere Hälfte ist fast eben so hoch und zeigt zunächst der Peri- 
pherie 6 kurze, auswärts gebogene Stacheln, und darunter, mit diesen abwechselnd, drei kleinere Stacheln, 
deren jeder das Ende einer bis zum Mittelpunkte reichenden Falte ist. 

Quadraten-Kreide im Köhlerholze bei Ilsenburg. 


C. polydactylus n. sp. Tab. II. Fig. 4. 5. 

Niedergedrückt kugelig mit sehr grosser, flacher Scheitelvertiefung, schmaler horizontaler oder wenig 
geneigter glatter Scheitelbinde; unten gewölbt und mit 6 bald dichotomirenden, am Seitenrande in spitze 
Dornen auslaufenden Rippen; bei Figur b ist die glatte Seitenfläche ergänzt; sie liegt aber jedenfalls viel 
schräger, als bei Figur c. i 

‚Beide Exemplare sind in der Quadraten-Kreide des Köhlerholzes bei Ilsenburg gefunden. 


C? tuberculata .n. sp. Tab. II. Fig. 3. 

Napfförmig, am Rande mit 12 dicken Höckern, welche an der Seite je zwei sich zu einem stärke- 
ren Höcker vereinigen und zwischen sich einzelne tiefe Gruben zeigen; die obere Fläche ist in der Mitte 
schwach vertieft, man findet aber zwischen dem Seitenrande und dem Rande der Scheitelvertiefung keine 
glatte Fläche heraus; die ganze Oberfläche ist körnig runzelig, zeigt aber keine Poren. 

Köhlerholz beigllsenburg, Quadraten-Kreide. 


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C.'exaltata n. sp. Tab. II. Fig. 2. 
Kegelförmig, oben mit verlängertem Halse, unten gerade abgestutzt, mit 6 Falten, deren jede in 
2 randliche Höcker übergeht; vom Rande bis zur Scheitelmündung die glatte Epidermis dieser Familie; 
meist in viele tafelartige Stücke zerbrochen. 
Das in natürlicher Grösse in umgekehrter Stellung gezeichnete, nicht mit deutlicher Epidermis 
versehene Exemplar (a) soll aus dem Varians-Pläner des Kahnsteines, das in drittel Grösse gezeichnete vom 


Kupferhammer bei Ilsenburg stammen. 
Cephalites Smith. 


Die Schwämme sind umgekehrt lang kegel- oder walzenförmig und haben im Innern keine ofiene, 
freie Röhre; viele sind mit Wurzeln angewachsen gewesen. Der Scheitel besteht aus glatter Epidermis und 
hat oben eine oder mehrere grössere, dünnrandige Mündungen; die Aussenseite zeigt Längsrippen, Maschen 
oder Knoten, oder die gebogen, oft verästelten Ränder eines im Innern befindlichen Gerüstes. 

C. mierotus ist eine typische Art dieser Gattung. 


1. C. formosus. Achilleum. Rss. 43. 7. 


Verkehrt kegelförmig, bis 18 Linien hoch, oben abgestutzt; die Oberfläche mit unregelmässigen, 
mit einander verschlungenen, kreisförmigen oder lappigen und buchtigen Leisten. 
Quadraten-Kreide der Schillinge bei Bilin. 


2.0, mienotusen.sp., TabzBV.Rie, 1. 


Walzen- bis kegelförmig, mit grosser runder Scheitelmündung und glatter, nicht poröser, anscheinend 
etwas unebener, am unteren Rande wellenförmig gebogener Scheitelfläche; auf der Seitenfläche liegen eine 
Menge klsner ohrförmiger Erhöhungen. 

Koimmt im Scaphiten-Pläner des Kahnsteines vor. CO. catenifer Smith ist mehr kegelfürmig, hat 
mehr halbkreisrunde, hakenförmig an einander hängende Erhöhungen auf der Seitenfläche und gehört der 
Mukronaten - Kreide an. 


3. C. bioculatus n. sp. Tab. IV. Fig. 2. 


Der kegelförmige Schwamm hat ausnahmsweise am Scheitel zwei ovale Mündungen auf der glatten 
Fläche, was bei der Beweglichkeit ihrer Ränder nicht auffallen kann; der untere Theil ist lang-kegelförmig 
und zeigt an zwei gegenüberstehenden Seiten ovale, stark umgränzte Mündungen und zwischen ihnen ab- 
wechselnd längere Höckerreihen mit fein porösem Gefüge. 

Hat sich in der Quadraten-Kreide bei Hofschwiechelt gefunden. 


4. C. perforatus Smith. Tab. IV. Fig. 3. 

Der Schwamm ist kegelförmig, oben mässig gewölbt, mit 3 bis 5 grossen, feinrandigen Mündungen; 
der Seitenrand der oberen glatten Halbkugel ist etwas vorragend und hat nach unten einen fein gezähnten 
Rand. Die fast senkrechten Seitenwände zeigen Mergelkalk, aus dem nur Spuren des inneren Gewebes in 
kleinen Höckern hervorragen. 

Hat sich im oberen Pläner bei Kostitz am linken Eger-Ufer gefunden. v 


5. C. niduliferus n. sp. Tab. IV. Fig. 4. 


Walzenförmig, etwas zusammengedrückt; auf der Aussenfläche fallen zahlreiche vorragende, zum 
Theil durch eine kurze Leiste in Verbindung stehende Ringe auf, die, wie auch die Umgebung, ein unregel- 
mässig gitterförmiges Gewebe zeigen; auf dem Querbruche bemerkt man mehrere runde, oder nach der 
Peripherie verlängerte Stellen, die im Innern eine gitterförmige Structur zeigen und auf innere Organe 
schliessen lassen. 

Varians-Pläner des Kahnsteines bei Langelsheim. 


6. EC. rhombifer n. sp. Tab. IX. Fig. 8. 


Fast walzenförmig, nach unten nur langsam verschmälert; die Aussenfläche wird von grossen 
rhombischen, fast quadratischen Maschen bedeckt, welche in schrägen Reihen stehen und fast gleichbreite, 
gewölbte, mit kleinen Höckern und Runzeln versehene Zwischenräume haben. Die verletzte Scheitelfläche 
zeigt einige unregelmässige Höcker und scheint eine innere Röhre angedeutet. 

Cuvieri-Pläner bei Sehlde. Ragte in jede Masche oben ein breiter Zahn hinein, so würde diese 
Art mit C. bullatus Smith vollkommen übereinstimmen. 


7. C. ellipticus n. sp. Tab. IV. Fig. 6. 


Walzenförmig; auf den Seiten mit elliptischen, abwechselnden Ringen, auf deren stark vorragenden 
Rändern zahlreiche Mündungen mit deutlich porösem Gewebe. Die Ringe sind quer-oval; der obere Durch- 
schnitt zeigt die inneren Organe des dünnwandigen Schwammes angedeutet. 

Findet sich in der Quadraten-Kreide bei Oberg, unweit Peine. 


8. C. seriatoporus .n. sp. Tab. IV. Fig. 5. 


Der Schwamm ist fast walzenförmig, nimmt sehr allmählig an Dicke zu und ist sehr diekwandig; 
auf der Aussenseite sieht man zahlreiche Höcker, die, an einander gereiht, schräge Zeilen bilden, welche 
grössere, warzenfreie Stellen umschliessen; auf den Höckern liegt eine Masche, deren Wände von zarten, 
ziemlich regelmässig stehenden Poren bedeckt sind; bisweilen bildet nur eine Porenreihe die ganze Begrän- 
zung; auf den warzenfreien Flächen ist gar kein Gewebe zu erkennen. Am oberen Ende scheint zwischen 
der Scheitelvertiefung und dem Rande die für diese Gattung charakteristische glatte Fläche zu liegen. 

Hat sich in der Mukronaten-Kreide des Döllberges bei Hamm gefunden. 


Cystispongeia. n. gen. 

Die Schwämme sind kugelig oder kegeliörmig, ganz mit dünner, meist blasiger Epidermis überzogen 
und mit mehreren grossen rundlichen oder linienförmigen und dann hin und her gebogenen, dünnrandigen 
Mündungen versehen. Im Innern befindet sich ein aus gebogenen Röhren bestehendes Gerüst, welches 
man bisweilen verkieselt allein trifft. Brachiolites tuberosus, convolutus und tubulatus Smith werden solche 
innere Gerüste sein. 


1. ©. bursa Quenst. Tab. IV. Fig. 7. 


Der Schwamm ist eirund oder kegelförmig, frei, ganz von einer glatten Epidermis mit blasen- 
förmigen Höckern bedeckt; unter der Oberhaut liegt ein dichtes, gitterförmiges Gewebe. Auf dem Scheitel 


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sieht man regelmässig eine grosse rundliche Mündung; häufig stehen deren aber auch noch mehrere an den 
Seiten des Sehwammes; ihr Rand ragt ein wenig hervor und ist oben abgerundet. 

Findet sich, nach der Mittheilung des Herrn Kammerraths von Strombeck, nur in dem untern Theile 
des weissen Brongniarti-Pläners: Galgenberg bei Quedlinburg, Suderode, Harlyberg bei Vienenburg, Fleischer- 
kamp bei Salzgitter, Schlangen bei Weddingen. 


2. C.protuberans.n. sp. Tab. IV. Fig. 12. 

Der Schwamm bildet kugelartige Knollen und erscheint die Epidermis unter der Lupe fein chagrin- 
artig; einige grössere Mündungen sind oval und zeigen am Rande einzelne dicke Höcker, deren Ober- 
fläche wie von feinen Papillen bedeckt erscheint. 

Hat sich am nordöstlichen Abhange des Petersberges bei Goslar in der Quadraten-Kreide gefunden. 


3: Ev undulatan. sp. Tab. IV. Fig. ‘8. 
Walzen- bi@keulenförmig, oben mit runder, verengter Mündung, aussen von dichotomen schwachen 
Furchen bedeckt, deren flach gewölbte, wurmförmige Zwischenräume fein gekörnelt sind. 
Kommt in einer trümmer- und gangartigen Ausfüllung von Scaphiten- und Brongniarti-Pläner bei 
Vienenburg vor. = 
4. C.,elongata. Tab. IV. Fig. 9. 
Ist der C. undulata ähnlich, aber noch mehr walzenförmig und auf der Aussenseite von lancettlichen 
Falten bedeckt; der Querschnitt zeigt im Innern besondere Organe. 
Hat sich in der Quadraten-Kreide bei Oberg gefunden. 


5. C. reniformis n. sp. Tab. IV. Fig. 10. 


Nierenförmig, flach gewölbt, oben mit zwei Mündungen, deren Rand eben so fein ist, als der des 
ganzen Schwanmes. . Beim Cephalites constrietus Smith, der mit Chonites rotundus Mantell übereinstimmen 
wird, sind mehrere kreisrunde, kugelige, mit kreisrunder Mündung verwachsene Individuen zweiseitig an 
einander gewachsen. \ 

Quadraten-Kreide des Köhlerholzes bei Ilsenbure. 


6. C. subglobosa:n. sp. Tab. IV. Fig. 11. 


Eirund oder fast kugelig, unten aufgewachsen, am unteren Rande mit einer schwachen Furche; die 
Oberfläche ist von zahlreichen, kleinen, runden Mündungen bedeckt, deren Rand linienartig vorsteht;. die 
Epidermis zwischen ihnen ist fast eben, nur wenig blasig. Die ähnliche Porospongia micrommata hat 
grössere Mündungen, eine ganz ebene Epidermis und ist breit ausgedehnt und breit aufgewachsen. 

Galeriten-Pläner amı Fleischerkampe bei Salzgitter. 


7. C. verrucosa, Manon Rss. 20. 6. 

Von oben oval, im Durchschnitt verkehrt kegelfürmig, einen Zoll hoch; oberhalb der Mitte ein 
scharf vorstehender, horizontaler Rand; die obere Fläche wie bei voriger Art, die untere mit zackigen 
Warzen. 

Im Pläner in Böhmen. 


EN OR 


C. maeandroides, n. sp. Tab. IV. Fig. 13. 

Kugelig kegelförmig, oben durch eine flach gewölbte Fläche abgestutzt, auf welcher man einzelne 
kleinere, ovale Mündungen und Mündungsränder bemerkt, welche in mäanderartigen Windungen sich bald 
rechts, bald links hin wenden. An den Seiten des Schwammes liegen auch noch einzelne grosse Mündun- 
gen, und ist die übrige Oberfläche (Epidermis) von kleinen runden Blasen bedeckt; ist die Oberfläche zer- 
stört, so sieht man in einem hohlen Raume das innere Gewebe eingeweideartige, wurmförmige Röhren 
bilden. Spongus labyrinthicus Mant. hat auf der oberen Fläche nur eine einzige wurmförmige Falte und 
keine blasige Epidermis. 

Hat sich im Cuvieri-Pläner des Windmühlenberges bei Salzgitter gefunden. 


Porospongia, d’Orb. 


Bildet breite, dicke Platten, welche auf der oberen Fläche mit glatter Epidermis versehen sind, auf 
welcher zahlreiche ovale oder runde, grössere Mündungen liegen; die untere Fläche ist runzelig und porös. 
Auf dem Durchschnitte bemerkt man auch im Inneren Falten mit gitterförmigem Gewebe; die Epidermis 
erscheint bei starker Vergrösserung fein runzelig und punktirt, aber ohne durchgehende Poren. Die Chenen- 
doporideen unterscheiden sich leicht durch ihr wurmförmiges Gewebe. 


1. P. megastoma. Manon R. Kr. 1. 9. 
Unterscheidet sich von der folgenden Art durch mehr als doppelt so grosse Mündungen. 
Quadraten-Kreide bei Peine. 


2. P. micrommata, n. sp. Tab. IV. Fig. 14. 

Der Schwamm bildet weite Ausbreitungen und zeichnet sich durch die geringe Grösse und 
grosse Anzahl der Mündungen aus; diese sind abgestutzte niedrige Kegel und haben einen feinen, vor- 
springenden Rand. 

Hat sich im Varians-Pläner am Kahnsteine bei Langelsheim gefunden. 


Lepidospongia,n. gen. 


Der Schwamm ist plattenförmig?, unten glatt und ganz dicht, oben von kleinen rundlichen Höckern 
bedeckt, welche in horizontalen und senkrechten Reihen dicht beisammen stehen und vorn eine ganz kleine, 
halbkreisrunde, dünnwandige Mündung zeigen; die ganze Oberfläche wird von einer äusserst zarten, nur un- 
deutlich punktirten, glatten Epidermis gebildet; der Querschnitt zeigt zwei verschiedene Schichten; die obere 
ist in kurze Säulen abgesondert, die untere gitterförmig punktirt; der Schwamm -braust stark in Salzsäure 
und wird durch die Lösung das gitterförmige Kieselgerüst frei; letzteres und die dünne, glatte Epidermis 
sind für die Stellung der Gattung im Systeme entscheidend. 


1. L. denticulata, n. sp. Tab. IV. Fig. 15. 
Die Obertläche ähnelt schmalen, über eimander gelegten, gezähnelten Spitzen; nur das abgebildete 
Bruchstück ist mir bekannt, und daher die ganze Form des Schwammes noch unbestimmt. Figur b zeigt 
den Höcker von oben gesehen; c ist ein Längsdurchschnitt; d ein Querdurchschnitt der ganzen Platte. 


Kommt in der Mukronaten-Kreide bei Ahltea vor. 
Paläontographica, Bd. XIII, 1. 2 


II. Familie: Cribrospongidea. 


Die Schwämme sind becher-, trichter-, napf-, ohr-, walzen- oder blattförmig, auf beiden Seiten mit 
runden, ovalen oder eckigen Mündungen dicht versehen, welche die Wand nicht ganz durchdringen, und 
punktirte, meist schmälere Zwischenräume haben. Das Gewebe ist immer gitterförmig. 

Cribrospongia, becher- oder trichterförmig; die Mündungen rund, oval oder unregelmässig 
eckig, in horizontalen oder in schrägen Reihen oder unregelmässig beisammen liegend. 
Oberfläche eben. 

Coseinopora, becherförmig; die Mündungen viereckig und in schrägen Reihen. 

Pleurostoma, becher- oder röhrenförmig, meist längsgefaltet oder gekantet und auf den Kan- 
ten mit einzelnen grösseren, durchgehenden Ohren versehen. 

Retispongia, trichter- oder tellerförmig, aussen mit dichotomen Längsrippen, zwischen denen 
die ovalen Mündungen abwechselnd liegen. 

Ocellaria, becher- oder trichterfürmig, dünnwandig, aussen mit dichotomen Längsrippen, zwi- 
schen welchen die runden Mündungen in horizontalen Reihen oder unregelmässig liegen. 

Ventriculites, kegel- oder walzenförmig, dickwandig, mit verengter Scheitelöfnung und aussen 
mit dichotomen Rippen, zwischen welchen die Mündungen liegen. 

Dendros pongia, walzenförmig, ästig, Mündungen in horizontalen und senkrechten Reihen. 

Cylindrospongia, walzenförmig, bisweilen ästig; Mündungen nicht in horizontalen und zu- 
gleich senkrechten Reihen. 

Diplostoma, platten- oder blattförmig, beiderseits mit Mündungen. 


Oribrospongia, d’Orb. 
Die Schwämme sind napf-, becher- oder trichterförmig, meist dünnwandig,. haben eine weite 
Oefinung und eine ebene Oberfläche; die runden, ovalen oder unregelmässig eckigen Mündungen liegen auf 


> beiden Seiten; die der einen wechseln mit denen der andern ab und sind bisweilen von einander ver- 
schieden. Die Gattung scheint schon im Silur durch Palaeomanon cratera vertreten zu sein. 


A. Mündungen rund oder oval. 
a) in deutlichen Längsreihen. 
1. C. striato-punctata. Scyphia R. Kr. 5. 7. 

Trichterförmig, 12“ hoch, 13 breit, concentrisch runzelig; die runden, sehr kleinen Mündungen 
liegen in horizontalen und auch in Längsreihen und bilden dadurch eine Längsstreifung; die gleichbreiten 
/wischenräume zeigen ein lockeres, gitterföürmiges Gewebe. 

Quadraten-Kreide bei Peine. 


2. 6. Murchissoni. Scyphia Goldf. 65. 8. 

Niedrig trichter- oder becherförmig, oft etwas zusammengedrückt, bis S“ breit und aussen von 
runden, deutlich sichtbaren, in senkrechten und horizontalen Reihen liegenden runden Mündungen bedeckt, 
deren ziemlich ebene, gleichbreite Zwischenräume ein sehr dichtes, gitterfürmiges Gewebe zeigen. 

Quadraten-Kreide bei Ilsenburg, Peine. — Mukronaten-Kreide bei Coesfeld und Lemförde. 


a a 


3. C. venosa. Sceyphia R. Kr. 3. 4. 


Becherförmig, bis 2” breit, dünnwandig; aussen mit kleinen, quer-ovalen, in Längs- und Quer- 
reihen liegenden Mündungen, deren flache, fast gleichbreite Zwischenräume ein bastartiges Gewebe zeigen. 
Quadraten-Kreide bei Peine. 


4. C.isopleura. Scyphia Rss. 17. 10. 


Weit trichterförmig ?, dünnwandig (3), beiderseits mit breit ovalen, kleinen Mündungen, welche in 
abwechselnden, dichotomirenden Längsreihen (10 auf 5“) stehen und schmälere, fein punktirte Zwischen- 
räume haben. 

Quadraten-Kreide der Schillinge und der Steinholzmühle bei Quedlinburg. (Geinitz.) 


5.°C. Beaumonti, Reuss Tab. \. Fig. 1. 


Becherförmig, ziemlich diekwandig, mit breitem Fusse aufgewachsen, concentrisch runzelig, innen fein 
längsgefurcht, mit ovalen (d), in horizontalen und senkrechten Reihen stehenden Mündungen, deren brei- 
tere Zwischenräume fein gekörnelt sind; die äussere Fläche zeigt runde, in horizontalen und senkrechten 
Reihen, am oberen Rande aber auch wohl unregelmässig stehende Mündungen, welche schmälere, regel- 
mässig (gitterförmig?) punktirte Zwischenräume haben. 

Quadraten-Mergel des Sudmerberges und bei Bilin. 


6. C. tenera, n. sp. Tab. V. Fig. 2. 


Napf-, trichter- bis fast walzenförmig, sehr dünnwandig, unregelmässig und sehr fein längsge- 
streift, unten gleichzeitig punktirt; die sehr kleinen Mündungen stehen bisweilen in Längsreihen und haben 
sehr schmale, punktirte, bisweilen aus ganz feinen Nadeln gebildete Zwischenräume; dass die verkleinert 
gezeichneten Formen b. c. zu derselben Species gehören, mag ich nicht fest behaupten. 

Figur a ist aus dem Scaphiten-Pläner von Heiningen; b aus der Quadraten-Kreide zwischen Sottmar 
und Biewende; c aus dem Cuvieri-Pläner des Flöteberges bei Liebenburg. 


7. 26 subtrlis, nesp.r Dab.eV. Bro.sa. 


Flach napfförmig ?, äusserst dünnwandig; die äussere Seite zeigt ein ungemein feines, aber sehr 
regelmässiges, rechtwinkliges Gitterwerk mit ovalen Mündungen, deren schmälere Zwischenräume nur wenig 
punktirt sind; die Durchkreuzungsstellen treten knotig hervor. 

Hat sich im Varians-Pläner des Kahnsteins bei Langelsheim gefunden. 


8. C. hexagonalis, n. sp. Tab. V. Fig. 5. 


Becherförmig, dünnschalig, scharfrandig, auf der Aussenseite von sehr kleinen, länglich sechsseitigen 
Maschen bedeckt, welche in abwechselnden Reihen stehen und deren sehr dünne Wände seitwärts fein 
stachelig sind; auf der inneren Fläche sieht man nur grobe Längsfurchen, deren drei auf fünf Zellenreihen 
der Aussenfläche kommen. 

‘ Quadraten-Kreide bei Oberg. 
2# 


- VW = 


9. C. erystallina, n. sp. Tab. V. Fig. 6. 

Schwamm dünnwandig, auf der äusseren Seite (a) undeutlich fein längs gestreift, in den Streifen 
sehr kleine runde, oft zugewachsene, auch in horizontalen Reihen liegende Mündungen, deren Zwischen- 
räume fein runzelig und selten von einer feinen Pore durchbohrt sind; die Innenseite (b) zeigt zahlreichere, 
runde oder ovale, sehr unregelmässige Mündungen, deren gitterförmige Zwischenräume fein punktirt sind. 

Die ganze Masse des Schwammes besteht aus Kieselsäure und zeigt der Querbruch (c) den zierlichen 
Bau des gitterförmigen Gewebes in grösster Vollkommenheit; die Felder zwischen den Gittern sind meist 
durch eine dünne Haut verschlossen; die beiden Rindenschichten sind fein punktirt; die Mündungen liegen 
auf beiden Seiten abwechselnd. 

Mukronaten-Kreide bei Ahlten. C. Murchissoni ist nicht dickwandiger, zeigt aber auf dem Quer- 
bruche etwa 16 Zellenschichten ; die Zwischenräume ihrer Mündungen sind doppelt so breit als diese. und 
dieht porös. B 

b) die Mündungen liegen nicht in Längsreihen. 
10. C. porosa. Scyphia R. Kr. 2. 12. 

Becherförmig, schief, sehr diekwandig, mit 3 Zoll weiter Scheitelvertiefung; die eine halbe Linie 
grossen, runden Mündungen stehen ungeordnet und tragen ihre meist schmäleren Zwischenräume dem blossen 
Auge sichtbare, in Längs- und Querreihen stehende Poren. 

Scaphiten-Pläner bei Rothenfelde. 


11. C. Decheni. Scyphia Goldf. 45. 6. Scyphia micrommata R. Kr. 2. 11. 
„Becherförmig bis verkehrt lang kegelförmig, wird 8 Zoll lang und 4 Zoll dick, verdünnt sich unten 
schnell in einen dünnen, runden Stiel, ist dünnwandig und wird von runden und quer-ovalen Mündungen 
bedeckt, deren nur halb so breiten, stacheligen Zwischenwände ungleich porös sind. 
Mukronaten-Kreide von Lemförde, Coesfeld und Ahlten. 


12. C. fragilis. Scyphia R. Kr. 3. 11. 

Niedrig verkehrt kegelförmig, 15 Linien hoch und oben 4 Zoll weit, dünnwandig, überall von kleinen 
runden, ungeordnet beisammen stehenden, punktförmigen Mündungen bedeckt, deren etwas schmälere 
Zwischenräume ein gitterföürmiges Gewebe zeigen. 

Cuvieri-Pläner bei Oppeln. 


13. C. angularis. Seyphia. R. Kr. 3.2. 

Trichterförmig oder becherförmig, 24” breit, 30 hoch, scharf fünfkantig, dünnwandig; die kleinen 
ovalen Mündungen stehen in undeutlich schrägen Reihen; ihre schmäleren Zwischenräume zeigen ein gitter- 
jörmiges Gewebe. 

Quadraten-Kreide bei Peine. 


14. C. biformis, n. sp. Tab. V. Fig. 4. 


Der Schwamm ist breit kegelförmig, äusserst dünnwandig und aussen von zahlreichen, ohne Lupe 
kaum erkennbaren, unregelmässig stehenden, ovalen, von einem glatten Rande eingefassten Mündungen bedeckt, 


FRERREN (5, am 


deren Zwischenräume fein porös sind. Auf der Innenseite stehen die länglich vierseitigen Maschen in regel- 
mässigen horizontalen und senkrechten Reihen (ce). 
Kommt im Scaphiten-Pläner bei Salzgitter vor. 


15. C. dubian. sp. Tab. 1. Fig. 12. 

Der Schwamm ist niedrig kegelförmig, ziemlich scharfrandig und zeigt auf der Aussenfläche- in 
einem sehr feinen, dichten Gewebe kleine rundliche, sehr wenig vertiefte und daher fast undeutliche Mün- 
dungen; könnte daher eine Cupulospongia sein. Der dünne Rand erscheint stellenweis fein gekerbt. 

Hils bei Berklingen. 


B. Die Mündungen unregelmässig eckig. 


16. C. retiformis. Scyphia. R. Kr. 3.1. 

Becherförmig, oben 30‘ im Durchmesser, dünnwandig; aussen mit ungleichen lancettlichen und 
vieleckigen, breiten Mündungen bedeckt, deren sehr dünne Zwischenräume einzelne, runde, kleine Poren 
zeigen; die innere Fläche zeigt ovale Mündungen. 

Quadraten-Kreide bei Peine. Hieher gehört vielleicht Seyphia bifrons Rss. 


17. C. cariosa n. sp. Tab. IX. Fig. 7. 

Becherförmig, zusammengedrückt, dünnwandig; Rand etwas gekerbt; Aussenfläche mit zahlreichen, 
unregelmässigen, ausgefressenen Mündungen, deren flache Zwischenräume ungleich punktirt sind; sie sind 
kleiner als bei C. bifrons, deren innere Fläche auch grosse, ovale Mündungen zeigt, während sie bei vor- 
liegender Art nur ungleich punktirt zu sein scheint. 

Mukronaten-Kreide bei Ahlten. 


Coscinopora, Goldf. 


Bildet regelmässige, unten mit Wurzeln versehene dünnwandige Becher, deren beiderseitige Mün- 
dungen kleine, in schrägen Reihen stehende Quadrate, mit punktirten schmalen Zwischenräumen sind. Bei 
Goniospogia liegen die rechtwinkligen, punktirten Massen in horizontalen und senkrechten Reihen. 


1. C. infundibuliformis. Goldf. 30. 10. 

Teller- oder trichterförmig, 4—5‘ gross, mit auslaufenden Wurzeln. Die nach beiden Seiten 
schräge Richtung der Reihen der Mündungen tritt stark hervor, während sie bei der mehr becherförmigen 
C. cupuliformis d’Orb. Michn. 29. 1. mehr senkrecht erscheint. 

Quadraten-Kreide bei Ilsenburg, Peine; Mukronaten-Kreide bei Coesfeld, Lemförde, Vordorf. 


2. C..Zippei. Seyphia. Rss. 18. 5. 

Unterscheidet sich von der ersteren Form durch die viel grösseren Maschen und die fast walzen- 
förmige Gestalt; die bei Reuss gezeichneten rechtwinkligen Furchen in den Maschen sind nicht vorhanden. 
Kommt sehr schön auch in der Quadraten-Kreide bei Stapelnburg vor. Geinitz scheint Recht zu haben, 
wenn er die als Scyphia cribrosa Phill früher (Kr. 4, 2) von mir abgebildete Form hieher zieht. 


ee Ge WE en De 


Fu, ee 


3. macropora, Goldf. 

Trichter- oder tellerföormig? Die Mündungen viel grösser, als bei den beiden vorhergehenden Arten; 
es liegt mir nur ein schlecht erhaltenes Bruchstück vor, welches indessen die schrägzeiligen, viereckigen 
Mündungen gut erkennen lässt. In einer schrägen Reihe nehmen 6 Mündungen 27, bei C. Zippei 16, bei 
C. infundibuliformis nur 8 Millimeter Länge ein. 

Mukronaten-Kreide bei Ahlten. 


Pleurostoma, F. A. R. 


Das Gewebe ist durchgängig gitterförmig, mit runden oder ovalen Mündungen; die Schwämme sind 
dünnwandig, becher- bis walzenförmig, in verschiedenen Richtungen zusammengedrückt oder gebogen und 
zeigen sich auf den seitlichen Biegungskanten meist grössere Oeffnungen (Ohren) mit gerundeten Rändern. 
Sie scheinen alle den oberen Kreideschichten anzugehören. 


SPATZ atUmeRT Kr 


Der Schwamm ist mehrere Zolllang, wird 8 breit und 2'' dick; die breiten Seiten sind kaum 
gewölbt; auf den beiden schmalen, gerundeten stehen abwechselnd, 2” grosse ovale Ohren. Die kleinen 
runden Mündungen bilden nach oben divergirende Längsreihen und liegen in einem deutlich gitterförmigen, 
lockeren Gewebe. 

Mukronaten-Kreide bei Theidensen unweit Peine. e 


2. P. lacunosum, R. Kr. 1. 12. 


Mehre Zoll lang, wird 12’ breit und 4"' dick; alle vier Seiten schwach concav. Die Ohren gross, 
fast kreisrund, dickrandig. Die ovalen Mündungen liegen in einem sehr losen Gewebe, welches aus schlanken, 
durchscheinenden, etwas knotigen Fasern besteht. 

Quadraten-Kreide bei Hannover. 


3. P. stellatum; Guettardia Michn. 30. Tab. V. Fig. 7. 

Der Schwamm ist vierflügelig, nach oben stark erweitert; die Flügel sind stark zusammengedrückt 
und dadurch entstanden, dass zwei Lappen rechtwinklig gebogen und mit dem Winkel aneinandergewachsen 
sind, oder dadurch, dass sie nicht gebogen, aber rechtwinklig durch einander gewachsen sind; die Reihen von 
Mündungen sind am oberen Theile des Stammes ohne Lupe deutlich zu sehen; auf den Kanten liegen meist 
grosse runde Ohren. 

Quadraten-Kreide des Sudmerberges, bei Bültum, Melnitz in Böhmen, auf dem Osterfelde bei Ober- 
hausen, an der Teufelsmauer bei Weddersleben, bei Suderode. Die abgebildeten Exemplare stammen vom 
Sudmerberge. 

n 4. P.trilobatum, n. sp. Tab. V. Fig. 8. 

Es liegen davon drei Exemplare vor; das eine dreimal so gross als das abgebildete; alle haben 
nur drei Flügel und sind diese verhältnissmässig dicker und schmäler als bei der vorigen Art; die zarten 
Maschen stehen unregelmässig oder in senkrechten und horizontalen Reihen, während sie bei ersterer Art 
in senkrechten und schrägen Reihen erscheinen. 


Hat sich öfters in der Quadraten-Kreide bei Gehrden gefunden, wo P. stellatum nicht vorzukommen 
scheint. 


5. P.tortuosum, n. sp. Tab. VI. Fig. 1. 

Der dünnwandige, becherförmige Schwamm ist fünffach fast bis zur Mitte zusammengebogen und dann 
oben einmal vollständig um seine Achse gedreht, so dass die Aussenseite jetzt fünf spiralfürmig rechts ge- 
wundene Falten zeigt; auf deren stark abgerundeten Kanten sind die für die Gattung charakteristischen 
Mündungen vorhanden. Das Gewebe ist mehr oder weniger regelmässig gitterförmig und ohne Lupe zu 
erkennen. 

Diese interessante Form ist in der Quadraten-Kreide an der Ihme bei Hannover gefunden und befindet 
sich das Original in der Universitätssammlung zu Göttingen. 

6. P. expansum. Guettardia Michn. 32. 4. Tab. V. Fig. 9. 

Ohr- oder halb becherförmig mit eingeschnittenen,, gelappten oder wellenförmig gebogenem oberen 
Rande; dünnwandig , dreimal rechtwinklig längsgekantet und aussen mit sehr kleinen, flachen Mündungen, 
welche in senkrechten und concentrischen Reihen stehen; das Gewebe ist ganz wie bei Guettardia (ganz 
fein und dicht gitterförmig) zu welcher Gattung schon Michelin diese Art mit Recht gestellt hat; wären die 
tiefen Einschnitte des Randes später wieder verwachsen, so würden auch Ohren entstanden sein. 

Quadraten-Kreide des Köhlerholzes bei Ilsenburg. Figur b ist eine verkleinerte Ansicht von oben, 


= 


um die rechtwinkligen Biegungen der Seiten zu zeigen. N 


7. P. pedunculatum, Rss. K. 17. 7—9. Tab. V. Fig. 10. 

Der dünnwandige, spitz trichterförmige Schwamm hat auf der Aussenseite schrägzeilige, runde Mün- 
dungen mit doppelt so breiten, fein punktirten Zwischenräumen und verläuft nach unten in einen langen, 
stielrunden, vollen Stiel, welcher oben noch einige grosse, ovale, dickrandige, ungleich punktirte Ohren trägt, 
unten aber ein feines bastartiges Gewebe zeigt. 

Der abgebildete Stiel hat sich im Scaphiten-Pläner bei Thale gefunden; die von Reuss beschriebenen 
Exemplare sind aus dem oberen Pläner von Kutschlin in Böhmen. 

Retispongia, d’Orb. 

Die Schwämme sind becher-, trichter- oder präsentirtellerförmig, dünnwandig und aussen mit dicho- 
tomen Falten oder Rippen bedeckt, zwischen denen die ovalen Mündungen in abwechselnden Reihen liegen ; 
unterscheidet sich von ‚Ocellaria durch die ovalen und in den Furchen abwechselnd liegenden Mündungen. 
Nach D’Orbigny soll die innere Fläche keine Mündungen zeigen; diese Forderung wird aber auf einer irr- 
thümlichen Beobachtung beruhen, da sie dem Wesen der @ribrospongideen widerspricht. 

1. R. alternans. Scyphia R. Kr. 3. 9. 

h Becherförmig,'dünnwandig, mit gleichförmigen ovalen Maschen, welche in regelmässigen Längsreihen 
liegen und mit denen der benachbarten Reihen alterniren; ihre Zwischenräume sind aussen gleichbreit, auf 
der inneren Seite etwas breiter. 

Quadraten-Kreide bei Peine; Mukronaten-Kreide bei Lüneburg. 

2. R. radiata, Ventrieulites Mantell. V. striatus Smith. Seyphia Oeynhauseni Goldf. 65. 7. 
Retispongia d’Orb. Tab. VI. Fig. 2. 

Diese Art hat einen walzenförmigen, allmählig dicker werdenden, dickwandigen Stiel , welcher sich 

oben plötzlich in einen Trichter mit umgebogenem Rande erweitert. , Die Mündungen sind oval oder linear; 


ihre flach gewölbten, gleichbreiten, innen nicht hohlen, sondern locker porösen Zwischenräume fein punktirt 
und fein gekörnelt, an der Seite auch wohl stachelig; sie stehen in abwechselnden Reihen in flachen Furchen, 
welche auch schon in der Jugend bisweilen, später sehr häufig dichotomiren. 

Kommt in der Quadraten-Kreide bei Oberg, im Köhlerholze bei Isenburg, im Cuvieri-Pläner bei 
Liebenburg und in der Mukronaten-Kreide bei Ahlten nicht selten vor; eine noch grössere, mit zahlreicheren 
Falten bedeckte Form findet sich bei Halden und scheint nur Varietät zu sein. 


3. R. angusticosta, n. sp. Tab. VI. Fig. 3. 


Nur ein Bruchstück, aber leicht charakterisirt durch die schmalen dichotomen, bisweilen auch ana- 
stomosirenden Rippen mit gleichbreiten ebenen Zwischenräumen, in denen man erst mit der Lupe die grossen, 
ovalen, abwechselnden Maschen bemerkt. Poren sind auf den Rippen nicht erkenntlich, vielmehr erscheint 
ihre Oberfläche nur feinkörnig; in der Nähe des oberen Randes stehen indessen einzelne kleine Mündungen, 
gleichzeitig in horizontalen Reihen. 

Kommt im Pläner bei Thale, so wie im Scaphiten-Pläner im Beinumer Berge bei Salzgitter vor. 


4. R. de Strombeckii, n. sp. Tab. VI. Fig. 4. 


Diese schöne Art ist präsentirtellerförmig, dünnwandig, oben ganz flach, mit schwachen concentrischen 
Runzeln, zwischen der Mitte und dem Rande schwach gewölbt und überall von runden, ovalen oder nieren- 
förmigen Mündungen bedeckt, welche ohne Ordnung beisammen stehen, am Rande gekörnelt sind und etwa 
gleichbreite, ganz flache Zwischenräume mit feinem, gitterförmigem Gewebe haben. Am Rande (e) des Tellers 
münden unten die anscheinend wirklich hohlen Falten der unteren Seite, darüber laufen gebogene Falten 
vom oberen Rande herab. Die untere Fläche zeigt am Stiele etwa 24 Falten (a), welche so stark dichoto- 
miren, dass man am Rande deren 160 zählt; zwischen ihnen liegen abwechselnd die ovalen Mündungen 
mit gleichbreiten, punktirten, an den Seiten gezähnten Zwischenräumen; die Falten laufen am Stiele herab. 

Cuvieri-Pläner am Vorberge bei Steinlahe. 


Ocellaria. Lmek. 


Schwamm regelmässig trichter- oder becherförmig, dünnwandig, oben mit scharfem Rande; die 
innere Wand mit unregelmässigen Mündungen; die Aussenseite zeigt ein Netz dichotomer, durch Furchen 
getrennter Falten, in deren Zwischenräumen die runden Mündungen in horizontalen Reihen oder unregel- 
mässig liegen; unterscheidet sich von Cribrospongia durch die Längsrippen, von Ventriculites durch die 
becherförmige Gestalt, von Retispongia durch die horizontale oder unregelmässige Stellung der runden 
Mündungen. ; 


1. O0? muricata. Coeloptychium R. Kr. 4. 8. 


Tellerförmig, flach vertieft, 4” im Durchmesser; auf der Aussenseite dicht gedrängt liniengrosse, 
gekörnte und in der Mitte durchbohrte Warzen; auf der Innenseite starke, dichotomirende Längsfurchen, in 
denen ovale Maschen liegen. 

Varians-Mergel bei Alfeld. 


2. O. lineata n. sp. Tab. VL. Fig. 5. 
Der Schwamm ist niedrig trichterförmig, concentrisch runzelig und aussen mit feinen, dichotomen, 
dicht neben einander liegenden Linien versehen. 
Varians-Cenoman des Kahnsteines. 


3. O. tuberculifera, n. sp. Tab. VI. Fig. 6. 

Die Innenfläche des flach trichterförmigen, dünnwandigen Schwammes wird dicht von stark knotigen, 
dichotomen oder trichotomen breiten, nur durch eine Furche getrennten Längsrippen bedeckt, zwischen denen 
man nur selten deutliche Mündungen bemerkt; die äussere Wand ist auf gleiche Weise gebildet; der ganze 
Schwamm wird bei 6 Zoll Breite kaum 1*/, Zoll hoch. 

Varians-Cenoman, oder Tourtia des Kahnsteines und des Kupferhammers bei Ilsenburg. Bei O. inter- 
rupta zeigt die innere Seite nur Knoten; die äussere knotige Längsrippen mit gleichbreiten Zwischen- 


räumen, 
4. O.interrupta,n. sp. Tab. VI. Fie. 7. 


Der Schwamm ist ganz flach trichterförmig, concentrisch runzelig; die Wände sind über eine Linie 
dick; der äussere Rand ist stark gekerbt und wellenförmig gebogen; die Aussenseite zeigt stark dichoto- 
mirende knotige Längsfurchen mit gleichbreiten Zwischenräumen; auf der inneren, oberen Fläche bemerkt 
man zahlreiche, in horizontalen und in senkrechten Reihen oder unregelmässig liegende kleine Mündungen, 
und zwischen je vieren einen halbkugeligen, fein gekörnten Höcker. 

Kommt in der Tourtia des Kahnsteines und im unteren Pläner bei Salzgitter vor. 


5. 0. spinulosa, n. sp. Tab. VI. Fig. 8. 

Trichter- oder becherförmig, von zahlreichen, bisweilen dichotomen Falten bedeckt, welche aussen 
flach und ungleich punktirt, an den Seiten dornig sind (b); in den etwas schmäleren Zwischenräumen legen 
die Mündungen, gleichzeitig in ziemlich regelmässigen horizontalen Reihen. Durch Abreibung entstehen 
aus den Rippen Furchen (ce), auf deren Rücken die fein umrandeten Mündungen in einem gitterförmigen 
Gewebe liegen. Die Wand des Schwammes ist in der Mitte etwa zwei Linien dick; die innere Seite mit 
gleichbreiten Längsrippen versehen. 

Mukronaten-Kreide bei Haldem. 

6. O.laticostata, n. sp. Tab. VII. Fig. 1. > 

Die Aussenfläche zeigt sehr breite, bisweilen dichotome, plattgedrückte Falten, welche durch scharfe, 
schmale Furchen getrennt werden, in welchen kleine Mündungen ziemlich gedrängt liegen; die ganze Fläche 
ist ganz schwach concentrisch gestreift. 

Sceaphiten-Pläner des Kahnsteines. 


7. 0. cancellata,n. sp. Tab. VII. Fig. 2. 

Der Schwamm ist sehr dünnwandig; aus dem vorliegenden Bruchstücke lässt sich nicht bestimmen, 
ob er becher-, trichter- oder tellerförmig gewesen ist; beide Seiten werden von schmalen, bisweilen dicho- 
tomen radialen Falten bedeckt, in deren Furchen die ovalen Mündungen auch in horizontalen Reihen liegen: 
ihre Zwischenräume zeigen ein sehr feines, deutlich gitterföürmiges Gewebe, was diese Art am meisten zu 
charakterisiren scheint. 

Untere Cuvieri-Kreide bei Vienenburg. 

Paläontographiea, Bd. XIII, 1. 3 


8. O. fimbriata, n. sp. Tab. VII. Fig. 5. 

Der Schwamm bildet grosse, weite, trichterförmige Becher, deren Wand etwa eine Linie Dicke hat; 
aussen wird er von schmalen, dicht neben einander liegenden, öfters dichotomen Rippen bedeckt, welche 
durch kleine Querfurchen etwas gezähnt erscheinen; in den schmalen tiefen Furchen zwischen den Längs- 
rippen scheinen kleine runde Mündungen zu liegen. 

Kommt seltener in der Quadraten-Kreide des Sudmerberges vor; bis jetzt immer nur in Bruchstücken. 

Unter ce habe ich ein schlecht erhaltenes Exemplar aus der Mukronaten-Kreide von Ahlten in einem 
Drittel seiner Grösse abgebildet. 


9. O. expansa,n. sp. Tab. VI. Fig. 4. 

Schwamm weit trichterförmig, dünnwandig, aussen von dick wurmförmigen, häufig dichotomen, perl- 
schnurförmigen, an einander gedrängten, dicht porösen Längsröhrchen bedeckt, zwischen welchen hier und 
dort rundliche Mündungen zu liegen scheinen. 

Hat sich im Scaphiten-Pläner bei Heiningen gefunden. 


10. ©. subtilis, n. sp. Tab. VI. Fig. 5. 
Der Schwamm ist spitz-kegelförmig, sehr dünnwandig, und von kurzen, feinkantigen Längslinien, 
zwischen denen kleine unregelmässige Mündungen liegen, dicht gedrängt bedeckt. 
Quadraten-Kreide bei Bültum. 


11. O. plicatella. Coeloptychium R. Kr. 4. 7. Tab. V. Fig. 11. 


Regenschirmförmig, 130 w» im Durchmesser, oben niedrig kegelförmig und mit liniengrossen rund- 
lichen Mündungen bedeckt, deren fast gleichbreite Zwischenräume porös erscheinen ; die Wand ist 5== dick; 
der Rand ziekzackförmig; die untere Fläche zeigt nur in der Nähe des Randes kurze knotige, fein und 
ungleich punktirte Falten. 

Die abgebildeten Bruchstücke gehören wohl ohne Zweifel zu der früher von mir beschriebenen Art, 
da sie gleichfalls im Cuvieri-Kreide am Katzensprunge bei Sehlde gefunden sind. 


Ventriculites Mantell. 


Fast walzenförmig, allmänlig an Dicke zunehmend, diekwandig, am Scheitel verengt; die Aussenseite 
trägt dichotomirende oder alternirende, oft knotige Falten oder Rippen, in deren Furchen die runden oder 
ovalen Mündungen liegen. Der ganze Habitus macht eine Trennung von den so schnell an Umfang zuneh- 
menden und dünnwandigen Ocellarien nothwendig. « 


1. V.stellatus. Scyphia R, K. 2.3. 

Becherförmig, 2“ diek, dickwandig und von eckigen, unregelmässigen Maschen bedeckt, deren 
schmale, knotige, ungleich punktirte Zwischenräume je 6 bis 5 zu einem Sterne sich vereinigen. In der 
Jugend zeigt diese Art schmale, dornige, hier und dort dichotome oder zu länglichen Massen verwachsene 
Längsrippen. 

Quadraten-Kreide bei Peine. 


RN ae 


2. V. miecroporus, n. sp. Tab. VI. Fig. 6. 

Fast walzenförmig, einige Male etwas eingeschnürt, dickwandig, daher die obere Oeffnung nur halb 
so gross, wie der Durchmesser; die Aussenfläche erscheint nur fein porös; unter der Lupe sieht man aber 
feine gebogene knotige Linien, zwischen denen kleine Mündungen liegen; wo die Aussenfläche zerstört ist, 
bemerkt man dickere knotige Längsrippen. 

Quadraten-Kreide zwischen Oberg und Gr. Ilsede. 


3. V. reticulatus, n. sp. Tab. VII. Fig. 7. 

Fast walzenförmig, diekwandig, mit kurzen, dicken, knotigen, bald dichotomen, bald anastomo- 
sirenden Falten, welche tiefe Zwischenräume haben, in denen runde Mündungen mit fein punktirten 
Zwischenräumen liegen. 

Cuvieri-Kreide des Kahnsteines. 

4. V.tubereulosus, n. sp. V.! Benettiae Michn. Tab. VII. Fig. -8. 

Der Schwamm ist lang kegelförmig, fast walzenförmig, hat eine verengte Oefinung und ist aussen 
von blasenförmigen Höckern bedeckt, welche in unregelmässigen Längsreihen liegen, fein und ungleich 
porös sind und zwischen sich rundliche Mündungen liegen haben. 

Hat sich in der Cuvieri-Kreide des Mahnerberges bei Salzgitter gefunden. 

Ventrieulites Benettiae Mantell ist ein Cephalites und identisch mit C. guttatus Smith. 


5. V. costatus, n.sp. Tab. VII. Fig. 9. 

Der Schwamm ist lang kegelförmig und aussen von 12 bis 14 schmalen, hohen, am Rande bisweilen 
höckerigen Längsleisten bedeckt, deren Hälfte nur etwas über die Mitte hinabreicht; die scharfen Zwischen- 
furchen zeigen kurze Quergrübchen, aber keine deutlichen und regelmässigen Mündungen. Auf den Seiten 
der Rippen bemerkt man unter der Lupe etwa acht sehr feine, punktirte Längslinien, (b). 

Hat sich im Pläner bei Thale am Harze gefunden. 


6. V. eylindraceus, n. sp. Tab.‘;VII. Fig. 10. 

Der Schwamm ist fast walzenförmig, nimmt nur allmählig an Dicke zu, ist ziemlich dickwandig und 
trägt aussen etwa 16 schwache, abwechselnd die Basis nicht ganz erreichende Längsfurchen, in welchen 
ovale, ziemlich scharfrandige Mündungen liegen; diese bilden abwechselnde Reihen und stehen fast um 
ihren Durchmesser von einander entfernt; ihre Zwischenräume sind fein punktirt und zeigen, namentlich 
unten am Stamme, ein bastartiges Gewebe. 

Hat sich nicht selten am Vorberge bei Haverlahe im Cuvieri-Kreide gefunden. 


7. V. multicostatus, n. sp. Tab. VI. Fig. 1. 

Der Schwamm nimmt anfangs (die ersten zwei Zoll) ziemlich schnell an Dicke zu, wird dann aber 
fast walzenförmig; er ist sehr dickwandig und aussen von zahlreichen schmalen, öfters dichotomen, bisweilen 
etwas unregelmässig verlaufenden Rippen bedeckt, zwischen denen, in den tiefen Furchen, ovale Mündungen ; 
die über einander stehenden sind etwa um die Hälfte ihrer Länge von einander entfernt; die Breite der 
Rippen ist etwas grösser als die Breite der Mündungen; die Rippen scheinen fein gekörnelt zu sein. 

Hat sich in Cuvieri-Kreide bei Upen und Steinlah, so wie in Mukronaten-Kreide bei Hamm 


gefunden. 
3# 


8. V. gracilis, n. sp. Tab. VIIL Fig. 2. 

Fast walzenförmig, wenig an Dicke zunehmend, zeigt unten dichotomirende knotige Längsrippen, 
welche nach oben hin undeutlich werden; hier liegen grosse vier- bis fünfseitige, mit ganz schmalen, gekör- 
nelten Zwischenräumen versehene Mündungen in undeutlichen Reihen übereinander; an der zusammen- 
gezogenen Mündung werden diese kleiner. Ein gutes Kennzeichen liegt darin, dass die verengte innere 
Röhre stark längsgefurcht ist. 

Cuvieri-Kreide bei Upen und Haberlah. 


9. V. noduliferus, n. sp. Tab. VII. Fig. 3. 

Walzenförmig, wenig an Dicke zunehmend, vorliegendes Exemplar dicht unter dem Scheitel etwas 
verengt, am Scheitel ebenfalls stark verengt, so dass die Röhre nur die Hälfte des Durchmessers einnimmt. 
Auf der Oberfläche sieht man unten zahlreiche perlschnurförmige, kurze, nach oben gerichtete, bisweilen 
dichotome Erhöhungen und zwischen ihnen einzelne runde-Mündungen; am Scheitel erscheinen unregelmässig 
runde, ziemlich gedrängte, mit schmäleren gerundeten, sehr fein punktirten Zwischenräumen versehene 
Mündungen, welche nach dem Kelchrande hin an Grösse abnehmen. 

Hat sich in Cuvieri-Kreide des Vorberges bei Steinlah gefunden. 


10. V. stelliferus, n. sp. Tab. VIlI. Fig. 4. 

Walzenförmig, langsam an Dicke zunehmend, dickwandig, aussen mit erhabenen Längslinien, 
zwischen denen kleine drei- und vierseitige Maschen so liegen, dass ihre schmalen, punktirten Wände oft 
zu einem vorstehenden Sterne auf der Längslinie zusammenlaufen; die innere Wand scheint ähnlich gebildet 
zu sein. 

Cuvieri- Kreide bei Vienenburg. 


11. V. moniliferus, n. sp. Tab. IX. Fig. 9. 
Walzenförmig, mit eirunden, fein punktirten, in unregelmässigen, schrägen Längsreihen stehenden 
Knoten, zwischen denen deutliche Mündungen nicht zu bemerken sind. 
Kommt im Scaphiten - Pläner bei Neinstedt vor. 


Dendrospongia.n. gen. 


In diese Gattung vereinige ich die baumartigen, dichotomen und ästigen Cribrospongideen, deren 
Mündungen gleichzeitig in regelmässigen horizontalen und senkrechten Reihen stehen. Von fremden Arten 
gehören hieher: 

D. Fittoni. Millepora Mantell 15. 10. Brachiolites digitatus Smith 16. 2. 

D. protensus Brachiolites Smith 16. 5. 


1. D. elathatra, n. sp. Tab. VII. Fig. 5. 

Der Schwamm besteht aus fingerdicken, diekwandigen Stämmen, welche horizontale Seitenäste treiben 
und damit unter einander verwachsen; bedeckt werden sie von ovalen Mündungen, welche regelmässig in 
Längsfurchen und gleichzeitig in horizontalen Reihen stehen; ihre breiteren Zwischenräume sind feinkörnig 
und selten von deutlichen Poren durchbohrt. 

Kommt in Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter vor. 


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2. D. fenestralis, n. sp. Tab. VIII. Fig. 6. 


Der dicke dünnwandige Stamm theilt sich unter etwa 60 Grad in Aeste, welche von Längs- und 
etwas schwächeren Querlinien bedeckt werden; hierdurch entstehen quadratische Maschen, in deren Mitte 
eine rundliche Mündung liest und deren erhöhte Ränder sehr fein punktirt sind; die Innenseite scheint auf 
gleiche Weise gebildet zu sein. 

Rhotomagensis-Cenoman des Kahnsteines bei Langelsheim. 


3a Dr strioleta, nespas Tabs VENe>Riowre 


Der Schwamm ästig; die Aeste stehen stark ab und sind concentrisch runzelig, am vorliegenden 
Exemplare stark zusammengedrückt; der Schwamm ist sehr dünnwandig und wird dicht von ganz feinen 
Längsstreifen bedeckt; unter der Lupe zeigen sich in diesen kleine runde Mündungen, mit engeren, fein 
punktirten Zwischenräumen und zwischen je vieren ein kleiner Höcker; die Vertiefungen der Mündungen 
der einen Fläche sind auf die Höcker der andern Fläche zugerichtet. 

Varians-Cenoman des Kahnsteines. 


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Cylindrospongian. gen. 


Hieher gehören die stielrunden, einfachen, ästigen oder dichotomen Cribrospongideen, deren Mün- 
dungen nicht gleichzeitig in horizontalen und senkrechten Reihen stehen; es sind hier noch sehr verschie- 
dene Formen künstlich zusammengestellt. 


A. Aestige Arten. 
1. C.,subseriata. Scyphia R. Kr. 3. 8. 


Walzenförmig, 6“ dick, dann schnell erweitert, zusammengedrückt und dichotom; aussen von kleinen 
rundlichen Maschen bedeckt, welche abwechselnd in Längsreihen stehen und deren gleichbreite Zwischen- 
räume ein dichtes gitterförmiges Gewebe zeigen. 

Quadraten-Kreide am Sudmerberge und bei Wernigerode. 


2. C. alveolites. Scyphia R. Kr. 3. 6. 


Trichterförmig oder dichotom, zusammengedrückt, dickwandig, am Scheitel flach eoncav oder selbst 
convex; überall von sechsseitigen, in abwechselnden Reihen stehenden Mündungen bedeckt, deren sehr 
schmale Zwischenräume ein gitterfürmiges Gewebe zeigen. 

Quadraten-Kreide bei Peine und Stapelnburg. 


3. C. abbreviatan. sp. Tab. IX. Fig. 2., 


Der Schwamm ist kurz knorrig und mit vielen ganz kurzen, ziemlich diekwandigen, beiderseits 
offenen Zweigen versehen, welche aussen unregelmässig gestellte, runde Mündungen mit meist schmäleren, 
punktirten Zwischenräume zeigen. Findet sich fast nur in Bruchstücken, welche oft nach mehreren Rich- 
tungen hin durchsichtig sind. 

Tourtia vom Langenberge bei Westerhausen unweit Quedlinburg. 


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4. C. coalescens, n. sp. Tab. IX. Fig. 10. 


Der Schwamm ist vielfach ästig und sind die Aeste bisweilen wieder netzförmig verwachsen; die 
Oberfläche zeigt unregelmässig und dicht gestellte Mündungen und zwischen ihnen feine Poren; der obere 
Theil der Abbildung zeigt die Durchnitte mehrerer in’s Gestein eingewachsener Aeste. 

Scaphiten-Pläner von Neinstedt unweit Quedlinburg. 


B. Walzenförmige Arten. 


5. C. regularis, n. sp. Tab. VII. Fig. 8. 


Walzenförmig, in der Jugend schnell an Dicke zunehmend. Kreisrunde, tiefe Mündungen stehen 
in senkrechten und in schrägen Reihen, etwa um ihren Durchmesser von einander entfernt; die Zwischen- 
träume sind flach und tief porös. 

Kommt im Galeriten-Pläner am Fleischerkampe bei Salzgitter vor. 


6. C. membranacea n. sp. Tab. VIII. Fig. 9. 


Der Schwamm ist walzenförmig und eine sehr dünne Haut mit sehr feinen, bisweilen etwas ge- 
reihet, gewöhnlich aber ungeordnet dicht beisammen stehenden runden Mündungen, deren schmälere, ge- 
rundete Zwischenräume deutliches Gittergewebe zeigen. 

C. (Seyphia) subseriata R. hat grössere ovale Mündungen mit breiteren Zwischenräumen und ist 
viel dickwandiger. 

Mukronaten-Kreide bei Lüneburg. 


7. C. angustata. Scyphia R. 3. Tab. VIII. Fig. 10. 


Der Schwamm ist mit ganz dünnem Stiele aufgewachsen gewesen und hat sich dann schnell zu 
einer walzenförmigen, gleichbreiten Röhre erweitert, welche oben in kurzen Zwischenräumen stark zusam- 
mengeschnürt ist; oder aber die Zusammenschnürungen beginnen gleich dieht über dem Stiele und folgen 
dann auf ein kugelföürmiges mehrere käseförmige Glieder; die Oberfläche wird von rundlichen, unregel- 
mässig beisammenstehenden Mündungen mit schmäleren, körnigen Zwischenräumen bedeckt. 

Hat sich im Scaphiten-Pläner des Romberges bei Neinstedt und des Galgenberges bei Quedlinburg 
gefunden. 


8. C. heteromorpha. Sceyphia Reuss 18, 1—4. Tab. VII. Fig, 11. 

Der grosse Stamm ist walzenförmig (b) höckerig, ziemlich dünnwandig und von runden Poren un- 
regelmässig und dicht bedeekt, deren grössere Zwischenräume flach und fein warzenförmig gekömelt sind: 
sie scheinen auf der inneren Seite der weiten Röhre zu münden und würde daher der Schwamm zu Che- 
midium zu stellen sein, wenn nicht der ganze übrige Habitus dagegen spräche. Figur a, in natürlicher 
Grösse, wird wohl eine Ausbreitung darstellen, aus welcher sich die walzeniörmigen Stämme entwickeln; 
ihre Spitzen sind innen hohl. 

Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter. 


Bu Be 


9. C? byssoides. Scyphia R. Kr. 2. 8. 


Fast walzenförmig, zolldick, dünnwandig, Scheitelmündung gross und trichterförmig; Gewebe fein 
eitterförmig; ohne Mündungen. Des gitterförmigen Gewebes wegen kann diese Art nicht zu Cupulospongia 
gestellt werden. 

Quadraten-Kreide bei Peine. 


10. C. coronata, n. sp. Tab. IX. Fig. 1. 


Der Schwamm ist keulenförmig, unten dünn und umgebogen, oben verdickt er sich mehremals 
und umgiebt sich mit einer Anzahl spitzer Höcker; die obererste Erweiterung des abgebildeten Exemplars 
ist oben kegelförmig und ausstrahlend gefurcht; die Oberfläche ist von zahlreichen, sehr kleinen Mündungen 
bedeckt, welche bald in ziemlich regelmässigen Längsreihen, bald ungeordnet stehen; ihre fast doppelt so 
breiten Zwischenräume werden von zahlreichen und so grossen Poren bedeckt, dass ihre Zwischenwände 
äusserst dünn erscheinen. 

Quvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter. 


Diplostoma de Fromentel. 


Der Schwamm ist blättrig oder plattenförmig, bildet keine Röhre oder Becher und ist auf beiden 
Seiten mit Mündungen, wie die Cribrospongideen, besetzt. 


1 D--Lolmumen-spr ab. IX Rio. 6: 


Der Schwamm ist blattförmig, dünn, schief zungenförmig, unten in einen schmalen Stiel verengert ; 
die beiden seitlichen Ränder sind nach oben umgerollt. Die obere Fläche zeigt an der Spitze abwechselnde 
rundliche Maschen mit schmalen Zwischenräumen; am Rande sind die Maschen undeutlicher, auf der 
unteren Seite kleiner. Die Dicke des Schwammes beträgt nur wenig über eine Linie. 


Hat sich in der Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter gefunden. 


2. D. retieulatum, n. sp. Tab. IX’ Fig. 3. 


Das vorliegende Stück ist, weil unten abgebrochen, scheibenförmig, mag aber kegelförmig gewesen 
sein; die oberere Fläche ist fast ganz eben und zeigt ein feines Netzwerk (Fig. b natürliche Grösse), dessen 
schmale Wände vergrössert ein gitterförmiges Gewebe zeigen; die untere Seitenwand zeigt grössere 
Maschen (ec), deren meist engere Zwischenräume ebenfalls aus einem gitterförmigen Gewebe bestehen. 

Rhotomagensis-Cenoman des Kahnsteines. 


3. D. clathratum, n. sp. Tab. IX. Fig. 4. 


Eine elliptische Platte mit abgerundeten glatten Rändern und übrigens von Mündungen bedeckt, 
welche in vertieften Längs- und Querreihen liegen. Die Mündungen der vorderen Seite sind ziemlich kreis- 
rund, und die zwischenliegenden, selten dichotomen Rippen fein gekörnelt; die Rippen der hinteren Seite 
sind häufiger diehotom und die Mündungen mehr oval und kleiner; ihre Zwischräume fein porös. 

Cuvieri-Kreide der Vorberge bei Steinlah. 


u 24 — 


4. D. crenatumn. sp. Tab. IX. Fig. 5. 

Der Schwamm ist ohrförmig, bisweilen kreisrund, bisweilen mehrere Zoll gross. Die untere Fläche 
zeigt kleine viereckige, bisweilen längliche Mündungen, welche in horizontalen und etwas vertieften Längs- 
reihen liegen und fein und dicht punktirte Zwischenräume haben; der Rand ist abgerundet und durch tiefe 
Furchen so stark gekerbt, dass die Zwischenräume oft zahnförmig vorstehen. Die obere Fläche zeigt kurze, 
gebogene Falten, oder runde, in horizontalen und senkrechten Reihen stehende Poren; die breitere Zwischen- 
räume haben und zwischen deren je vier ein halbkugeliger, fein gekörnter Höcker liegt. 

Diese eigenthümliche Form findet sich in der Tourtia bei Quedlinburg und am Kahnsteine bei 
Langelsheim. E 

5. D. auriculare. Scyphia R. Kr. 2. 10. 

Ohrförmig, fast trichterförmig, über zollgross, dickrandig, dünnwandig, aussen mit rundlichen, in 
unregelmässigen Reihen stehenden Mündungen, deren gleichbreite Zwischenräume ein gitterförmiges Gewebe 
und in diesem kleinere Mündungen zeigen. 

Quadraten-Kreide bei Peine. 


6. D. tenue. Scyphia R. Kr. 4. 1. 

Ohr- oder becherförmig, dünnwandig, beiderseits mit schwachen, zum Theil dichotomen Längs- 
furchen, in welchen ovale Mündungen dicht über einander und in horizontalen Reihen liegen. Die Zwischen- 
räume zeigen ein feines, gitterförmiges Gewebe. 

Mukronaten-Kreide bei Lemförde. 


- IH, Familie: Siphonidea d’Orbigny. 


Sie haben sämmtlich im Innern eine oder mehrere glattwandige, bisweilen von horizontalen Kanälen 
durchbohrte Röhren; sie bestehen aussen meist aus wurmförmigen Fasern, zwischen denen bisweilen runde 
Mündungen liegen; im Innern zeigen die Fasern bisweilen ein gitterförmiges Gewebe. Die Familie ist schon 
im Silur durch Astylospongia praemorsa und imbricato-articulata F. Roemer vertreten. 


A. Eudeidea. 
Mit einer einzigen Röhre; aussen mit Mündungen. 
Hippalimus, ein kegelförmiger Hut mit glattem Stiele. 
Plocoseyphia, kugelig oder eirund mit glattem Stiele und gefalteter Oberfläche. 
Eudea, kegelförmig, oft mit einem Fusse versehen, aussen mit oberflächlichen Mündungen. 
Diseudea, mehrere Eudeen sind am Grunde verwachsen. 
Siphonia, kugelig oder birnförmig, aussen mit durchgehenden Mündungen. 


B. Siphonocoelidea. 
Eine einzige Röhre; die Aussenfläche ohne Mündungen. 
Siphonocoelia; einfach. 
Polycoelia, mehrere Syphonocoelien verwachsen nach verschiedenen Seiten. 
Elasmocoelia, mehrere Siphonocoelien nur nach zwei gegenüberstehenden Seiten hin, der ganzen 
Länge nach verwachsen. 


EN 


C. Jereidea. 
Mehrere senkrechte Röhren im Innern des Schwammes. Diese Abtheilung ist schon im Silur ver- 
treten, eulminirt aber erst in der Kreide. 
Jerea, Schwamm einfach, die Röhren in der Mitte. 
Polyierea; mehre Jereen verwachsen. 
Marginospongia, becher- oder napfförmig; die Röhren münden auf dem Rande. 


Hippalimus, Lmck. 


Oben kegelförmig und mit undeutlichen Mündungen versehen, unten gestielt; am verengten Scheitel 
mit einer Röhrenmündung; der Stiel und die untere horizontale Seite des Kegels zeigen keine Mündungen. 


1.H.- lobatus, n. sp. Tab. X. Eig, 1. 
Der Kegel ist fast so breit wie hoch, am unteren Rande schwach buchtig und zwischen je zwei 
Einbiegungen zu einem Höcker verdickt; der Stiel ist oben verdickt. 
Kommt in der Quadratenkreide des Köhlerholzes bei Ilsenburg vor. H. fungoides Lamx ist breiter, 
am unteren Rande des Kegels nur etwas gebogen und sein Stiel oben nicht verdickt; er wird aus dem 


Cenoman aufgeführt. 


2. H. depressus, n. sp. Tab. 10. Fig. 2. 

Der Hut ist oval (50 : 35), von der breiten Seite gezeichnet, flach gewölbt und oben in eine enge 
kurze Röhre endigend, von welcher zahlreiche dichotome Furchen nach allen Seiten hinablaufen; deutliche 
Mündungen fehlen. Der Seitenrand ist scharf abgerundet; die untere Fläche ist eben, stellenweise etwas 
concav und in der Mitte schnell in den Stiel übergehend; das Gewebe besteht aus kleinen, gedrängten, an 
der Seite stacheligen Kügelchen. 

Quadraten-Mergel des Sudmerberges. 


Eudea. Lmck. 


Einfach, oft gestielt, mit runder tiefer Röhre; auf der ganzen, sehr porösen Aussenfläche oberfläch- 
liche Mündungen. Die Gattung Diseudea wird von den am Grunde unter einander verwachsenen Eudeen 
gebildet. Die Gattung Cnemidium Goldf. enthält kegelförmige, oben abgestutzte, aussen runzelige, oft längs- 
gefurchte, dickwandige Schwämme; Kanäle laufen fast. horizontal von der Aussenfläche bis in die Central- 
röhre. Polyenemidium wird von dem seitlich verwachsenen Cnemidien gebildet. 


1. E.tuberosa, n. sp. Tab. X. Fig. 3. 

Der Schwamm ist kegelförmig-knollig, oben stumpf abgerundet und zeigt oben eine enge Röhre, von 
welcher mehre dichotome Furchen fast bis zur breiten Basis herablaufen; zwischen den Furchen liegen zahl- 
reiche grössere Mündungen mit ziemlich gleichbreiten, rauhen Zwischenräumen; wo die äussere Schicht zer- 
stört ist, erscheinen die Mündungen viel kleiner; der ganze Schwamm scheint innen ganz oder theilweise 
hohl gewesen zu sein. 


Findet sich in der Quadraten-Kreide des Sudmerberges bei Goslar. 
Paläontographica, Bd. XIII, 1. 


EL lgaler ee 


2. E. crassa, n. sp. Tab. X. Fig. 4. 

Unten abgestutzt kugelig; am Scheitel nach der engen Röhre hin abschüssig; vom Röhrenrande® 
strahlen mehrere, zum Theil eine halbe Linie breite und dichotome Furchen bis zur Mitte der Höhe herab; 
die ganze Oberfläche ist von kleinen Poren dicht bedeckt; unten ist der Schwamm concav und am gezähnten 
Rande nicht angewachsen gewesen. 

Kommt im Quadraten-Mergel des Sudmerberges vor. 


3. E. globosa, n. sp. Tab. 1. Fig. 1. 

Kugelig, oben niedergedrückt und mit weiter Röhre versehen; die Aussenseite ist mit zahlreichen, 
in horizontalen Linien liegenden, kleinen, gekerbten Mündungen versehen, deren breitere Zwischenräume 
feinkörnig sind. 

Hils bei Berklingen. 

4. E. intumescens,n. sp. Tab. XI. Fig. 1. 

Der Schwamm ist walzen- bis kegelförmig, oben allmählig verengt, weitmündig, dünnwandig, unten 
über dem dünnen Stiele in starke Höcker aufgeblasen und zwischen diesen bisweilen von grossen Löchern 
durchbohrt, welche hin und wieder durch den ganzen Schwamm durchgehen, so dass man hindurchsehen kann. 
Die Oberfläche ist von ziemlich grossen Poren dicht bedeckt und bestehen deren Zwischenräume aus einem 
fein netzförmigen Gewebe. 

Kommt häufiger in der Cuvieri-Kreide am Windmühlenberge bei Salzgitter, bei Dörnten (c) und in 
der Quadraten-Kreide im Köhlerholze bei Ilsenburg vor. Identisch ist vielleicht die E. (Seyphia) trilobata, 
Michn. 28. 2, 


5. E. annulata,n. sp. Tab. X. Fig. 2. 


Der Schwamm ist fast walzenförmig, meist etwas gebogen, wiederholt zusammengeschnürt, oben ° 
niedrig kegelförmig und mit kleiner Röhrenmündung versehen, von welcher feine Furchen ausstrahlen. Die 
Oberfläche ist so dicht, dass man kaum Poren bemerkt; darunter liegt aber ein viel groberes, wurmförmiges 
Gewebe (b), dessen einzelne Fäden verästelt und seitlich dornig sind (ce). Das eine vorliegende Exemplar 
ist 21 Linien dick. 

Hat sich in der Cuvieri-Kreide am Vorberge bei Steinlah und in der Quadraten-Kreide zwischen 
Sottmar und Gr.-Biewende gefunden. 


6. E. heteropora. Scyphia R. Kr. 2. 13. 


Spindelförmig, 4 lang, 18“ dick, oben verdünnt, mit enger Röhre; aussen glatt, mit sichtbaren, 
runden, dicht beisammenstehenden Poren, deren gleichbreite Zwischenräume wieder fein punktirt sind. 
Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 


Diseudea, de Fromentel. 


Der Schwamm ist zusammengesetzt und wird aus mehreren Individuen gebildet, welche mit einer 
tiefen centralen Röhre und auf der Aussenseite mit unregelmässigen, nicht sehr tiefen Mündungen ver- 
schen sind. 


Be 


1. D. tuberculosa, n. sp. Tab. XI. Fig. 9. 


Bildet plattgedrückte Knollen mit halbkugelförmigen oder stumpf kegelföürmigen Erhöhungen, welche 
an der Spitze eine Vertiefung und oft eine tief hinabreichende Röhre zeigen. Die ganze Aussenfläche be- 
steht aus einem sehr feinen, gitterförmigen Gewebe mit kleinen, unregelmässigen, dicht bei einander liegen- 
den Grübchen. 

Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 


3 


Siphonia, Parks. 


Einfach, kugelig oder birnförmig, auf einem mit Wurzeln versehenen Stiele; am Scheitel mit einer 
Röhre, welche gewöhnlich nicht ganz zur Basis hinabreicht. Mündungen zerstreut, unregelmässig, fehlen 
auf dem Stiele und bilden die Oeffnungen unregelmässiger Kanäle, welche ziemlich horizontal bis in die 
Röhre sich .erstrecken. 

Bei Polysiphonia sitzen mehrere langgestielte Siphonien auf einem ästigen Stamme; die Gattung 
Astylospongia vertritt zum Theil die Siphonien im Silur. 


1. S. fieus Goldf. 65. 14. 


Spindel-, birn- oder apfelförmig, kurz gestielt, bis 6“ lang, mit scharfrandiger, trichter- oder napf- 
förmiger Scheitelvertiefung, von welcher kurze Furchen ausstrahlen; die ru mit kleinen, entfernten, 
zerfressenen Mündungen und dazwischen fein punktirt. 


2. S. Koenigii. Choanites, Mantell 16. 19—21. Cnemidium pertusum Reuss 16.7, 
8. 11— 14. 


Walzen-, birn- oder verkehrt kegelförmig, bis 3“ dick, oben abgestutzt; auf dem Scheitel eine 
ein Drittheil so breite, tiefe Aushöhlung, von welcher dichotome Furchen ausstrahlen, aber selten den 
äusseren Scheitelrand überschreiten. Seitenfläche fein punktirt. 

Quadraten-Kreide bei Bilin in Böhmen. 


> 


3. S. tuberosa.‘ Scyphia R. Kr. 2. 9. 


Eiförmig, knollig, unten verengt, am Scheitel mit tiefer, enger Röhre, von welcher einige Furchen 
ausstrahlen: die Aussenseite zeigt ein gitterförmiges Gewebe mit einzelnen grösseren Mündungen. 
Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 


4. S. ornata, n. sp. Tab. X. Fig. 5. 


Der Schwamm ist birnförmig, oben niedergedrückt; die tiefe Röhre hat ein Fünftheil des ganzen 
Durchmessers; die ganze Oberfläche ist von flachgedrückten, durch scharfe Furchen getrennten, gebogenen, 
dichotomen, an den Seiten gekerbten Falten bedeckt. Wo oben die äussere Rinde fehlt, sieht man zahlreiche 
enge Kanäle von der Röhrenwand horizontal auslaufen. 


Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 
4* 


28 er 


5. S. astroides, n. sp. Tab. X. Fig. 6. 

Der Schwamm ist fast kugelig. hat 4° im Durchmesser und ist ganz kurz gestielt; die Scheitel- 
öffnung ist etwa 18‘ breit. Die Aussenfläche zeigt eine Menge kleiner Poren, von denen kurze, gebogene 
Furchen ausstrahlen. 

Diese schöne Art hat sich im Geröll bei Ilsenburg gefunden, stammt daher ohne Zweifel aus der 
dortigen Quadraten-Kreide. 


Plocoscyphia, Reuss. 


Ein eirunder oder fast kugelrunder Schwamm, oben mit weiter Röhre, unten gestielt; der obere 
Theil besteht aus vielfach gewundenen Lamellen mit stark porösem Gewebe, in welchem unregelmässige, im 
Grunde mit kleinen Mündungen versehene Furchen liegen. 


1. P. Morchella, n. sp. Tab. X. Fig. 7. 

Der Schwamm ist keulenförmig, oben eirund, unten dick gestielt; breite und tiefe Furchen durch- 
ziehen unregelmässig den oberen, von einer breiten Röhre durchsetzten Theil und zeigen die zwischenliegen- 
den Wulste zahlreiche, aber nicht tief eindringende Mündungen; auf dem glatten Stiele fehlen diese. 

Kommt in der Quadraten-Kreide aın Sudmerberge bei Goslar vor. 


2. P. contorto-lobata. Spongia Michn. 42. 1. Plocoseyphia labyrinthica Reuss 18. 10. 
Kopf kugelig, 2”—6“ im Durchmesser , Stiel eben so lang und dünn. Die Scheitelröhre rund. oder 
sechsseitig, tief hinabreichend; der Kopf ist aus 5—9 vielfach gebogenen, getheilten und verwachsenen 
Leisten gebildet. 
Quadraten-Kreide in Böhmen. 


3. P? maeandrina,n. sp. Tab. X. Fig. 8. 

Bildet unregelmässige, eirunde oder kugelige, bisweilen stark zusammengedrückte Massen, an denen 
ich eine Scheitelröhre bisher nicht mit Sicherheit habe entdecken können. Die Oberfläche ist von vielfach 
gebogenen Leisten bedeckt, deren eine Linie breite Kante (b) ausgefressene Mündungen und, wie auch an 
«en Seitenflächen, ein gitterfürmiges Gewebe zeigt; bei einem Exemplare liegen auf einer stielartigen Ver- 
engerung runde Poren in diesem Gewebe (c). Zu Maeandrospongia habe ich diese Form des gitterförmigen 
und mit Mündungen versehenen Gewebes wegen nicht stellen können. 

Varians-Cenoman des Kahnsteines bei Langelsheim. 


4. P. muricata, n. sp. Tab. X. Fig. 9. 
Der obere Theil ist eirund und mit zahlreichen spitzen Dornen besetzt, von denen schwache Furchen 
ausstrahlen; der Stiel scheint glatt zu sein; die Röhrenmündung ist mässig gross. 
Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 


Siphonocoelia. de Fromentel. 


Einfach, walzen- bis kegelförmig, gestielt; vom Scheitel bis zur Basis mit einer glattwandigen 
Oentralröhre versehen. Die Aussenseite zeigt nur zahlreiche, unregelmässige Poren, keine mit der Röhre in 
Verbindung stehende Mündungen. 


FON 


Die Scyphia verticillata Goldf. 45. 9 könnte möglicher Weise hieher gehören; sie kommt in der 
Mukronaten-Kreide bei Ahlten vor; das Exemplar, welches ich von dort gesehen, war indessen so schlecht 
erhalten, dass ich seine Stellung im Systeme nicht ermitteln konnte. 


1. S. acuta. Scyphia R. Kr. 2. 4. 
Lang kegel-, fast walzenförmig, 1“ lang und in der Mitte 3“ dick; von der Scheitelröhre strahlen, 
kurze Furchen aus. 
Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 


2. 8. clavata. Scyphia R. O. 17. 14. Tab. 1. Fig. 2. 
Der Schwamm ist klein, walzenförmig, oben abgestumpft, mit enger Röhre, unten verengt; Gewebe 
ziemlich grob. N 
Hils bei Schöppenstedt, Berklingen. 


> 


8. R. excavata. Scyphia R. O. 17. 30. Tab. I. Fig. 4. 
Kreisel-, keulen- oder birnförmig, am Scheitel flach concav niedergedrückt und mit ziemlich grosser, 
scharfrandiger Röhrenmündung. Die Fasern der Oberfläche sind dick, kurz und zu engen Maschen verwebt. 
Hils bei Schöppenstedt, Schandelahe und Berklingen. 


4. S. digitalis, n. sp. Tab. X. Fig. 10. 

Walzenförmig, etwas zusammengedrückt und ganz schwach concentrisch runzelig, oben etwas zu- 
gespitzt und mit scharfrandiger Röhrenmündung versehen. Das Gewebe ist wurmförmig und sehr fein 
und dicht. 

Tourtia am Kahnstein. 


5. 8. texta, n.sp. Tab. X. Ric. 11. 
Der Schwamm ist fast walzenförmig, oben horizontal abgestutzt, mit grosser Röhrenmündung; die 
Röhre scheint in der Jugend verhältnissmässig noch weiter gewesen zu sein. Das Gewebe der Oberfläche (ce) 
besteht aus kurzen geraden Stäbchen, welche dicht mit einander verfilzt sind. 
Hat sich in der Quvieri-Kreide des Vorberges bei Haverlah gefunden. 


6. S. tuberculosa, n. sp. Tab. XI. Fig. 4. 

Der Schwamm ist kurz walzenförmig und von zahlreichen dicken Höckern besetzt, welche am Grunde 
in einander übergehen und zum Theil höher als breit sind; die ganze Oberfläche ist fein rissig und laufen 
auf der Spitze der Höcker die zarten, gebogenen Furchen zusammen. Die Röhre ist gross, kreisrund und 
laufen von ihrem Rande grössere Furchen aus. 

Quadraten-Mergel des Sudmerberges. 


7. S.nidulifera, n. sp. Tab. XI. Fig. 3. 

Kegelförmig, oben flach, mit enger Röhrenmündung (?), am Rande wenig abgerundet und mit feinen 
ausstrahlenden Furchen versehen; auf der Seite sitzen eine Menge kleiner napfförmiger, vorragender, scharf- 
kantiger Oefinungen neben einander, die man doch nicht als Mündungen ansehen kann; ihre Oberfläche 
zeigt, in Uebereinstimmung mit der des übrigen Schwammes, ein dichtes, ganz feines, wurmförmiges Gewebe. 

Quadratenmergel des Sudmerberges. 


en 30 is 


8. S. spica, n. sp. Tab. XI. Fig. 5 (fünfmal verkleinert). 


Fast walzenförmig, oben und unten etwas verdünnt, im Durchschnitt oval; die ganze Oberfläche ist 
von langen, spiralförmig gestellten, angedrückten Höckern bedeckt; die Röhre misst nur ein Viertheil des 
ganzen, grösseren Durchmessers. 

Hat sich in der Tourtia am Kahnsteine und bei Neuwallmoden gefunden. 


9. S. hirta, n. sp. Fig. XI. Fig. 6. 


Der Schwamm ist schwertförmig, noch einmal so breit wie dick, bisweilen seitwärts gebogen, nimmt 
anfangs schnell an Dicke zu und ist ziemlich dickwandig (4—6‘). Die Röhre ist weit und am abgebildeten 
Exemplare auch am unteren,abgebrochenen Ende zu sehen. Die ebene äussere, fast wie Feuerschwamm 
aussehende Oberfläche ist meist zerstört, und zeigt dann eine zahllose Menge parallel liegender, langer, 
dünner Nadeln, und erstere erscheint dann löcherig und scharf höckerig. 

Kommt nicht selten in der Cuvieri-Kreide am Windmühlenberge bei Salzgitter und Upen vor. 


10. S. suleifera, n. sp. Tab. XI. Fig. 7. 


Der Schwamm ist länglich birnförmig, bisweilen walzenförmig und leicht zu erkennen an den 10 
bis 16 breiten, scharfkantigen Längsfurchen, welche vom Scheitel bis zur Wurzel schwach gebogen herab- 
laufen. Die Zwischenräume stehen am Scheitel etwas hervor und bilden hier eine Krone, deren innerer 
Raum bei den drei vorliegenden Exemplaren leider vom Gestein verdeckt ist, so dass die Wahl der Gattung 
etwas zweifelhaft ist. Die Röhre ist ziemlich weit und unten auf dem Querschnitte zu erkennen; dieser 
zeigt auch horizontale Röhren, welche aber die äussere Fläche nicht durchsetzen; letztere zeigt ein un- 
gemein feines gitterförmiges Gewebe. 

Herr Salinen-Inspecetor Schlönbach hat diese schöne Art in der Mukronaten-Kreide des Dolberges 
bei Hamm gefunden; sie kommt desgleichen in der Quadraten-Kreide bei Ilsenburg vor. 


Polycoelia, de Fromentel. 


Mehrere Siphonocoelien sind mehr oder weniger innig mit einander verwachsen und bilden rasen-, 
büschel-, baumförmige oder warzenreiche Massen. 


1. P. tuberosa,n. sp. Tab. I. Fig. ı. ’ 


Die einzelnen Individuen sind kurz walzenförmig, mit mehreren Höckern oder Wülsten versehen, 
aussen fast glatt und äusserst fein punktirt; der flache gewölbte Scheitel zeigt ein etwas gröberes Gewebe 
und in der Mitte eine enge Röhre. 

Hils bei Berklingen. 


2. P. punctata,n. sp. Tab. 1. Fig. 7. 


Der Stamm ist oft wiederholt di- oder trichotom, mit schlanken abstehenden, kleinmündigen Aesten; 
ihre Oberfläche erscheint fast glatt; die Lupe zeigt kreisrunde, nur in der Nähe des Scheitels kurz wurm- 
förmige Poren mit gleichbreiten glatten Zwischenräumen. 

Hils bei Berklingen. 


BSCHARR N c AnAE 


8. P. divaricatan. sp. Tab. 1. Fig. 8. 

Der walzenförmige Stamm hat wirtelförmige oder zwei- bis dreitheilige und weit abstehende, gleich- 
dicke Aeste, welche oben etwas niedergedrückt und mit kleiner Mündung versehen sind; das Gewebe ist 
ziemlich grobfaserig. 

Hils bei Berklingen. 


4. P. ramosa. Scyphia R. 17. 27. Tab. ]I. Fig. 6. 
Der walzenförmige Stamm ist wiederholt ästig; die Aeste sind kurz, oben verdünnt und zeigen eine 
enge Mündung. Die dichten Fasern sind locker verästelt und bilden grosse, unregelmässige Maschen. 
Hils bei Schandelahe, Schöppenstedt und Berklingen. 


5. P. caespitosa, n. sp. Tab. I. Fig. 28, Tab. II. Fig. 10. ? 
Zahlreiche einzelne Individuen sind rasenförmig verwachsen; sie sind stark dichotom; die Zweige 
sehr kurz und zusammengedrückt; die Röhrenöflnung ist breit und linear, elliptisch oder dreieckig zusammen- 
gedrückt; die Wand ist nicht sehr stark; der obere Rand ist grobfaserig; die Seiten zeigen kleine viel- 
seitige Maschen, deren dünne Wände durch runde Körner gebildet werden. 
Hils bei Berklingen. 


6. P. laevigata, n. sp. Tab. XI. Fig. 8. 

Eine niedergedrückte, scharfrandige Halbkugel, auf welcher mehrere kurze, weitmundige, dünnwandige, 
in der Mitte verengte Röhren liegen; an einzelnen Stellen sind die zusammengedrückten Mündungen durch 
einen Schlitz verbunden. Vermuthlich entspringen die kurzen Röhren aus einem gemeinschaftlichen Stiele (b), 
deren mehrere von der Mitte der unteren Fläche ausstrahlen. Die Oberfläche zeigt weder wurm- noch 
gitterförmiges Gewebe und ist ganz dicht; der Querbruch erscheint querfaserig. 

Dürfte mit der vorhergehenden Art und vielleicht auch mit Cylindrospongia abbreviata eine beson- 
dere Gattung bilden 

Varians-Cenoman bei Langelsheim. 


7 Pkammmlarıs.un. sp Rab XTeRie, 10: 

Der Schwamm ist birnförmig, oben abgestutzt; hier zeigt er in der Mitte ein verkehrt kegelförmiges, 
oben mit scharfrandiger Röhrenmündung versehenes Individuum und rings herum im Kreise, von jenem 
durch eine tiefe Furche getrennt, zehn andere; das Gewebe ist sehr fein und dicht punktirt. 

Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 


Elasmocoelia, R. 


Der Schwamm besteht aus einer Anzahl walzenförmiger Röhren, welche nur an zwei Seiten mit 
einander verwachsen sind; so dass dadurch breite, blattartige Stämme entstehen, auf deren oberer Kante 
die Röhrenmündungen in einer Reihe liegen. de Fromentel hat die erstere Art als Elasmoierea beschrieben; 
sie ist aber gewiss nur als seitlich verwachsene Siphonocoelie zu betrachten; die Röhre ist innen rauh, 
aus verwachsenen wurmförmigen Fasern gebildet; die Poren sind auf dem Scheitel grösser, als auf den 
Seiten. 


— 


1. E. Sequana de Fromtl. Sceyphia subfurcata R. O. 17. 28. Tab. I. Fig. 11. 

Bildet bis 2“ breite und eben so hohe Lamellen, auf deren Seiten die einzelnen Röhren an den 
zwischen je zwei liegenden Längsfurchen zu erkennen sind; auf der oberen schmalen Kante liegen die 
Röhrenmündungen oft noch dichter neben einander, als es die Abbildung zeigt; sie sind, wenn unverletzt, 
ganz scharfkantig, werden gewöhnlich aber von einem gröberen Gewebe umgeben; die Seitenflächen erschei- 
nen fein punktirt. 

Findet sich in Hils bei Berklingen und stimmt ziemlich überein mit dem von Fromentel abgebildeten 
Exemplare von Germigney. 


2. E. orbiculata, n. sp. Tab. U. Fig. 11. 

Fast kreisrund oder ohrförmig, an einer Stelle des Randes angewachsen gewesen, dünnwandig, 
beiderseits mit einigen flachen, radialen Falten; am gerundeten Rande steht, einer Seite etwas zugekehrt, 
eine Reihe kleiner Mündungen; das wurmförmige Gewebe ist auf den parallelen Seiten ohne Lupe nicht zu 
erkennen, auf dem Rande etwas gröber. | 

Hat sich in Hilse bei Rocklum gefunden. 


Jerea, lLmcek. 


Einfache, kugelige oder walzenförmige Schwämme, auf deren Scheitel oder in dessen Vertiefung . 
zahlreiche Röhren münden , die senkrecht bis zur Basis hinabsteigen. Die Aussenfläche ist sehr porös und 
bisweilen mit grösseren, unregelmässigen Mündungen versehen. 

A. Birnförmig oder kugelig. 
a. Oberfläche eben. 
1. J. puncetata. Siphonia Goldf. 65. 13. 

Birnförmig, bis 4“ lang, kurz gestielt; der abgerundete Scheitel hat eine fNache Vertiefung, in wel- 

cher man die dünnwandigen, flach vertieften Mündungen zahreicher Längsröhren sieht. Die Aussenfläche 


ist fein und dicht punktirt und sind die Zwischenräume der Punkte wieder fein porös. 
Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 


2. J. Goldfussii: R. Manon pyriforme Goldf. 65. 10. 
Birnförmig, 2° gross, mit flach concavem Scheitel, aussen mit grobem Fasergewebe, in welchem 
einzelne, entfernt stehende, eine halbe Linie grosse Mündungen liegen. 
Mukronaten-Kreide bei Coesfeld. Quadraten-Kreide bei Schwiechelt. 


d. J. incrassata. Siphonia Goldf. 30. 4. 


. Niedergedrückt kugelig, 2—3“ gross, unten kaum gestielt; aussen mit kleinen zerfressenen 
Poren. 


Mukronaten-Kreide bei Coesfeld. 


4. turbinata,n.sp. Tab. XI. Fig. 1. 
Kreiselförmig, unten stielartig verengt, oben horizontal abgeschnitten, am wenig abgerundeten Rande 
am breitesten, in der Mitte mit enger, scharfkantiger Röhrenmündung, von welcher zahlreiche, schwache 


Ara re 


Furchen ausstrahlen, Der angeschliffene Stiel zeigt zahlreiche Röhrendurchschnitte; die ganze Oberfläche 
ein sehr feines wurmförmiges Gewebe. 
Mukronaten-Kreide bei Ahlten. 


b. Oberfläche mit Höckern oder Längsfalten. 
5. J. multiformis. Siphonia Bronn Leth 27. 20. 
Birn-, flaschen-, urnen-, walzenförmig, etwa 4“ lang, dicht unter dem abgestutzten Scheitel verengt 
und noch über der Mitte mit einem Ringe dicker Höcker. 
Quadraten-Kreide bei Peine. 


6. J. mamillosa, n. sp. Tab. XII. Fig. 2. 

Eirund, oben abgestutzt, überall von flachen Warzen bedeckt, um welche herum zahlreiche, kleine 
Mündungen liegen. Das Gewebe dazwischen ist dicht und fein gekörnt-wurmförmig; die Röhrenöffnungen 
liegen etwa um ihren Durchmesser von einander entfernt. 

Quadraten-Mergel des Sudmerberges. 


7. J.Melo, n.' sp. "Tab. XII. Fig. 3. 

Länglich kugelförmig mit zehn abgerundeten Längsrippen, welche an der kleinen Scheitelöffnung 
beginnen, unten früher verschwinden und eben so viele schwächere und kürzere zwischen sich haben; auf 
der ganzen Oberfläche des Schwammes bemerkt man feine, fast horizontale, wellenförmige Furchen. 

Quadraten-Mergel des Köhlerholzes bei Ilsenburg. 


8. J. sexplicata, n. sp. Tab. XII. Fig. 4. 

Der Schwamm ist birnförmig, kurz gestielt und unten mit einer wenigstens einen Zoll langen, dünn- 
wandigen Röhre versehen; auf den Seiten treten sechs starke Längsfalten hervor; die Scheitelöffnung ist 
gross, 6“ tief und zeigt nur im Grunde zahlreiche, durch eine ganz schmale Wand getrennte Röhrenmündungen. 

Quadraten-Kreide des Köhlerholzes bei Ilsenbure. 


B. Walzen- bis spindelförmig. 
a. Oberfläche eben. 


9. J. ocellata. Siphonia R. Kr. 2. 2. 
Spindelförmig, bis 1” dick, oben zugespitzt und am nicht vertieften Scheitel mit etwa 6 grossen, 
sechsseitigen, dünnwandigen Röhrenmündungen versehen. 
Quadraten-Kreide bei Ilsenburg. 


10. J. oligostoma. Siphonia R. Kr. 2. 3. 
Schlank kegelföürmis, am Scheitel niedrig napfförmig vertieft und mit sechs grossen Röhren- 
mündungen. 
Quadradraten-Kreide bei Ilsenburg. 


Ä 


11. J. truncata, n. sp. Tab. I. Fig. 10. 
Der walzenförmige dicke Schwamm ist oben wie abgeschnitten und zeigt hier, bis an den abgerun- 


deten Rand hin, eine grosse Menge Röhrenmündungen; in der Mitte ist der Scheitel, vielleicht zufällig, Hach 
Paläontographica, Bd., XIII., 1. 5 


En ad 


vertieft. Die Seitenfläche ist undeutlich durch Längsfurchen gekantet und zeigt grössere Poren, mit etwa 
doppelt so breiten Zwischenräumen. 
Hils bei Berklingen. 


12. J. scripta, n. sp. Tab. XIII. Fig. 1. 
Walzenförmig, etwas zusammengedrückt, hier und dort etwas verdickt und, wenigstens am untern 
Ende, mit nur wenigen Röhrendurchschnitten; die ganze Oberfläche wird von ganz kurzen, gebogenen, von 
einander getrennten, scharfkantigen Furchen bedeckt, deren breite Zwischenräume ganz eben und äusserst 
fein punktirt sind. 
Kommt in der Mukronaten-Kreide bei Tadensen unweit Duddenstedt vor. 


13. J. polystoma, n. sp. Tab. XL. Fig. 5. 

Gross, walzenförmig, oben gerade abgeschnitten, mit abgerundeten Kanten, auf dem Scheitel dicht 
gedrängt, bis zum Rande hin, grosse Röhrenmündungen, deren schmale Zwischenräume grob gekörnt sind; 
die Aussenseite ist fein punktirt und zeigt bei stärkerer Vergrösserung rundliche Poren mit schmäleren 
Zwischenräumen, die aus emem geitterförmigen Gewebe bestehen. 

Den die eine Seite des Schwammes umfassenden Parasit habe ich als Amorphospongia cervicornis 
beschrieben. 

Kommt ın der Mukronaten-Kreide bei Ahlten vor. 


14. J. spieuligera, n. sp. Tab. XI. Fig. 6. 

Der Schwamm ist walzenförmig, macht bisweilen kurze, spitze, angedrückte Aeste und zeigt oben 
auf der Bruchfläche ziemlich deutlich mehrere porenartigen Röhren. Die Aussenfläche ist von zahlreichen 
Längsfurchen dicht bedeckt, in denen man hier und dort kleine ovale Mündungen bemerkt; die Zwischenräume 
der Furchen bestehen fast allein aus kleinen, glänzenden Nadeln. 

Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter. 


15. J. cervicornis, Goldf. 35. I. 

Der Stamm ist nur wenige Linien hoch, gerade abgestutzt, rund und oben mit zahlreichen, gedrängten, 
kleinen Röhrenmündungen versehen; nach unten bildet er einen dicken Wurzelstock, von welchem zahlreiche 
dichotome, runde Wurzeln horizontal nach allen Richtungen auslaufen; die Oberfläche der letzteren zeigt 
zahlreiche, kurze, aus einem tiefen Grübchen entspringende Furchen. 

Mukronaten-Kreide von Halden. 


b. Obertläche runzelig oder höckerig. 
16. J. radieiformis, Spongia Phill. 1. 9. Siphonia elongata Reuss 43. 1. 

Bis 12“ lang, langgezogen, tlaschenförmig; oben, auf eine Länge von etwa 4“, 18“ dick, dann nach 
unten in einen langen, oft gebogenen, 45 dicken Stiel allmälig übergehend; am verengten Scheitel eine 
13“ tiefe, längsgefurchte Röhre, von deren Boden nur wenige, ziemlich einzeln stehende Röhren im Stamme 
niedersteigen. Die ganze Oberfläche ist fein runzelig, mit oft sternförmigen, feinen Furchen. 

Quadraten-Kreide an der Ihme bei Hannover. Jerea elongata Michn. 39. 4. hat am Scheitel gar 
keine Vertiefung und dicht gedrängte Röhren. 


SO 


17. J. tesselata, n. sp. Tab. XI. Fig. 2. 

Lang eiförmig, oben allmälig verschmälert, in der Mitte fast walzenförmig und bisweilen mit einigen 
Höckern versehen. Die Scheitelöffnung ist fast einen Zoll tief und zeigt auf den Seiten in Längsreihen 
stehende Mündungen fast senkrechter Röhren; auch auf dem Rande selbst stehen solche Mündungen und 
erscheint er daher gezähnt. Die Aussenfläche ist von gebogenen Längs- und Querfurchen bedeckt und 
er scheint daher fast wie gewürfelt; an der abzebrochenen Basis sieht man zahlreiche Röhrenmündungen. 

Bildet mit J. radieiformis R. und J. (Siphonia) nuciformis Michn. eine kleine Gruppe, welche sich durch 
die röhrenförmige Scheitelvertiefung auszeichnet. 

Hat sich bei der Ziegelhütte unweit Halberstadt, vermuthlich in der Quadraten-Kreide gefunden. 


18. J. tuberculosa, n. sp. Tab. XII. Fig. 3. 

' Walzenförmig, bis über drei Zoll dick, aussen überall von stumplen Höckern bedeckt; der Durchschnitt 
zeigt in der Mitte zahlreiche Röhren. Die Oberfläche ist fein porös; .die Zwischenräume der rundlichen 
Poren haben ein gitterförmiges Gewebe. 

Mukronaten-Kreide bei Ahlten. 


Polyierea, de Frntl. 


8; 
1. PB. coronata, n’ sp. Tab. XI. Fig. 4. ' 

Länglich spindelförmig, oben abgestutzt und aussen am Scheitelrande mit einer Reihe in der Mitte 
mit einer Mündung versehener Höcker; die innere Röhre ist vom Gestein bedeckt; die untere Bruchfläche 
zeigt aber den Durchschnitt mehrerer Längsröhren. Das Gewebe ist sehr fein und dicht wurmförmig. 

Quadraten-Kreide bei Ilsenburg. 


Schwamm zusammengesetzt, auch wohl baumförmig; sonst wie bei Jerea gebildet. 


2. P. pyriformis, n. sp. Tab. XI. Fig. 7. 
Drei Individuen sind zu einer birnförmigen Gestalt verwachsen; jene werden von der Mitte der 
Höhe an durch eine Furche getrennt; theilen sich aber erst in der Nähe des zugespitzten, nur wenige 
Röhrenmündungen zeigenden Scheitels; der obere Theil des Schwammes zeigt ein grobes Gewebe. 
Quadraten-Kreide des Köhlerholzes bei Ilsenburg. 


8, Prconterta,n sp. Tabl. Rio. 1. 

Vier länglich-eirunde Individuen sind fast bis zur Spitze zusammengewachsen , amı Scheitel verengt, 
flach concav, mit zahlreichen Röhrenmündungen versehen; auch die Aussentläche zeigt in einem feinen, 
wurmförmigen Gewebe unregelmässig gestellte flach vertiefte Mündungen. 

Hils bei Berklingen. 

4. P. verrucosa,n. sp. Tab. XII. Fig. 5. 

Rübenförmig, zusammengedrückt, oben einmal dichotom, unten seitwärts gebogen; die Zweige oben 
abgeplattet und mit zahlreichen Röhrenmündungen versehen, welche etwa um die Dicke ihres Durchmessers 
von einander entfernt stehen; die übrige Obertläche ist fast eben, zeigt ein sehr dichtes Gewebe und treten 
daraus zahlreiche kurze, in der Mitte durchbohrte, unregelmässig beisanımenstehende Röhren hervor. 

Findet sich in den Cuvieri-Schichten am Windmühlenberge bei Salzgitter. 


5* 


— 36 me 


5. P. punctata, n. sp. Tab. XII. Fig. 6. 

Dicke, walzenförmige, oben etwas zugespitzte Stämme sind mit breiter Basis verwachsen; am Scheitel 
liegt eine flache Vertiefung mit zahlreichen, gedrängten, nicht sehr grossen Röhrenmündungen. Die Oberfläche 
des Schwammes zeigt einzelne gebogene, tiefe Furchen und zahlreiche grosse, unregelmässig beisammenstehende 
runde Mündungen; das Gewebe ihrer Zwischenräume ist grob porös. 

Hat sich in der Cuvieri-Kreide bei Salzgitter gefunden. 


6. P. diehotoma, n. sp. Tab. XIV. Fig. 1. 

Der Schwamm ist ästig, dichotom; die Aeste sind unten rund, nach oben etwas zusammengedrückt 
und endlich gerade abgestutzt, wo man dann in der Mitte des Scheitels nicht sehr zahlreiche, grosse 
Röhrenmündungen dicht beisammen liegen sieht; am unteren Theile zeigt das abgebildete Exemplar fünf 
wurzelförmige, gerade, stielrunde Verlängerungen. Schon Bruchstücke dieser Art sind an ihrem eigenthümlichen 
Gewebe zu erkennen; man sieht nämlich meist nur einfache, glatte, weisse Fäden, welche, wie durch 
Filetarbeit zu einem grossmaschigen Netze (b) verschlungen sind; bisweilen haben die Fäden einen feinkörnigen 
Ueberzug. 

Findet sich nicht selten in der Quvieri-Kreide bei Salzgitter, in der Quadraten-Kreide am Wahrenberge 
bei-Biwende, im Köhlerholze bei Ilsenburg und in der Mukronaten-Kreide bei Ahlten. 


Marginospongia, d’Orb. 


Der Schwamm ist trichter- oder napfförmig, dickwandig und zeigt nur auf dem Rande unregelmässig 
beisammenstehende Röhrenmündungen. 


1. M. acaulis, n. sp. Tab. XI. Fig. 8. 

Niedrig napfförmig, oben flach concav, unten entsprechend convex; der verhältnissmässig dicke Rand 
fällt schräg ab, ist eben und beiderseits scharfkantig, oben etwas gekerbt; auf ihm allein bemerkt man ovale 
und runde Röhrenmündungen. 

Tourtia bei Quedlinburg. Die fast einen Fuss hohe, trichterförmige M. infundibulum stammt aus dem 
französischen Cenoman. 


IV. Familie: Limnoreidea, d’Orbigny. 


Die Schwämme sind von sehr verschiedener Gestalt, einfach oder zu mehreren verwachsen und unten von 
einem dicken, runzeligen, aber oft zerstörten und dann an den zurückgebliebenen Runzeln zu erkennenden 
Epithek bedeckt; das Gewebe ist wurmförmige und anscheinend bei allen aus kohlensaurem Kalk gebildet; 
die Oberfläche sehr porös und mit einer oder mehreren Mündungen versehen. 

Die Limnoreiden sind schon im Jura häufig und scheinen bereits vor der Mukronaten-Kreide ausgestorben 
zu sein. 

Limnorea; mehrere feldschwammförmige, mit nur einer Mündung versehene Individuen werden 

von einem gemeinschaftlichen Epithek umgeben. 

Epitheles; einfach, birnförmig, mit einer ‚sternförmigen Mündung. 

Epeudea; walzenförmig, mit einer centralen Röhre. 


APRY Lina SAN 


Endostoma; einfach, walzenförmig, eine innere Röhre mit grossen seitlichen Mündungen. 

Polyendostoma; mehrere Individuen von Endostoma verwachsen. 

Tremospongia; kugelig, kleine Mündungen zu mehreren gruppirt. 

Actinospongia; Vielgestaltig, zusammengesetzt; sternförmige Furchen strahlen von keiner 
Mündung aus. 

Enaulofungia; einfach, kugelig, oben mit schwacher Vertiefung, von welcher dichotome Furchen 
sternförmig ausstrahlen. 

Leiospongia; zusammengesetzt, ohne Mündungen und ohne einen Stern auf dem Scheitel. 

Durch die Epitheles verwandte Gattung Aulocopium sind die Limnoreideen auch schon im Silur 
vertreten. 


Limnorea, d’Orb. 


Der Schwamm ist zusammengesetzt aus kugeligen oder birnförmigen, auf dem Scheitel mit einer 
flachen Mündung, unten mit einem Epithek versehenen und von einem gemeinschaftlichen Epithek umgebenen 
Individuen; ihre Mündung ist oft sternförmig gefurcht. 


1. L. nobilis, n.sp. Tab. XV. Fig. 1. 

Die grossen, dicken, walzenförmigen oder kugeligen, oben kurz abgerundeten Individuen sind fast 
ganz mit einander verwachsen; einzelne scheinen auch frei geblieben und würden dann zu Epitheles zu 
rechnen sein; mehr als die untere Hälfte des Schwammes ist von einem runzeligen, oft knotigen Epithek 
überzogen; der Scheitel zeigt eine weite, nicht sehr tiefe Mündung, von welcher kurze, breite, tiefe, glatte 
Furchen ausstrahlen. Das Gewebe ist gleichmässig und ziemlich dicht. 

Cuvieri-Kreide bei Immenrode, Haverlah, Immenstedt; Quadraten-Kreide bei Suderode. 


2. L. centrolaevis, n. sp. Tab. 1. Fig. 18. 

Drei Individuen sind fast ganz zu einer unregelmässig kegelförmigen Masse verwachsen, welche oben 
flach oder vertieft und in der Mitte von einer glatten Epidermis bedeckt ist; die Mündungen sind gross, 
etwa eine Linie tief, liegen meist auf einer flachen Erhöhung und sind nicht von Furchen umgeben; das 
Gewebe ist oben etwas strahlig und besteht an den Seiten aus feinen, unregelmässigen Poren. Später habe 
ich ein Exemplar gesehen, dessen unterer Theil von einem Epithek überzogen war. 

Hils bei Berklingen. 


3. L. mamillaris, n. sp. Tab. I. Fig. 14. 

Die Oberfläche ist von einer Menge kleiner Halbkugeln bedeckt, zwischen welchen ein glattes, fein 
runzeliges Epithek die Halbkugeln bis in die Nähe des mit einer Mündung versehenen .Scheitels bedeckt. 
Ein später mir zu Gesicht gekommenes Exemplar ist unten niedrig napfförmig und überall von einem dicken 
Fpithek bedeckt. 

Hils bei Berklingen. 


4. L. monilifera. Scyphia R. O. 17.29. Tab. I. Fig. 5; Tab. II. Fig. 5. 
Kurze keulenförmige Schwämme sind durch Dichotomiren entstanden und werden unten büschelförmig 
durch ein runzeliges Epithek zusammengehalten; auf dem niedergedrückten Scheitel liegt eine kleine runde, 


nicht tiefe Mündung. Die freie Aussenseite zeigt kleine rundliche Poren, deren Zwischenräume perlschnurförmig 
erscheinen; sind die Knötchen abgerieben, so zeigt jede Pore einen eigenen Rand. 
Hils bei Schöppenstedt, Schandelahe und Berklingen. 


Epitheles, de Frmtl. 


Einfach, birnförmig, etwas sestielt, von der Basis bis über die Hälfte der Höhe mit starkem Epithek 
bedeckt; der obere Theil ist stark porös und zeist am Scheitel eine flache Mündung, von welcher bisweilen 
Furchen ausstrahlen. 


1. E. capitata, n. sp. Tab. XV. Fig. 2. 

Dick birnförmig, oben stark niedergedrückt und mit grosser, flacher, concaver, scharfrandiger Mündung 
versehen; der obere poröse Theil ist niedrig halbkugelförmig und springt sein abgerundeter unterer, radial 
schwach gefurchter Rand stark vor; der übrige Schwamm ist von einem glatten, flach runzeligen Epithek 
überzogen. 

Obere Cuvieri-Kreide von Sötz. 


2. E. eclavata,n. sp. Tab. II. Fie. 6. 

Kurz keulenförmig, bis über die Mitte hinauf von einem runzeligen, übrigens glatten Epithek bedeckt; 
der Scheitel zeigt ein ziemlich grobes, kurz wurmförmiges Gewebe und in der Mitte eine kleine Mündung, 
deren Tiefe ihren Durchmesser nicht übertrifft. 

Hils bei Berklingen. 


3. E. infundibuliformis, Scyphia Goldf. 5. 2. 
Becher-, birn-, eiförmig, oft mehrere Zoll gross, diekwandig, mit weiter Scheitelvertiefung; das Gewebe 
ist grob wurmförmig und unten von einem dünnen Epithek bedeckt gewesen. 
Tourtia bei Essen. 


4. E. multiformis, n. sp. Tab. XIV. Fig. 2. 
Becher- oder trichterförmig, oft schief und unregelmässig gerandet, ziemlich dickwandig; aussen fein 
wurmförmiges Gewebe mit einzelnen grösseren Poren; innen äusserst feine, gleichgrosse runde Poren, mit 
meist engeren, glatten Zwischenräumen. 


Kam nicht selten in der Tourtia bei Essen vor und ist vielleicht identisch mit dem Tragos rugosum 
Goldf. 5. 4. 


Epeudea, de Frmtl. 


Schwamm einfach, gestielt, fast röhrenförmig; die Röhre reicht bis zur Basis; die Aussenfläche mit 
oberflächlichen Mündungen, zwischen welchen ein starkes Epithek liest; am Scheitel sieht man ein stark 
poröses Gewebe. 


1. E.? nodosa, n. sp. ‘Tab. XIV. Fig. 3. 
Der Schwanm ist walzenförmig, einige Male eingeschnürt, dadurch perlschnurartig, schwach gebogen 
und allmählig dicker werdend; er zeigt zahlreiche vorragende Mündungen und ist übrigens von einem 


224) age u 


glatten Epithek bedeckt. Am Scheitel sieht man ein ziemlich grobes wurmförmiges Gewebe und eine nicht 


sehr erosse Mittelröhre. 
Hat sich in der Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Steinlah sefunden. 


Polyendostoma,n. gen. 


Mehrere Individuen von Endostoma sind verwachsen und von einem gemeinschaftlichen Epithek 
umgeben. 

1. P. sociale, n. sp. Tab. XIV. Fig. 4. 

Drei bis fünf kurz walzenförmige Individuen sind fast ganz mit einander verwachsen; junge Exemplare 
zeigen bisweilen in der Mitte ein trichterförmig vertieftes Individuum, um welches vier andere herumstehen 
und den Rand des Trichters bilden. 

Tourtia bei Essen. 

2. P. furcatum. Scyphia Goldf. 2. 6. Tab. XIV. Fig. 5. 

Die walzenförmigen Stämme sind vielfach dichotom; im Gewebe liegen keine grösseren Poren; die 
Scheitelröhre ist. sehr eng. 

Tourtia bei Essen. 


3. P. pyriforme, R. Tab. 1. Fig. 3. 

Der Schwamm besteht aus birnförmigen Individuen, welche unten (zu zweien) verwachsen sind; in 
der Mitte sind sie am dicksten; der Scheitel ist verdünnt; die grosse Röhre zeigt innen dieselben Mündungen, 
wie die erste Art, nur scheinen sie in abwechselnden Längsreihen zu liegen. Das Gewebe der Oberfläche 
ist ziemlich grob, an der verengten Basis von einem Epithek überzogen. Ich habe erst später mich überzeugt, 
dass diese Form nicht zu Syphonocoelia gehört. 

Hils bei Berklngen und Schandelahe. 


= 


Endostoma, n. gen. 


Die Schwämme sind einfach, walzenförmig, unten mit einem Epithek, am Scheitel mit einer tiefen, 
indessen nicht bis zur Basis reichenden Röhre versehen, auf deren innerer Wand grosse runde Mündungen in 
Längsreihen liegen, die horizontal bis in die Mitte der Wand reichen. Das äussere Gewebe ist fein 
wurmförmig und liegen in ihm bisweilen kleine, sternförmige Poren. 


1. E. foraminosum. Scyphia Goldf. 31. 4. Tab. XIV. Fie. 6. 
. Zeichnet sich durch die weite Scheitelvertiefung aus; das Epithek habe ich nur dicht an der Basis 
beobachtet. 

Tourtia bei Essen. 

2. E. tetragonum. Scyphia Goldf. 2.2. Tab. XIV. Fig. 7. 

Ich gebe von dieser Art noch zwei Abbildungen, die mir charakteristischer zu sein scheinen, als die 
bei Goldfuss. Die Scheitelröhre ist scharfkantig, ziemlich eng und mit zahlreichen Mündungen versehen. 

Tourtia bei Essen. 


== 40 — 


Tremospongia, dOrb. 


Meist kugelige, gerundete Massen, mit poröser, dichter Oberfläche; die Mündungen stehen auf dem 
oberen Theile selten einzeln, gewöhnlich sind sie an bestimmten Stellen dieht gedrängt. Der untere Theil 
des Schwammes ist von einem starken Epithek bedeckt. 


1. T. grandis, n. sp. Tab. XV. Fig. 3. 

Vollkommnere Exemplare sind eirund, gestielt, fast bis zur Spitze von einem runzeligen , bisweilen 
dornigen Epithek bedeckt; auf dem Scheitel liegt eine flache Vertiefung mit zahlreichen, gedrängten, flachen, 
(nicht wie bei Jerea in senkrechte Röhren fortsetzenden) Mündungen. Die wenig sichtbare, epithekfreie 
Oberfläche ist von grösseren, unregelmässigen und dazwischenliegenden feineren Poren bedeckt. 

Hat grosse Neigung zu Missbildungen; verkleinert abgebildet ist (b) ein Exemplar, welches sich 
oben theilt und bis zum Scheitel von Fpithek bedeckt ist; andere treiben aus dem Scheitel einen dünnen, 
mehrere Zoll langen Stiel, aus dem sich wieder ein eiförmiges Individuum entwickelt. 

Kommt in der Cuvieri-Kreide bei Immenrode, Haverlah, Ierstedt und in der Quadraten-Kreide bei 
Suderode vor. 


2. T. dilatata, n. sp. Tab. I. Fig. 24. 

Der Schwamm ist niedrig kegelföürmig, von vorn nach hinten stark zusammengedrückt, unten mit 
einem concentrisch stark gerunzelten Epithek bedeckt, oben gewölbt, mit mehreren runden, nicht sternförmigen 
Poren. 

Hils bei Berklingen. 


3. T. pulvinaria. Manon Goldf. 29.7. Lymnorea sphaerica Michn. 52.16. Tab. XIV. Fig. 8. 
Ich habe ein klemes Exemplar abgebildet, um das Epithek zu zeigen; wird faustgross; das 
wurmförmige Gewebe auf dem Scheitel zeist einzelne grössere Poren und liegen hier und dort drei bis fünf 
grössere Mündungen dicht beisammen. 
Tourtia bei Essen. 


4. T. ternata. Siphonia Reuss 17. 1, 3. 

Drei eirunde, am Scheitel eingedrückte, 18‘ dicke Individuen sind bis auf das obere Drittheil eng 
verwachsen und bilden etwa 3“ dicke, eben so hohe Knollen, die unten von einem glatten, meist zerstörten 
Epithek bedeckt gewesen sind. Von der Scheitelmündung strahlen einzelne dichotome Furchen an den Seiten 
herab und bemerkt man deren ansteigende auch an der breit aufgewachsenen Basis. Die ganze Oberfläche 
ist von runden, 1“ von einander entfernten Mündungen bedeckt; auch im Grunde der Scheitelvertiefung 
liegen deren und senden Röhren senkrecht, aber nicht bis zur Basis hinab. 

Cuvieri-Kreide bei Bilin und Quedlinburg. 


Actinospongia, d’Orb. 


Vielgestaltig, zusammengesetzt, oft aus warzenförmigen Individuen zu einem Knollen zusammen- 
gewachsen, welche unten von einem Epithek überzogen sind. Die sternförmigen Furchen der oberen Fläche 
strahlen von keiner Mündung aus; die Gattung unterscheidet sich hierdurch von Stellispongia. 


Sa — 


1. A.stellata. Tragos Goldf. 30.2. Tab. XIV. Fie. 9. 
Ich habe ein junges Exemplar abgebildet, nur um das Epithek zu zeigen. 
. Tourtia bei Essen. 


2. A. acuta. Cnemidium Reuss 16. 9, 10. 

Ein zollgrosses, niedrig, aber spitz kegelförmiges, mit breiter, inerustirter Basis aufgewachsenes, später 
freies Individuum, an dessen Grunde, rechtwinkelig gegen seine Achse, oft kleinere damit innig verwachsen 
sind; vom Scheitel strahlen 10—12 feine, scharfe, wiederholt dichotome, die ganze Oberfläche gleichmässig 
bedeckende Furchen aus. 

Cuvieri-Kreide der Schillinge bei Bilin. 


Enaulofungia, de Frmtl. 


Schwamm einfach, kugelförmig, etwas gestielt, oben mit einer schwachen Vertiefung, von welcher 
bisweilen dichotome Furchen sternförmig auslaufen. Unten ein Epithek. 


1. E. pisiformis. Tragos Goldf. 30. 1. Tab. XIV. Fig. 10. 
Bei den kugeligen Exemplaren hat das Epithek nur die untere Fläche bedeckt. 
Tourtia bei Essen. 


2. E. depressa,n. sp. Tab. I. Fig. 25. Tab. I. Fig. 4. 
Der Schwamm ist ei- oder kreisrund, flach gewölbt, unten eben, und aus einem kurz wurmförmigen 
Gewebe gebildet, in welchem oben einige tiefe, gebogene Furchen vom Scheitel ausstrahlen. 
Hils bei Berklingen. 


3. E. tesselata,n. sp. Tab. XIV. Fig. 11. 
Eirund, halbkugelförmig gewölbt, unten hohl und uneben. Vom Scheitel strahlen zahlreiche, zum 
Theil dichotome, scharfe Furchen aus, zwischen welchen zahlreiche dicke, würfelförmige, hohe Höcker liegen. 
Das äusserst feine, wurmförmige Gewebe ist nur mit einer starken Lupe zu erkennen. 
Quadratenmergel des Sudmerberges. 


Leiospongia, d’Orb. 


Die obere Fläche der zusammengesetzten Schwämme ist porös, ohne Mündungen und ohne stern- 
förmige Furchen; die untere ist von einem runzeligen Epithek bedeckt. 


ar dupya-ınespr „Rab Eie726: 
Der Schwamm ist kugelig oder eirund, halbkugelig und etwas niedergedrückt; die obere Fläche ist 
fein porös; die untere zeigt concentrische Runzeln, aber nur Spuren des Epitheks. 
Hils bei Berklingen. 


2. L? deformis. Tragos Goldf. 5.3. T. Achilleum muricatum. Goldf. 21.3. Tab. XIV. Fig. 12. 
Vielgestaltig, oben spitz warzenförmige Ausbreitungen oder keulenförmige, kurz ästige Massen; an 
den Enden bisweilen mit unregelmässigen Mündungen. Die Oberfläche zeigt unregelmässige, rundliche 


Paläontographica, Bd, XIII, 1. 6 


_ 42 eo, 


Mündungen mit schmäleren, porösen Zwischenräumen. Bei den grösseren Ausbreitungen sieht man das Epithek 
nur auf der unteren Fläche. 
Tourtia bei Essen. 


8. L. laevigata, n. sp. Tab. XIV. Fig. 13. 

Der Schwamm ist keulenförmig, oben abgerundet und bis auf zwei oder drei kleine runde Stellen 
gänzlich von einem sehr dünnen, ganz glatten, nicht runzeligen Epithek bedeckt, welches unten wohl wurzel- 
artige Falten bildet; das innere Gewebe ist wurmförmig, kieselig; die Mündungen liegen in der Nähe des 
Scheitels und sind nicht deutlich umrandet; auch sie zeigen ein gleichartiges, wurmförmiges, knotiges Gewebe. 

Findet sich in der Cuvieri-Kreide bei Dörnten und Vienenburg. 


V. Familie: Chenendoporidea. 


Schwämme, deren wurmartiges, gewöhnlich in Salzsäure ganz lösliches Gewebe auf einer oder beiden 
Seiten zu einer dichten, nicht porösen Oberfläche verwachsen ist, aus welcher ring- oder kurz röhrenförmige, 
tlach concave Mündungen hervorstehen. 
Chenendopora; trichter-, napf-, ohr- oder halbkreisförmig; keine Seite mit anostomosirenden 
wurmförmigen Fasern. 
Verrucospongia; wie Chenendopora, aber nicht deren Form. 
Elasmostoma; ohrförmig, halbkreisrund, dünn, einerseits mit anastomosirenden, dicken, wurm- 
förmigen Fasern. 


Chenendopora, Lamx. 
l ) 


Die Schwämme sind trichter-, napf-, ohr- oder halbkreisförmig, zeigen nur am Rande und im Durch- 
schnitte das wurmförmige, meist feinfaserige Gewebe und an der übrigen Oberfläche eine dichte, bisweilen 
gefurchte Oberhaut, aus welcher kleine Ringe oder kurze Röhren hervorstehen, welche oben concav sind, 
aber keine Verbindung mit dem Inneren zeigen, vielmehr im Grunde durch eine glatte Haut geschlossen 
werden. { 


A. Becher- oder trichterförmie: 


1. Ch. marginata. Spongia Phill. 1. 5. Michn. 28. 7. 

Trichterförmig, oben stark vertieft, oft mit verdicktem Rande; die Scheitelvertiefung zeigt zahlreiche, 
grössere, warzenförmige Mündungen, deren Zwischenräume radial runzelig sind; der Rand ist frei von 
ihnen; die äussere Seite ist fein porös oder zeigt kleinere, bisweilen auch warzenförmige Mündungen. 

Quadraten-Kreide des Sudmerberges und bei Peine. 


2. Ch. mierommata. Manon. R. Kr. 1. 4. 
Fast walzenförmige, dickwandige Röhren, innen mit dichtgedrängten, warzenförmigen Mündungen. 
Wie vorige Art. 


eh 43 = 


3. Ch. seriatopora. Manon R. Kr. 1. 6. 
Wie Ch. marginata; die Warzen stehen aber meist in kurzen, horizontalen Reihen und haben glatte 
Zwischenräume. 
Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 


4. Ch.? multiformis, n. sp. -Tab. I. Fig. 13. Tab. II. Fig. 2. 
& Napfförmig, dann mit breiter Basis aufgewachsen, oder ohr- oder fast kreisförmig, am dieken Rande 
oft gefurcht, auf beiden Seiten mit rundlichen Poren versehen, welche aber nicht so regelmässig in Längs- 
reihen stehen, wie die ersteren Figuren es zeigen; das Gewebe zwischen ihnen ist wurmförmie und noch viel 
feiner als z. B. bei Elasmostoma acutimargo. 
Ich halte diese in vielen Exemplaren vorliegende Form vorläufig für eine Chenendopora mit zerstörter 
äusserster Gewebeschicht. 


Häufig im Hils bei Berklingen und Schöppenstedt. 


5. Ch. erassa, n. sp. Tab. XVI. Fig. 1. 
Schief kreiselförmig, äusserst dickwandig, mit abgerundetem Rande, innen und auf dem Rande mit 
kleinen, auf der Aussenwand mit noch kleineren und noch dichter gedrängten Warzen; scheint nicht ange- 
wachsen gewesen zu sein. 


Cuvieri-Kreide am Kahnstein. 


6. Ch.? Sackii. Scyphia Goldf. 31.7. 

Fast walzenförmig, mit 2“ weiter Scheitelvertiefung, überall von 2 langen, ovalen Mündungen 
bedeckt, welche in horizontalen und in Längsreihen stehen und breitere Zwischenräume haben. D’Orbigny 
rechnet diese Art wahrscheinlich mit Unrecht hieher; ich habe sie noch nicht gesehen. ; 

Tourtia bei Essen. 


B. Ohrförmig: 


7. Ch. aurita, n. sp. Manon Phillipsii Rss. 19. 7—9. Tab. XVI. Fig. 2. 
Napf- oder tutenförmig, vorn aufgeschnitten, dick gestielt, zwischen Stiel und Aussenwand oft mit 
einem seitlichen Ohre versehen; auf der Innenseite einzelne Mündungen, deren Rand etwas vorsteht; auf der 
Aussenseite dicht gedrängt kleine Poren. Der dieke Rand ist namentlich nach aussen hin radial gefurcht. 


Quadraten-Kreide an der Ihme bei Hannover und am Sudmerberge. 


8. Ch. miliaris. Manon Rss. 19, 10—13. 
Ohrförmig, bis 6“ breit, ach concav, ohne verdickten Rand; Warzen der Aussenseite doppelt grösser, 
einzelner und vorstehender, als die der Innenseite. 
Quadraten-Kreide der Schillinge bei Bilin und des Sudmerberges. 


9. Ch. tenuis. Manon R. Kr. 1.7. Tab. XV. Fig. 4. 
Der Schwamm ist sehr vielgestaltig; kreisförmig, ohrförmig, tutenförmig, unregelmässig napfförmig u.s.w. 
immer ist er dünnwandig, Fig. a z. B. keinen Millimeter dick und auf der oberen Fläche mit kleinen, öfters 


in Reihen stehenden, durchbohrten Warzen bedeckt; auf der unteren Fläche sind diese Warzen sehr viel 
6* 


a? AR nee 


kleiner und stehen sehr viel dichter (Fig. b); auf beiden Flächen sind sie bisweilen abgerieben und dann 
durch einfache Poren ersetzt. 

Bei V. miliaris Rss. sind die Poren der unteren Fläche die grösseren. 

Kommt in der Cuvieri-Kreide bei Salzgitter, am Osterkopfe bei Gr.-Döhren und im Scaphitenmergel 
bei Heiningen vor. 


10. Ch. explanata. R. Tab. XIV. Fig. 3. 

Das vorliegende Exemplar bildet ein Viertheil eines Kreises, ist ganz flach, nur am Centrum etwas 
niedergebogen und bei sieben Zoll Breite überall, auch an dem ziemlich scharfkantigen, gegen beide Flächen 
rechtwinkelig angesetzten Rande, sechs Linien dick. Die obere Fläche ist von zahlreichen, schwachen, 
ceoncentrischen Runzeln und überall von ganz kleinen Warzen (b) bedeckt, welche bisweilen zu mehreren in 
einer Reihe stehen. Der Rand zeigt (c) deutliche, parallele Längsfasern, welche durch einige transversale 
verbunden werden; auf der unteren Fläche ist ein ähnliches Gewebe weniger sichtbar. Ch. miliaris Reuss 
hat einen abgerundeten Rand und auf beiden Flächen Warzen, auf der äusseren grössere. 

Kommt in der Mukronaten-Kreide bei Ahlten vor. 


11. Ch. acutimargo, n. sp. Tab. I. Fig. 23. 

Bildet wahrscheinlich. halbkreisrunde oder ohrförmige, horizontal angewachsene Ausbreitungen, deren 
abgerundeter Rand aussen nach unten durch eine scharfe Kante begränzt ist; die obere Fläche zeigt ein 
kurz wurmförmiges, aber ganz dichtes Gewebe, während die untere Seite grössere Poren mit schmalen 
Scheidewänden trägt. 

Hils bei Berklingen. 


Verrucospongia, d’Orb. 


Vielgestaltig, kegel-, blatt-, platten-, baumförmig, übrigens wie Chenendopora. 

Nach d’Orbigny hat Chenendopora die röhrenförmigen Mündungen nur auf der oberen, inneren Fläche; 
seine Gattung Forospongia auch auf der unteren; häufig sieht man aber auf der unteren nur runde Poren, 
die sich zu ringförmig hervorragenden Mündungen entwickeln. Es bleibt daher nichts ührig, als die 
Gattungen Chenendopora und Verrucospongia nach der äusseren Form zu trennen; letztere soll, nach 
d’Orbigny, ein gröberes Gewebe haben, als erstere, ich finde aber auch dieses Kennzeichen nicht bestätigt. 


1. V. turbinata. Manon R. Kr. 1. 5. 
Verkehrt kegelförmig, bis 3 Zoll lang, oben abgestutzt, flach gewölbt oder eben und mit grösseren 
Mündungen versehen, als an der Aussenseite. 
Quadraten -Kreide des Sudmerberges und bei Ilsenburg. Spongia osculifera Phillips, zu welcher 
Morris diese Art zieht, gehört, der Abbildung nach, zur ersten Abtheilung. 


2. V.sparsa. Manon Rss. 18. 12—20. 
Walzen- oder keulenförmig, bis 2 Zoll lang, überall einzeln von oft röhrenförmigen und eine Linie 
langen, vorstehenden Mündungen besetzt. 
(uadraten-Kreide der Schillinge bei Bilin und des Sudmerberges; ein 3 Zoll dickes Exemplar aus 
der Cuvieri-Kreide von Sehlde. 


RN 


3. V. macrommata. R. Tab. XVIL Fig. 4. 

Unregelmässige, zolldicke Platten mit abgerundetem Rande, aus kurzen, dicken, knotigen Fasern 
gebildet, die aber nur am Rande sichtbar sind; die übrige Oberfläche ist fein körnig, aber selten zu beobachten, 
da sie fast ganz von Mündungen bedeckt ist; auf der unteren Seite sind diese gleichartig (b) und bisweilen 
abgerieben (e); auf der oberen liexen doppelt so grosse, mit fein gekerbtem Rande versehene dazwischen. 

Mukronaten-Kreide bei Ahlten. 


4. V. damaecornis, n. sp. Tab. XV. Fig. 5. 

Der Schwamm ist aufrecht, lJappig, dünn, zerschlitzt mit abgestutzten Loben, seltener rund, verästelt, 
bisweilen mit wieder verwachsenen Aesten. Auf der einen Seite trägt der Stamm grössere, unregelmässig 
oder in kürzeren Reihen beisammenstehende, durchbohrte Warzen; auf der anderen Seite sind diese viel zahl- 
reicher und kleiner; auf der Gränze zwischen beiden fehlen sie ganz. 

Kommt in der Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter vor. 


Elasmostoma, de Frmtl. 


Die Schwämme sind nieren-, halbkreis- oder unregelmässig napfförmig, einerseits angewachsen, 
dünnwandig, auf der ganzen einen Seite und am Rande kurz- und krummfaserig, während auf der anderen die 
Fasern zu einer dichten, nicht porösen, wohl fein rissigen oder körnigen Haut verwachsen sind, aus welcher 
runde, oft röhrenförmige, vierseitige oder gelappte, dann dünnrandige Mündungen hervorstehen. Der Charakter 
liegt hauptsächlich darin, dass die eine, von einer scharfen Kante begränzte Fläche zu keiner Haut verwächst 
und keine Neigung zu der Röhren- oder Rinebildung zeigt. 


1. E. acutimargo. Tragos R. 17. 26. Tab. I. Fig. 21. 

Fast kreisrund oder nierenförmig, halbtrichterförmig, unten angewachsen ; aussen concentrisch runzelig 
und bisweilen höckerig, grobfaserig; der oben abgerundete Rand ist aussen nach unten scharfkantig; die 
obere Fläche ist glatt, fein rissig und mit unregelmässigen, runden, nieren-, halbkreisförmigen oder mehr- 
lappigen Poren besetzt, welche von einem schmalen Rande umgeben sind. 

Hils bei Berklingen, Schandelahe und Schöppenstedt. E. frondescens de Fromentel von Germigney 


ist offenbar identisch. 


2. E. cupula, n. sp. Tab. 1. Fig. 22. 
Der kleine Schwamm ist napfförmig, mit breiter Basis aufgewachsen gewesen; die innere Fläche ist 
fein punktirt; die äussere trägt kleine dreieckige, herzförmige, unregelmässige Mündungen mit glatten 


Zwischenräumen. 
Hils bei Berklingen. 


2 


3. E. Normanianum. Cupulospongia d’Orb. Spongia Peziza Michn. 36.3. Tab. XVI. Fig. 6. 
Sieht dem E. acutimargo zum Verwechseln ähnlich und habe ich Unterschiede nur darin gefunden, 
dass das Gewebe des E. Noramnianum am Rande viel feiner und die Epidermis zwischen den Mündungen 
diehter runzelig und mit einzelnen tieferen Punkten versehen, wenn auch nicht durchbohrt ist. 
Tourtia bei Essen. 


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4. E. consobrinum, d’Orb.? Tab. XVL Fig. 7. 

Napfförmig, aber vorn ausgeschnitten oder halbkreisförmig und seitlich angewachsen; der Rand innen 
durch eine schwache Furche begränzt und äusserst fein porös; die innere Fläche von sehr feinen, ästigen, 
federartigen Fasern (d) gebildet, welche tiefe, unregelmässige Mündungen bilden; die Aussenseite nicht glatt, 
sondern gekörnelt, aber ohne Poren und mit runden Mündungen mit fast gleich breiten, gekörnelten (f) 
Zwischenräumen; ihr Rand steht nicht immer (e) hervor, wie dies auch bei manchen Formen von Chenendopora 
der Fall ist. 

Tourtia bei Essen. Ist von Goldfuss ohne Zweifel auch als Manon Peziza angesehen. 


5. E. Peziza. Manon Goldf. 5. 1. n. sp. Tab. XV. Fie. 8. 

Napfförmig, ohrförmig oder halbkreisrund ausgebreitet, einerseits horizontal angewachsen; innen 
ohne Lupe nicht erkennbares Gewebe, welches am gerundeten Rande deutlicher wird; auf der gewölbten 
Seite sind die Fasern zu einer glatten, nicht porösen Haut verwachsen und ragen aus dieser sehr kleine, 
durchbohrte Warzen hervor, die am Rande von wurmförmigem Gewebe umgeben werden; bei E. cupula ist 
das Gewebe im Grunde der inneren Seite von derselben Art wie am Rande; es besteht aus runden oder 
ovalen Poren mit gleichbreiten glatten, Zwischenräumen. 

Quadraten-Mergel von Gehrden. 


VI. Familie: Sparsispongidea. 


Eine bunte Familie, deren Glieder nicht die eigenthümliche Struktur der vorhergehenden haben; 
aber, ausser Poren, auch noch eigenthümliche Mündungen besitzen, die aber immer nur oberflächlich sind. 
Ihre äussere Gestalt ist becher-, walzen-, warzenförmig, knollig u. s. w., und stehen die Mündungen einzeln 
oder unregelmässig gruppirt, oder an einzelnen Stellen zusammengedrängt; das die Mündungen umgebende 
Gewebe ist wurmförmig. 

Monotheles; walzen- oder birnförmig, am Scheitel mit einer flach vertieften Mündung. 

Distheles; mehrere Monotheles-Individuen sind verwachsen. 

Oculospongia; massig, gerundet; einzelne schwach gerandete Mündungen. 

Stellispongia; kugelig, ausgebreitet oder baumartig, mit sternförmigen Mündungen. 


Monotheles, de Frmtl. 


L Einfach, birnförmig, etwas gestielt, ohne Epithek, regelmässig porös und am Scheitel mit einer 
sternförmigen oder einfachen, wenig vertieften Mündung versehen. 


1. M. odontostoma. Scyphia Rss. 45. 4, 5. 
Keulen- bis walzenförmig, bis 4 lang, auf dem gerundeten Scheitel mit einer Mündung, von welcher 
6—10 grobe, kurze Furchen ausstrahlen; das Gewebe ist grob wurmförmig und zeigt grössere und kleinere 
Poren. 
Quadraten-Kreide von Meronitz in Böhmen. 


SE Aal: 2 


2. M. punctata, n. sp. Tab. I, Fig. 17. 

Der birnförmige Schwamm ist oben etwas niedergedrückt und zeigt hier in der Mitte eine kleine 
Mündung, etwa eine Linie breit und eben so tief; umgeben wird sie von kurzen, lancettlichen, glatten Furchen. 
Die übrige Oberfläche zeigt ein feinkörniges oder kurz wurmförmiges Gewebe, in welchem hier und dort 
kleine, flache, etwas sternförmige Vertiefungen liegen. 

Findet sich in Hilsconglomeraten bei Schöppenstedt. 


Distheles, de Frmtl. 
' Mehrere, oft drei Individuen von Monotheles sind anfangs oder bis oben hin verwachsen. 


1. D. excavata,n.sp. Tab.1I. Fig. 19. 

Die einzelnen Stämme sind fast bis zum Scheitel verwachsen; oben sind sie etwas verdickt und auf 
dem Scheitel mit einer flachen Vertiefung versehen, in deren Mitte die runde, wenig vertiefte Mündung liegt ; 
die Oberfläche ist äusserst fein punktirt. 

Hils bei Berklingen. Bei der von de Fromentel abgebildeten D. depressa sind die einzelnen Stämme 
bis zur Hälfte frei und haben einen ganz flachen, scharfrandigen Scheitel. 


22 Deeomterta, n. sp. Tab: XV1. Fig. 9. 
Die kurzen, walzenförmigen, dichotomen Stämme sind oben etwas verdickt, flach niedergedrückt, am 
Rande schwach gefurcht und mit flacher Mündung versehen. Das wurmförmige Gewebe ist fein und dicht. 
Varians-Cenoman des Kahnsteines. 
3. D.? trisona,n. sp. Tab. XV. Fig. 10. 
Ein dreiseitiges Prisma, mit stumpf abgerundeten knotisen Rändern; jeder Knoten mit einer flachen 
Mündung versehen. Das dichte Gewebe zeigt einige grössere, runde Poren. 
Turon am Langenberge bei Westerhausen unweit Quedlinburg. 


4. D.? articulata, n. s. Tab. XVL Fig. 11. 

Der Stamm ist walzenförmig, ästig, mit abstehenden Zweigen, unten perlschnurförmig verdickt und 
auf der Mitte der Verdickung, abwechselnd auf der vorderen und hinteren Seite, mit einer runden, wenig ver- 
tieften Mündung versehen; das Gewebe ist fein und gitterförmig. 

Varians-Cenoman des Kahnsteines. 


Oculispongia, d’Orb. 


Massig, abgerundete Form; Gewebe porös und an der Oberfläche verwachsen; darin liegen einzelne 
runde, schwach gerandete Mündungen zerstreut. 


1. Ö.neocomiensis, de Fromentel. Tab. I. Fig. 15. 

Der dicke Ueberzüge bildende Schwamm hat auf der oberen Fläche ein grobes, glattfaseriges Gewebe, 
in welchem die grossen runden Mündungen ohne Ordnung liegen; ihre Grösse scheint etwas zu variiren. 
Scheint genau mit der von de Fromentel in seiner Introduction abgebildeten Form übereinzustimmen. 

Hils bei Berklingen. 


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2. 0.? Janus, n. sp. Tab. XV. Fig. 12. 

Unregelmässig viereckig, mit abgerundeten dieken Kanten und Ecken; unten kurz und breit gestielt, 
oben flach, stellenweise etwas concav und in der Mitte mit zahlreichen kleinen, runden, flachen Mündungen 
versehen, deren breitere Zwischenräume fein gekörnt sind; auf der unteren Seite sieht man zahlreiche (12), 
bis 6 Linien grosse, ziemlich scharfkantige Vertiefungen, von welchen zahlreiche Furchen ausstrahlen, die 
sich über den Rand bis an die mit Mündungen versehene Stelle der oberen Fläche fortsetzen. 

Ob diese Form in einem näheren Verhältnisse zu der abgebildeten Stellispongia impressa steht, muss 
ich dahin gestellt sein lassen; das vorliegende Exemplar der letzteren zeigt aber keine Spur der kleinen 
Mündungen und die grossen Gruben auf beiden Flächen. 

Beide finden sich in der Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 


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3. O. macropora, n. sp. Tab. XVL Fig. 13. 

Rundliche oder niedergedrückte, bis faustgrosse Knollen mit unebener Oberfläche, unten breit aufge- 
wachsen; die Oberfläche zeigt ein ziemlich grobes Gewebe mit unregelmässig eckigen Maschen, deren schmale 
Scheidewände fein punktirt erscheinen; in jenem Gewebe liegen unregelmässig die runden, scharfrandigen 
Mündungen. 

Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 


4. OÖ. polymorpha,n. sp. Tab. I. Fig. 16; Tab. II. Fig. 9. 

Der Schwamm ist dünnwandig und verschiedentlich gebogen; der eine abgebildete fast wie eine 
Guettardia, während der andere eine walzenförmige Form angenommen hat. Die Poren sind klein und unregel- 
mässig gestellt und sitzen bald auf der äusseren, bald auf der inneren Fläche; das Gewebe zwischen ihnen 
zeigt eime Längsrichtung und besteht aus kurzen, punktirten Furchen und ebenso die untere, fast glatt 
erscheinende Fläche. 

Hils bei Berklingen und bei Gr.-Vahlberg. 


Stellispongia, d’Orb. 


Kugelig, ausgebreitet oder baumförmig; auf der porösen Oberfläche einzelne schwach vertiefte Mün- 
dungen, von welchen Furchen ausstrahlen. 
Diese Gattung ist. schon im Silur durch Astylospongia stellatosulcata F. Roemer vertreten. 


1. St. subglobosa, n. sp. Tab. I. Fig. 20. 

Der Schwamm ist fast kugelförmig, unten zugespitzt und concentrisch gerunzelt; die obere halbkugel- 
förmige Fläche zeigt kleine Mündungen, von denen kurze, ziemlich tiefe Furchen auslaufen; die Zwischen- 
räume sind dicht punktirt. 

Hils bei Berklingen. 


2. St. stellata. Manon Goldf. 1. 8. 

Ausgebreitete, einige Zoll grosse Blätter, welche einerseits von liniengrossen, unregelmässigen, in 
einander übergehenden Sternen bedeckt werden und auf der anderen Seite ein dichtes, wurmförmiges Gewebe 
zeigen. i 

Tourtia bei Essen. 


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3. St. Reussii. Geinitz. Cnemidium stellatum. Rss. 16. 1. 


Knollig, mit unebener Oberfläche; auf deren Erhöhungen liegen etwa 5“ von einander entfernt, fast 
liniengrosse, flache Mündungen, von denen zahlreiche, sich vielfach spaltende, mit einander anastomosirende, 
starke Furchen mit gleichbreiten Zwischenräumen ausstrahlen und die ganze Oberfläche bedecken. 

Quadraten-Kreide der Schillinge bei Bilin. 


4. St? eylindrica. Siphonia R. Kr. 2, 1. 
Walzenförmig, zolldick, bis 8 Zoll lang, unten plötzlich verdünnt, aussen mit vereinzelten Sternen. 
Guvieri-Kreide bei Steckelnburg unweit Quedlinburg. 


5. St? conica. Cnemidium R. Kr. 1. 10. 
Kegelförmig, zollhoch, oben abgestutzt und etwas vertieft, überall von ausstrahlenden, oft verzweigten 
Furchen und rundlichen Mündungen bedeckt. 
Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 


6. St. grandis, n. sp. Tab. XVII. Fig. 1. 

Niedrig kegelförmig, von oben gesehen oval, und oben eine flache Ebene, auf welcher in den beiden 
Brenupunkten zwei sechs Linien grosse, kaum zwei Linien tiefe Mündungen liegen, von deren erhöhtem 
Rande aus zahlreiche, oft diehotome Furchen bis zum Rande laufen; die untere Seite ist höckerig und runzelig, 
unten breit aufgewachsen gewesen. Das äussere Gewebe besteht aus kurzen, dieken, vielfach zu runden 
Poren gebogenen Fäden. 

Quadraten-Mergel des Sudmerberges. 


7. St. impressa, n. sp. Tab. XV. Fig. 2. 

Die kugeligen oder kegelförmigen, schmal aufgewachsenen Schwämme zeigen wie mit dem Finger 
eingedrückte, grosse Vertiefungen, von deren abgerundeten Rändern schmale, im Innern nicht poröse, oft 
dichotome .Furchen ausstrahlen; die übrige Oberfläche ist sehr fein porös. 

Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 


8. St. hemisphaerica, n. sp. Tab. XVI. Fig. 3. 

Das vorliegende Exemplar ist mehr als halbkugelförmig, unten concav und concentrisch gefurcht; 
die besser erhaltene Oberfläche ist ziemlich eben und zeigt zahlreiche Mündungen, welche etwa 3 Linien weit 
von einander entfernt stehen und von kurzen, tiefen Furchen sternförmig umgeben werden; ist die äussere 
Schicht des Schwammes zerstört, so liegen die Mündungen in flachen Vertiefungen und werden durch ein 
rauhes, unebenes Gewebe von einander getrennt. 

Quadraten-Kreide des Sudmerberges. 


9. St. conglomerata, n. sp. Tab. XVL. Fig. 4. 
Stücke, wie das abgebildete, sind zu mehreren seitwärts verwachsen; sie sind rundlich, halbkugel- 
förmig oder oben etwas niedergedrückt und zeigen einzelne Mündungen, von denen lange, bisweilen recht 
tiefe und dichotome Furchen ausstrahlen. 


Kommt im unteren Pläner des Osterholzes bei Salzgitter vor. 
Paläontographica, Bd. XUL., 1. 


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10. ‘St. verrucosa, n. sp. Tab. XVII. Fig. 5. 

Das vorliegende Exemplar ist zusammengedrückt walzenförmig und von kleinen, warzenförmigen 
Erhöhungen bedeckt, welche in der Mitte eine kleine Mündung zeigen, von welcher zahlreiche, oft sehr lange 
und bisweilen dichotome, gebogene Furchen ausstrahlen. 

Kommt in der Quadraten-Kreide östlich von Sottmar, nach Gr. Biewende zu vor. 


VII. Familie: Amorphospongidea. 


Die hieher gehörenden Schwämme zeigen weder Röhren, noch Mündungen, noch Epithek , noch 
Epidermis, sondern nur Poren; das Gewebe ist meist wurmförmig, bisweilen aber auch gitterförmig; sie 
haben offenbar die einfachste Organisation. 


IÄE Cupulospongidea. 


Mehr oder weniger becherförmig. 
Cupulospongia. 


B. Thalamospongidea. 


Anastomosirende, blattartige Massen. 
Maeandrospongia; mäandrisch gewundene Blätter. 
Thalamospongia; an der Oberfläche bilden Längs- und Querleisten Fächer. 


. ; 
C. Amorphospongidea. 


Weder napf- noch blattförmig, sondern vielgestaltig. 
Asterospongia; zusammengesetzt, vielgestaltig, mit Sternen ohne Mündungen. 
Amorphospongia; vielgestaltig, ohne sternförmige Furchen. 


Gupulospongia, d’Orb. 
Form becher- oder ohrförmig, oder ähnlich. 


1. C. Mantellii. Scyphia Goldf. 65. 5. Tab. XVII. Fig. 6. 
Das verkleinert abgebildete, prachtvolle Exemplar vom Sudmerberge, oben 327=m im Durchmesser, 
verdankt die Bergschulsammlung der gütigen Mittheilung des Hrn. Pr.-Lieutenants R. Meier zu Goslar. 


2. C. marginata. Scyphia R. 2.7. Spongia capitata und Sp.plana und terebrata. Phil. 1.2, 10. 
Becher-, trichter- bis präsentirtellerförmig, dickwandig, mit ebenem oder flach concavem, beiderseits 
scharfkantigem, oft radical gefurchtem, horizontalem oder schrägem Rande; aussen oft schwach concentrisch 
runzelig. Das wurmförnige Gewebe zeigt bisweilen deutliche parallele Fasern, bald sind letztere so fein 
und dicht verfilzt, dass die Oberfläche fast dicht erscheint. 
Quadraten-Kreide an der Ihme bei Hannover und am Sudmerberge. 


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3. C. auriformis. Achilleum R. Kr. 1. 3. 
Halb trichter- oder ohrförmig, bis 2 Zoll breit, mit gerundetem, rissigem Rande und aus sehr feinen, 
schlanken Fasern gebildet. 
Quadraten-Kreide bei Peine und Ilsenburg. 


4. C. tenuipora, n. sp. Tab. I. Fig. 7. 

Becherförmig, mit Neigung zum Ohrförmigen, ziemlich dünnwandig, unten mit stumpfen Wurzeln 
versehen; das Gewebe ist sehr feinfaserig und haben die wurmförmig gebogenen Fasern nicht die Neigung 
zur Längsrichtung, wie bei C. marginata; undeutliche Mündungen, wie bei Cribrospongia dubia, fehlen. 

Hils bei Berklingen. Stimmt wahrscheinlich mit der von de Fromentel abgebildeten, aber nicht 
beschriebenen C. cupularis von Germigney überein. ; 


5. C. plicatilis, n. sp. Tab. I. Fig. 27; Tab. II. Fig. 8. 

Der Schwamm ist becherförmig, aber am dünnen Rande an fünf oder sechs Punkten stark einwärts 
gebogen; aussen ist er schwach concentrisch runzelig und fast glatt, indem das fein poröse Gewebe nur 
mit der Lupe zu erkennen ist. 

Hils bei Schöppenstedt. 


61 gigantea,n. sp. Tab. XVII. Fig. 1. 

Der riesige Schwamm ist niedrig kegelförmig, diekwandig und hat oben einen breiten, schräg nach 
aussen abfallenden Rand mit abgerundeten Kanten; in den groben Geweben sind kurze, knotige Längsfasern 
vorherrschend und laufen von jeder zu der benachbarten meist mehrere, sehr feine Nadeln, die namentlich 
bei der Behandlung mit Salzsäure als Kieselbildungen (b) hervortreten. 

Hat sich in der Quadraten-Kreide bei Suderode gefunden. 


7. C. tenuis,n. sp. Tab. XV. Eis. 7. 

Schwamm becher-, napf- oder ohrförmig, dünnwandig, der Rand oft gebogen, bisweilen mit Höckern 
besetzt. Die Aussen- und Innenfläche zeigen concentrische Runzeln. Das Gewebe zeigt sehr kleine, runde 
Poren mit etwas schmäleren Zwischenräumen. 

Hat sich in der Quadraten-Kreide an der Ihme bei Hannover gefunden. 


8. C. rimosa, n.sp. Tab. XVIL Fig. 8. 

Ohrförmig, dickwandig, mit verdünntem, abgerundetem, gekerbtem Rande und von feinen kürzeren, 
wurmförmigen, knotigen Längsfalten dicht bedeckt; auf der Aussenseite sind letztere länger und etwas 
stärker, als das abgebildete Bruchstück (b) es zeigt. 

Kommt in der Mukronaten-Kreide bei Ahlten, so wie in der Quadraten-Kreide bei Ilsenburg vor; 
könnte mit Ocellaria subtilis übereinstimmen; ich habe aber keine Mündungen zu entdecken vermocht. Das 
Gewebe des Exemplars von Ilsenburg ist kieselig und erscheint gitterförmig, gehört aber doch zu dem 
wurmförmigen, da die Stäbe desselben dornig sind und an den Verwachsungspunkten keine Knoten bilden. 


9. C. contorta,n.sp. Tab. XVII. Fig. 2. 
Der Schwamm ist niedrig kegelförmig, unregelmässig seitwärts zusammengedrückt und hat einen 
dicken, aufgeworfenen Rand; leicht zu erkennen ist er an dem feinfaserigen, grobmaschigen Gewebe. 
Varians-Cenoman des Kahnsteines. 


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10. C. granulata, n. sp. Tab. XVII. Fig. 3. 

Der Schwamm ist unregelmässig napf- bis löffelförmig und dann oft lang gestielt; er hat dicke 
abgerundete Wände und zeigt ein dichtes körniges, bei genauerer Untersuchung gitterförmiges Gewebe, 
weshalb er wahrscheinlich in eine ganz andere Gattung gehört. 

Tourtia des Kahnsteines. 


11. C. biformis, n. sp. Tab. XVII. Fig. 4. 

Dünne, ohrförmige, unten etwas verdickte, mit ebener Fläche horizontal angewachsene Platten zeigen 
auf der concaven Seite (b) dicht gedrängte, kleine, runde Poren mit schmäleren, gerundeten Zwischenräumen; 
die flach gewölbte untere Fläche (c) besteht aus einem Gewebe kurzer, knotiger Fasern, welche bald grössere 
und kleinere Poren zwischen sich lassen, bald gedrängt eme nur körnige Fläche bilden. Scheint von Goldfuss 
zu Manon Peziza gerechnet zu sein. 

Tourtia bei Essen a. d. Ruhr. 


12. C. rudis, n. sp. Tab. XVIM. Fig. 5. 

Die Form der vorstehenden Art ist schwer zu ermitteln; scheint aber unter Umständen ohrförmig 
zu sein; es kommen auch dicke Platten vor, die leicht an den starken vorragenden Körnern auf der Ober- 
fläche zu erkennen sind; ich kenne keine Art, deren Gewebe so grob wäre, als bei dieser. 

Findet sich nicht selten in den Quadraten-Schichten des Köhlerholzes bei Ilsenburg. 


13. C. spiculigera. R. Tab. XVII. Fig. 6. 

Eine grobfaserige, poröse Spongia, in deren Gewebe man eine Menge Nadeln bemerkt; diese liegen 
aber nicht parallel, sondern sind zu drei- oder mehrstrahligen Sternen verwachsen; an sie setzen sich feste 
Scheidewände, welche von Poren durchbohrt sind. Der Schwamm ist abgestutzt, ohrförmig, diekwandig, 
sehr grobfaserig. 

Hat sich in der Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter gefunden. 


Maeandrospongia, d’Orb. 


Der Schwamm ist eine dünne, ir allen möglichen Richtungen gebogene Membran; bildet rundliche, 
mit vielen Höhlen und Oefinungen versehene Massen. 


1. M. Morchella. Achilleum Goldf. 29. 6. Tab. XVII. Fig. 7. 
Tourtia bei Quedlinburg. An dem bei Goldfuss abgebildeten Exemplare von Essen sind die Ver- 
tiefungen schmäler, etwas kleiner und zahlreicher; ich kenne von dort aber auch ein Exemplar, welches der 
folgenden Art in hohem Grade gleicht. 


2. M.cavernosa, n. sp. Tab. XVIIL Fig. 8. 

Der rundliche oder eiförmige Schwamm besteht aus einer dünnen, von zahlreichen, sehr grossen, 
rundlichen Maschen unterbrochenen Membran, welche so vielfach gebogen ist, dass dadurch im Innern 
labyrinthische, weite Höhlungen entstehen, die alle unter einander in Verbindung stehen. Die Maschen zeigen 
meist weit vorstehende Ränder, und kann man oft nach mehreren Richtungen durch den Schwamm hindurch- 
sehen. Die Membran besteht aus einem groben, meist langgestreckten Gewebe, und ähnelt dann dem trockenen 


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Bast des Lindenbaumes; an anderen Stellen zeigt es stärkere und feinere, bisweilen dichotome Längsfasern, 
welche von feinen, glatten Querfasern durchsetzt werden; das Gewebe erscheint dann fein gitterförmig. 
Kommt in der Cuvieri-Kreide bei Salzgitter vor. 


3. M. annul’ata, n. sp. Tab. XVII. Fig. 9. 

Bildet bis acht Zoll grosse Knollen und bilden die gewundenen dicken Kanten oft ringförmige, aber 
unter einander verbundene Vertiefungen; die Oberfläche ist fast glatt, zeigt aber bei stärkerer Vergrösserung 
ein fein gitterförmiges Gewebe. 

Mukronaten-Kreide bei Ahlten. 


4. M. tuberoisa, n. sp. Tab. XVII. Fig. 10. 
Die kleinen Schwämme sind kugelig oder eirund und an vier oder fünf Stellen mit einer trichter- 
förmigen Vertiefung versehen; das wurmförmige Gewebe ist fein und dicht. 
Quadraten-Mergel bei Gehrden. 


5. M. pertusa, n. sp. Tab. XVII. Fig. 11. 

Der Schwamm ist sehr vielgestaltig und wird bisweilen baumförmig. Die Ränder der Mündungen 
sind scharfkantig, die Mündungen zahlreich und durchgehend, so dass man oft quer durch den Schwamm 
hindurchsieht ; das selten sichtbare Gewebe zeigt Längs- und Querfasern und auf den Schnittpunkten kleine 
Knötchen. 

Hat sich in der Tourtia bei Westerhausen unweit Quedlinburg gefunden und kommt dort mit 
M. Morchella Goldf. vor. 


Thalamospongia, dOrb. 


Vielgestaltig, bisweilen gefingert, gebildet aus einem Netze senkrechter unregelmässiger Leisten und 
dazwischenliegender (uerleisten, welche unregelmässige Kammern bilden. 


1. Th. subramosa, n. sp. Tab. XIX. Fig. 1. 

Der Schwamm ist knollig, hat einige kurze astartige Erweiterungen und einige scharfe, fast 
horizontale Kanten; die Oberfläche ist von kleinen, unregelmässigen Kammern, deren Scheidewände meist 
papierdünn sind, bedeckt; das Gewebe ist sehr fein und dicht, und erscheinen die Leisten oft ganz glatt. 

Hat sich im Pläner bei Thale gefunden. 


Asterospongia, n. gen. 


Aus verwachsenen, warzenförmigen Individuen gebildet oder ohne bestimmte Form; hier und dort 
laufen Furchen sternförmig von einem Punkte, aber von keiner Mündung aus; die Basis ist mit keinem 
mehr oder weniger deutlichen Epithek versehen, wodurch sich diese Gattung von der immer davon unten 
umgebenen Gattung Actinospongia d’Orb unterscheidet; letztere gehört zu den Limnoreideen. Die silurische 
Gattung Astreospongia wird einstweilen zu Cupulospongia zu ziehen sein. 


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1. A. conglobata. Cnemidium Rss. 16. 2, 3. 

Halbkugel- oder kegelförmig, bis 4“ breit, mit breiter Basis aufgewachsen und überall von flachen, 
grobpunktirten Vertiefungen bedeckt, die etwa 5“ von einander entfernt stehen und von denen 5—10 feine 
Furchen ausstrahlen. 

Quadraten-Kreide der Schillinge bei Bilin. 


2. A. laevis,n. sp. Tab. XIX. Fig. 2. 

Der Schwamm bildet stielrunde, fingerdicke, mehre Zoll lange Stämme, welche unten mit erwei- 
terter Basis auf andere Körper (Polyierea verrucosa) festgewachsen sind; die ganze Oberfläche wird von zahl- 
reichen Furchensternen bedeckt. 

Cuvieri-Pläner des Windmühlenberges bei Salzgitter. 


3. A.subramosa, n. sp. Tab. XIX. Fig. 3. 

Der Stamm ist walzenförmig, wird über zolldick und zeigt wiederholt Neigung zur Astbildung; die 
Oberfläche zeigt ein fein wurmförmiges Gewebe und sind bei grösseren Exemplaren grössere Flächen frei 
von Sternen. 

Quadraten-Mergel des Sudmerberges. 
Bei A. laevis ist die Oberfläche viel dichter und glatter und in den Sternen liegen wohl einzelne 
Poren. ’ 


4. A. dichotoma, n. sp. Tab. XIX. Fig. 4. 

Der Stamm ist wiederholt gabelspaltig, mit wenig abstehenden Aesten; die Oberfläche ist sehr fein- 
körnig und wird von tiefen, glatten, bis zwei Zoll langen, gebogenen Furchen bedeckt, deren fünf bis sieben 
von einem Punkte auslaufen. 

Cuvieri-Kreide des Windmühlenberges bei Salzgitter. 


5, A. globosa,n. sp. Tab. XIX. Fig. 5. 
Kugelig, zolldick, mit erweiterter Basis aufgewachsen, überall von meist fünfstrahligen Sternen 
bedeckt und mit fein porösem Gewebe. 
Quadraten-Mergel des Sudmerberges. 


6. A. tenella, n. sp. Tab. XIX. Fie. 6. 
Mehrere zollgrosse, unregelmässig gestaltete, abgerundete, niedergedrückte Knollen, auf deren oberer 
Fläche zahlreiche kleine Höcker mit etwa fünf ganz kurzen, ausstrahlenden Furchen sitzen, die zum Theil 
von einer grösseren Pore ausgehen und deren höckerförmige Zwischenräume in die Augen fallen; die untere, 
unebene Fläche zeigt einen’ scharf abgeschnittenen Rand und starke concentrische Furchen; sie ist glatt, 
ein Epithek aber nicht erhalten. 
Quadraten-Mergel des Sudmerberges. 


Amorphospongia, d’Orb. 


Die hieher gehörigen Schwämme haben eine sehr verschiedene Gestalt, zeigen aber oft gerundete 
oder warzenförmige Formen und bestehen aus einem gleichartigen, bald kalkigen, bald kieseligen, wurm- 


EN Val 1 I 


förmigen Gewebe. Die Gattung Turonia Michn. unregelmässig kegelfürmig, längsgefurcht und dick gestielt 
scheint auch in der oberen Kreide bei Vordorf vorzukommen. 


A. Aestige Arten. 


1. A. cervicornis, n. sp. Tab. XI. Fig. 5. 
Der Schwamm umfasst die halbe Seitenfläche der Jerea polystoma und dringt unten tief in deren 
Masse ein; er ist unten dreitheilig und jeder Theil ähnlich der Hälfte eines Hirschgeweihes verzweigt; sein 
Gewebe zeigt sehr feine, verzweigte, langgestreckte Fasern. 
Kommt bei Ahlten in der Mukronaten-Kreide vor. 


2. A. capreoli, n. sp. Tab. XIX. Fig. 7. 

Der Schwamm ist dichotom , stielrund und mit sehr dichtem, punktirtem, feinem, wurmförmigem 
Gewebe versehen; die Aeste stehen weit ab und sind zum Theile verkürzt, sonst schlank und wohl 
schwach gebogen. 

Cuvieri-Kreide des Kahnsteines bei Langelsheim. 


3. A. ramosa, Spongia Mantell. 15. I. 
Bis Fuss lange und Zoll dicke ästige Stämme; die Aeste bilden einen Winkel von etwa 45 Graden. 
Das Gewebe ist locker. 
Quadraten-Kreide bei Peine und Ilsenburg. 


| 4. A. ramea, Geinitz: Spongia ramosa, Reuss 20. 7, 8. 

Walzenförmige oder etwas zusammengedrückte, bis Zoll dicke, ästige Stämme mit spitzwinkeligen 
Aesten und aus einem lockern Gewebe dichter, dem freien Auge sichtbarer, verworrener Fasern, dem 
unserer Polyiera dichotoma ähnlich, bestehend. 

Quadraten-Kreide in Böhmen. 


5. A. palmata, n. sp. Tab. XIX. Fig. 8. 
Schwamm handförmig getheilt, mit dicken, dichotomirenden Fingern; die Oberfläche zeigt ein 
sehr dichtes, etwas körniges Gewebe; eben so das Innere. 
Quadraten-Kreide: des Sudmerberges. Hat grosse Aehnlichkeit mit dem Chaetetes irregularis Michn. 
aus den Hippuritenschichten von Martigues, sowohl hinsichtlich der Form als der Oberflächenbeschaffenheit; 
es fehlen ihr aber im Innern die langen, gebogenen Zellenröhren. 


B. Nicht ästige Arten. 
6. A. boletiformis, n. sp. Tab. XIX. Fig. 9. 

Diese Art hat eine boletusartige Gestalt; einen kurzen dicken Stiel, welcher einen niedrig kegel- 
förmigen Hut mit weit vorspringenden Rändern trägt; ich glaubte schon den Hippalimus fungoides vor 
Augen zu haben; indessen ist eine centrale Höhle nicht zu entdecken; auch sind der Stiel und die Unter- 
seite des Hutes viel poröser, als die fast dichte obere Fläche. 

Hat sich in der Tourtia von Westerhausen hei Quedlinburg gefunden. 


Ber 56. 


7. A. nummularis, n. sp. Tab. II. Fig. 3. 

Kleine flache, linsenförmige, fein gekörnte Scheiben sind über einander gebackt; an den Kanten 
zeigen sie feine Längsfasern, ohne deshalb zu der Annahme zu veranlassen, dass sie Cerioporen seien; die 
einzelnen Scheiben sind oben flach gewölbt oder concav. 

Kommt häufiger im Hils am Rautenberge bei Schöppenstedt vor. 


8 A. compressa, n. sp. Tab. I. Fig. 29. 
Dick und kurz keulenförmig, stark zusammengedrückt, in der Mitte etwas, unten stärker zusammen- 
geschnürt. Das Gewebe besteht aus kleinen runden und länglichen, dicht zusammengedrängten Poren. 
Hils bei Berklingen. 
9. A. cariosa. Spongia Rs. 20. 10—13. S 
Walzenförmig oder knollig, bis 8“ gross; die Oberfläche wie wurmstichig oder in flachen Furchen 
ganz fein punktirt. 
Quadraten-Mergel der Schillinge bei Bilin. 
10. A. glomerata. Achilleum Golf. 1. 1. A. deforme. R. Kr. pag. 2. 
Bis Zoil gross, halbkugelig oder unregelmässig knollig, mit breiter Basis aufgewachsen; das 
Gewebe zeigt auch verwickelte, grobe Fasern. 
Quadraten-Kreide bei Peine und Bilin. 


11. A. globosa. v. Hag; Tragos globularis. Rs. 20. 5. 
Kugelig, 1—12 Linien dick, fein porös und gleichmässig aus ganz feinen Fasern gebildet, welche 
beim Verwachsen kleine Knoten bilden. 
Mukronaten-Kreide auf Rügen, Quadraten-Kreide bei Peine und Wernigerode. 


12. A. ? crenata, n. sp. Tab. I. Fig. 30. 

Zusammengedrückt fingerförmig, oben stumpf abgerundet, vorn abgestutzt, nach hinten zusammen- 
gedrückt und mit zahlreichen Querfurchen versehen, welche den Rücken gekerbt machen; das Gewebe zeigt 
sehr feine knotige Längsfasern. 

Diese räthselhafte Form ist nicht selten in Hilse bei Berklingen. 

13. A. ?rugosa. Achilleum Rs. 20. 4. 

Spatelförmig, bis 6 Zoll lang und 3 Zoll breit, frei, auf der einen Seite fdch oder schwach concav; 
die andre flach gewölbt und von kurzen Falten bedeckt, welche am vorderen breiten Ende etwas unregel- 
mässig, auf der schmäleren Hälfte aber schräg so gerichtet sind, dass sie in der Mitte unter etwa 
rechtem Winkel zusammenstossen würden. 

Cuvieri- und Quadraten-Kreide; Kutschlin, Bilin, Ilsenburg. 


u —— 


Uebersicht 


der Spongitarien des norddeutschen Kreide-Gebirges. 


Namen. 


I. Coeloptychidea. 


1. Coeloptychium 
agaricoides 
decimin m 
incisum 
lobatum 
suleiferum 
alternans 
Princeps 


2. Camerospongia 
fungiformis 
campanulata 
Schloenbachii 
alternipes 
polydactyla 
tubereulata 
exaltata 


3. Cephalites 
formosus 
microtus 
bioculatus 
perforatus 
niduliferus 
rhombifer 
ellipticus 
seriatoporus, 


4. Oystispongia 
bursa 
protuberans 
undulata 
elongata 
reniformis 


Paläontographica, Bd. XII , 1. 


| 
H 


[T. V. R.IMyt.B.S. 


Cenoman] Pläner 


Kreide 
@..Q. M. 


Namen. 


subglobosa 
verrucosa 
maeandroides 


5. Porospongia 
megastoma 
micrommata 


6. Lepidospongia 
denticulata 


II. Cribrospongidea. 


7. Cribrospongia 
striato-punctata 
Murchissoni 
venosa 
isopleura 
Beaumonti 
tenera 
subtilis 
hexagonalis 
dubia 
retiformis 
carlosa 
erystallina 
porosa 
Decheni 
fragilis 
angularis 
biformis 


SooO 


8. Coscinopora 
infundibuliformis 
Zippei 
macropora 


Seite. 


10 


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H.| 
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Cenoman! Pläner | Kreide 
T. V. R./[Myt.B.S.|C. Q. M. 


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[0 .) 


10. 


a» 


12. 


13. 


14. 


. Pleuorstoma 


radıatum 
lacunosum 
stellatum | 
trilobatum 
tortuosum 
expansum 
pedunculatum 


Retispongia 
alternans 
radıata | 
angusticostata | 
de Strombeckii 


Ocellaria 
muricata 
lineata 
tubereulifera 
interrupta | 
spinulosa | 
laticostata 
cancellata 
fimbriata 
expansa 
subtilis 
plieatella | 


Ventriculites 
stellatus Ikenl 
microporus 
reticulatus 
tubereulosus 
costatus 
cylindraceus 
multicostatus 
gracilis | 
noduliferus 
stelliferus 
moniliferus 


Dendrospongia 
clathrata 
fenestralis 
striolata | 


Cylindrospongia 21 
subseriata | | 
alveolites | 
abbreviata | 
coalescens | | 


Cenoman 
VER. 


Pläner 
Myt.B.S. 


an 
Be) 


Kreide 
c.Q.M. 


SDDDOO 


oo 


M 


BEE 


M 


regularis 
membranacea 
angustata 
heteromorpha 
byssoides 
coronata 


15. 


nn 


Diplostoma 
folium 
reticulatum 
elathratum 
crenatum 
auriculare 
tenue 


III. Siphonidaa. 


A. Eudeidea. 
Hippalimus 
lobatus 
depressus 


16. 


Eudea 
tuberosa 
crassa 
globosa 
intumescens 
annulata 
heteropora 


17. 


Diseudea 
tubereulosa 


18. 


19. Siphonia 
heus 
Koenigii 
tuberosa 
ornata 
astroides 
20. Plocoscyphia 
Morchella 
contorto-lobata 
maeandrina 
muricata 


B. Siphonocoelidea. 


21. Siphonocoelia 
acuta 
clavata , 


26 


127 


28 


28 


el 


Cenoman 


EL EVE RR 


<| 


Pläner 


Myt.B.S. 


e® 


Kreide 
c. Q. M. 


oo 


ESOODOO v2) SOD CO 


oo 


Namen. = } 5 ie En Kreide Namen. & = Cenoman| Pläner | Kreide 
.|T. V. R.|Myt.B.8.|c. Q. M. 2|H.T. v. R.|Myt.B.S.|C. Q. M. 
excavata H 26. Marginospongia 36 
digitalis —T acaulis —IT 
texta — — — 0 
tuberculosa = a Q 
nidulifera ei Qi IV. Limnoreidea. 
spiea —ziR 
hirta |. — = ul : R ; 
Kalefeia BIT SCHlee) 27. Limn orea 37 
3 nobilis —| — — CQ 
trolevi 
22. Polycoelia 30 a I H 
ER nr monilifera H 
divaricata H . 
ramosa H = el 38 ; 
cwespitosa H Ar 1 a H er ml 
Invigata je infundibuliformis il 
ae i 
eulans ee multiformis IT 
23. El i : 
2 ee - 29. Epeudea 38 
orbieulata H a RS nk 
ee 30. N ae: 39 “ 
sociale au 
24. J at 32 a furcatum —T 
Fi ei ifo 
Galdinesil PT Oo li cn u 
incerassata —| — — MI: x 
ehinata, BR RT IR M 31. ans 39 
multiformis —| — — Q naar er 2 
mamillosa —_— — u Q een Zu 
Melo —| — == Q & 
sexplicata Be ee Hr Q 32. Tremospongia 40 
ocellata en ae Q grandis Beulen e, NER, 
oligostoma | — — Q dilatata H 
nee IH pulvinaria —'T 
scripta MEN 4 BR M ternata —  — — 0 
polystoma | — _ M 
spieuligera —| — Zell 33. Actinospongia 40 
cervicornis — au M stellata —m 
radiejformis _ 0 — == Q acuta al — 0 
tesselata | — — Q 
tuberculosa _— 0 — — M f 34. Enaulofungia 41 
pisiformis —'T 
25. Polyierea 35 depressa H 
coronata res, _ == Q tesselata =: — — Q 
pyriformis ln — — Q 
conferta H 35. Leiospongia 41 
verrucosa — — — 6 dubia H 
punctata | — — 6 deformis —T 
dichotoma — — — CQM levigata — — 0 


| © = Cenoman! Pläner | Kreide = = Cenoman| Pläner | Kreide ° 
Namen. I® | ln R.Myt.B.S.IC. Q.M. REN Z|HT. v. R.Myt.B.S.c. Q.M. 
V. Chenendoporidea. eylindrica —|ı — — 0 
eonica —ı — —_ Q 
36. Chenendopora 42 grandis —| — Q 
marginata el, — ’Q impressa u g= Q 
micrommata ln — Q hemisph:erica — — — Q 
seriatopora — — (00) conglomerata — — M 
multiformis H verrucosa —ı, — = Q 
crassa le — 0 
Sackii —T 
" aurita —| 1 — -— Q VII. Amorphospongidea. 
miliaris — — C® 
tenuis Zelt ZERRSI\ 6: A. Cupulospongideas 
explanata — — _ M | 43. Cupulospongia 50 
acutimargo H Mantellii =. >> = Q 
j marginata — N Kae = Q 
37. Verrucospongia 44 auriformis Sale. — Q 
turbinata — HER) tenuipora H 
sparsa — — OR plicatilis H 
macrommata — — — M gigantea han = Q 
damaecornis | 0 Ba tenuis | — — Q 
rimosa — >= QM 
38. Elasmostoma 45 contorta -| NM 
acutimargo granulata id 
cupula H biformis nal 
Normannianum —T rudis == — Q 
consobrinum —m spieuligera Fa 0 
Peziza — — — Q 
B. Thalamospongidea. 
44. Maeandrospongiad2 
VI. Sparsispongidea. Morchella =R 
cavernosa I An a 
39. Monotheles 46 annulata malt 7% 3 M 
odontostoma — — — Q tuberosa el, a Q 
punctata H pertusa —T 
40. Distheles 46 45. Thalamospongiajd3 
excavata H subramosa 7 N’ S 
conferta —| V 
trigona —|T C. Amorphospongidea. 
articulata =! 46. Asterospongia 53 
conglobata ze NR) 
41. Oeulispongia 47 levis Zul re u 
neocomiensis H subramosa ger, Ze; Q 
Janus —— — Q dichotoma Faa| 4.153 ed 
macropora —— E= Q globosa br ar nF Q 
polymorpha H tenella Fr Me Zu Q 
42. Stellispongia 48 47. Amorphospongia54 
subglobosa H cervicornis al Yarrz Fr M 
stellata — T capreoli zul u 
Reussii — — — Q „\ Famosa — lee = Q 


Namen. 


ramea 
palmata 
boletiformis 
nummularis 
compressa 


Seite, 


Pläner 
Myt.B.S. 


= Cenoman 
BVG IR; 


Kreide 


c. Q.M. 


Namen © = Cenoman| Pläner | Kreide 

- 2 | H.|T. v. R.|Myt.B.8.lc. Q. =. 
carlosa Kelly ar Q 
glomerata — — Q 

globosa —_ı — — QM 

crenata H 

rugosa — — — 09 
Summa |35| 42 | 20 | 178 


Aelterer Name. Jetziger Gattungsname.| Seite. 
Achilleum Schweigger 
auriforme R. Cupulospongia 51 
deforme R. Leiospongia 41 
formosum Rss. Öephalites 6 
fungiforme Goldf. Hippalimus 25 
glomeratum Res. Amorphospongia 56 
Morchella Gtz. Maeandrospongia 52 
pertusum Gtz. ” 53 
rugosum Rss. Amorphospongia 56 
Choanites Mantell. 
Kenigii Mt. Siphonia 27 
Cnemidium Goldf: 
acutum Rss. Actinospongia 41 
conicum R. Stellispongia 49 
conglobatum Rss. Asterospongia 50 
pertusum Res. Siphonia 27 
pisiforme Goldf. Enaulofungia 41 
Reussii Gtz. Stellispongia 49 
stellatum Res. e 49 
Coeloptychium Goldf. 
plicatellum R. Ocellaria 18 
muricatum R. A 16 
Manon Schweigger 
distans R. Chenendopora 42 
marginatum R. 5; 42 
megastoma R. Porospongia 9 
micrommatum R. Chenendopora 42 
miliare Rss. 5 43 


Aelterer Name. 


monostoma R. 
Peziza Goldf. 
Phillipsii Rss. 
pulvinarium G. 
pyriforme G. 
seriatoporum R. 
sparsum 
stellatum R. 
tenue R. 
turbinatum R. 
verrucosum Rss. 


Scyphia Schweigger 
acuta R. 
alternans R. 
alveolites R. 
angularis R. 
angustata R. 
auricularis R, 
Beaumonti Rss, 
Benettiae Mt. 
byssoides 
cariosa Rss. 
clavata R. 
Cosceinopora Gtz. 
cribrosa R. 
Decheni G. 
excavata R. 
foraminosa R. 
fragilis R. 
fungiformis G. 
furcata R. 


Jetziger Gattungsname.| Seite. 


Camerospongia 
Elasmostoma 
Chenendopora 
Tremospongia 
Jerea 
Chenendopora 
Verrucospongia 
Stellispongia 
Chenendopora 
Verrucospongia 
Oystispongia 


Siphonocoelia 
Retispongia 
Cylindrospongia 
Cribrospongia 
Cylindrospongia 
Diplostoma 
Cribrospongia 
Ventrieulites 
Cylindrospongia 
Amorphospongia 
Siphonocoelia 
Coscinopora 


7, 
Oribrospongia 
Siphonocoelia 
Endostoma 
Cribrospongia 
Camerospongia 
Polyendostoma 


Schlussbemerkung. 


Aelterer Name. Jetziger Gattungsname.| Seite. Aelterer Name. Jetziger Gattungsname.| Seite. 
heteropora R., Eudea 26 fieus G. Siphonia 27 
heteromorpha Res. Cylindrospongia 22 Goldfussii R. Jerea 33 
infundibuliformis G. Epitheles 38 incrassata G. N 33 
isopleura Res. Cribrospongia 11 multiformis Br. = 33 
Kenigü Mt. Siphonia 27 ocellata R. hr 33 
macropora G. Öoseinopora 14 oligostoma R. = 33 
Mantellüi Phill. Cupulospongia 50 punctata G. Polyierea 32 
marginata R. y 50 pyriformis G. Jerea 35 
micrommata R. Oribrospongia 12 radiciformis 5 33 
monilifera R. Limnorea 37 ternata Rss. Tremospongia 40 
Murchissoni @. Cribrospongia 10 
odontostoma Rss. Monotheles 46 | Spongia L. 

Oeynhauseni G. Retispongia 15 capitata Ph. Cupulospongia 50 
parvula Rss. Cupulospongia 50 contorto-plicata Michn., Plocoseyphia 28 
porosa R. Cribrospongia 12 marginata Ph. Chenendopora 42 
radiata R. Retispongia 15 osculifera Ph. Verrucospongia 44 
ramosa R. Polycoelia 21 Peziza Elasmostoma 45 
retiformis R. Oribrospongia 13 plana Ph. Cupulospongia 50 
Sacküi G. Chenendopora ? 43 radiciformis Ph. Jerea 34 
socialis R. Polycoelia 30 ramea Ph. Amorphospongia 55 
stellata R. Ventrieulites 18 ramosa Mt. > 53 
striato-punctata R. Cribrospongia 10 
subseriata Cylindrospongia 21 | Tragos Schweigger 
tenuis Rss. Diplostoma 24 acutimargo R. Elasmostoma 45 
tetragona G. Endostoma 39 deforme G. Leiospongia 41 
tuberosa R. Siphonia 27 globularis Ph. Amorphospongia 56 
venosa R. Cribrospongia 11 lacunosum Gtz. Pleurostoma 14 
Zippei Rss. Coscinopora 13 pisiforme G. Enaulofungia 41 
i pulvinarium G. Tremospongia 40 
Siphonia Park. stellatum G. Actinospongia 41 
cervicornis G. Jerea 34 radiatum Gtz. Pleurostoma 14 
eylindrica R. Stellispongia 49 rugosum G. Epitheles 38 
elongata Rss. Jerea 34 . 


Nach der ersteren Tabelle sind vier Arten den Cuvieri- und den Scaphiten-Schichten, dagegen vierzehn 
Arten den Cuvieri- und Quadraten-Schichten gemein, so dass sich offenbar eine grössere Verwandtschaft zwischen 
den beiden letzteren herausstellt; die übrigen Haupt-Etagen scheinen keine einzige Art gemeinschaftlich zu haben. 

Dürfen die Oöloptychideen als die vollkommensten Spongitarien angesehen werden, so stimmt damit, dass 
sie vorzugsweise in den obersten Kreideschichten gefunden werden. 

Auf thonigem und rein sandigem Meeresgrunde haben den Spongitarien die Bedingungen ihrer Existenz 
anscheinend gefehlt und haben daher die Thone des Hilses und Gaults, so wie die mächtigen Sandsteine der 
obersten Kreide keine einzige Art geliefert. 


Abkürzungen und (itate, 


De Frmtl. — M. de Fromentel: Introduction ä l’etude des Eponges fossiles; in den Memoires de la Soeiete Linndenne 
de Normandie. 1859. 


Goldf. = Goldfuss: Petrefacta Germanix. 1826-1844. 

Mant. = G. Mantell: The fossils of the South Downs. London 1822. 

Michn. — A. Michelin: Iconographie zoophytologique. Paris 1840—1847. 

D’Orb. — A. d’Orbigny: Cours elementaire de Palaeontology et de Geology. Paris 1849. 


Rss. — B. E. Reuss: Die Versteinerungen der böhmischen Kreideformation. 1841. 
R. Kr. = F. A. Romer: Die Versteinerungen des norddeutschen Kreidegebirges. 1841. 


R. OÖ. = F. A. Roemer: Nachträge zu den Versteinerungen des norddeutschen Oolithengebirges. 1839. 


Die auf den Tafeln neben den Zahlen stehenden grossen Buchstaben zeigen das Vorkommen an, und bedeutet: 


M. = Mukronaten- | 

Q. = Quadraten- Kreide. 

C. = Üurieri- 

S. = Seaphiten- | 

B. = Brongniarti- Pläner. 

G. = Galeriten- A 
My. — Mytiloides- | 

R. = Rhotomagensis- | 

V. = Varians- Cenoman. 

T. = Tourtia- 


ur, fi zur: .. 
BA n LE FR 
SER SWEER TEL En 02 


ERITEETGEN Pe 


a} 


3. 
Se 


Te Ras 
a = E 


m ae Bess 


Das Gehörlabyrinth von Dinotherium giganteum 


nebst 
Bemerkungen über den Werth der Labyrinthformen für die Systematik der Säugethiere. 
Von 
M. Claudius, 


Professor der Anatomie in Marburg. 


Zu den Säugethiergattungen, deren Stellung im System bis jetzt zweifelhaft ist, gehört die Gattung 
Dinotherium. Während einige Forscher sie den Pachydermen anreihen, stellen andere sie nach Blainville’s 
Vorgang zu den Sirenen. 

Die folgenden Blätter enthalten einen kleinen Beitrag zur Lösung dieser Frage, nämlich die Be- 
schreibung des knöchernen Gehörorganes dieses Thieres. Die Gelegenheit hierzu verdanke ich meinem hoch- 
verehrten Collegen Herrn Professor Kaup, der mir ein Felsenbein dieses Thieres zu Gebote stellte. Von 
diesem Felsenbein wurde ein Corrosionspräparat des Labyrinthes angefertigt, welches jetzt der Marburger 
anatomischen Sammlung einverleibt ist. t 

Ehe ich indess zur Beschreibung des Labyrinthes übergehe, halte ich es für geeignet, einige allge- 
meine Bemerkungen über die Bedeutung der Formen des Labyrinthes der Säugethiere für die zoologische 
Systematik vorauszuschicken, da dieser Punkt in der Zoologie bis jetzt nur wenig zur Sprache gekommen ist. 

Das Material dieser Untersuchung bildet die Sammlung der Corrosionspräparate von Labyrinthen 
auf der Marburger Anatomie. 

In dem Werke von Hyrtl: Vergleichend anatomische Untersuchungen über das innere Gehörorgan 
der Säugethiere, findet sich bekanntlich ein sehr reichhaltiger Schatz von Beobachtungen über das knöcherne 
Gehörorgan, Abbildungen der Paukenhöhle, Gehörknöchelchen und Labyrinthabgüsse. So sehr man das 
Verdienst dieser ausgezeichneten Arbeit anerkennen muss, so lässt sich doch nicht läugnen, dass die Abbil- 
dungen nur zum Theil ihrem Zwecke entsprechen. Einmal sind es die Präparate selbst, welche aus Wachs 
angefertigt, durch die Verbiegung ihrer Bogengänge und selbst der Schnecke zu Iırthümern Anlass gaben, 
anderntheils ist es dem Zeichner nicht gelungen, gewisse Theile, namentlich die Spitze der Schnecke, natur- 
getreu darzustellen. 

Die Marburger Sammlung enthält die Labyrinthabgüsse von 169 Species in 92 Genera von Säuge- 


thieren, und diese vertheilen sich über die 44 von J. van der Hoeven aufgestellten Familien in der Weise, 
Paläontographica, Bd. XIIT, 2. 9 


re 


dass sie aus jeder Familie noch jetzt lebender Thiere Repräsentanten enthält, mit Ausnahme der Rhizo- 

phaga und Dasyurina unter den Beutelthieren uud der Georhychi, Muriformia, Chinchillidae und Macropoda 

unter den Nagern und der Galeopitheci. Die Präparate sind aus Guttapercha angefertigt und vollkommen 
zuverlässig. 

Die Untersuchung der Verwendbarkeit der Labyrinthformen auf die zoologische Systematik ergiebt 
kurzgefasst folgende Resultate. 

1. Im Gegensatz zum Verhalten des Auges zeigt das Gehör bei keinem Thiere eine ausnahmsweise 

geringere Entwickelung. 

2. Die Individuen innerhalb einer Species zeigen meistens keine bemerklichen Unterschiede, etwa 

50 Präparate vom Rinde sind einander so vollkommen ähnlich, dass es unmöglich ist, die 
zu einem Paar gehörenden herauszufinden, wenn sie untereinander gebracht worden. In 
diesem Punkte weicht der Mensch von den übrigen Säugern ab. In den Krümmungsverhält- 
nissen der Bogen, namentlich des horizontalen, kommen bei demselben so viele kleine, aber 
deutlich bemerkbare Varietäten vor, dass es möglich scheint, aus einer grösseren Anzahl die 
zusammengehörigen herauszufinden. Denn die Meckel’sche Behauptung, dass die Formen 
des Labyrinthes, der Paukenhöhle und Gehörknöchelchen auf beiden Seiten eines Kopfes 
vollkommen gleich sind, kann ich nur bestätigen. 

Von dieser Constanz der Formen innerhalb einer Species machen natürlich solche 
Arten, welche viele Racen besitzen, eine Ausnahme. Doch sind auch hier die Racenunter- 
schiede, abgesehen von der Grösse, äusserst gering. 

3. Die verschiedenen Arten einer Gattung zeigen eine vollkommene Uebereinstimmung in der Form. 
Wenn man von der Grösse absieht, würde man in den meisten Fällen nicht im Stande sein, 
die verschiedenen Arten zu unterscheiden; z. B. Cervus elaphus, equinus, virginianus 
capreolus, alces, tarandus, dama oder unsere 5 Marderarten. Allerdings scheint es, als 
ob zwischen Phoca vitulina und grönlandica in der Krümmung des horizontalen Bogens con- 
stante Verschiedenheiten vorkämen. Doch bedarf dies noch der Bestätigung. 

Wenn eine Gattung als Sammelname für eine Menge verschieden organisirter Arten 
benutzt wird, wie z. B. Antilope, so hat das oben ausgesprochene Gesetz keine Gültigkeit. 
Die Antilopen zerfallen (so weit es die geringe Anzahl von Präparaten der Sammlung zu 
beurtheilen erlaubt) in 2Gruppen, das Labyrinth der einen Gruppe schliesst sich an das der 
Hirsche, das der andern Form an’s Labyrinth der Rinder an. So ist z.B. gewiss die Tren- 
nung der Gattung Anoa von Antilope und die Verwandtschaft derselben mit Bos, wie sie 
J. van der Hoeven aufstellt, durch die des Labyrinthes gerechtfertigt. 

4. In morphologischer Hinsicht ordnen sich die Labyrinthe in Gruppen zusammen, welche am 
meisten den zoologischen Familien entsprechen. Schon auf einen oberflächlichen Blick 
zeigt eine Reihe von Gattungen einen ganz übereinstimmenden Charakter in der Form des 
Labyrinthes. Im Ganzen entsprechen diese Gruppen den in von J. van der Hoeven auf- 
gestellten Familien. Doch tritt die Ausnahme ein, dass manche Familien denselben Typus 


in der Form des Labyrinthes zeigen, während einzelne Gattungen aus anderen Familien ihre 
eigene besitzen. 


a 


5. Im Gegensatz hierzu finden sich die Ordnungen durchaus nicht durch eine Gemeinsamkeit der 
typischen Labyrinthformen bestätigt. Wenn auch die unter den Ordnungen der Cetaceen, 
der carnivoren Raubthiere, der Chiropteren und Quadrumanen zusammengefassten Genera 
innerhalb der einzelnen Ordnungen im Grossen übereinstimmende Formen zeigen, so finden 
sich doch unter Labyrinthen der übrigen Ordnungen, namentlich der Edentaten, Nager und 
Beutelthiere, so verschiedene Formen, dass es bis jetzt nicht gelungen ist, einen ihnen zu 
Grunde liegenden gemeinsamen Typus aufzufinden. 

Die wahren Affen, die Familien der Platyrrhinae und Catarrhinae zeigen im Ganzen dieselbe Form 
des Labyrinthes und der Paukenhöhle, wie der Mensch. Charakteristisch möchte für dieselbe sein, dass die 
Achse der Schnecke parallel ist der Verbindungslinie vom vorderen Ende der Ampulle des oberen Bogens 
bis zur Wurzel des gemeinschaftlichen Schenkels, dass der Schneckenkanal nur ’allmälig im queren Durch- 
messer abnimmt, dass die Bogen verhältnissmässig weit sind. In letzterem Punkte weichen die Cynoce- 
phalen am weitesten von dem Menschen ab. Die meisten Affen zeigen, einen mehr zugespitzten Schnecken- 
kegel, als der Mensch, und hierin unterscheidet sich namentlich der Gorilla und der Orang vom Menschen. 

Die Lemuren haben eine eigenthümliche Form des Labyrinthes. Die Bogengänge sind viel dünner, 
der Anfang der Schnecke viel stärker als das Ende, und die Schneckenachse würde einer Linie parallel 
gehen, welche, vom oben gedachten Ausgangspunkte aus gezogen, den oberen Bogen, nahe seiner Vereinigung 
mit dem hinteren, träfe. 

Von den Fledermäusen liegt das Labyrinthpräparat eines Pteropus und mehrer gymnorhinen 
und istiophoren Fledermäuse vor. Die Form stimmt bei allen überein. Die Schnecke ist niedrig, ihr Kanal 
weit, die Bogen eng und in Kreislinien geschwungen. Die sehr interessante Form erinnert in einigen 
Beziehungen an die des Labyrinthes der Cetaceen, mit welchen auch die Fledermäuse die Isolirung des 
Felsenbeines von der Schläfenschuppe und dem Paukenbeine gemein haben. 

Die Insectivoren haben sehr abweichend geformte Labyrinthe. Die Schnecke ist sehr klein, Vesti- 
bulum und Bogen gross, die Ebene der Schneckenbasis kleiner als die von dem kleinsten Bogen umschriebene 
Fläche. Das Crus commune ist sehr lang, der Recessus hemisphaericus durch eine stark hervorspringende 
Leiste vom Rec. hemiellipticus getrennt. Am meisten treten diese Eigenthümlichkeiten bei Talpa und Sorex 
hervor. Bei Erinaceus sind die Bogen kleiner und dicker, die Schnecke etwas grösser. 

Die Familien der fleischfressenden Raubthiere zeigen einen im Ganzen sehr übereinstimmenden 
Habitus, wenn auch die einzelnen Familien sich scharf sondern lassen. Der Anfang der Schnecke ist 
bedeutend entwickelt, die Spitze abgeplattet, indem die oberste Windung sehr niedrig wird. Die Bogen 
mit langem semeinschaftlichen Schenkel von gleichmässiger Ausdehnung haben stets einen geringen Quer- 
durchmesser. Charakteristisch ist, dass die Achse der Schnecke nicht senkrecht auf der Basis steht, sondern 
die Spitze der Schnecke sich gegen das runde Fenster hin neigt. Den letzteren Charakter zeigen die 
Mustelinae besonders ausgeprägt, Galictis, Rhabdogale, Mustela, Lutra. Gulo und Meles zeigen besonders die 
Abplattung der Schneckenspitze, Ursus, Procyon, Nasua und Cercoleptes haben eine mehr abgerundete 
Schneckenspitze. Herpestes ähnelt den Mustelinen, zeigt aber die Charaktere derselben weniger ausgesprochen. 
Viverra hat eine grosse, gegen die Spitze zu nur wenig verjüngte Schnecke. Die Hunde zeichnen sich 
dadurch aus, dass der Querschnitt des Schneckenkanals nach aussen zu nur wenig zugerundet ist, so dass 


die Seitencontouren fast geradlinig sind. Die Spitze ist fast gerade abgeschnitten, während sie bei den 
9* 


ER ee 


Felinen sich allmälig abrundet; Hyaena steht in dieser Beziehung zwischen den Caninen und Felinen, 
nähert sich den ersteren aber mehr, als den letzteren. 

Bei den Beutlern zeigt die knöcherne Ampulle des hinteren Bogens eine Eigenthümlichkeit. Diese 
öffnet sich nicht, wie gewöhnlich, in die Höhle des Vorhofes, sondern geht in einen kurzen Kanal über, welcher 
unmittelbar neben der Vorhofsöfinung des gemeinschaftlichen Schenkels und. der des äusseren Bogens in’s 
Vestibulum einmündet. Die Schnecke zeigt bei den einzelnen Gattungen eine bedeutende Verschiedenheit 
in der Grösse und Form. Bei Didelphys bildet sie einen breiten niedrigen Kegel mit fast vier Windungen; 
bei Perameles verjüngt sie sich nur wenig nach der abgestutzten Spitze hin. Die einzelnen Windungen sind 
durch tiefe Einschnitte getrennt. Bei Petaurus seiureus bildet sie fast einen Oylinder, bei Hypsiprymnus, 
Halmaturus und Macropus ist die Schnecke dick und niedrig, der Innenrand des Anfangs der ersten Windung 
schliesst sich sogleich dicht an den Anfang der zweiten Windung an. Sie hat etwa 21), Windungen. 

Bei den Nagethieren kommen namentlich an der Schnecke äusserst verschiedene Formen vor. Die 
Achse derselben nähert sich mehr oder weniger der Richtung des gemeinschaftlichen Bogenschenkels, bei 
einigen Gattungen fällt die Verlängerung der Schneckenachse in die Längsachse des Bogenschenkels; doch 
kommt eine solche Richtung der Schnecke hin und wieder auch in anderen Ordnungen vor. Der Vorhof 
zeigt eine Verschmälerung in dem auf die Verbindungslinie zwischen Crus commune und der Ampulle des 
oberen Bogens senkrechten Durchmesser. 

Die Sciurini (Seiurus, Pteromys, Arctomys) haben weit geschwungene Bogen und eine kleine von der 
zweiten Hälfte der ersten Windung an sich rasch verschmälernde, breit abgestutzte Schnecke; Aretomys hat 
weite, die beiden anderen Genera enge Bogen. Myoxus weicht dagegen in der Form des Labyrinthes sehr ab. 
Die Bogen sind viel kleiner. Die Schnecke verschmälert sich nicht bedeutend in den höheren Windungen, 
und bildet einen abgestutzten Kegel, der sich einem Cylinder nähert. Bei Mus und Cricetus ist die Schnecke 
ähnlich geformt, doch zugerundet, bei Arvicola und Lemmus verhältnissmässig kleiner und die Windungen 
durch tiefere Einschnitte von einander getrennt. 

Die Leporinen besitzen weit geschwungene Bogen und eine sehr dicke, niedrige, starkgerundete 
Schnecke. Das Ende der ersten Windung berührt mit dem Aussenrande den Innenrand des Anfangs der 
ersten Windung, ein Verhalten, welches selten vorkommt. Hystrix hat dicke Bogenröhren und eine hoch- 
gethürmte, abgestutzte, sehr wenig verjüngte Schnecke, deren Achse dieselbe Länge hat, wie der Durchmesser 
der Basis vom runden Fenster aus gemessen. Bei Fiber zibethicus ist die Schnecke in allen Dimensionen 
kleiner; beim Biber ist die Schnecke niedrig und zugerundet, die Bogen weit geschwungen. 

Die Subungulati haben, wie bekannt, die hochgethürmten, schmalen Schnecken, deren, Achse den 
Durchmesser der Basis bei weitem an Länge übertrifft, die grösste Zahl der Windungen. Bei Dolichotis 
bildet der grösste Theil derselben nur einen Cylinder, die 4 Genera dieser Familie zeigen deutliche, wenn 
auch nur geringe Unterschiede in der Form des Labyrinthes. 

Die Familien der Edentaten haben ihre deutlich gesonderten Labyrinthformen, wobei indess zu 
bemerken ist, dass die Gattungen innerhalb derselben Familie bedeutende differirende Formen zeigen , als 
innerhalb anderer Familien. 

Die Ameisenfresser und Schuppenthiere zeigen den übrigen Edentaten gegenüber allerdings Ueber- 
einstimmung in der Labyrinthform, sonst aber eine ziemlich bedeutende Differenz. Myrmecophaga hat eine 
sehr niedrige Schnecke bei bedeutendem Durchmesser der Basis und dünne, weit geschwungene Bogen, 


Manis eine höhere Schnecke bei kleineren aber dickeren Bogenröhren. Bei Orycteropus und Dasypus ver- 
jüngen sich die Durchmesser des Schneckenkanales gegen die Spitze hin nur wenig und die einzelnen Win- 
dungen sind, an der Aussenseite der Schnecke bis in beträchtliche Tiefe von einander getrennt , bei den 
kleineren Arten (Dasypus setosus) ist dies weniger der Fall, als bei den grösseren (Tolypeutes gigas). Bra- 
dypus besitzt eine ganz eigene Form des Labyrinthes. Die Schnecke, welche bei den verschiedenen Arten 
2 bis 2°/, Windungen hat, ist gegen die Spitze hin nur sehr wenig verdünnt, nähert sich also einem Cy- 
linder. Der Anfang der ersten Windung tritt nur wenig unter der zweiten hervor; die Bogen klein 
und dick. : 

Die Monotremen haben bekanntlich die am wenigsten entwickelten Schnecken unter den Säuge- 
thieren, deren Gehäuse einigermassen dem der Vögel gleicht. Die Weichtheile der Schneckenspitze sind 
noch nicht untersucht. Wahrscheinlich gleichen sie der Schneckenspitze der übrigen Säugethiere, wenigstens 
findet sich im Schneckenkanal eine Crista sulcata, Membrana basilaris und Membrana Corti. Das Schnecken- 
fenster ist bei Echidna wie bei Ornithorhynchus verhältnissmässig klein. 

Die Pachydermen, Einhufer und Wiederkäuer zeigen viele Uebereinstimmung im Bau ihrer Laby- 
rinthe, indem die der Rhinoceroten und Tapire und andererseits die Gattung Camelus dem der Gattung 
Equus ähnlicher sind, als dem der näher stehenden Dickhäuter und Wiederkäuer , andererseits 
die Gattung Hyrax eine entschiedene Analogie mit. Moschus zeig. Das Uebereinstimmende in 
den Labyrinthformen besteht in einer gewissen Gleichmässigkeit in Grösse und Form der Schnecken , .des 
Vorhofs und der Bogen. Die Schneckenachse steht einer Linie parallel, welche vom lateralen Ende des 
ovalen Fensters nach der Wurzel des Crus commune gezogen wird. Die Difterenzen finden sich in der 
Höhe des Schneckenkegels, der Zahl der Windungen und der Zuglinie und Weite der Bogen. Unter den 
Pachydermen lassen sich 4 Formen unterscheiden, von denen die Ite und 2te sich sehr bestimmt, die 3te 
und 4te nur durch kleinere Differenzen von einander trennen. Die erste Gruppe wird von Sus, Porcus, 
Phacuchoerus, Dicotyles und Hippopotamus gebildet, und diese 5 Gattungen stimmen vollkommen überein. 
Die Schnecke bildet einen an der Basis breiten stumpfen Kegel, hat stets über 3 Windungen, das Crus 
commune ist sehr lang, so dass die divergirenden Bogenschenkel einen stumpfen Winkel mit einander bilden. 
Die Gattung Hyrax hat ebenfalls eine bedeutende Länge des Schneckenkanals, doch ist der Kegel schmal 
und hoch, die einzelnen Windungen wölben sich nur wenig nach aussen hin vor, der Winkel der Bogen 
am Crus commune ist viel spitzer, die Ampulle des hinteren Bogens ist länger ausgezogen als bei der ersten 
Form. Die dritte Gruppe bilden die Proboseidea, von welchen bis jetzt Elephas indicus, africanus, ') primi- 
genius ?) und Dinotherium giganteum untersucht ist. Sie haben eine niedrige Schnecke von weniger als 3 
Windungen, aber bedeutendere Breite der Basis. Die Ebenen des oberen und hinteren Bogens, welche sich 
im Crus commune schneiden, bilden hier einen Winkel, kleiner als 90° An sie schliesst sich die vierte 
Gruppe, welche von Rhinoceros (africanus) und Tapirus (americanus) gebildet wird. Bei diesen ist die 
Schnecke höher, indem der Querdurchschnitt des Kanales, der bei der Proboscidea sehr niedergedrückt ist, 
sich mehr einem Kreise nähert. . Der Winkel, welchen der obere und hintere Bogen mit einander bilden, 
hat wenigstens 90°, die Schnecke wenig über 2 Windungen. 

Equus (Caballus und asinus) haben ein ähnliches Labyrinth. Der Anfang der ersten Schnecken- 


!) Hyrtl, Tab. VII, Fig. XI. ?) Froriep’s Notizen 1848, VIIL, 145. 


windung ist verhältnissmässig viel stärker, und hat über dem runden Fenster eine starke Hervorwölbung. 
Die Bogen sind dünn. 

Die Gattung Camelus zeigt wiederum denselben Typus, nur sind die Bogen stärker und die hintere 
Mündung des horizontalen Kanales, weiter von der Ampulle des hinteren Bogens entfernt, als beim Pferde. 
Eine besondere Form des Labyrinthes zeigen die Cervini, denen sich Camelopardalis und einige Antilopen, 
z. B. Antilope Euchore, anschliessen. Der Anfang der Schnecke ist schmäler als bei den vorhergehenden. 
Die Schnecke ist niedrig und hat kaum über 2 Windungen. Capra und Ovis zeigen wiederum eigenthüm- 
liche Formen. Bei beiden sind die obersten Schneckenwindungen im Querdurchmesser breit, im senkrechten 
dagegen sehr verkürzt, eine ganz vereinzelt auftretende Form des Kanales. Capra unterscheidet sich von 
Ovis durch die auffallenden Linien, welche die beiden Bogen bei ihrer Vereinigung im Crus commune bilden. 
Bei Capra gehen sie nahe der Vereinigung eine Strecke lang nahezu parallel und biegen sich dann gerundet 
einander entgegen, so dass das betreffende Stück das Bild einer zweizinkigen Gabel bietet, während bei Ovis 
wie bei allen übrigen Labyrinthen die Bogen ebenmässig gegen einander convergiren. Die Gemse hat ein 
Labyrinth, welches zwischen dem der Hirsche und Ziegen mitten inne’ steht. Von diesen sondert sich die 
Gattung Bos scharf ab. Die Schnecke ist mehr erhöht und hat bei Bos taurus wenigstens 3, bei B. catfer 
fast 31); Windungen. Ganz dieselbe Form zeigt Anoa depressicornis. Eine ganz eigenthümliche Form hat 
Moschus (javanicus), dessen Schnecke spitz kegelförmig ist und fast 3'/; Windungen zeigt. 

Unter den Pinnipedien finden sich im Bau des Labyrinthes die grössten Differenzen bei sonst nahe 
verwandten Gattungen, die überhaupt unter den Säugethieren vorkommen. Es sind dies die Robben mit 
und ohne auricula. Während sonst die Grösse oder Kleinheit der Ohrmuschel oder ihr gänzliches Fehlen 
keine Abweichung im Bau des Labyrinthes bedingt, so findet sich bei Otaria und Phoca ein kolossaler Unter- 
schied. Otaria (von welchen die Marburger Sammlung nur 1 Präparat aus einem 7'/, “p. langen, auf die 
Species nicht bestimmten Schädel besitzt), hat ein Labyrinth von der Grösse und im Allgemeinen auch von 
der Form, wie es die Raubthiere von gleicher Grösse besitzen. Dagegen ist Phoca und Cystophora (cristata)- 
im Besitz eines Labyrinthes von wahrhaft kolossalen Dimensionen. Die gewöhnliche Phoca Vitulina hat eine 
Capaeität, welche von Hippopotamus kaum und sonst nur von Elephas und Dinotherium übertroffen wird. 
Das runde Fenster übertrifft den Flächenraum des ovalen wenigstens um das Fünffache, wobei zu bemerken 
ist, dass nur ein kleiner Theil der Membrana tympani secundaria fungirt. Die Schneckenachse ist gegen 
die Ebene des Anfangs der ersten Windung stark geneigt. Der Aussenrand der Windungen gegen die Achse 
hin conprimirt. Das Labyrinth von Trichecus ist in allen Beziehungen kleiner als von Phoca, die Schnecke 
zugerundet. 

Die Sirenen zeigen in der Form ihres Labyrinthes schon eine Annäherung an die echten Oetaceen, 
indem die Schnecke gegen den Vorhof und die Bogen bedeutend überwiegt, uud zugleich das runde Fenster 
grössere Dimensionen annimmt. Beide Fenster sind verhältnissmässig gross. Doch sind sie, wie alle 
übrigen Säugethiere, für das Hören in der Atmosphäre eingerichtet, indem sie ein functionirendes Trommel- 
fell besitzen. Halicore und Manatus besitzen ähnliche Formen. Die Schnecke, die nur wenig über 
1! Windungen hat, ist auf dem Querschnitt des Kanals rund, gegen die Spitze nur wenig verengt, im 
Ganzen niedrig. 

Die echten Cetaceen zeichnen sich, wie bekannt, durch die Atrophie des Vestibulum und der Bogen 
aus. Dies ist am ausgesprochensten bei der Gruppe der Delphine, Platanista, Hyperoodon und Monodon, 


Al de 


während die Bartenwale (der Glattwal, Pterobalaena syncondylus A. Müller!) und minor Eschricht) ein 
verhältnissmässig grösseres Vestibulum besitzen. (Ueber die Physiologie dieses Gehörorganes siehe Claudius’ 
Physiologische Bemerkungen über das Gehörorgan der Cetaceen und das Labyrinth der Säugethiere. 
Kiel 1856.) 

Aus dem Vorhergehenden ergiebt sich, dass die Form des Labyrinthes in den meisten Fällen mit 
überraschender Bestimmtheit den Gattungen und Familien, wie sie von‘den Zoologen jetzt angenommen 
wurden, entsprechen. Unter den mir bekannten Eintheilungen ist es die von J. van der Hoeven, welche 
am meisten mit der durch die Labyrinthform bezeichneten übereinstimmt. Die Fälle, in denen Abweichungen 
vorkommen, sind folgende. Unter den Viverrinae führt van der Hoeven Hyaena auf, diese Gattung hat aber 
ein Labyrinth, welches dem von Canis und Felis viel ähnlicher sieht, als dem von Viverra. Bei dem Pinni- 
pedien wird in einer Unterabtheilung einer Familie Phoca und Otaria nebeneinander aufgeführt. Ihre Laby- 
rinthe weichen aber so von einander ab, wie es bei Gliedern keiner andern Familie !'vorkommt. In der 
16. Familie, den Rlaphii, steht Moschus neben Cervus, das Labyrinth von Moschus unterscheidet sich aber 
von Cervus wie von allen Ruminantien in sehr markirter Weise. Unter den Pachydermen ist das Laby- 
rinth von Tapirus von der sehr oleichmässigen Form der übrigen Suinen sehr verschieden, schliesst sich 
aber auf’s engste an Rhinoceros an. In allem Uebrigen schliesst sich die Entwickelung und Ausbildung 
der Form des Labyrinthes genau an die von J. van der Hoeven aufgestellte Systematik der Säugethiere an. 
Ob in den genannten Fällen Ausnahmen von den Gesetzen über die Labyrinthformen vorliegen, oder ob in 
der Aufstellung der genannten Familien Unvollkommenheiten enthalten sind, diese Frage zu entscheiden 
muss den Zoologen überlassen bleiben. 

Kehren wir zum Felsenbein des Dinotherium zurück. Das Präparat bestand in einem etwa 31,” p. 
langen, 3“ breiten und 11,“ dicken Stück, und enthielt ausser dem grössten Theile des Felsenbeines 
mehrere kleine demselben anhängende Bruchstücke des Paukenknochens. Die Bruchtläche war fast hori- 
zontal — den Schädel in stehender Haltung gedacht — und ging durch die Achse des äusseren Gehörganges und 
des Paukenringes. Die Pyramide zeigt an ihrer Basis die bei dem Pachydermen durchgängig vorkommen- 
den Spuren einer Trennung von den benachbarten Schädelknochen, welche auf eine Verwandtschaft mit den 
Cetaceen hindeutet. Bei den letzteren kommt, wie bekannt, nie eine Synostose des Felsenbeines mit dem 
Schädel vor, bei den Pachydermen ist im Gegentheil nie eine vollständige Trennung da, wohl aber bei 
einigen Familien, namentlich den Suinen, eine kleine Verbindungsstelle. Bei diesen liegt sie auf dem 
Hinterrande des Felsenbeins, bei Hyrax ist das, beim Menschen sogenannte, Tegmen tympani mit der 
Schuppe verwachsen, bei Elephas geht die Pyramide am Vorderrande und der Basis in die benachbarten 
Knochen über und es zeigt sich nur am oberen Rande der Basis eine tief einschneidende, von Dura mater 
ausgefüllte Spalte, welche auf diese Trennung hinweist. Das Felsenbein von Dinotherium verhielt sich in 
dieser Beziehung wie bei Elephas: die Spalte dringt an den meisten Stellen '/,“ tief zwischen Schuppe und 
Pyramide ein. 

Die vordere Hirnfläche der Pyramide ist eben, die hintere unregelmässiger und zeigt namentlich in der 
Gegend des oberen Bogens narbige Knochenmassen, wie sie beim Menschen regelmässig vorkommen. Längs 


') Die Marburger anatomische Sammlung ist im Besitz eines grossen Bruchstückes dieses höchst interessanten 
Schädels. 


BETEN Or WRREE 


der vorderen Kante verläuft ein Sinushalbkanal von 4“ p. Durchmesser. Der Meatus auditorius internus, dessen 
hintere (laterale) Wand nur zum Theil erhalten ist, bildet eine Ellipse von 6“ p. langem und 3'/,“ kurzem 
Durchmesser. Die obere Kante ist nicht zugeschärft und zeigt keinen Suleus. Die untere Fläche ist aber, 
allwo das Paukenbein abgebrochen ist, sehr uneben, indem hier die Scheidewände der Luftzellen der Pauke 
wie beim Elephanten durchbrochen sind. Der äussere Gehörgang (in einer Länge von 15“ erhalten) ist 
verhältnissmässig eng (5“ lumen). Der Paukenring begränzt den Canalis facialis unmittelbar lateralwärts, 
steht schräg und hat im sagittalen Durchmesser 6“ Im dieser Beziehung zeigt sich eine wesentliche 
Abweichung vom Elephanten. Das Paukenfell, wie die Gehörknöchelchen sind bedeutend kleiner als bei 
diesem, obwohl das Labyrinth viel grösser ist. Der Elephant nämlich zeigt einen Paukenring von zoll- 
langem, sagittalem Durchmesser, wie die Untersuchung eines jugendlichen und eines grossen erwachsenen 
Schädels von Elephas indieus zeigte. Die Paukenhöhle ist bei Dinotherium im transversalen Durchmesser 
schmal, indem der Paukenring nur um die Breite des Canalis facialis (2) vom Vorhofsfenster und 
Promentorium entfernt ist. Die Knochenbegränzung des Tuba und der Muskelgruben war an dem 
Präparate lädirt. 

Von Interesse ist das Verhalten des Canalis facialis, indem sich aus ihm ein sicherer Schluss auf 
die Anwesenheit eines Rüssels ziehen lässt. Früher stützte man sich bei der Erörterung dieser Frage auf 
die Dimensionen des Foramen infraorbitale, allein es ist bekannt, dass die Grösse der Empfindungsnerven 
des Gesichtes keinen Schluss auf die Anwesenheit eines muskulösen Organes zulässt, wie denn die verhält- 
nissmässig grössten Unteraugenhöhlenlöcher bei Thieren ohne Rüssel, namentlich Nagern vorkommen. Die 
Grösse ‘des Canalis facialis dagegen entscheidet mit Sicherheit diese Frage. Beim Dinotherium tritt der Facialis 
aus dem inneren Gehörgang durch eine elliptische Oeffnung von 5” langem und 2“ kurzem Durchmesser. 
Die letztere Grösse, die der Kanal auch in seinem Verlauf durch die Paukenhöhle beibehielt, giebt den 
Durchmesser des Nerven an, welcher vom inneren Gehörgang aus den dünnen Knochen in schräger Richtung 
durchbohrt und auf diese Weise eine elliptische Oeffnung bildet. Der Nervus facialis des Dinotherium hatte 
eine Grösse etwa wie der Medianus des Menschen und diente somit zur Innervation einer enormen Menge 
von Muskelfasern. Beim Elephanten hat der Kanal dieselben Dimensionen, beim Tapir ist es verhältniss- 
mässig viel enger. 

Von den Gehörknöchelchen war, wie bemerkt, der Ambos erhalten, der Steigbügel steckte im Vorhof 
wurde aber bei einem Versuche, ihn herauszunehmen, zertrümmert. Aus den Bruchstücken liess sich aber 
mit Bestimmtheit ersehen, dass er eine ähnliche Structur besass, wie beim Elephanten, nämlich sehr zart 
sebaut war und eine grosse intercrurale Oefinung besass. Die Basis desselben wird durch das Vorhofs- 
fenster angegeben. Beim Dinotherium zeigt sich das für den Physiologen höchst interessante Factum, dass 
von zwei ganz gleich gebauten Labyrinthhöhlen die grössere mit einem geringer entwickelten 'Trommelfell 
und Gehörknöchelchenapparat versehen sein kann. Der Ambos des Dinotherium zeigt nämlich in jeder 
Beziehung geringere Dimensionen, als beim Elephanten. Wenn bei diesem der längste Durchmesser des 
Knochens, nämlich die Längsachse des langen Schenkels, 6“ misst, so ist derselbe Durchmesser beim 
Dinotherium nur 4“; ebenso verhalten sich die Achsen der kurzen Schenkel. Die Formen stimmen sonst 
völlig überein; nur dass bei Dinotherium ein, kleiner Knochenvorsprung hinten am Rande der Gelenkfläche 
viel prononeirter vorspringt und die Concavität des Sattelgelenkes weniger, die Convexität stärker aus- 
gesprochen ist, als bei Elephas. 


Die Pars *labyrinthica entspricht in ihren morphologischen Verhältnissen vollkommen der des 
Elephanten. Das Promontorium springt stark vor und zeigt ein versteckt liegendes mit dem Aquaeductus 
eochleae verschmolzenes !) rundes Fenster. Es ist unregelmässig vierseitig und hat 2,,“ im langen Durch- 
messer und 1,“ im kurzen Durchmesser. Das Vorhofsfenster ist eine Ellipse, deren eines Ende zugespitzt 
ist. Das stumpfe Ende liest in der Nähe des runden Fensters. Der lange Durchmesser desselben hat 
fast 3°, der kurze 1,,“ Länge. Beim Elephanten’finden für die angegebenen Dimensionen fast dieselben 
Verhältnisse statt, doch sind alle,Zahlen etwa um "/, kleiner. 

Von grossem Interesse ist das Verhalten des Canalis ganglionaris der Schnecke. 2) Die Form des- 
selben beim Elephanten weicht von der aller übrigen Säugethiere in auffallender Weisse ab. Während der 
Kanal sonst überall nach aussen geschlossen ist, fehlt beim Elephanten die knöcherne Aussenwand, so dass 
sich am'macerirten Felsenbeine unter der Wurzel der lamina spiralis eine rauhe Furche zeigt, in welche 
sich vom Modiolus aus zahlreiche Nervenkanälchen öffnen, während eine andere Reihe von Oefinungen in 
die Kanälchen der lamina spiralis führt. Wir haben uns über dies Verhalten in der genannten Dissertation 
nicht mit Bestimmtheit ausgesprochen, weil uns nur die Felsenbeine eines jugendlichen Exemplares zu Gebote 
standen, und dies auffallende Verhalten möglicherweise seinen Grund in dem geringen Alter des Thieres 
haben konnte; seitdem habe ich aber genau die gleiche Form in der Schnecke eines völlig ausgewachsenen 
Elephas indicus gesehen, und sie ist demgemäss für den Elephanten normal. Genau ebenso verhält sich 
Dinotherium. Die rauhe Furche ist von derselben Breite; wie denn überhaupt der Modiolus in gleicher 
Weise gebaut ist. Eben so tritt die lamina spiralis unter einem rechten Winkel von dem Modiolus ab, 
dessen Scheitel den Sulcus ganglionaris berührt. n 

Wegen der Form des Labyrinthes verweise ich auf die Abbildungen, welche besser als eine detaillirte 
Beschreibung die feinen Formunterschiede klar machen werden. Für die Correetheit der Zeichnungen kann 
ich-mich verbürgen. Sie wurden in der Weise angefertigt, dass das Präparat dicht unter einer in einen 
Tisch eingelassenen Glassplatte befestigt, über der Glasplatte eine Vorrichtung zum genauen Visiren 
angebracht war und dann auf die Glasplatte dicht über das Präparat ein zweites Plättehen gelegt wurde, 
auf welches ein feines Liniengitter gezogen war. Dann wurde die Zeichnung auf ein ebensolches Gitter 
auf Papier übertragen. 

Der grösste Theil sämmtlicher Zeichnungen ist von einem fleissigen und talentvollen Zuhörer, Herrn 
Eysell aus Rinteln angefertigt, die übrigen von dem Herrn Dr. Vietor aus Melsungen. 

Die Corrosionspräparate aus fossilen Felsenbeinen ?) können bei der Anfertigung nie den Grad 
äusserer Eleganz erhalten, wie die aus frisch macerirten Knochen, weil es nothwendig ist, das Felsenbein in 
mehre Stücke zu sprengen, üm die in die Labyrinthhöhle eingedrungenen erdigen Massen herauszuschaffen- 
Die durch das Sprengen entstandenen Spalten zeichnen sich auf dem Präparate als Narben ab und es ist 


” 

\) Hyrtl giebt für Elephas afriecanus einen getrennten Aquaeductus eochleae an, bei Elephas indieus fand ich 
an 2 Exemplaren, darunter dasjenige, welches von Fick untersucht wurde, denselben in das runde Fenster aufgenommen. 
Cf. Hyrtl 1. e. p. 22. 

3 2) S. eine im vor. Jahre unter meiner Leitung erschienene Diss. C. F. O. V. Vietor: Ueber den Canalis ganglionaris 
der Säugethiere. Abgedruckt in Henle und Pfeuffer’s Zeitschrift für rationelle Mediein. 1864. 

®) Ich erlaube mir hier die Bemerkung beizufügen, dass ich diejenigen meiner Herren Collegen, welche im 

Besitz von Felsenbeinen fossiler Thiere sind, und Corrosionspräparate aus denselben zu erhalten wünschen, gern mit Rath 


und That unterstützen werde. 
10 


== Mh 


nicht anzurathen, dieselben bis auf die letzten Reste zu entfernen, da beim Manipuliren «das Präparat durch 
Verbiegung der Bogen etc. leiden könnte. Auf der Zeichnung sind diese Narben und Nähte weggelassen, 
und eine defeete Stelle am ampullenlosen Schenkel des hinteren Bogens ergänzt. Einige Dimensionen des 
Labyrinthes von Dinotherium und Elephas indicus mögen hier folgen: 


- Dinother. Elephas. 

Durchmesser der Schneckenbasis vom medialen Ende des runden Fensters aus . . 6 pP. 6 

Hoöheder&Schneckenachsen. „1 U. 31 ne RR NEE ee RE Da Den 
Von der stärksten Hervorragung des oberen Bogens aus durch die Schneckenachse 

zum nSchneckenranden tu. Car and KR ee RE Eee Re RA 14.208 


Einen sehr geringen Unterschied kann man darin finden, dass beim Elephanten a8 Schnecke im 
Verhältniss zum Vorhof und zu den Bogen etwas grösser ist als beim Dinotherium. 

Ich habe eine Vergleichung des Dinotheriumlabyrinthes mit dem der Sirenen unterlassen, da sich 
durchstehend in der Form des Felsenbeines der Paukenhöhle, der Gehörknöchelchen und des Labyrinthes 
solche Differenzen finden, dass eine Vergleichung kaum möglich ist. Aus dem Gesagten geht meiner An- 
sicht nach unwiderleglich hervor, dass das Dinotherium zur Familie der Proboscideen unter den Pachy- 
dermen gehört. 


Erklärung der Abbildungen. ' 


Fig. 1 und 2. Linkes Labyrinth von Hyrax syriacus. 

Fig. 3 und 4. Labyrinth des Hausschweines. Dieselbe Form zeigen Porcus, Dieotyles, Phacochoerus und 
Hippopotamus. 

Fig. 5 und 6. Labyrinth von Tapirus americanus, charakteristisch für die Gattungen Tapirus und Rhinoceros. 

Fig. 7 und 8. Linkes Labyrinth von Elephas indicus. 

Fig. 9 und 10. Das ganz ähnlich geformte Labyrinth von Dinotherium giganteum. 


Die unter den Fig. 1, 3, 5, 7, 9 stehenden Linien zeigen die wahre Grösse einer Linie an, welche von 
dem hervorragendsten Punkt des hinteren Bogens durch die Schneckenachse zur, äussern Gränzlinie der ersten 
Windung gezogen ist. 


I Druck von G. Pätz in Naumburg, 


Die Stratigraphie und Paläontographie 
des 
südöstlichen Theiles der Hilsmulde 


auf Grund neuer, bei den Eisenbahnbauten in den Jahren 1861—1864 angestellter Beobachtungen 


dargestellt 


von 


Dr, D. Brauns. 


Obgleich es gewagt erscheinen kann, noch mit Neuem aus dem Bereiche der oft genannten Hils- 
mulde hervorzutreten, so wurde dem Verfasser doch von verschiedenen massgebenden Seiten so viel Auf- 
munterung zu Theil, dass er den lange gehesten Plan, die Resultate der durch die neuen braunschweigischen 
Bahnbauten veranlassten geologischen Forschungen zu veröffentlichen, nicht fallen lassen mochte. Zudem 
rundeten sich die Beobachtungen im Verlaufe der Erdarbeiten immer mehr zu einem geographisch, wie auch 
stratigraphisch, geschlossenen Ganzen ab, und ermöglichten es, im Folgenden, neben einer geognostischen 
Uebersicht der südöstlichen Hilsgegend, zu einer nicht unerheblichen Schichtengruppe aus der Juraformation 
paläontologische Beiträge zu geben. 

Wenn es dem Verfasser gelungen sein sollte, die geologischen Verhältnisse des genannten (Gebietes 
einigermassen anschaulich zu machen, so würde er seinen Zweck für erreicht halten, und nicht fürchten, 


dass etwa die engen localen Grenzen der Arbeit das Interesse an derselben allzu sehr schmälern würden. 


Paläontographica, Bd. XI, 3 11 


Benutzte Literatur. 


Agassiz, Etudes critiques sur les mollusques fossiles. (1840.) [Trigonies und Myes.] 

Bronn, Lethaea geognostica. (1837.) 

Credner, Gliederung der oberen Juraformation und der Wealdenbildung im nordwestlichen Deutschland. (1863.) 

Dunker und Koch, Beiträge zur Kenntniss des norddeutschen Oolithengebirges. (1837.) 

Dunker, Monographie der norddeutschen Wealdenbildung. (1846.) 

Goldfuss, Petrefacta Germaniae. (1826—1844.) 

Lamarck, Histoire naturelle des animaux sans vertebres, 2. von Deshayes (und Milne Edwards) bearbeitete 
Aufl. (1835 —1845.) 

Morris und Lycett, Mollusca from the great oolite, in 3 Th., Palaeontographic Society 1850, 1853 u. 1855. 

Oppel, Die Juraformation. (1856 —1858.) 

d’Orbigny, Paleontologie frangaise, terrains oolithiques. (Nur 1. u. 2. Bd. mit Atlas 1842 ff) 

d’Orbigny, Prodrome de paleontologie stratigraphique universelle. (1850 —1852.) 

Phillips, Geology of Yorkshire. (1829.) & 

Quenstedt, Petrefactenkunde Deutschlands, I. Cephalopoden. (1846—1849.) 

Quenstedt, DerJura. (1858.) 

Römer, F. A. Die Versteinerungen des norddeutschen Oolithengebirges. (1836, Nachtrag 1839.) 

Römer, Herm., Geologische Karte des Königreichs Hannover. (Section Einbeck.) 

v. Seebach, Der hannoversche Jura. (1864.) 

v. Seebach, Conchylienfauna der weimarischen Trias. (1862.) 

U. Schlönbach, Der Eisenstein des mittleren Lias. (In der Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft, 
Jahrg. 1863.) 

v. Schlotheim, Petrefactenkunde, (1820, Nachträge 1822 u. 1823.) 

Sowerby, Mineral Conchology of Great Britain. (1812—1846.) 

v. Strombeck, Geologische Karte des Herzogthums Braunschweig, 3 Blatt, nebst den Erläuterungen dazu: 
„Zusammenstellung des oberen Lias, braunen Juras, bis Coralrag im Norden vom Harz, 
mit den gleichzeitigen Bildungen in Würtemberg.“ (In der Zeitschrift der deutschen 
geologischen Gesellschaft, Bd. V., Jahrg. 1853.) 

v. Strombeck, Die Muschelkalkbildung des nordwestlichen Deutschlands. (Ebendas. 1849.) 

v. Zieten, Die Versteinerungen Würtembergs. (1830.) 


I. Stratigraphie. 


1. Die Gestaltung der Hilsmulde im Ganzen, 


Wie im Norden des Harzes, im Gebiete der Oker, der Innerste u. s. w., sind auch im Umkreise 
des Hilses die tiefsten Schichten, welche überhaupt zu Tage treten, die triasischen; noch ältere Gebilde 
finden sich erst unmittelbar am Harze selbst. 

Die Trias tritt, wie in dem Höhenzuge um Braunschweig, in Gestalt von Sätteln auf, zwischen 
welchen in Mulden jüngere geschichtete Gesteine liegen. Unsere Karte umfasst einen nicht unbedeutenden 
Theil (den südöstlichen Theil) der schon durch Gebrüder Römer, durch Dunker und Koch bekannt ge- 
wordenen Hilsmulde, der wichtigsten der ganzen Umgegend, reicht aber dabei, im N.O. und S.W., in die 
Nachbarmulden, die Alfelder und die Einbeck-Markoldendorfer Mulde hinein. 

Die Hilsmulde, in welche ohne Ausnahme die Aufschlüsse der neuen Bahnbauten, soweit sie über- 
haupt von Interesse sind, hineinfallen, hat die Form einer Ellipse, deren Längsachse nahezu von N. W. 
nach $.0. verläuft. Sie breitet sich westlich von der Leine, etwa von Greene bis Coppenbrügge, aus und 
ihr Centrum befindet sich ungefähr in dem kleinen Dorfe Keierde unweit Delligsen, an der nordwestlichen 
Seite des Fahrenberges gelegen. 

In diesem Centrum befinden sich die jüngsten Schichten, welche überhaupt an der Bodengestaltung 
erheblichen Antheil nehmen, der Flammenmergel und der Plänerkalk. Der erstere bildet eine zusammen- 
hängende Decke des Innenraumes der zunächst von ziemlich hohen (die Meereshöhe von circa 470 Meter, 
und damit den Culminationspunkt des ganzen von uns cartirten Gebietes erreichenden) Sandsteinzügen ein- 
geschlossenen Mulde; der letztere tritt zerstreut in Form einzelner Anhöhen (Idtberg, grosser Haimberg, 
Fahrenberg) über dem Flammenmergel auf, welcher in sämmtlichen Wasserrissen und am unteren Theile 
der Bergabhänge frei bleibt — ein Verhalten, welches sich in ähnlicher Weise in der Alfelder Mulde, an der 
Winzenburg u. s. w., wiederholt. 

Ringsum liegen dann, je nach der grösseren oder geringeren Verwitterbarkeit Thalgründe oder Berg- 
züge bildend, die älteren Glieder elliptisch -schalenförmig nach aussen, und zwar treten sie fast sämmtlich 
mit ihren Schichtenköpfen überall in gleichmässiger Stärke zu Tage. Auch in die benachbarten Mulden 
gehen die Formationsglieder , soweit sie überhaupt vertreten und der Beobachtung zugänglich sind, mit un- 


gefähr derselben Mächtigkeit über. 
11* 


RE 


Es folgt daraus nothwendig, dass die Hilsmulde erst durch spätere Hebungen, verbunden mit be- 
trächtlichen Auswaschungen und, wie wir sehen werden, mit theilweiser Störung des Schichtenzusammen- 
hanges, ihre gegenwärtige Gestalt bekommen hat. Sie hat keineswegs zur Zeit der Bildung der dort vor- 
kommenden Sedimente als Mulde oder Bucht bestanden, sondern nahm nur Theil an weiter ausgedehnten, 
meist marinen, Ablagerungen, welche sich theils in ganz gleichförmiger Weise, theils mit verhältnissmässig 
geringen Modificationen nicht unbeträchtlich über ihre Grenzen hinaus erstreckten, wesshalb wir auch im 
Allgemeinen über die Lage der alten (wirklichen) Sedimentsgrenzen, der Strandlinien der alten Meere, keine 
Resultate beifügen können. 

Die bedeutendste Ausnahme hiervon besteht in dem Fehlen der oberen Wälderbildungen, der dem 
süssen Wasser angehörenden Sandsteine, Kohlen und Thone im S. O. der Mulde; minder erheblich ist wohl das 
Fehlen des Markoldendorfer Eisensteines und der bei Salzderhelden auftretenden Sandsteine des untersten 
Lias (Präcursoren- oder Bonebed-Sandsteine) weiter nördlich und nordwestlich. Doch liefert auch die erst- 
erwähnte Erscheinung nur im Zusammenhange mit weiteren Vorkommnissen, insbesondere dem Auftreten 
des oberen Wealden nach Westen und Nordosten, das Resultat, dass vom Schluss der jurassischen Periode 
an der Strand durch Landhebung allmälig von Osten und Südosten nach Westen und Nordwesten vor- 
rückte, auf welche Hebung bei Beginn der Kreide eine relativ rasche Senkung des Bodens mit Verlegung 
des Strandes weit nach Osten und Südosten (etwa gegen Magdeburg und den Harz zu) erfolste. 

Die Gleichförmigkeit der Schichten unseres Gebietes erleichterte andererseits die Herstellung der 
Profile bedeutend, von denen wir ein Uebersichtsprofil auf Blatt 1 neben der Karte, einen Theil desselben 
in grösserem Massstabe nebst Scala der Schichten auf Blatt 2, und einige andere wichtige Profile auf dem- 
selben Blatte geben. 

Diese letzteren sind namentlich dazu bestimmt, einige Abweichungen von der regelmässigen 
Schichtenlage darzustellen, welche aus der Betrachtung der Karte allein nicht vollständig zu ersehen 
sein würden. 

Unter den derartigen Abweichungen ist zuvörderst ein Riss zu erwähnen, welcher radial durch das 
südöstliche Ende der Mulde hindurchgeht. Hier bemerkt man nämlich schon an dem elliptischen Sand- 
steinzuge, welcher die vorhin erwähnte Niederung mit dem Flammenmergel sammt den Plänerhöhen um- 
schliesst und nur nördlich vom Muldencentrum, bei Dellissen, den Gewässern einen Durchfluss lässt, eine 
nicht unbedeutende Niveaudifferenz, welche sich, obwohl äusserlich durch Gesteinstrümmer theilweise ver- 
steckt, doch in einem ziemlich raschen Abfalle des Höhenzuges um circa 300 Fuss oder fast 100 Meter 
kundgiebt. Diese Discontinuität wird am Fusse der Hilshöhe noch grösser, und zieht sich überhaupt auf 
einer Linie weiter, welche durch die Dörfer Stroit und Naensen bis nach Bruchhof hin, etwa h. 3 strei- 
chend, hinläuft, dann aber bei einem Streichen in h. 11 sich nach Greene zu wendet, im Süden von Greene 
sich in einem Bogen (dem Streichen des Muschelkalkes der benachbarten Höhen parallel) erst nach Westen, 
dann nach Norden umschlägt und am nördlichen Fusse des Ippenser Berges in die Leineniederung sich 
verliert. Südwestlich von dieser Linie folgen, vom Hilssandstein an gerechnet, die älteren Formationsglieder 
weit rascher, als nordöstlich von derselben. Im Dorie Stroit liegen einerseits die Posidonienschiefer, 
andererseits die bunten Mergel des Wealden ziemlich dicht nebeneinander (wesshalb Credner in seiner 
Schrift: „Ueber die Gliederung der oberen Juraformation und der Wealdenbildung“ pag. 110 angiebt, die 
„Münder Mergel‘‘ oder bunten Wäldermergel lägen bei Stroit über den Posidonienschiefern, während sie 


TOR 


doch auf den Einbeckhäuser Plattenkalken lagern, die bei Ammensen und Weddehagen anstehen, und nur ın 
der angegebenen Weise die Posidonienschiefer in die Nähe der bunten Mergel kommen). In und bei dem 
Dorfe Naensen liegt der Keuper in ähnlicher Weise neben den Plattenkalken des unteren Wealden und dem 
weissen Jura; oberhalb und in Bruchhof liegt der braune Jura nebst dem Posidonienschiefer dem Muschel- 
kalke gegenüber. Am Abhange des Ippenser Berges, in einer kleinen Schlucht, liegen, kaum 30 Schritte 
von einander entfernt, hier die Lettenkohle, dort der Unteroolith. Ein kleiner Kopf (Klusbusch) mit Kalken 
des weissen Jura, welche auf dem Unteroolithe des Kluskampes daselbst liegen, befindet sich in nächster 
Nähe von einer kleinen Keuperpartie, welche ganz folgerichtig auf dem Muschelkalke der umgebenden 
Höhen (des Thauberges etc.) auflagert. 

Dieser Riss, der sich in der angegebenen Weise fast vom Centrum der Mulde bis an ihre äusserste 
Peripherie verfolgen lässt, geht nun keineswegs diametral durch dieselbe hindurch. Vielmehr verhält sich 
das entgegengesetzte oder nordwestliche Ende der Hilsmulde ganz normal: der Sandsteinzug des Hilses, der 
dort gerade seine höchten Punkte aufweist, ist continuirlich geschlossen und zeigt keine namhaften Höhen- 
differenzen; nach aussen von ihm kommt eine kleine mit Schwemmgebilden erfüllte Niederung (nach Duingen, 
Wallensen zu), dann die Wälderbildung und dann wieder ein nur durch Querthäler unterbrochener weiterer 
(bis fast nach Coppenbrügge reichender) schmalelliptischer Ring von Kalk und Dolomiten des oberen Jura. 
Der Riss dagegen verläuft in gebogener Richtung, nordwestlich von Delligsen, wieder durch den Sandstein- 
ring nach aussen, so dass die weit niedrigere Sandsteinpartie bei Delligsen abermals eine namhafte Höhen- 
differenz gegen den (normalen) Grünplaner Theil des Hilszuges zeigt. Von da ab wendet sich nun die Riss- 
linie allerdings noch weiter nach aussen über Delligsen nach Dörshelf hin, doch nimmt die Grösse der 
Schichtenstörung nun sehr rasch ab, so dass an letzterem Orte schon der Dolomitklippenzug in evident 
ungestörter Lage und Richtung verläuft. 

Die ganze Discontinuität steht hiernach in keinem bestimmten Verhältnisse zu den Hebungen der 
Gebirge; anfänglich im S.O. zwar der Längsachse der Mulde auch in ihrem umgebogenen äussersten Theile 
folgend, wendet sie sich im weiteren Verlaufe doch aus der Richtung derselben heraus und hält dann augen- 
scheinlich nicht einmal einen bestimmten Winkel gegen sie ein. 

Was die Erklärung dieser Erscheinung anlangt, so weist sie nothwendig auf eine nach Ablagerung 
der Mulde, während oder nach eingetretener Hebung der Ränder derselben, eingetretene Störung der letz- 
teren hin. Ob nun eine Abrutschung des niedrigen Theiles, durch Unterwaschung eines beträchtlichen 
Theiles der tieferen Schichten entstanden, oder eine weitere Hebung des höheren Theiles stattfand, ist im 
Resultate gleich; manchfache Analogien weisen indessen wohl auf die grössere Wahrscheinlichkeit einer Ab- 
rutschung des niedrigeren Theiles hin. Die Ursache, sei sie, welche sie wolle, kann natürlicherweise eine 
sehr langsam wirkende gewesen sein, und könnte schon vor Ablagerung der jüngsten Muldenschichten be- 
gonnen haben; sie hat dann aber jedenfalls in beträchtlichem Grade bis nach der Absetzung der letzteren 
angedauert. Auch kann sie andererseits sich nicht auf die jüngeren Sedimente beschränkt haben, sondern 
hat die tieferen Schichten bis zur unteren Trias sicherlich mit afticirt. 

Einige andere Störungen des Schichtenzusammenhanges, welche von weit geringerer Ausdehnung 
sind, lassen sich wohl mit Sicherheit auf ein Unterwaschen und Abgleiten eines Theiles der Sediment- 
gesteine zurückführen. 

Unter diesen spielt eine bei Wenzen vorkommende, auf der Karte deutlich ersichtliche Discontinuität 


U 


der Posidonienschiefer und der benachbarten Schichten die bedeutendste Rolle, namentlich auch desshalb, 

weil sie zu verschiedenen willkürlichen Deutungen Veranlassung gegeben hat, die sich erst jetzt, haupt- 

sächlich in Folge der neuen Aufschlüsse durch die Eisenbahnbauten, mit Leichtigkeit widerlegen lassen. 
Es liegen nämlich nunmehr zu beiden Seiten (östlich und westlich) von der gerutschten Partie Aufschlüsse 

im Schiefer und in den darüber liegenden Thonen vor, in solcher Nähe und in solcher relativen Lage, dass 

der vormalige Zusammenhang ohne Schwierigkeit zu ersehen ist, während dazwischen in einem Wasserrisse 

und bis an’s Dorf Wenzen hinab die nämlichen Schichten viel weiter thalabwärts, also evident local gestört, 

erscheinen. Die unrichtigen Deutungen wurden besonders dadurch verursacht, dass das letzgenannte Vor- 

kommen längst bekannt war, während die Aufschlüsse an der eigentlich normalen Lagerungsstelle der be- 

treffenden Schichten nur auf der einen Seite, und selbst da mangelhaft, vorhanden waren. 

Diese Thatsache steht übrigens keineswegs allein. Bei Stroit liegen z. B. Gypstrümmer weit aus- 
gebreitet am Fusse der Gypsschichtenköpfe auf bunten Mergeln des Wealden, so dass man selbst an mehrere 
Gypstlötze denken könnte; eine nach Vergleichung derselben Schichten an anderen Stellen völlig unhaltbare 
Vermuthung. Ferner findet ‚sich gleich westlich von Wenzen eine Partie der Thone der Coronatenschicht 
des Unteroolithes dicht neben Posidonienschiefern; endlich zeigen der Ippenser Berg und die Gegend des 
Naenser Tunnels auch noch Aehnliches im Bereiche der Trias. 

An diese weniger wichtigen Dislocirungen ganzer Schichtenpartien reihen sich endlich auch noch 
die Ablagerungen abgeschwemmter Gesteinsreste an secundärer Stätte, welche ebenfalls nicht selten und 
mitunter nicht ohne Interesse sind; wir heben hier eine Ablagerung jurassischer Bildungen in einer im 
Bruchhöfer Muschelkalke eingewaschenen Schlucht hervor, welche einige nicht unwichtige Leitfossilien 
lieferte. Alle genannten Erscheinungen weisen übrigens auf die grosse Bedeutung der degradirenden 
Thätigkeit der Tagwässer hin, welche in unserem Gebiete sich nach mehreren Richtungen hin aufs Schla- 
gendste documentirt. — So wird man gewiss über die Masse jurassischer Kalke und Dolomite und fester 
Quadersandsteine staunen, die der Zertrümmerung und Wegspülung allmälig erlegen sind, wenn man fest- 
hält, dass solche Gesteine, wie sie den Hils und Selter zu einem grossen Theile ausmachen, sich gleich- 
förmig über weite Landstrecken ausdehnten. Schon von den Muschelkalken sind kolossale Massen weg- 
seschwemmt; doch nimmt natürlicherweise die Degradation der Gesteine mit der geographischen und strati- 
graphischen Höhe zu. Gewiss wäre aber nicht eine so grosse Masse fester Felsarten weggeschwemmt 
ohne die Zwischenlagerung thoniger Schichten, welche den Fuss der Dolomite u. s. w. bilden, und die erst 
in einem sehr flachen Böschungswinkel zu einer solchen Stabilität gelangten, dass sie die schweren Massen 
der Berge zu tragen vermochten. — 

Zum Schlusse müssen wir noch eine Unregelmässigkeit der "äusseren Gestalt der Hilsmulde er- 
wähnen, welche überhaupt erst in Folge der Eisenbahnarbeiten aufgefunden wurde. In der Nähe des süd- 
östlichen Grenzortes der Mulde, Greene, schlägt sich (ähnlich der oben erwähnten Risslinie) die Längsachse 
derselben bedeutend — fast um 45° — nach Süden hin um, indem zugleich die Breite bedeutend abnimmt. 
So bildet sich gleichsam ein eng zusammengedrückter, schief abgepresster Fortsatz der Ellipse, dessen 
Vorhandensein aber nicht beiremden kann, da ja die Sedimentgesteine der Hilsmulde keineswegs mit ihrer 
jetzigen geographischen Ausdehnung abschlossen, und ihre Conservirung unter so günstigen Umständen, wie 
sie bei dem engen Zusammenrücken der umgebenden Triasgesteine ohne Zweifel in dem jetzigen Leinethale 
stattfanden, nichts Unwahrscheinliches hat. 


Te 


Die Streichungslinien des Muschelkalkes folgen dort mit grosser Consequenz der Configuration 
dieses Endes der Hilsmulde (durch welches auch die obige Risslinie ziemlich in der Mitte hindurchläuft), 
wie wir namentlich auf der Karte anschaulich zu machen suchten, welche überhaupt die wichtigsten der von 
uns gemessenen Streichrichtungen und Fallwinkel verzeichnet enthält. 


2, Die einzelnen Schichten. 


THE Ian 
Nr. 1 bis 4. 


Da weder der Buntsandsteinquader (Nr. 1°), noch der ihn überlagernde, hin und wieder nicht un_ 
bedeutende Gypsmassen (bei Meimerhausen an der Leine, von Lenne bis Portenhagen am Elfas) ein- 
schliessende Röthmergel (Nr. 1°) petrographische oder paläontologische Befunde lieferten, so wenden wir 
uns zunächst zu dem bei Greene und am Elfas vielfach zu Tage stehenden Muscheikalk (Nr. 2). 

Die Gliederung desselben stimmt im Allgemeinen mit der von Strombeck (Zeitschrift der deutscheu 
geologischen Gesellschaft, Bd. 1., pag. 49 fi.) für Braunschweig und den Elm angegebenen überein, wess- 
halb wir uns in der Nomenclatur auch au diesen Autor anschliessen. 

Der untere Muschelkalk (Nr. 2°) besteht in seiner ganzen, etwa Y0w (280 Fuss) betragenden 
Mächtigkeit, welche demnach der am Elıme gemessenen gleich ist, aus dem s.g. Wellenkalke, blättrigem, 
unreinem, grauem bis graugelbem Kalke mit unebener Flächenabsonderung und vielen wurmförmigen Con- 
cretionen, dem nur an einzelnen Stellen Systeme etwas verschiedener Gesteine zwischengelagert sind. 
Diese Systeme, offenbar Analoga des Schaumkalkes, bestehen aus 2—3% mächtigen Partien gröber geschich- 
teter und compacterer, reinerer, meist etwas poröser Kalksteine, die von gelben hydraulischen Kalken 
und gelben Mergelthonen unterteuft werden, welche letztere beide Magnesia und Eisen enthalten. Hin und: 
wieder zeigten sich auch in geringer Entfernung über diesem Complexe dünne Schichten des compacten Kalk- 
steines inmitten des bröckligeren Wellenkalkes. So fanden wir z. B. bei der Greener Burg, unweit der 
oberen Grenze des Wellenkalkes, von oben gerechnet: 

Wellenkalk 10— 12", 

feste Kalke 0,,”, 

Wellenkalk 3,0", 

compacter poröser Kalk 2,;", 

gelber hydraul. Kalk 0,,”, 

gelblicher dolom. Mergelthon (meist zerfallen) 1,,”, 

Wellenkalk, der in den obersten 5® noch 3—4 dünne Lagen festen Kalkes führt. 

Die Zahl dieser Partien abweichender Schichten beträgt meistens, wie es scheint, nur zwei, von 
denen das eine in der Nähe der oberen, das andere unmittelbar über der unteren Grenze des Wellenkalkes 
liegt. Diese konnten, ersteres bei Greene, letzteres am Ippenser Berge und bei Vorwohle beobachtet werden. 
Uebrigens wechseln die Systeme zweifelsohne nicht nur in ihrer Beschafienheit, sondern selbst der Lage 
und Zahl nach; so schiebt namentlich westlich von Greene sich ein drittes System zwischen das obere und 
untere, welches anderwärts nicht oder nur in schwachen Anklängen beobachtet wurde. Die Gesteine der 


eingelagerten Systeme waren theils technisch (die festen Kalke als Bausteine, die gelben Kalke zu schwach- 
hydraulischem Mörtel), theils als Fundort für Petrefacten nicht unwichtig; in den porösen Kalken fand sich 
Trochus Albertianus, Goldf., 
Turritella scalata, Schloth., 
Lima lineata, Schloth.. 
Terebratula vulgaris, Schloth., 
Pentacrinus dubius, Goldf., 
auf den Schichtflächen des Wellenkalkes meist nur 
Natica Gaillardoti, Lefroy, 
Gervillia socialis, Schloth., 
nebst kleinen Turbiniten, Myophorien und Myaeiten in schlechter Erhaltung. 

Der mittlere Muschelkalk (Nr. 2) (so nennen wir mit Strombeck die nun folgende Schicht, indem 
die sonst wohl mit diesem Namen belegte Anhydritgruppe hier, wie um Braunschweig, fehlt) besteht zu 
unterst aus mürben, grünlichen oder gelblichen, meist sehr sandig anzufühlenden Mergeln, welche in der 
Regel dolomitisch, dabei im oberen Theile oft ziemlich reich an Kieselsäure und dann etwas fester sind. 
Diese Gesteine, deren Mächtigkeit übrigens höchstens 20% beträgt und demnach derjenigen der analogen 
Schichten der Braunschweiger Gegend keineswegs gleichkommt, waren durchaus ohne technische Bedeutung. 
Ueber denselben folgen, allmählig in einander übergehend, bröcklige Kalkmergel, etwas festere, unreine, 
oolithische Kalke und endlich reinere, sehr derbe Trochitenkalke, in einer Gesammtmächtigkeit von 15”, 
wovon aber nur 2— 5” auf die als Bausteine vielfach verwendeten Trochitenkalke kommen. Obgleich daher 
die Schichten dieser Abtheilung nicht vollkommen denen entsprechen, welche Strombeck vom Elme be- 
schreibt, so ist doch die Uebereinstimmung immer noch eine sehr grosse. 

Die organischen Einschlüsse waren 

Nautilus bidorsatus, Schloth., 
Turritella scalata, Schloth., 
Myophoria vulgaris, Bronn, 
Gervillia socialis, Schloth., 
Hinnites comptus, Giebel, 
‚ Lima striata, Alb., 
Pecten diseites, Bronn, 
Terebratula vulgaris, Schloth., 
Encrinus liliiformis, Lamk, 
grösstentheils in den Trochitenkalken angehäuft; doch fanden sich 
Turritella scalata, Schloth., 
Gervillia socialis, Schloth., 
Terebratula vulgaris, Schloth., 
Enerinus liliiformis, Lamk, 
auch in den festeren kieselig-kalkıgen Schichten der unteren Gruppe dieser Abtheilung. 

Die Trochitenkalke gehen durch Dünnerwerden der Schichten und Zwischenlagerung dünner 'Thon- 

blätter zwischen die nach oben immer schwächer werdenden Kalkschichten ziemlich rasch in den oberen 


- 3 — 


oder Haupt-Muschelkalk (Nr. 2°) über. Die Schichtung desselben besteht, wie in der Regel, aus Kalk- 
bänken von 1 Zoll bis 1 Fuss (meist 4 Zoll c*) Mächtigkeit und zwischenliegenden Mergelthonblättern von 
1, Zoll bis 4 Zoll (meist 1, Zoll e*) Stärke, und zwar setzt sich diese Bildung auf beiläufig 30% Mächtig- 
keit in einförmiger Weise fort; nur nehmen nach oben hin die Kalke relativ ab und die Mergelthone 
werden bedeutender. 

Die organischen Reste, welche im Allgemeinen gleichmässig vertheilt erscheinen, sind, ausser Zähnen 
von Dracosaurus Bronnii Mstr., einem Zahne von Phytosaurus (eylindricodon Jäger?), einem Labyrintho- 
dontenschilde und einigen Saurierwirbeln, folgende 

Nautilus bidorsatus, Bronn, 
Ceratites nodosus, Brug., 
„ semipartitus, Montt., 
Melania Schlotheimii, Quenst., 
Myacites museuloides, Schloth., : 
Myophoria vulgaris, Bronn, 
SR simplex, Schloth., 
Gervillia socialis, Schloth., 
Lima striata, Alb., 
„  eostata, Mstr., 
Pecten discites, Bronn, 
„ laevigatus, Bronn, 
Ostrea reniformis, Mstr. (Goldf. 79, 4, nach Seebach zu O. ostracina), 
„ ostracina var. placunoides (0. placunoides, Mstr., Goldf. 79, 1), 
Terebratula vulgaris, Schloth., 
Encrinus lliiformis, Lamk. 

Die Terebrateln, obgleich durchgehend, sind in einer Schicht in der ungefähren Mitte der Formation 
stärker angehäuft, die Eneriniten verlieren sich von den unteren Bänken aus allmälig nach oben. Im 
Gegensatze zu Strombeck, 1. ec. pag. 118, fanden wir ausserdem auch noch Lima striata überaus häufig 
neben Ceratites nodosus. 

Indem die Kalkschichten allmälig seltener werden, geht die vorige Abtheilung in die nun folgende 
Uebergangsgruppe (Nr. 3) über, welche im Naenser Tunnel nur von dem Stollen durchsetzt, bei 
Ippensen jedoch in einem tiefen Einschnitte vollständig erschlossen, ausserdem aber nur noch in der Nähe 
von Brunsen angetroffen ist. Wir bezeichnen die ganze etwa 30” mächtige Bildung mit dem Namen 
„Lettenkohlegruppe,‘* verkennen jedoch nicht, dass der untere Theil derselben sich sehr eng an den Muschel- 
kalk anschliesst, während der obere wiederum sich der Keuperformation annähert. 

Die unteren Schichten dieser Uebergangsbildung rechnen wir von da an, wo compacte und mächtige 
Schichten eines dunklen thonigen fast kalkfreien Gesteines von muscheligem Bruche (ziemlich rasch ver- 
witternd) an die Stelle der oben beschriebenen Schichten des Hauptmuschelkalkes treten. Von diesem Ge- 
steine haben wir gleich unten zwei je 1,,” messende Schichten, von einer 0,,= starken Kalkschicht getrennt; dann 
folgen dünnere Schichten wechselnden Thones und Kalkes, aber mit bedeutendem Ueberwiegen des ersteren, 


auf fast 4”, und endlich auf nicht ganz 2” eine dunkle, kalkfreie, thonig-kieselige, theilweis glimmerige 
Paläontographiea, Bd. XIIT, 5 12 


RE 


Schicht. In der unteren Abtheilung, die wir hiermit schliessen und die alsdann 5,;” mächtig er- 
scheint, sind 

Ceratites nodosus, Brug., 

Myophoria vulgaris, Bronn, 

Gervillia socialis, Schloth., 

Lima striata, Alb., 

Lingula tennissima, Bronn., 
nebst unbestimmbaren Myaciten enthalten; eine paläontologische Differenz vom Muschelkalke findet also 
nicht statt. ; 

Ein der letzterwähnten Schicht ähnliches, jedoch helleres, grünlich gefärbtes, zugleich noch san- 
digeres und meist glimmeriges Gestein beginnt den mittleren Theil unserer Lettenkohlengruppe. Es ist auf 
die untersten 1'/;,® homogen, dann mit mässig starken Bänken von mehr oder weniger reinem Kalk und von 
Kalkmergel durchsetzt, noch weiter nach oben aber wieder auf etwa 5” fast ganz homogen (nur einmal von 
einer mürben sandigen Schicht unterbrochen). Diese Abtheilung lieferte einen Theil des zur Cement- 
fabrikation verwandten Materiales (in den Kalkmergelschichten) und beträgt in ihrer Gesammtstärke circa 
11m. Sie ergab an Petrefacten 

Ceratites nodosus, Brug., nebst dem Rhyncholithus hirundo, F. Biguet, 

Gervillia socialis, Schloth , 
nebst zahlreichen Myaciten und Modiola-Arten (besonders in den Kalkschichten), ausserdem aber Fisch- 
schuppen,, mitunter gehäuft, doch stets fragmentarisch, Reste von Cycadeen (ebenfalls fragmentarisch) und 
Calamites arenaceus, Brongn. Die zwischen den Kalk- und Kalkmergelbänken liegenden dünneren Thon- 
schichten sind mitunter reich an Abdrücken von Myophoria transversa, Bornem., welche aber auch in der 
oben erwähnten sandig-thonigen Zwischenschicht, und zwar neben Fischschuppen und dem Myacites (Unio) 
brevis und M. longus, Schauroth, vorkommt. 

Die organischen Reste dieser mittleren Abtheilung zeigen daher eine wenigstens alternirende Action 
des Süsswassers, die von vielen Seiten als bezeichnend für die zwischen Muschelkalk und Keuper sich ein- 
schiebenden Zwischengebilde angesehen wird. 

Der obere Theil der ganzen Uebergangsgruppe beginnt mit bunten, zumeist dunkelrothen Mergeln, 
zuvörderst einer dünnen Schicht, welche durch compacte hellgrünliche oder gelbliche dolomitische Mergel 
(als Cementsteine benutzt) überlagert wird; diese wechseln dann mehrmals mit den bunten Mergeln ab, und 
zwar so, dass die letzteren 11,-—-2, die ersteren in 1—1'/), Metern mächtigen Lagen auftreten. Zuletzt 
finden sich über der obersten Schicht von bunten Mergeln bräunlich gelbe, meist mürbe und nur ausnahms- 
weise hie und da kalkhaltige und feste Sandsteine mit zahlreichen Abdrücken und verkohlten Fragmenten 
von Equisetum columnare, Sternberg, und Calamites arenaceus, Brongn., in einer Mächtigkeit von 1!/, Metern. 
Mit diesen Sandsteinen schliesst die ganze Uebergangsgruppe, indem über denselben der Beginn der Keuper- 
formation gesetzt werden muss. Organische Reste hat die obere Abtheilung ausser den erwähnten Pflanzen- 
resten nicht geliefert. 

Ueber die Keuperformation (Nr. 4), welche in einer Mächtigkeit von c* 30% ausschliesslich aus bunten 
Mergeln (den dunkeln Schichten der oberen Abtheilung der vorigen Zone gleich) in typischer Weise besteht, 
ist nichts hinzuzufügen. — 


BR Ee EDE 


Lias (mit Ausschluss des obersten Lias, bis zur oberen Grenze der Amaltheenzone). 
Nr. 5 bis 10. 

Die Präcursorengruppe (Nr. 5), welche, wie wir erwähnten, bei Salzderhelden auftritt, und (ef. See- 
bach, hannov. Jura, p. 14) auch bei Deitersen, westlich von Markoldendorf, zu Tage tritt, ist in dem von 
uns cartirten Gebiete nirgend erschlossen, so dass nur gesagt werden kann, dass sie wahrscheinlicherweise 
ähnlich wie im Süden, wenn auch vielleicht kaum in derselben Ausdehnung vorhanden ist. Auch die mit 
der vorigen eng zusammenhängende Psilonotenzone ist nur sehr schwach vertreten; ihre Gesteine sind in 
Gestalt von milden gelbgrünlichen Sandmergeln (ähnlich den mit Ammonites Johnstoni, Sow., weiter östlich in 
der Braunschweiger Gegend auftretenden Gesteinen) im Liegenden der Angulatenzone bei Vorwohle auf- 
geschlossen, ohne aber Petrefacten zu liefern. ’ . 

Wir haben beide daher nicht getrennnt von der folgenden Zone bezeichnet. 

Diese umfasst die Angulatenschichten, welche bei Vorwohle in einem langen Einschnitte mit dem 
obersten Theile der Psilonotenschichten und mit der Basis der folgenden Abtheilung, also in ihrer ganzen 
Ausdehnung, etwa 20 Meter stark aufgedeckt sind. Ausserdem kommen sie, ohne aber eine nähere Unter- 
suchung zuzulassen und nur durch den Ammonites angulatus, Schloth., angedeutet, bei Voldagsen, Naensen 
und Mainzholzen in Gräben vor. Bei Vorwohle zeigen sie sich als feste, graue, thonig -schieferige, schwach 
eisenhaltige Mergel, welche bis auf einige härtere, kalkreichere Bänke sehr leicht verwittern, und ergaben 

Nautilus striatus, Sow. (=N. aratus, Schloth.), 

Ammonites angulatus, Schloth., und dessen Varietät A. Moreanus d’Orb. (die grossen 
Exemplare). 

Pleurotomaria anglica, Sow. (Trochus similis in Min. Conch. II, p. 95, t. 142, Trochus 
anglicus II, p. 238, Pleurotomaria anglica VI, 247, Pleurotomaria similis, 
Oppel, pag. 92), 

Cardinia Listeri, Sow. (Unio), 

Lima gigantea, Sow. (Plagiostoma), 

Ueber diesen Schichten liegen in demselben Einschnitte sehr dunkle, an Schwefelkies reiche, mürbe 

Thone mit 

Ammonites geometricus, Oppel, A. striaries, Quenst., A. planicosta, Sow., 
und A. Sauzeamus d’Orb., die Arietenschichten. (Nr. 6.) Wie der Boden in der Nachbarschaft zeigt (die obere 
Grenze ist durch den Einschnitt bei Weitem nicht erreicht), haben sie etwa die nämliche Mächtigkeit, wie die 
Angulatenzone:. 

Durch ihr Auftreten mit der erstgenannten Leitmuschel unmittelbar über dieser Zone ist das u. A. von 
U. Schlönbach (Jahrb. der geolog. Ges. 1863, pag. 465 ff.) behauptete Auftreten des Ammonites geometricus, 
Oppel, in einer stets über der Zone des Ammonites Bucklandii, Sow., liegenden besonderen Schicht wohl 
hinreichend widerlegt. 

Der Ammonites geometricus, Oppel, bislang das einzige in grösserer Zahl in dem Arietenthone 
gefundene Petrefact, fand sich ausserdem bei Naensen in einem Fundamente zwischen den Fundstätten des 
Ammonites angulatus, Schloth., einestheils und des Ammonites capricornus und der bei Nr. 10 zu erwähnenden 


Petrefacten andererseits. 
12* 


Sr ae 


Ueber diesem, durch den Einschnitt bei Vorwohle aufgedeckten, Schichtencomplexe folgt nun eine 
in der Hilsmulde nur unvollkommen durch petrefactenleere oder doch sehr arme Aufschlüsse angedeutete 
Schichtenreihe, in welche wir indessen nach Analogie der Schichten der Markoldendorfer Mulde folgende 
zwei Glieder setzen: 

Eine die Arietenzone überlagernde Schicht (Nr. 7), welche U. Schlönbach (1. ce. pag. 501 f.) als Zone des 
Ammonites planicosta, Sow. u. s. w., Strombeck als versteinerungsleeren, dem Lias ß Quenstedt's entsprechen- 
den Thon anführt. In der Markoldendorfer Mulde (bei Vardeilssen) fanden wir diese Schicht als gelbe 
Mergel , stellenweise in thonig-mergelige Sandsteine (mit Steinkernen kleiner Gryphäen) übergehend im | 
Hangenden der grauen Thone der Arietenzone, und wiederum (nach Markoldendorf zu) im Liegenden der 
dortigen Eisenflötze aus ganz ähnlichem Gesteine bestehend; ob indessen diese Schichtenzone in der Hils- 
mulde die nämliche Beschatfenheit hat, muss dahin gestellt bleiben. 

Aehnlich verhält es sich mit der Zone der Markoldendorfer Eisensteine (Nr. 8), mit denen der 
mittlere Lias beginnt; die einzigen Anhaltspunkte hinsichtlich derselben bestehen erstens in dem Vorkommen 
des Ammonites fimbriatus, Sow., östlich von dem Vorwöhler Einschnitte (zwischen diesem und einer nicht 
weit davon befindlichen Fundstelle des Ammonites margaritatus, Montf.), das allerdings bei der weiten verti- 
calen Verbreitung des Ammonites fimbriatus nach oben hin immer noch andere Deutung zuliesse, und nur 
mit Wahrscheinlichkeit hier als Beleg dienen kann; und zweitens in dem Auftreten eines stark eisenschüssi- 
gen Thones zwischen Stroit und Brunsen. Wenn auch der letzte nur mangelhaft aufgedeckt ist und nur 
zahlreiche Sphärosiderite, keine Petrefacten zeigt, so ist doch der Lage nach seine Stellung als Aequivalent 
der Markoldendorfer Schichten im höchsten Grade wahrscheinlich. 

Begreiflicher Weise konnten alle bis jetzt aufgeführten Zonen des Lias nur in ihrer Totalität be- 
rechnet werden, und konnte die Vertheilung der Totalmächtigkeit auf die einzelnen Glieder nur approximativ 
sein. Allein dabei gab der Befund des Vorwohler Einschnittes doch einen wichtigen Anhaltspunkt 

Die zweite Schichtengruppe des mittleren Lias ist der Römer’sche Belemnitenlias (Nr. 9), in einer Thon- 
grube bei Greene und (vollständiger) unweit der Leine an einem Wege bei Erzhausen durch ältere Aufschlüsse 
aufgedeckt. An beiden Orten finden sich ziemlich mächtige Thone mit einzelnen, kaum 0,” mächtigen Kalk- 
lagern, welche Belemnites paxillosus, Schloth., Pentacrinus basaltiformis, Mill., nebst Rhynchonellen , meist 
sehr fest eingebacken, enthalten. Die Ammoniten fanden wir selten und meist in flachgedrückten Exem- 
plaren, deren Bestimmung eine Unmöglichkeit war; sonst ist uns nur aus der Gegend von Naensen - Stroit 
ein Ammonites capricornus, Schloth., (= Ammonites maculatus, Young & Bird) daraus zugegangen, und haben 
wir auch den von Römer in dieser Zone constatirten Ammonites fimbriatus, Sow., nicht darin gesehen. Die 
lettenartigen Thone sind, so viel uns bekannt, versteinerungsleer; sie sind blaugrau, werden an der Luft 
gelb- und rothbraun, und haben ein eigenthümliches, unvollkommen schieferiges Gefüge. Der Erzhäuser 
Aufschluss liess eine annähernde Taxirung der Mächtigkeit zu. — 

Noch vollständiger (nur im untersten Theile mangelhaft) ist die folgende Schichtengruppe, für 
welche wir die Benennung ‚„Amaltheenthone“ (Nr. 10) beibehalten, durch die Eisenbahnbauten bekannt ge- 
worden; westlich von Naensen (und den oben erwähnten Fundorten der Ammoniten der vorigen Zone und des 
unteren Lias) beginnt eine bis fast nach Wenzen sich fortsetzende Reihe von Einschnitten, welche sämmtlich 
in die Amaltheenzone fallen; der letzte derselben, im Hilscampe oberhalb Wenzen gelegen, enthält die obere 
Grenze dieser Formation und noch das unterste Glied der folgenden Abtheilung. Die Mächtigkeit des 


= 87 a 


Amaltheenthones berechnet sich (einschliesslich eines geringen Zusatzes für den fehlenden untersten Theil) 
auf etwa 75 Meter. Das Gestein ist grauer, meist sehr fetter, selten glimmeriger , eisenschüssiger Thon, 
welcher fast durchgängig thonige Sphärosiderite in nicht unbedeutender Menge aufzuweisen hat; auch haben 
sich dünne wellige Blätter von stark eisenschüssigem Kalke hin und wieder gezeigt. Die Petrefacten sind 
in den untersten Schichten, welche uns vorliegen, etwas abweichend von denen der oberen: unten kommt 
Ammonites margaritatus, Montf., mit Lima acuticosta, Goldf. (nicht selten), und Belemnites paxillosus, 
Schloth., selten Ammonites spinatus, Brug., vor; oben fehlen die beiden erstgenannten Petrefacten, während 
Belemnites paxillosus bis zur oberen Grenze der Schicht bleibt und Ammonites spinatus sehr häufig wird. 
Zu denselben gesellen sich 

Gresslya Seebachii, n. sp. — ventricosa, Seebach (häufig), 

Pholadomya decorata, Ziet., 

Pleuromya arcacea, Seebach, 

Inoceramus substriatus, Mstr., 

Pecten aequivalvis, Sow. 

Häufig sind die Versteinerungen in die Sphärosiderite eingebacken; doch kommen sie auch 
frei vor. B 
Wie sich aus obigen Angaben ergiebt, lässt sich eine Trennung der Zone nach der Vertheilung der 

Petrefacten (wie z. B. U. Schlönbach sie vorschlägt) allenfalls rechtfertigen; da jedoch die Sonderung keine 
vollständige ist — namentlich auch die als Leitfossilien der Abtheilungen genannten Ammoniten, der Ammo- 
nites margaritatus, Montf., und spinatus, Brug., sonst meist mit einander vorkommen (nach Seebach u. A.) — 
so scheint es rathsamer, die Zone als grösseres Ganzes zusammenzulassen und höchstens Unterabtheilungen 
innerhalb desselben anzunehmen. 


Der obere Lias und unterste braune Jura oder das Toarcien 
(von den Posidonienschiefern bis zu den Schichten des Ammonites opalinus, Rein.). 
Nr. 11a bis 12». 

Die Grenze zwischen dem Amaltheenthone und den nun folgenden bituminösen Schiefern ist nicht 
nur petrographisch, sondern auch paläontologisch eine überaus scharfe — so sehr, dass wir uns bei den 
späteren Schichtenwechseln vergebens nach einem gleich scharfen Abschnitte umsehen. In unserem Gebiete 
haben wir im Ammonites fimbriatus, Sow., nur ein Petrefact, welches die obere Grenze der Amaltheen- 
thone überschreitet, in jedem Falle, auch mit Zuziehung der übrigen Localitäten, eine sehr kleine Zahl, 
während höher hinauf immer eine grössere Menge gemeinschaftlicher Arten bleibt und auch der Charakter 
der Faunen sich nicht in dem Masse ändert, wie gerade beim Uebergange in die Posidonienschiefer. Wenn 
man demnach auch nicht nach dem Vorschlage von de la .Beche, geol. Transact. 1323. tab. 3 (cf. Oppel, 
Jura, pag. 293), dem auch Seebach beipflichtet, die Grenze des Lias und des Unteroolithes (braunen Juras) 
zwischen die Amaltheenzone und Zone der Posidonomya Bronnii, Voltz, setzen will, so muss man unseres 
Erachtens doch die von dort bis einschliesslich zu den oberen Lagen des Ammonites opalinus, Rein., 
(= A. Murchisonae, Sow., primordialis Ziet. und d’Orb.) reichende Schichtengruppe als ein Ganzes zu- 
sammenfassen, durch dessen Mitte man unmöglich eine Formationsgrenze (wie Buch, Quenstedt und Oppel 
wollen) hindurchlegen kann. Vielmehr muss, wenn man den Lias nicht mit dem Beginn der Posidonien- 


I ON ven 


schiefer enden lässt, die Grenze bis zum oberen Abschluss der hier abzuhandelnden natürlichen Schichten- 
gruppe hinaufgerückt werden, wie es auch Graf Münster, und nahezu auch d’Orbigny, für la Verpilliere, und 
Marcou vorschlagen (cf. Oppel 1. c. ibidem). Als halbe Massregel ist in dieser Beziehung der Vorschlag von 
Graf Mandelsloh (1834) und d’Orbigny für Gundershofen zu betrachten, und liest diesen Vorschlägen ge- 
wiss eine übergrosse Rücksichtnahme auf locale und abnorme Entwickelungen des Quenstedt’echen braunen 
Beta zu Grunde. 

Das im Obigen umgrenzte natürliche Ganze nennen wir einstweilen mit einem in ganz ähnlichem 
Sinn gebrauchten Namen d’Orbigny’s das Toareien; vielleicht dürfte sich der Name „Faleiferenzone‘“ noch 
besser empfehlen, da diese (weiter unten fast gänzlich mangelnde) Ammonitengruppe vorwiegend in derselben 


entwickelt ist. 

Den älteren Eintheilungen der Juraformation haben wir indessen in soweit Rechnung getragen, dass 
wir die dem Quenstedt’schen schwarzen Jura angehörigen, dessen schwarzem Epsilon und Zeta entsprechen- 
den Schichten anders colorirt haben; wir führen sie als Nr. 11? (gleich Lias Epsilon) und Nr. 11® (gleich 
Lias Zeta), während wir das braune Alpha als Nr. 12%, das braune Beta als Nr. 12 bezeichnen. Die so 
unterschiedenen vier Abtheilungen charakterisiren sich für unsere Localität folgendermassen: 

Zu unterst 35” mächtige, feste, graue, thonig-kalkige Schiefer (Nr. 11°) in mehr oder minder 
compaeten Schichten, welche einen nicht unbedeutenden Gehalt an Bitumen (bis zu 15 Procent) haben, hie 
und da Schwefelkies führen, und zwischen denen einzelne Schichten sehr festen und harten bituminösen 
Kalkes (bis zu O,, Meter Mächtigkeit) zwischengelagert sind. Auch zeigen sich an dem Hauptaufschluss- 
orten, dem Hilskampe bei Wenzen, an beiden Grenzen der Schieferbildung fast ®/, Meter mächtige Schichten 
mürben, stark eisenschüssigen und dadurch gelbroth gefärbten Kalkes, die aber sich nicht durchgehends 
fanden. Die Petrefacten der Schiefergruppe, welche in den Kalkschichten gehäuft vorkommen, und dort in 
spröden grobkrystallinischen Kalkspath von durchscheinend bräunlicher Farbe verwandelt sind, welche aber 
in den Schiefern selbst, wenn auch verdrückt, nicht fehlen, sind: 

Belemnites irregularis, Schloth., 

Ammonites heterophyllus, Sow., 

a fimbriatus, Sow., 

lythensis, Young und Bird, 
radians, Rein., 
j; serpentinus, Rein., 
* communis, SOW., 
anguinus, Rein., 

Posidonomya Bronnü, Voltz, 

Avicula substriata, Mstr., 

Inoceramus undulatus, Ziet., 

Ichthyosaurus communis, Conyb. (Wirbel), Abdrücke ganoider Fische, 
und nicht selten Stücke von Coniferenholz. Die an Zahl häufigsten sind Ammonites Iythensis und Avi- 
cula substriata. 

Ueber den Schiefern liegen in erheblich geringerer Mächtigkeit graue, milde Mergel (Nr. 11») in 
dünnen Bänken, hin und wieder thonige Sphärosiderite führend, und mit zwischenlagernden dünnen Schichten 


N: 


von Nagelkalk. Dieselben waren bis jetzt durchaus unergiebig an Versteinerungen, lassen sich aber, da ihre 
Zwischenlagerung zwischen den Posidonienschiefern und der folgenden Zone direct beobachtet wurde, mit 
Sicherheit als Aequivalent der Quenstedt’schen Zone des Ammonites jurensis, Ziet., bezeichnen. 

"Desto ergiebiger war an Petrefacten die nun folgende ‚Zone des Ammonites opalinus, Rein., und 
der Trigonia Navis, Lam.“ (Nr.12®). Dieselbe besteht aus dunkelgrauen, bald mehr, bald weniger Kalk 
enthaltenden , öfter mit Kalkgeoden gemengten und mit Schichten von Nagelkalk in verschiedenem Niveau 
und nicht überall in gleicher Weise durchsetzten mergeligen Schieferthonen. 

Hier prävaliren die Falciferenammoniten wenigstens an Zahl der Individuen noch mehr; neben sehr 
zahlreichen Exemplaren von Ammonites radians, Rein., und affınis, Seebach, auch opalinus, Rein., finden 
sich nur selten andere Arten, die aber, gleich dem Ammonites radians, dadurch merkwürdig sind, dass sie 
bis auf eime neue, dem Ammonites insignis, Schübl., nahverwandte Art, sämmtlich zu den Leitfossilien tieferer 
Zonen des Toareien gerechnet wurden, und dass ihr Vorkommen in einer so hohen Schicht als neu bezeich- 
net werden kann. (Ammonites jurensis, Ziet., hireinus, Schloth., interruptus, Schloth.). Auch unter den 
Belemniten findet sich noch Belemnites irregularis, Schloth. (neben mehreren anderen , über welche wir, wie 
überhaupt über die Versteinerungen dieser und der folgenden Zone, den zweiten Theil nachzusehen bitten). 
Die Beschaffenheit des Gesteines ermöglichte in dem einen der Einschnitte, welche in diese Schicht fielen, 
— in dem bei Greene befindlichen — die Gewinnung zahlreicher kleiner Schnecken, unter denen mehrere 
neue Arten sich befinden, und die grossentheils den Geschlechtern Cerithium und Actaeonina angehören. 
Ein Theil dieser Schnecken findet sich in höheren Schichten wieder. Die wichtigsten der Conchiferen sind 
Gresslya abducta, Phill., Pleuromya unioides, Römer, Cyprina trigonellaris, Schloth., Trigonia Navis, Lam. 
(welches Leitfossil durch die sämmtlichen Schichten dieser Abtheilung hindurchgeht), Nucula Hammeri, Defr. 
(sehr häufig), Nucula subglobosa, Römer, Arca liasina, Römer, Posidonomya Bronnü, Voltz, Inoceramus 
undulatus, Ziet., Pecten pumilus, Lam.; Avicula substriata kam auch, doch selten, vor. Brachiopoden sind 
von uns nicht gefunden. 

Die Thone der vorigen Zone gehen allmälig in minder mergelige, von Kalkknollen ziemlich freie, 
dafür aber thonige Sphärosiderite und Schwefelkiesknollen führende graue bis braungraue Thone über. (Nr. 12") 
Zunächst über den Schichten, welche die Trigonia Navis führen, befindet sich eine petrefactenarme Zone, 
eine Art Zwischenzone, welche bis jetzt nur den Ammonites Aalensis, Ziet., geliefert hat. Höher hinauf wird 
dann der Thon noch eisenschüssiger und enthält zahlreiche Exemplare von Ammonites opalinus, Rein., dem 
sich an ‘der oberen Grenze noch der seltenere Ammonites Sowerbyi, Miller, zugesellt, ferner Pholadomya 
transversa, Seebach (einzeln in der vorigen Schicht vertreten), Pleuromya exarata n..sp., Gresslya abducta, 
Phili., Nucula Hammeri, Defr., und subglobosa, Römer, Gervillia acuta, Sow. (nur an der oberen Grenze), 
Inoceramus polyplocus, Ferd. Römer (einzeln in der vorigen Schicht) und andere minder wichtige, theil- 
weise aber auch schon in der vorigen Schicht vertretene Arten. 


Unteroolith. 
Nr. 13 bis 15. 


Unter diesem Namen fassen wir die über den Faleiferenschichten auftretenden Gebilde bis ein- 
schliesslich zu der dem Bathonien (Bradfordthon, Cornbrash) entsprechenden Zone, mit welcher wir den 
Unteroolith (den braunen Jura) nach oben abschliessen. 


- % — 


In diesem Unteroolithe haben wir drei wohlabzugrenzende Schichtengruppen. 

Zunächst die nach dem überwiegenden Auftreten der Coronaten zweckmässig benannte Coronaten- 
schicht (Nr. 13), welche, obgleich nur schlecht aufgeschlossen, dennoch einen verhältnissmässig bedeutenden 
Ertrag an Petrefacten geliefert hat. Die bei Wenzen, am Selter oberhalb Bruchhof und bei Esbeck, und 
endlich in Wegeinschnitten und Stollen bei Dohnsen und Lüerdissen (am Ith) anstehenden Thone sind 
ziemlich stark eisenschüssig, enthalten namentlich Schwefelkies, allein auch Kalkknollen; die Versteinerungen 
sind theils im solche Kalkgeoden eingebacken und verkalkt, theils verkiest, theils in Risenoxydhydrat ver- 
wandelt. Es unterscheidet sich diese Zone nicht wesentlich von den Thonen, mit welchen die vorige Abtheilung 
schloss, und ebenso wenig von den sie überlagernden; die Abgrenzung ist ausschliesslich eine paläontologische. 

Die sämmtlichen aus diesen Schichten uns zugekommenen Petrefacten bestehen aus zwei Belemniten, 
Belemnites giganteus, Schloth., und canalieulatus, Schloth., welche beide weiter nach oben gehen, und von 
denen der erste vielleicht auch schon der vorigen Zone zugetheilt werden muss; aus Ammonites Blag- 
deni, Sow., Hümphriesianus, Sow., und Gervillei, Sow., aus Pleurotomaria Aonis d’Orb. und elongata, Sow., 
Gresslya abducta, Phill., Leda lacryma, Phillipps, und Leda aequilatera, Dkr., nebst Nucula subglobosa, 
Römer, welche letztere beide schon in der vorigen Zone vorkommen; ferner Cucullaea cancellata, Phill., und 
cucullata, Mstr., Lucina elegans, Dkr. und Koch (aus Nr. 12%), Modiola cuneata, Sow., Perna mityloides 
(Linne) Gmel., beide nach oben noch weiter hinaufreichend, Inoceramus polyplocus, Ferd. Römer, aus der 
vorigen Schicht, Ostrea Marshii, Sow. (auch in den oberen Zonen des Unteroolithes), Ostrea explanata, 
Goldf., Terebratula perovalis, Sow. (ebenfalls in den oberen Unteroolithschichten wiedergefunden), Rhyn- 
chonella acuticosta, Hehl, Serpula quadrilatera, Goldf., Pentacrinus crista galli, Quenst. 

Es erhellt schon aus dieser kurzen Uebersicht, ein wie allmäliger Uebergang in der Fauna dieser 
Zone nach beiden Seiten, besonders aber nach oben hin, stattfindet. Dies zeigt sich u. A. auch darin, dass 
an manchen Orten Ammonites Humphriesianus höher hinaufreichen soll, was vielleicht eine Vergrösserung 
dieser Gruppe auf Kosten der folgenden veranlassen könnte. 

Die nun folgende mittlere Abtheilung unseres Unteroolithes (Nr. 14) ist zwar, ihrer Mächtigkeit 
nach, die bedeutendste, allein den paläontologischen Einschlüssen nach eine höchst dürftige; eine um so 
auffallendere Erscheinung, als die beiden begleitenden Zonen darin einen starken Gegensatz gegen sie bilden. 
Thone von 100 Meter Mächtigkeit, braungrau, mit sehr zahlreichen thonigen Sphärosideriten, bilden einen 
ausgeprägten Horizont, in dem sich aber nur Ammonites Parkinsoni, Sow., meist in den thonigen Sphäro- 
sideriten, Belemnites giganteus, Schloth., und canalieulatus, Schloth., ersterer häufig, Nautilus subtruncatus, Morr. 
und Lye. (vereinzelt), Gresslya abducta, Phill., Pleuromya donacina, Röm., vorgefunden haben; oft findet sich in 
längeren Einschnitten kaum ein Petrefact, und nur die beiden erstgenannten kommen hin und wieder massen- 
weise vor. Dass sie beide zusammen vorkommen, hat u. A. aufs Schlagendste der obere Theil der 
Schichten im Greener Kluskampeinschnitte dargethan; allein auch sonst ist die Verneinung dieser Thatsache, 
welche Seebach (hannoy. Jura p. 39) auf’s Entschiedenste ausspricht, nicht gerechtfertigt. Höchstens kann man 
ein häufigeres Auftreten von Ammonites Parkinsoni und gleichzeitiges Seltnerwerden des Belemnites gigan- 
teus nach oben hin behaupten. — f 

Die dritte Region des Unteroolithes (Nr. 15) ist, ähnlich wie die Zone des Ammonites opalinus, 
Rein., vermöge ihres Versteinerungsreichthums an vielen Orten rings um die Hilsmulde (besonders auf dem 
Bogen von Dohnsen um die Südostecke bis Geertzen) schon früher beobachtet; doch blieb es dem Bahn- 


Er 


Zr RO 


einschnitte bei Eimen (der das höchste von den Arbeiten an den Eisenbahnen selbst erschlossene Niveau 
einnimmt) vorbehalten, die Fauna dieser Schicht im Zusammenhange erkennen zu lassen. Nach den dort 
gemachten paläontologischen Funden stimmt die Zone mit der von Oppel als „Bathformation“ bezeichneten 
Schichtengruppe im Allgemeinen überein, ohne dass aber eine Nachweisung der von ihm innerhalb dieser 
Gruppe gemachten Abtheilungen möglich wäre. Vielmehr gehen die meisten der dort sefundenen Petre- 
facten durch den ganzen Einschnitt gleichförmig hindurch; andere sind zwar in der Mitte am zahlreichsten, 
allen doch nach den Grenzen hin vorhanden; einige wenige sind oben häufiger, und nur ein Fall liegt 
vor, wo eine Species, Ammonites tenuiplicatus n. sp.; auf einen Theil des Einschnittes, den oberen, be- 
schränkt ist. 

Die Thone des Eimer Einschnittes sind dunkelgrau, stark schwefeikieshaltig, etwas sandig und 
überaus verwitterbar; wo sie (wie an fast allen anderen Fundstellen dieser Schicht ausschliesslich ) der Ein- 
wirkung der Luft ausgesetzt waren, sind sie braun bis gelbbraun, wobei die Petrefactenkerne in Eisen- 
oxydhyrat umgewandelt sind. Knollen von kalkigem Eisenstein (ziemlich fest), von thonigem Eisenstein 
und von unreinem, grauem Kalke fehlen auch hier nicht. Die Schalen mancher Petrefacten sind in reineren 
(helien) Kalk verwandelt und gut erhalten, meist sind sie jedoch zerreiblich. 

In einigen Fällen kamen Petrefacten vor, deren Schale durch Schwefelkies ersetzt war. Die Kam- 
mern der Ammoniten enthielten nicht nur (wie in den vorigen Schichten) neben Kalkspath Zinkblende und 
Schwefelkieskryställchen, sondern auch in ein paar Fällen Schwerspath. Die Mächtigkeit der bei Eimen 
(die Arbeiter nannten die Localität der Verwitterbarkeit der Thone halber den „Gniest“) aufgedeckten 
Schichten beträgt etwa 25 Meter, zu denen für die fehlenden oberen Grenzschichten ein kleiner Zusatz 
zu machen war. — 

Die Petrefacten, die in Theil II. vollständiger aufgeführt werden, sind der Hauptsache nach: 

Belemnites canalieulatus, Schloth. (aus 13 und 14), und subhastatus, Ziet., 
Nautilus subtruncatus, Morr. und Lye. (aus 14), 
Ammonites fuscus, Quenst., 
subdiseus, d’Orb,, 
anceps, Rein., ; 
Württembergicus, Oppel (sehr häufig), ; 
Parkinsoni, Sow. (aus 14, hier minder häufig), 
polymorphus, d’Orb., 
procerus, Seeb., 
© .curvicosta, Oppel, 
tenuiplicatus, n. sp. (S. 0.), 
zwei Arten Pleurotomarien, einige kleine Schnecken, wovon schon zwei in der Schicht der Trigonia Navis 
vorkamen, 
Pleuromya donacina, Römer, 
Pholadomya Murchisoni, Sow. u. A., 
Gresslya abducta, Phill. (von Zone 12° an), 
Thracia Eimensis, n. sp., 
Venus tenuis, Dkr. und Koch (aus 12®), 


Paläontographica, Bd. XIII, 3. 15 


Astarte pulla, Römer, depressa, Mstr., 
Lueina elegantula, n. sp., 
Trigonia costata, Park., imbricata, Morr. und Lye., 
Leda acuminata (aus 12° und 12b), und aequilatera (aus 12 und 13), 
Nucula variabilis, Sow., 
Arca subdecussata, Goldf., 
Cucullaea coneinna, Phill., cucullata, Goldf. (aus 13), 
Pinna Buchii, Dkr. und Koch, 
Modiola cuneata, Sow., 
Avicula echinata, Sow., 
Perna mityloides (Limn&) Gmelin., 
und Ostrea Marshii, beide aus 13, ferner Ostrea costata, Sow., Rhynchonella varians, Schloth. ete. — 


Oxfordbildung. 
Nr. 16 und 17. 


Diese Formation, die untere des weissen Jura, begreift nach Marcou u. A. die s. g. Kelloway- 
Schichten (Nr. 16), (welche auch Oppel mit dem „weissen Jura“ zu vereinigen vorschlägt, allein noch von 
dem Oxfordien trennt) in sich ein. Sie besteht zu unterst aus Thonen, zum Theil eisenschüssig, zum Theil 
in Mersel übergehend, welche aber in der Hilsmulde überall nicht gut aufgeschlossen sind und deshalb auch 
nicht bis in’s Einzelne sich verfolgen liessen. — 


un 


Als unterste Zone wird in der Regel die des Ammonites macrocephalus, Schloth., angesehen, welche 
durch ihr Leitfossil im Schwemmlande oberhalb Eimen angedeutet ist; doch findet sich auch der dieser 
Zone zugeschriebene Ammonites Koenighii, Sow., in der früher erwähnten mit Juragebilden ausgefüllten 
Schlucht im Muschelkalke (der „Juraschlucht,“ wie wir sie bezeichnen wollen) oberhalb Bruchhof. Es 
scheint nach diesen Stücken, dass die weiter westlich (an der Porta westphalica u. s. w.) entwickelten 
Sandsteine und Eisenoolithe der entsprechenden Zone im Hilsgebiete (wie bei Hildesheim) durch Thone 
vertreten sind. 

In der Juraschlucht findet sich dann noch Ammonites Jason, Rein., und Gryphaea dilatata, Sow., 
also Versteinerungen höherer Schichten des Kelloway oder unteren Oxford; der Ammonites ornatus, Schloth., 
ebenfalls aus dieser Schichtengruppe, ist bei Geertzen am Fusse der Dolomitklippenreihe gefunden. Endlich 
ist noch ein aus thonigem Gestein stammendes Exemplar der Phasianella striata, Sow., aus der Gegend von 
Greene (vom Klusbusche, oberhalb der Bahnlinie und des dort erschlossenen Unteroolithes) zu erwähnen, 
welches in Verbindung mit den vorigen beweist, dass Thone mit verschiedenartigen Einschlüssen zwischen 
dem Unteroolithe und den festeren Gesteinen des oberen Oxfordien vorkommen, deren Mächtigkeit wir 
jedoch nur indirect bestimmen konnten, und über deren Gliederung im Einzelnen uns keine Erfahrungen 
vorliegen. 

Die Gebilde des oberen Oxfordien sind theils oolithisch, theils dolomitisch, theils mergelis -kalkig, 
so zwar, dass i. A. der Kern oder die Mitte aus festen, in grossen Steinbrüchen (bei Erzhausen, Holtensen) 
ausgebeuteten Dolomiten oder stark dolomitischen Kalken besteht, der Fuss aus oolithischen Kalksteinen, der 
obere Theil aus mergeligen, lockeren Kalken; doch ist die Dolomitbildung bald mehr, bald weniger vor- 


-— 3. — 


wiegend, und namentlich nach oben hin an einigen Localitäten viel weiter ausgedehnt, als Er anderen. 
Daher bemerkt schon Hausmann, dass in einem Niveau hier Dolomit, dort Kalkstein auftreten kann. Um 
so weniger kann aber eine petrographische Eintheilung der ganzen Zone gerechtfertigt werden, wie sie 
Credner vorschlägt, indem er zwei Dolomitzonen annimmt, die jedoch wohl nirgend an ein und demselben 
Punkte beobachtet sind ünd sich auf eine Verschiedenheit in der Ausdehnung des stets den Kern der 
Formation bildenden Dolomites, entweder mehr nach oben, oder mehr nach unten hin, redueiren 
lassen dürften. i 
Auch eine paläontologische Sonderung der drei Zonen ist, nach den Befunden am Selter, am Klus- 

busche bei Greene, am Ith bei Holtensen und anderen Stellen der Hilsgegegend, unthunlich, Wir fanden 
durchgängig 

Pholodomya paucicosta, Agassiz, 

Exogyra reniformis, Goldf., 

Terebratula humeralis, Röm., 

Rhynchonella pinguis, Röm., 
während nur in den unteren Schichten Phasianella striata, Sow., und bis jetzt ausschliesslich im Dolomite 

Ammonites plicatilis, Sow., 

Nerinaea Mandelslohii, Bronn., 

Terebratula biplicata, Sow., (subsella, Leymerie) in einem vereinzelten Exemplare, 

Pygaster umbrella, Lam., 

Pygurus Blumenbachi, Dkr. und Koch, 

Rn Hausmanni, Dkr. und Koch, 
sowie Blätter und Stamm von Zamia suprajurensis, Seebach, vorkommen. Die häufigste Muschel ist durch 
die ganze Zone die Terebratula humeralis, Römer, welche in dem sonst petrefactenarmen harten Dolomite 
mitunter selbst massenhaft auftritt, und auch noch in den oberen Mergelkalken häufig ist. 
Nur vereinzelt kam eine kleine Thecidea, Th. Greenensis n. sp., am Klusbusche in den Oolithen vor. 


Kimmeridge- und Portland-Schichten. 
Nr. 182 bis 18€ und 19. 


Ueber den letztgenannten Kalkmergeln (mitunter fast gleich über den Dolomiten) folgen zunächst sehr 
mannigfache, zum Theil bloss buntgefärbte Mergelschichten (Nr. 182), wie es scheint, leicht verwitterbar. 
Sie enthalten, so viel uns bekannt, nur wenige Fossilien, meist Steinkerne von Natica- Arten, unter denen 
wir Natica macrostoma, Römer, hervorheben; ein näheres Eingehen auf die Fauna oder eine Gliederung der 
Zone, welche den drei Zonen der Natica globosa, Nerinea tuberculosa und Nerinea obtusa bei Credner ent- 
spricht, war durch die Seltenheit und schlechte Erhaltung der Einschlüsse dieser uns nur am Selterhange 
bei Bruchhof bekannt gewordenen Zone unmöglich gemacht. 

Wichtiger ist für unsere Localität die folgende Abtheilung des Kimmeridge, aus weisslichen , zer- 
reiblichen Kalken von etwas wechselnder, aber nie sehr bedeutender Festigkeit bestehend, welche sich meist 
in dünne Schichten unregelmässig sondern und (ausser zum Kalkbrennen) eine technische Verwerthung 
nicht zulassen. Sie reichen oberhalb Bruchhof und Erzhausen bis an eine dort (nach den Dolomitstein- 


13* 


— 1.— 


brüchen oberhalb Erzhausen hin) angelegte Interimsbahn hinab, an welcher, ähnlich wie an der Chaussee 
oberhalb Holtensen, die Mehrzahl der bisher genannten festeren Schichten des weissen Jura, und somit auch 
die untere Grenze der vorliegenden Schicht blossgelegt ist; von da ab nordwärts setzen sie sich eine Strecke 
auf dem Selterkamme fort, bis sie sich noch weiter nördlich wieder an den Thalabhang hinabziehen, wobei 
sie stets der oberen Grenze der Dolomitklippen folgen. Der beste Aufschluss befindet sich gerade dort, 
wo die Schichten den höchsten Kamm des Selter ausmachen: flache Gräben liefern schon eine ziemliche 
Anzahl (freilich i. A. ziemlich schlecht erhaltener) Exemplare der häufigeren Arten. Wir fanden dort (nahe 
der oberen Grenze der Schicht): 

Chemnitzia Heddingtonensis, Sow. var., = Ch. lineata, Römer, 

Chenopus strombiformis, Dkr. und Koch, 

Nerinaea Visurgis, Röm., 

Pterocera ÖOceani, Brongn., 

Pholodomya multicostata, Röm., 

Mactromya rugosa, Röm., 

Mactra Saussuri, Brongn., 

Corbis decussata, Buv.. 

Trigonia suprajurensis, Agass., . 

= clavellata, Park., var. —= Tr. verrucosa, Credner, 

Nucula Menkei, Röm., 

Cucullaea Goldfussii, Röm., 

Gervillia tetragona, Röm., 

Exogyra virgula, Sow., sehr häufig, 

R spiralis, Goldf., 

Ostrea multiformis, Dkr. und Koch, 

Terebratula biplicata, Sow. (subsella, Leym.), sehr häufig, 

Goniolina geometrica, Buv, 

unbestimmte kleine Astarte- und Natica-Arten. 

Sämmtliche aufgezählte Petrefacten, mit alleiniger Ausnahme der zwei erstgenannten und der Ger- 
villia tetragona, Röm., fanden sich auch an der Interimsbahn, so dass an eine Verschiedenheit der Schichten 
an beiden Aufschlussorten, oder eine Sonderung in mehrere Abtheilungen nicht gedacht werden kann. 
Credner nimmt im Niveau dieser Zone zwei Schichten an (von denen er noch dazu nur die obere zu seinen 
„Virgulaschichten oder oberen Kimmeridgeschichten,“ die untere zum „unteren Kimmeridge“ rechnet), näm- 
lich die (untere) mit Pterocera Oceani und die (obere) mit Pholadomya multicostata; doch dürfte sich schon 
aus obigen Angaben der organischen Einschlüsse ergeben, dass für unsere Localitäten ein Zusammengehören 
dieser zwei Zonen Öredner’s auf’s Positivste behauptet werden muss. 

Die folgende Zone (Nr. 18°) ist, unseren Erfahrungen nach, sehr arm an Petrefacten, indem ausser 
Ostrea multiformis und Mactra Saussuri nur noch Trigoniensteinkerne sich darin vorfinden, obwohl die hier- 
her zu rechnenden Gebilde — theils fast krystallinische, theils denen der vorigen Gruppe gleichende, nur 
meist etwas härtere Kalke — sich fast von der Kammhöhe des Selter bis an die Steinbrüche nächst Wedde- 
hagen fortsetzen, und nordwärts sogar noch ein bedeutendes Terrain einnehmen. Die beträchtliche Mächtigkeit, 


BE ge 


welche wir für diese Zone ansetzen, ergab sich aus verschiedenen Profilauftragungen (Credner fand sie selbst 
noch etwas stärker), wobei allerdings die obere Grenze (die unter der folgenden Schicht) keine positiv 
gegebene ist, sondern nur aus Wahrscheinlichkeitsgründen in die Nähe der (die folgende Schicht erschlies- 
senden) Weddehäger Steinbrüche verlegt wurde. — Zu erwähnen dürfte noch sein, dass ein Hauptlager der 
Ostrea multiformis, Dkr. und Koch, sich an manchen Orten (Ammensen, Dörshelf) in dem oberen Theile 
der vorliegenden Schichtengruppe befindet. Jedoch giebt dies bei der nicht unbedeutenden verticalen Ver- 
breitung dieser Austernart keineswegs ein charakteristisches paläontologisches Merkmal, das wir zu einer 
suten Bezeichnung dieser petrefactenarmen, wenn auch mächtigen, Zwischenzone benutzen könnten. 

Die Weddehäger Steinbrüche enthalten die obere Grenze der ganzen Juraformation und zeigen, 
unterhalb dieser Grenze, etwa 15 Meter mächtige oolithische Kalke (Nr. 19), grobgeschichtet und fest, als 
Bausteine zu verwenden. Wie weit dieselben sich nach unten hin fortsetzen, ergeben die Steinbrüche nicht; doch 
reichen sie, nach der Oberfläche des Terrains zu schliessen, aller Wahrscheinlichkeit nach nicht sehr weit mehr. — 
In diesem Gesteine ist Ammonites gigas, Ziet. (Tab. XIH, 1, von Riedlingen an der Donau) in einem über 
einen Fuss Durchmesser haltenden Exemplare, in Gesellschaft von Austerbruchstücken und Cycadeen- 
Abdrücken gefunden. - 

Mannigfache Analogien lassen es uns für wahrscheinlich halten, dass wir in diesen oolithischen 
Kalken, denselben, welche Römer vom Woltersbsrge, richtiger Waltersberge, bei Eschershausen (Oolithen- 
gebirge, pag. 197) beschreibt, und aus denen er denselben Ammoniten (als Ammonites giganteus, Sow.?) 
anführt, ein Aequivalent des Portlandstone haben. 


Wealden (Purbeckschichten, Seeb. u. A.). 
Nr. 20 bis 23. 


Ueber den colithischen Kalken von Weddehagen liegt eine nur etwa 5 Meter mächtige Schicht 
(Nr. 20) bunter Mergel, von welcher an wir den Beginn des unteren Wealden rechnen. Sie sind grössten- 
theils dunkel, den Mergeln der Zone Nr. 22 gleich, haben jedoch hellere kalkig- mergelige Bänder. Die 
Farbe des Erdreichs lässt diese Zone als schmales Band zwischen den beiderseits liegenden Kalksteinen von 
Weddehagen weit nach N. W. hin erkennen. 

Es folgen dünngeschichtete, graue, unreine Kalke (Nr, 21) (zu schwach hydraulischem Kalkmörtel, 
theilweis auch zum Wegbau verwandt), welche nach Lagerung und Gesteinsbeschaffenheit unbedingt den 
Einbeckhäuser Plattenkalken Römer’s gleich zu setzen sind. 

Die Bildung, welche von Naensen über Ammensen und Delligsen nach N. W. sich weit hinzieht, 
auch zwischen Holtensen und Grünenplan in Wasserrissen ansteht, und überall einen ziemlich breiten Gürtel 
um den Hils bildet (die Mächtigkeit stellt sich auf 80” heraus), war unseren Erfahrungen nach gänzlich 
unergiebig an Petrefacten, indem die anderweit beobachteten organischen Reste sich muthmasslich in be- 
stimmten ‚Schichten concentriren, die zufällig in dem bezeichneten Gebiete nicht aufgedeckt sind. 

Das Hangende der Plattenkalke (Nr. 22) bilden bunte Mergel, den Keupermergeln sehr ähnlich, 
die „bunten Mergel des Wealden“ oder die „Münder Mergel‘‘ Credner’s (Purbeckmergel Seebach’s). Diese, 
i. A. neben den Gesteinen der vorigen Zone aufgeschlossen oder doch kenntlich, bestehen ihrem Haupttheile 
nach aus rothbraunen, mit helleren (meist bläulich grünlichen) Partien gemengten, an der Luft zerbröckelnden 


1 One 


thonigen Mergeln, deren Thongehalt stellenweise so bedeutend ist, dass sie zur Ziegelfabrikation ausgebeutet 
werden. Zwischen dieselben schieben sich zwei Schichten fremdartiger Gesteine ein: 

1) isabellfarbene, sandige und stark dolomitische Mergel, mitunter rauh von vielen Schalen kleiner 
Cyrenen (alsdann kalkhaltiger und fester, zu Fundamenten kleiner Bauten benutzt), mitunter 
homogener, durchgängig zu Cementmörtel benutzbar. Sie stimmen mit Römer’s Sand- 
mergeln von Ohsede (Ool.-Geb. pag. 116 f.) und enthalten theilweis dieselben Petrefacten 
(Cyrena obtusa, elongata, angulata, Röm. 1. ce. p. 115. 117). Ihre Mächtigkeit ist keine 
sehr grosse, nicht viel über 5=; ihr Abstand von der unteren Grenze der Zone der Münder 
Mergel, der sie etwas näher als der oberen zu liegen scheinen, liess sich nicht genau 
ermitteln. 

2) wohlgeschichte, mindestens 15” mächtige, graublaue, compacte Gypse. Sie zeigen sich bei Stroit, 
wo Trümmer derselben weit zerstreut sind (weissliche s. g. Duxe), bei Ammensen, wo be- 
deutende Brüche liegen, bei Delligsen, zwischen Holtensen und Grünenplan, wo ebenfalls 
eine technische Ausbeutung stattfindet, und im schwarzen Lande, stets ziemlich nahe der 
oberen Grenze der bunten Wealdenmergel, ohne sie aber nachweislich irgendwo zu erreichen. 
Oberhalb Stroit und Ammensen zeigt sich in der Färbung des Bodens unverkennbar, dass 
eine Schicht bunter Mergel von eirca 10”Mächtigkeit noch über den Gypsen sich befindet, so 
dass wir dieselben nicht als besondere Zone, sondern nur als eingestreutes Glied der bunten 
Merselbildung anzusehen haben, deren Mächtigkeit sich im Ganzen auf 100% berechnet. 

Organische Einschlüsse lieferte weder der Gyps, noch der bunte Mergel selbst, so dass die oben- 

genannten Süsswassermuscheln der dolomitischen Mergel das Einzige sind, das wir in dieser Beziehung zu 
nennen haben. 


Die nun folgende Bildung (Nr. 23) — graue, ziemlich dünngeschichtete Kalkmergel, oft von be- 
deutender Festigkeit, so viel uns bekannt ohne Versteinerungen — lässt sich nur mit Wahrscheinlichkeit 


dem Serpulit zuzählen, da auch das obere Wealden und selbst Neocomschichten durch diese, c* 15” 
mächtige, allmälig in die Thone der unteren Kreide (Nr. 24) übergehende Bildung vertreten sein könnten. 

Dieselbe ist (in Wasserrissen) zwischen Holtensen und Grünenplan, bei Delligsen, unweit des noch 
zu erwähnenden „Elligser Brinkes“ und bei Ammensen über den Gypsen am Hilsabhange erschlossen. 


Untere Kreide. 
Nr. 24 bis 28. 


Die eigentliche Hilsformation, welche dem Ne6ocomien parallelisirt wird, zeigt sich in der Hilsmulde 
nur als Eisenstein und Thon. Der erstere, körniger Brauneisenstein (Nr. 24), ist den Thonen in ihrem 
unteren Theilen zwischengelagert; das Hilsconglomerat ist augenscheinlich auch durch Thone vertreten, welche, 
wie bemerkt, in die sie unterteufenden Mergel übergehen. 

Die ganze. Bildung ist schon seit langer Zeit, insonderheit vom Elligser Brinke bei Delligsen, bekannt, 
wo Nachgrabungen nach Eisenerz in grösserem Masse stattfanden, und wo noch bis vor kurzer Zeit die 
Halden eine (zuletzt freilich erschöpfte) Fundgrube von Petrefacten bildeten. Wir fanden dort und in 
Wasserrissen zwischen Holtensen und Grünenplan die Brachiopoden des norddeutschen Neocom, 

Ammonites Astierianus und noricus, Schloth., und Belemnites subquadratus. 


ge 


Was die sonst dort gefundenen Versteinerungen anlangt, so können wir auf die bekannten früheren 
Arbeiten über diesen Gegenstand, denen wır keine neuen Resultate zuzufügen haben, hinweisen. 

Ein anscheinend ganz allmäliger Uebergang findet in helle, fette Thone (Nr. 25) statt, welche neben 
kleinen Pleurotomarien und einer Nucula besonders den Belemnites Ewaldi, Stromb., und Isocardia an- 
gulata, Phill., enthalten und in der Regel als Aequivalente des Aptien (Speeton-clay) angesehen werden. 
Die Aufschlüsse dieser Thone sind aber vereinzelt, theilweise vielleicht nur in abgeschwemmten Resten 
(z. B. der bekannte am Greiplatz oder Spechtsbrink zwischen Holtensen und Grünenplan gelegen, der 
übrigens noch die meisten Petrefacten geliefert hat), so dass eine nähere Erörterung hier unthunlich er- 
scheint. — Die Mächtigkeit der Zonen 24 und 25 ist auch nur zusammen bestimmt und die Grenze beider 
nach Wahrscheinlichkeit angenommen. 

Die höchsten Aufschlüsse, welche überhaupt durch die Bahnarbeiten veranlasst sind, liegen in den 
Sandsteinen (Nr. 26) auf dem Kamme des eigentlichen Hilses. Diese „Hilssandsteine“, nach Strombeck in 
das Gebiet des Gault gehörig, sind etwa 100 Meter mächtig; sie sind von heller gelblicher Farbe, nicht 
selten mit dunkler okerfarbigen Adern oder grünlichen und weissgrauen Partien, haben ein thoniges Binde- 
mittel, und sind im Ganzen etwas mürbe, allein an Haltbarkeit und Wetterbeständigkeit wechselnd. In ihrem 
unteren Theile enthalten sie Eisenflötze, welche auf der Carlshütte bei Delligsen verhüttet werden; mehr 
nach oben finden sich verhältnissmässig die besten Bausteine, welche namentlich oberhalb Stroit und Am- 
mensen theils in älteren, theils in neuangelegten ‚Brüchen gewonnen werden. Die ganz oben liegenden 
Schichten, am inneren Hilsabhange und im Liegenden der Flammenmergel, sind wenig bekannt. 

Trümmer dieser Sandsteine, in Schwemmgebilde eingebettet, bedecken übrigens einen so grossen 
Theil des südlichen Hilsabhanges, dass man der Hilssandsteinzone (und in Folge dessen auch wohl den 
Hilsthonen) irrthümlich sehr oft eine weit grössere Ausdehnung beimass, als sie wirklich einnehmen. 

Die von uns gefundenen Petrefacten beschränken sich auf Ammonites Milletianus, d’Orb., und ver- 
schiedene Hamiten. 

Die den inneren Thalraum innerhalb des Sandsteinringes und über der Sandsteinzone ausfüllenden 
Flammenmergel (Nr. 27), ebenso wie die sie überlagernden, die Hügel im Inneren des Hilses bildenden 
Plänerkalke (Nr. 23) sind neuerdings nicht aufgedeckt und lieferten uns keine neuen Thatsachen. 


Tertiäre und quartäre Bildungen. 
Nr. 29 und 30. 


Die Casseler Tertiärschichten (Nr. 29) haben sich nicht nur, wie auf der Karte angegeben, südlich 
von Vorwohle (mit Pectunculus erassus, Philippi, pulvinatus, Lam. etec.), sondern auch bei Freden, isolirt in 
Thaleinschnitte eingebettet, gezeigt, ohne dass aber die Untersuchung derselben bislang irgend bemerkens- 
werthe stratigraphische Resultate geliefert hätte. Das Vorkommen bei Freden soll früher nicht unergiebig an 
organischen Einschlüssen gewesen sein, und sind durch frühere Forschungen die Analogien mit den Casseler 
Schichten festgestellt. Jetzt ist Alles verschüttet und konnten wir nichts weiter ermitteln. 

Die quartären Schichten (Nr. 30) erlangen wenigstens eine negative Bedeutung, indem sie in einem 
grossen Theile des von uns cartirten Gebietes die älteren Schichten verdecken und so deren Untersuchung 
hindernd in den Weg treten. 

Dieselben bestehen in den grösseren Thälern — Leine, Ilme, Gande — zu unterst aus Kies, der 


er. | DR 


meist Gerölle der benachbarten Gebirge, besonders der Trias, führt, allein auch einzelne Feuersteinkerne von 
Kreidepetrefacten (z. B. Ananchytes ovata, Lamk.) gezeigt hat. Sonst haben wir nur Säugethierknochen, 
und besonders Zahnfragmente von Elephas primigenius, Blumenb., darin gefunden. 

Darüber — und am höheren Theile der Bergabhänge, so wie in den kleineren Thälern ausschliess- 
lich — findet sich Lehm, zu unterst in reinere grünliche Thonmassen übergehend, nach oben stark kalk- 
haltig und okergelb. Derselbe führt Lymnaeus palustris L. und Landschnecken (Helix lapieida, Müller u. A.), 
stellenweise in Menge, und dabei Säugethierreste (Wiederkäuerknochen, Geweihe mehrerer Hirscharten ete., 
Zähne von Elephas primigenius). — Erratische Blöcke sind nur vereinzelt aufgefunden (bei Geertzen). Bei 
Alfeld fanden sich im Lehm eingelagert etwa S” mächtige Kalktuffe (mit Equus caballus, Helix nemoralis). 
Die Vermengung mit Gesteinstrümmern vom Selter, Hils, aus der Trias, ist, wie theilweise schon erwähnt, 
oft eine sehr beträchtliche. — 

Als eine locale Besonderheit ist zu erwähnen, dass der Kies öfter mittelst einer dünnen nagelflue- 
artigen Schicht nach oben hin abgeschlossen ist, die sich zweifelsohne durch Infiltration von Kalk aus den 
oberen Schichten in die obersten Kieslagen gebildet hat. 

Die Mächtigkeit des Kieses beträgt erwiesener Massen bis zu 10 Meter; die maximale Mächtigkeit 
des Lehmes ist noch grösser und steigt wohl auf 15 Meter an; jedoch geben diese Zahlen schwerlich die 
volle Mächtigkeit der ursprünglichen Ablagerungen, welche wiederum einen directen Fingerzeig darüber 
geben, wie wichtig in unserem Gebiete die degradirende Thätigkeit des Wassers, und überhaupt der atmosphäri- 
schen Einflüsse, war. 


DO. Paläontographie. 


Die Schichtenreihe vom Amaltheenthone bis zur Bathformation oder den obersten Schichten des 
Unteroolithes lieferte nicht nur auf einer Bahnstrecke von mehr als einer Meile zwischen den Dörfern 
Naensen und Mainzholzen, sondern auch in dem früher erwähnten südöstlichen Zipfel der Hilsmulde bei 
Greene eine Reihe instructiver, theilweise petrefactenreicher Aufschlüsse. Da wir, trotz der vielfachen aus- 
gezeichneten Arbeiten auf diesem Gebiete, nicht nur einige Nova, sondern auch manche Aufklärungen 
früherer Data den dort gesammelten Materialien verdanken, so lassen wir — mit Ausschluss der von jener 
Schichtengruppe entfernter liegenden und zugleich weniger vollständig erschlossenen Gebiete, welche im 
vorigen Theile ihre Erledigung fanden — eine möglichst vollständige Betrachtung der organischen Ein- 
schlüsse jener Zonen (Nr. 10 bis 15 unserer Tabelle) hier folgen. 


1. Amaltheenthon, 


Belemnites paxillosus, Schloth., 
— B. Bruguerianus d’Orb., Pal. Fr., tab. 7, 1—5. 
— B. paxillosus amalthei, Quenst., Ceph. 24, 4, 
Durch die ganze Zone, nicht häufig. 


Ammonites margaritatus, Montf., d’Orb., Oppel. 


— A. amaltheus, Schloth., pag. 66, Quenst., Ceph. 5, 4. 
— A. acutus, Sow., Min. corch., t. 17, 1. 

—= A. Stokesiü, Sow., ib. t. 191. 

— A. Clevelandicus, Young und Bird. 

— A. paradoxus, Stahl. 

— A. Engelhardii, d’Orb. 

— Nautilus rotula, Rein. 


Die wenigen in den unteren Schichten des Amaltheenthones östlich von Stroit gefundenen Exemplare 
Paläontograpbiea, Bd. XIII, 3. 14 


— 10 °— 


gehören theils der Quenstedt’schen Varietät Ammonites amaltheus gigas (mit concentrischen Streifen, ohne 
radiale Rippen und ohne deutlichen Kiel, Cephal. t. 5, 4*), theils der Varietät A. amaltheus nudus an. 


Ammonites spinatus, Brug., d’Orb., Oppel. 


— Nautilus costatus, Rein., 
— Ammonites costatus, Schloth., Quenst. Ceph., pag. 95 (A. costatus nudus und 
A. costatus spinatus). 
Durch den ganzen Amaltheenthon, besonders in den mittleren Schichten, meist in thonigen 
Sphärosideriten. 


Pholadomya decorata, Ziet. t. 66, f. 2, 3, non Hartm. bei Goldf. 155, 3, non Seebach, hannov. 
Jura p. 127. 
Selten; grösstes Exemplar 90 millim. lang, 70 hoch, 45 dick. Andere im Verhältniss minder hoch. 
Der hintere Theil der Muschel zeigt stets eine merkliche Biegung nach oben; die Seulptur ist 
durchaus wie bei Zieten. Im Uebrigen wechselt, wie Zieten angiebt, die Form sehr. Sie ist theils rundlich- 
bauchig, theils länglich, theils ähnlich den Abb. bei Goldfuss und Bronn (Leth. t. 20, f. 20), die sich aber 
auf Formen des Unteroolithes beziehen. Ebenso überträgt Seebach den Zieten’schen Namen auf eine höher 
vorkommende Pholadomya, die wir für eine Varietät der Ph. Murchisoni, Sow., halten. 


Gresslya Seebachii, n. sp. — Gr. ventricosa, Seeb., hannov. Jura p. 128, t. 6, f. 1. 
— Lutraria gregaria, Ziet., Goldf. I, p. 255 z. Th., und t. 152, £. 10. 

Diese Muschel des Amaltheenthones, welche Seebach zuerst beschrieben hat, ist meist gross 
und hoch, dabei etwas bauchig und nach hinten wenig in der Höhe abnehmend; die Schale, welche selten 
erhalten ist, zeigt auf einen Quadratmillimeter unregelmässig vertheilt 25 feine erhabene Pünktchen. 

Der Umriss wechselt zwar nicht unbeträchtlich, indem sogar verbildete Exemplare vorkommen, 
allein derselbe ist doch immer mehr vierseitig als bei den ähnlichen Gresslyen der höheren Schichten. Die 
Dicke nimmt hinter den Buckeln nicht so rasch ab, vielmehr liegt die grösste Dicke meist hinter den 
Buckeln, wie 1. c. angegeben; nach hinten zeigt sich dabei längs des Oberrandes ein verschmälerter Streif. 
Da diese Unterschiede constant zu sein scheinen, so führen wir mit Seebach die Exemplare des Amaltheen- 


thones als eigene Art getrennt von der später zu erwähnenden Gresslya, mit der sie indessen sehr grosse 
Aehnlichkeit hat. Den Namen Seebach’s, den Agassiz anders braucht, mussten wir jedoch ändern. 


Pleuromya arcacea, Seeb., hannov. Jura p. 128, t. 5, f. 4. 
Taf. 4 (24), Fig. 3, 4 5. 

Die annähernd gleichseitige Muschel ist mit jederseits zwei stumpfen Kanten, von denen die hinteren 
mitunter scharf werden, und die vom Schlossbuckel nach den Ecken verlaufen, ausgestattet, hat eine dünne, 
concentrisch gerunzelte und mit 12 unregelmässig vertheilten Pünktchen auf 1 Quadratmillimeter versehene 
Schale. Die Buckel berühren sich fast und der Ober- und Unterrand convergiren nur sehr wenig nach vorn. 

Die überall, aber nicht häufig, mit Ammonites spinatus gefundene Muschel ist von uns nach einem 
ausnahmsweise mit Schale versehenen Exemplare von 60 Millim. Länge, 50 M. Breite und 20 M. Dicke 
neu abgebildet. 


— 11 — 


Inoceramus substriatus, Mstr., 
Goldf. t. 109, F. 2, Oppel $. 25, 96. 


Am Hilse sehr selten und nur vereinzelt um Stroit gefunden. 


Limaea acuticosta, Goldf. 107, 8, 
d’Orb. Prodr. I, p. 237, Oppel $. 25, 91. 


In den unteren Schichten des Amaltheenthones mit Ammonites margaritatus, östlich von Stroit, nicht 
selten, allein übrigens nicht gefunden. 


Pecten aequivalvis, Sow., Min. Conch. pl. 139, f. 1. 
Goldf. 89, 4. 
Bronn, Lethaea, p. 330 und t. 19, 4. 
d’Orb. Prodr. I, p. 237. 
Oppel S. 25, 97. 
Ziemlich häufig mit Ammonites spinatus und Gresslya Seebachii. In der Regel ist zwar der Umriss 
nicht erhalten, wohl aber die Sculptur der Schale. 


Östrea submargaritacea, n. sp. 
Taf. 4 (24), Fig. 6, 7. 
Ostrea ovato-orbicularis, transversa, striis concentrieis obsoletis subrugosis instructa, submargaritacea ; testa 
inferior parum convexa, superior paullo concava; umbo subacutus, dextrorsum versus. 
Länge 75, Höhe 60, Dicke 15 Millimeter. 

Da die Mannisfaltigkeit der Austern sehr gross und eine Diagnose ausserordentlich schwierig, ja 
bei manchen Arten fast unmöglich wird, so erscheint es immer gewagt, Arten aufzustellen, namentlich 
wenn nur wenige Exemplare vorliegen. Das abgebildete einzige Stück, welches östlich von Stroit gefunden 
wurde, scheint uns indessen so eigenthümlich, dass wir die Aufstellung der Art nicht unterlassen zu 
können glaubten. 

Es ist dieses i. G. sehr wohlerhaltene Exemplar auf einem verkohlten Holzstück (s. u.) aufgewachsen. 
Die Unterschale ist mässig vertieft, die Oberschale etwas concav; unter der matten, schwach concentrisch 
gerunzelten oberen Schicht zeigen sich deutlich blätterige Lagen, welche einen schwach silberartigen Perl- 
mutterglanz haben, wie dies nicht selten an lebenden Austern gefunden wird. — Der Wirbel, welcher nicht 
unverletzt ist, scheint spitz gewesen zu sein, und neigt nach rechts. 


Östrea tenuitesta, n. Sp. 
Taf. 4 (24), Fig. 8. 
Ostrea oblonga, valde depressa, striis concentrieis rugosis et obsoletis instructa; umbo subacutus, parvulus, 
prominens, modo dextrorsum, modo sinistrorsum versus. 
Länge 40, Höhe 50, Dicke 2—5 Millimeter. 
Wir haben von dieser Art mehrere Exemplare gefunden, welche alle auf Pecten aequivalvis auf- 
gewachsen sind und, wie dieses auch bei Anomien so häufig vorkommt, ganz deutlich die Rippen desselben 


wiedergeben. Beide Schalen sind sehr dünn und zart. 
148 


— 102° — 


Wir bilden zwei auf einem Pecten aufsitzende Schalen der Art ab, von welchen das eine den 
Wirbel nach rechts, das andere nach links geneigt hat. Der Wirbel selbst ist spitz und etwas vortretend. 


Fossiles Holz 


ist nicht selten in Fragmenten durch die ganze Erstreckung der Zone gefunden worden. Die Stücke haben 
bei nicht bedeutender Länge einen ziemlich gleichmässigen Durchmesser von etwa 40 Millim. Ihrem 
Habitus, wie dem Verlaufe der Fasern nach gehören diese Ligniten endogenen Pflanzen an; wir bezeichnen 
sie provisorisch als Monocotyledonenholz. 


2. Posidonienschiefer. 


Belemnites irregularis, Schloth., Ziet. t. 23, 6. 
— B. digitalis Faure Biguet, Ziet. t. 23, 9, 
und Quenst. Cephal. t. 26, f. 1—10, sowie d’Orb. Prodr. I, p. 244. 
Nicht häufig, grösstentheils in Schwefelkies versteinert, durch die Schieferzone hindurch gefunden. 


Ammonites heterophyllus, Sow., Min. Conch. pl. 266, Phill. Geol. of Yorksh. XIII, 2, Oppel $. 32, 39, 
d’Orb. Prodr. I., p. 246. 
— A. heterophyllus posidoniae, Quenst. Ceph. 
In den harten Bänken bituminösen Kalkes, in Kalkspath verwandelt, nicht häufig. 


Ammonites fimbriatus, Sow., tab. 164. 
Buch, Petrif. 17, t. 8, f. 2. 
d’Orb., Pal. frang., terr. jur. pl. 98. 
— A. cornucopiae, Young und Bird, Oppel $. 32, 43. 
d’Orb. Prodr. I, p. 245, und Pal. univ. terr. jur. pl. 99, 1—3. 
Nur einige Male (in den unteren Schichten) bei Wenzen gefunden. 


Ammonites Lythensis, Young und Bird, Phill. Geol. of Yorksh. XII, 6. 
— A. concavus, d’Orb. t. 116, non Sow. cf. Oppel $. 32, 2. 

Die durch d’Orbigny’s Figur gut wiedergegebene Art fand sich, in kleinen Exemplaren häufig, in 
den bituminösen Kalken; auch grössere Exemplare, die aber meist verdrückt waren, zeigten sich sowohl in 
den Kalkbänken als auch in den eigentlichen Schiefern; sie erreichen eine Grösse von etwa 100 Millim. 
Durchmesser. 


Ammonites borealis, Seeb., hannov. Jura p. 140, t. 7, f. 5. 
— (?) A. serpentinus, Rein.. f. 24, Quenst. Cephal. t. 7, 3, d’Orb. Prodr. I, p. 245. 
Bei Wenzen, nicht häufig, hauptsächlich in den bituminösen Kalken. Bis zu 250 Millim. Durch- 
messer. — Da eine Vergleichung mit Reinecke uns nicht möglich war, so folgen wir der obigen Bestimmung, 
die sich notorisch auf unsere Exemplare bezieht. 


— 18 — 
. Ammonites communis. Sow., Min. Conch. pl. 107, Oppel $. 32, 48, d’Orb. Prodr. I., p. 246. 
Quenst. Cephal. t. 13, 8. 
Zieten .t. 7, 2, und t. 9,2. 
Ueberall in der Schieferzone, wenn auch nicht gerade überaus häufig; in der unteren eisenschüssigen 
Grenzschicht am verbreitetsten. 


Ammonites anguinus, Rein., Oppel $. 32, 46. 
Zieten t. 12, £. 5. 
Quenst. Ceph. t. 15, £. 11. 
— A. annulatus, Sow., t. 222, 3. 
Mit vorigem, im Ganzen seltener. 


Ammonites radıans, Rein. 
Ueber diesen, in den Schiefern seltenen, in der Schicht der Trigonia’‘Navis, Lam., dagegen massen- 
haft auftretenden Ammoniten verweisen wir auf pag. 106. 2 


Avicula substriata, Mstr., Ziet. t. 69, 9. 
Goldf. t. 120, 7. (Oppel $. 32, 69). 
In den bituminösen Kalken überaus häufig. 


Inoceramus undulatus, Ziet., t. 72, f. 7. 
(Oppel $. 32, 71, d’Orb. Prodr. I, p. 256). 
= I. dubius, Sow., 584, 3. 

Länglich-oval, nach den Wirbeln zugespitzt, unten kreisförmig abgerundet, schwach und breit 
gefaltet, in der Jugend fast glatt. 

Seltener als die vorige Muschel, doch durch die ganze Schieferbildung verbreitet; in den Kalken 
noch am häufigsten gefunden, in den übrigen Schichten in der Art flachgedrückt, dass zwischen den beider- 
seitigen Abdrücken eine Quantität pulveriges Eisenoxyd sich befindet. (Cf. Seeb., hannov. Jura, p. 108. 
Vermuthlich gehört der I. amygdaloides, Goldf., ib. ebenfalls hierher.) 


Posidonomya Bronnii, Voltz, Ziet. t. 74, 4. 
Goldf. II, p. 119, pl. 115, £. 7. 
(d’Orb. Prodr. I, p. 256, Oppel $. 32, 74.) 

Kommt nur selten und zwar in der von Quenstedt als major bezeichneten grösseren Form vor, welche 
sich nur durch die Grösse von den in den folgenden Schichten vorkommenden Exemplaren unterscheidet; 
die Posidonien aus den Schiefern messen 20, die grössten aus den Thonen 12 Millimeter im grössten 
Durchmesser. 


Ausser diesen Mollusken sind uns, wie oben erwähnt, ein Schädel und Wirbel von Ichthyosaurus com- 
munis, Conyb., einige nicht näher bestimmbare Fischabdrücke mit rhomboidalen Schuppen, sowie mehrere 
Stücke fossilen Holzes bekannt geworden. Diese Ligniten zeigen sehr schöne concentrische Ringe und schei- 
nen Coniferen anzugehören. 


— 14 — 


3. Untere Zone des Ammonites opalinus, Rein. 
(mit Trigonia Navis, Lamk.). 


Belemnites tripartitus, Schloth. 
Quenst. Ceph. p. 418 ff., t. 26, f. 16—50. 
-d’Orb. Prodr. I, p. 244, Oppel $. 32, 11. 

Wenn auch minder häufig, als die folgende Art, hat sich doch auch diese im Greener Einschnitte 
durchgängig gezeigt. Die Exemplare, welche wir hierher rechnen, sind dünner und schlanker, als die der 
nächstfolgenden Art angehörenden, und haben deutlichere Furchen um die Spitze; indessen dürfte es sehr 
schwierig sein, eine scharfe Grenze zwischen beiden festzustellen. 


Belemnites compressus, Voltz (non Stahl, non Blainville). 
Quenst. Ceph. p. 422, t. 27, f. 1 ft. 
—= B. Rhenanus, Oppel, $. 53, 6. 

Diese Art, die im Allgemeinen grösser, namentlich aber, wie bemerkt, dicker als die vorige ist, und 
bei der sich die Furchen — sämmtlich oder theilweise — zu verflachen und selbst zu verlieren pflegen, ist 
jedenfalls der vorigen sehr nahe verwandt und vielleicht mehr der Lagerung nach, als nach zoologischen 
Charakteren abgesondert. Wenigstens ist die Möglichkeit eines Zusammengehörens um so weniger auszu- 
schliessen, als einzelne Uebergangsformen vorhanden sind und der Entwickelungsgang sehr gleichartig ist; 
denn die jüngeren Individuen (? = B. acutus, pyramidalis) sind bei beiden kurz konisch. 


Belemnites brevis, Blainv., Oppel $. 53, 1, d’Orb. Prodr. 9, 14. 
— B. breviformis, Voltz, Quenst. Ceph. t. 27, f. 21, 22 (non Zieten). 
(Vom d’Orbigny’schen B. abbreviatus, Pal. fr. terr. jur. t. 9, £ 1—7, gehört f. 3 
und 7 hierher; cf. Oppel 1. ce.) 
Der häufigste Belemnit des Greener Einschnittes, auch bei Wenzen mit dem vorigen ziemlich zahl- 
reich vertreten. 
‚, Belemnites subelavatus, Voltz. 
Quenst. Ceph. t. 23, f. 16". 
Ziet. 22, 5, Oppel $S. 53, 4. 
Ebenfalls im Greener und Wenzer Einschnitte, jedoch selten. 


Belemnites irregularis, Schloth. 
Ziet. t. 23, f. 6 p. p., 
vergl. „Posidonienschiefer.“ 
Die bei Greene und Wenzen nicht sehr zahlreich, aber doch durch die ganze Zone der Trigonia 
Navis, Lamk., durchgehends gefundenen Belemniten, welche zum Theil von etwas schlanker Form und daher 
von Seebach, hannov. Jura p. 158, t. 7, f. 6, als eigene Art, „Belemnites similis“, hingestellt sind, haben 


gleichwohl nach unseren Beobachtungen keine constanten Unterscheidungsmerkmale von denen der tieferen 
Schichten und dürften mit der citirten Art zu vereinigen sein. 


Ammonites jurensis, Ziet., t. 68, f. 1, 2. 
d’Orb. Pal. franc. pl. 100. 
Quenst. Ceph. t. 6, 7. 
(Amm. cf. Iineatus, Schloth., bei Seebach, hannov. Jura, p. 139.) 

Die von d’Orbigny angegebenen Charaktere, sowie die Maassen für die Involubilität, Scheiben- 
zunahme u. s. w., stimmen vollständig mit einigen ziemlich grossen Ammoniten, die im Greener Einschnitte 
und im Wenzer Rökengraben mit wohlerhaltener Schale gefunden sind. Die einzige Abweichung von 
d’Orbigny’s Figur fanden wir in dem Vorhandensein eines Lobus zwischen Naht- und Bauchlobus, den aber 
Zieten’s Figur auch hat. 

Die Schale, welche bei letzterer fehlt — wie auch bei fast allen von anderen Oertlichkeiten uns zu 
Gesicht gekommenen Exemplaren — ist ganz wie bei d’Orbigny’s Abbildung. Die Form des Querschnittes 
ist mehr dreieckig; doch giebt dies d’Orbigny als nicht selten vorkommend an. Noch bezeichnender wäre 
bei dem durchaus runden Rücken der Ausdruck „birnförmig.“ 

Die grössten Fragmente lassen auf 200 Millimeter Durchmesser schliessen; das grösste vollständige 
Exemplar (Rökengraben bei Wenzen) hat 150 Millimeter Durchmesser. Seine Wendungshöhe ist 70, die 
Breite dabei 50 Millimeter, die Scheibenzunahme O,,, (etwa 3/,), wie bei d’Orbigny. 

Die Schale ist nur mässig dick; von den quer über den Rücken hingehenden Linien, zwischen denen 
noch weit feinere concentrische, also rechtwinkelig auf jenen stehende, verlaufen, kommen 1 bis2 auf 1 Milli- 
meter. Die Involubilität ist entschieden grösser als bei dem Ammonites fimbriatus, Sow., obwohl sie nicht 
über i/, beträgt. — 

Ein Zusammengehören unserer Ammoniten mit dem Ammonites fimbriatus und lineatus opalinus, 
Quenst., (A. dilucidus, Oppel) ist durch Obiges hinlänglich ausgeschlossen, insonderheit aber durch die Ver- 
schiedenheiten der Lobenlinie. Auch von d’Orbigny’s eitirter Abbildung gilt dasselbe, von welcher Quen- 
stedt, (Cephalopoden p. 104) die Vermuthung ausspricht, dass dieselbe zu A. lineatus gehören — eine Ver- 
muthung, die durch Vergleichung der Figuren sich sofort widerlegt. 


Ammonites interruptus’ Scehloth. (non Brugu.). 
Zieten 15, 3. 

Dieser mitunter (Quenstedt, Jura, t. 42, f. 5) zum A. torulosus, Schübl., gerechnete Ammonit, der 
aber von dem wirklichen A. torusolus, Schübl., Ziet. t. 14, f. 1, Quenst. Ceph. t. 6, f. 9, sehr verschieden ist, 
fand sich nur wenige Male bei Wenzen. 

D’Orbigny’s Ammonites Germaini, Pal. franc. t. 101, cf. Seebach, hannov. Jura p. 138, ist bis auf 
Fig. 6 (mit schiefen Furchen) hierher zu rechnen. — 


Ammonites hircinus, Schloth., 1820, p. 72, Quenst. Ceph. t. 6, 10, Oppel $. 32, 44. 
— A. oblique interruptus, Ziet. 15, 4. 
Es ist nicht zu verkennen, dass unter dem Namen A. hireinus verschiedene Ammoniten eireulirt 


haben, von denen wir die, welche ohne Zweifel Schlotheim gemeint hat, und welche Quenstedt und Zieten 1. c. 
“ 


— 106 _ 


» 


charakteristisch abbilden (ersterer unter demselben, letzterer freilich unter einem andern Namen), mit einigen 
wenigen Exemplaren zusammenstellen, welche theils bei Greene, theils unweit Mainzholzen in einer Fundament- 
aushebung (mit anderen Petrefacten der Zone der Trigonia Navis) gefunden sind. Die auf der Dorsalseite 
sehr schief nach vorn vortretenden Furchen sind ganz oben am tiefsten; die breiten Wülste, welche 
zwischen ihnen liegen und welche Schlotheim hervorhebt, quellen dort rundlich vor, während an den Seiteu 
Alles flacher ist. Auf der Schale, die eines unserer Fragmente gut erhalten zeigt, findet sich nach vorn 
von jeder Furche an der Seite eine lamellenartige Linie, die sich nach dem Rücken hin allmälig verliert; 
ausserdem sieht man nur noch feine, sehr schwache, den Furchen parallele Streifen auf den Wülsten. — 

(Die 6. Figur der 101. Tafel in d’Orbigny’s Pal. frang., sowie namentlich die Abbildungen in Quen- 
stedt’s Jura, t. 40, f. 3 und 8, wagen wir nicht definitiv hierher zu stellen.) 


Ammonites insigni similis, n. sp. 
Taf. 5 (25), Fig. 5, 6, 7. 
Ammonites testa discoidea, carinata, costis subreetangularibus, prope suturum oriundis, supra subinflexis, 
fortibus, numerosis, cum carina non contiguis instructus. Sectio anfractuum paullulum depressa, 
subrotunda .... 


Ein einzelnes Fragment von '/; Windung nöthigt uns, obige zu den Insignes zu zählende Art auf- 
zustellen, die sich von Ammonites insignis, Schübl, mit dem sie den Kiel und das Aussehen des Rückens 
gemein hat, im Wesentlichen durch die stets ungetheilten, starken, häufigen, durch nicht viel breitere 
Zwischenräume getrennte Rippen unterscheidet. Daneben ist allerdings die geringe Involubilität (c* /,), die 
geringe Wachsthumszunahme — das Stück von "/; Windung nimmt i. G. nur wie 9:10 in den linearen 
Dimensionen, also wie etwa 8 : 10 in der Querschnittsfläche zu — und die querovale Windungsform (von 
17 Millim. Höhe, 19 Breite) zu berücksichtigen. 

So sehr zu ‚bedauern ist, dass nicht ein vollständiges Exemplar vorliegt, so sind doch die Charaktere 
entscheidend genug, um die Einreihung unseres Bruchstückes in bekannte Arten zu verhindern; bei der 
verhältnissmässigen Seltenheit der Ammoniten der kleinen Familie der Insignes glaubten wir dasselbe auch 
nicht übergehen zu dürfen. 


Ammonites radians, Rein. 


Zu diesem, unseren Erfahrungen gemäss von den Schiefern bis zur Zone der Trigonia Navis 
reichenden und noch in letzterer überaus stark verbreiteten, in mancher Hinsicht sehr variabeln, in seinen 
Hauptmerkmalen leicht unterscheidbaren und eine vollkommen einheitliche Art ausmachenden Ammoniten 
rechnen wir: 

Ammonites radians, Rein., d’Orb. Prodr. I, p. 245, und Pal. franc. t. 59, Oppel $. 32, 27, 
Ziet. t. 4, 3, Quenst. Jura t. 40, f. 9, 14. 


= undulatus, Stahl, Ziet. 10, 5, Seeb. hannov. Jura p. 141. 
ne striatulus Rein., Zieten 14, 6, (von Sowerby). 

> solaris, Ziet. 14, 7. 

h radians depressus, Quenst. Ceph. t. 7, f. 4. 


rn lineatus, Ziet. t. 9, 7, (non Quenst.). 


— 11 — 


Ammonites Aalensis, Quenst. Jura t. 40, f. 12. 
radiosus, Seebach (letztere Bezeichnung speciell zunächst auf die Hils- 
gegend bezogen), hannov. Jura p. 142, t. 9, f. 2. 
Mit Wahrschemlichheit zählen wir auch die als Ammonites costula, Rein. (f. 33), radians costula, 
Quenst. Cephalopoden t. 7, 11, und Aalensis costula, Quenst. Jura, t. 40, 10, geführten Ammoniten hierher, 
indem wir ganz ähnliche Exemplare mit den übrigen untermischt fanden, welche den inneren Windungen des 


„ 


unzweifelhaften Ammonites radians vollkommen glichen. — 

Die verschiedenen Formen dieser Art wurden bisher ausschliesslich den Schichten des Ammonites 
jurensis, Ziet., d.h. den zwischen der Posidonienzone und der Zone des Ammonites opalinus liegenden 
Schichten oder dem Lias Zeta), denn auch vom Ammonites jurensis ward ein höheres Vorkommen geleugnet) 
zugeschrieben, und in diesen Schichten meist streng von eimander gesondert (A. radians, Rein., von A. stria- 
tulus, Rein. u. s. w.); sie sind jedoch in der Zone der Trigonia Navis bei Greene und Wenzen in solchen 
Mengen vorgekommen, dass sämmtliche Uebergangsformen und Entwickelungsstadien sich feststellen lassen. 
Danach mag es nicht auffallen, wenn wir eine ganze Reihe verschiedener Citate hierher stellten. Das von 
uns über die Art gewonnene Resultat lässt sich kurz im Folgenden fassen: 

Ammonites radians ist ein Falcifer, mit deutlichem , jedoch in hohem Alter verschwindenden Kiele, 
mit geringer Involubilität = !/,), flacher Scheibe, Scheibenzunahme — !/,, mässiger Dicke, aber auch nicht 
bedeutender (nie das Doppelte der Breite, oft nicht viel mehr als diese betragender) Höhe dem Umganges, 
mit Rippen, welche nur schwach (oft verschwindend wenig) zurückgebogen sind, in der Regel schon an der 
Naht eine geringe Neigung nach vorn haben, aber erst auf 2), bis 3/, ihres Verlaufes nach dem Kiele zu 
schärfer nach vorn gebogen sind. Trotz der geringen Involution wird ‚daher die Umbiegung von dem 
nächstfolgenden Umgange bedeckt und die Richtung des sichtlichen Theils der Rippen geht vom Centrum 
fast streng radial bis auf die letzte Windung. 

Die absolute Grösse übersteigt 150 Millim. Durchmesser nicht; die Wohnkammer ist, immer noch 
incomplett, bis zu ®/, Umgang beobachtet; die Mündung ist nur flach ausbauchend, ohne vorstehendes Ohr. 
(cf. Quenst. Jura 40, 41.) 

Die Rippen sind nun dasjenige Merkmal, welches mannigfaltig abweicht. Als typisch scheint die 
Form mit gleichmässigen, ziemlich scharfen und zahlreichen Rippen angesehen werden zu müssen, welcher 
auch die in den Schiefern gefundenen Exemplare angehören. Von dieser Grundform gehen zwei Reihen 
abweichender Formen aus: einmal sind die Rippen zahlreicher und feiner, bleiben aber scharf — Ammonites 
striatulus bei Zieten —; zweitens sind die Rippen seltener, — Ammonites solaris, Ziet., radians costula, 
Quenst. —, wobei zwischen je zwei derselben feine, ihnen parallele Streifen auftreten. Dazu kommt es 
häufig vor, dass sich die Rippen beim ferneren Wachsthum verwischen und in förmliche Bündel von Streifen 
auflösen. Es geschieht dies in der Regel um so früher, je weniger typisch und scharf die Rippung von 
Anfang an war, und bedingt das ungleich frühe Auftreten der Umwandlung noch sehr viele Modificationen. 
Als extrem mögen einige Exemplare erwähnt sein, die bei 60 Millim. Durchmesser in der Gegend der 
Wohnkammer nur einige Falten zeigen und dabei sonst glatt sind; es sind dies Exemplare mit selteneren 
Rippen auf den Windungen, bei denen diese durch die flachen Falten angedeutet geblieben sind. 

Das Verschwinden der Carina im Alter ist, wie zu erwarten, ein ganz allmäliges; anfänglich bleibt 


Paläontographica, Bd, XIII, 3. 15 
P 


— 18 — 


ein Knick, ähnlich dem Grat eines Spitzbogens,, dann stumpft sich dieser ab und zuletzt erscheint der 
Rücken vollständig gerundet. Dies letzte Stadium ward aber nicht häufig beobachtet. 

Eine fernere Eigenthümlichkeit zeigen die innersten Windungen, wo sie untersucht wurden, ganz 
constant: es verschwinden an ihnen die Rippen, bevor sie die Mitte des Rückens erreichen. Jedoch verliert 
sich auch dieses Merkmal bald früher, bald später, so dass Exemplare von 25 Millim. Durchmesser 
schon die bis zum Kiele reichenden Rippen haben können, während selbst grössere Individuen noch die 
Jugendform zeigen, welche, wie erwähnt, dem A. costula sehr ähnlich ist. -— 

Einige, z. Th. auch den Formen des A. costula sich nähernde Stücke mit schärfer gebogenen 
Rippen sind zu vereinzelt und fragmentarisch, als dass über ihr Verhalten zur gegenwärtigen Art etwas 
Sicheres gesagt werden könnte. 


Ammonites opalinus, Rein., Mstr., Quenst.. Ceph. 7, 10, Jura 42, 8, Oppel $. 53, 16. 


In primordialis, Ziet. 4 4, d’Orb., Prodr. I, p. 245, und Pal. franc. pl. 62, — non 
Schloth. p. 63. 
A Ammonius, Schloth. p. 63. j 


Dazu A. Murchisonae, Sow., t. 550. 
d’Orb. Pal. france. t- jur. I, 367, Prodr. I, p. 261. 
Ziet. t. 6, £. 1—4, Quenst. Ceph. p. 116, t. 7, £. 12. 
Oppel $. 53, 18. 
» A. laeviusculus, Sow., t. 451, f. 1, 2. 
» A. corrugatus, Sow., t. 451, f. 3. 
„ 4A. Murchisonae, Röm., Ool.-Geb. p. 184. 

Der A. Murchisonae (Sow.) bei Seebach, hannov. Jura p. 144, ist nach unserem Dafürhalten 
—= A. Aalensis, s. Nr. 4, und gehört nicht hierher. 

Gleich mit dem Beginn der Schieferthone über den grauen, versteinerungsleeren Mergeln unserer 
Zone 11”, also mit Anfang der Zone 12° treten neben anderen Leitfossilien ‚(namentlich Trigonia Navis 
Lamk.) zahlreiche Ammoniten auf, die wir zu der, zwar sehr wechselnden, allein doch mit Sicherheit stets 
in allen ihren Modihicationen erkennbaren Art stellen, die besonders unter: den zwei verschiedenen Namen 
A. opalinus und A. Murchisonae eirculirt. Das Zusammengehören der beiden Formen, welches u. A. 
Römer ]. e., ferner Quenstedt, Ceph. p. 115 festhält, lässt: sich bei genauer Betrachtung der Formen aus 
den verschiedenen Schichten und Gesteinsarten nicht verkennen; auch die Lobenlinie stimmt, wie wir viel 
beobachteten, überein (ci. Quenst. 1. ce. und t. 7). 

Der Grund zur Zerspaltung der Art in zwei als Arten betrachtete Abtheilungen liegt gewiss nur in 
Verschiedenheiten der Erhaltung; denn die Exemplare mit wohlerhaltener, zarter, perlmutterglänzender und 
sichelförmig gestreifter Schale werden zumeist A. opalinus, die als Steinkerne in den Eisenerzen etc. gefun- 
denen aber A. Murchisonae genannt. Fehlen und Obsoletwerden der Rippung einerseits, oder deutliches 
Auftreten derselben andererseits, ferner höhere Mündung und grössere Involubilität einerseits oder breitere 
Querschnittsform mit etwas geringerer Involubilität andererseits haben niemals ein Motiv zur Trennung dieser 
Arten gegeben; eine solche geschah eben nur wegen des erstangegebenen Grundes. Da dieser nun aber 
gewiss einer strengeren Kritik nicht Stand hält, und zudem sich in unseren Gesteinen noch andere Er- 


-— 19 — 


haltungsweisen der Schale vorfanden, welche gewissermassen die Extreme vermitteln und klar darthun, dass 
dieselben nur zufällig waren, so halten wir die Vereinigung der Art (für welche wir den übrigens keines- 
wegs sehr passenden ältesten Namen Reinecke’s, Ammonites opalinus, beizubehalten haben) für durch- 
aus geboten. 

Die Art, wie sie sich so hinstellt, bildet ein natürliches Ganzes. sie hat bei stets ziemlich grosser, 
übrigens wechselnder, Hochmündigkeit und Involution, sowie auch Scheibenzunahme (Höhe zur Breite des Um- 
gangs wie 3:1 bis 2 : 1, Involution Y/, bis ?/;, Scheibenzunahme !/,), einen sehr scharf und rechtwinkelig 
abgesetzten Nabel und einen in der typischen Form länglich -lanzettlichen Querschnitt, der manchmal sich 
etwas zuspitzt, manchmal linear mit ovivaler Spitze wird. 

Die Schale ist stets fein sichelförmig gestreift; die Streifen sind jedoch .mehr oder nımder deutlich 
und scharf; es kommen deren mindestens 1 auf 1 Millimeter, oft jedoch erheblich mehr. 

Die Rippung ist sehr wechselnd. Es kommen einfache Sichelrippen über die ganze Breite der 
Seiten, verschwindende, oder sich in Bünde! feinerer Rippchen auflösende, auch sich gabelnde Sichelrippen 
vor; manchmal fehlt jede Spur von Rippung. Bei sehr grossen Exemplaren pHegt sie an den äussersten 
Umgängen selbst da zu fehlen, wo die inneren Windungen sie zeigen; doch giebt es schon Stücke von 
15 Millim. Durchmesser, die glatt sind, so dass man die glatten Formen nicht durchaus als einem höheren 
Alter zukommend ansehen kann. 

Ueber das Verhältniss der bauchigeren, mit runderen Rücken und abgesetztem Kiel versehenen zu 
den scheibenförmigen, scharfrückigen Individuen lassen sich mehrere Autoren z. B. Quenstedt Ceph. p. 116 f., 
aus. Man hat bekanntlich diese übrigens bei mehreren anderen Ammonitenarten (z. B. A. margaritatus, 
Montf.) beobachtete Verschiedenheit auf Geschlechtsunterschiede zurückführen wollen; da jedoch Uebergangs- 
formen vorkommen und im Allgemeinen die tlacheren Formen überwiegen und die eigentlich typischen zu 
sein scheinen, so ist eine solche Erklärungsweise doch vielleicht nicht unbedingt nothwendig. — 


Ammonites affınıs, Seeb. 
Tara PH) Rue n2 3 

Diese mit der vorigen nah verwandte Art, welche jedoch auch mit den discusartigen Formen gewisse 
Verwandtschaften zeigt, ist zuerst aus den Schichten von Greene und Wenzen beschrieben, in denen sie 
neben Ammonites opalinus, Rein., und Trigonia Navis, Lam., häufig, ja nächst Ammonites radians, Rein., 
wohl am häufigsten, vorkommt. Doch besitzen wir Fragmente auch aus anderen Gegenden (z. B. Kosemütz, 
Kreis Nimptsch in Schlesien), welche auf eine weitere Verbreitung schliessen lassen. 

Da trotz der grossen Häufigkeit einzelner Stücke ganze Exemplare selten sind, auch Seebach kein 
solches abbildet, so fügen wir die Abbildung eines ziemlich wohlerhaltenen Exemplars bei, und zugleich die 
einer mit Ohr versehene Mundöffnung, welche an jenem fehlt. Die Lobenlinie ist uns indessen auch nicht 
vollständig bekannt geworden; wir können über dieselbe nur sagen, dass der Sattel zwischen dem Rücken- 
lobus und dem Hauptseitenlobus breiter , letzterer weniger eingeschnitten, überhaupt die ganze Lobenlinie 
flacher und weniger gezackt ist, als die des Ammonites opalinus, Rein. 

Ein zweiter constanter Unterschied von letzterem besteht in dem Fehlen des scharfen, rechtwinkeligen 
Ansatzes der Suturfläche an die Seitenfläche und des ebenfalls rechtwinkeligen Aufstossens derselben auf die 


vorhergehende Windung. Vielmehr ist der letztere beim Ammonites affınis stets stumpfwinkelig und ebenso 
15 * 


— MH — j 


der Zusammenstoss der Sutur- und der Seitenfläche, welcher sogar bei jungen Exemplaren oft ganz serundet 
und unmerklich ist. 

Die Querschnittsform ist auch stets mehr zugeschärft nach dem Rücken zu; die Seitenflächen er- 
scheinen im Rückentheile stets etwas concav, eingezogen; die grösste Breite befindet sich übrigens auch 
manchmal ziemlich in der Mitte, manchmal mehr in der Nähe der Sutur. — Der Kiel ist nicht abgesetzt 
und bei grösseren Individuen stumpf. 

Die Oberfläche ist meist glänzend und zeigt nur ganz schwache sichelförmige Anwachsstreifen, sehr 
selten und nur bei kleinen Exemplaren noch sparsame, flache, faltenartige, nach dem Rücken zu sich ver- 
lierende Rippen. 

Die Scheibenzunahme fanden wir — 0,45, die Involution = !/;; Der Ammonit ward noch grösser 
als Ammonites opalinus; wir massen bis zu 200 Millim. Durchmesser, wobei die grösste Windungshöhe 80, 
die grösste Breite 35 Millim, betrug. Die Wohnkammer ist bis zu ®, Umgang beobachtet. 


Turbo duplieatus, Goldf., t. 179, 2 (non Turbo duplicatus, L., welcher zu Turritella gehört). 
— T. subduplicatus, d’Orb., Prodr. I, p. 248, und Pal. franc. pl. 329, f. 1—6. 
5 Oppel $. 55, 66. 
Einzeln im Greener Einschnitte. 


Euomphalus mimutus, Ziet., t. 33, f. 6. 
Quenst. Jura, p. 316, p. 45, 28. 
Ebendort nicht häufig. : 


Actaeonina*) subglobosa, n. sp. 
Taf.5 (25), Fig. 16. 
Testa parvula, ovata, subglohosa, anfractibus 4—5 subito erescentibus, transversim striatis instructa ; spira 
brevissima, quartam ceireiter testae longitudinem tenens. 
Apertura late ovata. 
Länge 4—5 Millim. Grösster Durchmesser ®/, der Länge. 

Die Schnecke ist zuvörderst durch die bauchige Form, dann aber auch durch die Kürze des oberen 
Gewindes von anderen ähnlichen Arten, z.B. Tornatella (Actaeonina) pulla, Dkr. und Koch, vgl. Zune Nr. 7, 
ausgezeichnet. Die Streifung ist zugleich etwas weitläufiger als bei dieser; es zeigen sich auf der letzten 
Windung 16 Streifen, die aber so vertheilt sind, dass sie in der Mitte weniger gedrängt erscheinen, als oben 
und unten. Diese Spiralstreifen sind bei einigen der grösseren Exemplare sehr scharf markirt, als feine 
vertiefte Linien mit breiteren Zwischenräumen. — Die Form der oberen Windungen ist kurz konisch, zugleich 
etwas treppenförmig abgesetzt, und in diesem Punkte ähnlich der bei Tornatella pulla. 


*) Morris und Lycett, great Ooli e, p. 102 ff, geben zu diesem von d’Orbigny aufgestellten Genus die Charaktere 
an, auf welche wir hier verweisen. 


— 


Actaeonina varıabilis, n. sp. 
Taf. 5 (25), Fig. 13. 

Testa parvula, oblongo-ovata, anfractibus 5—6 obsoletissime (ad longitudinem) plicatis, fere laevigatis, sutura 
profunda divisis instructa. Spira plus minusve exerta, subacuta; apertura subangusta, infra 
subdilatata; columella parum sinuosa. 

Länge 4 Millim., grösster Durchmesser dabei 2—2!/, Millim. 
Diese bei Greene überaus häufig gefundene Schnecke wechselt, was die Länge des Gewindes und 

(wie aus obigen Massen erhellt) was die Dicke anlangt, ziemlich bedeutend; die Mundöftnung beträgt im 

Mittel die Hälfte der Länge — mitunter etwas weniger, mitunter etwas mehr. Die oberen Windungen sind 

auch treppenförmig abgesetzt, und hat die Art i. @. viel Aehnlichkeit mit Tornatella pulla, ist aber durch 

den gänzlichen Mangel von Spiralstreifen von dieser unterschieden. — Die zarten Änwachsstreifen zeigen sich 
bei grösseren Exemplaren stets, wenn die Schale vollkommen erhalten ist. 


Actaeonina mitraeformis, n. Sp- 
Taf. 5 @5), Fig. 12. 

Testa parvula, anfractibus quinis planis, sutura distineta sejunctis, transversim que costulatis, superne nodoso- 
carinatis instrueta; spira subscalata, ?/, totius longitudinis aequans; apertura anguste ovalis, ad 
basin subdilatata; anfractus primordialis subito crescens, submamillaris. 

5 Millim. lang, 2 im Durchmesser. 

Die nur einmal bei Greene gefundene Schnecke zeigt eine sehr charakteristische Form und ist 
namentlich ausgezeichnet durch einen hervortretenden Kiel, der unter der Loupe betrachtet etwas unregel- 
mässig knotig erscheint. Die unter demselben liegende ebene Partie hat 12— 14, grösstentheils durch die 
folgende Windung verdeckte, quere Rippen. Das Gewinde ist treppenförmig abgesetzt, ist oben sehr stumpf- 
winklis und beginnt mit einem vorspringenden, fast zitzenartigen Knöpichen. 


Hydrobia (Littorimella) Wilkeana, n. sp. 
Taf. 5 (25), Fig. 15. 
Testa subulata, solidula, anfractibus 6—7 laeviuseulis, convexiuseulis, sutura manifesta sejunctis instructa; 
anfractus primordiales apicem eonoidalem obtusiusculum formantes; apertura ovata. 
Länge 5 Millim. Grösster Durchmesser 1'/; Millim. 
Die kleine, bei Greene nicht seltene Schnecke ist fast glatt, die Schale ziemlich stark; die ziemlich 
stumpfe Kegelform der 3 ersten Windungen ist sehr charakteristisch für diese kleine Species. 


Turritella elongata, Ziet., pl. 32, f. 5, 6 (non Sow.). 
— Turritella opalina, Quenst. Jura p. 326, pl. 44, a lar 
— Cerithium elongatum, d’Orb. Prodr. I, p. 250 und Oppel S. 535, 85. 
Die letzt eitirte Missdeutung der Art ist durch die meist sehr schlechte Erhaltung der Mundöfnung 
veranlasst, welche bei der sonst nicht seltenen Schnecke nur ausnahmsweise gut beobachtet werden konnte. 


Cerithium vetustum, Phill.(Terebra), Geol. of Yorksh. I, 165, t. 9, £. 27. 
— (. armatum, Goldf. 173, 7. 
j d’Orb. Prodr. I, p. 250. 
Oppel S$. 53, 34. 
Quenst. Jura p. 315, pl. 45, f. 22. 
— Turritella echinata, Buch, Petrif. 1; 15, t. 7, £. 1. 
Bronn, Lethaea, p. 395, t. 21, £f. 24. 

Die bekannte, häufige und weit verbreitete Art kennzeichnet sich durch 2 spirale Stachelreihen auf 
dem freien Theile der oberen Windungen; die Stacheln der 2 Streifen stehen paarweise und sind meist 
durch einen Längswulst verbunden, während zugleich quere Wülste die Stacheln jeder Reihe unter sich ver- 
knüpfen. Da nun durch Einschieben von zwischenliegenden Stachelreihen die Zahl dieser Speeialwülste ver- 
mehrt werden kann, währeud gleichzeitig die Stärke der Stacheln abnimmt, so kann die vorliegende Schnecke 
ein äusserst verschiedenartiges Ansehen bekommen. Wohl die Hälfte der Exemplare hat 3—4 Stachelreihen, 
die dann ähnlich wie bei den Arten Cerithium eostellatum und muricato-costatum, Mstr. (Goldf. t. 173, f. 8 
und 12) in Verbindung mit den Längswülsten der Oberfläche ein carrirtes Aussehen gehen. Die Felder 
sind jedoch in der Regel quer verlängert, da die Höhe derselben durch die zwischengeschobenen Querlinien 
sehr beschränkt wird; auch sind die Stacheln immer noch wenigstens angedeutet. Die Richtung der Längs- 
wülste ist manchmal etwas gebogen, meistens aber gerade. — Die Windungen sind manchmal etwas schärfer 
abgesetzt, selbst schwach getreppt, was dann durch vortretende Stacheln öfter noch stärker markirt wird. 
Dieser Charakter ist indess sehr unbeständig. 

Da die Uebergänge von jeder Form zur andern sich sehr schön nachweisen lassen, namentlich 
das successive Auftreten der 3. und 4. Querlinie sich oft an emem Exemplare beobachten lässt, so ist es 
unmöglich, eine specifische Trennung vorzunehmen. 


Gerithium cariniferum, n. sp. 
Taf. 5 (25), Fig. 14. 
Testa minima, turrita, anfractibus 7—8 planiusculis, interdum subconcavis, superne carinatis atque imbrieatis, 
per longitudinem subtilissime strigillatis instrueta. Apertura........ 
Bis 3 Millim. lang, nieht ganz 1 Millim. grösster Durchmesser. 

Diese kleine Schnecke erinnert etwas an gewisse Nerinaeenarten ; doch stimmt der ganze Habitus am 
meisten mit gewissen kleinen Cerithienformen überein, namentlich mit dem zu den Cerithien gehörenden 
Geschlechte Bittium Leach. Doch lässt sich das Genus nieht mit voller Bestimmtheit angeben, da die Mün- 
dung bei allen vorliegenden Exemplaren nicht ganz unverletzt ist. Dieselben wurden bis jetzt ausschliess- 
lich in den Thonen bei Greene gefunden, aus welchen sie ausgeschlänmt sind. — Das dachziegelförmige 
Vortreten der nach der Spitze zu liegenden Windungen über die folgenden mit dem scharfen, nach unten 
auftretenden Absatze, dann aber auch den punktirten Kiel am obersten Theile der Windungen sehen wir im 
Verbindung mit der feinen etwas schrägen Längsstreifung und der sehr wenig concaven Gestalt der Haupt- 
fläche der Windung als Artcharaktere an. — 


— 13 — 


Chenopus gracilis, Mstr. (Rostellaria). 
Goldf. t. 169, £. 6. 
— Pterocera graeilis, d’Orb. Prodr. I, p. 250. 
Leider fanden wir keine vollständigen Exemplare; doch stimmt das obere Gewinde mit der Beschrei- 
bung Goldfuss’ und der eitirten Abbildung vollständig überein. 


Chenopus subpunctatus, Mstr. (Rostellaria). 

Goldf. t. 169, f. 7, Quenst. Jura p. 315, pl. 45, f. 25 (non f. 23). 
Pterocera subpunctata, d’Orb. Prodr. I, p. 250 und Pal. france. pl. 429, f. 3, 4. 
Alaria subpunctata, Oppel $. 53, 78. f 

— Ühenopus subpunctatus, Quenst. Flötzgeb. p. 238. 
Die oft abgebildete Schnecke ist ebenfalls nicht vollständig, doch vollkommen erkennbar, bei 


| 


Greene gefunden. 


Dentalium elongatum, Mstr. 
Goldf. 166, 5. 
Oppel S. 53, 37. 
— Dentalium filicauda, Quenst. Jura p. 328, pl. 4, f. 16 und id. Handb. d. Petre- 
factenkunde t. 55, f. 18. 

Fragmente dieser (nicht mit Dentalium eylindricum, Sow., und Römer, Ool.-Geb. p. 134 überein- 
stimmenden) Schnecke waren bei Greene überaus zahlreich, vollständige Exemplare verhältnissmässig selten. 
Die Goldfuss’sche Abbildung ist vollkommen charakteristisch; die Querringe sind, besonders nach dem Anal- 
ende zu, oft noch markirter, die Biegung, sowie die Zuspitzung an der unteren Seite ist stets bemerkbar, 
doch in verschiedenem Grade. 

Einige Exemplare mit feinen, etwas wechselnden Streifen gehen allmälig ‚in die glatte Form über. 
Im Allgemeinen pflegt das Analende etwas schärfer gestreift zu sein als das Kopfende; doch kommt auch 
jenes bei sonst gut erhaltener Schalenoberfläche ganz glatt vor. 

Die Länge ist bis zu 12 Millim. bei einer Dicke von mehr als 1 Millim. 


Pholadomya transversa, Seeb. (hannov. Jura z. 126, t. 5, f. 2). 

Die der Pholadomya corrugata, Dkr. und Koch (Beiträge 't. 1, f. 6) sehr nahe verwandte Species ist 
bei Greene und Wenzen in einzelnen Exemplaren schon in der Zone der Trigonia Navis gefunden, häufiger 
jedoch in der folgenden obersten. Schicht des Toarcien. 

Sie unterscheidet sieh von der vorerwähnten Art durch die mehr nach vorn liegenden Buckeln und 
durch den fast parallelen Ober- und Unterrand, während beide Arten durch die ausgeprägten concentrischen 
Runzeln und schwachen, oft nur angedeuteten Rippen einander sehr nahe stehen. In der Regel sieht man 
deren 6—8; mitunter fehlt indessen auf einer oder der andern Schale jede Spur. 

Seebach hat, so viel uns bekannt, die Art nur aus den höheren Schichten (mit Pleuromya exarata. 
n. sp.) angegeben, doch ist ihr (wenn auch, wie gesagt, seltenes) Vorkommen in der hier abgehandelten 
Schicht mit vollständiger Sicherheit constatirt. 


— 14 — 


Goniomya subcarinata, Goldf. (Lysianassa) II, p. 263 und pl. 154, f. 9. 
— Pholadomya subcarinata, d’Orb. Prodr. I, p. 274. 

Die von Goldfuss aus Gundershofen, dem classischen Fundorte der Zone der Trigonia Navis, bekannt 
gemachte Art ist nur einzeln bei Greene gefunden. 

Zu bemerken ist, da Goldfuss nur einen Steinkern hat, dass die Schale feine dichtgedrängte radiale 
Pünktchen hat, welche ebensowohl die Anwachsstreifen, als die gewinkelten Falten, natürlich in verschiedenen 
spitzen Winkeln, kreuzen. 

“Die Muschel ist von der Lysianassa angulifera, Mstr., Goldf. t. 154, f. 5, durch feinere und zugleich 
undeutlichere, auch schrägere, mehr nach der Mitte des Oberrandes zu gebogene, Winkelrippen unter- 
schieden; doch wagen wir nicht zu entscheiden, ob die Merkmale specifische Unterschiede abgeben, auch 
nicht zu bestimmen, wohin die Abbildung Zieten’s t. 64, f. 4 gehört. 


Gresslya abducta, Phillips. 


Nach Abtrennung der Gresslyen des Amaltheenthones haben wir von der hier beschriebenen Schicht 
an bis zum Bath keine specifischen Verschiedenheiten unter-den Gressiyen finden können. 

Die Exemplare aus den Greener Schichten sind grösstentheils mit Schale, und zeigen dann (zum 
Theil wenigstens) eine granulirte Oberfläche. 

In den Wenzer Schichten, die i. A. nicht so gut erhaltene Petrefaeten zeigen, wiegen die Steinkerne 
vor. — Die Exemplare sind an Länge und Form sehr variirend; doch vereinigt schon Seebach, hannov. 
Jura, p. 129, t. 6, f. 2, die verschiedenen Formen als Gr. abducta. Wir haben daher unsere Art zu setzen 

— Gresslya abducta, Phill. (Unio), Geol. of Yorksh. p. 127, pl. 11, f. 42 und Ziet. 
N 6AReE 3: 
Myacites abductus, Quenst. Jura, t. 44, f. 17 und 20 (p. 325). 
Lyonsia abducta, d’Orb. Prodr. I, p. 247, und Oppel $. 53, 105. 
Gresslya major, Ag. Et. erit. p. 218, Myes t. 13, £. 11—13 und t. 13b, f. 1-3. 


sowie auch die Lutraria gregaria, Röm. (Ool.-Geb. t. 8, £. 11). 
— Lyonsia gregaria, Oppel $. 53, 106. 
und Myaecites gregarius, Quenst. Jura t. 61, f. 3-10. 


hierher gehören. — 

Da, wie Goldfuss (II, p. 255) angiebt, Merian’s Artnamen ursprünglich einer anderen Art zukommt, 
so hat die Bezeichnung ,„Gresslya abducta‘‘ die Priorität. — 

Die verschiedenen Formen zeigen die mannigfaltigsten Uebergänge. und keine durchgreifenden Unter- 
schiede ; Schale, Schlossfalte der rechten Klappe, Manteleindruck und Muskeleindrücke sind da, wo sie sich 
beobachten liessen, immer überein. 

In Bezug auf die Verschiedenheiten der Gestalt ist zu bemerken, dass nicht nur die Dimensionen 
in ihrem gegenseitigen Verhältniss wechseln können (wir fanden auf 60 Millim. Länge einerseits 40 Höhe 
und 30 Dicke, andererseits 35 Höhe und 22"/, Dicke), sondern dass auch (wie dies aber auch bei manchen 
Pholadomya-Arten u. a. stattfinden kann) die Lage der Schlossbuckel oft etwas weiter nach vorn rückt, als 
in anderen Fällen. Immer liegen dieselben jedoch entschieden vor der Mitte (im vordersten Drittel). 


— 15 — 


Pleuromya unioides, Römer (Venus), Ool.-Geb. t. 8, f. 6, Seeb. hannov. Jura p. 127, t. 5, £. 3. 
— Lutraria unioides, Goldf. t. 152, f. 12. 
Lyonsia unioides, d’Orb. Prodr. I, p. 234 und Oppel $. 25, 62. 
Pleuromya unioides, Ag. Etudes crit. p. 233. 
Unio liasinus, Schübl., Ziet. t. 61, f. 2, und Bronn, Lethaea t. 19, f. 17 (p. 362). 

Die Muschel ist von der vorigen, ausser durch den Mangel des Eindrucks einer rechter Seits neben 
dem Schlossrande befindlichen Leiste, den man auf jedem Steinkerne der Gresslya gregaria sieht, noch durch 
eine mehr quer-ovale Form und durch die Lage der Buckel mehr nach der Mitte zu unterschieden. Auch 
sind die Seiten in der Gegend der grössten Breite, unter den Buckeln, flach; der abgeflachte Theil derselben 
ist von verwischten Kanten eingeschlossen, die von den Buckeln schräg nach unten und aussen laufen. 
Die Buckel selbst sind minder breit und weniger gekrümmt, als bei der vorigen Art. Die Schale, die kaum 
stärker ist, ist ebenfalls mit feinen Pünktchen dicht besetzt und hat dabei oft eine starke, ziemlich regel- 
mässige concentrische Faltung, neben der die feinen Anwachsstreifen unabhängig hergehen. Durch diese 
sämmtlichen Charaktere bekundet sich eine nahe Verwandtschaft mit der in der folgenden Zone vor- 
kommenden Pleuromya exarata, n. sp. (s. diese). 

Die Pleuromya unioides ist von uns hauptsächlich nur in den hier abgehandelten Schichten, an 
deren sämmtlichen Hauptfundstellen, i. G. aber immer nur sparsam, vorgefunden. Nur ganz vereinzelt ist 
sie in der nächsthöheren Schicht. Ob dieselbe in den Thonen mit Ammonites spinatus vorkommt, in welche 
sie d’Orbigny und Oppel verlegen, möchten wir vor der Hand bezweifeln, indem die „oberen Liasmergel“ 
F. A. Römer’s Ool.-Geb. p. 109, in welchen die Muschel vorkommt, auch die Zone des Ammonites opalinus 
bedeuten kann, da Römer eben diese als obersten Lias führt und deshalb öfters als „obersten, die Posidonien- 
schiefer überlagernden Liasmergel“ bezeichnet. (Vergl. Arca elegans, p. 119.) 


Thracia Römeri, Dunker und Koch (Tellina), Beiträge p. 21, pl. 1, £. 7, Seeb. hannov. Jura p. 126. 
— Lyonsia Römeri, d’Orb. Prodr. I, p. 234. 

Die bei Greene (zahlreich), Wenzen und Mainzholzen gefundene Muschel gehörte, nach dem (allerdings 
nur unvollkommen bekannten) Schlosse in Verbindung mit dem (Tellina-artigen) Habitus zu schliessen, zu 
dem von Seebach für dieselbe vorgeschlagenen Genus Thraeia. — Die Schale ist ziemlich dünn, unregel- 
mässig und fein concentrisch gestreift, und ist, abgesehen davon, glatt. 


Corbula cucnllaeaeformis, Dunker und Koch, Beiträge p. 31, pl. 2, f. 6, d’Orb. Prodr. Et. 10, 264. 


Im „unteren Oolith bei Geertzen“ sind, wie wir uns theils durch Vergleichung der Petrefacten der 
Sammlung des verstorbenen Bergrath Koch, theils durch allerdings. jetzt sehr erschwerte Localuntersuchung 
vergewisserten, nicht nur Fossilien aus der Bathformation, sondern auch aus der Coronatenschicht und dem 
Toarcien gefunden. 

Die Hauptmasse der Petrefacten lieferten indessen die Schichten mit Ostrea Knorri, Voltz, und 
gehört in diese Zone sicher auch die Corbula cucullaeaeformis, der wir daher, gleich mehreren anderen 
Petrefacten des Toarcien und Unteroolithes, eine ziemlich weite verticale Verbreitung zuschreiben müssen, da 


wir sie unzweifelhaft in beiden Abtheilungen der Schichtengruppe des Ammonites opalinus, Rein., fanden. 
Paläontographiea, Bd. XIII, 3. 16 


— 16 — 


Die Greener Schichten mit Trigonia Navis, Lam. u. s. w., lieferten eine nicht ganz unbeträchtliche 
Anzahl von Exemplaren der kleinen, aber leicht kenntlichen Species, die wir ausserdem nur einige Male bei 
Wenzen in der nämlichen und nächsthöheren Zone sahen. 


Venus tenuis, Dunker und Koch, Beitr. p. 30, pl. 2, f. 5. 
— Lueina tenuis, d’Orb. Prodr. I, p. 277. 

Eine ebenso weite Verbreitung in verticaler Richtung hat die Venus tenuis derselben Autoren von 
derselben Localität. Wir fanden dieselbe zu unterst mit Trigonia Navis, Lam., bei Greene, mit erhaltener, 
fein concentrisch gestreifter Schale, aber meist klein und fast kreisrund. 

Ein Grund, von der ursprünglichen Genusbestimmung abzugehen, liest nicht vor. — 


Cyprina trigonellaris, Schloth. (Venulites), p. 198. 
ebenso Ziet. t. 63, f. 4, Quenst. Jura, t. 44, £. 1. 
— (ytherea trigonellaris, Buch, Goldf. t. 149, f£. 5. 
Venus trigonellaris, Quenst. Flötzgeb. p. 294. 
Cardinia trigonellaris, d’Orb. Prodr. Et. 8, 172. 
Prono& trigonellaris, Agass. bei Bronn, Index p. 1045, und Oppel $. 53, 153. 
“ Cyprina ovata, Seebach, hannov. Jura p. 124. 

Die in der Zone der Trigonia Navis bei Greene und Wenzen gefundenen Cyprinen sind zwar von 
Seebach als eigene Art geführt, allein da weder Schloss noch Umriss eine constante Verschiedenheit von der 
von Schlotheim aufgestellten Art zeigt (welche letztere von Quenstedt, Jura, auch schon zu Cyprina gestellt 
ist, eine Ansicht, welche durch den Mangel des Mantelsinus bei unseren Exemplaren bestätigt wird, so lassen 
wir sie mit dieser vereinigt. 

Ueber das Schloss, von dem jedoch nur die linke Seite nicht einmal ganz vollständig untersucht 
werden konnte, ist zu’ bemerken, dass der Hauptzahn der linken Klappe sich in zwei divergente Zähne 
theilt; der vordere von diesen nähert sich dem vorderen Zahn, der nur wenig vor ihm, fast in seiner Ver- 
längerung, liegt; der hintere liegt fast parallel mit dem hinteren Seitenzahne schräg unter diesem. — 


Astarte Voltzii, Höningh. 
Goldf. I, p. 190, t. 134, f. 8. 
Oppel $. 53, 132. 
Römer Ool.-Geb. t. 7, £. 17. p. 112. 
— A. complanata (Röm.) Seebach, hannov. Jura, p. 122. 

Ob Römer’s A. complanata, Ool-Geb. p. 112, t. 6, f, 28, hierher gehört, dürfte für die Nomenclatur 
gleichgiltig sein, da derselbe Autor die nämliche Muchel auch als A. Voltzii führt und deshalb dieser gebräuch- 
liche Name bleiben kann. Höchst wahrscheinlich hat Römer jedoch mit A. complanata zum Theil auch platte, 
comprimirte Exemplare der A. pulla (Zone Nr. 7) bezeichnet; vergl. 1. c. und Ool-Geb., Nachtr. p. 40. 

Die Abbildung und Beschreibung der A. Voltzii sind übrigens bei Römer, wie auch aus Seebach 1. ce. 
zu ersehen, mangelhaft, dagegen bei Goldfuss charakteristisch. Dass von Quenstedt, Jura, t. 43, nur f. 13—15 
hierher gehören, giebt ebenfalls bereits Seebach an. 


—..lT..— 


'Astarte subtetragona, Mstr., Goldf. t. 134, f. 6, Oppel $. 53, 133. 
NB. Der Name, welchen wir angeben, basirt auf der in Goldf. II, p. 304 angegebenen und im Index, 
p. 305, benutzten Verbesserung, während im Texte für die eitirte Figur der Name Astarte excavata gebraucht 
ist, den Römer, Ool.-Geb. Nachtr. p. 40, benutzt. 
Ebenda, nur selten; ein Exemplar fand sich bei Wenzen in den Posidonienschiefern. 


Lucina elegans, Dunker und Koch, Beitr. p. 22, t. 1, £.9. 

Die Art wird, wie ein schön erhaltenes, auf je 2 Millim. eine scharferhabene, lamellenähnliche, 
eoncentrische Linie, zwischen je 2 solcher Linien viele feine parallele Streifen zeigendes Exemplar beweist, 
bis zu 50 Millim. lang, 40 Millim. hoch, 20 Millim. dick. Nicht alle Exemplare haben übrigens die feine 
Sculptur, sondern es sind die meisten verrieben. Die Lucina plana, Zieten (Ziet. 12, f. 4, Quenst. Jura 
t. 44, f. 4, d’Orb. Prodr. I, p. 254, Oppel $. 53, 155) ist nur auf solche mangelhaft erhaltene Exemplare 
basirt und dürfte zu streichen sein. Of. Seebach, hannov. Jura, p. 120. 


Cardium striatulum, Phill., Geol. of Yorksh. t. 11, f. 7. 

Sow., t. 553, f. 1 (?) Quenst. Jura t. 44, f. 18, 19. 

— (. substriatulum, d’Orb. Et. 10, f. 332, Oppel $. 53, 160. 
Dazu (2) C. truncatum, Goldf. t. 143, f. 10 (non Phill., non Sow.). 
— (. subtruncatum, d’Orb. (Prodr. Et. 9, 202), und Oppel $. 53, 159. 

Da die eitirten Abbildungenweder unter einander, noch von unseren Exemplaren constante Unter- 
schiede zeigen, so halten wir beide Namen, C. striatulum und C. truncatum, nebst den von d’Orbigny sub- 
stituirten, für synonym. Die feinen Streifen am Hinterrande, welche übrigens manchmal nur schwach sind, 
tragen viel dazu bei, die kleine Art (die wir in der Grösse von Goldfuss t. 143, f. 10° und 104 und darunter 
bei Greene und einmal in der Zone der Pleuromya exarata bei Wenzen fanden) zu kennzeichnen. 


Taneredia dubia, Seeb., hannov. Jura p. 120, t. 3, f. 1. 
Taf. 4 (24). Fig. 11, 12. 
Die zuerst von Seebach aus dem Greener Einschnitte (so viel uns bekannt, bis jetzt der einzigen 
Fundstätte) beschriebene Muschel wird von uns in einem vollständigen Exemplare dargestellt. Das 
Schloss, das wir fast vollständig erhielten, zeigt die Charaktere des angegebenen Genus. 


Trigonia Navis, Lamk., Ene. meth. t. 237, £. 3. 
Ziet. t. 58, £. 1, und t. 2, f.1. 
Quenst. Jura p. 323, t. 44, f. 13. 
Oppel $. 55, 147. 
Bronn, Lethaea, t. 20, f. 2. ’ 
UNESEW: 
Durch die ganze Schichtenfolge der Schieferthone bis zu deren unterer Grenze verbreitet. Nur in 
unmittelbarer Nähe der unterteufenden Mergel ist diese Leitmuschel seltener, obwohl sie keineswegs fehlt; 


nach oben verschwindet sie an der Grenze unserer Zone ziemlich plötzlich, so dass die unterste (Grenz-) 
16 # 


— 18 — 


Schicht der folgenden Zone sie nicht mehr führt. Die mittleren und oberen Schichten, besonders im Greener 
Einschnitte, führen sie häufig. 

Trigonia pulchella Agassiz, Etudes erit. p. 14, Trigonies t. 2, f. 1—7, d’Orb. Prodr. Et. 9, 197, 
Oppel $. 53, 146, Quenst. Jura t. 43, f. 1, die wir em paar Male fanden, halten wir für junge Exemplare, 
die ausnahmsweise den glatten Streifen zwischen der Vorderfläche und Seitenfläche, am vorderen Theile der 
letzteren gelegen, noch nicht zeigen in einer Wachsthumsperiode, wo ihn andere Exemplare bereits deut- 
lich haben. 

Wir konnten die nämliche Abweichung an älteren, unzweifelhaft zu Trigonia Navis gehörenden 
Exemplaren beobachten, welche die als charakteristisch für Trigonia pulchella angegebenen ununterbrochenen 
concentrischen Punktreihen ebenso weit hinabreichend aufweisen, als die uns vorliegenden Zeichnungen der 
Trigonia pulchella und die nach diesen zu derselben Art zu zählenden Exemplare; nur fehlt natürlich bei 
allen letzteren der später angewachsene Theil, welcher bei jenen die Artbestimmung mit Leichtig- 
keit sichert. 


Leda acuminata, Zieten (Nucula), t. 57, £. 6. 
— Nucula acuminata, Goldf. t. 125, f. 7, pars. ; 


Nicht selten bei Greene gefunden, meist zwar in schlechter Erhaltung, allein mit der concentrischen 
feinen Streifung der Schale. 

Dass die Art mit der von Oppel $. 25, 66, aus dem mittleren Lias angeführten L. acuminata 
identisch ist, halten wir mindestens für höchst unwahrscheinlich; wenigstens führt Zieten diese letztere mit 
dem abweichenden Namen Nucula inflata (Ziet. t. 57, f. 4), deren Abbildung auch nicht mit unseren Exem- 
plaren übereinstimmt, während Goldfuss sie mit unserer Art zusammengethan hat. Jedenfalls dürfte aber 
der nach Zieten „im Mergel des unteren Oolith vom Stuifenberg“ vorkommenden Art, welche der unsrigen 
sicher identisch ist, der obige Name mit vollem Rechte gebühren, während die von Oppel und Seebach 
mit dem Namen Leda acuminata geführte Muschel nach dem Rechte der Priorität Leda inflata, Ziet., 
heissen muss. 

Die L. acuminata kommt nach unseren Befunden von der Zone der Trigonia Navis an bis zur 
Bathformation vor. — 


Nucula Hammeri, Defr. Diet. 25, 217, d’Orb. Prodr. Et. 9, 207. 

Goldf. t. 125, f. 1, Oppel $S. 53, 119, Quenst. Jura t. 43, f. 8, 10, 11 u. 12 
(non ib. f. 7 und 9). 

— N. ovalis, Hehl, Ziet. t. 57, f. 2, und Goldf. t. 125, f. 2 und 3. 

— N. Hausmanni, Römer, Ool.-Geb. t. 6, f. 12, p. 98, und d’Orb. Prodr. Et. 9, 208, 
ÖOppel $. 55, 118. 
— N. Hammeri Aalensis, Quenst. t. 48, f. 15, und N. Aalensis, Oppel $. 53, 120. 

Zwischen den eitirten Abbildungen kommen allerdings kleine Verschiedenheiten vor, doch befinden 
sich unter der grossen Masse der bei Greene und Wenzen befundenen Individuen nicht nur sämmtliche 
Formen, sondern auch Uebergänge von jeder derselben zu den anderen. Die Hauptform ist ziemlich dick 
und bauchig, nicht sehr hoch, vorn mit einer nur wenig vortretenden Rundung. Die vorn ganz gerade 


— 19 — 


gestutzten, sowie die mit etwas mehr vortretender bauchiger Rundung versehenen Exemplare sind Ab- 
weichungen von der Norm; auch von den hohen und flachen Formen, sowie von den langgestreckten gilt 
dies. Daneben kommen noch sehr zahlreiche verdrückte Exemplare mit oft auffallender Form vor, die wir 
indessen nicht zur Vergleichung gezogen haben. 

Wenn schon früher die Unterscheidungen zwischen den obigen angeblichen Arten oft sehr spitz- 
findig ausfielen und viel Willkürliches bei ihnen vorkam (häufig richtete sich eingestandener Massen die 
Bestimmung nach der Schicht), so dürfte es Angesichts des grossen, auf einem Flecke gesammelten Materials 
nunmehr unmöglich sein, jene Unterschiede festzuhalten. Da die Muschel nach anderweitigen Angaben in 
dem s. g. Lias Zeta constatirt, von uns dagegen bis in die obersten Schichten des Toarcien verfolgt ist (s. u.), 


so ist sie diesem mit alleiniger Ausnahme der Schiefer durchweg eigen. 
# 


Nucula subglobosa, Römer, O0l.-Geb. t. 6, f. 7. 
d’Orb. Prodr. Et. 9, 209. 
— N. Hammeri Quenst. Jura t. 43, f. 7 und 9. 
(non ib. f. 8, 10, 11 und 12.) 

Die sehr abweichend geformte Muschel wird von Quenstedt zu der vorigen gezogen, während er die 
Nucula Aalensis (Hammeri Aalensis), die sich gar nicht unterscheiden lässt, doch abtrennt. 

Die Art, welche die vorige überall, wenn auch etwas seltener, begleitet, ist auffallend durch ihre 
Dimensionen verschieden: ein ausgewachsenes Exemplar der Nucula Hammeri hat z. B. 25 Millim. Länge 
17!/, Höhe, 17!/, Dicke; die grösste Nucula subglobosa hat 15 Millim. Länge, 12/, Höhe, 10 Dicke. Wie 
man sieht, ist auch die absolute Grösse sehr verschieden, was wir bei einer grossen Zahl von Individuen 
durchweg fanden. Die ganze Form ist mehr dreieckig; der bogige Unterrand und das der N. Hammeri 
meist zukommende schwache Vortreten des Vorderrandes fallen weg. 

Als Jugendzustand der vorigen lässt sich die N. subglobosa auch durchaus nicht betrachten, da wir 
eines Theils junge Exemplare der N. Hammeri mit der für diese charakteristischen Form in grosser Menge 
haben, und andern Theils die Anwachsstreifen der älteren Exemplare auch mit deren späterer Form voll- 
kommen correspondiren. 


Arca elegans, Römer (Cucullaea) Ool.-Geb. t. 6, f. 16. 
Goldf. 123, 1, d’Orb. Prodr. Et. 9, 212. 
Die Muschel, für welche Römer „die oberen Liasmergel des Adenberges von Goslar“ als Fundort 
angiebt, ist nur vereinzelt in der Zone der Trigonia Navis bei Greene gefunden. Ueber die Verbreitung 
gilt ganz dasselbe, was wir in Bezug auf Pleuromya unioides oben sagten. 


Arca hasına (Röm.) Oppel $. 53, 163. 
— (ucullaea inaequivalvis, Goldf. t. 122, f. 12. Quenst. Jura t. 43, f. 2, 3. (non Ziet.) 
—?Arca liasina, Röm., Ool-Geb. p. 102, t. 14, f. 8.) 
Obgleich die von Oppel der A. inaequivalvis, Goldf., gleichgesetzte A. liasina, Römer, nach dessen t. 14, 
f. 8 (wie auch Seebach, hannov. Jura, p. 112 bemerkt) nicht vollkommen mit der von Goldfuss und Quen- 
stedt gut abgebildeten Muschel stimmt, so behalten wir doch den obigen, fraglichen Namen vorläufig bei, 


— 20 — 


indem Arca inaequivalvis, Goldf., bei Zieten (p. 94, t. 70,f. 3) eine ganz verschiedene Archenmuschel des 
Muschelkalks bedeutet. Ist Oppel’s Deutung der Römerschen Bezeichnung richtig, so reicht unsere Muschel 
übrigens in den Amatheenthon hinab. 

Wir fanden die A. liasina ausschliesslich bei Greene und im Rökengraben bei Wenzen, nicht 
häufig, in Gesellschaft der Trigonia Navis, Lamk. 

Die Ungleichheit und namentlich die ungleiche Sculptur beider Schalen, verbunden mit dem Schlosse, 
könnte Veranlassung sein, diese zu Art den Cucullaeen zu stellen; doch haben wir die schräge innere Quer- 
leiste nicht bemerken können. 


Modiola minima, Sow., Min. Conch. t. 210, f. 5—7. 
— Mitylus minimus, Goldf. t. 130, f. 7. non Oppel, $. 14, 36. 
Römer Ool.-Geb. d. 90, t. 5, f. 6. 
d’Orb. Prodr. I, p. 255. 
Diese bei Goslar und Gundershofen gefundene Muschel kam auch einige Male bei Greene vor. 
Seebach rechnet hierher die M. gregaria, Goldf., Ziet. t. 69, 8, cf. hannov. Jura p. 112, was übrigens. 
auf die Benennung keinen Einfluss haben kann. — 


Posidonomya Bronnii, Voltz. 


Nicht selten bei Greene, doch, wie bei den Posidonienschiefer (p. 103) erwähnt, in kleinen, nicht 


über 12 Millim. langen Exemplaren. 
Quenstedt führt (Jura, t. 45, f. 11) eine Posidonia opalina aus dem Braunen Jura Alpha an, die 
mit unseren Exemplaren übereinstimmt , allein ebensowenig als diese von der des Lias zu unterscheiden ist. 


Avieula substriata, Mstr. 


Ausser mehreren (gewölbten) linken Schalen sind im Greener Einschnitte auch ein paar rechte 
Schalen gefunden, welche, ganz in Uebereinstimmung mit den Abbildungen (s. p. 103) nur schwache Radial- 
streifen zeigen. An einem derselben ist der Sinus für den Byssus unter dem rechten Ohr zu sehen. 

Das Vorkommen ist in der Zone der Trigonia Navis-ein weit selteneres, als in der Zone der Schiefer. 


Inoceramus undulatus, Ziet. { 


In meist grossen Exemplaren, doch nicht häufig, fand sich diese schon aus der Schieferzone (p. 103) 
erwähnte Muschel bei Greene, einzeln auch im Wenzer Rökengraben und im Steinanger-Einschnittg. 


Inoceramus polyplocus, Ferd. Römer, Zeitschr. d. d. geol. Ges. Bd. 9, p. 624 (1857), Seebach, hannov. 
Jura p. 109. 
Derselbe hat sein Hauptlager in der folgenden Zone (s. p. 125), ist aber in einzelnen Exemplaren 
auch bei Greene in Gesellschaft des vorigen (und der Trigonia Navis) gefunden. 


Gervillia tortuosa, Phill. Geol..of Yorksh. pl. 11, f. 36. 
Selten, aber bis zu 100 Millim. Länge messend, bei Greene gefunden. 


er ; 


Pecten pumilus, Lamk, Animaux sans vertebres VII, p. 161. 
d’Orb. Prodr. Et. 9, 247, Oppel $. 53, 196, Seeb. hannov. Jura p. 96. 
— P. personatus, Ziet. t. 52, f. 2, Goldf. t. 99, f. 5, und Quenst. Jura t. 46, f. 21—24. 
— P. undenarius, Quenst. Jura t. 44, f. 14. 
—= (?) P. contrarius, Quenst. Jura t. 36, f. 15—17. 
—= (?) P. paradoxus, Goldf., t. 99, f. 4. 
Die Aussenfläche dieses kleinen Pecten ist meist glatt; doch schimmern die inneren Radialstreifen 
mitunter durch. Die sonstige Sculptur ist, wenn überhaupt vorhanden, sehr fein und zart. 
Wir fanden diese Muschel nur in der hier abgehandelten Zone bei Greene und Wenzen. 


Pecten textorius, Goldf. t. 89, f. 9 (pars), Quenst. Jura, t. 42, 10, p. 311 (? 147.) 

Diese schöne Art ist nur einmal bei Greene, mit markirten, wohlerhaltenen, rechterseits gepaarten, 
linkerseits abwechselnd stärkeren und schwächeren Radialrippen, und mit feinen concentrischen Streifen 
durchweg gefunden. Die ungleiche Sculptur beider Klappen eines Exemplars ist interessant als Beweis des 
Zusammengehörens der verschiedenen Varietäten, welche 1. ec. zu vergleichen sind. 

D’Orbigny führt einen Pecten Phillis, Prodr. I, p. 257, mit (?) als = Goldfuss t. 89, f. 9° und 9 
an; wir lassen die Zugehörigkeit ebenfalls dahingestellt. 


Reste von Wirbelthieren fanden wir in der Zone der Trigonia Navis, Lamk., nicht; dagegen 
Scheeren einer Krebsart, die vermuthlich zum Genus Glyphaea gehört, allein eine genaue Artermittelung 
nicht zuliessen. 


4. Obere Zone des Ammonites opalinus, Rein. 


(mit Pleuromya exarata, n. sp.). 


Belemnites compressus, Voltz, s. Nr. 3. p. 104, und B. brevis, Blainv., ib. 
Seltener als in der vorigen Schicht. 


Nautilus Toarcensis, d’Orb. Prodr. Etage 9, 23. 
Oppel $. 32, 13. 
— N. jurensis, Quenst. Jura, p. 284, t. 41, f. 1. 
—= (?) N. latidorsatus, d’Orb. Paleont. frang. t. 24. 
= ON. lineatus, Ziet. t. 18, f. 2, non Sowerby. 

Tief genabelt, mit Zieten’s Figur bis auf die bei unserem Exemplare grössere Breite überein- 
stimmend, von d’Orbigny’s Abbildung dagegen sich nur durch geringere Breite unterscheidend, zeigt das 
einzige, in dem obersten Theile des Toarcien bei Wenzen von uns gefundene Exemplar vollkommene Ueber- 
einstimmung mit der Quenstedt’schen Abbildung. — Ob die zwei letzterwähnten Citate hierherzuziehen sind, 
lassen wir zwar dahingestellt, halten es jedoch, da auch andere Nautilusarten nicht unbedeutend in der 
Breite wechseln, für wahrscheinlich. 


Ammonites opalinus, Rein., s. Nr. 3, p. 108. 
Derselbe ist noch in den höchsten Schichten des Toareien nicht selten. Die dort vorkommenden 
(meist als Ammonites Murchisonae, Sow., geführten, allein, wie oben auseinandergesetzt, in keiner Beziehung 
von tiefer vorkommenden durchgreifend unterschiedenen) Exemplare sind theilweis verkiest, theilweis iü 
Kalkknollen eingebacken. Sie erreichen, nach Bruchstücken zu schliessen, eine Grösse von 150 Millim. 
Durchmesser; Stücke von 90 Millim. Durchmesser sind nicht ganz selten, obgleich nur kleinere Exemplare 
und namentlich innere Windungsstücke massenhaft vorkommen. 


Ammonites Aalensis, Ziet. t. 28, f. 3. 
Oppel $. 32, 29. 
Quenst. Ceph. t. 7, £. 7. 

Mehrere zum Theil verkieste Ammoniten fanden sich fast ausschliesslich in den Schichten, welche 
sich unmittelbar über der Zone der Trigonia Navis befinden und welche, wie oben bemerkt wurde, äusserst 
arm an Petrefacten sind, sich aber ausser durch diesen Umstand auch durch das ziemlich häufige Auftreten 
von thonigen Sphärosideriten von der sie unterteufenden , petrefactenreichen Schichtengruppe unterscheiden 
Wir fanden dort den Ammonites Aalensis nur mit einzelnen Exemplaren des Ammonites opalinus ver- 
gesellschaftet, welchen er auch, obwohl sehr selten, bis in die oberen Schichten unserer Zone hinauf- 
begleitete. $ 

Unsere Exemplare zeigen einen viel weiteren und weit weniger scharf abgesetzten Nabel, als die 
vorige Art. Sie halten in dieser Beziehung die Mitte zwischen Ammonites opalinus und radians. Die In- 
volution fanden wir = /,, die Scheibenzunahme = °/,,, das Verhältniss der Höhe zur Breite der Umgänge 
wie 8: 4", bis8 : 4. Die Rippen sind stark markirt und stets zum grösseren Theile gegabelt, mit einfachen 
Rippen dazwischen; die vielfachen Varietäten, welche in Hinsicht auf Rippung der Ammonites opalinus 
zeigt, weist Ammonites Aalensis nicht auf. Namentlich werden die äusseren Windungen, so weit unsere 
Erfahrungen reichen, nie glatt, sondern behalten die deutliche Rippung bei. 

Die Zieten’sche Abbildung soll aus der s. g. Schicht des Ammonites jurensis, oder Lias Zeta, ent- 
nommen sein; doch erwähnt schon Oppel, dass er über der Zone der Trigonia Navis, Lamk., Ammoniten 
gefunden habe, die sich von jenen nicht unterscheiden lassen. Das locale Fehlen in den tieferen Schichten 
hat bei der Seltenheit der Art um so weniger Auffallendes, als die der Schicht des Ammonites Jjurensis 
entsprechenden Mergel versteinerungsleer sind. 


Ammonites Sowerbyi, Mill. Sow. Min. Coneh. t. 213. 
Quenst. Jura t. 50, £. 11, p. 377. 
Oppel $. 53, 20, d’Orb. Prodr. I, p. 261. 
d’Orb. Pal6ont. frang. terr. jur. pl. 119, I, 363. 
— A. Brownii, Sow., t. 263, f. 4 und 5. 

In den obersten Schichten des Toarcien, meist an der Grenze der Coronatenschicht, fanden sich bei 
Wenzen und Dohnsen ziemlich selten Exemplare der durch ihre Buckeln und durch ihre abweichende 
(scharfgezackte) Lobenlinie, durch rundlichere Querschnittform und geringere Involution bei Mangel .des 
scharfen Nahtabsatzes vom Amm. opalinus, Rein., unterschiedenen Art. Unsere Exemplare hatten bis zu 


90 Millim. Durchmesser, bis zu 23 Millim. Dicke und 37 Millim. maximaler Umgangshöhe; Scheibenzunahme 
3/7, Involution */,, Zahl der Buckeln 7—8 auf emem Umgang. Der Umriss der Umgänge ist wie bei d’Or- 
bigny oder auch noch rundlicher; Kiel und Sichelrippen sind stets deutlich. 

Ob Amm. pinguis, Röm. Ool.-Geh. p. 186, t. 12, f. 3 (ef. Seebach, hannov. Jura p. 144) nicht etwa 
nur solche Exemplare des A. Sowerbyi umfasst, bei denen sich die Buckeln entweder in blosse Knötchen 
verwandelt oder ganz verloren haben, lassen wir dahingestellt, halten es aber für höchst wahrscheinlich, da 
wir Uebergänge gefunden haben, und mitunter auch die inneren Windungen des.A. Sowerbyi von Buckeln 
frei sind. Uebrigens dürfte zu bemerken sein, dass das a. a. O. von Seebach aus Greene eitirte Stück 
wirklich aus der Schicht der Trigonia Navis stammt und unseres Erachtens nicht hierher gehört: es ist 
unser Ammonites insignisimilis und gehört eben so sicher zu den Insignes, als die hier aufgeführten Ammo- 
niten zu den Falciferen. 


Turbo duplicatus, Goldf., s. Nr. 3, p. 110. 


Einmal mit Vorigem bei Wenzen gefunden. 


Pholadomya transversa, Seebach s. Nr. 3, p. 113. 
Erst in der oberen Zone des Ammonites opalinus kommt diese Muschel in grösserer Anzahl vor. 
Namentlich war sie bei Wenzen am Steinanger häufig. 


Pleuromya exarata, n. sp. 
Taf. 5 (25), Fig. 20, 21. 
Testa oblonga, transversa,. aeyuivalvis, plus minusve aequilatera, utrinque attenuato - rotundata. Umbones 
incurvi, subacuti, valde approximati; latera in media (et crassissima) parte testae concava. Rugae 
fortissimae, concentricae, aequaliter fere distantes. 
40 Millim. lang, 25 hoch, 20 dick. 

Der wesentlichste Charakter der Art besteht in den tiefen, ziemlich regelmässig vertheilten Furchen, 
deren Anzahl an den uns vorliegenden Exemplaren von 20 bis 30 varürt. Auch der concave Theil in der 
Mitte der Seiten, von oben nach unten, ist, wenn auch oft schwach, doch constant und an unverdrückten 
Exemplaren in der Regel gut ausgeprägt. 

Durch die ganz verschiedene Lage der Buckeln, die bei Pleuromya exarata immer, wenn nicht 
median, doch fast median sind, und die damit im Zusammenhange stehende annähernde Gleichseitigkeit und 
mediane Lage des concaven Seitentheils ist die Art von Lutraria donaciformis, Goldf., t. 152, £. 13, Bd. I, 
p. 256 (welche dieser Autor = Amphidesma donaciforme, Phill., Geol. of Yorksh. t. 12, f. 5 setzt) hin- 
länglich unterschieden, und gilt das Nämliche vom Amphidesma rotundatum, Phill. (t. 12, f. 6), ja in noch 
höherem Grade. Wenn daher Strombeck und Seebach Exemplare unserer Art, wie wir (cf. des letzteren 
hannoy. Jura p. 129) mit Sicherheit annehmen können, unter dem Artnamen „donaciformis“ führen, so dürfte 
dies, als auf Verwechslung beruhend, zu beseitigen sein. — 


Pleuromya unioides, Röm. (s. Nr. 3, pag. 115). 


Die mit der vorigen nahe verwandte Art, in der nächsttieferen Zone häufig, ist, wenn auch nur 


selten, in der oberen Region des Amm. opalinus, Rein., bei Wenzen gefunden. 
Paläontographica, Bd. XIII, 3. 17 


Gresslya abducta Phill. (s. Nr. 3, p. 114). 
Sehr häufig in den oberen Steinangerschichten bei Wenzen. 


Jorbula eucullaeaeformis, Dkr. und Koch (s. Nr. 3, p. 115). 
Selten ebenda. 


Venus tenuis, Dkr. und Koch (s. Nr. 3, p. 116). 
Nur einmal ebenda; dasselbe gilt von Cardium striatulum, s. p. 117. 


Leda acuminata, Ziet. (Nucula, s. Nr. 3, p. 118). 
Nicht selten ebenda, grösstentheils als Steinkern. 


Leda aequwilatera, Dkr. und Koch, Beitr. t. 2, f.9 (Tellina). 

Die fast genau gleichseitige Leda-Art von fast elliptischem, nur oben flacher gebogenem Umrisse, 
deren grösste Dicke unter den Buckeln auf (höchstens) '/; der Höhe von denselben entfernt liegt, weicht 
nur wenig von der im mittleren Lias vorkommenden Leda subovalis, Goldfuss (t. 125, f. 4, Nucula) — Nu- 
cula Palmae, Quenst., ab, und ist evident im Goldfuss’schen Texte mit letztgenannter Muschel zusammen- 
geworfen. Doch scheint die Art des mittleren Lias constant minder querverlängert, minder gleichseitig (mit 
etwas mehr nach vorn gerückten Buckeln) zu sein und die grösste Dicke fast in der Mitte der Höhe zu 
haben. So unerheblich die Unterschiede sind, so glauben wir einstweilen daran festhalten und unsere Art 
von der L. subovalis (cf. Oppel, Seebach) trennen zu müssen. 

Dagegen ist die Tellina aequilatera, Dkr. und Koch, an deren einem ÖOriginalexemplare wir das 
Schloss zu untersuchen Gelegenheit fanden, sicher gleich den von uns bei Wenzen und Eimen in der hier 
behandelten Zone und dem Bath gefundenen Exemplaren. Die Schlosszähne sind sehr zart und selten gut zu sehen. 

Ob die (nach Oppel der Leda subovalis nahe stehende) Leda Delila, d’Orb. Prodr. Etage 9, 179, 
Oppel $. 53, 114, hierher zu ziehen, müssen wir dahingestellt sein lassen. — 


Nucula Hammeri, Defr. (s. Nr. 3, p. 118). 
Wir verweisen in Beziehung auf die Identität der von uns in den obersten Schichten des Toarcien 
noch in grosser Zahl gefundenen Exemplare mit den tiefer vorkommenden auf das Frühere. 


Nucula subglobosa, Römer (s. Nr. 3, p. 119). 
Dasselbe gilt von der die vorige begleitenden kleineren und kürzeren Art. 


Uucullaea cancellata, Phillips. 
Geol. of Yorksh. t. 9, f. 24, und t. 11, f. 4. 
Obgleich diese Art im Ganzen nicht sehr häufig war, so glauben wir doch aus unseren Exemplaren 
im Vergleiche mit Phillips’ Abbildungen den Schluss&ziehen zu dürfen, dass die von Oppel (8.53, 164 und 165) 
vorgeschlagene Trennung nicht auf constanten Merkmalen beruht. 


Gervillia acuta, Sow., Min. Conch. t. 510, f. 5, Oppel $. 53, 190. 
In den Uebergangschichten zur folgenden Zone (mit Ammonites Sowerbyi). 


a 5 


Inoceramus polyplocus, Ferd. Römer s. Nr. 3, p. 120. 

Wie oben gesagt, hat derselbe sein Hauptlager mit Pleuromya exarata; hier ist er vielleicht die 
häufigste Versteinerung, während er sonst nur selten ist. 

Ob er in die Zone5 und 6 hinaufgeht, konnten wir nicht genau ermitteln, da die bis jetzt uns bekannt 
gewordenen Fundstellen in höheren Schichten die Möglichkeit einer Anschwemmung nicht ausschlossen. 


3. Coronatenzone, 


Belemnites giganteus, Schloth., p. 45. 
Quenst. Ceph. t. 28, f. 1—11. 
Quenst. Jura t. 56, f. 1, p. 408, 483. “ 
Oppel $. 55, 10. 
= B. quinquesuleatus, Phillips, Geol. of Yorksh. t. 9, f. 38. 
— B. grandis, Ziet. t. 20, 1 bis 3 und 5. 

Obgleich dieser Belemnit nie in einem vollständigen Exemplare gefunden ist, so gehören doch 
Bruchstücke desselben, die sich oft an einander reihen lassen, zu den charakteristischsten Fossilien dieser 
und der folgenden Zone. Schon bei Beginn der Coronatenzone kommt er massenhaft vor (ein Hinunter- 
reichen in das Toarcien konnten wir nicht mit voller Sicherheit constatiren). — Grössere Stücke haben nicht 


selten Serpulen und Austern auf sich sitzen. 


Belemnites canalieulatus, Schloth., p. 49. 
Quenst. Ceph. t. 29, f. 1-7. 
Oppel $. 53, 12. 
— B. acutus, Ziet. t. 21, f. 1 (non Blainv.). 
— B. Altdorfiensis, Blainv. 
— DB. suleatus, Mill. 
— B. Bessinus, d’Orb. 
Minder häufig, nach unten zu in gleicher Verbreitung wie der vorige. 


Ammonites Blagdeni, Sow., Min. Conch. t.201, Oppel $. 53, 38, d’Orb. Prodr. I, p. 262, Pal. frang. t. 152. 
— A. coronatus, Ziet. t. 1, f. 1, Quenst. Ceph. t. 14, f. 1, Schloth. p. 68. 


Bei Bruchhof und Dohnsen. 


Ammonites Huimphriesianus, Sow., Min. Conch. t. 500, f. 1. 
Ziet. t. 67, f. 2, Oppel $. 53, 40, d’Orb. Prodr. I, p. 262 und Pal. frang 
terr. jur. t. 133. 
Bei Bruchhof am Selterhange, bei Wenzen (im Thale westlich vom Dorfe), bei Lüerdissen, Dielmissen, 


Dohnsen und bei Esbeck ist dies Hauptleitfossil der Coronatenschichten gefunden. 
10* 


— 16 — 


Ammonites Gervillei, Sow., Min. Conch. t. 184, A, f. 2. 

(auf der Tafel verdruckt 3, aber in Text und Index richtig.) 
Oppel $. 53, 36. 
Quenst. Ceph. t. 15, £. 11. 
Quenst. Jura t. 51, f. 7, p. 380. 

— A. Brongniarti, d’Orbigny, Pal. franc. t. 137 (I, p. 49), und Prodr. I, p. 262; in 

Folge obigen Druckfehlers auf Sowerby’s Tafel 154, A. 
Mit vorigem, besonders bei Dohnsen und Esbeck. 


Pleurotomaria Aonis, d’Orb. Prodr. I, p. 267 (Etage 10, 151). 
— Pl. granulata, Ziet. t. 35, f. 4, non Sow., non Goldf. 
Am Selterhange bei Bruchhof und bei Greene. — Wir wählen die Orbigny’sche Bezeichnung, da der 
Zieten'sche Name schon früher von Sowerby anderweitig gebraucht ist. 


Pleurotomaria elongata, Sow., Min. Conch. t. 193, f. 2, 3 und 4. (Trochus.) 
d’Orb. Prodr. I, p. 270. 
Am Selterhange mit voriger nur einmal gefunden. 


Gresslya abducta Phill. 

Die bei Dohnsen gefundenen Exemplare dieser Muschel, die gleich denen der vorigen Schichten von 
Seebach als Gr. abducta (cf. Nr. 3 und 4, p. 114 und 124), geführt sind gehören zum Theil sicher der Co- 
ronatenzone an; auch bei Esbeck fanden sich, ausschliesslich mit Petrefacten dieser Zone, viele Exemplare 
in ziemlich guter Erhaltung. 

Leda aequilatera, Dkr. und Koch, s. Nr. 4, p. 124. 

Zahlreich bei Esbeck u. a. Fundorten der Petrefacten der Coronatenzone. 


Leda lacryma, Phill. Geol. of Yorksh. t. 11, f. 14 (Nucula). 
ebenso Sow. t. 476, f. 3, und Goldf. t. 125, f. 10. 
Quenst. Jura t. 46, f. 28. 
Bei Dohnsen. 
Cucullaea cancellata, Phill., s. Nr. 4, p. 124. 
Bei Esbeck. 


Cucullaea cucullata, Mstr., Goldf. t. 123, £. 7, d’Orb. Prodr. Et. 10, 351, Morr. und Lye. Gr. Ool. I 
(Geol. Soc. 1853), p. Bl, t. 5, f. 5. 
Nur einmal oberhalb Bruchhof mit den eben aufgezählten Ammoniten und Pleurotomarien gefunden. 


Lucina elegans, Dkr. und Koch, s. Nr. 3, p. 117. 
Wir fanden die Art wie die vorige mit den Coronaten-Ammoniten etc. bei Bruchhof, können also an 
ihrem Hinaufsteigen in den Unteroolith nicht zweifeln. Unterschiede fanden sich in der Sceulptur und im 
Umrisse zwischen den Exemplaren der beiderlei Zonen nicht vor. 


—U 


Modiola cuneata, Sow., Min. Conch. t. 211. £. 1, d’Orb. Prodr. Et. 10, 380. 
Bei Dohnsen und Wenzen. 


Perna mityloides (Linne) Gmelin (Östrea) und Lamk. 
— ÖOstracites isognomonoides, Stahl, Perna isognomonoides, Oppel $. 53, 193. 
— Perma quadrata, Phill. of Yorksh. t. 9, f. 21, 22, Goldf. t. 108, f. 1, Ziet. t. 54, £.1, 
? non Sowerby. 
— Perna rugosa, Mstr., Goldf. t. 108, f. 2, d’Orb. Prodr. Et. 10, 414. 
— Perna crassitesta, Mstr. ib. t. 107, f. 13, d’Orb. Prodr. Et. 10, 413. 
Am Selterhange, mit den Coronaten u. s. w., in Fragmenten. 


Ostrea Marshii, Sow., t. 48 und Goldf. t. 73, Oppel 8. 61, 76. 
Morr. und Lyc, gr. Ool. III. (Geol. Soc. 1855), p. 126, t. 14, f. 2. 

= 0. flabelloides, Lamk., Anim. sans vert., Zieten t. 46, f. 1 und t. 47, f. 3, Oppel 
8. 53, 207. 

— (0. diluviana, Parkins. non Linne. 

— ÖOstraeites cerista galli, Schloth., non Linne. 

— ÖOstrea erenata, Goldf. t. 72, £. 13. 

O. suberenata, d’Orb. Prodr. Et. 10, 432. 

Wie die vorige. 


Ostrea explanata, Goldf. t. 80, £. 5, Oppel $. 53, 209. 
— Ostraeites eduliformis, Schloth. p. 233, Ostrea eduliformis, Ziet. t. 45, f. 1. 
Wie die vorigen. 


Terebratula perovalis, Sow., Min. Conch. t. 436, f. 2, 3, Oppel 8. 53, 222. 
— T. intermedia, Ziet. t. 39, f. 3 (non Sowerby). 
Bei Dohnsen. 


Rhynchonella acuticosta, Hehl (Terebratula), Ziet. t. 43, 2, Quenst. Jura t. 58, 9—20, p. 424. 
Oppel 8. 53, 242. 
— Rh. Theodori, d’Orb. Prodr. Et. 10, 443. 
— Terebratula Theodori, Schloth., Buch, Terebrateln p. 14. 
Nicht selten bei Bruchhof. 


Serpula quadrilatera, Goldf. t. 68, f. 10. 
Auf Stücken des Belemnites giganteus, namentlich am Selterabhange bei Bruchhof. 


Pentacrinus crista galliı, Quenst. Handb. t. 52, f 4, 
und Jura t. 62, f. 27—29, p. 456. 
Bei Dohnsen und Esbeck in Stielfragmenten nicht selten. 


a 


6, Zone des Ammonites Parkinsgni, Sow., und Belemnites giganteus, Schloth. 


belemnites giganteus, Schloth., s. Nr. 5, p. 125. 
Bis fast zur oberen Grenze der hier abgehandelten Zone. 


Belemnites canaliculatus, Schloth., s. Nr. 5, p. 125. 


Bis über die Grenze dieser Zone hinaus. 


Nautilus subtruncatus, Morr. und Lycett, Gr. Ool. I (Geol. Soe. 1550), p- 10, t. 1, £. EN 

Nur selten mit dem folgenden vergesellschaftet bei Eimen und Mainzholzen gefunden. Wir können 
uns durchweg auf die citirte Abbildung und Beschreibung, welche in allen Einzelnheiten mit den uns vorlie- 
genden Exemplaren übereinstimmt, beziehen. — 


Ammonites Parkinsoni, Sow., Min. Conch. t. 307. 
Zieten. t. 10, £. 7. 
Römer, Ool. Geb. p. 198. 
d’Orb. Pal. franc. terr. jur. t. 122. 
Quenst., Jura p. 468 f. t. 65 f. 6. 
— A. interruptus, d’Orb. Prodr. I. p. 261 (? Brugu.) non Schloth. (s. N. 3.) 
— A. Parkinsoni planulatus, Quenst. Ceph. t. 11, 2 und 3 und Jura t. 63, £. 8. 
— A. Parkinsoni depressus, Quenst. Ceph. t. 11, f. 5, und Jura t. 63, f. 9. (p. 479). 
— A Parkinsoni gigas, Quenst. Ceph. t. 11, £. 1. 
—= A. Neffuensis, Oppel $. 53, 48. 

Für diesen Ammoniten ist in der Mehrzahl der Fälle eine fast rectanguläre Querschnittsform mit 
abgestumpften Ecken charakteristisch, bei der die Breite in der Nähe des Rückens nur etwas geringer ist, 
als in der Nähe der Sutur. Die Seiten sind sehr wenig oder nicht gewölbt; meist biegt sich die Seitenfläche 
ziemlich schroff in die Suturfläche um. In der Regel ist die Mündung mehr hoch ‘als breit; grössere 
Exemplare zeigen das Verhältniss wie 322 bis 4:3, bei kleineren findet sich indessen nicht selten eine 
grössere Breite (vergl. Quenstedt's A. Parkinsoni depressus). Die grösste Breite ist dabei zwischen 1/, 
und !/;, des Durchmessers, die Involubilität etwas über "/;, die Scheibenzunahme !/;, ein Nabel nicht vor- 
handen, indem der Ammonit eine flache Scheibe bildet. 

Die Rippung ist i. A. sehr beständig und scharf ausgeprägt, doch wechselt sie mit dem Wachsthum 
der Ammoniten. In der Jugend zeigen sich öfter an der Gabelungsstelle der Rippen Stacheln oder Knoten, 
mitunter auch neben dem Rückenstreifen; im Alter werden aber die Rippen an den Seiten flacher und 
seltener; zuletzt zeigt sich nur eine flach gewellte, dabei fein gestreifte Seitenfläche, während am Rücken 
noch die schmaleren Theilrippen ziemlich gedrängt, aber auch sich verflachend, bleiben. Solcher Rücken- 
rippen gehen meist 5 bis 4 auf eine der flachen faltenartigen Rippen der Seiten. — Dieselben bilden mit 
der kückenlinie (Medinaebene) auch einen etwas flacheren (c* 60° betragenden) Winkel, als es bei jüngeren 
Exemplaren in der Regel der Fall ist (hier ist der Winkel meist — c* 70%. — Ganz zuletzt verschwinden 


auch Rückenfurchen und Rückenfalten. 


==. 0129 


Die in angegebener Weise entwickelten Exemplare, zu denen die sehr grossen ohne Ausnahme 
gehören, bilden nun die Varietät Ammonites Parkinsoni gigas Quenst. oder A. Neuffensis Oppel, und würde 
auch eine Sonderung bei den auffallenden Verschiedenheiten thunlich sein, wenn nicht die Uebergänge der 

"Jüngeren Form in die ältere oft selbst an einem Stücke zu beobachten wären. Die kleineren Exemplare 
kommen nie, die grössten stets mit den Charakteren des Ammonites Neufiensis vor; dazwischen liegt eben 
jene Uebergangsweise. 

Die absolute Grösse steigt nach unseren Beobachtungen an Bruchstücken bis zu 60 Millim. Breite 
des Umganges und 100 Millim. Höhe desselben; die Verhältnisszahlen weichen von denen der mittel- 
grossen Ammoniten nicht ab. 

Die Hauptfundorte waren Greene (die über dem Toarcien liegenden Schichten des Kluskampein- 
schnitts), die Bahnlinie zwischen Wenzen und Eimen und wieder die Linie zwischen Eimen und Mainzholzen. 
Doch ist er an manchen Orten (z. B. im schwarzen Lande) auch schon von früher bekannt, auch am Ab- 
hange des Selters öfter bemerkt. Sehr oft ist er in den thonigen Sphärosideriten eingeschlossen. Die nach 
ihm benannte Zone wird durch ihn in Verbindung mit dem Belemnices giganteus charakterisirt ; gleich wie 
aber der letztere nach unten, so hat der Ammonites Parkinsoni nach oben eine weitere Verbreitung , wie 
denn überhaupt von den wenigen in dieser Zone gefundenen Versteinerungen keine einzige ihr ausschliess- 
lich zukommt. 


Pleuronomya donacina, Röm., Ool. Geb. t. 9, f. 1, 4 (Lutraria), Seebach, hannov. Jura p. 128. 

— Pl. Zietenii d’Orb. Prodr. Et. 10, 211 und Oppel S. 55, 9. 

— Amphidesma reeurvum Ziet. t. 63, f. 2 (non Phill.). 

— Lutraria Alduini, Goldf., t. 155, f. S (non Donacites Alduini Brongn). 

Die Muschel, welche in der Regel Donaeites Alduini genannt wird und welche von Goldfuss 

(II, p. 255) als die eigentlich von Merian als Lutraria gregaria bezeichnete Muschel angeführt wird, (welche da- 
her, falls diese Angabe richtig ist, mit diesem Namen zu nennen sein würde, während die bis jetzt meist 
Gresslya gregaria genannte Muschel nur Gressiya abducta heissen darf, s. o. p. 114), kann mit dem 
üblichen Artnamen (Alduini) nicht benannt werden, weil Brongniart (Ann. des Mines 1821, VI, 585, t. 7, 
f. 6), wie auch Bronn Lethäa p. 378 bemerkt, eine Muschel des obersten Jura von etwas abweichender 
Form so benannt hat, zu der dann die ähnlichen Muscheln des Unteroolithes (von Riddagshausen bei Braun- 
schweig und Dörshelf bei Delligsen) erst später gestellt zu sein scheinen. Nach Bronn’s kethäa, t. 20, f. 17, 
hat die Form des Oberoolithes eine gerade Oberkante, während unsere sich entschieden nach oben gekrümmt 
zeigt; die concentrischen Furchen scheinen dort auch regelmässiger zu sein, als bei unseren bei Eimen und 
Mainzholzen gefundenen Exemplaren, obgleich sie auch bei diesen ziemlich scharf sind. Die Abstutzung des 
Vorderrandes, die beiden Arten anscheinend gemeinsam ist, ist bei unseren Exemplaren auch noch ausge- 
sprochener, als bei Bronn’s Abbildung, und steht fast rechtwinkelig anf der Ober- und Unterkante. Dies 
Alles stimmt genau mit Römer’s Beschreibung und Abbildung, dem die Priorität vor d’Orbigny gebührt. — 


Gresslya abducta Phill. 
Auf das Frühere verweisend, erwähnen wir hier nur, dass Steinkerne der Art zerstreut in der hier 
beschriebenen Zone gefunden sind. 


—- 390 — 


In dieser Schichtengruppe fanden sich wiederum nicht selten Stücke fossilen Holzes, theilweise mit Er- 
haltung der Structur, die sich als Coniferenholz bezeichnen lassen und den von Harzgängen freien Holzarten 
dieser Gruppe (Araucaria?) anzugehören scheinen. Mitunter ist die Rinde in Brauneisenstein verwandelt, 
bröckelt aber leicht ab und bietet nichts Aussergewöhnliches dar. 


7. Bathformation. 


Belemnites canaliceulatus, Schloth., s. Nr. 5, p. 128. 

Bis in die oberen ‘Schichten des Bath-Einschnittes bei Eimen. — Ausser der gewöhnlichen Form 
kommt auch die schlankere (von Quenst., Jura p. 484, t. 65, £.2, als B. canaliculatus gracilis bezeichnete) 
vor, die von Oppel (8. 61,1) als eigene Art, B. Beyrichii, hingestellt ist; welcher Bezeichnung Seebach (han- 
nov. Jura p. 158) tolst. » 


Belemnites subhastatus, Ziet. t. 21, £. 2. 
Oppel S. 68, 2. 

Die im Eimer Einschnitte gefundenen Exemplare stimmen z. Th. vollständig mit der Zieten’schen 
Abbildung, zum Theil sind sie noch länger gefurcht, platter gedrückt und kolbiger, so dass sie sich in jeder 
Beziehung dem Belemnites semihastatus depressus Quenst. (Cephal.t. 29, f. 12—19) oder B. Calloviensis 
Oppel annähern, dessen specifische Verschiedenheit vom Zieten’schen Belemnites subhastatus vielleicht kaum 
aufrecht zu halten sein dürfte. 


Nautilus subtruneatus, Morr. und Lyc. s. Nr. 6, p. 128. 
Selten im Eimer Einschnitte. 


Ammonites fuscus, Quenst. Jura, p. 475, p. 64, f. 1-5. 
Ceph. p. 119, t. 8, f. 7—9, Jura 7—9, Seebach, hannov. Jura, p. 153. 
—= A. orbis (Giebel), Seebach, hannov. Jura, p. 146. 
—= A. discus, d’Orbigny Pal. fr. I, p. 394, 
pl. 131 und Prodr, I, p. 296, non Sowerby. 
— A. Waterhousei, Morris u. Lycett, Pal. Soc. 1850, moll. from the great Ool. p. 13, 
t. 1, f. 4 u. Oppel S 61, 6. 
— A. aspidoides Oppel $ 61, 5. 
— A. discus complanatus Quenst. Ceph. t. 8, f. 12. 

Der Falcifer-Ammonit des Batheinschnittes mit scharfem, gekieltem Rücken, der dort ‘ziemlich häufig 
vorkommt, hat scharfwinklig zurückgebogene Sichelrippen (in der Art, wie A. hecticus), so dass ein Streifen 
in der Mitte der Seiten entsteht, der aber stets mehr die Tendenz hat, in eine erhabene Linie überzugehen, 
als in eine Furche; selbst wenn eine spirale Vertiefung sich zeigt, so) liegt die erhabene Linie meist 
daneben. 


= Iöl: — 


Die Maasse, welche wir fanden, sind: 

Grösstes Exemplar im Durchmesser 75 Millim. bei 45 Millim. grösster Umgangshöhe und 13 Millim. 
grösster Breite. Der Nabel hat nur 5 Millim., also '/;; Durchmesser. Die Involution ist — !/;, die Scheiben- 
zunahme nach Obigem — 3),. Die Exemplare mittlerer Grösse, von beiläufig 30 Millim. Durchmesser, haben 
bei derselben Involution und denselben Verhältnissen des Querschnittes einen weiteren Nabel (— !/, Durchm.) 
und eine geringere Scheibenzunahme (— !/,). Die (häufigen) noch kleineren Exemplare haben noch gerin- 
gere Scheibenzunahme (?/; e*) und noch weiteren Nabel (bis zu fast "/; Durehmesser), zugleich aber auch 
geringere Involution (bis herunter zu !/,) und etwas breitere Windungen. 

Die Lobenzahl (d, 5, s, 4, v, 4 s, 5..., also 22) stimmt mit d’Orbigny’s Ammonites discus sowohl, 
als mit den Quenstedt’schen Zeichnungen; die Abweichung des Verhaltens der relativen Grösse bei d’Orbigny 
dürfte (ef. Seebach hannov. Jura p. 146) nicht beachtenswerth sein. — Die Auszackung der Loben nimmt 
mit dem Alter bedeutend zu. — 

Zu bemerken ist, dass von dem Ammoniten, den Quenstedt wiederholt sehr gut abbildet, ähnlich 
wie von Ammonites margaritatus, Montf., Ammonites opalinus, Rein (— A. Murchisonae Sow.) u. a, zwei 
Hauptformen beobachtet sind. 

Die eine, etwas häufigere, ist im Allgemeinen weit schwächer gerippt, mitunter auf den äusseren Um- 
sängen fast glatt; dieselbe ist zugleich in den Windungen etwas flacher (nach dem Kiele zu scharf und spitz) 
und enger genabelt, als die zweite Form, welche bei kräftiger auftretenden Rippen einen weiteren Nabel und 
etwas breitere, nach dem Rücken zu weniger zugeschärfte, dafür aber mit deutlicher abgesetztem Kiele ver- 
sehene Windungen hat. Die erstere ist eben der A. orbis Giebel, der zweite der A. fuscus bei Seebach (a. a. 0.) 

Der Umstand, dass fast durchaus die stärkere Rippung mit dem weiteren Nabel und der bauchigen 
Querschnittsform zusammenkommen, könnte auf die Vermuthung führen, dass wir es mit zwei Arten zu 
thun haben; allein das Auftreten von Uebergangsformen macht eine specifische Trennung unmöglich , und 
da Habitus und Lobenlinie übereinstimmen, so sehen wir uns nach einer andern Erklärung für die aller- 
dings auffallende Erscheinung um, und nach genauer Untersuchung einer grossen Zahl von Exemplaren 
halten wir dafür, dass die enggenabelte, flache und schwächer gerippte Form die eigentlich typische, voll- 
kommen entwickelte ist, während die andere einen Jugendzustand darstellt. Der Umstand, dass manche 
Exemplare die typische Form eher erlangen, als andere, dass z. B. Stücke von 36 Millim. Durchmesser 
noch scharfe Rippung zeigen, während andere von der halben oder noch geringerer Grösse glatt sind; dass 
ferner 2 Exemplare von jener Grösse eins einen 5 Millim. weiten, das andere einen 9 Millim. weiten Nabel 
hat, u. dgl. m., kann uns nicht wundern, da die Ammoniten mancher Arten einmal früher, einmal später 
die typischen Formen erlangen können; die wechselnde absolute Grösse der Arten, vielleicht auch sexuelle 
Verschiedenheiten, genügen vollkommen, dies zu erklären. Bestätigt wird unsere Annahme ferner dadurch, dass die 
grössten Exemplare nur der ersten Form angehören, dass ferner auch mit dem von uns angenommenen 
Entwickelungsgange die Lobenlinie harmonirt, die bei den flacheren typischen Formen tiefer gezackte, bei 
den starkrippigen Formen, bei gleicher Grösse der Stücke, minder tiefe und weniger gezackte Loben 
zeigt. Zudem zeigen noch die grössten Exemplare der scharfgerippten, weitgenabelten Form (36 Mm. 
Durchm.) einen Nabel, der, wenn auch viel weiter als der von gleich grossen Stücken der andern 


Form, doch wiederum nicht weiter ist, als der von viel kleineren Exemplaren derselben Form; so 
Paläontographica, Bd, XIII, 3. 18 


- 2 — 


dass mit Sicherheit für beide Formen das Gesetz gilt, dass die Nabel bei einem gewissen Entwickelungs- 
stadium aufhören, weiter zu werden. 

Dass d’Orbieny’s A. discus mit dem bei uns gefundenen und dem Quenstedt’schen A. fuscus zuzu- 
zählenden scheibenförmigen Ammoniten übereinstimmt, beweist, wie oben bemerkt, nicht nur die Lobenlinie, 
sondern auch das vollständig gleiche Verhalten unserer grössten Exemplare mit der in gleicher Grösse 
gehaltenen Abbildung. Den von Morris und Lycett als synonym mit Ammonites discus angesehenen, von 
ihnen neu benannten Ammonites Waterhousei müssen wir nach der Abbildung ebenfalls hierherstellen ; 
Oppel’s Vermuthung, dass derselbe = A. subdiscus d’Orb., widerlegen die Figuren des letzteren (s. u.) — 
Den Ammonites aspidoides Oppel, der nach Oppel vom A. discus d’Orb. in der Sutur verschieden sein soll, 
wird gleichwohl, und wie wir glauben, mit Recht, von Seebach mit diesem vereint, und daher auch Ammo- 
nites discus complanatus, Quenst. (Ceph. 8, f. 12), hierher gezogen. — Der d’Orbigny’sche Name musste 
übrigens unbedingt aufgegeben werden, da bekanntlich Sowerby mit demselben Namen eine andere (übrigens 
nach Seebach auch bei Eimen vorkommende) Art bezeichnet hat. 


Ammonites subdiscus, d’Orb. Pal. france. I, p. 421, t. 146, Prodr. I, p. 296. 

Dieser, mit vorigem durch den ganzen Eimer Einschnitt gefundene, doch etwas seltnere Ammonit 
ist oft ganz glatt, oft mit feiner Spiralstreifung und mitunter mit Spuren von Rippung, ganz wie die citirte 
Figur. Der stets abgerundete Rücken unterscheidet ihn von allen ähnlichen Arten. 

Die Maasse stimmen vollständig mit d’Orbigny’s Angaben; Involution !/, (ausgedrückt in Theilen der” 
Windungshöhe, nicht des Durchmessers, wie bei d’Orbigny); Höhe zur Breite der Windungen wie 5:2; 
Durchmesser zur Breite wie 4:1; Scheibenzunahme 1/,; Nabel (bei kleinen Exemplaren) Y/;. Zahl und 
Grössenverhältniss der Loben ist ebenfalls wie bei d’Orbigny, doch ist bei unseren kleineren Exemplaren die 
Linie, wie nicht anders zu erwarten, einfacher. — 


Ammonites anceps, Rein., d’Orb. Pal. frang. t. 166, 167, Oppel $. 68, 32. 
Quenst. Cephal. p. 176, t. 14, fig. 2, id. Jura, t. 63, fig. 15, 16. 
— (?) A. dubius Zieten t. 1, fig. 2. 

Mit den eitirten Abbildungen und Beschreibungen völlig übereinstimmende Ammoniten sind, wenn 
auch selten, im Batheinschnitte bei Eimen gefunden, so dass die Beschränkung des A. auceps auf das Callo- 
vien nicht überall gerechtfertigt sein dürfte. — 

Den von Oppel hierher gezogenen A. Parkinsoni coronatus, Quenst., lassen wir, da wenigstens Jura, 
t. 63, f. 18 und 19 sicher nicht hierher gehören, unerörtert und halten uns wesentlich an die älteren 
deutschen Autoren Reinecke und Zieten. 


Ammonites Württembergieus, Oppel, 8. 61, 8, p. 475. 
— Ammonites Parkinsoni compressus, Quenst., Cephal. t. 11, f. 4. 
Dazu Ammonites Parkinsoni planulatus Quenst. pars, Ceph. t. 11, f. 3 (non f. 2) 
und A. ferrugineus, Oppel ($. 61, 9) und Seebach, hannov. Jura p. 150. 
Der Unterschied dieser in grosser Menge in unseren Bathschichten gefundenen Art von anderen 
Dentaten besteht besonders in dem engen Nabel und in der discusartigen Form des im erwachsenen Zu- 
stande an den Seiten glatten Ammoniten. 


Be. 


Die grössten Exemplare, welche wir bei Eimen fanden, haben 200 Millim. Durchmesser, dabei einen 
sehr engen und tiefen Nabel, glatte Seiten, am Rücken neben dem freien Rückenstreifen meist nur flache, 
zuletzt auch wohl verschwindende Falten. Bei 50 Millim. Durchmesser stellt sich diese Form schon voll- 
kommen kenntlich heraus, indem dann die Rippen auf den Seiten zu verschwinden anfangen; der Nabel misst 
jedoch 15 bis 20 Millim., während er bei den Stücken von 4facher Grösse oft kaum 20 Millim. misst; bis 
zur vorbemerkten Grösse wächst er nur unbedeutend weniger, als der Durchmesser (25 Millim, Durchmesser 
haltende Stücke haben einen 8 Millim. weiten Nabel u. s. w.). Die Involution beträgt bei den grossen In- 
dividuen bis !/,, bei den kleineren !/, bis °/;2, die Scheibenzunahme dort etwas über, hier etwas unter ee 
das Verhältniss der Höhe zur Breite von 2:1 bis herunter zu 5:3, und bei ganz kleinen Stücken bis 4:3. 

Trotz der auffallenden Formverschiedenheit zeigt dieser Ammonit eine sehr nahe Verwandtschaft 
mit Ammonites Parkinsoni, Sow., mit dem er die Grundform der Rippen, den Winkel, in dem diese den 
Rücken treffen, und im Allgemeinen den Entwickelungsgang gemein hat. Denn auch der A. Parkinsoni 
wird, wenn auch später, glatt, und in ähnlicher Weise wie A. Württembergieus, erst an den Seiten, dann 
am Rücken. Auch die Lobenlinie zeigt viel Uebereinstimmendes; charakteristische Unterschiede finden wir 
in dem relativ viel kleineren und schmäleren Sattel zwischen dem Rücken- und Hauptseitenlobus beim A. 
Württembergicus, und in den flacheren, minder schräg gestellten Hilfsloben. (Vergl. Quenst. Cephal., t. 11.) 
Auch zeist jener Sattel keineswegs immer einen so markirten Einschnitt in der Mitte, wie beim A. Parkin- 
soni (ib. f. 1), vielmehr häufig eine Form, wie ib. f. 3, mit allmäligen Uebergängen in die ib. fig. 4 ver- 
zeichnete. Eine weitere Trennung des Amm. Württembergicus nach diesem Kennzeichen war übrigens nicht 
möglich, da die Mittelformen (mit ganz schwacher Einkerbung) die häufigsten waren und durchaus keine 
anderen Eigenschaften der betreffenden Exemplare dieser geringen Verschiedenheit entsprachen. 

Eine Trennung der von Oppel (l. ec.) als Ammonites ferrugineus bezeichneten Fig. 3 der 11. Tafel 
der Cephalopoden von unserer Art konnten wir danach nicht vornehmen; jedenfalls müssen wir sowohl für 
die citirte Figur (der eine grosse Anzahl unserer Exemplare entspricht), als auch für sämmtliche uns be- 
kannt gewordene hochmündige Dentaten des Eimer Einschnittes die Einheit der Art behaupten. 

Ob man diese als Ammonites Württembergicus Oppel, oder als Ammonites ferrugineus Oppel be- 
zeichnen will, dürfte unserer Ansicht nach gleichgiltig sein; wir zogen, da unsere grossen Exemplare die 
discoide Form in selbst noch höherem Grade zeigen, als die von Oppel zum Ammonites Württembergieus 
gezogenen Abbildungen, den letzteren Namen vor. — 

Aus dem Entwickelungsgange folgt übrigens, dass kleine Exemplare mitunter sehr schwer vom Am- 
monites Parkinsoni, Sow., unterscheidbar sind; oft entscheidet darüber nur die grössere oder geringere Schei- 
benzunahme, und bei sehr kleinen Stücken ist die Entscheidung öfters unmöglich. Dies kann jedoch der 
Selbstständigkeit der Art gewiss keinen Eintrag thun. Dieselbe erreichte ebenfalls eine nicht unbeträchtliche 
Grösse; das kleinste der mit Wohnkammer versehenen Exemplare misst 165 Millim. Durchmesser. — 


Ammonites Parkinsoni, Sow. ef. Nr. 6, p. 128. 


Kommt in verschiedenen Varietäten und in jeder Grösse auch in dieser Zone vor, ist aber hier bei 
weitem seltener, als der vorige Ammonit. 


18* 


— 14 — 


Ammonites polymorphus, d’Orb. Pal. frang. t. 124, I, p. 239. 
Oppel S$. 53, 54. 

— A. Parkinsoni inflatus, Quenst. Cephal., t. 11, f. 6 und 7 und Jura, p. 422, 
1:63, 210: 

Die wenigen im Eimer Einschnitte gefundenen Exemplare zeigen die schon in der Nähe der Sutur 
getheilten Rippen, die von der Theilung ab gerade und rechtwinkelig gegen die Windung und den Rücken - 
verlaufenden Theilrippen, den scharf abgesetzten glatten Streifen auf dem Rücken und die Einschnürungen 
ganz wie d’Orbigny’s und Quenstedt’s Abbildungen. Dagegen ist zu erwähnen, dass der Querschnitt nicht 
so hochmündig und der Nabel nicht so weit wird, als bei der grössten d’Orbigny’schen Figur. Bei unseren 
kleineren Stücken ist der Querschnitt stets breiter und deprimirter, daher auch die inneren Seitenloben und 
die Hilfsloben, namentlich letztere, im Verhältniss kleiner und zusammengedrängter sind. 

Dass die Verschiedenheiten indessen nur verschiedene Entwickelungsstadien sind, lehren die grösseren 
unserer Exemplare, welche schon hochmündiger und evoluter zu werden anfangen, als die kleinsten, und 
hätten wir Stücke von der Grösse der d’Orbigny’schen Figur 5 und 6 der eitirten Tafel, so würden voraus- 
sichtlich auch deren Maassverhältnisse erreicht sein. 1 

Der Ammonit erinnert sehr an den Ammonites Gervillei, Sow., doch unterscheiden ihn der Rücken- 
streif und die Einschnürungen. 


Ammonites procerus, Seebach, hannov. Jura p. 155, t. 10, f. 1. 

Indem wir die im ganzen Fimer Einschnitte gefundenen Planulaten-Ammoniten, welche Seebach 
unter obigem Namen eigens beschreibt und abbildet, und welche in der Regel 2theilige, selten einfache oder 
3theilige Rippen, ziemlich bedeutende Scheibenzunahme (— !/;—?/;), etwa '/; betragende Involution, ziem- 
lich offenen Nabel besitzen, dabei einen rundlichen, an den inneren Windungen deprimirten, an den äusseren 
wenig überhöhten Querschnitt haben, mit dem obigen Namen bezeichnet lassen, wollen wir damit keineswegs 
die feste Meinung aussprechen, als gehöre derselbe unbedingt einer neuen Art an. Die Aehnlichkeit mit 
dem Ammonites triplicatus, Quenst. (non Sow.), Cephal. t. 13, £. 7,—=Ammonites funatus, Oppel, $: 68, 12, 
ist jedenfalls eine sehr grosse; auch die Lobenlinie stimmt bis auf die Spitzen des äusseren (Haupt-) Seiten- 
lobus, der bei unseren Exemplaren schlank, 3spitzig , bei Quenstedt 5spitzig erscheint. Auch Ammonites 
“_ arbustigerus, d’Orbigny, ist sehr ähnlich; bei ihm ist nur der Sattel zwischen dem äusseren und inneren 
Seitenlobus verschieden, und zwar dreilappig, während er bei unseren Ammoniten und bei Quenstedt’schen 
Ammonites triplicatus zweilappig ist; dabei ist der Ammonites arbustigerus den Abbildungen nach allerdings 
etwas involuter. Jedenfalls dürften diese Abweichungen nicht hinreichen, ohne Zuziehung der Original- 
exemplare die Frage erschöpfend zu lösen. 

Wir beschränken uns daher im Anschluss an Seebach damit, dass wir die Art unter obiger Ver- 
wahrung wieder aufführen; zugleich aber fügen wir über die grösseren uns zu Gesicht gekommenen Stücke 
Einiges hinzu, was, wie wir glauben, neu sein dürfte. 

Diese bis über 300 Millim. Durchmesser haltenden Exemplare erscheinen aussen glatt; wo die Schale 
erhalten ist, zeigt sie feine Streifen am convexesten Theile der Seiten. Die inneren Windungen zeigen den 
Suturtheil der Rippen, auf dem diese noch ungetheilt sind; ein Querbruch lässt stets die allmälige Um- 
wandlung des Querschnittes erkennen, der, wie erwähnt, innen deprimirt, aussen bis zum Verhältniss wie 


9:64/, überhöht ist. Er ist dann annähernd birnförmig. Die grösste Breite eines solchen mit unvollkom- 
mener Wohnkammer versehenen Bruchstückes eines Ammoniten von 265 Millim. Durchmesser ist 65 Millim. 
Ein anderes Exemplar hat bei 320 Millim. Durchmesser 90 Millim. Maximalbreite (bei 120 Millim. grösster 
Windungshöhe); auch dieses hat nur eine unvollkommene Wohnkammer. An kleineren Exemplaren sahen 
wir eine solche überall nicht. 


Ammonites curvicosta, Oppel, $. 68, 30, Seebach, hannov. Jura, p. 155. 
— A. convolutus parabolis, Quenst. Ceph.,t.13, f. 2, und Jura t, 71, £. 10 u. 11. 
—= ? A. aurigerus, Oppel $61, 11 und ? A. Backeriae d’Orb., Pal. frang.t. 149, f. 2. 

Die Rippen dieser Art, welche mehrfach im Eimer Einschnitte gefunden ist, zeigen im Allgemeinen 
eine etwas stärkere Krümmung nach vorn, dabei mitunter Unregelmässigkeiten in ihrem Verlaufe, und zu- 
gleich hin und wieder Knoten und gewundene, parabolisch gekrümmte Wülste am Rücken. 

Die geringere (— ?/, betragende) Involution, der Querschnitt, der fast constant rundlich (ohne De- 
pression in der Jugend und ohne erheblich stärkere Ueberhöhung im entwickelten Zustande) erscheint, die, 
aus Quenstedt’s Figur ersichtliche Lobenlinie unterscheiden die Art von der vorigen, von der sie nebenbei, 
unseren Erfahrungen nach, sich durch weit geringere absolute Grösse unterscheidet, indem Stücke von mehr 
als 45 Millim. Durchmesser uns nicht bekannt geworden sind und unter den uns vorliegenden einige die 
Wohnkammer zeigen. 


Ammonites tenwplicatus, n. Sp. 
Taf. 5 (5), Fig. 8, 9, 10, 11. 

Ammonites planulatus, umbilico latissimo et anfractibus rotundatis, parum compressis, nec non costis prope 
suturam eireiter 20 in anfractu ultımo, in plicas 4—5 partitis, instructus; lobi laterales tres, vel 
quatuor, recti vel vix obliqui, parum incisi, non angusti. 

Der Ammonit ist dem Ammonites procerus ähnlich; allein abgesehen von den Lobenverschiedenheiten 
und dem andern Verhalten der Rippen und Falten hat er eine etwas abweichende Form des Querschnittes, 
so dass wir ihn als distinete Art ansehen, die sich vom Ammonites curvicosta, Oppel, noch mehr, als vom 
procerus, durch die Rippung unterscheidet, während die Lobenlinie viel Aehnlichkeit zeigt; doch sind beim 
Ammonites curvicosta die Loben in der Nähe der Sutur weit schiefer gestellt, die Loben i. G. tiefer eingeschnit- 
ten, und ist der zweite Hilfslobus, so viel wir beobachteten, constant, den wir beim Ammonites tenuiplicatus 
erst bei den grössten Exemplaren, und da nicht einmal constant, fanden. 

Der Rippen sind an den Seiten stets nur ca. 20 auf dem äusseren Umgange, auf dem Rücken dagegen 
befinden sich 8) bis 100 Falten; bei Ammonites procerus sind ca. 40 Rippen bei ebenfalls 80 bis 100 Rücken- 
falten vorhanden ; dies, nebst den Loben, deren Formel nach Quenstedt d, 3, 5,2, V, 2,3, 3... mit der oben- 
benannten kleineren Abweichung bei einigen wenigen Stücken (d, 4, 5, 2, v, 2, 8, 4) ist, lässt die Arten hin- 
länglich unterscheiden. Die sehr zarte Faltung des Rückens kennzeichnet in der Regel schon die kleinsten 
Stücke, die wir zahlreich in den oberen Schichten des Eimer Batheinschnittes fanden. Der Ammonit, der 
übrigens auf diese oberen Schichten beschränkt ist, wurde aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gross; nur 
ein Fragment ward gefunden, das auf einen grösseren Durchmesser als 30 Millim, schliessen lässt; im Uebri- 


— 16 — 


gen erreichen die Exemplare, unter denen eines von 23 Millim. Durchmesser einen Theil der Wohnkammer 
hat, höchstens diese Grösse. — Innere Windungsstücke zeigen in der Regel flache Einschnürungen. 

Das Verhältniss der Höhe zur Breite der Windungen ist in A. = 13: 11, die Breite des letzten 
Umgangs etwa —= !/; Durchmesser; die Involution ist 0,3 bis 0,33, die Scheibenzunahme 0,37 bis 0,4, im 
Ganzen um etwas grösser, als beim Ammonites procerus, dessen Nabel etwas offener ist. — 


Pleurotomaria Palaemon, d’Orb. Pal. franc. t. 380, f. 7—11, und Prodr. I, p. 267. 
Oppel 8. 55, 77. 

= Pl. ornata, Zieten, t. 35, f. 5. 

— Pl. granulata Goldfuss t. 186, 3, und d’Orb. Prodr. I, p. 267. 

non Trochus granulatus, Sow, (220, 2). 
NB. Der Name Pl. granulata, der von Sowerby für seinen Trochus granulatus im Index gebraucht 

ist, war dadurch ausgeschlossen; dasselbe gilt von dem Namen Pl. ornata. 

Die Schnecke hat sich, nicht häufig, durch alle Schichten des Eimer Einschnittes gefunden. 


Pleurotomaria fasciata, Sow., Min. Conch. t. 220, f. 1. 

Gleich mehreren anderen Pleurotomarien führt Sowerby diese Art als Trochus an, was er jedoch im 
Index abändert. 

Die von uns durch den ganzen Batheinschnitt bei Eimen, wenn auch nicht häufig, gefundenen Exem- 
plare dieser Art variiren unter einander sowohl, was die Convexität der Umgänge, als was den Winkel der 
Spitze anlangt, zwar mit ganz unmerklichen Uebergängen, allein doch innerhalb ziemlich weiter Grenzen. 
So kann der im Mittel “0° messende Spitzenwinkel um ca. 10° kleiner, aber auch andererseits über 80° 
gross werden; die Seiten erscheinen mitunter fast gerade, mitunter mit messbaren Einschnürungen an den 
Nähten. Auch wird der Nabel, der immer eng ist, manchmal fast verdeckt. Die Oberfläche zeigt stets. die 
Querrippchen, welche von den Anwachsstreifen durchschnitten werden, und hat namentlich an der Basis ein 
cancellirtes Aussehen; auch die Binde ist völlig constant. 

Wir halten es nicht für unmöglich, dass dieser etwas variirenden Art auch Pleurotomaria Niortensis, 
d’Orbigny, Pal. franc. t. 400, f. 1—5 (Bd. II, p. 514 f.) angehört, da Formen, wie dessen Abbildung und 
Beschreibung sie geben (von c* 60° Winkel der Spitze), auch bei Eimen gefunden sind. Dann sind natürlich 
dessen Art-Charactere in zu engen Grenzen gehalten. 

Die absolute Grösse der Exemplare von Eimen steigt bis zu 40 Millim. Höhe bei etwa der 
nämlichen Breite; sie bleibt also hinter der der Sowerby’schen Figur namhaft zurück, während sie die der 
d’Örbigny’schen Abbildung von Pl. Niortensis übertriftt. 


Hydrobia (Littorinella) Wilkeana, s. Nr. 3, p. 111. 
Ein von der oben beschriebenen kleinen Littorinella nicht zu unterscheidendes Exemplar ist in den 
unteren Schichten des Batheinschnittes mit kleinen Astarten, Dentalien und Cerithien gefunden. 


Chenopus concavus Mstr., (Cerithium) Goldf. t. 173, f. 16. 
Die mit den Chenopusarten von Greene nahe verwandte Schnecke, welche Oppel, $. 53, 80, Alaria 
nennt, fanden wir nur einmal im oberen Theile des Eimer Einschnittes (neben Trigonia imbricata, s. u.). 


— 137° — 


Cerithium vetustum, Phill. (Terebra), s. Nr. 3, p. 112. 


Da die Zahl der Stachelreihen, das mehr oder weniger eckige Vortreten der nächst äusseren Win- 
dung über die vorhergehenden, sowie auch das stärkere oder schwächere Vortreten der Stacheln kein wesent- 
liches Kennzeichen abgeben kann (s. a. a. O.), so können wir die Form des Toarcien von der des Bathonien 
nicht trennen und vereinigen das Cerithium echinatum Quenst., Jura, p. 417 und 488, pl. 57, f. 15 und 16 
und pl. 65, 23, sowie Handbuch der Petrefactenkunde, t. 34, f. 20, mit dem sog. C. armatum unter dem 
obigen ältesten Namen. — Die Exemplare aus dem Batheinschnitte, die sich übrigens nur in den unteren 
Schichten vorfanden, sind z. Th. weniger stark gestachelt, was aber vielleicht vom minder gutem Erhaltungs- 
zustande herrührt. 


Actaeonina pulla, Dunker und Koch (Tornatella), Beitr. p. 33, pl. 3, f. 11. 
Ward einmal mit Vorigem und mit zahlreichen Astarten gefunden. Obgleich die Mund- 
öffnung nicht vollständig bekannt wurde, scheint es doch, dass die Art, welche mit den Actäoninen des 
Toarcien nahe verwandt sein dürfte, zu dem angeführten Genus zu stellen sei. 


Dentalium entaloides, Deslongch. 
d’Orb. Prodr. I, p. 272. 
= D. Parkinsoni, Quenst. Jura, p. 484, t. 65, f. 5 und 6. 
Diese glatte Zahnschnecke unterscheidet sich von der glatten Form des Dentalium elongatum, 
Mstr., des Toareien durch geradere Gestalt und durch namhaft bedeutendere absolute Grösse bei ver- 
hältnissmässig noch diekerer Schale und geringerer Zuspitzung am Analende. Sie ist nicht selten, aber 
meist fragmentarisch, und in der Regel nur in den unteren Schichten des Eimer Batheinschnittes vor- 
gekommen. — . 
Pleuromya donacina, Röm., s. Nr. 6, p. 129. 
Häufiger, als in voriger Schicht, indess immer noch selten, fand sich diese Muschel als Steinkern 
durch den ganzen Batheinschnittt. 
(Ueber den Namen und dessen Rechtfertigung s. oben a. a. O.) 


Pholadomya Murchisoni, Sow., t. 545. 
Phill. Geology of Yorksh. t. 7, f. 9. 

Die nicht nur bei Eimen, sondern auch bei Greene oberhalb des Kluskampeinschnittes und an vielen 
älteren Aufschlussorten der Hilsmulde gefundene, mit Petrefacten der Bathzone vergesellschaftete Muschel 
wechselt bei gleichbleibendem Habitus und ziemlich constanter Streifung mitunter im Umrisse. Vorn ist 
sie manchmal abgestutzt, manchmal rundlich, meist, doch nicht immer in gleichem Masse, kurz, stets bauchig, 
und von nicht unbedeutender Dicke; die Grundform des Umrisses ist die eines ungleichseitigen Dreieckes 
mit stark gerundeten Ecken. Bei der Tendenz vieler Muscheln des betreffenden Genus, in der Form etwas 
zu wechseln, sehen wir keinen Grund zu speeifischer Trennung der ohnehin durch mannichfache Uebergänge 
verknüpften, verschiedenen Formen. Geht muthmasslich bis in die Coronatenzone hinab. 


— 18 — 


Pholadomya oblita, Morr. und Lye., Gr. Ool. (Geol. Soc. 1855), t. 12, f. 5, p. 142. 
Nur vereinzelt bei Eimen. 


Pholadomya Dunkeri, n. sp. 
Taf. 5 (&5), Fig. 17, 18, 19. 

Testa oblique cordata, valde inaequilatera; umbones acuti, antrorsum inclinati, contigui; antica pars oblique 
truncata, plana, postica subsinuata, laeviuscula; basis rotundata. Costae radiales ceireiter $, 
mediis in valsis densae; striae incrementi in antica testae parte rugosae, postice obsoletae. 

(Länge zu Höhe und Dicke wie 6: 31/, : 4.) £ 

Die der Pholadomya hemicardia Röm. (Goldfuss, t. 156, f. 3. und Römer, Oolithengeh. t. 9, f. 18) 
sehr ähnliche, ebenso schmale oder selbst noch schmälere, und ebenfalls sehr schiefe Muschel wurde meist 
als Steinkern, öfter jedoch auch mit Fragmenten der ziemlich dünnen Schale gefunden. Die Strahlrippen 
sind ungleich vertheilt und stehen in der Mitte sehr gedrängt; sie treten dort auch sehr stark hervor. Der 
hintere Theil ist stark zusammengedrückt, eingebuchtet, von rundem Umriss; vorn ist die Muschel scharf 
nach hinten zu abgestutzt. 

Die Exemplare aus dem Batheinschnitte bei Eimen, bis jetzt dem einzigen Fundorte, erreichen eine 

Grösse bis zu 90 Millim. Länge, 52 Höhe und 60 Dicke; doch sind die grössten meist sehr schlecht 

erhalten. 


Gresslya abducta Phill. 
(Hierzu Gr. eryeina Ag. Etud. crit. Myes p. 214, t. 14, f. 1—9. Gr. peregrina der 
engl. Autoren.) 


Exemplare, die mit denen der tieferen Schichten völlig identische Formen haben, haben sich in 
ziemlicher Mannichfaltigkeit (sowohl mit der vorderen bauchigen Rundung und den mehr nach der Mitte zu 
befindlichen Buckeln der Gr. eryeina und peregrina, die wir aber auch an vielen Gresslyen des Greener Ein- 
schnittes, Nr. 3, bemerkten, als auch mit abgestutztem Vordertheile und vorn liegenden Buckeln, und 
endlich in Uebergangsformen) nicht selten, meist aber in schlechter Erhaltung, in der unteren 
Hälfte des Batheinschnittes bei Eimen gezeigt; dies ist, so viel uns bekannt, das höchste Vorkommen 
der Art. 


Goniomya litterata, Sow. (Mya.) Min. Conch. t.224, £. 1, Phill. t. 7, £. 5, Ag. Et. erit. p. 18, t. 16, f. 13—16, 
Goldf. 154, f. 8, Morris und Lycett, Gr. Ool. II (Proc. 1355), t. 11, £. 3, p. 119. 
Obgleich Morris und Lycett a. a. O. p. 140, t. 13, f. 16 die G. Vseripta Sow. (t. 224, f. 2—5) 
und Agassiz von dieser Art trennen, so sind doch die von ihnen angegebenen Unterschiede nicht mit 
denen von Sowerby übereinstimmend, und halten wir beide Arten für zusammengehörend. Dass Goldfuss’ 
G. Vseripta (154, f. 6) zur G. litterata gehört, giebt auch Morris und Lycett (p. 141) an. — Einmal 
bei Eimen gefunden. — 


— 139 — 


Thraeia Eimensis, n. sp. 
Taf. 4 (24), Fig. 1, 2. 
Testa tenuis, ovata, subaequilatera, plus minusve compressa, concentrice tenuiterque striata et obsolete 
plicata. Margo .dorsalis antice subcurvus, declivis, postice reetilineus, parum declivis, pone 
umbones sinuatus. Extremitas antica rotundata, postiea, ut solet, subtruncata. Umbones valde 


prominentes. 
50 Millim. lang, 35 hoch, 18 bis 22 dick. 


Die im Allgemeinen der aus der Hilsformation bekannten Thracia Phillipsii nicht unähnliche 
Muschel ist nicht bedeutend ungleichklappig, auch fast gleichseitig. Die Schale ist fein concentrisch 
gestreift, nicht granulirt, dabei aber undeutlich und flach concentrisch gefaltet; auch ist sie ziemlich dünn. 

Der Umriss ist durch die stark vortretenden Buckel, die hinter diesen befindliche Einbucht und darauf 
folgenden geradlinigen Verlauf des Oberrandes nach dem Hinterrande zu, und durch den schwach gebogenen 
abschüssigen vorderen Theil des Oberrandes charakterisirt; im Uebrigen ist die Abstutzung am Hintertheile 
und die Falte, die dem Genus zukommt, zu bemerken. 

Im Eimer Einschnitte, nicht 'häufig. Ein Exemplar zeigt eine etwas längere Form. 


Corbula cucullaeaeformis, Dkr. und Koch, s. Nr. 3, p. 115. 
Fand sich einige Male in dem Eimer Batheinschnitte (in der dem Geertzer Vorkommen analogen 
Zone) wieder. 
Venus tenuis, Dkr. und Koch, s. Nr. 3, p. 116. 
Die im Toarcien nicht seltene kleine Muschel ist mit Sicherheit, wenn auch in nicht bedeutender 
Anzahl, im Eimer Einschnitte gefunden, und zwar sowohl als Steinkern, als mit Schale, so dass an der 
Uebereinstimmung sämmtlicher Charaktere nicht zu zweifeln ist. 


Astarte pulla, Römer, Ool. Geb. p. 113, t. 6, f. 27. 
d’Orb. Prodr. I, p. 308. 

Die mit verhältnissmässig wenigen starken und concentrischen "Streifen bedeckte, mit sehr 
deutlichen Zähnchen am Innenrande versehene Muschel hat sich durchgehends im Eimer Einschnitte ge- 
funden und geht, wie es scheint, in die vorige Zone hinab. Obgleich die unteren Bathschichten etwas reicher 
an Stücken dieser Art sind, so war sie doch auch in den oberen Schichten nicht selten. 


Astarte depressa, Mstr., Goldf. t 134, f. 14. 

Quenst. Jura p. 505, t. 67, f. 30 und 31. 

Oppel $. 53, 137. 
A. striato-costata, Mstr., Goldf. t. 134, f. 18. 

— A. Muensteri, Dunker und Koch, Beitr. t. 2, f. 11 und A. exarata ib. t. 2. f. 2. 

Die vollständige Identität der von Goldfuss t. 134, f. 13 gegebenen Abbildung mit Quenstedt's 
Figuren und unseren, ziemlich zahlreich bei Eimen, sonst auch bei Greene und anderen Orts gefundenen 
Exemplaren zwingt uns, dieselbe hierher zu viehen; es lässt sich sogar behaupten, dass sie ein weit 
charakteristischeres Bild giebt, als die t. 134, f. 14 gegebenen Figuren. Auch die Jugendzustände, t. 134, 


f. 18°, stimmen auf’s Genaueste mit den bei Eimen gefundenen kleineren Exemplaren. 
Paläontographica, Bd. XIII, 3. 19 


| 


-— 10 — 


Ebenso stimmen die Originalexemplare der letztangeführten Autoren mit den unseren. 
Eine grosse Flachheit der Schalen und die eigenthümliche, beim fortschreitenden Wachsthum sich 
allmälig verlierende Rippung dürfte nach allen Angaben bezeichnend sein. — 


Isocardia leporina Kloeden, Ziet. t. 62, £. 5. 
Dunker und Koch, Beitr., t. 2, f. 4. 
Indem wir die Genusbestimmung, zu deren Revision uns nicht genug Material vorliegt, aufsich beruhen las- 
sen, constatiren wir nur das”nicht sehr zahlreiche Vorkommen der Art in einer ganz mit der Dunker’schen Abbil- 
dung übereinstimmenden Weise bei Eimen. 


Lueima elegantula, n. sp. 
Taf. 4 (24), Fig. 9, 10. vergrössert. 

Testa rotundato-tetragona, striis coneentrieis tenerrimis sub lente tantummodo perspicuis, Jaminisque distan- 
tibus erectis instructa. Apices acuti, submediani, antrorsum inclinati. Fossula ligamenti lanceo- 
lata profunda, lunula valde excavata. 

12 Millim. lang, 10 hoch, 51), dick. 

Die kleine Lucina ist von der Lucina elegans, Dkr. und Koch (Toarcien ete.) neben der anscheinend 
weit geringeren Grösse (die niemals bei allerdings nur sehr wenigen, aus dem Eimer Einschnitte stammenden 
Exemplaren die obigen Masse überschritt), mit welcher auch die weit feinere Streifung Hand in Hand geht 
(bei L. elegans kommt 1 lamellös- erhabener Streif auf 2 Millim., bei L. elegantula auf dieselbe Länge 3) 
hauptsächlich durch die tiefe Bucht vor den Buckeln unterschieden. Im Uebrigen kommt sie mit der 
L. elegans überein. 


Trigonia costata, Park., Sow. Min. Conch. t. 85. 
Ziet. t. 58, £. 5. 
Goldfuss (Lyrodon) t. 137, f. 3. 
Quenst, Jura, p. 502, t. 67, £. 15. 
Bronn, Lethaea, t. 20. 4. 
— Tr. interlaevigata, Quenst., Jura, p. 503, t. 67, f£. Tund 8, Oppel $. 61, 29. 

Die Befunde des Eimer Einschnittes, in welchem die Tr. costata häufig war, nöthigen uns, uns im 
Allgemeinen dem anzuschliessen, was Goldfuss II, p. 202 sagt: 

„Die Seitenfläche der Schale hat 15 bis 30 glatte, erhabene, concentrische Rippeu, mit concaven, 
olatten Zwischenräumen, welche entweder unmittelbar am Grath des Schildchens ihren Anfang nehmen 
(Fig. 3°), oder von diesem durch eine Rinne (Fig. 3°), oder durch einen breiten Zwischenraum (Fig. 3%) 
getrennt bleiben. Je nachdem sich die Schale unten mehr oder weniger ausbreitet, entstehen die oben 
erwähnten Spielarten, welche gewöhnlich an denselben Orten vorkommen.“ 

Ohgleich nämlich im Eimer Einschnitte die letztgenannte, mit breitem Zwischenraume versehene 
Form (Fig. 3% oder var. triangularis, Goldf.), gleich wie dies Strombeck für die entsprechenden Schichten um 
Braunschweig erwähnt, bedeutend das Uebergewicht hat, so kommen doch entschieden alle 3 Formen vor. 
Einzelne Exemplare sind sogar gefunden, an welchen einerseits ein, wenn auch schmaler Zwischenraum, 


— 4 — 


andererseits nicht einmal eine Rinne existirt. Dazu kommt, dass das ganze Verhalten des Zwischenraumes, 
der am Unterrande bis über '/, der Länge einnehmen kann, während er andererseits gradweis in die schmale 
Rinne übergeht, und der sehr oft an beiden Schalen eines Exemplars ungleich ist, ihn wenig geeignet macht, 
als Artunterschied zu dienen. Wir können daher die von Quenstedt aufgestellte Art Trigonia interlaevigata, 
die nach ihm und Oppel eine höhere Zone charakterisiren soll, als die eigentliche Trigonia costata, durch- 
aus nicht annehmen; um so mehr, da unsere Funde die ältere Ansicht, dass die beiderlei Extreme zusam- 
men vorkommen können, vollständig bestätigt haben. 

Nur in der Beziehung müssen wir von Goldfuss abweichen, dass er angiebt, die Breite des Zwischen- 
raumes richte sich nach der Länge der Muschel am Unterrande; diese steht keineswegs in einem bestimmten 
Verhältniss zur Breite des platten Zwischenraumes, und kommen Fälle vor, wo dieser auf Kosten der Länge 
der Rippen, die dann oft sehr kurz werden, vergrössert erscheint. — 

Die Muschel ist noch an anderen Punkten der Hilsmulde (von uns namentlich noch bei Greene, 
oberhalb Eimen in der Nähe des Einschnittes, bei Holtensen etc.) gefunden, indessen stets nur in Gesellschaft 


von Petrefacten, die auch der Bathzone angehören. 


Trisonia imbricata, Sow. t. 507, f. 2 und 3. 
Morris u. Lycett, Gr. Col. I. (Pal. Soc. 1853) t. 6, f. 8 u. 8° S. 63. 

Die von Morris und Lycett l. c. in Figur 3 abgebildete Trigonia fanden wir in kenntlichen Fra- 
gmenten von etwas geringerer Grösse im Eimer Einschnitte wieder und führen sie unter obigem Namen an, 
da die von Morris und Lycett a. a. ©. p. 62 gegebene Auffassung der Sowerby’schen Abbildung und Be- 
schreibung gewiss nichts gegen sich hat. 


Leda acuminata, Ziet., s. Nr. 3, p. 118. 


Leda aequilatera, Dkr. und Koch, s. Nr. 4, pag. 124. 
Diese beiden kleinen Ledaarten haben sich im Bath von Eimen wieder gefunden, erstere seltener, 
letztere dagesen häufig und in verhältnissmässig grossen (bis 15 Millim. langen) Exemplaren. 


Nucula variabilis, Sow. t. 475, £. 2. 
et, tod, 19. 
d’Orb. Prodr. Et. 11, 254. 
Öppel, $. 61, 41. 
Die durch geringere absolute Grösse, dabei aber auch kürzere Form von der sonst ähnlichen Nucula 
Hammeri, Defr., unterschiedene Muschel kam ebenfalls bei Eimen häufig vor; ausserdem erhielten wir sie 
von Greene (mit Trigonia costata, Astarte pulla, Pholadomya Murchisoni). 


Arca subdecussata, Mstr., Goldf. II, p. 147, t. 123, f. 4. 
Zahlreiche mit Abbildung und Figuren durchaus übereinstimmende Exemplare, meist aber mit ver- 
riebener Oberfläche, fanden sich im Eimer Einschnitte und an anderen Fundstellen der Bathzone. 


19* 


— 12 — 


Cucullaea coneinna, Phill. Geol. of Yorksh. t. 5, 9. 
Morris und Lycett, Gr. Ool. II (Geol. Soc. 1853), p. 50, t. 5, £. 7. 
Goldf. (Arca) t. 123, f. 6, DI, p. 148. 
Quenst., Jura, p. 504, t. 67, f. 15 und 16. £ 
— (. subeoneinna, d’Orb. Prodr. Et. 10, 365. 

Die im Uebrigen sehr zarten Strahlrippen sind vorn und hinten deutlicher, wie sämmtliche Figuren 
und Beschreibungen angeben. Wir fanden das Kennzeichen, das uns wichtig erscheint, an allen Exemplaren 
von nicht zu geringer Grösse und nicht zu schlechter Erhaltung wieder. — Kleine Exemplare waren fast 
überall, wo Bathpetrefacten sich zeigten, namentlich aber durch den ganzen Einschnitt bei Eimen, nicht 
selten; grössere, bis zu 20 Millim., waren minder häufig. 


Cucullaea cucullata, Mstr., s. Nr. 5, p. 126. 
Auch im Bath sehr selten. 


Pinna Buchü, Dkr. und Koch, Beitr. p. 33, t. 2, £. 18. 

Nur einmal fand sich im Eimer Einschnitte ein wohlerhaltenes Exemplar der interessanten Muschel, 
dessen dünne Schale die 6 Längsstreifen an dem dem Schlossrande zugekehrten Theile der Schalen und die 
gebogenen Bauchfalten sehr deutlich zeigt. Der Spitzenwinkel ist etwa = 30°, weicht daher nur sehr 
wenig von dem l. c. angegebenen ab. 


Modiola cuneata, Sow., s. Nr. 5, p. 127. 
Mehrmals in guten und bei 23 bis 25 Millim. Breite und Dicke die Länge von 50 bis 60 Millim. 
erreichenden Exemplaren bei Eimen gefunden. 


Avicula echinata, Sow., t. 243. 
d’Orb. Prodr. I, p. 313. 
Morris und Lycett, Gr. Ool. II (Geol. Soc. 1853), p. 16, t. 2, £. 7. 

Beiderlei Schalen, meist fragmentär, fanden sich im Eimer Einschnitte, zumeist nur in dessen 
oberen Schichten. 

Perna mityloides (Linne) Gmelin, s. Nr. 5, p. 127. 

In einigen Exemplaren fand sich diese Muschel im Eimer Einschnitte wieder. 

Die hin und wieder angegebenen Unterschiede zwischen den Formen des Bath und denen der 
tieferen Schichten konnten uns nicht veranlassen, dieselben specifisch zu trennen, da jene Angaben immer 
nur auf einen Theil der Exemplare Bezug hatten und die an einer und derselben Stelle gefundenen Stücke 
ebenso sehr und in ganz ähnlicher Weise von einander abzuweichen pflegen, als die aus verschiedenen 
Schichten. So haben wir beispielsweise aus dem Eimer Einschnitte Exemplare mit sehr stumpfem, andere 
mit sehr spitzem Winkel zwischen Schlosskante und Vorderrand u. dergl. m. 


Plicatula fistulosa, Morris und Lycett. 
Gr. Ool. p. II. (Geol. Soc. 1853) t. 2, f. 5, p- 15. 
Oppel $. 61, 75. 
Gesellig hin und wieder bei Eimen gefunden; die Unterschalen sitzen auf Holz u. dergl. 


Ob Plieatula tubifera, Lamk. (Anim. sans vertöbres, 2”® &d. tome VII, p. 178), Oppel $. 80, 89, 
synonym ist, lassen wir hier unerörtert, im Gleichen, ob ein Theil der Plicatula armata, Goldf., II, p. 101 f., 
und Quenst. Jura p. 436 (t. 59, f. 17), hierher gehört. Jedenfalls ist darauf aufmerksam zu machen, dass ein 
Theil der Golfuss’schen Plicatula armata sicher hier auszuschliessen ist, indem seine Abbildung (t. 107, f. 5) 
und Beschreibung keineswegs vollkommen passt und er auch den Kimmeridgeclay des Elligserbrinks, also den 
Hilsthon, als Fundstelle angiebt, so dass vielleicht anzunehmen, ihn habe eine Form aus der unteren Kreide 
hauptsächlich bei Aufstellung seiner Art geleitet. 

Es versteht sich, dass bei Bejahung der Identität von Morris’ und Lycett’s Art mit der Lamarck’schen 
der Name des letzteren zu wählen sein würde. 


Östrea Marshii, Sow., s. Nr. 5, p. 127. 

Auch im Eimer Einschnitte und einzeln an anderen Fundstellen von Bathpetrefacten fand sich diese 
Austernart vor. 

Ostrea Knorrü, Voltz, Ziet. t. 45, f. 2. 
Quenst., Jura, t. 66, f. 37 bis 42. 
Oppel S. 61, 78. 

Häufig im oberen Theile des Eimer Einschnittes, seltener in den tieferen Schichten desselben. Ob 
die Art, wie die meisten Autoren wollen, wirklich specifisch von Ostrea costata, Sow., ‘Min. Conch. t. 488, 
f. 3, Goldf. t. 72, f. 8°, verschieden ist, lassen wir hier unerörtert; jedenfalls haben wir keine Exemplare 
gefunden, die nicht die Charaktere O. Knorrii gezeigt hätten. 

Diese ist bekanntlich oft als Leitfossil unserer Bathschichten angegeben. Meist ist sie klein 
und sitzt nur mit der Spitze der Unterschale fest, doch kommen auch ganz aufgewachsene Individuen vor, 
an denen dann öfter die Unterschale flach wird und die Rippung sich etwas verwischt. Die Exemplare, 
welche diese Eigenthümlichkeit zeigen, sind theilweis verhältnissmässig gross; eins unter denselben erreicht 
die Grösse von 30 Millim. Länge bei nicht viel geringerer Breite. — Hierher möchten wir auch die von 
Morris und Lycett als Ostrea subrugulosa (Gr. Ool. II, p. 4, t, 1, f. 6) bezeichnete Form rechnen. 

Die nur mit der Spitze der Unterschale festsitzenden Individuen werden nur selten etwas grösser, 
als die eitirten Abbildungen sie geben, doch sind deren Unterschalen häufig sehr tief gewölbt. 


Terebratula perovalis, Sow., s. Nr. 5, p. 127. 
Nur einmal im Eimer Einschnitte gefunden. 


Rhynchonella varians, Schloth. (Terebratulites), p. 267. 
L. von Buch (Terebratula). 
Zieten t. 42, f. 7, p. 57 (dergl.) 
Oppel S. 61, 98. 
= Rh. Zieteni d’Orb. Prodr. Et. 11, 348. 
Im Eimer Einschnitte, in den oberen Schichten etwas zahlreicher, allein im Ganzen nicht häufig. 


Serpula convoluta, Goldf. I, t. 67, £. 14. 
Auf einer Trigonia costata, Park., im Eimer Einschnitte gefunden. 


ca 


Eugeniacrinus annularıs, Römer. 
Ool. Geb. t. 17, f. 34. 
d’Orb. Prodr. Et. 10, 520 (Cyeloerinus). 
Nur ein einziges Stielglied ist uns aus dem Batheinschnitte bei Eimen bekannt geworden. 


Fossiles Holz fand sich in der Bathzone im Ganzen etwas sparsamer, als in der vorigen Schichten- 
gruppe; auch zeigen die uns zugegangenen Stücke zum Theil eine andere Beschaffenheit, indem sie denen 
aus der Amaltheenzone ähnlich sind, nur in der Regel diese an Grösse etwas übertreffen. Wir bezeichnen 
die Stücke des Bath daher theilweis als Coniferenholz, theilweis dagegen als Monocotyledonenholz. 

Von Wirbelthieren fanden wir auch in der Bathgruppe nichts; jedoch sind uns mehrere Fragmente 
von Krebsen (Decapoden), meist Scheerenstücke, zu Gesicht gekommen, die bis jetzt nicht näher bestimmt 


werden konnten. 


Vebersichtstabelle 
der 
Verbreitung der im südöstlichen Theile der Hilsmulde gefundenen Petrefacten des Toareien und Unteroolith 
(von den Posidonienschiefern bis zum Bath). 
EEE a PURE Pa EEE EEE ES BEER EOP WERE BREERPSVO TER SPEER TOP ReETEPENNR PEN BE NDR U EBENEN VS BOECREDERT BR TO PER ee EEE 


Toarcien. | Umveraobett, Toarcien. |  Unteroolith. 

Aa I2;| 8 18: ER | | 8 
Genus und Species. |#3 |&s | 88| 2 33 ; Genus und Species. | : : 
|: |5:|8|85 5 N a ıe5| 8 
ae 187 \23| 8 ä5 “2 s ge |, A 

rar = SENDEN Se SEBE:| 

5 } | 
Belemnites irregularis 1 1 - | —|—-|- | Cerithium eariniferum —ı 1 ann 
„ tripartitus — 1 — _ _ — ii  „ vetustum u 1| — _ — 1 
„ eompressus _ 1 1 — ı — | — 2 Chenopus subpunctatus _ ee a I 
„  brevis —ı, 1 1 — _ De; „ gracilis —_ 112. m en 3u 
„ subelavatus —ı 1 _ _-—|-|1-; „ eoncavus = a — | 1 
„ giganteus — | — ee — ' Dentalium elongatum = 1 | - | -— 1 
u canalieulatus | N 1 1 1 „ entaloides -—|i- | —- | — | — 1 
subhastatus || -|- | 1 (Summa Gastropoden —u 12} ee Mer 7) 
Nautilus toarcensis a 1 — | — | — :[, Pholadomya transversa — 1 1. — 
„„ subtruncatus ||| — 1l 1 „ Murchisoni — al le 1 
Ammonites heterophyllus | 1 — || | || „ oblita - | —- | - | —- | - J 
A fimbriatus 11l—ı—- | —- | —|—:  „,Dunkeri re N a 1 
„ Jurensis — 'ı1|- | - | — | — | Goniomya subearinata — 1 - | - I -| — 
„ Interruptus —_ 11l—- | —- | —- | — „ litterata — 7 =, — || =, — 1 
„ hireinus _ 1 — | — ı — , — [| Pleuromya unioides Ra — \ı- | — 
„ insigni similis n= il — | —- | —- | — 36 „ exarata —ı 1 are 
„ radians 1 1 — | — | — | — :'% „ donacina | 1 1 
„» borealis 1 —ı — | — | — | — || Gresslya abdueta —ı 1 1 1 il 1 
„ Iythensis a — | — | — | — | — | Thracia Römeri _ 1 le 
„ opalinus — lag — | ln | „. Eimensis el 
„ alfinis —_ 17.17 — ) —_ 2318 Corbula eueullaeaeformis| — 1 11 — —_ L 
„ Aalensis -—|-ı1|-|-|- | Astarte Voltzii Se En nen 2 VE 
„» Sowerbyi —_—ı—o 1 -|—-| — „ subtetragona 1 il —- i-|-|-— 
„» fuseus . el a E e 13 & depressa I 1 
„ subdiseus | la mas apalla —-—|-|-|- | — 1 
» Blagdeni le | = 1 ı — | — :R Lueina elegans I 12.| — | 1 Pr 
> Hymphriesianus _— | — 1 — 1 = — |  ,„ elegantula — 1 ll — —_ 1 
» Gervillei — | — 1 | — | — !R Cardium striatulum Bi 1 1| — — = 
„ anceps -|- | —- | —- | -— 1 | Isocardia leporina - | —- || - | 1 
„ Parkinsoni —-|ı- | | — 1 1 | Taneredia dubia _ 1! le Re 
»  Württembergieus ze a er En | 1 :| Cyprina trigonellaris _ 1 — | -|- | — 
„ polymorphus -- —_ —_ — en : Venus tennis es 1 1 ae — ln 
„ communis 1lı—ı-|- |-— | -— | Trigonia Navis u 1 HZ —_ 
„ anguinus il -—ı-|l-|—-|-3 „ costata u _-— ||| 1 
„» Procerus = — | — 1 | _,„. imbricata —-— || | | — 1 
„ eurvicosta — Il — — | — —_ 1 5 Eeda acuminata _ 1 1 — | — f' 
tenuiplieatus a Ze | er — al 28 „ aequilatera _ —_ 1 1 _ 1 
(Summa Cephalopoden 8 12 6 5 4 12) RE „ lacryma u u 1 u 
Turbo duplicatus — | 1 1 _-—ı-|— Nucula Hammeri at 1 N — 
Pleurotomaria Aonis —_—ı — 1 1 — + I „ subglobosa — late: -ı-|- 
„ elongata a 1 a er vaniabilis -—|i-|-|-|— 1 
„ Palaemon — I —- | - | — | — | 1 iR Area elegans — !'1|-|- | —- | — 
„ fasciata -—ı | | - | — abe; „ liasina el ne | em le 
Euomphalus minutus _ 1 — | — | — | — :R _„ subdeeussata -|-|-|-|- 1 
Hydrobia Wilkeana _ it — ie 1  Cucullaca eaneellata —-—|i—ı 1 1 _—|ı— 
Actaeonina subglobosa —_ 1 —-Il—-|ı- | — „ eueullata N 1 E 1 
„ variabilis _ 1 —|—-— | - | —- „ eoneinna — || | — 1 
„ mitraeformis ll — | — | — | — & Pinna Buchii - | - | — I —- | — 1 
„ pulla _-—ı-|- | - | — 1 Modiola minima - '1|I- | - | -| —- 
Turritella elongata E= il —_ _-—ıi-|-% „ euneata -—|1-|— 1 — 1 
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Toarcien. '  Unteroolith. ß 8 Toarcien. |  Unteroolith. 

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Genus und Species. [55 |33 | 38 | 3 |3: z ‚| Genus und Species. BETH BE 
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Posidonomya Bronnii 1 1 _ | — | — | — |]; Ostrea explanata | —-—I-!-|]1 —_ | 
Avicula substriata 1 1Il-|-—-|- | -— || „ Knorri ——i—-| —- | — | — 1 
„ echinata -—| | | zn 1 : (Summa Conchiferen 4 27 | 14 | 10 2 28) 
Gervillia tortuosa _ 1 | -|-|- ‚| Terebratula perovalis —|I-|-)|1 — 1 
„ acuta en _ 1... |. — — ‘| Rhynehonella acutieosta | — —_ u 1 —|— 
Inoceramus undulatus 1 1 | —- — ah „ varlans —_ _ — | — _ 1 
„ Ppolyplocus an 1 1 _ — I (Summa Brachiopoden _ _ — | 2 = 2) 
Perna mityloides —|—-|- | 1 _ 1 ‘|; Serpula quadrilatera || -|1 — | — 
Plicatula fistulosa —ı rl, 1  ,„ convoluta — —- 72 22 — 1 
Peeten pumilus — 1 — | — | — | — }Pentaerimus erista galli | — | 1 —_ | - 
„ textorius _ 1 — | — | — | — ı Eugeniacrinus annularis | — -- | - | — | — il 
Ostrea Marshii —-—|—| —-|[| 1 — 1 ‚ Summa Nichtmollusken ran 2 — 2) 
ll 


Summa sämmtlicher Petrefaeten: 119 Species. Summa der Arten im Posidonienschiefer 12, in der Zone der 
Trigonia Navis 51, in der Zone der Pleuromya exarata 21, in der Coronatenzune 21, in..der Zone des Ammonites Parkin- 
soni 6, im Bath 51. 

Dem Toareien eigen 55 Species (21 Cephalopoden, 10 Gastropoden, 24 Conchiferen), dem Unteroolithe 55 Species 
(16 Cephalopoden, 7 Gastropoden, 25 Conchiferen, 3 Brachiopoden, 4 Niehtmollusken), gemeinsam 9 Species (2 Gastropoden, 
7 Conchiferen), 

Im Toareien sind auser obigen gemeinsamen Arten 15 Species (5 Cephalopoden, 1 Schnecke, 9 Conchiferen) meh- 
reren Zonen gemeinschaftlich, 45 auf eine Zone beschränkt, darunter 6 auf die Schiefer, 29 auf die untere und 5 auf 
die obere Zone des Ammonites opalinus, 

Im Unteroolith sind 10 Speeies (darunter 4 Cephalopoden) mehreren Schichten gemeinsam, davon 6 (mit1 Cepha- 
lopoden) ganz durchgehend, 45 sind auf eine Zone beschränkt, davon 10 auf die Coronatenzone, keine auf die Mittelzone, 
35 auf das Bath. 

Von den 9 gemeinsamen Species gehen 6 (2 Gastropoden, 4 Conchiferen) von den Schichten der Trigonia Na- 
vis bis zum Bath hinauf, 1 Conchifere von den Schichten der Pleuromya bis zum Bath, 1 von den Schichten der Trigonia 
Navis und 1 von denen der Pleuromya exarata nur bis zu der Coronatenzone. — Dabei ist zu bemerken, dass sich hin 
und wieder bis zulezt noch Arten aus benachbarten Zonen an Stellen fanden, wo sie bisher nicht entdeekt waren; wir 
vermuthen, dass bei noch weiter fortgesetzter Untersuchung die Zahl der durch mehrere Schichten reichenden Arten noch 
vergrössert wäre, worauf wir auch an einzelnen Stellen bereits hindeuteten. 

Die im zweiten Theile zu Eingang abgehandelten 11 Species der Amaltheenzone des Lias sind in dieser Ue- 
bersichtstabelle unberücksichtigt gelassen. x 


A:w.h’an €, 


Da eine kurze Beschreibung der auf Taf. 24, Fig. 22 und 23 vergrössert abgebildeten kleinen 
Theeidea Greenensis im zweiten Theile dieser Abhandlung nicht gegeben ist, so mag sie hier am Schlusse 
derselben noch ihren .Platz finden. . 
Thecidea Greenensis n. sp. 

Valva inferior orbieularis valde concava, crassiuscula, subrugosa, intus confertim costulata, marginem versus 
striato-granulata, dentibus caudinis prominulis munita. Valva superior deest. 

Von dieser kaum 6 Millim. langen und breiten kleinen Thecidea fanden wir nur ein Exemplar 
einer ziemlich wohl erhaltenen Ventralschale in dem Kalksteine am Kluskampe bei Greene, der dort die 
Hauptmasse des oberen Oxford ausmacht. Ueber die Oberschale lässt sich daher nur sagen, dass sie jeden- 
falls den wellenförmigen Vorsprüngen und Einschnitten der Arealbegrenzung der Unterschale analoge Theilun- 
gen der Brachiallobeneindrücke hatte, ähnlich etwa wie Theeidea digitata, Sow., aus der Kreide, 


Druck von G. Pätz in Naumburg. 


Beiträge zur Paläontologie 


der 
Jura- und Kreide-Formation im nordwestlichen Deutschland 


Dr. U. Schloenbach. 


I. Ueber neue und weniger bekannte jurassische Ammoniten. 


Die Wichtigkeit der Ammoniten für die genaue Altersbestimmung der Schichten in der Juraformation 
ist so allgemein anerkannt, dass ein Versuch, einen Beitrag zu deren Kenntniss und genauerer Unter- 
scheidung zu liefern, der weiteren Rechtfertigung wohl kaum bedarf. Gerade aus unseren norddeutschen 
Juraschichten ist aber, obgleich der Petrefacten - Reichthum derselben wohl dem der meisten anderen Jura- 
gebiete nicht nachsteht, bisher nur eine verhältnissmässig geringe Zahl von Arten dieser so überaus zahl- 
reichen Gattung nachgewiesen, namentlich wenn man Listen wie die von Orbigny und Oppel gegebenen 
zum Massstabe nimmt. 

Seit einiger Zeit habe ich den jurassischen Cephalopoden eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet, 
und hatte ich dadurch schon vor zwei Jahren die Freude, neben einer Anzahl bekannter Arten auch eine 
Reihe theils ganz neuer, theils aus unserer Gegend noch nicht angeführter Ammoniten im mittleren Lias 
des nordwestlichen Deutschlands nachzuweisen. — Seitdem haben namentlich auch Seebach und Brauns in 
ihren unten noch öfter zu erwähnenden vortrefflichen Arbeiten zahlreiche Beiträge zur Kenntniss der nord- 
deutschen jurassischen Ammoniten bekannt gemacht, und wenn es mir dennoch nach diesen gelungen sein 
sollte, in dem nachstehenden Aufsatze noch einiges Interessante und Neue über mehrere Arten mitzutheilen, 
so ist mir das in vielen Fällen nur durch die anerkennungswerthe Gefälligkeit mehrerer paläontologischer 
Gönner und Freunfle möglich geworden, welche mir zum Zweck dieser Arbeit sowohl die Durchsicht ihrer 
schönen und lehrreichen Sammlungen gestatteten, als auch viele einzelne besonders interessante und werth- 
volle Exemplare daraus zur genaueren Vergleichung und Untersuchung bereitwilligst mittheilten. Ich bin 
in dieser Beziehung besonders den Herren Vicomte d’Archiac zu Paris, F. Beckmann zu Braunschweig, 
Professor Dunker zu Marburg (Hessen-Cassel), Dr. Griepenkerl zu Königslatter (Braunschweig), 
Oberhüttenmeister Grumbrecht zu Ocker bei Goslar (Hannover), Kammerrath Grotrian zu Braun- 
schweig, Salinen-Inspector Grotrian zu Schöningen (Braunschweig), Professor E.H&bert zu Paris, Berg- 
rath A.Roemer zu Clausthal (Hannover), Senator H. Roemer zu Hildesheim (Hannover), L. Saemann zu 

Palaeontographica, Bd. XIII, A. a 


— 18 — 


Paris, Bergrath Schuster zu Goslar, Hüttenmeister Stern zu Ocker bei Goslar (Hannover), Kammerrath von 
Strombeck zu Braunschweig, Triger zu Mans (Sarthe-Dept.), Forstmeister von Unger zu Seesen (Braun- 
schweig), Oberförster Wagener zu Langenholzhausen (Lippe) bei Rinteln an der Weser zu grossem Danke 
verpflichtet. Manche lehrreiche mündliche und schriftliche Mittheilung über diesen Gegenstand verdanke ich auch 
meinen früheren hochverehrten Lehrern, den Herren Professoren Beyrich in Berlin und Oppel in München, 
denen ich meinen aufrichtigsten Dank dafür hiermit öffentlich auszusprechen mir nicht versagen kann. — 

Neben möglichst bestimmter Feststellung der Arten und Varietäten ist mein Hauptbestreben auch 
darauf gerichtet gewesen, die einzelnen Arten in ihrer oft sehr eigenthümlichen Entwickelung je nach den 
verschiedenen Altersstufen zu verfolgen. Wenn ich in ersterer Beziehung hinsichtlich mancher Arten zu 
Resultaten gelangt bin, welche von den in den Arbeiten von Seebach und Brauns niedergelegten abweichen, 
so darf ich wohl für mich zunächst anführen, dass das von mir untersuchte norddeutsche Material durch- 
schnittlich bedeutender sein dürfte, als dasjenige, welches den Untersuchungen der beiden genannten Autoren 
zu Grunde liegt. Von manchen der unten besprochenen Arten, z. B. von Ammonites geometricus Opp., 
Sauzeanus Orb., curvicornis U. Schloenb., affınis Seeb., ferrugineus Opp., Württembergicus Opp., Parkinsoni 
Sow., psilodiscus sp. nov., subradiatus Sow., tenuiplicatus Brauns u. s. w., sind mir Hunderte von Exemplaren 
durch die Hände gegangen. Dadurch vorzugsweise ist es mir möglich geworden, in den meisten Fällen mir 
eine ziemlich sichere Ansicht über die zuweilen sehr schwierige Frage zu bilden, was man als Art, was 
als Varietät zu betrachten habe. Sodann sind mir noch zwei andere Umstände für die sichere Artbestimmung 
vom wesentlichsten Nutzen gewesen; nämlich einmal, dass ich Gelegenheit gehabt, von vielen der unten 
angeführten Arten, namentlich von den zuerst aus Schwaben und aus Frankreich beschriebenen, mir schwä- 
bische und französische Typen zu verschatilen oder solche wenigstens zu untersuchen, und zweitens, dass ich 
in vielen Fällen die Origimal-Exemplare der Arten selbst vergleichen konnte, besonders die in den grossen 
paläontologischen Sammlungen zu München, Berlin, Hildesheim (Roemer) und Paris befindlichen. — 

Wie wichtig aber die vergleichende Betrachtung der nach der jedesmaligen Altersstufe verschiedenen 
Formen der Ammoniten-Arten ist, ergiebt sich schon aus der Thatsache, dass in vielen Fällen, wo eine 
solche aus Mangel an geeignetem Material unmöglich war oder aus anderen Gründen unterlassen wurde, 
Irrthümer vorgekommen. sind; ich erinnere in dieser Beziehung nur an das bekannte Verhältniss zwischen 
Ammonites Bronni Roem. und Jamesoni Sow., concavus Roem. und cordatus Sow., polymorphus Qu. und 
hybrida Orb. u. s. w. — Auch zu diesem Zwecke ist die Untersuchung eines möglichst grossen Materials 
und möglichst vollkommener Exemplare unerlässlich, und haben mich dazu namentlich auch die in der 
neuesten Zeit bei den braunschweigischen Eisenbahnarbeiten am Hils gemachten reichen und schönen Erfunde 
in den’Stand gesetzt. x 

Eine grosse Anzahl der den nachstehenden Bemerkungen und Beschreibungen zu Grunde gelegten 
und ein nicht unbedeutender Theil der auf den beigegebenen Tafeln abgebildeten Ammoniten sind von 
meinem Vater und mir selbst in den letzten Jahren gesammelt und werden in unserer Sammlung auf- 
bewahrt; wo dies nicht der Fall ist, habe ich die Sammlung, welcher dieselben entlehnt sind, stets aus- 
drücklich angegeben. 

Es ist hier nicht der Ort, mich eingehender über die Unterscheidung und Reihenfolge der Schichten 
in der norddeutschen Juraformation auszusprechen; ich behalte mir dies für spätere Zeit vor. Indessen 
wird man auch im Nachstehenden schon manche Andeutungen finden, wie die verticale Verbreitung ver- 


— 19 — 


schiedener Ammoniten vielleicht zu schärferen Begrenzungen und minutiösen Unterscheidungen der Schichten, 
als solche bisher bei uns durchgeführt sind, benutzt werden könnte. 

Die Reihenfolge, in welcher die verschiedenen Arten nach einander besprochen sind, fällt mit ihrer 
geognostischen Altersfolge zusammen, und zwar in der Weise, dass Ammonites Johnstoni Sow., welcher als 
ältester Ammonit im norddeutschen Lias auftritt, den Anfang, Ammonites Gravesanus Orb. aber, welcher mit 
Ammonites gigas Ziet. in den jüngsten Schichten des oberen Jura liegt, den Beschluss macht. 

Hinsichtlich der künstlerischen Ausführung der Abbildungen, welche mein erster Versuch im Litho- 
graphiren derartiger Gegenstände sind, bitte ich um geneigte Nachsicht; sie haben so wenigstens das Gute, 
dass für ihre Genauigkeit eingestanden werden kann. 

Zur bequemeren Orientirung folgt ein alphabetisches Verzeichniss der hauptsächlichsten nachstehend 
citirten geognostischen und paläontologischen Schriften, nebst Angabe der dafür gebrauchten Abkürzungen: 


Brauns 
Brug. 
Buch 
Defr. 
Dkr., Pal. 


 Gieb. 
Hauer, Ceph. 


Hauer, Capr. 


Hauer, Pal. Not. 
Hauer, Medolo 
Koch u. Dkr. 
Kudern. 

Morr. u. Lye. 


Opp., M. Lias 
Opp-, Juraf. 


Opp., Pal. Mitth. 


Orb., Terr. jur. 


Orb., Prodr. 
Phill., Yorksh. 
Qu., Flözg. 


Brauns, Stratigraphie und Paläontographie des südöstlichen Theils der Hils- 
mulde, 1865. 

Bruguiere, Lamarck et Deshayes, Encyclopedie methodique ou par ordre 
des matieres, ete. 1789—1832. 

L. von Buch, Recueil de Planches de Petrifications remarquables, 1331. 
Defrance, Tableau des corps organises fossiles, 1324. 

Dunker, über die im Lias bei Halberstadt vorkommenden Versteinerungen. 
gedruckt im 1. Bande der Palaeontographica, 1846—1348. 

Giebel, die Cephalopoden der Vorwelt. 

F. von Hauer, die Cephalopoden aus dem Lias der nordöstlichen Alpen, aus dem 
11. Bande der Denkschr. d. kais. Akad. d. Wissensch. 

F. von Hauer, Beiträge zur Kenntniss der Capricornier der österr. Alpen, aus dem 
Jahrg. 1854 der Sitzgs.-Ber. d. math.-naturw. Classe d. kais. Akad. d. Wissensch., 
13. Ba. ; 

F. von Hauer, paläontologische Notizen aus dem Jahrg. 1857 derselben Sitzgs.- 
Ber., 24. Ba. 

F. von Hauer, über die Ammoniten aus dem sogenannten Medolo etc., aus dem 
Jahrg. 1861 derselben Sitzgs.-Ber., 44. Bd. 

Koch und Dunker, Beiträge zur Kenntniss des norddeutschen Oolithengebirges 
ete., 1837. 

Kudernatsch, die Ammoniten von Swinitza, aus dem 1. Bde. der Abhdlgn. d. k. k. 
geol. Reichsanst., 2. Abth., 1852. 

Morris und Lycett, a Monograph of the Mollusca from the Great Oolite, I. Part, 
Univalves, 1851. 

Oppel, der mittlere Lias Schwabens, 1353. 

Oppel, die Juraformationen Englands, Frankreichs und des südwestl. Deutschlands, 
1556—1858. 

Oppel, Paläontologische Mittheilungen, 2 Bde. 1862— 1364. 

A. d’Orbigny, Paleontologie francaise, Terrains jurassiques, Cephalopodes, 1842 — 
1347. 

A. d’Orbigny, Prodrome de Paleontologie stratigraphique universelle, 1850. 
Phillips, Illustrations of the Geology of Yorkshire, 1836. 

Quenstedt, das Flözgebirge Württembergs, 1843. 


Ab- 


20* 


Qu., Ceph. 
Qu., Jura 


Roem., Ool. u. Nachtr. 


Rein. 
Sandb. 


U. Schloenb. 


Seeb. 
Sow. 
Stromb. 


Waagen 
Wagener 


Yg. u. Bd. 
Ziet. 


—- 10 — 


—= Quenstedt, Petrefactenkunde Deutschlands. I. Die Cephalopoden, 1846— 1849. 


= F. Sandberger, 


Quenstedt, der Jura, 1856—1858. 


A. Roemer, die Versteinerungen des norddeutschen Oolithengebirges, 1836; Nach- 


träge dazu, 1839. 
Reinecke, Maris protogaei Nautili et Argonautae, 1818. 


dem 5. Bde. der Würzburger naturw. Zeitschr. 


Beobachtungen im mittleren Jura des badischen Oberlandes, aus 


= U. Schloenbach, über die Gliederung des Lias im nordwestlichen Deutschland, aus 
dem Jahrg. 1863 des neuen Jahrb. für Mineralogie ete.; und über den Eisenstein 
im mittleren Lias des nordwestlichen a aus d. Zeitschr. d. deutsch. geol. 


Ges., 15. Bd., Jahrg. 1863. 


— UN SER der hannoversche Jura, 1864. 

= Sowerby, Mineral Conchology of Great Britain, 1312—1829. 
= A. von Strombeck, über den oberen Keuper der Gegend von Braunschweig, aus 
a. Zeitsch. der deutsch. geol. Ges., Jahrg. 1852, Bd. 4, und: der obere Lias und braune 


Jura bei Braunschweig, aus derselben Zeitschr., Jahrg. 1853, Bd. 5 


= Waagen, der Jura in Franken, Schwaben und der Schweiz etec., 1864. 
Wagener, über die Liasschichten der Thalmulde von Falkenhagen im Lippe’schen, 


aus den Verhandl. des naturh. Vereins d. preuss. Rheinlande und Westf. 


1860. 


= Young und Bird, a geological Survey of‘the Yorkshire Coast, 1834. 
= (. H. von Zieten, die Versteinerungen Württembergs, 1330—1833. 


Salzgitter (Hannover), im April 1865. 


U, Schloenbach, 


‚ Jahrg. 


1. Ammonites Johnstoni Sow. und 


2. Ammonites laqueolus sp. nov. 


Im Jahre 1847 beschrieb Dunker aus dem unteren Lias von Halberstadt unter dem Namen 
Ammonites raricostatus (Ziet.) einen Ammoniten, welcher seither von den meisten Autoren irrthümlich mit 
Ammonites Johnstoni Sow. — psilonotus plicatus Qu. vereinigt wurde. Derselbe ist Pal. I, p. 114, t. 13, 
f. 21 und t. 17, £. 1 gut beschrieben und abgebildet, so dass ich nach den mir vorliegenden Exemplaren 
nur wenig hinzuzufügen habe. Die erste oder die beiden ersten Windungen sind glatt; erst bei der zweiten 
oder dritten beginnen die Rippen. Die stumpfen, gerundeten, halbmondförmig gekrümmten und nach vorwärts 
geneigten Rippen sind nicht immer gleieh stark und gleich weit von einander entfernt. Die fast kreisrunden Win- 
dungen greifen sehr wenig über einander, so dass der Ammonit mit einem spiralig in einer Ebene aufgewickelten 
Stricke Aehnlichkeit hat; daher sind auch die Nähte zwischen den Windungen sehr tief. — Die Dimensionen eines 
der mir vorliegenden Exemplare dieser Art, für die ich den Namen Ammonites laqueolus vorschlage, und eines 
grossen Ammonites Johnstoni von Tübingen aus der Sammlung des Herrn Hüttenmeister Stern sind folgende: 


ERIZARIGHERFONVÜUNBENNE: Seo aa ee am NZ Ze re. 
Ganzer Durchmesser des Gehäuses . . . -. » . . . 85Mm. 111 Mm. 
WUSRERGESNAhBISe TEN Ne REN SR ZD  E LANRS 
Höhe des letzten Umgangs in der Windungsebene . . 17 „ 20 „ 
= ee = ei von der Naht biszum Rücken 18 „ 23 „ 
e Ra yorletzten? ;; von der Naht bis zum Rücken 12!,,, 14 „ 
Grösste Dicke des letzten Umgangs . . . .... 21 „ 138 „ 
= > „ vorletzten ‚, Rn ERNEST FREE LERNEN 
Nicht involuter Theil des vorletzten Umgangs . . . 10 „ 1 ,„ 
55 > ” „ wvorvorletzten , SER EERUEL IR, On 
Ar er »  »„ dann folgenden ,„, RANG, Un 
Zahl der Rippen auf dem letzten Umgang . . . . . DOFRTEDOM ER 
vorletzten „, a ER RSS AD, 


” ” ” ” ” 


Bemerkungen. Der mit Amm. Johnstoni verwechselte, von Dunker als raricostatus beschriebene 
Amm. laqueolus erinnert einerseits durch manche übereinstimmende Kennzeichen an die genannte englische 
Art, während er sich in anderen Beziehungen sehr dem Amm. laqueus Qu. (Jura p. 43, t. 3, f. 5) nähert 


a 


Indessen zeigt unsere norddeutsche Art sich in ihren von jenen beiden abweichenden Merkmalen sehr con- 
stant. Von Amm. Johnstoni zunächst ist sie durch die viel dickere Form und den weniger gleichmässig 
gerundeten, stumpf gekanteten Rücken, so wie durch die in allen Altersstufen stärker hervortretenden, nach 
vorn gebogenen Rippen leicht zu unterscheiden, namentlich wenn man beide in deutlichen Exemplaren neben 
einander halten kann; auch die Involution ist bei Amm. laqueolus noch geringer, als bei Johnstoni. Die 
stärkeren Rippen, so wie die grösseren Zwischenräume zwischen denselben trennen Amm. laqueolus auch 
von Amm. laqueus Qu., welchem er übrigens ausserordentlich nahe steht; ich halte es daher auch nicht für 
unmöglich, dass sich durch weitere Funde von schwäbischen Exemplaren des Amm. laqueus, den Quenstedt 
1856 bei Aufstellung der Art nur in einem Exemplare kannte, entweder Uebergänge zum norddeutschen 
Amm. laqueolus nachweisen lassen könnten, oder dass ersterer sich als eine abnorme Form des letzteren 
herausstellte. Jedenfalls aber möchte ich bis dahin unsern Amm. laqueolus für eine genügend charakterisirte, 
leicht erkennbare Art halten, welche sich nicht, wie es Dunker früher gethan hat, mit dem echten Amm. 
raricostatus Ziet. vereinigen lässt; es fehlt ihm der den letzteren stets charakterisirende deutliche Kiel; die 
beim Amm. raricostatus Ziet. scharfen, geraden Rippen sind hier gerundet, stehen weniger entfernt und 
sind stark nach vorn gebogen; die beim ersteren eckige, oft fast ein breites Rechteck bildende Mundöffnung 
ist hier fast kreisrund u. s. w. Auch Herr Professor Dunker selbst hat, wie er mir mittheilte, die Ansicht, 
dass die Art von Halberstadt mit der genannten Zieten’schen ident sei, längst aufgegeben. — Viel näher 
steht Amm. laqueolus einer Art, welche A. d’Orbigny unter dem Namen Amm. torus beschrieben hat und 
die nach ihm mit Gryphaea arcuata vorkommen soll. Von den meisten deutschen Autoren ist diese Art mit 
dem tieferen Amm. Johnstoni identifieirt, was mir bei genauer Vergleichung meiner zahlreichen schwäbischen 
und norddeutschen Exemplare des letzteren mit der Abbildung Terr. jur., t. 53, nicht ganz unbedenklich 
erscheint. Dagegen halte ich unsere Art von Halberstadt von der französischen namentlich durch das 
raschere Zunehmen der Windungen, deren bei gleichem Durchmesser und grösserer Dicke des Gehäuses 
Amm. laqueolus nur 7 zählt, während Amm. torus deren bereits 9 hat, für sicher speeifisch verschieden. 
Weitere Unterscheidungsmerkmale finden sich in der Berippung; während Orbigny bei seiner Art auf einer 
Windung 30 gerade, nach vorn gerichtete Rippen bei flachem, glattem, rundem Rücken zählt, zeigt Amm. 
laqueolus bei gleicher Grösse deren 50 ziemlich stark gekrümmte, nach vorwärts gerichtete, die auf dem 
stumpf dachförmigen Rücken allerdings schwach werden, aber sich doch fast immer noch deutlich verfolgen 
lassen, und in der Mitte desselben unter einem mit der Spitze nach vorn zeigenden Winkel zusammen- 
treffen. Die Loben beider Ammoniten scheinen ebenfalls verschieden zu sein, doch konnte ich solche nur 
bei kleinen Exemplaren des Amm. laqueolus beobachten. Auch die Lagerstätte der französischen und der 
norddeutschen Art scheint nicht übereinzustimmen, da Gryphaea arcuata Lam., die Begleiterin des Anm. 
torus, sich sowohl bei Halberstadt, als bei Exten stets nur in höheren Schichten findet, als Amm. laqueolus. 

Ammonites laqueolus liegt mir in einer Anzahl deutlicher Individuen vor, die verkalkt bei Halber- 
stadt (preuss. Prov. Sachsen), in einem Thoneisensteins-Knollen bei Salzdahlum (Braunschw.) und verkiest 
bei Exten unweit Rinteln (Hessen-Cassel) gefunden wurden. Die Original-Exemplare des Amm. raricostatus 
Dkr. von Halberstadt und das grosse Prachtexemplar von Salzdahlum wurden mir durch die dankens- 
werthe Gefälligkeit der Herren Prof. Dunker und resp. F. Beckmann zu Braunschweig zur Untersuchung anver- 
traut. — Das Hangende und Liegende der Schicht, in welcher die Art bei Halberstadt vorgekommen ist, 
sind, wie der Fundort selbst, jetzt leider nicht mehr aufgeschlossen und liessen sich auch früher in Bezug 


- 13 ° — 


auf ihr geognostisches Alter nicht mit Sicherheit feststellen, da Petrefacten darin nicht gefunden wurden. 
Die Schicht selbst aber gilt ziemlich allgemein als Aequivalent der Zone des Amm. angulatus, da zahlreiche 
aus derselben beschriebene Versteinerungen mit solchen übereinstimmen, welche an andern Orten in dieser 
Zone sich finden. Amm. angulatus selbst ist bei Halberstadt selten, und zwar gehört das einzige 
Exemplar, welches ich von dort gesehen (in der Sammlung des Herrn Kammerraths Grotrian in Braunschweig), 
einer Form an, welche bei diesem Ammoniten nicht gewöhnlich ist. Dieselbe hat nicht involute, ziemlich 
niedrigmündige Windungen, so dass die Mundöffnung kaum weniger breit als hoch ist; die Rippen sind 
hoch und scharf, stehen ziemlich entfernt, beginnen an der Naht, indem sie sich anfangs etwas nach rück- 
wärts wenden, und nehmen erst in der Nähe des Rückens, dessen Höhe sie nicht ganz erreichen, die Rich- 
tung nach vorn an; eine Furche ist auf dem Rücken nicht vorhanden, vielmehr ist derselbe glatt und rund 
gewölbt. Diese Form hat Aehnlichkeit mit Qu. Jura, t. 3, f. 1, der aus den tiefsten Schichten des Lias 
mit Amm. planorbis stammen und sich durch aussergewöhnlich niedrige Mündung auszeichnen soll; Oppel 
(Pal. Mitth. I, p. 131 Anm.) gründet auf diese Abbildung eine neue Art unter dem Namen Amm. subangu- 
laris, über deren Werth ich kein Urtheil habe. Neben den typischen Formen, in welchen Amm. angulatus 
in grosser Menge in den Thonen bei Vorwohle unweit Stadtoldendorf (Braunschweig) und bei Wellersen 
unweit Eimbeck (Hannover) vorkommt, findet sich keine Varietät, die mit der oben beschriebenen von Halber- 
stadt ganz übereinstimmte. 

Das’ Exemplar des Amm. laqueolus von Salzdahlum, weitaus das grösste mir bekannte, fand Herr 
Beekmann dort anstehend im Chausseegraben zwischen dem 'Orte und der Saline, etwa 200 Schritt vor 
. letzter; daneben fand sich ein Fragment einer andern Form des Amm. angulatus, welcher noch breiter ist, 
als das Halberstädter Exemplar, auf dem Rücken aber eine Furche trägt. 

Bei Exten unweit Rinteln an der Weser soll nach schriftlicher Mittheilung des Herrn Oberförsters 
Wagener die Lagerstätte des Amm. laqueolus unmittelbar unter dem Amm. angulatus sein. — Die Ent- 
scheidung der Frage, ob derselbe der Zone des Amm. planorbis und Johnstoni, oder der des Amm. angulatus 
angehöre, erscheint mir hiernach noch nicht endgültig festzustellen; doch dürfte die Zone des Amm. an- 
gulatus mehr Wahrscheinlichkeit für sich haben. In der Gegend von Salzgitter (Hannover), wo sich beide 
Zonen mit grosser Leichtigkeit getrennt nachweisen lassen, ist er noch nicht gefunden; ich kenne von hier 
nur den die uniere Zone ausschliesslich charakterisirenden häufigen Amm. Johnstoni, während Amm. planorbis 
zu fehlen scheint. — Amm. Johnstoni findet sich ausserdem in den untersten Schichten des Lias an vielen 
Localitäten Norddeutschlands, von denen ich nur folgende anführen will: Stübchenthal bei Harzburg 
(Braunschweig), Osterfeld bei Goslar (Hannover), Steinberg bei Hildesheim (Hannover), Umgebungen von 
Salzgitter (Hannover), Umgebungen von Steinlah (Hannover), Gebhardshagen (Braunschweig) unweit Salz- 
gitter, Oelber am weissen Wege (Braunschweig) unweit Wartjenstedt, Gehringsdorf unweit Helmstedt (Braun- 
schweig) (nach Ewald, Sitzgs.-Ber. d. Berl. Akad., 8. Jan. 1555), Amelsen unweit Markoldendorf (Hannover), 
Eisenach; die von Seebach (Hann. Jura, p. 17) citirten Fundorte Exten und Vlotho in der Weserkette beziehen 
sich mit grosser Wahrschemlichkeit auf Amm. laqueolus. 

T.1, f.1. Amm. laqueolus sp. nov., aus einem Sphärosiderit-Knollen der untersten Lias- 
Schichten von Salzdahlum (Braunschweig). Sammlung des Herrn F. Beckmann zu 
Braunschweig. Ob die Wohnkammer erhalten, lässt sich nicht erkennen, da Loben 
an dem Exemplare überhaupt nicht sichtbar sind. 


— Ale 


3. Ammonites Hagenowi Dkr. 


1847. Amm. Hagenovi Dkr., Pal. I, t. 13, f. 22; t. 17, £. 2. 
1863. ,„  Hagenowi U. Schloenb., neues Jahrb. p. 163. 


Ich glaube eine speciellere Beschreibung dieses von Dunker 1. c. vortrefflich beschriebenen und 
abgebildeten Ammoniten unterlassen zu dürfen und möchte nur einzelne Kennzeichen hervorheben, die bisher 
meistens zu wenig berücksichtigt sind. Die Windungen erheben sich über der Naht steil, fast senkrecht, 
und biegen sich dann um; die Seiten sind sehr platt und convergiren schwach nach dem schmalen 
abgerundeten Rücken zu. Zuweilen sind die Seiten sogar schwach concav, wie Dunker’s f. 22? auf t. 13 
zeigt. Die Loben stimmen genau mit denen überein, wie sie Dkr. t. 17, f. 2® zeichnet, während t. 13, 
f. 22° etwas zu schräg gezeichnet scheint; dieselben sind so eigenthümlich, dass sie eine Verwechselung 
dieses Ammoniten mit anderen nicht leicht zulassen; sie erinnern in ihrer Einfachheit fast an die 
der Ceratiten. 

Bemerkungen. Auffallenderweise ist dieser interessante Ammonit von den meisten Autoren 
bisher mit Amm. planorbis Sow. vereinigt, so auch von Oppel (Juraf. p. 73, $. 14, Nr. 3) und von Quenstedt 
(Jura p. 42); doch giebt Letzterer auf der folgenden Seite schon zu, dass die Halberstädter Form keines- 
wegs genau mit dem schwäbischen psilonotus laevis (= planorbis Sow.) übereinstimme. Man kann sich 
diese Identifieirung nur daraus erklären, dass entweder die Lobenzeichnung des Amm. Hagenowi nicht 
beachtet, oder dass sie für unrichtig oder übertrieben gehalten wurde. Letzteres ist indessen keineswegs 
der Fall; vielmehr zeigt eine Vergleichung mehrer Exemplare von verschiedener Grösse und von verschiedenen . 
Fundstellen in dieser Beziehung eine grosse Uebereinstimmung mit der eitirten Zeichnung. — 

Amm. planorbis Sow. fehlt in Norddeutschland nicht, wie ich früher glaubte, ist aber, wie auch 
Amm. Hagenowi, im Allgemeinen sehr selten; beide finden sich nur an einzelnen Fundorten häufiger. 
Amm. planorbis unterscheidet sich durch seine Loben, die bei gleicher Grösse viel verzweigter sind (cf. Qu., 
Jura, p. 40), so wie durch die Form der Windungen, welche von der Naht an sanft und gleichmässig bis 
zum runden glatten Rücken sich wölben. 

Amm. Hagenowi kommt bei Halberstadt (preuss. Prov. Sachsen) in Gesellschaft des Amm. laqueolus 
vor und gilt daher in Bezug auf seine Lagerstätte das von diesem Gesagte auch für Amm. Hagenowi. — 
Bei Exten, woher ihn Dunker ebenfalls bereits kannte, soll Amm. Hagenowi nach Mittheilung des Herrn 
Oberförster Wagener gewöhnlich wenig höher liegen, als Amm. laqueolus. — Von weiteren Fundorten habe 
ich Amm. Hagenowi nicht gesehen; Quenstedt (Jura, p. 43) führt ihn auch aus dem unteren Lias von 
Quedlinburg (Prov. Sachsen) an. 

T.1,£.2. Ammonites Hagenowi Dkr. aus dem unteren Lias von Halberstadt (Prov. 
Sachsen). Nach dem Original- Exemplare des Herrn Prof. Dunker aus dessen 
Sammlung. 


4. Ammonites Bucklandi Sow. und 


5. Ammonites bisulcatus Brug. 


Von Denkte am Fusse der Asse (Braunschweig) liegt mir ein schönes Exemplar eines Ammoniten 
vor, welcher deutlich zeigt, dass gewisse Formen der von Orbigny unter dem Namen Amm. Sinemuriensis 


—- 15 ° — 


aufgestellten Art nur auf einer abnormen Ausbildung der Rippen des echten Ammonites Bucklandi Sow. 
beruhen. Die inneren Windungen desselben lassen deutlich erkennen, wie häufig zwei Rippen in eine 
einzige zusammenlaufen, sich gabeln u. s. w., ganz in der Weise, wie bei Orb., Terr. jur., t. 95, f. 1. Da- 
gegen fängt unser Exemplar bei der vierten Windung an, ganz regelmässig zu werden; die Rippen 
bekommen dieselbe Form und denselben Verlauf, wie beim echten Amm. Bucklandi Sow., sind sämmtlich 
von gleicher Stärke und stehen in gleichen Zwischenräumen von einander. Die Wohnkammer fehlt, da die 
Loben bis an’s Ende der letzten Windung gehen. Die Massen des aus 6 Windungen bestehenden Exemplars 
sind folgende: 


Ganzer Durchmesser des Gehäuses . . 2 . . . „100 Mm. 
NVerterdestNabelsv 7"... AED 
Höhe des letzten Umgangs in der Windungsebene. . 27 ,, Es 
FREE R En von der Naht zum Rücken 30 ,, 
»  „ vorletzten „ DE 2 r 16555, 
“Dicke des letzten Umgangs. . . 2 22.2.2. 88 „ 
es vorletzten": a 21 
Nicht involuter Theil des vorletzten Umgangs . . . 13 „ 
y, er PR „ vorvorletzten „, N 


Eine ganz analoge Missbildung zeigt sich auch bei anderen Arten, als dem Amm. Bucklandi Sow.; 
so hatte ich namentlich Gelegenheit, einen Ammoniten aus der Zone des Ammonites Bucklandi von Ohrsleben 
(preuss. Prov. Sachsen) in der Sammlung meines Onkels, des Herrn Forstmeisters von Unger, zu unter- 
suchen, welcher die inneren Windungen vollkommen analog entwickelt zeigt, wie der obige Amm. Buck- 
landi; die späteren Windungen desselben stimmen dagegen ganz mit Orbigny’s Zeichnung des Amm. bisul- 
catus Brug. überein. 

Die Vermuthung, dass Amm. Sinemuriensis vielleicht nur auf Missbildung einzelner Individuen 
anderer Arten beruhe, haben schon 1856 Oppel und Quenstedt ausgesprochen; auch theilte mir Herr Prof. 
Oppel kürzlich mit, dass er ähnliche Uebergänge des Amm. Sinemuriensis zum Bucklandi besitze, wie das 
oben beschriebene Exemplar. Y 

Amm. Sinemuriensis Orb. dürfte also fortan als selbständige Art zu streichen 
und unter die Synonyma zu versetzen sein, indem dieser Artname für gewisse missgebildete, 
einander nahe stehende Jugendformen von Amm. bisulcatus und Amm. Bucklandi geschaffen ist. 


6. Ammtonites geometricus Opp. 
1836. Amm. natrix Roem., Ool. p. 193 u. 1839, Nachtr. p. 58 (non Schloth., Ziet.). 
1856. Amm. geometricus Opp., Juraf., p. 79, $. 14, Nr. 16. 
1860. Amm. nodosaries Wagener, Verh. nat. Ver., p. 161. 
1860. Amm. spinaries Wagener, ibid., p. 161. 
1863. Amm. geometricus U. Schloenb., neues Jahrb. p. 164 und Zeitschr. d. d. geol. 
Ges. XV, p. 500. 
Diese Art ist sowohl von Roemer, wie von Oppel gut und deutlich beschrieben, so dass wenig 
hinzuzusetzen bleibt. Die inneren Windungen sind flach gewölbt und haben einen nicht sehr scharfen 


Q 
Palaeontographica, Bd, XIII, 4. al 


— 156 — 


Rücken; erst nach der dritten oder vierten Windung beginnt der Kiel sich über den Rücken zu erheben, 
wird nach und nach sehr hoch und scharf, und ist rechtwinklig gegen den geraden Rücken abgesetzt, ohne 
dass sich zu seinen Seiten deutliche Furchen einstellen; wenigstens bleiben dieselben stets sehr flach. Die 
Windungen sind so evolut, dass nur der Kiel der vorhergehenden Windung von der folgenden umfasst 
wird; dabei nehmen dieselben sehr langsam an Stärke zu, und zwar scheint die Höhe verhältnissmässig 
rascher zu wachsen, als die Breite; die Mundöftnung bildet auf diese Weise ein hohes Rechteck. Die 
Schale ist anfänglich ohne Rippen, aber fein radial gereift; erst bei der dritten, vierten oder fünften Win- 
dung beginnt die Rippung, die zuerst flach und undeutlich ist, aber allmählich sehr scharf wird. Die Rippen 
sind zuweilen etwas nach rückwärts gerichtet und werden verhältnissmässig immer dichter, so dass die 
späteren Umgänge deren mehr tragen, als die vorhergehenden; ihre Anzahl ist bei zwei mir vorliegenden 
Exemplaren auf der vierten Windung — 20, resp. 27, bei der fünften = 25, resp. 30, bei der sechsten 
— 37, resp. 37 Rippen; sie gehen in gerader Linie bis zum Rücken, wo sie, zuweilen mit einer fast unmerk- 


lichen Biegung nach vorn, aufhören. — Die Massen einiger Exemplare sind: 
Zahl der Windungen RR RN HR FR 3 4 5 5 (wovon ?/; Wohnkammer) 
Ganzer Durchmesser des Gehäuses . 151, Mm. 53 Mm. 58 Mm. 67 Mm. 
Weite les: Nabels'.7 27. NER RETRO NSS 
Höhe des Kiels an der Mundöfnung — „ Lin 2b 3 


Grösste Höhe des letzten Umgangs 5 LO ERTEI 
., vorletzten 3m ) Sr, ll 
Dickevdesnletzien"Umsangsı nn Aa 
91 
12 


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vorletzten ., 


Bemerkungen. Diese Art wurde zuerst durch A. Roemer von „Schöppau“ (rect.: Scheppau) 
unweit Königslutter (Braunschweig), und von Herford (Westfalen) beschrieben, aber irrthümlich mit Amm. 
natrix Ziet. identifieirt, welcher letztere mit Amm. brevispina Sow. zu vereinigen ist. Er führt dieselbe 
deshalb unter den „Capricorni“ auf, giebt aber schon an, dass ihr Habitus auf die Familie der Arieten 
deute. *Quenstedt hat die Art, wie es scheint, unter dem Namen Amm. falcaries mit begriffen; wenigstens 
werden sich seine Abbildungen: Jura. t. 7, f. 7 und t. S, f£. 6 auf unseren geometricus beziehen, während 
t. 7, £. 6 einer andern Art zuzurechnen sein würde. — Nach den mir vorliegenden Original - Exemplaren 
des Herrn Öberförster Wagener von Falkenhagen gehören Amm. nodosaries und spinaries Wagener eben- 
falls zu der in Rede stehenden Art; eben so wahrscheinlich auch Amm. falcaries Wagener, wovon jedoch 
nur ein kleines Bruchstück vorhanden ist. — Englische Exemplare des Amm. geometricus Opp. (non 
geometrieus Phill., welcher mit Amm. spinatus Brug. zusammenfällt) m der Sammlung der Bergakademie 
zu Berlin sind von dem englischen Verkäufer als Amm. semicostatus Yg. bezeichnet. — In der Orbigny’schen 
Sammlung im Jardin des Plantes zu Paris überzeugte ich mich, dass die meisten der als Amm. Kridion 
bestimmten Stücke, namentlich die von den Fundorten Villefranche, Semur und Lyme Regis stammenden, 
von Amm. geometricus nicht verschieden sind. Das auf t. 51, f. 1 der Terr. jur. abgebildete Exemplar von 
Avallon (Yonne) weicht allerdings namentlich durch den Rücken und die früher beginnenden Rippen etwas 
ab, und auf dieses dürfte daher der Name Amm. Hartmanni Opp. (Juraf., p. 79, S. 14, Nr. 14) anzuwenden 
sein. während Terr. jur.. t. 51. f£. 3—5 wahrscheinlich zu Amm. geometricus zu stellen sind. — Von 


_ 157 — 


Amm. Kridion Hehl besitze ich ein von Bergrath Hehl eigenhändig etikettirtes Exemplar aus dem Lias- * 
kalk von Vaihingen unweit Stuttgart, welches ich meinem verehrten früheren Lehrer, Herrn Professor 
Quenstedt verdanke; dasselbe scheint zwar auch in der ersten nicht vollkommen erhaltenen Windung glatt 
zu sein, stimmt aber übrigens durchaus mit Zieten’s Abbildung t. 3, f. 2 überein, so dass man es fast für 
das Original-Exemplar halten könnte. Dieser Amm. Kridion Hehl, Ziet. ist allerdings von Amm. Kridion Orb. 
_(—Hartımanni Opp.) ganz verschieden, kann aber eben so wenig mit Amm. Conybeari Sow. — wozu Oppel 
geneigt scheint -- vereinigt werden, von dem er sich durch deutlich geknotete, bis an den Knoten gerade, 
von da an aber stark nach vorn gebogene Rippen, so wie durch den bei Zieten vollständig richtig gezeich- 
neten, mit einem schwachen Kiel ohne Seitenfurchen versehenen Rücken unterscheidet. Dagegen steht 
Aınm. Kridion Hehl dem Amm. Sauzeanus Orb. sehr nahe, weicht aber namentlich durch weniger glatte 
innere Windungen, stets gewölbten Rücken und schwächer entwickelten ersten Seitensattel ab, welcher bei 
Amm. Sauzeanus den Rückensattel übertrifit. 

Ueber die Lagerstätte des Amm. geometricus liegen seit meinen letzten Mittheilungen (cf. neues 
Jahrb. 1364, 2. Heft, p. 214—15) neue genauere Beobachtungen nicht vor. Die Ausführung von Brauns 
(Stratigr. und Paläont., p. 11) beweist nichts gegen meine Angaben; vergl. darüber auch das unten bei 
Besprechung der Lagerstätte des Anım. Sauzeanus Orb. Gesagte. 

Die wichtigsten norddeutschen Fundorte des Amm. geometricus sind: Scheppau unweit Königslutter 
(Braunschweig) — verkalkt —; zwischen Achim und Seinstedt (Braunschweig) — verkalkt — ; Thongrube 
bei Salzgitter (Hannover) — verkalkt —; Haverlah-Wiese bei Steinlah (Hannover) — verkiest —; Vor- 
wohle unweit Stadtoldendorf (Braunschweig) — verkiest —; Hullersen und Wellersen bei Eimbeck (Hannover) 
— verkalkt —; Langelsheim am Harz (Braunschweig) — verkiest —; Bündheim am Harz (Braunschweig) 
— in Eisenstein verwandelt —; Falkenhagen (Lippe) — in Sphärosideriten von Herrn Oberförster Wagener 
gesammelt —;(?) Göttingen (Hannover); Ziegelei Mörse unweit Fallersleben (Hannover) — verkiest, Samm- 


lung F. Beckmann —; Gr. Brunsrode bei Fallersleben (Hannover) — Sammlung A. Roemer:  „Amm. 
natrix“‘ —; zwischen Diebrock und Bünde bei Herford (Westfalen) — verkiest, Sammlung A. Roemer und 
A. v. Koenen in Berlin —; Naönsen unweit Greene (Braunschweig) — nach Brauns —; Denkte unweit 


Wolfenbüttel (Braunschweig) — verkalkt —. 
Taf. 1 (26), £.3. Ammonites geometricus Opp. von Vorwohle unweit Stadtoldendorf (Braun- 
schweig). Zone des Amm. geometricus. Verkiestes Exemplar aus der Sammlung des 
Herru Kammerraths Grotrian zu Braunschweig. Bei X, wo sich die in doppelter Grösse 
abgebildete letzte Lobenlinie befindet, beginnt die Wohnkammer. 


7. Ammonites Sauzeanus Orb. 
1844. Amm. Sauzeanus Orb., Terr. jur. t. 95, f. 4, 5. 
1863. Amm. Sauzeanus U. Schloenb., neues Jahrb., p. 164 u. Zeitschr. d. d. geol. 
Ges. Bd. XV, p. 500. 
Diese in der Paleont. frane. gut und charakteristisch abgebildete Art ist merkwürdiger Weise oft 
verkannt und z. B. von Quenstedt im Jura, p. 69, t. 7, f. 4 als Amm. spinaries neu beschrieben, während 
Oppel sie zu gleicher Zeit richtig deutete. In Schwaben wird dieselbe meistens weit grösser, als in Frank- 


reich und Norddeutschland; doch kommen bei uns. zwar seltener, auch eben so grosse Exemplare vor. wie 
21* 


— 18 — 


- die schwäbischen. — In der Jugend ist Amm. Sauzeanus fast glatt, mit nur schwachen.Reifen über die fast 
kreisrunden Windungen versehen, so dass man solche innere Windungen leicht mit Formen, wie Amm. 
striaries Qu. und globosus Ziet. verwechseln kann; doch nimmt er rascher an. Dicke zu und auch die Rippen 
und Knoten stellen sich früher ein. Ob die Angabe des Vorkommens von Amm. striaries bei Brauns 
(Stratigr. p. 11) nicht auf einer solchen Verwechselung beruht, vermag ich nicht zu beurtheilen; ich habe 
bei Vorwohle wie an allen übrigen Fundorten des Amm. Sauzeanus neben ausserordentlich zahlreichen 
Exemplaren des letzteren nie eine Spur des echten Amm."striaries gefunden. — Der Kiel des Amm. Sau- 
zeanus wird nicht stark hervortretend und namentlich stellen sich zu seinen Seiten nie deutliche Furchen 
ein. Die Wohnkammer scheint in seltenen Fällen die vorher deutlich ausgebildeten Rippen und Knoten 
wieder zu verlieren, so dass dieselben nur noch durch Reifen ersetzt werden. Die von Quenstedt gezeichneten 
Loben seines Amm. spinaries stimmen mit denen der norddeutschen Exemplare überein. 

Folgende sind die hauptsächlichsten Fundorte des Amm. Sauzeanus in Norddeutschland: Halber- 
stadt (cf. Ewald, Zeitsch. d. d. geol. Ges. XU. Bd., 12. Einige Ammoniten, welche ich aus dem dort 
erwähnten Steinbruche erhielt, liessen sich deutlich als Amm. Sauzeanus erkennen); zwischen Bans- 
leben und Kneitlingen unweit Schöppenstedt (Braunschweig); Umgebungen von Schöppenstedt; Lindenbruch 
bei Harzburg (Braunschweig); Haverlah-Wiese unweit Salzgitter (Hannover); Vorwohle unweit Stadtoldendorf 
(Braunschweig). An letzterer Localität kommt dieser Ammonit in Schwefelkies verwandelt vor, während er 
an den übrigen sich verkalkt findet, derselbe charakterisirt eine besondere Zone, welche über der eigentlichen 
Zone des Amm. Bucklandi sowohl, wie über Amm. geometricus ihren Platz hat; auch mit letzterer Art habe 
ich Amm. Sauzeanus nie zusammen liegend gefunden, und wenn Dr. Brauns (Paläont. u. Stratigr. d. südöstl. 
Th. d. Hilsmulde. p. 11) beide aus einer Schicht anführt, so kann ich meine Zweifel an der Richtigkeit 
dieser Beobachtung nicht ganz unterdrücken; ich beziehe mich hierüber auf meine im 17. Bande der Zeitschr. 
d. d. geol. Gesellsch. abgedruckte Mittheilung an Prof. Beyrich, vom 8. Febr. 1865. 


8. Ammonites globosus Ziet. und 
9. Ammonites centriglobus Opp. 


Im schwäbischen Lias unterscheidet Quenstedt hauptsächlich nach dem Lager folgende drei zu einer 
Gruppe gehörige Formen: Amm. globosus ß (Jura, p. 103, t. 13, f. 3, 4), globosus y (ib., p. 135, t. 16, f. 15) 
und globosus ö (ib., p. 172, t. 21, f. 8, 9), und setzt den ersten in die Zone des Amm. oxynotus („Mittel- 
Beta“), den zweiten in die des Amm. ibex („Mittel-Gamma‘‘), den dritten in die Zone des Amm. margari- 
tatus („Amaltheenthon, 6°). Zugleich giebt er aber auch die feinen unterscheidenden Merkmale an, die ihm 
jedoch nicht wichtig genug erscheinen, um selbständige Arten daraus zu formiren. Oppel führt gleichzeitig 
im Jura nur Amm. laevigatus Sow., aus den „oberen Schichten des Liaskalks der Filder,“ und Amm. 
globosus Ziet. aus der „unteren Zone des Amm. margaritatus‘“ auf, während er 1853 (d. mittl. Lias Schwa- 
bens, p. 57) angiebt, dass letzterer (Amm. globosus) auch in Lias y und ß hinabgreife, wenn auch Lias Ö 
das Hauptlager sei. Neuerdings (Pal. Mitth. I, 1862, p. 140) fixirt derselbe Autor den Zieten’schen Namen 
für die in der „oberen Lage der Zone des Amm. obtusus‘‘ vorkommende Art, und trennt davon unter dem 
neuen Namen Amm. centriglobus diejenige ab, welche sich in der Zone des Amm. margaritatus findet. — 
Zieten hatte seinen Amm. globosus aus dem „Unteroolith von Gammelshausen‘‘ beschrieben, in welchem 


— 19 0 — 


meines Wissens nie eine derartige Form gefunden worden ist; doch lässt seine Abbildung deutlich die in 
der oberen Hälfte des unteren Lias vorkommende Art erkennen. Mit derselben scheint auch Amm. laevi- 
gatus Sow. (= Davidsoni Orb. Prodr.) zusammen zu fallen; wenigstens sah ich bei Herrn L. Saemann in 
Paris Exemplare des letzteren von Lyme Regis, welche sich mit Amm. planicosta Sow. auf einer Platte 
befanden und mit der Abbildung bei Zieten ziemlich gut übereinstimmten. Da indessen der Name Amm. 
laevigatus schon vor Sowerby durch Reinecke an eine andere Art aus der Zone des Amm. macrocephalus 
vergeben wurde, so bleibt der Zieten’sche globosus bestehen. 

In Norddeutschland finden sich ähnliche Formen, so viel mir bis jetzt bekannt, vorzugsweise in 
zweierlei Schichten. Die erste Angabe darüber findet sich bei Koch u. Dkr., p.24, wonach „Amm. globosus“ 
mit Amm. capricornus u. s. w. am Hainberge bei Göttingen gefunden wurde. In analogen Schichten fand 
ich 1862 die Form zwischen Boimstorf und Lehre unweit Königslutter (Braunschweig) mit Amm. capricornus 
Schloth., curvicornis U. Schloenb., Davoei Sow., margaritatus Montf. u. s. w. in einer und derselben, etwa 
0,3 Meter mächtigen Kalkbank. Diese Stücke stimmen mit denen des mittleren Lias Schwabens in jeder 
Beziehung überein. — Eine zweite Form habe ich sehr selten mit Amm. ziphus Ziet. und planicosta Sow. 
auf dem Österfelde bei Goslar und bei der Eisensteinsgrube „Neue Hoffnung“ zu Haverlah - Wiese unweit 
Salzgitter (Hannover) gefunden, an ersterer Localität in Thoneisensteins-Geoden, an letzterer verkiest im 
Thon (vid. Zeitschr. d. d. geol. Ges. 1863, XV. Bd., p. 746 unter den Druckfehlern); dieselben weichen von 
meinen schwäbischen Exemplaren aus dem unteren Lias und von der Abbildung bei Zieten durchaus nicht 
ab. — Ob eine speeifische Abtrennung dieser Form von der des mittleren Lias (Amm. centriglobus Opp.) 
nöthig ist, wage ich indessen bei meinem nicht ausreichenden Materiale nicht zu beurtheilen; ich wollte hier 
nur constatiren, dass sich beide ganz analog mit Schwaben auch in Norddeutschland finden. 


10. Ammonites tamariscinus sp. nov. 


Der Ammonit, den ich vor Augen habe, ist mir bis jetzt nur in den Fragmenten einzelner Win- 
dungen bekannt, und ich würde denselben daher nicht angeführt haben, wenn mir nicht eine grössere 
Anzahl von solchen von mehreren Localitäten vorläge, welche unter einander eine grosse Uebereinstimmung 
zeigen. Alle diese Stücke haben in der Form eine grosse Aehnlichkeit mit Amm. Jamesoni Sow. und Frisch- 
manni Opp., auch mit Amm. Roberti Hauer, Capr. und Petersi Hauer, Ceph. 

Die Mundöfinung ist eiförmig und an der Basis durch den Rücken der nächstvorstehenden Windung 
wenig ausgeschnitten. Die Seiten sind mit schwachen welligen Radialrippen dicht besetzt, welche über der 
Naht beginnen und in der Mitte der Seiten am stärksten sind, gegen den Rücken aber wieder schwächer 
werden oder ganz verschwinden. Zwischen und auf diesen schwach nach vorn geneigten Rippen laufen zu 
ihnen parallele Reifen, welche jedoch auf den inneren Steinkernen meistens nicht deutlich sichtbar bleiben. 
Eine weitere Zeichnung der Schalenoberfläche besteht in feinen parallel zur Windungsspirale gehenden 
kurzen Einschnitten, welche in dichte radiale Reihen parallel zur Rippung geordnet sind, ähnlich wie man 
die Punkte auf der Schale des Amm. stellaris Sow. sieht. Am Rücken sind diese Einschnitte am deut- 
lichsten und stehen hier in radialer Richtung am dichtesten; näher der Nahtgegend zu sind dieselben nicht 
mehr erkennbar, was jedoch in der Erhaltung seinen Grund haben kann. Die Schale, die an keinem Stücke 
vollständig erhalten ist, scheint sehr dünn gewesen zu sein. — Die Windungszunahme scheint bei der 
geringen Involution ziemlich stark gewesen zu sein; doch sind bei keinem Exemplare zwei Windungen voll- 


= pe 


ständig erhalten. — Besonders charakteristisch sind die ausserordentlich fein zerschnittenen Loben mit langen 
Spitzen, welche von allen übrigen nahestehenden Lias- Ammoniten abweichen. Ein Fragment von 85 Mm. 
Windungshöhe von der Naht zum Rücken zeigt dieselben noch bis an’s Ende sehr deutlich: die Art 
scheint also eine beträchtliche Grösse erreicht zu haben, doch liegen auch Wohnkammerstücke kleinerer 
Exemplare vor. . 


Bemerkungen. Ich untersuchte von dieser Art folgende 11 verschiedene Fragmente: 


1) Zwei Windungsstücke von der Halde des Adenberg-Stollens bei Ocker unweit Goslar. Zone nicht 
näher bestimmbar, jedoch entschieden dem Lias angehörig. Sammlung des Herrn Ober- 
hüttenmeisters Grumbrecht zu Ocker. 

2) Ein Windungsstück aus dem Abzugsgraben der Eisensteinsgrube ‚‚Neue Hoffnung“ bei Haverlah- 
Wiese unweit Salzgitter (Hannover). Zone des Amm, Sauzeanus oder des Amm. planicosta ? 
In meiner Sammlung. 

3) Vier Wohnkammer - Fragmente von Falkenhagen (Lippe-Detmold). Nach Angabe des Eigen- 
thümers, Herrn Oberförster Wagener zu Langenholzhausen, stammen dieselben aus dem 
dortigen „Lias ß“ und wurden von ihm (Verh. d. naturh. Ver. d. pr. Rheinl., 1860, p. 161) 
als Amm. Turneri Sow. angeführt. In einem der Exemplare stecken mehrere Fragmente 
von Amm. planicosta Sow. 

4) Ein gleiches Fragment ebendaher in der Sammlung des Herrn Forstmeisters von Unger zu 
Seesen. 

5) Ein grosses Wohnkammer-Fragment, bei Herford (Westfalen) von Herrn Oberförster Wagener 
in der oberen Region des unteren Lias gesammelt. 

6) Ein Wohnkammer-Fragment mittlerer Grösse aus der in Hildesheim befindlichen Sammlung des 
Herrn Bergraths A. Roemer zu Clausthal, bezeichnet als: „Amm. communis Sow. (auctore 
Bronn). Unterer Lias. Luttenberg bei Herford.“ 

7) Ein Fragment von dem Egge-Gebirge nördlich Löhne (Westfalen). Von Herrn O. Brandt in 
Vlotho an der Weser unter einer sandigen Schicht gesammelt, welche Amm. stellaris Sow. und 
Pholadomya corrugata Köch u. Dkr. u. s. w. enthält. 

Eine genauere Vergleichung der langspitzigen, fein verzweisten, im Allgemeinen nach dem Typus 
der Caprieornen gebildeten Loben, auf welche der vorgeschlagene Namen Amm. tamariseinus hindeuten 
soll, genügt, um diesen Ammoniten von den oben angeführten Arten, denen er der Form nach nahe 
steht, zu unterscheiden; dieselbe Verschiedenheit trennt ihn von Amm. Grumbrechti U. Schloenb., dessen 
grösste spätere Windungen, denen die schwachen Knoten in der Nähe der Naht fehlen, sonst ebenfalls einige 
Aehnlichkeit mit ihm zeigen. 

T.2 (27), f.1. Ammonites tamariscinus sp. nov. von Ocker unweit Goslar (Hannover). Sammlung 
des Herrn Oberhüttenmeisters Grumbrecht zu Ocker. i 


— 161 — 


11. Ammonites Oppeli U. Schloenb. 
1363. Amm. Oppeli U. Schloenb., Zeitsch. d. d. geol. Ges. Bd. XV, p. 515, t. 127f. 2. 


Seit meiner ersten Beschreibung dieses Ammoniten, der die Untersuchung von 9 Exemplaren zu 
Grunde gelegt wurde, hatte ich Gelegenheit, eine grosse Anzahl neuer Exemplare zu prüfen, von denen die 
meisten in den seit jener Zeit in Betrieb gesetzten Eisensteinsgruben bei Rottorf am Kley (Hannover) gefunden 
wurden. Unter diesen befindet sich ein kleineres Exemplar, dessen Mittheilung ich der Gefälligkeit des 
Herrn Physikus Dr. O. Griepenkerl zu Königslutter verdanke. Dasselbe zeichnet sich durch seine vor- 
treiiliche Erhaltung aus, und da früher nur ein grösseres Exemplar in verjüngtem Massstabe abgebildet 
werden konnte, das vorliegende kleinere aber in einigen Beziehungen von der Form, wie sie sich später 
entwickelt, einige Abweichungen zeigt, auch bei der früheren Figur die Lithographie der Loben fehlerhaft 
war, so folgt noch einmal eine Abbildung dieses interessanten Exemplars in natürlicher Grösse. Auch einige 
Zusätze zu dem früher Mitgetheilten mögen hier ihren Platz finden. 

Die Vergleichung des unten abgebildeten Exemplars mit dem im Jahre 1563 abgebildeten, an welches 
es durch zahlreiche Uebergangsformen verschiedener Altersstufen sich eng anschliesst, zeigt, dass der im 
Jugendzustande scharfe, von den Seiten deutlich abgesetzte und an der Reifung der letzteren nicht theil- 
nehmende glatte Kiel sich nach und nach immer mehr verliert, und in eine immer stumpfer werdende 
Kante übergeht, so dass zuletzt bei dem grössten, 524 Mm. ohne Wohnkammer messenden Exemplare der 
Rücken abgerundet erscheint. Die Falten der Seiten sind- im Jugendzustande stärker und deutlicher; sie 
gehen von der Naht aus anfänglich gerade gegen den Rücken, in dessen Nähe sie erst sich einfach nach 
vorn umbiegen, in ähnlicher Weise wie bei Amm. Masseanus Orb.; auf den Seiten sind ®ewöhnlich je die 
zweite, dritte oder vierte kräftiger, als die zwischenliegenden, welche zuweilen ganz unbemerkbar schwach 
werden; oft setzen sich am Rücken auch ganz neue zwischen den übrigen ein. Der vorgebogene Theil der 
Falten ist bei allen ziemlich gleich stark, und ihre Anzahl beträgt hier etwa S0—90 auf einer Windung; 
das grösste mir bekannte Exemplar, an welchem dieselben am Rücken noch deutlich sichtbar sind, hat einen 
Durchmesser von etwa 250 Mm., während mehrere andere. z. B. eines von 135 Mm., schon bei geringerer 
Grösse ganz glatt sind. — Bei noch höherem Alter treten dann die schon in meiner früheren Beschreibung 
erwähnten wellenförmigen Erhöhungen ein, die bei einem Exemplare von Rottorf am Kley, welches ich 
Herrn Salinen - Inspector E. Grotrian zu Schöningen verdanke, eben so deutlich sind, wie,an dem früher 
beschriebenen von Quedlinburg stammenden im mineralogischen Cabinet zu Berlin. — Die Lobensättel sind 
anfänglich breiter und weniger zerschlitzt, übrigens jedoch schon ganz nach demselben Typus gebildet, nach 
dem sie sich später entwickeln. 


Bemerkungen. Die Unterschiede des Amm. Oppeli von Amm. Buvignieri Orb. habe ich schon 
früher hervorgehoben; übrigens erhielt ich vor einiger Zeit durch Herrn L. Saemann zu Paris einen 
Ammoniten aus den oberen Schichten des Sinömurien von Nancy (Meurthe), welcher als Amm. Buvignieri Orb. 
bezeichnet war und äusserlich auch vollkommen mit Terr. jur. t. 74 übereinstimmt, dagegen bei einem 
Durchmesser von 95 Mm. sowohl von t. 74, f. 3 und von t. 57, £. 4, als von Amm. Oppeli wesentlich ab- - 
weichenden Verlauf der Lobenlinie zeigt. — Eine zweite Art, die man mit Amm. Oppeli vergleichen könnte, 
ist Amm. lynx Orb., t. 37, £ 1—4. Indessen genügt schon eine oberflächliche Vergleichung der Loben 


— 12 — 


beider Arten, um dieselben von einander zu unterscheiden; ferner zeigt der Kiel des Amm. lynx eine eigen- 
thümliche Faltung, die sehr frühe verschwindet, während der des Amm. Oppeli glatt bleibt und noch bei 
120 Mm. Durchmesser deutlich ist; auch die Reifen des Amm. lynx sind mehr geschwungen, als bei. 
unserer Art. 
Als noch nicht angeführten Fundort des Amm. Oppeli erwähne ich den Rothberg bei Schöppenstedt 
(Bräunschweig), woher ihn Herr Kammerrath von Strombeck besitzt. 
T.1(26),£.5. Ammonites Oppeli U. Schloenb. Innere Windungen eines Exemplars von Rottorf 
am ‘Kley (Hannover) unweit Helmstedt; aus dem Eisenstein der Zone des Amm. 
Jamesoni. Sammlung des Herrn Dr. med. O. Griepenkerl zu Königslutter (Braun- 
schweig). 
T. 1 (26),f. 6. Loben eines EXemplars derselben Art von 240 Mm. Durchmesser ohne Wohnkammer. 
Eisenstein der Zone des Amm. Jamesoni bei Calefeld (Hannover). 


12. Ammonites Grumbrechti U. Schloenb. 


1863. Amm. Grumbrechti U. Schloenb., neues Jahrb. p. 166, u. Zeitschr. d. d. geol. 
Ges. XV, p.,512, 1. 12, 6.1. 


Auch von dieser vor zwei Jahren nur in wenigen Exemplaren bekannten Art haben die Gruben von 
Rottorf am Kley eine nicht unbedeutende Anzahl geliefert. So theilte mir Herr Dr. Griepenkerl vor einigen 
Monaten mit, dass er von dort sechs Exemplare dieser Art erhalten habe, worunter eines von 280 Mm. 
Durchmesser noch nicht den Anfang der Wohnkammer zeige; an einem andern Exemplare von gleicher 
Grösse sei zu ersehen, dass die Wohnkammer die Knotenreihe und die stärkeren Rippen verliere, nicht aber 
die feineren Reifen. Ein ähnliches Exemplar, wie das letztere erhielt ich durch die Güte des Herrn Salinen- 
Inspectors Grotrian zu Schöningen (Braunschweig), welcher mir ausserdem 6 andere derselben Art zur 
Untersuchung schickte. Das genannte Exemplar ist ohne Wohnkammer, und die Spuren auf der äusseren 
Windung zeigen, dass letztere noch mit mindestens einer ganzen Windung umgeben war; dabei sind die 
Dimensionen folgende: 


Ganzer Durchmesser des Gehäuses . . . . . . . 220 Mm. 
Weite@des»Nabelsyx.u+ Hertin narareel2, 
Höhe der letzten Windung in der Windungsebene. . . 44 „, 
ectuhs = n von der Naht bis zum Rücken 51 „ 
%  „. vorletzten ,, EURE RT AN 40 ,„ 
Dicke der letzten Windung . . x. 2 2 222. 84 „ 
Ar „ vorletzten „ BR EB ER a a 
Nicht involuter Theil der vorletzten Windung . . . 32 „ 
N es  :„» vorvorletzten” ,, HERFIR 


Die gröberen Rippen und Knoten verschwinden auf dem vorletzten Umgange, während die feinen 
Reifen breiter und deutlicher werden, dabei aber schwach nach rückwärts gewendet sind; ob dies letztere 
Kennzeichen ein individuelles oder im Alter regelmässig ist, vermag ich nach dem mir zu Gebote stehenden 
Materiale nicht zu beurtheilen; doch vermuthe ich ersteres. — 


— 5 — 


Ganz kürzlich theilte mir Herr Dr. Griepenkerl eine ganze Reihe höchst interessanter Ammoniten 
mit, durch die sich deutlich der Beweis führen lässt, dass Oppel (Pal. Mitth., 1362, p. 134) sehr Recht 
gehabt hat, indem er Amm. lataecosta Qu. Ceph. t. 4, f. 15 d. als zu Amm. Grumbrechti gehörig bezeichnet 
hat. Unter diesen Exemplaren sind nämlich solche, deren Knoten in der Nahtgegend stärker werden, während 
sich sodann auch stumpfe Knoten in der Rückengegend, etwa zwischen °/, und , der Höhe der Windungen 
einstellen. Bei anderen werden diese oberen Knoten sogar fast stärker, als die unteren; beide verschwinden 
aber auf der letzten Windung, und zwar, wie es scheint, meistens die unteren früher, als die oberen. — 
Amm. Grumbrechti nähert sich auf diese Weise ausserordentlich Orbigny’s Amm. brevispina, Terr. jur. t. 79 
(= Amm. Heberti Opp.), doch scheint die Verschiedenheit der Loben, bei denen ich Uebergänge nicht 
beobachtet habe, namentlich die verschiedene Entwickelung des Seitenlobus, einer Vereinigung mit dieser Art 
entgegen zu stehen. 

Neue Fundorte des Amm. Grumbrechti sind seit 1863 nicht bekannt geworden. 


13. Ammonites curvicornis U. Schloenb. 


1860. Amm. maculatus angulatus Wagener, Verh. d. nat. Ver. u. s. w., p. 166. 
1565. Amm. curvicornis U. Schloenb., Zeitschr. d. d. geol. Ges., Bd. XV, p. 522, t. 12, f. 4. 
Nach fortgesetzten eifrigen Nachsuchungen ist es mir gelungen, auch einige vollständige Exemplare 
dieses Ammoniten zu finden. Da dieselben indessen nur wenige Merkmale zeigen, welche in meiner früheren 
Beschreibung und Abbildung nicht schon angegeben wären, so beschränke ich mich darauf, unter Verweisung 
auf das Frühere die Massen eines Individuums mitzutheilen, bei welchem zwei Drittel der letzten Windung 
bereits von der Wohnkammer eingenommen werden: 


Ganzer Durchmesser des Gehäuses . . . . . . . 57 Mm. 
NVEIIERdesNabelss" 2. 0. 00% 01... 0 re aD 
Höhe der letzten Windung in der Windungsebene . . 131,,, 
AN. en ; „ von der Naht bis zum Rücken 16 „, 
vorletzten ., a 5 1 
Dickexdenzletziens Winduns: 2.22 lo 
” „ vorletzten ‚, RENNER RE 
Nicht involuter Theil der vorletzten Windung . . . Ti, 
, AN = „ vorvorletzten „, RENNEN 


Ein grösseres Fragment zeigt auch die Loben deutlicher, und ergiebt sich daraus, dass dieselben 
denen des Amm. capricornus ähnlich sind; die früher abgebildeten, einem jungen Exemplare entnommen, 
waren noch ganz unentwickelt. — 

Unter mehreren Hunderten von Individuen dieses Ammoniten befindet sich auch eine Anzahl abnorm 
ausgebildeter Formen; zu den merkwürdigsten Fällen dieser Art gehört ein Stück, bei dem plötzlich zwei 
Rippen und die zwischen ihnen befindliche Furche sich auf dem Rücken hoch über die anderen hinaus 
erheben, so dass hier ein starker Buckel entsteht. Bei einem andern Fragmente bildet sich in. der 
Mittellinie des Rückens ein kielartiger Längswulst aus, welcher einer um die ganze Windung gelegten 


Schnur ähnelt. 
Palaeontographica, Bd. XIII, A. 2: 


15 


— 14 — 


Zu den bereits frühe? genannten norddeutschen Fundorten des Amm. curvicornus sind noch folgende 
neue hinzuzufügen, von denen ich unzweifelhafte Exemplare sah: Forstort Priorholz bei Hondelage (Braun- 
schweig), Osterfeld bei Goslar (Hannover), Wenzen am Hils (Braunschweig), Gegend von Falkenhagen im 
Lippe’schen (Sammlung des Herrn Oberförsters Wagener). 

T.1 (26), £. 7. Loben eines Amm. eurvicornis U. Schloenb. aus der Zone des Amm. Davoei 
capricornus, fimbriatus, margaritatus u. s. w. zwischen Boimstorf und Lehre unweit 
Königslutter (Braunschweig). 


Die ersten Falciferen 
treten sehr selten und vereinzelt in unserem mittleren Lias auf und sind noch dazu grösstentheils fragmen- 
tarisch und schlecht erhalten. Zu den deutlichsten gehört ein Exemplar des 


14. Ammonites Actaeon Orb., 


welches vollkommen mit der Abbildung: Terr. jur., 1843, t. 61, f. 1-3, und mit meinen französischen 
Exemplaren übereinstimmt. Amm. Aegion Orb. kann ich nach Vergleichung der Originale im Jardin des 
Plantes zu Paris nicht recht davon unterscheiden. Das norddeutsche Stück befindet sich in der Sammlung 
des Herrn Kammerraths von Strombeck zu Braunschweig, der es aus den Eisensteinen der Zone des Amm. 
Jamesoni von Markoldendorf (Hannover) erhielt. 

Auf eine zweite Art, nämlich auf 


15. Ammonites Normananus Orb. 


Terr. jur., 1344, t. 85, lässt sich mit ziemlicher Sicherheit ein verkalktes Wohnkammerstück von einem 
Ammoniten beziehen, welchen Herr Oberförster Wagener in seinem „Horizont 6) mit Amm. amaltheus“ bei 
Falkenhagen (Lippe) gesammelt und in seiner Schrift über den Falkenhagener Lias als Amm. radians 
amalthei bezeichnet {hat. Auch mit einem Exemplar des Amm. Normananus, das ich bei Vieuxpoint im 
Dept. Calvados, dem ersten der von Orbigny eitirten Fundorte, selbst fand, stimmt dies norddeutsche Stück 
gut überein. Eben so vollkommen gleichen der französischen Art zwei verkalkte Windungsfragmente, welche 
ich zwischen Boimstorf und Lehre (Braunschweig) mit Amm. capricornus Schloth., curvicornis U. Schloenb., 
Davoei Sow., margaritatus Montf. sp., centriglobus Opp. u. s. w. in einer und derselben Schicht gesammelt 
habe. — Bei der Beschreibung des Amm. Normananus macht Orbigny darauf aufmerksam, dass die Loben 
dieser Art des „Liasien‘‘ im Gegensatz zu den Faleiferen des „Toareien“ aus symmetrisch geordneten Aesten 
bestehen; bei den norddeutschen Exemplaren lassen sich die Loben nicht erkennen. 


So selten also die Faleiferen im norddeutschen mittleren Lias sind, so häufig finden sich solche im 
oberen, dessen Fauna überhaupt bei uns einen von der des mittleren Lias sehr verschiedenen Charakter 
trägt. Wenn es sich daher darum handelte, innerhalb unserer Juraformation grössere, mehrere Zonen um- 
fassende Abtheilungen festzuhalten, so würde auch ich die schon von Seebach (hann. Jura, p. 62) vor- 
geschlagene und von Brauns (Strat. u. Paläont., p. 13) angenommene Grenze des Lias zwischen den Zonen 


des Amm. spinatus und der Posidonomya Bronni der in Süddeutschland seit Buch’s Eintheilung des Jura 
eingebürgerten vorziehen, welche den Lias mit der Zone des Amm. jurensis abschliesst. 

Auch die petrographische Beschaffenheit führt an der Mehrzahl der Localitäten darauf hin, da es 
ein sehr Leichtes ist, die blätterigen, bituminösen Schiefer und die ihnen untergeordneten Stinksteine, welche 
sich auch orographisch meistens leicht zu erkennen geben, von den Thonen der oberen Hälfte des mittleren 
Lias zu trennen. Besonders in die Augen fallend ist diese Grenze im Innerste- Thale oberhalb Hildesheim, 
wo der Fluss die Schichten des unteren und mittleren Lias zu einem breiten Thale ausgewaschen hat, 
während die zwar nicht hohen, aber doch ziemlich steilen Gehänge des rechten Ufers (bei den allen nord- 
deutschen Paläontologen bekannten . Zwerglöchern“ u. s. w.) mit den Schiefern beginnen, aus denen schon 
A. Roemer eine ziemlich grosse Zahl von Petrefaeten beschrieben hat, und die mit den schwäbischen Schie- 
fern des ..Lias e'‘ so genau übereinstimmen. — 

Dagegen gehört in den meisten Fällen schon ein sehr geübtes Ange dazu, und oft dürfte es sogar 
ganz unmöglich sein, die Thone des Amm. radians von denen des Amm. torulosus und opalinus dem äusseren 
Ausehen nach zu unterscheiden. Ja. es sind mir sogar mehrere Localitäten bekannt, wo Arten, von denen 
einige als Leitmuscheln des . oberen Lias,‘“ andere als solche der die Basis des „‚unteren braunen Jura‘ oder 
„Unterooliths‘* bildenden Zone des Amm. torulosus gelten, neben einander in derselben Thonschicht 
liegen. ‘Dies Verhältniss findet z. B. in dem auch in mancher andern Beziehung nicht uninteressanten 
Höhenzuge statt. welchen ich früher als „rechte Innerste- Kette‘‘ bezeichnet habe (Zeitschr. d. d. geol. Ges. 
Bd. XV, p. 455). An geeigneter Stelle ausgeführte Schürfe zeigten hier, dass der unzweifelhafte. echte 
Amm. torulosus Schübl. nebst Turbo duplicatus Gf. mit Formen wie Amm. Aalensis Ziet.. comptus Rein. sp., 
jurensis Ziet., Astarte sp. (— Corbis laevis Roem.) u. s. w. nicht etwa nur in einer Grenzbank zusammen 
vorkommt, sondern dieselben in einer ziemlich mächtigen Thonschicht von oben bis unten begleitet. — 
Das gleiche Verhältniss liess sich durch Grabungen auf dem Osterfelde bei Goslar (Hannover) nachweisen. 

Schon A. Roemer hat 1836 in seinen „Versteinerungen des nordd. Oolithengeb.“ eine Reihe von 
Faleiferen beschrieben, deren genauere Deutung ich an einer andern Stelle versuchen werde. — Mit 
grossem Fleisse hat auch Strombeck (Zeitschr. d. d. geol. Ges., 1853, V, p. 81 ff.) die verschiedenen in der 
Gegend von Braunschweig vorkommenden, hierher zu rechnenden Formen beschrieben, die er mit Quen- 
stedt grossentheils als Varietäten des Amm. radians Rein. sp. ansieht. Seebach erwähnt in seinem „hanno- 
ver’schen Jura‘ von Falciferen aus den „Posidonien-Schichten“ und .‚Amm. jurensis - Schichten“ nur Amm. 
borealis Seeb., Lythensis Phill., concavus Sow., striatulus Sow., dispansus Lyc., undulatus Stahl, ohne in- 
dessen damit zu der Meinung Veranlassung geben zu wollen, als ob dies die einzigen bekannten Vertreter 
dieser Familie in dem Jura - Gebiete wären, über welches sich seine Arbeit erstreckt. Dies würde auch in 
der That eine nicht ganz zutrefiende sein, da die Mannigfaltigkeit der Arten bei uns kaum eine geringere 
sein dürfte, als in den meisten anderen Gegenden, wo diese Schichten vorkommen. — 

Weiter unten werde ich Gelegenheit nehmen, einige Falciferen aus jüngeren Schichten specieller zu 
besprechen. — 


184 
[2 
* 


— 16 — 


16. Ammonites Goslariensis sp. nov. 


Der neuen Art, für welche nach ihrem ersten Fundorte der obige Name gebraucht werden möge, 
lege ich zwei nahezu vollständige Exemplare zu Grunde, von denen das eine auf dem grössten Theile der 
Oberfläche noch die ganze ziemlich dicke Schale besitzt. Dasselbe besteht aus vier nicht sehr inyoluten 
Windungen und zeigt folgende Dimensionen, welche zum Theil nach der muthmasslichen Restauration der in 
ihrem vorderen Theile zerdrückten Wohnkammer, so weit dieselbe erkennbar, gemessen wurden : 


Ganzer Durchmesser des Gehäuses . . . . . ....57Mm. 
Weite des Nabelstt iuiit; a 0. Mn 
Höhe des letzten Umgangs in der Windungsebene . . 20 ,, 
Se BE ke „ von der Naht biszum Rücken 24 ,, 
„es vorletzten, ch SE); . 1b 2 
Dicke des letzten ” ER HE RT RER AN 


" „ vorletzten ‚ naher AR SR, 
Nicht involuter Theil des vorletzten Umgangs 


@ S00 


;% nr » x,. vorvorletzten‘ ‘,; 


Die Mundöffnung ist oval mit flachen Seiten. Letztere sind mit diehten, sanft gerundeten Rippen 
versehen, welche am Nabel als schwache Reifen beginnen und anfänglich ähnlich verlaufen, wie bei Amm. 
bifrons Brug. und borealis Seeb. Ungefähr in der Mitte der Seiten haben diese Reifen ein Knie und gehen 
nun, schwach rückwärts geneigt und immer stärker »werdend, in gerader und ununterbrochener Linie über 
den runden, ganz kiellosen Rücken. Stellenweise sind die Reifen auf der unteren Hälfte dichter zusammen- 
gedrängt, in ähnlicher Weise wie bei Amm. opalinus Rein. sp. gebündelt; dem entsprechend pflegt der 
Rücken an dieser Stelle etwas höher gewölbt zu sein, so dass die Spirallinie, welche derselbe bildet, schwach 
höckerig wird; eine eigentliche Gabelung oder Einschaltung von Rippen findet nur ausnahmsweise und 
undeutlich statt. Die Anzahl der Rippen auf dem Rücken beträgt etwa 50. Die Wohnkammer beträgt 
mindestens die Hälfte des letzten Umgangs. Die Loben sind einfach und wenig zerschnitten, vom Typus der 
Falciferen, ähnlich denen des Amm. bifrons Brug. Sie sind besonders deutlich an dem verkiesten unbeschalten 
Exemplare aus dem oberen Lias von Milhau (Aveyron), welches mir Herr L. Saemann in Paris mit dankens- 
werther Bereitwilligkeit zur Untersuchung überliess. Dasselbe ist etwas kleiner, als das oben beschriebene, 
und besitzt einen etwas engeren Nabel, stimmt aber sonst vollkommen mit jenem überein; von der Wohn- 
kammer ist daran nichts mehr erhalten, da die Loben bis an’s Ende reichen. 


Bemerkungen. Von diesem seltenen Ammoniten sind mir nur die beiden schon in der Beschrei- 
bung erwähnten Exemplare bekannt. Das eine wurde von meinem Onkel, Herrn Oberhüttenmeister Grum- 
brecht zu Ocker, in den Stinksteinen gefunden, welche auf dem Osterfelde bei Goslar (Hannover) den Schie- 
fern der Zone des Amm. serpentinus und der Posidonomya Bronni untergeordnet sind. Das zweite fand 
sich in der Sammlung des Herrn L. Saemann zu Paris, unter einer Sendung von Petrefacten aus dem oberen 
Lias von Milhau (Dept. Aveyron), ohne dass sich die Schicht, aus welcher dasselbe stammt, genauer fest- 
stellen liess. — Beiläufig sei hier erwähnt, dass ich unter derselben Sendung, jedoch aus dem mittleren 
Lias, neben dem seltenen Amm. Zitteli Opp. mehrere Exemplare eines Ammoniten sah, welcher in allen 


=, As Fe 


Punkten vollständig mit der Beschreibung und Abbildung des Amm. Ragazzonii Hauer 1861 aus dem sog. 
„Medolo“ der Provinz Brescia übereinstimmt. Meines Wissens wurde dieser Ammonit bisher aus Frankreich 
und überhaupt aus ausseralpinem Lias noch nicht angeführt. 

In welcher Gruppe Amm. Goslariensis seine nächsten Verwandten habe, ist nicht ganz leicht zu 
sagen. Durch seine Loben und die Form des unteren Theils der Rippen schliesst er sich zunächst an 
Falciferen, wie Amm. bifrons Brug. und borealis Seeb. an; doch dürfte ein ganz gerundeter Rücken bei 
normal ausgebildeten Falciferen-Arten etwas sehr Auffallendes sein. Vollkommen normal entwickelt sind 
aber beide mir vorliegenden Exemplare, auch die Loben durchaus regelmässig und symmetrisch. Das ver- 
kieste französische, bei welchem auf dem Rücken die Loben eine ununterbrochene Linie bilden und die 
Rippen in der Mittellinie des Rückens etwas abgeplattet erscheinen, würde dabei. noch die Möglichkeit zu- 
lassen, dass ein hohler Kiel, wie er von Quenstedt bei Amm. dorsocavatus beschrieben wurde (neues Jahrb., 
Jahrg. 1857, p. 544) und wie er bei vielen Falciferen vorkommt, vorhanden gewesen wäre; indessen würde 
dann an der Stelle, wo die letzte Windung den Rücken der vorletzten umfasst, auf diesem letzteren sich 
doch eine Spur dieses Kieles erhalten haben, was nicht der Fall ist. Ganz ausgeschlossen ist diese Mög- 
lichkeit aber durch das norddeutsche Exemplar, welches einen vollkommen unversehrten Rücken mit voll- 
ständiger Schale, und gerade hier die Rippen am kräftigsten ausgebildet zeigt. 

Bei so auffallenden und eigenthümlichen Merkmalen ist eine Verwechselung des Amm. Goslariensis 
mit anderen Arten nicht leicht möglich. Vielleicht liefert das französische Toareien, welches namentlich bei 
Milhau und bei la Verpilliere (Isere) so viele schöne, zum Theil noch unbeschriebene Ammoniten führt, bei 
genauerer Untersuchung auch Formen, welche die Vermittelung zwischen der vorliegenden Art und den 
echten Falciferen herstellen. 

T.1(26), £.8. Ammonites Goslariensis sp. nov. vom Österfelde bei @oslar (Hannover). Zone 
der Posidonomya Bronni und des Amm. serpentinus. Sammlung des Herrn Oberhütten- 
meisters Grumbrecht zu Ocker. Bei der Rücken-Ansicht ist der vordere zerdrückte 
Theil der bei x beginnenden Wohnkammer restaurirt gedacht. 

T.1 (26), f. 9. Loben eines verkiesten Exemplars derselben Art aus dem .„‚Toareien‘“ von Milhau 
(Aveyron). Zone nicht genauer festgestellt. Sammlung des Herrn L. Saemann 
zu Paris. 


17. Ammonites serrodens (Ju. 


Von dieser seltenen Art, welche bisher nur aus Schwaben bekannt war, fand Herr von Strombeck 
schon vor längeren Jahren in einer grauen Mergelbank mit Amm. jurensis Ziet., hireinus Schloth., radians 
Rein sp. und Belemnites irregularis Schloth. ein gut erhaltenes Windungsstück, dessen Loben sehr deutlich 
erhalten sind und mit Quenstedt’s Abbildung Ceph., t. 8, f. 14, vortrefflich übereinstimmen. Mit dankens- 
werther Bereitwilligkeit theilte mir der genannte Gelehrte dieses und mehrere andere werthvolle Stücke 
seiner Sammlung zur Untersuchung mit. 

Von weiteren Erfunden dieser Art ist mir nichts bekannt geworden. 

T.2 (27), f.2. Loben eines Fragments von Ammonites serrodens Qu. von der Ziegelei bei Grassel, 
2 Stunden nordöstlich von Braunschweig. Zone des Amm. radians und jurensis. 
Sammlung des Herrn Kammerraths von Strombeck zu Braunschweig. 


18. Ammonites torulosus Schübler. 
1831. Amm. torulosus Schübl., Ziet., t. 14, f. 1. 
1859. Amm. torulosus Ewald, Monatsber. d. kön. Akad. d. Wiss. zu Berlin, 7. April, 
p- 348. 
19. Ammonites Germaini Orb. 


1864. Amm. Germaini Seeb., hann. Jura, p. 138. 
1865. Amm. interruptus Brauns, Strat. und Pal., p. 31. 


Amm. torulosus, der von Zieten, so wie er in Schwaben gewöhnlich vorkommt, vortrefflich ab- 
gebildet ist, zeigt in so fern eine eigenthümliche Entwickelung, als der selten gut erhaltene Jugendzustand 
desselben in mancher Beziehung von der erwachsenen Form abweicht. Eine ziemliche Anzahl gut erhaltener 
schwäbischer Exemplare meiner Sammlung lässt keinen Zweifel darüber, dass Quenstedt’s Abbildung auf 
t. 42, f. 5 des Jura wirklich nur den Jugendzustand der grösseren Form, wie f. 7, darstellt, und dass beide 
zu einer Art gehören, was Brauns.l. c. bezweifelt hat. Indessen sind solche eigenthümliche Altersverschieden- 
heiten bei den Fimbriaten nichts Auffallendes; kommen doch deutliche a die sich später ganz 
verlieren, m der Jugend auch beim Amm. fimbriatus Sow. selbst vor. — 

Eine andere Frage ist, ob Amm. Germaini Orb. von dieser Art wirklich verschieden sei, wie die 
meisten Autoren (u. A. Seebach, hann. Jura, p. 138) annehmen. Französische Exemplare von Amm. Germaini 
liegen mir nicht vor, und kann ich daher nur constatiren, dass Amm. torulosus, wie ich ihn aus Schwaben 
und Norddeutschland kenne, sich allerdings durch etwas breitere und rundere Mundöffnung auszeichnet. so 
wie dadurch, dass die groben Einschnürungen schon bei 30—40 Min. Durchmesser in feinere Furchen, und 
die breiten gereiften Wülste dazwischen in gereifte, runde Rippen sich zu verwandeln anfangen, was nach 
Orbigny’s Zeichnung bei Amm. Germaini von 65 Mm. Durchmesser noch nicht eintritt. 

Seebach beschreibt seine Stücke des Amm. Germaini von den Zwerglöchern ziemlich übereinstimmend 
mit Orbigny, giebt aber an, dass dieselben eine weniger vierseitige Mundöffnung haben. Dasselbe ist der 
Fall mit dem Ammoniten. welchen Brauns von Wenzen als Amm. interruptus anführt und von dem ich 
selbst ein Fragment besitze, dessen Erhaltung in Verbindung mit dem anhaftenden Gesteine darauf hin- 
deutet, dass dasselbe aus tieferen Schichten als der Zone der Trigonia navis, wahrscheinlich aus den von 
Brauns als Aequivalent der Zone des Amm. jurensis angenommenen gelben Mergeln stammt. 

Wohnkammerstücke des Anm. torulosus, welche ganz mit der Zieten’schen Abbildung überein- 
stimmen, finden sich bei Hoym (Prov. Sachsen; cf. Ewald), bei Ocker und Goslar (Hannover) und in den 
Umgebungen von Salzgitter (Hannover) an mehreren Punkten; die Lagerstätte an letzterem Orte habe ich 
oben, p. 165, näher auseinandergesetzt. — 

Amm. Germaini ist mir nur von den beiden schon angeführten Fundorten, den Zwerglöchern bei 
Hildesheim (Hannover) und dem Bahneinschnitte bei Wenzen (Braunschweig) bekannt. 


— 169 °— 


20. Ammonites hircicomis U. Schloenb. 


1863. Amm. hircicomis U. Schloenb., Zeitschr. d. d. geol. Ges. Bd. XV, 3. Dechr. 
1863, p. 657. 

1364. Amm. hireinus Seeb., hann. Jura, p. 138. 

1565. Amm. hircinus Brauns, Strat. u. Pal., p. 31. 


Von dem Ammoniten, für den ich den Namen Amm. hireicornis vorgeschlagen habe, liegen mir nur 
Wohnkammerstücke vor, denen meistens die Schale fehlt. Danach ist Amm. hireicornis ein Fimbriat mit 
wenig involuten Windungen, welche eine niedrig ei- oder herzförmige, am Rücken stumpf dachförmige 
Mundöffnung haben und über der Naht und auf der Mitte des Rückens am stärksten gewölbt sind. An 
der Naht beginnen ziemlich breite Einschnürungen, deren an der Seite der Mundöffnung liegende Ränder 
steiler und schärfer als die entgegengesetzten, und bei erhaltener Schale mit einer ähnlichen scharfen Lamelle 
versehen sind, wie sie Orbigny bei Amm. Germaini t. 101, f. 4 zeichnet. Diese Einschnürungen haben 
einen sichelförmigen Verlauf, indem sie anfänglich sehr schwach nach vorn geneigt, fast senkrecht gegen die 
Naht, etwa bis zur Mitte der Seite gehen und sich dann mit einer ziemlich raschen Rundung stark nach 
vorn umbiegen, um auf dem Rücken, wo sie zugleich breiter und tiefer werden, einen ziemlich spitzen, vor- 
wärts gerichteten Winkel zu bilden; die Zahl derselben ist 20—30 auf einer Windung. Die zwischen den- 
selben befindlichen Wülste von nicht ganz regelmässiger Breite sind flach, an ihrem hinteren Rande höher, 
als am vorderen, namentlich auch auf dem Rücken, dessen Spirale dadurch ausgezackt erscheint. — Die 
Loben und Sättel sind nur fragmentarisch bekannt, scheinen aber ziemlich einfach und kurz zu sein. 


Bemerkungen. Ich habe zwei Exemplare dieser Art von Greene (Braunschweig), zwei von Mainz- 
holzen (Braunschweig), und eins von Falkenhagen (Lippe) verglichen, welche alle trotz ihrer sehr ver- 
schiedenen Grösse, sich in den eben beschriebenen Merkmalen sehr constant zeigen. Dieselben unterscheiden 
sich von dem an vielen norddeutschen Fundorten in der tieferen Zone des Amm. jurensis und radians 
nicht sehr selten vorkommenden Amm. hireinus Schloth.. dessen Originale ich in Berlin zu vergleichen 
Gelegenheit hatte, namentlich durch die geknickten, stärker nach vorn gebogenen und fast immer dichter 
stehenden Einschnürungen, so wie durch den stumpf dachförmigen Rücken, der bei Amm. hircinus viel 
runder ist. Auch in den Loben scheinen Abweichungen vorhanden zu sein, indem bei Amm. hireicornis der 
Haupt-Seitensattel stärker ausgebildet ist, als ihn Quenstedt bei Amm. hireinus zeichnet. 

Die Lagerstätte bei Greene und Mainzholzen ist die Zone der Trigonia navis; das Exemplar von 
Falkenhagen, welches mir durch Herrn Oberförster Wagener zu Langenholzhausen unter der Bezeichnung 
„Amm. ibex?“ (ef. Verh. d. nat. Ver. d. pr. Rheinl. u. s. w. 1860, p. 164) zur Untersuchung freundlichst 
mitgetheilt wurde, soll dort in der Oberregion des unteren Lias (Lias ß Qu.) gefunden worden sein; doch 
scheint mir diese Angabe gegenüber der zweifellosen Lagerstätte der in jeder Beziehung durchaus identischen 
Exemplare von. Greene und Mainzholzen nicht unbedenklich. 

T.2 (27), £.3. Ammonites hircicornis U. Schloenb., aus der Fundament-Grube einer Eisenbahn- 
brücke bei Mainzholzen (Braunschweig). Obere Lagen der Zone der Trigonia navis. 
Ich verdanke dies grösste mir bekannte Wohnkammerstück dieser seltenen Art dem 
Sammeleifer des Herrn Bauaufsehers Meyer zu Mainzholzen am Hils (Braunschweig). 


— 10 — 


21. Ammonites affinis Seebach. 


1364. Amm. affınis Seeb., hannov. Jura, p. 143, t. 8, £. 4. 
1865. Amm. affınis Brauns, Strat. u. Pal., p. 35, t. 5, f. 1—4. 


Von diesem an einigen Fundorten so ausserordentlich häufigen, aber äusserst selten gut erhaltenen 
Ammoniten war ich so glücklich einige, fast ganz vollständige Exemplare zu finden, welche auch den eigen- 
thümlichen Verlauf der Lobenlinie deutlich zeigen. 

Eine Eigenschaft, welche die Mehrzahl meiner Exemplare dieser Art zeigt, die aber von den beiden 
genannten Autoren nicht hervorgehoben ist, besteht darin, dass die feinen Zuwachsreifen der Schale mit- 
unter während ihres bei beiden eitirten Abbildungen gut wiedergegebenen regelmässigen Verlaufs in so fern 
eine Unterbrechung erleiden, als sie wiederholt plötzlich gleichsam nach rückwärts eingeschnürt erscheinen; 
zwischen zwei solchen Einschnürungen sind dann die Reifen meist halbmondförmig schwach nach vorn 
gebogen. Dieser Fall tritt namentlich häufiger in der Nähe des Rückens ein; dabei bleibt jedoch stets noch 
der sichelförmige Verlauf der Reifen herrschend. Diese auf einen ausgeschweiften, unregelmässig gerandeten 
Mundsaum deutende und nicht auf die Wohnkammer beschränkte Erscheinung wiederholt sich meistens 
an derselben Stelle bei allen folgenden Reifen, so dass diese Einschnürungen in Spiralen geordnet sind, 
welche der Windungsspirale entsprechen. Seebach hat solche Spirallinien gezeichnet, ohne dass aus seiner 
Abbildung zu ersehen ist, wie dieselben entstanden sind. Von einem Ohre, wie es Brauns in t.5, f.4 
zeichnet, habe ich an keinem meiner Exemplare eine Andeutung gefunden, obgleich an den meisten derselben 
ein ziemlich grosser Theil der Wohnkammer erhalten ist. So zeigt ein anscheinend nahezu ausgewachsenes 
Exemplar, -dessen letzte Loben sehr gedrängt stehen, bei einem Durchmesser von 67 Mm. und einer Wohn- 
kammer-Länge von fast 3/, Windung ganz den gewöhnlichen Verlauf der Sicheln ohne Spur eines Ansatzes 
zu einem Ohr; eben so noch viele andere von verschiedener Grösse. 

Folgende Fundorte des Amm. affinis sind mir bekannt geworden: Greene (Braunschweig), Wenzen 
und Mainzholzen am Hils (Braunschweig), Geerzen unweit Alfeld (Hannover). Derselbe charakterisirt überall 
die Zone der Trigonia navis, in welcher er ausschliesslich gefunden wurde. Auffallend ist, dass er im nord- 
deutschen Jura erst in so geringer geographischer Verbreitung nachgewiesen wurde. An vielen nord- 
deutschen Localitäten, wo die Zone der Trigonia navis petrefactenreich entwickelt ist, z. B. bei Ocker und 
Goslar, bei Hildesheim u. s. w., wurde Amm. affınis noch nicht gefunden, scheint hier vielmehr durch den 
in der Hilsmulde seltenen Amm. opalinus vertreten zu werden. — Die Angaben eines weiteren Fundortes 
durch Dr. Brauns (Kosemütz, Kreis Nimptsch in Schlesien), welche nach mündlicher Mittheilung jenes Herrn 
auf einer Etikette einer alten oryktognostischen Sammlung beruht, ist somit bis jetzt die einzige vielleicht 
noch nicht ganz unzweifelhafte, wonach Amm. affınis auch ausserhalb des Juragebietes der Hilsmulde vor- 
kommen soll. 

T.3 (28), f. 1. Ammonites affinis Seeb., von Greene (Braunschweig). Zone der Trigonia navis. 


22. Ammonites Beyrichi sp. nov. 


1863. Amm. opalinus Seeb. (z. Th.), hann. Jura, p. 143. 


Stark involuter flacher Ammonit aus der Gruppe der Falciferen mit einem deutlich abgesetzten, 
scharfen Kiele ohne seitliche Furchen. Der Mundsaum der Wohnkammer wurde an keinem Exemplare 


—- MN — 


beobachtet; doch scheinen, nach den Anwachsreifen zu urtheilen, keine Ohren vorhanden gewesen zu sein. 
Seiten flach, mit einer steilen, fast rechtwinkligen Nahtfläche versehen; die dichten Rippen (am Rücken 
40—50 auf einer Windung) sind sehr flach, beginnen an der Naht sehr fein mit einer starken Richtung 
nach vorm, die sie etwa bis zur Mitte beibehalten; dann biegen sie sich allmählich sichelförmig, zuweilen 
unregelmässig bifureirend und stärker werdend nach rückwärts, um in der Nähe des Rückens sich wieder 
nach vorn zu wenden und zu verschwinden, ehe sie den Kiel erreichen. Die Schale ist ausserdem oft mit 
feinen, den Rippen parallelen Haarreifen versehen, welche namentlich in der Mitte der Seite deutlich sind. 
Auf der Wohnkammer werden die Rippen schwächer, sind aber selbst bei den grössten Exemplaren noch 
immer ihrem ganzen Verlaufe nach deutlich zu erkennen. — Die Loben sind zahlreich und entsprechen im 
Allgemeinen dem Typus der Faleiferen. An den breiten, viertheiligen Rückenlobus schliesst sich der am 
weitesten zurückgreifende, fast symmetrisch gebildete, schmale, dreispitzige Seitenlobus, dem bis an die 
Nahtfläche noch 6 Hülfsloben folgen, welche nicht weiter reichen, als der Rückenlobus; Naht- und Bauchloben 
waren an den untersuchten Exemplaren nicht sichtbar. 

Die Dimensionen des grössten mir bekannten Exemplars, bei welchem mehr als eine halbe Windung 
der Wohnkammer erhalten ist, und eines zweiten, bei welchem der erhaltene Theil der Wohnkammer reichlich 
zwei Drittel einer Winduug einnimmt, betragen: 


Durchmesser des Gehäuses . . . . 2.2.2..2..2...100Mm. 67 Mm. 
NVeltewdes@NaBels nn N TER BUN REEL ODP TE RLOTIERE 
Höhe des letzten Umgangs in der Windungsebene . . 32 „2 ,. 
en a ar I von der Naht biszum Rücken 52 „ 35 „ 
x ‚„ vorletzten ‚, von der Naht biszum Rücken 25 „ 15 „ 
Dickender Metzten Umganes . 20. RER EIER EN R 
x ,„ vorletzten „, Da a a A a a LO older 
Involuter Theil des vorletzten Umgangs . . . ... 283 , 2, 


Bemerkungen. Die nächsten Verwandten dieser Art sind Amın. Lythensis Yg. u. Bd. und opalinus 
Rein sp. Von englischen und französischen Typen der ersteren Art (= Amm. concavus Orb.) unterscheidet 
sich die vorliegende durch stärker geschwungene Rippen, engeren Nabel und verschiedene Loben, namentlich 
eine grössere Anzahl von Hülfsloben. Amm. opalinus dagegen hat einen noch weiteren Nabel und weniger 
steil abfallende Nahtfläche, gröbere, mit feinen gebündelten Haarreifen bedeckte Rippen und weniger und 
einfachere Loben. Von Ohren findet sich bei Amm. Beyrichi nach dem mir vorliegenden Material keine 
Andeutung. 

+ Amm, Beyrichi hat sich bisher nur bei Greene, Wenzen und Mainzholzen (Braunschweig), und auf 
dem Osterfelde bei Goslar (Hannover) gefunden, und zwar sowohl in den Thonschichten mit Trigonia 
navis, Amm. affınis u. s. w., als in der Kalkbank an der oberen Grenze dieser Zone, welche Seebach 
(hann. Jura, p. 31) namentlich bei Wenzen beschrieben hat, die aber auch bei Greene und Mainzholzen 
deutlich zu beobachten war. 

T. 2, (27) f, 4. Ammonites Beyrichi sp. nov. von Mainzholzen (Braunschweig). Zone der Trigonia 
navis. Bei x beginnt die Wohnkammer; die letzten Lobenlinien stehen sehr gedrängt. 
T. 2 (2%), f£.5. Ammonites Beyrichi sp. nov. von Wenzen (Braunschweig). Zone der Trigonia navis. 


Palaeontographica, Bi. XIII, 4 23 


—- 12 — 


23. Ammonites Deslongehampsi Defr. 


Dieser seltene bei Orbigny auf t. 138, f. 1, 2 vortreftlich abgebildete Ammonit wurde von Herrm 
Bauaufseher Meyer zu Mainzholzen (Braunschweig) in einer dunkleren schieferisen Thonschicht gefunden, 
welche bei Anlage eines der Bahneinschnitte bei Eimen am Hils zwischen den graugelben Thonen, die durch 
Amm. Parkinsoni und Belemnites giganteus charakterisirt sind, und den blaugrauen glimmerreichen Thonen, 
welche an der Basis der Schichten mit Amm. Württembergieus, ferrugineus, Trigonia interlaevigata, Östrea 
Knorri u. s. w. liegen, sich erkennen liess. In der gleichen Schicht fand der genannte eifrige Sammler 
vorzugsweise den von Brauns ]. c. p. 54 eitirten Nautilus subtruncatus und eine, wie es scheint, von Thracia 
Eimensis Brauns verschiedene Thracia. 

Obgleich verhältnissmässig nicht häufig, scheint Amm. Deslongchampsi eine ziemlich grosse geogra- 
phische Verbreitung zu haben; er wurde ausserhalb Frankreichs bisher namentlich aus Schwaben (Opp., Juraf. 
S. 53, Nr. 44, p. 378), aus der Schweiz (Opp., Pal. Mitth. I, p. 149), sodann aber, wie es scheint, auch von 
Swinitza an der Donau (Banat) durch Kudernatsch nachgewiesen. Dieser letztere Autor bildet nämlich von 
der genannten, an verschiedenen Ammoniten-Arten reichen Localität, von der noch weiter unten die Rede 
sein wird, in seinem Aufsatze „über die Ammoniten von Swinitza“ unter dem Namen Amm. Humphriesanus 
Sow. auf t. 3, f. 5, 6 eine Art ab, von der er p. 13 einräumt, dass dieselbe von der typischen Form dieses 
Ammoniten abweiche und dem Amm. Deslongehampsi Orb. ähnlich sei, während dıe ebenfalls von Amm. 
Humphriesanus abweichenden Loben eine Annäherung an Amm. linguiferus Orb. (Terr. jur., t. 156) zeigen. 
Später wies F. von Hauer (Pal. Not. 1857, p. 156, t. 1, f. 5, t. 2, f. 10) nach, dass Amm. Humphriesanus 
Kudern. nicht zu der gleichnamigen Sowerby’schen Art gehöre, und erhob denselben zu einer neuen Art, 
die er’Amm. rectelobatus nannte und deren Verschiedenheit von dem nahestehenden Amm. linguiferus Orb. 
er ausdrücklich hervorhob; dagegen sprach er sich über das Verhältniss zu Amm. Deslongchampsi Defr., 
dessen Loben Orbigny nicht abgebildet hat, nicht aus. Nun zeigen aber die genannten Abbildungen und 
Beschreibungen von Kudernatsch und Hauer eine so grosse Aehnlichkeit mit Amm. Deslongehampsi Orb. 
t. 138, f. 1, 2, und namentlich auch hinsichtlich der Loben mit einem Prachtexemplare dieser Art, welches 
ich bei Sully unweit Bayeux (Calvados) im Herbste 1364 sammelte, dass die Identität des Amm. rectelobatus 
Hauer mit der genannten französischen Art mehr als wahrscheinlich erscheint; bei meinem Exemplare von 
Bayeux werden auch ganz in derselben Weise, wie bei Hauer’s t. 1, f. 5 die späteren Windungen evoluter. 
— An Wahrscheinlichkeit gewinnt die Annahme dieser Identität noch durch Oppel’s Angabe, dass mehrere 
gleiche Formen, wie die von Swinitza beschriebenen, am Glärnisch (Schweiz) mit Amm. Deslongchampsi von 
Escher von der Linth gefunden seien. 

Nach Oppel findet sich Amm. Deslongchampsi in der obersten Lage der Zone des Amm. Parkinsoni 
in Begleitung von Amm. polymorphus Orb., zigzag Orb., Neuflensis Opp. u. s. w. Meine Beobachtungen 
in Frankreich schienen dies zu bestätigen und auch das norddeutsche Lager dieses Ammoniten würde der 
Schicht entsprechen, welche Oppel als die oberste des „Unterooliths‘‘ angenommen hat. 

Andere norddeutsche Fundorte des Amm. Deslongchampsi sind bisher nicht bekannt geworden, so 
wie auch das genannte jetzt in meiner Sammlung befindliche Exemplar das einzige ist, welches ich von 


Eimen zu sehen Gelegenheit hatte. 


Ba 


24. Ammonites Truellei Orb. 

Ein kleines verkiestes Exemplar dieses seltenen Ammoniten erhielt ich aus einem Eisenbahneinschnitte 
bei Eimen am Hils (Braunschweig). Dasselbe stammt mit grosser Wahrscheinlichkeit, der Erhaltung nach, 
aus der gleichen Schicht, welche als Lagerstätte des Amm. Deslongchampsi genauer präeisirt wurde, und 
würde dies Vorkommen annähernd mit dem in Schwaben und Frankreich übereinstimmen, wo Amm, Truellei 
ebenfalls in den oberen Schichten des Unterooliths mit Amm. Parkinsoni sein Lager hat. 

Die richtige Bestimmung meines Stückes von Eimen erscheint nieht zweifelhaft nach Vergleichung 
der prachtvollen Suiten von den verschiedensten Varietäten und Alterszuständen dieser Art, welche ich in 
vielen französischen Sammlungen zu sehen, zum Theil auch an mehreren Fundorten in der Normandie zu 
sammeln Gelegenheit hatte. — Merkwürdig ist die auffallende Aehnlichkeit der Jugendformen mit Amm. 
pustulatus Suevicus Qu., Ceph., t. 9, f. 23, worauf Quenstedt selbst p. 134 hinweist. Da indessen nach 
Oppel Amm. pustulatus Suevieus Qu. = polygonius Ziet. = crista galli Orb. ist, letzterer aber sowohl nach 
der Abbildung, wie nach Vergleichung meiner Exemplare von Montreuil-Bellay (Maine-et-Loire) von Amm. 
Truellei namentlich durch den anders geformten Kiel verschieden ist, so dürfte auch Quenstedt’s Amm. 
pustulatus Suevicus nicht, wie er in den „Oephalopoden“ meint, mit Amm. Truellei zusammen gehören. Im 
„Jura“ hat Quenstedt selbst später auch beide Arten getrennt. 

Der Dorsocavaten-Charakter, von welchem ebenfalls Quenstedt (neues Jahrb. 1357, p. 544 und Jura, 
p- 395 und 526) spricht, ist bei meinem kleinen Exemplare von Eimen deutlich sichtbar. 

Einige andere kleine Exemplare des Amm. Truellei besitze ich aus dem oberen Stollen östlich von 
Dohnsen am Ith (Braunschweig). Die dortige Lagerstätte derselben lässt sich nicht mit Genauigkeit 
bestimmen; doch ist dieselbe wahrscheinlich tiefer, als die Zone des Amm. Parkinsoni, da mir neben zahl- 
reichen, die Zonen des Amm. Humphriesanus und des Amm. Sauzei charakterisirenden Petrefacten von dort 
kein sicheres Leitpetrefact der Zone des Amm. Parkinsoni bekannt ist. — 

T. 3, (28) f.2. Ammonites Truelli Orb. Verkiest von Eimen am Hils (Braunschweig). Wahr- 
scheinlich aus den oberen Lagen der Zone des Amm. Parkinsoni. 


25. Ammonites Neuffensis Opp. 
1546. Amm. Parkinsoni gigas Qu., Ceph., p. 143, t. 11, £. 1. 
1557. Amm. Neuffensis Opp., Juraf., p. 373, $. 53, Nr. 48. 
1564. Amm. posterus Seeb., hann. Jura, p. 150, t. 10, £. 3. 

Diese zwischen Amm. Parkinsoni Sow. und Amm. Württembergicus Opp. stehende Form ist namentlich 
von Seebach als Amm. posterus sp. nov. gut beschrieben. Da indessen das Exemplar, welches er seiner 
neuen Species zu Grunde legte, mangelhaft erhalten war und die einzige mir ausserdem bekannte Figur von 
Quenstedt nur ein Fragment einer grossen Windung darstellt, so dürfte es nicht unangemessen sein, eine 
Abbildung von einem sehr schön erhaltenen Exemplare mittlerer Grösse zu geben, das ich kürzlich von Eimen 
(Braunschweig) erhielt. 

Amm. Neuffensis unterscheidet sich von Amm. Parkinsoni, welcher namentlich von Orbigny t. 122 
gut abgebildet ist, durch stärkere Involution und rascheres Zunehmen der Windungen, namentlich nach der 
Dicke, durch meistens etwas dicker stehende Rippen, so wie durch verschiedene Einzelheiten des im Ganzen 


sehr ähnlichen Verlaufs der Lobenlinie, welche sich durch eine genauere Vergleichung meiner Abbildung 
23* 


— 14 — 


nit der eben citirten t. 122, f. 5 leicht ergeben. Die Unterschiede von dem ebenfalls ähnlichen Amm. 
ferrugineus Opp. werden bei diesem besprochen werden. Von Amm. Württembergicus Opp. ist Amm. Neuf- 
fensis in der ersten Jugend sehr schwer zu unterscheiden; doch schon bei 30 —40 Mm. Durchmesser ent- 
wickeln sich beide Arten so verschieden, dass eine Verwechselung nicht mehr möglich ist. 

Sehr instructive Exemplare dieser Art von Eimen erhielt ich durch Herrn Bauaufseher Meyer zu 
Mainzholzen. Eins darunter von 310 Mm. Durchmesser ist noch ohne Wohnkammer und bewahrt, abgesehen 
von dem Verschwinden der Rippen und der Rückenfurche, bis an’s Ende den gleichen Charakter. 

Diese Art hat sich fast ausschliesslich unmittelbar über den glimmerreichen unteren Thonschichten 
gefunden, welche bei Eimen besonders reich an kleinen Gastropodenformen sind und die tiefsten Lagen der 
dort zur Bathformation gerechneten Schichten bilden. 

Von der vollkommenen Uebereinstimmung des in Rede stehenden norddeutschen Ammoniten mit dem 
von Oppel aus Frankreich und Schwaben eitirten Amm. Neuffensis konnte ich mich durch Vergleichung selbst 
gesammelter Typen von Bayeux (Calvados) und von Gönningen unweit Reutlingen (Württemberg) überzeugen. 
Dass auch Amm. posterus Seeb. mit dem abgebildeten Exemplare von Eimen durchaus ident ist, lehrte eine 
in Gemeinschaft mit Herrn Professor von Seebach selbst angestellte sorgfältige Prüfung beider Stücke. 

Es folgen die Massen des abgebildeten Exemplars und eines andern von Bayeux (Calvados): 


Ganzer Durchmesser des Gehäuses. . 2. 2 ...2.....97 und 195 Mm. 
Weitefides$ Nabelsnt 3 Wr ne TnBdleren bin 
Höhe des letzten Umgangs in der Windungsebene. . . 2 „ DB „ 
Plyars a H; von der Naht bis zum Rücken 36 „ 78 „ 
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Nicht involuter Theil des vorletzten Umgangs . . . Un 12 
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Ob die von Brauns als Amm. Neuffensis mit Amm. Parkiusoni vereinigten Exemplare (Strat. u. Pal., 
p. 55) wirklich der ersteren Art angehören, welche, meines Erachtens, eine so gut charakterisirte und selbst- 
ständige ist, wie irgend eine andere, kann ich nicht beurtheilen; ich ıneines Theils habe in den Schichten, 
welche er als Zone des Amm. Parkinsoni Sow. und Belemnites giganteus Schloth.‘“ bezeichnet, stets nur den 
echten Amm. Parkinsoni Sow., und zwar in sehr zahlreichen Exemplaren gefunden. 

Obgleich ziemlich selten, ist Amm. Neuffensis doch an verschiedenen norddeutschen Localitäten 
gefunden worden, von denen namentlich folgende genannt zu werden verdienen: Gelmkebach bei Goslar 
(Hannover); Umgegend von Hannover (cf. Seebach); Mehle unweit Elze (Hannover); Holzen unweit Eschers- 
hausen (Braunschweig); Geerzen unweit Alfeld (Hannover); Horn im Teutoburger Walde (Sammlung 
des Herrn Forstmeisters von Unger zu Seesen); Mückenburg bei Riddagshausen unweit Braunschweig 
(Sammlung des Herrn Kammerrath Grotrian); unweit Delligsen am Hils (Braunschweig); Eimen am Hils 
(Braunschweig). An allen diesen Localitäten, wo sich das Lager genauer feststellen liess, gehört die Art 
den unteren Schichten der Bathformation an und findet sich in Begleitung des Amm. ferrugineus, Württem- 
bergieus u. s. w. In Frankreich und in Schwaben liegt er vorzugsweise häufig in den höchsten Schichten 
des ‚‚Unteroolithes,“ scheint aber in der Gegend von Bayeux auch in die „Fullers earth‘ oder „Terre & 


—- 15 — 


foulon“ hinaufzureichen , welches Lager unseren Schichten von Goslar und Eimen entsprechen würde. — 
Bei Hannover findet sich Amm. Neuitensis nach Seebach in dem ,‚Eisenkalk“ mit Avicula echinata, welcher, 
nach den Aufschlüssen an der Porta Westphalica zu urtheilen, wahrscheinlich etwas jünger ist, als die Thone 
mit Östrea Knorri, Amm. ferrugineus, Württembergieus, discus u. s. w. 
-T.3(28), ££3. Ammonites Neuffensis Öpp., von Eimen am Hils (Braunschweig). Zone des 
Amm. ferrugineus und der Ostrea Knorri. Wohnkammer nicht erhalten. 


26. Ammonites ferruginens Opp. 
1546. Amm. Parkinsoni depressas Qu., Ceph., p. 144, t. 11, f. 5. 

(?) an Amm. Parkinsoni planulatus (pars) ibid. p. 143, t. 11, f. 2. 
1557. Amm. ferrugineus Opp., Juraf., $. 61, Nr. 9, p. 476. ° 

Von Amm. ferrugineus Opp., der gewöhnlich nur verkiest und in kleinen Exemplaren, wie auch in 
Schwaben, vorkommt, besitzt mein Onkel, Herr Oberhüttenmeister Grumbrecht zu Öcker, schöne grosse 
verkalkte Exemplare, die sich in Knauern am Gelmkebach bei Goslar (Hannover) mit Amm. Württem- 
bergicus Opp. u. s. w. gefunden haben. Auch erhielt ich aus dem Bahneinschnitte im Gniest bei Eimen 
(Braunschweig) nebst mehreren grossen Fragmenten ein grosses Individuum, welches eine verkalkte, fast 
eine ganze Windung betragende Wohnkammer hat, deren Mundsaum jedoch nicht erhalten ist. An diesem 
Exemplare, von dem eine Figur folgt, da meines Wissens bisher nur junge Individuen oder innere Win- 
dungen dieser Art abgebildet sind, ist leider der innere Theil schlecht erhalten; aber man sieht doch, 
dass dieselben mit den ziemlich häufigen kleinen verkiesten Individuen, welche damit vorkommen, überein- 
stimmen. Ueberdies bildet ein zweites interessantes, ebenfalls abgebildetes Exemplar eine deutliche Ver- 
mittelung zwischen jenen grossen und den letzteren. 

Danach steht Amm. ferrugineus einerseits dem Amm. Parkinsoni Sow., andererseits dem Anm. 
Neuffensis Opp. nahe, im Jugendzustande auch dem Amm. Württembergicus Opp. Von dem ersteren unter- 
scheidet er sich bei gleicher oder ähnlicher Involution durch seine viel diekeren und rascher zunehmenden 
Windungen, welche die Mundöfinung eben so breit, ja oft noch breiter als hoch erscheinen lassen, während 
dieselbe bei Amm. Parkinsoni einem hochkant aufgestellten Oblong mit abgerundeten Ecken sich nähert. — 
Uebergänge zum Amm. Parkinsoni habe ich, so viele Exemplare von beiden auch verglichen wurden, nicht 
finden können. — Eben so wenig gelang dies bei der Vergleichung mit Amm. Neuffensis, welcher bei viel 
bedeutenderer Involution zugleich eine mehr eiförmige Mundöfinung und feinere und dichtere Rippen besitzt, 
die im höheren Alter verschwinden. Dagegen sind bei meinem grossen Exemplare des Amm. ferrugineus 
noch bis an’s Ende der Wohnkammer die Rippen gleich grob und kräftig und zeigen noch meistens an der 
Stelle, wo sie sich gabeln, stumpfe Knötchen, die bei Amm. Neuffensis schon in früher Jugend verschwinden. 
Auch in den Lobenlinien der drei verglichenen Arten finden sich Abweichungen von einander. 

Seebach’s Amm. ferrugineus bezieht sich wahrscheinlich der grossen Mehrzahl der Exemplare nach 


auf den bei Eimen, Goslar u. s. w. noch häufigeren Anım. Württembergicus Opp., welcher in der Jugend 


dem Amm. ferrugineus allerdings ähnlich ist. Indessen lernt man beide, wenn man yiele Hunderte von 


Individuen in Händen gehabt hat, leieht unterscheiden, und lässt die geringe Involution und gröbere Be- 


rippung den Amm, ferrugineus fast immer ziemlich erkennen. Grössere Exemplare sind ohnehin nicht 


zu verwechseln. 


— 16 .— . 


Nachstehend die Massen dreier Individuen von Eimen und eines vierten von Goslar (Gelmkebach) : 


Ganzer Durchmesser des Gehäuses . . » 2» 2.2.2.02..2..152 46 35 22Mm. 
Weitesdes3Nabels sa er ODE 6 
Höhe des letzten Umgangs in der Windungsebene . .... 223 9 6, 

Banken H ® von der Naht bis zum Rücken. . 3 19 12 3, 

„19: worletzten‘", N RR ee ba BEA LO FA; 
Dieke-des,letzten.-Umsanes A. Nee AL DR 2 SE ; 

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Nicht involuter Theil des vorletzten Umganes . .....% 4 4 2, 

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Amm. ferrugineus hat eine ziemlich grosse geographische Verbreitung. In Frankreich sah ich ihn 
namentlich aus der „Fullers earth“ von Vaux-sur-Aure und Port-en-Bessin (Calvados), welcher Horizont 


seiner Lagerstätte in Norddeutschland vollkommen entspricht. — Im badischen Jura weist ihm F. Sandberger 
(Würzb. naturw. Zeitschr. V, Separatabdruck, p. 12) ein bestimmtes Lager unter dem dortigen „Cornbrash‘‘ 
an. — Aus Schwaben eitiren ihn Quenstedt, Oppel und Waagen von verschiedenen Localitäten. — In Nord- 


deutschland wurde Amm. ferrugineus namentlich vom Gelmkebach bei Goslar (Hannover), Mehle unweit Elze 
(Hannover), Holzen unweit Eschershausen (Braunschweig), Eimen am Hils (Braunschweig) und von Fallers- 
leben (Hannover) bekannt; an allen diesen Localitäten ist er ein steter Begleiter von Ostrea Knorri Voltz, 
Amm. Württembergicus Opp., subradiatus Sow. u. S. w. 
T.4 (29), f. 1. Ammonites ferrugineus Opp. von Eimen am Hils (Braunschweig). Zone des Amm. 
ferrugineus und der Ostrea Knorri. Die grossentheils erhaltene Wohnkammer beginnt bei x. 
T. 3 (28), £. 4. Derselbe, ebendaher. Wohnkammer nicht erhalten. Die letzte Windung erlitt eine 
Verletzung und ist von da an abnorm ausgebildet; diese Abnormität erstreckt sich 
auch auf die Loben, so dass die Mitte des Rückenlobus (D) nicht mit der Mitte des 
Rückens (M) zusammenfällt. 


27. Ammonites sulcatus Hehl. 
1530. Amm. sulcatus Hehl, Ziet., t. 5, f. 3. 
Die sichere Deutung der ziemlich mangelhaft abgebildeten Hehl’schen Art ist durch Waagen (1864, 
d. Jura, p.99 Anm., Abdr. aus d. Württ. naturw. Jahresh., 19. Jahrg., p. 175) ermöglicht, mit dessen Beschrei- 
bung die mir vorliegenden Exemplare dieser Art vom Gelmkebach bei Goslar und Eimen auf’s Genaueste 
übereinstimmen; dieselben sind sämmtlich verkiest und ohne Wohnkammer. Herr Prof. Oppel, dem ich das 
abgebildete Exemplar zusandte, verglich dasselbe mit Zieten’s Originale und bestätigte meine Bestimmung. 
An beiden Fundorten findet sich diese Art zusammen mit dem ihr nahestehenden Amm. polymor- 
phus Orb. in der Zone des Amm. ferrugineus und der Ostrea Knorri; in Schwaben und Frankreich soll ihre 
Lagerstätte etwas tiefer ein. 
Da die Zieten’sche Abbildung nicht genügt, um die Art erkennen zu lassen, so füge ich eine neue hinzu, 
beziehe mich aber übrigens auf meines Freundes Waagen von genauen Messungen begleitete Beschreibung. 
T.3 (28), £.5. Ammonites sulcatus Hehl von Eimen am Hils (Braunschweig). Zone des Amm. 
ferrugineus und der Ostrea Knorri. 


—- 11 — 


28. Ammonites psilodiscus sp. nov. 
1565. Amm. subdiscus Brauns, Strat. u. Pal., p. 59 (non Amm. subdiseus Orb.). 


Flacher Ammonit, bei erhaltener Schale mit fast glatten, als Steinkern mit schwach, aber dicht 
sichelförmig gereiften Windungen, welche etwa doppelt so hoch als breit sind und zur Naht steil, aber 
ohne Kante abfallen; Rücken schmal, gerundet. Die äussere Windung umfasst gewöhnlich weniger als die 
Hälfte der vorhergehenden; da aber die Windungen sehr rasch an Höhe zunehmen, so ist die Weite des 
Nabels im Verhältniss zum Durchmesser doch ziemlich gering. Besonders charakteristisch ist der Verlauf 
der Lobenlinie. Der symmetrische Rückenlobus ist sehr kurz, der Seitenlobus viel länger und bedeutender 
entwickelt, vielfach zerschlitzt. Ausserordentlich stark, breit und weit vorragend ist der Seitensattel, dem 
sich bis zur Naht noch drei kleine Hülfssättel anschliessen. Nachstehend die Massen einiger Exemplare: 


Durchmesser des Gehäuses . : . 2... 2 2. 202 2 0..84 25 19Mm. 
DNERERAEBENMDEISG EN Ne, ne ee en ee TE al ZEN 
Höhe des letzten Umgangs in der Windungsebene . . . 13 10%, 7 „ 
„ 4 r 2 von der Naht bis zum Rücken 16!/, 15 Sale 
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1 .. vorletzten ., RR BEE NER RZ 3 2Alın 
Nicht involuter Theil des vorletzten Umgangs . . . . . 21% 2 Li 


Bemerkungen. Dr. Brauns stellt diese Art, für die ich den Namen Amm. psilodiscus vorschlage, 
zu Amm. subdiscus Orb. Was ich von letzterem im Jardin des Plantes zu Paris, wo Orbigny’s Sammlung 
aufgestellt ist, gesehen habe, war sehr undeutlich; wenn man jedoch die Beschreibung und Abbildung des 
Amm. subdiseus Orb. mit unseren Exemplaren vergleicht, von denen ich mehr als 100 von verschiedenen 
Fundorten untersucht habe, und die sämmtlich in ihren Merkmalen sehr constant sind, so finden sich namentlich 
folgende Unterschiede. Der involute Theil der Windungen ist bei der norddeutschen Art weit kleiner, als 
bei Amm. subdiseus; die wenig gebogenen dichten Sichelreifen sind von der Oberflächen - Verzierung des 
Amm. subdiscus leicht zu unterscheiden; am meisten in die Augen fallend ist die Verschiedenheit der Loben, 
wie eine Vergleichung meiner Zeichnung mit der bei Orbigny, Terr. jur., t. 146, f. 5 zeigt. 

Vollkommen ist dagegen die Uebereinstimmung des Amm. psilodiscus mit Amm. Erato Kudern., 
wenigstens mit dem kleineren, flacheren Exemplare, welches dieser Autor ]. €. f. 7 und 8 abgebildet hat; 
auch die Loben unserer Art scheinen den von Kudernatsch unvollständig abgebildeten gleich zu sein. Ob 
auch Kudern,, t. 2, f. 4, 5 zu derselben Art gehört, kann ich nach dem mir vorliegenden Material nicht 
beurtheilen, da das grösste meiner Exemplare nur 35 Mm. Durchmesser hat und die Wohnkammer bei 
keinem derselben erhalten ist. Wenn aber Kudernatsch p. 11 angiebt, dass auch Jugendformen von geringer 
Grösse vorkommen, welche das gleiche Verhältniss von Höhe und Dicke der Windungen zeigen (5: 4), wie 
seine Figur 4 und 5, so muss ich constatiren, dass ich solche in unseren Schichten nicht gefunden habe, 
da bei meinen dicksten Exemplaren dies Verhältniss = 7:4ist. Es drängt sich dabei die V ermuthung 
auf, ob jene Formen nicht zu dem nahestehenden Amm. oolithieus Orb. gehören, der sich durch verschiedene 


Loben und grössere Dicke von unserem Amm. psilodiscus unterscheidet. 
Kudernatsch war 1851 durch Untersuchung der Ammoniten von Swinitza zu dem Resultate gelangt, 


— 18 — 


dass die dortigen Schichten am meisten Uebereinstimmung mit Quenstedt’s braunem Jura e zeigten, meinte 
aber zugleich (p. 2), dass man dort wie überhaupt auf alpinem Gebiete eine nach den Organismen mit der 
württembergischen vollkommen correspondirende Gliederung der Schichten nicht erwarten dürfte, dass viel- 
mehr bei Swinitza Amm. Humphriesanus (aus Quenstedt’s braunem Jura ö) mit Amm. bullatus (brauner 
Jura & Qu.) und mit Amm. tatricus, Zignoanus und Hommairei (Oxfordien inferieur, Orb.) zusammen vor- 
kämen. Dabei räumte er indessen (p. 3) ein, dass vollkommene Identität mit den schwäbischen und west- 
europäischen Formen beinahe bei keiner der von ihm beschriebenen Species vorläge, und es scheint sich 
denn auch in der That herauszustellen, dass mehrere seiner Arten mit anderen zu identifieiren sind, als 


womit er sie vereinigt hat. — So erwähnt Oppel (Pal. Mitth., 1362, I, p. 149 u. 150), dass Amm. Henriei 
Kudern. (= bisceulpus Opp. = subradiatus s. u.) und Amm. bullatus Kudern. (= Ymir Opp.) mit zwei von 


Escher von der Linth am Glärnisch (Schweiz) mit Anm. Morrisi, Deslongchampsi und Parkinsoni gesammelten 
Arten übereinstimmen. Ferner theilte mir Herr Prof. Oppel vor einiger Zeit mit, dass Amm. convolutus 
parabolis Kudern. (t. 3. f. 9, 10) vollkommen mit der Art übereinstimme, welche er (Juraf., p. 476, 8. 61, 
Nr. 11) als Amm. aurigerus bezeichnet habe; vermuthlich ist dies dieselbe Art, welche Brauns als Amm. 
eurvicosta von Eimen eitirt hat, wenigstens kann ich die dort ziemlich selten vorkommenden Formen nicht 
recht von der genannten Abbildung bei Kudernatsch unterscheiden. — Wegen des Verhältnisses des Amm. 
triplicatus var. banatica Kudern. t. 4, f. 3, 4 zu Amm. procerus Seeb. s. u. — Ueber die wahrscheinliche 
Identität des Amm. Humphriesanus Kudern. mit Amm. Deslongchampsi Defr. habe ich mich schon bei Be- 
sprechung des letzteren ausgesprochen. — 

Da nun die übrigen von Kudernatsch beschriebenen Arten theils anderwärts noch nicht nachgewiesen, 
theils aber, wie er selbst einräumt, die mit Orbigny’schen Namen belegten mit den Abbildungen der fran- 
zösischen Oxford-Arten nur unvollkommen übereinstimmen, so möchte ich die Vermuthung, dass die Ammo- 
niten führenden Schichten von Swinitza‘ unseren Schichten von Eimen äquivalent oder doch sehr nahe 
stehen, nicht für zu gewagt halten. 

Wenn ‚aber schon Kudernatsch trotz der Annahme, dass die Schichten von Swinitza das Oxfordien 
inferieur Orb. umfassten, eine specifische Verschiedenheit des Ammoniten, den er als Amm. Erato beschrieb, 
von der französischen Art dieses Namens vermuthete, so glaube ich berechtigt zu sein, unsere norddeutsche 
Art, aus der Zone des Amm.ferrugineus und der Ostrea Knorri von dem auch ohne Kenntniss der nur 
ungenau beschriebenen Loben doch nicht recht übereinstimmenden Amm. Erato Orb. des Oxfordien inferieur 
abzutrennen, welchen letzteren Oppel (Pal. Mitth. II, 1864, p. 165) in seine Zone des Amm. transversarius 
stell. Namentlich soll Amm. Erato Orb. (Terr. jur., I, p. 531, t. 201, f. 3—6) ganz glatt sein, was aller- 
dings auch Kudernatsch von seiner Art angiebt; doch dürfte dies bei letzterer vielleicht Folge der bei den 
meisten Ammoniten von Swinitza nach des Autors Angabe mangelhaften Erhaltung sein, da unsere nord- 
deutschen und die französischen Exemplare des Amm. psilodisecus zwar bei schlechter Erhaltung auch glatt 
erscheinen, bei guter hingegen stets deutlich eine feine sichelförmige Radialreifung erkennen lassen, welche 
auch bei den Kieskernen nicht zu übersehen ist. Ohren und eine Furche auf den Seiten, wie Terr. jur., 
t. 201, f. 5, wurden bei Amm. psilodiscus nicht beobachtet, obgleich ich die Möglichkeit des Vorhandenseins 
nicht bestreite, da Exemplare mit Wohnkammer mir nicht vorliegen. 

Eine von der Art von Eimen u. s. w. im keiner Weise zu unterscheidende Form fand’ich dagegen 
bei Sully unweit Bayeux (Calvados) in der von den normannischen Geologen als Oolithe blanche bezeichneten 


Pre. 


— 19 — 


obersten Schicht der Oolithe inferieure, wo sie namentlich mit Amm. zigzag Orb. zusammen vorkommt ; 
auch in vielen französischen Sammlungen sah ich diese Art, aber überall ohne Species - Bezeichnung, da 
man sie von dem damit vorkommenden Amm. oolithieus Orb. als noch nicht beschriebene Art wohl unter- 
schied; irre ich nicht, so sah ich sie bei Herrn L. Saemann in Paris auch aus der „Fullers earth“ der 
Normandie, welches Lager vollständig mit dem von Eimen übereinstimmen würde. Orbigny scheint sie 
nicht gekannt zu haben. 
Als norddeutsche Fundorte des Amm. psilodiscus nenne ich: Gelmkebach bei Goslar (Hannover), 
Mehle unweit Elze (Hannover), Eimen am Hils (Braunschweig), überall in Begleitung von Amm. ferrugineus, 
Württembergieus, subradiatus, Ostrea Knorri u. s. w., bei Goslar auch mit dem erst kürzlich von Herrn 
Partieulier Brauns dort aufgefundenen, sehr seltenen Amm. ziezag Orb. 
T.3 (28), £.6. Ammonites psilodiscus sp. nov. von Eimen am Hils (Braunschweig). Zone der 
Ostrea Knorri und des Amm. ferrugineus. 


29. Ammonites subradiatus Sow. 
1823. Amm. subradiatus Sow., t. 421, f. 2, so wie vieler anderer Autoren. 
Vor 1836. Amm. geniculatus Roem., Manuser. 
1536. Amm. depressus Roem., Ool., p. 186 (z. Th.). 
1536. Amm. fonticola Roem., Ool., p. 157 (z. Th.). 
1343. Amm. hecticus var. Qu., Flözgeb., p. 366. 
1545. Amm. discus Orb.(?), Terr. jur., t. 131. 
1545. Amm. canalieulatus fuscus Qu., Ceph., 119, t. 8, f. 7—19. 
1845. Amm. discus Qu., Ceph., p. 124, t. 8, £. 12. 
1350. Amm. orbis Gieb., Ceph. d. Vorw. (z. Th.). 
1551. Amm. Waterhousei Morr. u. Lye. (?) Gr. Ool. I, f. 4. 
1851. Amm. Henrieci Kudern., Amm. v. Swinitza, p. 11, t. 2, f. 9—13. 
1856. Amm. aspidoides Opp., Juraf., p. 474. 
1856. Amm. fuscus Qu.. Jura, p. 475, t. 64, f. 1—3. 
1856. Amm. discus Qu., Jura, p. 477, t. 64, f. 4, 6. 
1362. Amm. aspidoides Opp., Pal. Mitth., I, p. 147. t. 47, f. 4. 
1362. Amm. bisculpus Opp., ibid. p. 149. 
1564. Amm. orbis Seeb., hann. Jura, p. 146. 
1564. Amm. fuscus Seeb., ibid., p. 153. 
1865. Amm. fuscus Brauns, Strat. u. Pal., p. 56. 

Es tritt uns hier eine Art entgegen, welche bei einer grossen geographischen Verbreitung eine solche 
Mannigfaltigkeit der Formen zeigt, dass wohl fast Niemand, dem zum ersten Male zwei extreme Varietäten 
derselben vorgelest würden, an deren Zusammengehören zu einer Art glaubte. Um so wünschenswerther ist 
es aber, diese wichtige Art specifisch festzustellen und von den ihr nahe stehenden bestimmt abzugrenzen. 
— Schon ein Blick auf die obige Synonymen - Tabelle, in der ich die wichtigsten auf diese Species bezüg- 
lichen Citate zusammengestellt habe, genügt um zu sehen, wie vielen verschiedenen Deutungen dieselbe 
unterworfen gewesen ist. 

Den nachstehenden Bemerkungen liegt eine sorgfältige Prüfung von mehreren Hunderten von fran- 
zösischen, schweizerischen, schwäbischen, fränkischen und norddeutschen Exemplaren von den verschiedensten 
Varietäten und Alterszuständen zu Grunde, welche sich theils in meiner eigenen Sammlung befinden , theils 

Palaeontographica, Bd. XIII, A 24 


— 10 ° — 


aber mir von mehreren wissenschaftlichen Freunden zum Zweck der Untersuchung bereitwilligst zur Ver- 
fügung gestellt sind. Um.aber zur Begründung der durch die Synonymen-Tabelle angedeuteten Ansicht über 
die Grenzen dieser Art auch die nöthigen thatsächlichen Belege vor Augen zu führen, glaube ich von den 
verschiedenen Formen, in denen Amm. subradiatus auftritt, nicht weniger Abbildungen beifügen zu dürfen, 
als unten geschehen ist. 

Die Aufstellung einer kurzen, die Art bestimmt feststellenden Diagnose ist ausserordentlich schwierig, 
ja fast unmöglich. — Fassen wir zunächst die äussere Form in’s Auge, so fällt sogleich der Umstand auf, 
dass einerseits der frühe Jugendzustand aller Varietäten der gleiche ist, und andererseits wieder die grösseren 
Exemplare, sobald sie einen Durchmesser von 50 und mehr Millimetern erreichen, unter einander nur 
geringere Unterschiede zeigen. Die grosse Mannigfaltigkeit zeigt sich daher vorzugsweise innerhalb dieser 
Altersgrenzen. 

Die grossen Formen sind von Orbigny und Oppel ausführlicher beschrieben. — Der erste Jugend- 
zustand ist glatt. mässig imvolut, die Mundöffnung nicht viel breiter als hoch; der Rücken ist stumpf gekielt 
oder gekantet. Bei $ Mm. Durchmesser pflegen die Rippen sich einzustellen und mit ihnen zugleich beginnt 
die so ausserordentlich verschiedenartige Entwickelung der mittleren Altersstufen. Im Allgemeinen machen 
sich jetzt folgende Merkmale geltend. Amm. subradiatus ist ein flacher, scheibenförmiger Ammonit, mehr 
oder weniger involut und mehr oder weniger rasch an Höhe der Windungen zunehmend; in der Regel 
umfasst die äussere Windung mindestens die Hälfte der inneren, bei den hochmündigen Formen bleibt von 
den inneren sogar fast nichts mehr zu sehen und der Nabel ist dann sehr eng, während bei niedrigmündigen 
der Nabel über ein Drittel des ganzen Durchmessers des Ammoniten erreicht. Auch der Durchschnitt der 
Mundöffnung varürt sehr; bei einigen bleibt dieselbe noch länger fast eben so breit als hoch, eiförmig, 
nimmt dann mehr in der Höhe zu und zeigt bei einem Exemplare von 40 Mm. das Verhältniss der Höhe 
zur Breite = 20:11, bei einem andern von 530 Mm. dagegen schon = 17:6 und bei 78 Mm. — 45: 15. 

Der Rücken ist gekielt oder wenigstens gekantet, bald schärfer, bald schwächer, jedoch ohne 
Furchen; dagegen ist der Kiel im Jugendzustande deutlich gegen den Rücken abgesetzt, während bei 
grösseren Exemplaren sich der Rücken allmälig zu einer in noch höherem Alter abgerundeten Kante zu- 
schärft. Die Seiten der Windungen sind flach gewölbt und fallen gegen die Naht meist ziemlich steil, im 
Alter senkrecht ab; bei den niedrigmündigeren Varietäten mit weitem Nabel geschieht dies Abfallen zur Naht 
allmäliger und bildet sich hier zuweilen eine schräge Nahtfläche aus, ähnlich, jedoch nicht so deutlich, wie 
bei Amm. borealis Seeb. Die Rippen sind sichelförmig, und zwar so, dass der der Handhabe oder dem 
Stiel der Sichel entsprechende Theil weniger hervorzutretetn pflegt, als der obere gebogene Theil, die Sichel 
selbst. Bei einer der extremen Varietäten sind die Rippen kaum sichtbar und ihre Sichelform so wenig 
ausgesprochen, dass sie denen des Amm. Lythensis Yg. u. Bd. gleichen. Von dieser Varietät führt dann 
eine ununterbrochene Reihe von Uebergängen zu einer andern; diese zeigt bis zur Mitte der Seite die 
Rippen stark nach vorn gebogen, hier tritt dagegen plötzlich eine umgekehrte Biegung nach rückwärts ein, 
wobei häufig aus einem Stiel zwei, selbst drei und mehr Sicheln hervorgehen, welche in der Nähe des 
Rückens am kräftigsten werden und sich dort, zuweilen nochmals durch undeutliche Gabelung vermehrt, 
wieder stark nach vorn umbiegen. um in der Nähe des Kiels zu verschwinden. Die Mitte, also die Ver- 
bindungsstelle zwischen dem Stiel und dem Sicheleisen, um bei diesem Vergleiche zu bleiben — wird zu- 
weilen. namentlich auf Steinkernen, durch eine schwache Furche bezeichnet. welche durch den Ansatz eines 


— 11 — 


löffelförmigen Ohres hervorgebracht wird; diese Furche bildet sich besonders gern bei den weitnabeligen 
Varietäten aus. Bei den hochmündigen stellt sich zuweilen auch ein Ohr ein, und zwar liegt mir ein 
Exemplar von 50 Mm. Durchmesser vor, welches den Mundsaum deutlich erhalten hat; derselbe geht von 
der Naht ab bis zur Mitte in fast gerader Linie sehr schräg nach vorn, verlängert sich hier zu einem 
schmalen Ohr und geht dann mit sehr geringer Biegung nach rückwärts zum Rücken, welcher in der Nähe 
der Mundöfinung verhältnissmässig viel breiter und runder wird, als vorher. — Bei den weitnabeligen 
Varietäten pflegen sich die Rippen erst spät einzustellen, so dass ein Exemplar von 17 Mm. Durchmesser 
noch fast ganz glatt erscheint; dann aber fängt namentlich der obere Theil der Rippen an sehr stark sich 
auszubilden, und es kommen etwa 46 Rippen im oberen Theile der Windung auf einen Umgang; bei anderen 
Formen stellen sich die Rippen schon früh ziemlich kräftig ein und sind namentlich auch im unteren Theile 
deutlich; ein solches weitnabeliges Exemplar von 15 Mm. hat im oberen Theile 38, im unteren 18 Rippen 
auf einem Umgange. Wiederum bei anderen Varietäten bilden sich die Rippen in der unmittelbaren Nähe 
des Kieles sehr scharf und zahlreich aus, so dass diese Gegend wie fein gekerbt aussieht; man kann hier 
bei einem Exemplare von 30 Mm. im oberen Theile an 70 feine Rippen auf dem letzten Umgange zählen. 
Diese werden jedoch immer undeutlicher, so dass grosse dem ausgewachsenen Zustande sich nähernde 
Exemplare fast ganz glatt werden, indem nur einige Sichelrippen sich erhalten, die namentlich im oberen 
Theile von der Mitte an deutlich bleiben und hier der Scheibe eine Zeichnung verleihen, wie sie bei Oppel 
(Pal. Mitth. 1. ec.) vorzüglich dargestellt ist. Bei den französischen verkalkten Exemplaren sind in dieser 
Altersstufe gewöhnlich auch noch feinere, dichtere Rippen am Rücken erhalten, die sich aber später eben- 
falls verlieren. 

Die grösste Dicke der Windungen fällt mit der Mitte der Seiten zusammen, von der aus die Seiten 
nach der Naht und nach dem Rücken zu sanft abfallen, wodurch namentlich im höheren Alter häufig in 
der Mitte eine stumpfe Kante entsteht, ähnlich wie bei Amm. Henrici Orb. 

Ganz ausgewachsene Individuen dieses Ammoniten mit der Wohnkammer und erhaltenem Mundsaum 
besitze ich nicht; denn obgleich zuweilen schon Exemplare von 20—30 Mm. Durchmesser die Wohnkammer 
mit löffelförmig geöhrtem Mundsaume zeigen, so kann man diese, da sie in jeder andern Beziehung in 
der ununterbrochenen Formenreihe des Amm. subradiatus stehen. nicht für ausgewachsene Individuen 
halten, wenn es von derselben Art Exemplare giebt, die bei 125 Mm. Durchmesser noch nicht den Anfang 
der Wohnkammer haben. — 

Am beständigsten von allen Species- Merkmalen scheint der Verlauf der Lobenlinie zu sein; denn 
nicht nur stimmen in dieser Beziehung alle beschriebenen Varietäten von den verschiedensten Fundorten 
sehr genau überein, sondern auch die verschiedenen Alterszustände zeigen dieselbe in sehr regelmässiger 
Entwickelung. Der Rückenlobus ist stark ausgebildet und ziemlich breit, besteht jederseits aus zwei Haupt- 
theilen, die fein verästelt sind, und von denen der dem Kiel zunächst liegende eben so weit oder noch 
etwas weiter zurückreicht, wie der Seitenlobus. Dieser ist viel schmaler, einfacher und fast ganz symmetrisch 
gebaut; er endigt in 3 Hauptspitzen, von denen die mittlere am längsten ist und die beiden anderen zu 
einander in einem Winkel stehen, der gewöhnlich etwas weniger als 90° beträgt. Hieran schliessen sich 
bis zur Naht 6—7 ziemlich gleich gebaute, allmälig an Grösse abnehmende Hülfsloben. 

Es folgen die wichtigsten Masse einiger Exemplare, von denen Nr. I, I, IV, VII verkiest von 
Eimen, II, VI verkalkt von Goslar, V verkiest ebendaher, VIII verkalkt vom Nipf bei Boptingen (Württeni- 


24? 


— 12 — 


berg), IX und X verkalkt aus der „Oolithe ferrugineuse“ und „Oolithe blanche‘‘ von Sully bei Bayeux 
(Calvados) stammen: 
1; III: TV VE HA VERG - VIED VIEL SIR ER 


Ganzer, Durchmesser des Gehäuses . . . »......19 29 .80 .36 877. AL. 67 .78.112'125Mm. 
Weite-des Nahels ir’. a 0 BALD. al, ae A - Di 
Höhe des letzten Umgangs von der Naht zum Rücken 7 11 17 183 9 20 40 5 6872 „ 
2. vorletzten, ..., se 2 5 I RO NEN N Te DE WEN >. 
Dicke des letzten ‚Umgangs; .; .. cn Wanıne nun DT 6: 3708 SL 1A "215. . 25 2b 
ae. P vorletzten), an Skalen SH ea ale ol a ee al DEE OL AT 12 
Nicht involuter Theil des vorletzten Umgangs . . . 1, 3, 1 1 2%, 1 Um3207 = 1" Del 


Bemerkungen. Ammonites subradiatus wurde von Sowerby zuerst aus dem englischen Unterovlith 
beschrieben, worin er nach Oppel zu den häufigsten Arten gehören soll. Ebenso ist es in Frankreich, wo 
ich ihn in den Umgebungen von Caen und Bayeux (Calvados) von der Zone des Amm. Sowerbyi an bis in die 
jüngsten Schichten des „Unterooliths“ sammelte. Orbigny führt Amm. subradiatus von vielen französischen 
Localitäten an; höchst wahrscheinlich gehört auch sein Amm. discus (non discus Sow.) aus dem „‚Bathonien“ 
dazu; seine im Jardin des Plantes befindliche Sammlung gab mir darüber keinen genügenden Aufschluss. 

Nachdem A. Roemer zuerst norddeutsche zu dieser Art gehörige Exemplare gesammelt und mit 
einer neuen Species-Bezeichnung als „Amm. geniculatus nob.‘“ versandt hatte, welcher Name jedoch später 
nicht publieirt wurde und daher selbstverständlich keinerlei Prioritätsrechte haben kann,\ führte er zwei 
Varietäten von Geerzen als Amm. depressus und fonticola in den „Verst. d. nordd. Ool.“ aut. Die Beschreibung 
seines Amm. fonticola passt vortreftlich auf unsere Form, mit Ausnahme der Loben, welche wahrscheinlich 
nach den dazu citirten Exemplaren eines sicher speeifisch verschiedenen Ammoniten aus dem „Oxfordthon“ 
gemacht ist. Was ich als „Amm. fonticola Menke“ in Roemer’s Sammlung fand, waren ganz kleine, wohl 
schwerlich mit Sicherheit bestimmbare Jugendiormen. 

Quenstedt sodann unterschied in den „Cephalopoden“ noch ziemlich streng die gerippten und die 
fast glatten Varietäten, indem er erstere als Amm. discus Buch (non Sow.), letztere als Amm. canaliculatus 
fuscus bezeichnete; doch sagte er schon p. 120: „Die hochmündige Varietät (des Amm. canaliculatus fuscus) 
vermittelt die Falciferen mit den Compressi, ja möglicher Weise ist dieselbe nur der junge diseus Buch, 
denn grössere verkalkte, mit ihm zusammenliegende Exemplare haben die gleiche Form, doch mag ich mich 
darüber noch nicht entscheiden, weil man von Rippen und Canal bei nur dreizölligen Individuen auch nicht die 
Spur mehr entdecken kann.“ L. von Buch’s Amm. discus ist aber, nach den Loben zu urtheilen, die er auf 
einer Supplementtafel zu dem Recueil de Planches, f. 1, abbildet, eine von der vorliegenden ganz verschiedene Art. 

Im gleichen Jahre mit Amm. Waterhousei Morr. u. Lye. (1851), welcher zwar mit grosser Wahr- 
scheinlichkeit, aber -— wegen Unkenntniss der Loben — nicht sicher mit Amm. subradiatus zu vereinigen 
ist, wurde unter den Ammoniten von Swinitza von Kudernatsch eine Art als Amm. Henrici beschrieben, 
welcher nicht mit Amm. Henrici Orb., wohl aber nach der vortrefflichen Beschreibung und Abbildung in 
allen seinen Formen vollständig mit den mannigfaltigen Varietäten unseres norddeutschen und des franzö- 
sischen Amm. subradiatus übereinstimmt. Ich möchte daher Oppel insofern beistimmen, als er (Pal. Mitth. I, 
p- 149) diese alpine Art von Amm, Henrici Orb. abtrennt, nicht aber dass er sie als neue Art unter dem 
Namen Amm. bisculpus Opp. einführt. Es finden sich unter den mir vorliegenden Ammoniten aus den nord- 


deutschen Schichten mit Amm. ferrugineus und Ostrea Knorri Formen, welche den Abbildungen bei Kuder- 
natsch, namentlich auch hinsichtlich der Loben, zum Verwechseln gleichen, und andererseits durch die 
deutlichsten Uebergänge zum Typus des Amm. subradiatus Sow. führen. 


Oppel liess in seiner „Juraformation“ wie später in den „paläontologischen Mittheilungen‘“ Amm. subra- 
diatus, den er aus Schwaben nieht mit Sicherheit nachweisen konnte, noch von Amm. aspidoides getrennt, 
indem er ersteren ausschliesslich in den „Unteroolith‘‘, letzteren ausschliesslich in die „Bathformation‘‘ ver- 
wies. — In Quenstedt’s wenig später erschienenem „Jura“ wurden nicht ohne Zweifel an ihrer speeifischen 
Verschiedenheit die grobrippigen Formen als Amm. discus und die feinrippigen als Amm. fuscus zusammen- 
gefasst, von denen der erstere Namen jedoch auch andere Arten einschliesst (Amm. discus ß = Amm. 
Staufensis Opp.) Der nahestehende Amm. flexuosus macrocephali Qu. — subeostarius Opp. unterscheidet 
sich durch abweichende Loben. ; 


An die Stelle des dem Rechte der Priorität nach für L. von Buch’s Form nicht zulässigen Namen 
Amm. discus (non discus Sow.) hatte schon Giebel ohne Berücksichtigung des Amm. subradiatus Sow. einen 
neuen Namen, Amm. orbis gesetzt, indem er zugleich — wie oben gezeigt, nicht mit Recht — die genannten 
von Quenstedt in den „Cephalopoden‘ beschriebenen Formen damit vereinigte. Da aber der Buch’sche 
Amm. discus das erste Citat zu Amm. orb. Gieb. ist, so wird letzterer Name nicht auf die davon verschie- 
denen, wenngleich vom Autor damit vereinigten Formen Quenstedt’s angewendet werden dürfen, wie es Seebach 
(hann. Jura, p. 146) gethan hat, indem er unter dem Namen Amm. orbis Gieb. die hochmündigen, schwach 
berippten, unter Amm. fuscus Qu. die kleinen, niedrigmündigen, stärker gerippten Varietäten begriffen hat. 
Brauns kam sodann durch Untersuchung seines Materials von Eimen (Braunschw.) zu dem richtigen Resultate, 
dass Amm. orbis und fuscus Seeb. weder von einander, noch beide von Amm. Waterhousei Morr. u. Lyc. 
und Amm. discus Orb. verschieden wären. Danach hätte er nun — dem Prioritätsrechte gemäss — folgerichtig 
den Namen Amm. Waterhousei Morr. u. Lyc., Seebach aber Amm. aspidoides Opp. aufnehmen müssen, 
während beide Quenstedt’s Amm. fuscus einführten, welcher als nach Oppel’s kenntlich charakterisirtem 
Amm. aspidoides publieirt keinen Anspruch auf Priorität haben würde, auch wenn Sowerby’s Amm. subra- 
diatus davon verschieden wäre oder aus anderen Gründen nicht hervorgezogen werden dürfte. 


Alle oben beschriebenen Formen des Amm. subradiatus sah ich sowohl aus dem französischen ‚‚Unter- 
oolith‘‘ verschiedener Localitäten, namentlich aus der „Oolithe ferrugineuse‘‘ von Bayeux (Calvados), als 
ganz übereinstimmend aus der Zone des Amm. ferrugineus und der Ostrea Knorri und des Amm. ferrugineus 
in Schwaben und bei Goslar (Hannover) und Eimen (Braunschw.). Im nordwestlichen Deutschland kenne ich 
ihn überhaupt von folgenden Fundorten: Gelmkebach bei Goslar (Hannover), Mehle unw. Elze (Hannover), 
Geerzen unweit Alfeld (Hannover), Eimen am Hils (Braunschweig), überall als Begleiter der Ostrea Knorri 
und des Amm. ferrugineus u. s. w. — In tieferen Schichten, namentlich in der Zone des Amm. Parkinsoni, 
worin Amm. subradiatus in England und Frankreich vorzugsweise häufig vorkommt, ist er bei uns noch 
nicht gefunden, wie überhaupt in diesen Schichten die Petrefacten selten sind; er scheint daher hier wie in 
Süddeutschland erst später aufgetreten zu sein, als in anderen Gegenden der Höhenpunkt seiner Verbreitung 
schon überschritten war. 

T.5(80), 2.2. Ammonites subradiatus Sow. Aus einem Knauer vom Gelmkebach bei Goslar 
(Hannover), Zone des Amm. ferrugineus und der Ostrea Knorri. Sammlung des Herrn 


— 14 — 


Oberhüttenmeisters Grumbrecht zu Ocker. Die Wohnkammer, welche mit einem Ohre 
endigt, scheint mindestens einen ganzen Umgang einzunehmen. 

T. 5 (80), £.3. Derselbe ebendaher und aus derselben Sammlung. Die Wohnkammer beginnt bei x. 

T.5(30), f.4. Derselbe; verkiest von Eimen am Hils (Braunschweig) aus derselben Zone. Wohn- 
kammer nicht erhalten. 

T.5 (80), £.5. Derselbe ebendaher und aus derselben Zone. Wohnkammer nicht erhalten. 

T.5 (80), £. 6. Wie der vorige. 

T.5 80), £. 7. Derselbe, verkiest mit erhaltener Kalkschale vom Gelmikebach bei Goslar (Hannover). 
Dieselbe Zone. Sammlung des Herrn Oberhüttenmeisters Grumbrecht. 

T. 5 (30), f. 8. Ganz wie der vorige. 

T.5 (80), f£.9. Loben eines hochmündigen Exemplars derselben Art von Eimen am Hils (Braun- 
schweig). Dieselbe Zone. 

T.5(30),f. 10. Verkiestes Exemplar derselben Art von Eimen. Sammlung des Herrn Forstmeisters 
von Unger zu Seesen. 

T.5, (30), £. 11. Loben eines grossen verkiesten Exemplars derselben Art vom Gelmkebach bei Goslar. 
Dieselbe Zone. 

T.5(80), £.12. Verkalktes Exemplar derselben Art aus einem Knauer derselben Zone von Eimen. 


30. Ammonites procerus Seebach. 


1864. Amm. procerus Seeb., hann. Jura, p. 155, t. 10, f. 1% 4., 2x « 
1365. Amm. procerus Brauns, Strat. u. Pal., p. 60. 

Bei meiner Anwesenheit in Paris im Herbst 1364 gewann ich durch sorgfältige Untersuchung einer 
Anzahl von Exemplaren eines Ammoniten, von denen namentlich Herr Prof. Ed. Hebert in der Sammlung 
der Sorbonne eine schöne Suite zusammengebracht hat, die Ansicht, dass diese im französischen „‚Bathonien“ 
seltene, von den meisten französischen Paläontologen als Amm. arbustigerus Orb. bestimmte Art von Amm. 
procerus Seeb. nicht verschieden sei. Dagegen war das in A. d’Orbieny’s Sammlung im Jardin des Plantes 
vorhandene Material nicht genügend, um die Identität mit der Seebach’schen Art mit Sicherheit festzustellen, 
und es liess sich daher nur constatiren, dass alle die Ammoniten, welche ich in anderen französischen Samm- 
lungen als Amm. arbustigerus bezeichnet sah, mit unserer norddeutschen Art übereinzustimmen schienen. 

Herr Professor Oppel, dem ich unter Mittheilung dieser Ansicht einige typische Exemplare von 
Amm. procerus von Eimen vorlegte, antwortete mir, dass diese, die auch von ihm für Amm. arbustigerus Orb. 
gehaltene Art seien und vollständig mit den Formen übereinstimmen, welche er seither unter diesem Namen 
aus Süddeutschland und der Schweiz aus der Bathformation eitirt habe. Es liegt somit die Annahme sehr 
nahe, dass die citirte Beschreibung und Figur Orbigny’s, welche allerdings einige nicht unerhebliche Ab- 
weichungen von unseren Typen zeigt, deren Original ich jedoch leider nicht ausfindig machen konnte, ent- 
weder nicht ganz richtig, oder nach einem etwas abnorm gebildeten Exemplare gemacht ist. Orbigny’s Ab- 
bildung und Beschreibung unterscheidet sich von unserer Art namentlich durch einen weniger breiten Rücken, 
und daraus sich ergebende ausgesprochenere Eiform der Mundöfinung, etwas stärkere Involution und besonders 
durch Verschiedenheit der Loben. Es erscheint daher, wie auch Brauns bemerkt, misslich, jene mit Amm. 


" 


—_ 15 — 


procerus zu vereinigen und den Namen Amm. arbustigerus anzunehmen, so lange nicht bestimmt nach- 
gewiesen werden kann, dass Orbigny wirklich keine von der unserigen verschiedene Art bei Begründung 
seines Amm. arbustigerus vor Augen gehabt. Die norddeutsche Art ist überdies durch Seebach, namentlich 
aber später durch Brauns deutlich und genau beschrieben und festgestellt, und dürfte deshalb der Name 
Amm., procerus für dieselbe so wie für die dazu gehörigen Formen anderer Gegenden der Annahme des 
Orbigny’schen Namens vorzuziehen sein. 

Von Eimen liegen mir Exemplare des Amm. procerus von der kleinsten bis zur Grösse von mehr 
als 320 Mm. Durchmesser zur Untersuchung vor. An einem der grössten ist ein drei Viertel der letzten 
Windung einnehmender Theil der Wohnkammer erhalten; diese wird in ähnlicher Weise, wie bei Amm. 
Neuffensis beschrieben wurde, weniger involut, verhältnissmässig weniger dick und hoch, und vollkommen 
glatt, während beim Beginn der letzten Windung am Rücken die Rippen noch sichtbar sind; die 
Form der Mundöfinung wird zugleich eine fast abgestumpft dachförmige mit schwach gewölbten Seiten. 
Dadurch wird der Ammonit mit Beginn der Wohnkammer verhältnissmässig viel flacher, während er bis 
dahin ziemlich dick und tiefnabelig ist. Auch fällt auffallender Weise bei allen meinen Exemplaren mit 
erhaltener Wohnkammer die Mitte des Rückens der letzteren nicht mehr in die Windungsebene, sondern . 
tritt rechts aus derselben hinaus. Das eben beschriebene Exemplar hat folgende Dimensionen: 


Ganzer Durchmesser des Gehäuses . . » . ...  . 320 Mm. 
Weite des Nabels . . . . re 
Höhe der letzten Windung in dan Windungsehenen RW I RR 
BL, en R; von der Naht bis zum Rücken 100 ,, 
„u 2,,- vorletzten ‚, ONE DROGEN IE AN rc $ Ta. 
Dicker desslötzten Umgangs. Yo Wlan u Th 
u 4 vorletzten), n : ee 
Nicht involuter Theil des saalktinlin Umeiblin dar, 
vorvorletzten ‚, ; ld: 


” 7? ” 


Auch unter den Ammoniten, welche Kudernatsch von Swinitza an der ENDE beschrieben hat, befinden 
sich Formen, welche mit unserer Art eine ausserordentliche Aehnlichkeit haben; sie sind als Amm. tripli- 
catus var. banatiea (l. e. p. 15. t. 4. f. 1-4) beschrieben. Auch was dieser Autor von den Loben und den 
Veränderungen nach den verschiedenen Altersstufen sagt, passt gut auf unsere norddeutschen Formen, so 
dass an der specifischen Uebereinstimmung der letzteren mit jener alpinen Art kaum zu zweifeln sein 
dürfte. Kudernatsch nimmt sie als Varietät des Quenstedt’schen Amm. triplicatus e (Ceph. t. 13, f. 7) an, 
welcher sich namentlich durch längeren Seitenlobus, weniger tiefes Zurückgreifen des Nahtlobus, so wie 
durch weiteren Nabel und langsameres Zunehmen der Windungen unterscheidet. — Einschnürungen habe 
ich kei unseren norddeutschen Exemplaren des Amm. procerus nicht häufig beobachtet; dagegen treten 
ziemlich oft, jedoch nur bis zu 15— 20 Mm. Durchmesser einzelne von den unteren Hauptrippen stärker 
hervor, als die dazwischenliegenden, was sich dann auf einer Windung zuweilen bis zu 12 Malen wiederholt. 

Da Seebach’s Abbildung nur den Jugendzustand dieses eine sehr bedeutende Grösse erreichenden 
Ammoniten darstellt, so füge ich eine Zeichnung von einem Exemplare mittlerer Grösse bei. Wegen der genaueren 
Beschreibung der Art beziehe ich mich auf das Brauns’sche Werk. 

Die mir bekannt gewordenen norddeutschen Fundorte des Amm. procerus sind: Gelmkebach bei 


— 16 — 


Goslar (Hannover), Mehle unweit Elze (Hannover), Geerzen unweit Alfeld (Hannover), Eimen am Hils 
(Braunschweig), überall in Begleitung von Amm. ferrugineus, Württembergieus, Ostrea Knorri u. s. W., auch 
noch in den unteren Gastropoden-reichen Lagen dieser Zone. 
T.5 (80), f. 1. Ammonites procerus Seeb. von Eimen am Hils (Braunschweig). Zone des Amm. 
ferrugineus und der Ostrea Knorri. Wohnkammer nicht erhalten. 
T.4 (29). f.6, T. 6 (31), £.5. Loben zweier Exemplare derselben Art ebendaher. 


31. Ammonites tenuiplicatus Brauns. 
1565. Amm. tenuiplicatus Brauns, Strat. und Pal. p. 61, t. 5, £. s—11. 


Bei Aufstellung dieser Art scheinen dem Begründer derselben nur kleine Exemplare vorgelegen zu 
haben, was ihn zu der Vermuthung veranlasst, dass dieselbe überhaupt nicht gross werde. Da ich Gelegen- 
heit hatte, unter einer grossen Anzahl von Exemplaren dieser Art von Eimen auch einige sehr schöne grössere 
zu untersuchen, so bin ich in der Lage, einige Nachträge zu der ersten Beschreibung zu geben. 

Zunächst sei bemerkt, dass bei den meisten Exemplaren die Rippen eine Neigung nach vorn haben, 
was bei der Brauns’schen Figur nicht ersichtlich ist. Im ersten Jugendzustande sind die Windungen im 
Durchschnitt fast kreisrund, ja sogar bisweilen dicker als hoch, und anfänglich glatt, hie und da mit nach 
vorn gerichteten, geradlinigen Einschnürungen versehen, deren ich aber nie mehr als vier bis fünf auf einer 
Windung beobachtet habe, während gewöhnlich weniger, zuweilen auch gar keine vorhanden sind. — Wäh- 
‘rend im mittleren Alter der Nabel ziemlich tief und die Involution bedeutend ist, wird dies Verhältniss bei’ 
grösseren Exemplaren ein ganz anderes, indem z B. bei dem grössten mir bekannten die letzte Windung 
von der vorhergehenden einen verhältnissmässig weit geringeren Theil umfasst, als diese von der dann vor- 
hergehenden, und zugleich an Dicke nur wenig zunimmt; die Rippen werden auch im unteren Theile der 
Seiten verhältnissmässig dichter, so dass hier auf die letzte Windung 355—40 Rippen kommen, während der 
Rücken deren 120 zeigt. Die Wohnkammer nimmt mehr als eine ganze Windung ein, der Mundsaum ist 
ganzrandig, schräg nach vorn abgeschnitten. Brauns erwähnt, dass eins seiner Exemplare bei 23 Mm. 
Durchmesser schon einen Theil der Wohnkammer habe; auch ich kenne ähnliche und sah sogar eines, dessen 
Wachsthum bei 33 Mm. Durchmesser bereits nahezu beendigt zu sein schien, da die letzten Kammern viel 
enger sind, als die früheren. Bei diesem Exemplare (im Besitze des Herrn Kammerraths Grotrian zu Braun- 
schweig) ist der Beginn der geringeren Involution der letzten Windung schon zu bemerken; auch in allem 
Uebrigen, namentlich in den Loben, stimmt dasselbe mit den beschriebenen grösseren überein. 

Sehr stark involut und breitmündig ist ein schön verkiestes Exemplar meiner Sammlung aus der 
Zone des Amm. ferrugineus und der Ostrea Knorri von Eimen, welches ausserdem die Eigenthümlichkeit 
zeigt, dass die Rippen sich gegen den Rücken theils durch Einschaltung, theils durch Gabelung vermehren, 
und zwar letzteres so, dass meistens die durch die Gabelung entstandenen secundären Rippen sich noch- 
mals, zuweilen sogar zum dritten Male gabeln, ähnlich wie bei Amm. bidichotomus Leym. Auf der letzten 
Windung, die am Ende sehr enge Kammern zeigt, finden sich noch die Spuren des Ansatzes der ganzen 
folgenden Windung, welche danach gegen das Ende viel evoluter wurde; so misst der nicht involute Theil 
der letzten Windung an der Mundöffnung, d. h. also der Theil, welcher zwischen der Naht und der Ansatz- 
stelle der abgebrochenen Windung liegt, 9 Millim. gegen 2%, der vorhergehenden, und die Weite des Nabels, 


— 1897 — 


wenn die abgebrochene Windung ergänzt wird, 24 Mm. gegen 9'/;, wie er sich bei dem Exemplare in sei- 
nem jetzigen Zustande herausstellt. 

Ein viertes mir vorliegendes Exemplar, welches von H. Meyer verkalkt aus einer Geode der Zone der 
Östrea Knorri und des Amm. ferrugineus bei Eimen geschlagen wurde, zeigt sogar bei 25 Mm. Durch- 
messer schon eine ganz analoge Entwickelung, wie das erstbeschriebene grösste, und ist daran bereits ein 
Theil der Wohnkammer erhalten, welcher drei Viertel eines Umganges beträgt. 

Die Masse dieser vier eben besprochenen Individuen sind folgende: 


Anzahlader Windungen, 0 a Na en Tale) 2) 
Ganzer. ‚Durchmesser des Gehäuses . . ...2......80 33 35. 25 Mm 
Wortendes Nabel 1 5 a nalen et Bea 1 la 
Höhe des letzten Umgangs in der Windungsebene . . . 16 10 9 6 „ 
BER YS br Re von der Naht bis zum Rücken 20 12 141, 7 ,„ 
eavorletztenaie; ne a ee 4 a 
Dickeudespleizten Umgangs 13 23, „ua = 2a Seller, Ih ED 2, 
ı =... vorletzten; =>; ee A EA STIER AT 
Nicht involuter Theil des vorletzten Umgangs . . . . 12 4 2, 4 „ 
a = ig SAYORVOLIOLZLEN- 5... Fre 


Amm. tenuiplicatus ist im nördlichen Deutschland bis jetzt nur in sehr geringer Verbreitung nach- 
gewiesen; denn ausser von Eimen am Hils (Braunschweig) kenne ich denselben nur von Mehle unweit Elze 
(Hann.). An ersterer Localität findet er sich häufiger nur in der Oberregion der durch die Eisenbahn- 
bauten aufgeschossenen Schichten der Bathformation, aus denen wahrscheinlich auch das leider ein Unicum 
gebliebene Seebach’sche Exemplar des Amm. discus Sow. stammt. Indessen fand ich Exemplare derselben 
Art seltener auch mit den übrigen Ammoniten, wie Amm. ferugineus, Württembergicus u. s. w., und sogar 
noch in den dortigen unteren Schichten, welche einen grossen Reichthum an kleinen Petrefacten, namentlich 
Gastropoden, Astarten und anderen kleinen Bivalven u. s. w., enthalten. Ausserhalb Norddeutschlands sam- 
melte ich Amm. tenuiplicatus ziemlich häufig in den Thonschichten mit Ostrea Knorri, Amm. subradiatus, 
sulcatus, procerus, Belemnites Beyrichi u. s. w. u. s. w. bei Achdorf an der Wutach (Baden); wahrscheinlich 
wird eine der bisher nur als Namen publicirten Arten von dort, Amm. novellus und fraudator K. Mayer 
(ef. Waagen, der Jura, p. 91) sich auf den dort vorkommenden Amm. tenuiplicatus beziehen. 

T.4(29),£.2. Ammonites tenuiplicatus Brauns von Eimen am Hils (Braunschweig). In Be- 
gleitung des Amm. ferrugineus, Württembergicus, Belemnites canaliculatus und Beyrichi 
u. Ss. w. u. s. w. — Bei x beginnt die Wohnkammer. 

T.4 (29), f. 3. Derselbe aus etwas höheren Schichten ebendaher. Innere Windungen mit den Einschnürungen. 

T. 4(29),f.4. Derselbe ebendaher aus einer Geode. Wohnkammer beginnt bei x. 

T. 4 (29), £.5. Ebenso, verkiest. Wohnkammer nicht erhalten. 


32. Ammonites Ajax Orb. 


Die Bestimmung dieser Art verdanke ich Herrn Proiessor Oppel, welcher die Originale der von 


A. d’Orbigny in Prodrome neu aufgestellten Ammoniten untersuchte. Amm. Ajax wird (Prodr. 1850, 12. etage 
Palaeontographica, Bd. XIII, 4. ; 25 


— 18 — 


— (allovien, No. 49) mit folgenden Worten beschrieben: „Espece voisine de l’Ammonites coronatus, mais & 
tours ronds, moins &pais, pourvous de tubereules oblongs, transverses, tres-obtus.“ 

Mein einziges norddeutsches, als Steinkern erhaltenes Exemplar wird durch folgende Eigenschaften 
charakterisirt: Gehäuse von ziemlich bedeutertler, mehr als die Hälfte der Windungen betragender Involution, 
mit tiefem Nabel von mittlerer Weite. Die Windungen sind stark gewölbt, namentlich beginnen sie sehr 
steil über der Naht, wölben sich dann flacher auf den Seiten und haben einen ganz runden Rücken. An 
der Stelle, wo die Biegung von der Naht zu den Seiten sich befindet, beginnen stark ausgeprägte, hohe, 
nach vorn gewendete Rippen, welche hier vielleicht bei erhaltener Schale einen länglichen Knoten getragen 
haben und von denen etwa 15 auf die letzte Windung kommen; diese werden weiter auf den Seiten schwächer, 
indem sie sich meistens durch dreifache Gabelung, zuweilen auch durch Einschaltung vermehren, so dass am 
Rücken der letzten Windung etwa 45 Rippen gezählt werden; in der Medianlinie des Rückens sind die 
Rippen etwas deprimirt, was auf eine innere Verdickung der Schale an dieser Stelle hinzudeuten scheint, 
wie solche bei vielen ähnlichen Arten vorkommt. Die Form der Mundöffnung ist niedrig eiförmig, einem 
Kreise genähert. Die Loben scheinen diese Art zwischen die Planulaten und Coronaten zu stellen, zwischen 
denen auch die äussere Form die Mitte hält. Der Rückenlobus ist klein und kurz, der Haupt-Seitenlobus 
viel länger und weiter zurückgreifend und ganz unsymmetrisch; die Hülfsloben — bis zur Naht vier — sind 
sehr einfach und klein. Die Massen sind folgende: 


Ganzer Durchmesser des Gehäuses . . ». . ... ...97 Mm. 
‚Weite, desNabelsi-. ra ERTL GEr 
Höhe des letzten Umgangs in der Windungsebene . . 17 ,„ 
eh a r von der Naht bis zum Rücken 25. „, 
» „, vorletzten ‚, Dr Ei 1542, 
Diekerdes NletztenUmganes A 2 I NE REIERZ2DEN,, 
= „ vorletzten „, RENNER 
Nicht involuter Theil des vorletzten Umgangs . . . 64, , 
ER e PN ,„ vorvorletzten „ RE Eh her 


Bemerkungen. Noch näher als dem Amm coronatus Brug., mit dem Orbigny unsere Art ver- 
gleicht, steht dieselbe gewissen Formen aus den jüngeren Schichten des oberen Jura, von denen ich nament- 
lich Ammonites trimerus Opp. (Pal. Mitth., II, p. 240, t. 66, f. 2), Amm. Strauchianus Opp. ibid., p. 236, 
t. 66,f. 6) und Amm. Rolandi Opp. (ibid., p. 239, t. 67, f. 3) anführe. Indessen genügt schon eine Vergleichung 
der Loben, um Amm. Ajax von allen diesen Arten sicher zu unterscheiden, so dass es überflüssig erscheint 
die weiteren Unterschiede hervorzuheben. 

Von dieser interessanten Art ist mir nur das einzige in meiner Sammlung befindliche Exemplar be- 
kannt, welches in einer Thongrube bei Bündheim am Harz (Braunschweig) mit Amm. coronatus Brug., anceps 
Rein. sp., punctatus Stahl, lunula (Rein.) Ziet., Jason Rein. sp. u. s. w. in der gleichen Oppel’s Zone des Amm. 
anceps vollkommen entsprechenden Schicht gefunden wurde, und bei welchem ein Viertel der letzten Windung 
bereits der Wohnkammer angehört, ohne dass diese in Bezug auf Form und Berippung eine Veränderung 
zeigt. Der genannte Amm. coronatus von dort ist von Strombeck (Zeitschr. d. d. geol. Ges., V. Bd., p. 175) 
als Amm. Blagdeni gedeutet, während alle von mir untersuchten Exemplare mit Amm. coronatus Brug. (non 
Schloth., Ziet., Qu. u. s. w.), wie Orbigny denselben auffasst, und wie er im französischen Callovien so 


u 


RN 


häufig ist, genau übereinstimmten; auch keine andere aus jener Thongrube mir bekannt gewordenen Ver- 
steinerungen deuten darauf hin, dass die Zone des Amm. Humphriesanus, welcher Amm. Blagdeni Sow. 
ausschliesslich angehört, in jener Thongrure aufgeschlossen gewesen ist. Dagegen schliesst der genannte 
Gelehrte nach einem grossen Theile der übrigen dort vorgekommenen, nach Quenstedt’scher Synonymik be- 
zeichneten Arten sehr richtig auf das Vorhandensein von Quenstedt’s braunem Jura & Die aus derselben 
Thongrube angeführten Petrefacten aus tieferen, namentlich aus mittleren Liasschichten dürften dahin ver- 
schwemmt sein, da der Lias bei übergekippter Lagerung an jener Localität die jüngeren Schichten überlagert 

(ef. auch meinen Aufsatz in der Zeitschr. d. d. geol. Ges., Bd. XV, p. 475 ff). 
T.6@1),f. 1. AmmonitesAjax Orb. Verkalktes Exemplar mit theilweise (von x an) erhaltener Wohn- 
kammer, aus einer Thongrube bei Bündheim am Harz (Braunschweig). Zone des Amm.anceps. 


33. Ammonites Henrici Orb. 
15356. Amm. discus Roem., Oel. p. 190 (non discus Sow.). 
1347. Amm. Henrici Orb., Terr jur. p. 522, t. 198, f. 1, 2. 

Im Herbst 1864 nahm ich in Paris Gelegenheit, das mir durch die gütige Mittheilung der Herren 
Bergrath A. Roemer und Senator H. Roemer vorliegende Original-Exemplar des Amm. discus A. Roem. mit 
dem von Orbigny als Amm. Henrici beschriebenen Ammoniten zu vergleichen. und stellte sich dabei die voll- 
kommene Uebereinstimmung dieser beiden Typen auch in Bezug auf die im der Pal. franc. nicht abgebildeten, 
wohl aber kurz beschriebenen Loben heraus. — Auch Herr Professor Oppel, dem ich die norddeutsche Art 
vorleste, erkannte deren Uebereinstimmung mit Amm. Henrici Orb. 

Es dürfte daher für die Form von Heersum anstatt des von Sowerby für eine seit Oppel’s Unter- 
suchung als ganz verschieden festgestellte Art gebrauchten Namens Amm. discus der von Orbigny neu ge- 
bildete Amm. Henrici anzunehmen sein. Orbigny’s Beschreibung findet auf Roemer’s Art vollständige An- 
wendung, und ich erlaube mir daher nur noch die Masse des Roemer’schen Originals anzugeben. bei wel- 
chem die Schale grossentheils erhalten und der vorhandene Theil der Wohnkammer ?/, einer Windung einnimmt: 


GanzerDurchmessen 2. Ra rg Nm: 
NLSENGERBENEIINE Kasse BT N ee a Zee 2 
Höhe des letzten Umgangs in der Windungsebene . . 4 „, 

BE u Ri „ von der Naht biszum Rücken 68 „, 

” „ vorletzten „ ” „ ” ” „ „ BP) „ 
Grösste Dicke der letzten Windung . . . .....380 „ 

er & „„ vorletzten ., Be 
Nicht involuter Theil der vorletzten Wndung . . . 4 „ 


Amm. mendax Seeb. (hann. Jura, p. 154) steht dem Amm. Henriei Orb. in der Form zwar ausser- 
ordentlich nahe, unterscheidet sich aber, wie Seebach selbst sehr richtig angiebt , wesentlich von demselben 
durch seine einfacheren Loben; dagegen lehrt die Vergleichung der Loben des Reemer’schen Originals, dass 
dasselbe nicht, wie Seebach meint, mit seinem Amm. mendax von Hannover übereinstimmt und daher aus 
dessen Syononymik zu streichen ist. 

Amm. Henrici wurde namentlich von Oppel aus verschiedenen Gegenden nachgewiesen und findet 


sich überall in jenem Horizont, welchen derselbe neuerdings als Zone des Amm. transversarius bestimmt 
; 25* 


— 10 — 


charakterisirt hat. Die Lagerstätte unseres Exemplars aus den festen grauen Kalken von Heersum, wo 
dasselbe mit Waldheimia impressa Bronn sp. gefunden wurde, stimmt vortreftlich mit dieser Angabe überein. 

Ein zweites, sehr schön erhaltenes kleineres Exemplar ohne Wohnkammer wurde ebendort von Herrn 

Bergrath Schuster zu Goslar gesammelt. 

T.6 (31), £.2. Ammonites Henrieci Orb. von Heersum unweit Hildesheim (Hannover). Aus den 
oberen Lagen der Heersumer Schichten Seebach’s, Oppel’s Zone des Amm. transver- 
sarius. 2 a, b, c, nach einem Exemplare aus der Sammlung des Herrn Bergraths 
Schuster zu Goslar (Hannover), 2 d, Loben des Originals von Amm. discus A. Roem. 
aus der in Hildesheim befindlichen Sammlung des Herrn Bergraths A. Roemer. 


34. Ammonites Gravesanus Orb. . 
1536. Amm. Blagdeni A. Roem., Ool., p. 201. 
1557. Amm. Blagdeni Koch u. Dkr., Beitr.. p. 44. 
1864. Amm. Gravesianus Seeb., hann. Jura, p. 148. 

Nach Untersuchung der Original- Exemplare der von A. Roemer und von Koch und Dunker als 
Amm. Blagdeni beschriebenen Art kann ich Seebach’s Deutung derselben nur vollkommen bestätigen. Auch 
die Exemplare des Amm. Gravesanus Orb., welche ich in verschiedenen französischen Sammlungen im Herbst 
vorigen Jahres zu vergleichen Gelegenheit hatte, stimmten mit der Art der Weserkette von Klein-Bremen 
unweit Bückeburg und von Häverstädt unweit Minden (Westfalen) durchaus überein. 

Da eine Lobenzeichnung des Amm. Gravesanus meines Wissens noch nicht bekannt gemacht worden 
ist, so gebe ich zwei Figuren derselben von zwei Exemplaren verschiedener Grösse. 

Wie Herr Professor Dunker mir gütigst mittheilte, bestätigen seine neuesten Untersuchungen über 
die Lagerstätte dieser Art, welche auch in Frankreich in den jüngsten Schichten des oberen Jura liegt, 
Seebach’s Annahme. 

T.6 (31), £.3. Loben eines Amm. Gravesanus Orb. von Häverstädt unweit Minden (Westfalen), 
aus den höchsten Schichten des oberen Jura (Amm. Gigas-Schicht Seeb.). Original 
(Amm. Blagdeni Roem.) in der zu Hildesheim befindlichen Sammlung des Herrn Berg- 
raths A. Roemer in Clausthal. 

T. 6 (81), f. 4. Loben eines kleineren Exemplars derselben Art von Klein-Bremen unweit Bückeburg 
(Schaumburg-Lippe.) Original in meiner Sammlung. ; 


Nachtrag. 

Während des Druckes dieses Aufsatzes sehe ich, dass in den Memoires de la societe geologique de 
France, 2. serie, VIII, 1865, in dem Aufsatze von OÖ. Terquem und Ed. Piette: Le Lias superieur de Vest 
de la France, p. 29 angeführt wird: „Ammonites Hagenowi, pl. 1, f. 3-5. Gres & Amm. angulatus de 
Saint Menge et de Hettange; calcaire & Amm. angulatus de Jamoigne. Partout assez rare.“ Die beige- 
fügte Abbildung lässt kaum Zweifel darüber, dass hier der echte Amm. Hagenowi gemeint ist, wenn auch 
unter den Synonymen Namen eitirt werden, welche anderen Arten angehören, wie Amm. torus und fortilis 
Orb., psilonotus laevis Qu. Beachtenswerth sind jedenfalls die neuen Fundorte des Amm. Hagenowi und 
die bestimmte Angabe seiner Lagerstätte in Begleitung des Amm. angulatus. 


A 


— 


Register. 


Die in diesem Register mit fetter Schrift gedruckten Namen beziehen sich auf die ausführlicher 


besprochenen und beschriebenen Arten; die gewöhnlich gedruckten auf die zur Vergleichung herbeigezogenen 
oder beiläufig erwähnten; die durch Cursivschrift ausgezeichneten auf die Synonyma. Bei den beiden ersten 
Kategorien bedeutet ein Sternchen vor dem Namen, dass die Art im nordwestdeutschen Jura vorkommt, zwei 
Sternchen, dass sie in diesem Aufsatze zuerst von hier genannt ist; sind die Sternchen in Parenthese gestellt, 
so ist die Art früher bereits unter einem andern Namen bekannt gewesen. 


Ak 


* Ammonites Aalensis Ziet., p. 165. 


Actaeon Orb., p. 164. 

4Aegion Orb., p. 164? —= Actaeon Orb. 

affinis Seeb., p. 170. 

Ajax Orb., p. 187. 

anceps Rein. sp., p. 188. 

angulatus Schloth., p. 153. 

arbustigerus Orb., p. 184. 

aspidoides Opp., p. 179, 184 — subradiatus Sow. 

aurigerus Opp., p. 178. 

Beyriechi sp. nov., p. 170. 

bidichotomus Leym., p. 186. 

bifrons Brug., p. 166. 

bisculpus Opp.,p. 118,179, 182=subradiatus Sow. 

bisulcatus Brug., p. 154. 

Blagdeni Koch u. Dkr., p. 190= Gravesanus Orb. 

Roem., p. 190 —= Gravesanus Orb. 
„ Stromb., p. 188 — coronatus Brug. 

borealis Seebach, p. 166, 167. 

brevispina Orb., p. 163 — Heberti Opp. 

brevispina Sow., p. 156. 

Bronni Roem., p. 148 — Jamesoni Sow. 

Bucklandi Sow., p. 154. 

bullatus Kudern., p. 178 = Ymir Opp. 

Buvignieri Orb., p. 161. 

canalieulatus fuscus Qu., p. 179, 182 — subra- 
diatus Sow. 

caprieornus Schloth., p. 164. 

eentriglobus Opp., p- 158. 

communis Bronn Mscr., p. 159 — tamariseinus 
sp. NOV. 

comptus Rein. sp., p. 165. 

concavus Orb., p. 171 — Lythensis Yg. u. Bd, 

concavus Roem., p. 148 — cordatus Sow. 

coneavus Sow., p. 165. 

coronatus Brug., p. 188. 

erista galli Orb., p. 173 — polygonius Ziet. 

eurvicornis U. Schloenb., p. 163. 

Davidsoni Orb., p. 159 — globosus Ziet. 

Davoei Sow., p. 164. 

depressus A. Roem., p. 179, 182, z. Th. = subra- 
diatus Sow. 

Deslongehampsi Defr., p. 172, 175. 

discus Buch, p. 182 — orbis Gieb. 


„ 


diseus Orb., p. 179, 182, ? — subradiatus Sow. 


discus Qu., p. 179, 183 — subradiatus Sow. 
discus ß Qu., p- 183 — Staufensis Opp. 


* 


+ 


8 %* 


RR TE 


Ammonites diseus Roem., p. 189 — Henriei Orb. 


diseus Sow., p. 175, 187. 

dispansus Lye., p. 169. 

dorsocavatus Qu., p. 167. 

Erato Kudern., p. 177, z. Th. = psilodiseus 
sp. nov. 

z. Th. ?= oolithieus Orb. 

Erato Orb., p. 179. 

falcaries Qu., p. 156, z. Th. — geometrieus Opp. 

ferrugineus Opp., p. 172, 174, 175. 

ferrugineus Seeb., p. 175, z. gr. Th. = Würt- 
tembergieus Opp. 

fontieola Roem., p. 1719, 182, z. Th. — subra- 
diatus Sow. 

fraudator K. Mayer, p. 157, ? = tenuiplicatus 
Brauns. 

Frischmanni Opp., p. 159. 

Juscus Brauns, p. 179, 183 = subradiatus Sow. 

». Qu., p. 179, 185 — subradiatus Sow. 

„  Seeb., p. 179, 183 — subradiatus Sow. 
geniculatus Roem., p.179,182—=subradiatus Sow. 
geometrieus Opp., p. 155. 

Germaini Orp., p. 168. 

gigas Ziet., p. 148. 

globosus Koch u. Dkr., p. 159 — centriglo- 
bus Opp. 

globosus Ziet., p. 158. 

Goslariensis sp. nov., p. 166. 

Gravesanus Orb., p. 1%. 

Grumbrechti U. Schloenb., p. 162. 

Hagenowi Dkr., p. 154. 

Hartmanni Opp., p. 157. 

Heberti Opp., p. 163. 

hecticus var. Qu., p. 179 — subradiatus Sow. 

Henriei Kudern., p. 178, 179, 183 —subradiatus 
Sow. 

Henriei Orb., p. 182, 189. 

hireicornis U. Schloenb., p. 169. 

hireinus Brauns, p. 169 — hireieornis U. 


Schloenb. 

bireinus Schloth., p. 167, 169. 

hireinus Seebach, p. 169 — hireieornis U. 
Schloenb. 


Hommairei Kudern., p. 178. 

Humphriesanus Kudern.,p. 172, 178 — Deslong- 
champsi Defr. 

hybrida Orb., 148. 


Ammonites zbeuw ? 


BER 


(*) 


N 


Wagener, p. 169, — hireicornis U. 
Schloenb. 

interruptus Brauns, p. 168 — Germaini Orb. 

Jamessoni Sow., p. 148, 159. 

Jason Rein. sp., p. 188. 

Johnstoni Sow., p. 151. 

jurensis Ziet., p. 167. 

Kridion Hehl, p. 157. 

Kridion Orb., p. 157, z. Th. = geometrieus Opp. 

z. Th. = Hartmanni Opp. 

laewigatus Sow., p. 159 — globosus Ziet. 

laqueolus sp. nov., p. 151. 

laqueus Qu., p. 151. 

lataecosta Qu. (z. Th.), p. 163 — Grumbrechti 
U. Schloenb. 

linguiferus Orb., p. 172. 

lunula (Rein.) Ziet., p. 188. 

lynx Orb., p. 162. 

Lythensis Yg. u. Bd., p. 165, 171. 

maculatus angulatus Wagener, p. 163 — eur- 
vicornis U. Schloenb. 

margaritatus Montf. sp., p. 164. 

Masseanus Orb., p. 168. 

mendax Seeb., p. 189. 

Morrisi Opp-, p- 178. 

matrix Roem., p. 155 — geometrieus Opp. 

natrix Ziet., p. 156 — brevispina Sow. 

Neuflfensis Opp., p- 172, 173, 175. 

nodosaries Wagener, p. 155 — geometricus 
Opp. 

Normananus Orb., p. 164. 

novellus K. Mayer, p. 187? — tenuiplicatus 
Brauns. 

oolithieus Orb., p. 178. 

opalinus Rein. sp., p. 165, 166, 170, 171. 

opalinus Seeb. (pars), p. 170 — Beyrichi 
Sp. nov. 

Oppeli U. Schloenb. p. 161. 

orbis Gieb., p. 183. 

orbis Gieb. (pars),p.179, 183=subradiatus Sow. 

orbis Seeb., p. 179, 183 —= subradiatus Sow. 

Parkinsoni Sow., p. 172, 174, 175. 

Parkinsoni depressus Qu., p. 175 — ferrugi- 
neus Opp. 


Parkinsoni gigas Qu., p. 173 — Neufiensis Opp. 


Parkinsoni planulatus Qu., p. 175? = ferrugi- 
neus Opp. 

Petersi Hauer, p. 159. 

planicosta Sow., p. 159. 

planorbis Sow., p. 154. 

polymorphus Orb., p. 172, 177. 

polymorphus Qu., p. 148 = hybrida Orb. 

posterus Seeb., p. 173 — Neuffensis Opp. 

procerus Seeb., p. 178, 184, 186. 


(**)Ammonites psilodiseus sp. nov., p- 177. 


psilonotus laevis Qu., p. 154 — planorbis Sow. 
„»  plicatus Qu., p.151— Johnstoni Sow. 
punctatus Stahl, p. 188. 
pustulatus Suevicus Qu., p. 173— polygonius Ziet. 
radıans Rein. sp., p. 165, 167. 
radians amalthei Wagener, p. 164 = Norma- 
nanus Orb. 
Ragazzonii Hauer, p. 167. 
raricostatus Dkr., p. 151 — laqueolus sp. nov. 
raricostatus Ziet., p- 151. 
rectelobatus Hauer, p. 112 — Deslongchampsi 
Defr. 
Roberti Hauer, p. 159. 
Rolandi Opp., p. 188. 
Sauzeanus Orb., p. 157. 
? semicostatus Yg. u. Dd., p. 156 = geometricus 
Opp- 
serrodens Qu., p. 167. 
Sinemuriensis Orb., p. 154, z. Th. — bisuleatus 
Brug. 
z. Th.— Bucklandi Sow. 
spinaries Qu., p. 157 — Sauzeanus Orb. 
5 Wagener, p. 155 — geometricus Opp. 
Staufensis Opp., p- 183. 
stellaris Sow., p. 159. 
Strauchanus Opp., p 188. 
striaries Brauns, p. 158, ?— Nauzeanus Orb. 
striaries Qu., p. 158. 
striatulus Sow., p. 168. 
subdiscus Brauns, p. 177 = psilodiseus sp. nov. 
subdiseus Orb., p. 177. 
subradiatus Sow., p. 179, 183. 
sulcatus Hehl, p. 176, 177. 
tamariscinus sp. nov., p. 159. 
tatrieus Kudern., p. 178. 
tenuiplicatus Brauns, p. 186. 
torulosus Schübl., p. 165, 168. 
torus Orb., p. 152. 
trimerus Opp., p. 188. 
triplicatus Qu., p. 185 — funatus Opp. 
triplicatus var. banatica Kudern., p. 185 — pro- 
cerus Seeb. 
Truellei Orb., p. 173. 
Turner‘ Wagener, p. 160 — tamariseinus sp. noY. 
undulatus Stahl, p. 165. 

Waterhousei Morr.u. Lyec.p.179, 182 ?—subra- 
diatus Sow. . 
Württembergieus Opp., p. 174, 175. 

Ymir Opp., p. 178. 
Zignoanus Kudern., p. 178. 
zigzag Orb., p. 172, 179. 
ziphus Ziet., p. 159. 

Zitteli Opp., p. 166. 


Die Quadraten-Kreide des Sudmerberges bei Goslar. 


F. A. Roemer. 


Die von Vienenburg nach Goslar im Bau begriffene Eisenbahn geht einige Hundert Schritte vom 
Fusse des bekannten Sudmerberges, südlich von der von Goslar nach Ocker führenden Chaussee, durch den 
Fuss des dortigen südlichen Thalabhanges und hat hier auf weitere Erstreckung einen gelbgrauen, mit 
äusserst feinen Glaukonitkörnern gemengten, mergeligen Sandstein aufgeschlossen, der folgende Versteine- 
rungen führt: 
Cribrospongia scripta,“ 
Pleurostoma stellatum, 
Eudea crassa, 
„ Intumescens, 
Plocoscyphia muricata, 
Siphonocoelia imbricata, 
Siphonia punctata, 
Oculispongia macropora, 
Stellispongia impressa, 
Enaulofungia tesselata, _ 
Amorphospongia conifera, 
ae n Siliqua, | 
Spatangus Cor anguinum, 
Galerites elongatus, 
Peltastes acanthodes, 
Terebratula carnea, 
Pecten quadricostatus, 
Lima Hoperi, 
Spondylus striatus, 
Inoceramus Quvieri, 
digitatus, 
lobatus, 
ns cancellatus (cardissoides), 
Cardium decussatum, 
Scaphites binodosus, 
Nautilus laevigatus (simplex), 
Belemnitella quadrata, 
Pollieipes glaber und 
Vermetus ampullaceus. 


” 


6) 


er 


— 14 — 


Die fragliche Schicht gehört hiernach auch der Quadraten-Kreide an und ist von allen Arten nur 
der Peltastes acanthodes Dumoul. bisher auf den Pläner und den Cenoman beschränkt gewesen; doch liegt 
der einzige Unterschied gegen die Abbildung bei Desor in einer unbedeutend grösseren Wölbung des 
breiten Scheitels. 

Die schönen Formen des Inoceramus lobatus und cancellatus (cardissoides und lingua) lassen die- 
selbe Schicht erkennen, worin sie bei Quedlinburg, Blankenburg und Dülmen vorkommen, und in der beim 
letzten Orte auch Scaphites subnodosus häufig ist. 

Diese Kreideschicht war aber bisher in der Goslar’schen Gegend noch nicht bekannt, und ist 
verschieden von der sie überlagernden, am südlichen Abhange des Sudmerberges anstehenden, durch die 
zahlreichen Spongitarien und Bryozoen und durch den Mangel fast aller Mollusken ausgezeichneten 
Mergelschicht. 

Unter diesen, namentlich an Inoceramen so reichen mergeligen Sandsteinen liegen noch mächtige, 
festere Sandsteine ohne Versteinerungen und auch noch mit dem flachen Einfallen der Sudmerberger 
Schichten; unmittelbar unter jenen liegen die steil aufgerichteten weissen Plänerkalke, wie sie am Peters- 
berge aufgeschlossen sind. 

Die Eisenbahn am rechten Ockerufer hat hier auch die Korallen-Mergel des Sudmerberges auf- 
geschlossen, und sind deren Schichten dort auffallender Weise steil aufgerichtet, so dass die Ansicht, die 
letzte Hebung und die Ueberstürzung des Flötzgebirges am nördlichen Harzrande sei eben vor Ablagerung 
der Quadraten-Kreide geschehen, sich als irrthümlich herausstellt; sie muss erst später, wahrscheinlich 
während der tertiären Periode eingetreten sein. 

Am interessantesten war mir der bisher durch Sowerby nur unvollständig bekannte Inoceramus digi- 
tatus; es sind mehrere zwei bis drei Fuss grosse Exemplare zum Vorschein, aber nur Bruchstücke davon 
in die Sammlungen gekommen; zwei kleinere Exemplare verdanke ich dem tleissigen Sammler Herrn Schul- 
lehrer Schacht in Ocker. Es schien mir wünschenswerth, dass jener Riese unter den Mollusken allgemein 
bekannt werde, und habe ich seiner Abbildung einige seiner Altersgenossen und zur Ausfüllung des Raumes 
auch zwei neue Arten aus der Mukronaten-Kreide bei Lüneburg auf der nachstehenden Tafel beigefügt; zu- 
nächst folgt die Beschreibung dieser Arten. 


"Clausthal, den 18. Mai 1365. 


F. A. Roemer, Bergrath. 


Cribrospongia sceripta n. sp. . 

Oben abgestutzt- und unten abgestumpft-spindelförmig, 155 Mm. lang, an der Mündung 42 Mm., 
etwas oberhalb der Mitte 52 Mm. dick; die ganze Aussenseite wird von etwas über 1 Mm.. grossen, ovalen, 
nieren- oder sternförmigen Maschen bedeckt, welche in ziemlich regelmässigen horizontalen Reihen stehen und 
etwas schmälere flache Zwischenräume haben, die ein sehr regelmässig gitterförmiges Kieselgewebe zeigen. 

Kommt in der Inoceramenschicht der Quadraten-Kreide am Fusse des Sudmerberges vor, und 
befindet sich das beschriebene Exemplar in der Sammlung des Herrn Oberhüttenmeisters Grumbrecht 
in Ocker. - 


Siphonocoelia imbricata n. sp. 
Walzenförmig, 55 Mm. dick, oben schräg abgestutzt, stumpf, mit 15 Mm. weiter Röhre; auf eine 
Länge von 150 Mm. ist der Schwamm von unten mit 14 horizontalen, scharfkantigen oder knotigen, wohl 
6 Mm. hohen, auf der einen Seite zum Theil etwas herabgebogenen und unterbrochenen Ringen besetzt. 
Das Gewebe besteht aus sichtbaren, ovalen oder länglichen Maschen mit viel schmäleren Zwischenräumen. 
Hat sich ebenfalls in der Inoceramenschicht am Fusse des Sudmerberges gefunden und befindet sich 
ein sehr schönes Exemplar in der Sammlung des Herrn Oberhüttenmeisters Grumbrecht in Ocker. 


Amorphospongiä conifera n. sp. 
Tab. XXXII. Fig. 1. 

Ein niedriger Becher sitzt auf zwei Ringen und trägt oben einen niedrigen Kegel mit etwas 
abgestumpfter Spitze; der Rand des Bechers ist viel weiter, als die Basis des Kegels, und stark gekerbt; 
des Bechers Aussenseite ist von kleinen rundlichen Höckern bedeckt; auch auf dem Kegel bemerkt man 
ausser solchen Höckern auch einige kurze Längsfurchen. Der Schwamm ist mit der ganzen Basis auf- 
gewachsen gewesen und besteht aus einem sehr dichten Gewebe; in verdünnter Säure braust er sehr stark 
und erscheinen nachher seine Höcker wie mit kleinen Warzen besetzt. 


Amorphospongia Siliqua n. sp 
Tab. XXXII. Fig. 2. 
Meist lang zungenförmig, stark zusammengedrückt, an den Seiten abgerundet, von ganz dichtem 
Gewebe, in welchem bisweilen gebogene und dichotomirende Längsfurchen ganz oberflächlich liegen. 


Hat sich häufiger am Fusse des Sudmerberges gefunden. 


Palaeontographica, Bd. XIII, 4. 26 


— 1% — 


Galerites elongatus F. A. Rr. 
Tab, XXXIJ. Fig. 3. 

Ich habe in meinem Kreidewerke unter diesem Namen einen schlecht erhaltenen Feuerstein-Steinkern 
beschrieben und glaube, dass die jetzt abgebildeten Formen damit zu vereinigen sind. 

Der Körper ist unten abgerundet fünfseitig, eirund, bisweilen (b) etwas breiter als lang; die Basis 
ist eben, die Mundöffnung stark vertieft, der äussere Rand stark abgerundet; der Mund ist central; die von 
ihm auslaufenden Fühlergänge werden von deutlichen Furchen begränzt und erscheinen sie daher flach 
gewölbt. Der After liegt so hoch am Rande, dass man in der Seitenansicht seine ganze Form erkennt; bei 
der niedrigeren Form b steht er rüsselförmig nach unten gerichtet, etwas vor. Oben ist der Körper niedrig 
keselförmig; der Scheitel liegt etwas nach vorn und fällt die Schale nach vorn in starker, nach hinten 
anfangs in sehr flacher Wölbung ab. Die Poren der Fühlergänge sind klein und stehen so gedrängt, dass 
auf jedes grössere Täfelchen sieben kommen; die Warzen auf letzteren sind unten und am Rande dicht 
gedrängt, oben einzelner und oft abgerieben. 

Hat sich häufig in dem Eisenbahndurchschnitte neben dem Sudmerberge gefunden. 


Galerites Roemeri Desor. 
Tab. XXXII. Fig. 4.. 

Diese von Desor so benannte, aber in seiner Synopsis der fossilen Echiniden noch nicht aufgeführte 
Art hat im Allgemeinen die veränderliche Form des G. albogalerus, unterscheidet sieh von ihm aber leicht; 
die Basis ist mehr kreisıund, der After vom Rande etwas weiter entfernt, der Mund etwas vor der Mitte 
belegen; die Poren der Fühlergänge sind so weit von einander entfernt, dass auf ein Täfelchen deren nur drei 
oder vier kommen; die ganze Oberfläche ist chagrinartig fein gekörnelt, und liegen die kleinen Warzen darin 
vertieft; auch die Poren werden durch diese Körnelung meist ganz verdeckt. 

Findet sich nicht selten, 15-40 Millimeter hoch, in der Mukronaten-Kreide bei Lüneburg. 


Radiolites Gosae n. sp. 
A Tab. XXX. Fig. 5. 

Die untere Schale ist lang kegelförmig und sind oft mehrere rasenförmig verwachsen; sie tragen 
sechs bis acht schmale Längsrippen, welche von zarten Anwachsstreifen übersetzt sind; Figur b zeigt jüngere 
Exemplare, Figur a ein älteres, auf der hinteren Seite mit einer ziemlich starken Längsfurche versehen; das 
Innere der Schale ist glatt; ein kleiner Steinkern zeigt aber zwei genäherte schwache Längsfurehen. Figur e 
wird die Deckelschale sein und ist, von der Seite gesehen, gezeichnet, die hintere Seite ist beschädigt und 
zeigt mehrere nach oben gewölbte Lamellen über einander. 

Diese Art hat sich schon längere Zeit am südlichen Fusse des Sudmerberges in der Bryozoen- 
Schicht nicht ganz selten gefunden und wird wohl die letzte ihrer Familie sein. 


Inoceramus digitatus Sow. 
Tab. XXXII Fig. 6. 
Sowerby hat Tafel 604 der Min. Conch. vier Rippen eines Inoceramus unter obigem Namen ab- 
gebildet, die wie fest an einander geschlossene Finger einer Hand aussehen; er sagt indessen in der 


— 117° — 


Beschreibung, dass die Zwischenräume zwischen den Fingern ihrer Breite gleich sein; derartige Bruchstücke 
sollen bis zu sehr bedeutender Grösse bei Debden in Essex in einem Gerölle vorkommen, welches aus 
Stücken der oberen Kreide besteht. 

Ich bezweifele nicht, dass die abgebildete Form derselben Art angehört. Sie zeichnet sich dadurch 
aus, dass sie gleichschalig (daher kein Trichites) und flach gewölbt ist, dass sie anfangs nur concentrische 
Furchen bildet, später aber von zahlreichen (25) dicken Rippen bedeckt wird, welche von dem flachen 
Rücken ab bogenförmig nach den Seiten verlaufen; die Rippen haben fast gleichbreite Zwischenräume, sind 
etwas knotig und auf der Faserschale ziemlich glatt, auf Steinkernen aber, wie in der Abbilduns, von 
zahlreichen concentrischen Furchen übersetzt. 

Es erreicht diese Art eine Länge von mehr als 2 Fuss und gehört daher zu den grössten bekannten 
Muscheln. Bruchstücke sind nicht selten bei den Eisenbahnarbeiten am Fusse des Sudmerberges gefunden. 


Cardium decussatum Phil. 
E Tab. XXXII. Fig. 7. Sow. M, E33 1: 
Cardita Esmarckii Nils. 

Die abgebildete Form ist nur halb so gross als gewöhnlich und die in Figur c dargestellte auffallend 
durch die langgezogenen Buckel und dadurch, dass die ganze Oberfläche von feinen dichotomen Streifen 
dicht bedeckt wird. 

Wesshalb Geinitz und Morris diese Art zur Gattung Pholodomya stellen, ist mir unklar; ich kenne 
bei letzteren eine so stark ausgeprägte Lunula auf abgestutzter Vorderfläche nicht. 

Kommt ziemlich häufig im Eisenbahndurchschnitte vor; ich habe diese Muschel früher aus der 
Mukronaten-Kreide von Lemförde und Ahlten, so wie aus dem Pläner von Sarstedt angeführt. 


Globiconcha Lineburgensis v. Strbck. 
Tab. XXX. Fig. 8. 

Diese von d’Orbigny aufgestellte Gattung ist dadurch charakterisirt, dass das bauchige, glatte 
Gehäuse eine einfache, an der Columelle weder verdickte, noch mit Zähnen besetzte, halbmondförmige 
Oefinung hat; auch zeigt die Schale aussen keine Mundwülste; die bekannten sieben Arten sind auf Pläner 
und Kreide beschränkt. 

Die abgebildete Art ist kugelrund und ihr letzter Umgang von einigen zwanzig .horizontalen Streifen 
bedeckt, welche vielleicht wieder von feineren Längsstreifen übersetzt werden. 

Findet sich als Steinkern häufig in der Mukronaten-Kreide bei Lünebure. 


Scaphites bmodosus F. A. Rr. 
Tab. XXXIL Fig. 9. 
In meiner ersten Arbeit Er die Kreideformation habe ich Seite 90 diese Form aus dem Quadraten- 
Kreidemergel von Dülmen beschrieben; die jetzt abgebildete ist nicht selten am Fusse des Sudmerberges 
gefunden. Die Art zeichnet sich aus durch die beiden Reihen oft fast dornartiger Knoten; von jedem der 


äusseren laufen drei bis vier Rippen über den Rücken, dessen Breite der Höhe der Windungen gleich ist. 
26* 


— 18 — 


Die Sammlung der Bergakademie besitzt auch ein Exemplar von Oesel bei Kessenbruck. Figur b. u. c. 
dürften ein junges Exemplar derselben Species sein, obgleich in diesem Falle die Rippen in der Nähe der 
Mündung schon Knoten zeigen müssten. 

Scaphites Geinitzii d’Orb. zeichnet sich dadurch aus, dass nur eine Reihe kleiner runder 
Knoten, von welchem die Rückenrippen je vier auslaufen, vor der Mitte der Seiten liegt; er ist in der 
Versteinerungskunde des Herrn Professors Geinitz aus, den Skaphiten-Pläner von Strehla Tab. 12 Fig. 1 
gut abgebildet. 

Scaphites aequalis = obliquus Sow. 15, 4—7, ist durch die breite nierenförmige Mundöffnung 
und dadurch, dass der Rücken fast doppelt so breit ist, als die Umgänge hoch sind, von ähnlichen Formen 
leicht zu unterscheiden; er scheint auch nur dem Cenoman anzugehören. 

Scaphites striatus, Mantell S. Dow. 22. 3, 9, 13. Der letzte Umgang nimmt in der Mitte 
der Breite sehr stark an Höhe zu und verschmälert sich nach der Mündung hin wieder bedeutend; die 
Falten erscheinen in jener Gegend als dicke, vielleicht mit drei Höckern versehene Rippen, welche sich erst 
in der Nähe des Rückens theilen. Der Abbildung (135) ganz entsprechend am Harzrande und bei Alfeld. 

Scaphites costatus Mant. 22. 8, 12, nimmt gleichmässig an Dicke zu; in der Mitte zeigt er. 
einfache, allmälig dicker werdende und in zwei Drittheilen der Breite der Windung in einen Höcker über- 
gehende Falten, von denen etwa fünf feine Falten auslaufen. Durch diese langen dicken Falten ist er unter- 
schieden von dem Se. Geinitzü. 

Kommt im Pläner bei Heiningen, Salzgitter und Iburg vor. 

Es führen also in Norddeutschland: 

1) das Genoman: Scaphites aequalis; 

2) der Pläner: Se. striatus, costatus und Geinitzii; 

3) die Quadraten-Kreide: Sc. binodosus, inflatus; 

4) die Mukronaten-Kreide: Sc. ornatus, pulcherrimus, plicatellus und compressus. 


Vermetus ampullaceus Sow. 
Tab. XXXU. Fig. 10. Sow. M. C. 597, 1—5. 

Es zeichnet sich diese Art durch den Kiel und durch die kopfförmig verdickle Mündung aus; nach 
der Abbildung bei Sowerby wird sie im Alter frei; das abgebildete Exemplar ist sogar durch seitliche, 
lappige Erweiterungen auf dem Gestein festgewachsen. 

Findet sich seltener im Eisenbahndurchschnitte neben dem Sudmerberge. Ich habe sie früher, als 
Serpula, aus der Qudraten-Kreide von Gehrden beschrieben. 


Einmal in der Nähe von Ocker erlaube ich mir auf ein interessantes jüngeres geognostisches Vor- 
kommen aufmerksam zu machen: 

Öestlich von der Schwefelsäure- Fabrik in Ocker liegt nämlich ein gänzlich kahler Hügel, welcher 
sich nordwärts forterstreckt und vom Langenberge durch ein flaches Thal getrennt wird; er besteht aus 
lauter mit Sand vermischten Geröllen, welche meist aus den nahen Harzbergen stammen; dazwischen und 


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darüber liegen aber Gerölle und Blöcke von rothem Granit und verschiedenen Hornblendesteinen, die ohne 
Zweifel aus dem hohen Norden hieher verflösst sind; auch überrascht die Menge meist abgerundeter 
Feuersteine. 

Es ist diese Ablagerung ohne Zweifel der ehrwürdige alte Meeresgrund, welcher seit dem letzten 
Rückzuge des Oceans am Schlusse der Driftzeit sich so schön hier erhalten hat und von keinen jüngeren 
Bildungen verdeckt ist. 

Der nicht unbedeutende Hügel, welcher sich unterhalb der Hütte am rechten Ufer der Ocker mit 
steilen, terrassenförmigen Abhange hin erstreckt, besteht aus einem ähnlichen Gerölle; es fehlen aber darin 
(lie nordischen Geschiebe und die Feuersteine durchaus, und sind namentlich alle seine Granitgerölle dem 
Ockerthale entnommen. Es werden diese Massen erst nach dem Rückzuge des Meeres hier abgelagert sein 
und den alluvialen Strandbildungen in höheren Niveaus entsprechen. 

Erst später hat sich die Ocker ihr Flussbett gebildet. 

Steist man bei der Papiermühle am steilen Ufer in die Höhe, so findet man dahinter wieder die 
nordischen Geschiebe und Feuersteine. 

Die ungeheueren Geröllmassen, welche den jetzigen Boden des Ockerthales wenigstens bis Schladen 
hin, auch das öde Steinfeld oberhalb Vienenburg bilden, werden auch der letzterwähnten alluvialen Zeit 


angehören. 
Es beruhen diese Angaben meist auf Beobachtungen des Herrn Hauptmanns R. Meier in Goslar, 


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Beiträge 


zur 


geologischen Kenntniss des nordwestlichen Harzgebirges. 


Von 
Friedrich Adolph Roemer, 


Bergrathe und Vorstande der Königl. Bergakademie zu Clausthal etc. 


Fünfte Abtheilung. 
Mit drei Tafeln Abbildungen. 


Auf den nachfolgenden Seiten habe ich diejenigen Versteinerungen beschrieben, welche in den letzten 
fünf Jahren am Harze neu aufgefunden sind und zu dessen genaueren Kenntniss wieder einen nicht un- 
wichtigen Beitrag liefern. 

Von den aus dem Klosterholze bei Ilsenburg beschriebenen, von Herrn Bergeommissär Jasche mit- 
getheilten Sachen ist die Lingula silurisch, die übrigen halte ich für Wissenbacher, und kommen sie dort, 
mit Phacops latifrons zusammen, in gelblich grauen Schiefern vor, welche Stunde 12 streichen, mit 45° 
östlich einfallen und die silurischen Kalke zu überlagern scheinen. 

Aus dem Tännenthale bei Ilsenburg soll eine in der Jasche’schen Sammlung aufbewahrte Cardiola 
interrupta herstammen; ich halte diese Angabe aber für so zweifelhafter, als mir Freund Jasche später 
vom Thonmühlenkopfe im Tännenthale aus einem dichten grauen Kalke Orthoceras regulare und de Strom- 
becki, Goniatites lateseptatus und subnautilinus mitgetheilt hat, so dass die Fundstelle den Wissenbacher 
Schiefern, namentlich den Wissenbacher Kalken von Zorge und Wieda, im Alter gleich stehen muss 

Da ich diesen Fundort für zuverlässig halte, so wird die ganze Schieferzone, welche sich am nörd- 
lichen Harzrande von Ilsenburg wenigstens bis Thale erstreckt und an vielen Stellen, namentlich in der 
Umgegend von Wernigerode, untergeordnete Lager grauen Kalkes und eines oft grossblätterigen Anthrakonits 
enthält, wohl dem älteren Devon angehören, obgleich ich sie auf der geographischen Specialkarte jener Gegend 
noch als silurisch bezeichnet habe. ! 

Entscheidend werden vielleicht noch die Kalke, welche sich westlich am Fusswege zwischen Thale 
und der Rosstrappe, dicht daneben am Kolbeck und zwischen Wienrode und Kattenstedt finden; vom ersteren 


Fundorte besitze ich mehrere, aber leider nicht sicher zu bestimmende Versteinerungen. 
Palaeontographica. XIII. 5. 27 


— 20 — 


Ob der am Schlossberge von Blankenburg vorkommende Kalk gleichen Alters ist, oder zu den von 
Rübeland nach Hüttenrode hin sich erstreckenden Stringocephalen-Kalken, in deren Streichungslinie er liegt, 
gerechnet werden muss, bleibt ebenfalls noch zweifelhaft, da die darin gefundenen Versteinerungen keine 
sichere Bestimmung erlauben; ich glaube Orthis opereularis Murch. et Vern. darunter erkannt zu haben; 
diese kommt im mittleren und unteren Devon gleichzeitig vor. 

Meine früher ausgesprochene Ansicht, dass alle deutlich krystallinischen grauen Kalksteine des 
mittleren und östlichen Harzes silurisch seien, hat sich später als irrthümlich herausgestellt, da die am 
Laddekenberge bei Wieda, am Joachimskopfe bei Zorge und in dem Steinbruche zwischen Hasselfelde und 
Tanne vorkommenden Versteineruugen offenbar den Wissenbacher Kalken angehören; es haben sich darin 
nämlich von schon bekannten Versteinerungen nur 

*Bronteus minor, 
Phacops granulosus, 
* Goniatites lateseptatus, 


= .. subnautilinus, 
= 7 bicanalieulatus, 
* hr Zorgensis, 


* Nautilus subtubereulatus, 
*Örthoceras regulare 
* Tentaculites sulcatus und 
Spirifer eultrijugatus 
gefunden, und gehören davon die mit einem Sternchen versehenen den Wissenbacher Schiefern an. 

Das früher von mir als Pentamerus oblongus abgebildete Bruchstück wird der Terebralula caiqua 
oder dem Stringocephalus Burtini angehören. 

Für die Geognosie des Harzes ist diese Zorger Kalkbildung von grösster Wichtigkeit, da sie sich 
über Hasselfelde bis Treseburg hin verfolgen lässt und also ein sicheres Anhalten für die Untersuchung des 
mittleren Harzes abgiebt. 

Aus den dunkeln Schiefern des Rammelsberges bei Goslar habe ich durch den Herrn Geschworenen 
Lehmann zur Ansicht gehabt: 

Goniatites subnautilinus Var. Vittiger, 


e Iugleri, 
Orthoceras gracile, 

b5 eylindricum, 

2. lineare 

55 multiseptatum, 


Bactrites carinatus; 
und sind auch sie damit als Wissenbacher vollständig charakterisirt. 

Sie sind meist einige Lachter im Liegenden der zuerst von mir als Lager angesprochenen Erz- 
lagerstätte, und zwar in drei 29 und 35 Lachter von einander entfernten Sohlen, vorgekommen, von denen 
die obere etwa 15 Lachter unter der Thalsohle liegt. 

In den Wissenbacher Schiefern zwischen Hüttenrode und der Bode hat sich der zolllange, zehn- 


— 2053. — 


gliederige Rumpf eines Trilobiten, wahrscheinlich eines Bronteus; in denen am Herzoglichen Wege unweit 
Hüttenrode Tentaculites sulcatus (ohne Längsstreifen) und T. laevigatus gefunden. 

Die durch Chonetes sareinulata und Spirifer macropterus charakterisirten Spiriferensandsteine, welche 
ich vor mehreren Jahren im Drängethale oberhalb Hasselrode, am Fusse des Hasselkopfes, an einem Stollen- 
mundloche entdeckte, lassen sich bis in die Nähe der Drei Annen und auch nach dem Hakenstiege hinauf 
verfolgen; vermuthlich entsprechen ihnen die Grauwacken und Sandsteine zwischen Treseburg und Wende- 
furth, welche sich westwärts an der Rappbode fort erstrecken und wenigstens ein Gelenkglied eines Kriniten 
geliefert haben. 

Bei Rübeland sind unter den Verneuili-Kalken auch die dem Kramenzel angehörigen schwärzlichen 
Kalke des Kellwassers mit Cardiola retrostriata und angulifera gefunden und thun dar, dass die dortigen 
Schichten übergestürzt sind. 

Das abgebildete Lepidodendron Jaschei und Megaphytum Ilsae vom Kammerberge bei Ilsenburg 
liefern mit der eben dort vorkommenden Bornia scrobieulata wohl genügenden Beweis, dass die am äussersten 
Nordrande des Harzes vorkommenden Grauwacken dem unteren Kulm angehören; sie ziehen sich von Gern- 
rode nach Stolberg, nördlich von den Ilfelder Kohlenschichten hin und reichen bis an die Zorge-Treseburger 
Kalke; alles nordwestlich von diesen belegene, durch Andreasberg, den Brocken-Granit, den nordrandlichen 
Grauwacken und die Bode begränzte geschichtete Gestein gehört dem Devon an; bestätigt sich, dass die 
östlich von der Selke belegenen Gesteine silurisch sind, so würde die Geognosie des ganzen Harzes klar 
gemacht sein und als ein ziemlich einfaches System erscheinen. Alles Dank den lieben Versteinerungen. 


Clausthal, den 15. Januar 1866. 
A. Roemer. 


27* 


A. Silur. 


Lingula Ilsae n. sp. 
Tab. XXXIIH. Fig. 1. 

Gleichschalig, länglich oval mit parallelen Seiten, in der Mitte der Länge am stärksten gewölbt, 
nach beiden Seiten steil abstehend; die Anwachsungsstreifen sind auf den Seiten am stärksten; zwischen 
zwei tieferen liegen mehrere sehr feine. 

Ist, mit den äusseren Schalen versehen, im Klosterholze bei Ilsenburg gefunden, und zwar in den 
kalkigen Gesteinen, welche ich noch jetzt für silurisch halte. 


B, Spiriferen-Sandstein. 


Orthoceras triangulare d’Arch. 
Tab. XXXIII. Fig. 2. 

Als solchen habe ich bereits früher eine Form aus den Schiefern nördlich vom Büchenberge bei 
Elbingerode mit einigen Zweifeln beschrieben. Das jetzt abgebildete Exemplar entspricht aber der wirklichen 
Art vollkommen und unterscheidet sich von den im Nassauischen Wissenbacher Schiefer vorkommenden 
Formen nur dadurch, dass die stumpfe Kante starke Höcker trägt und durch die Längsstreifen auf der 
unpaarigen Seite. 

Hat sich im Spiriferen- Sandstein des oberen Granethales unweit Goslar gefunden, und dürfte des 
radial-blätterigen Sipho’s wegen wohl zu der Gattung Actinoceras gehören. 

Im Spiriferen-Sandstein unweit der Festenburg hat sich auch der ächte Spirifer cultrijugatus letzt- 
hin gefunden. 

Sphaerococcites lichenoides 'Sandberger. 
Tab. XXXIIl. Fig. 3. 

Das Laub ist glatt, wiederholt dichotom; die Aeste sind breit linear; eine Mittelrippe fehlt. 

Kommt im schieferigen Spiriferen-Sandstein am nordöstlichen Abfalle des Rammelsberges bei Goslar 
vor; in Nassau am Steinsberge bei Diez im Wissenbacher Schiefer. Der von mir abgebildete Fucus Nessigii 
aus denselben Schichten hat zweizeilig gestellte Aeste und ist viel kleiner. 

Der ebenfalls von mir schon 1843 abgebildete Asterophyllites Roemeri vom Rammelsberge besteht 
aus ausgewitterten Gypskrystallen. 


zn 


Cyathocrinus brachydactylus n. sp. 
Tab. XXXII. Fig. 4. 

Der Kelch ist nicht erhalten; die Radialstücke sind, wie sämmtliche Armglieder, glatt; zwischen 
deren zweiter und dritter Ordnung scheint ein Interradialstück zu liegen; die der dritten Ordnung sind 
fünfseitig und beginnt hier die dichotome Theilung; bis zur folgenden Dichotomie immer vier Glieder; 
anscheinend nur drei Theilungen und die letzten Finger sind schon sehr klein und kurz; Arme daher 
sehr kurz. 

Die Säule ist kreisrund und besteht aus niedrigen, stark gekielten Gliedern, an der Sutur mit etwa 
15 tiefen runden Grübchen versehen. Gelenkfläche anscheinend glatt, mit weiter Vertiefung in der Mitte. 

Hat sich in den Schiefern des Spiriferen-Sandsteins am Rammelsberge bei Goslar gefunden, und ist 
mir von meinem alten Freunde, Herrn Bergmeister Nessig in Goslar, mitgetheilt. 


€. Calceola-Schiefer. 


1. Orthoceras Calceolae n. sp. 
Tab. XXXII. Fig. 5. 

Das fast stielrunde, seitlich etwas zusammengedrückte Gehäuse nimmt sehr allmälig an Dicke zu, 
scheint aussen glatt gewesen zu sein und hat flachgewölbte horizontale Scheidewände; der vorliegende Steinkern 
zeigt sieben niedrige Kammern, deren Durchmesser etwa das Vierfache der Höhe beträgt; an der hinteren 
Seite liegt unmittelbar am Rande der perlschnurförmige Sipho, in jeder Kammer eine kugelförmige Ver- 
dickung von der Höhe der Kammer bildend; die aussen sichtbaren Kugeln zeigen in Folge der Ver- 
witterung eine concentrische schalige Struktur; beim Anschleifen sieht man, dass sie eine zusammenhängende 
Röhre bilden. 

Diese Form hat sich in den Calceola-Schiefern bei der Festenburg gefunden. 


2. Forcellia Calceolae n. sp. 
Tab. XXXII. Fig. 6. 

Das scheibenförmige Gehäuse hat vier Umgänge, welche fast gar nicht involut, im Durchschnitte 
scharf herzförmig, am Rücken ganz scharfkantig, auf den Seiten mit starken Höckern versehen, die aber 
gegen den Rücken hin verschwinden und von feinen eoncentrischen, an der Sutur auch wohl mit von excen- 
trischen Linien übersetzt werden. Den Spalt auf dem Rücken kann ich an dem vorliegenden Steinkern 
nicht erkennen. P. Puzosi aus dem Belgischen Höhlenkalke ist sehr ähnlich, hat aber einen abge- 
rundeten Rücken. 

Goniatites incertus de Vern. ist ebenfalls ähnlich, hat aber involutere Umgänge, und Spuren von 
Loben habe ich am abgebildeten Steinkerne und Abdrucke vergeblich gesucht. 

Hat sich im Calceola-Kalke der Festenburg unweit Zellerfeld gefunden. Das Original befindet sich 
in der Sammlung der Gesellschaft Maja hieselbst. 


— 206 — 


3. Sanguinolaria Calceolae n. sp. 
Tab. XXXIIL Fig. 7”. 

Die Schalen sind breit elliptisch, 2'/, mal so breit wie hoch, ganz flach zusammengedrückt und 
mit breiten, ganz flachen Anwachsungsfurchen versehen; die Buckel liegen weit vor der Mitte und ragen 
kaum vor. 

Hat sich in den Calceola-Schiefern bei der Festenburg unweit Zellerfeld gefunden. 


4. Sanguinolaria amygdalina n. sp. 
Tab. NXXII. Fig. 8. 

Quer elliptisch, ziemlich stark gewölbt, in der Mitte der Breite am höchsten, die stumpfen Buckel 
ganz vorn; die Basis schwach gebogen, die vordere und hintere Seite stumpf; Muskeleindrücke nicht wahr- 
zunehmen; die ganze Oberfläche von sehr feinen, fast blätterigen concentrischen Linien bedeckt. 

Hat sich in den Calceola-Schiefern am Rammelsberge gefunden. 


5. Avicula Gosae n. sp. 
Tab. XXXII. Fig. 9. 

Die linke Schale ist ganz flach, fast kreisrund, aber hinten mit einem grossen, spitzen Flügel ver- 
sehen, vorn, wie es scheint, mit einem kleinen stumpfwinkligen Ohre; feine ausstrahlende Linien bedecken 
die ganze Oberfläche und werden von concentrischen, noch feineren übersetzt; auf dem Flügel stehen sie am 
wenigsten gedrängt; der vordere schräge Rand ist scharf begränzt. 

Hat sich am nordöstlichen Abhange des Rammelsberges mit Calceola sandalina zusammen gefunden. 


6. Chonetes simplex n. sp. 
Tab. XXXIH. Fig. 10. 

Die grössere Schale ist halbkreisrund, stark gewölbt und von etwa vierzehn einfachen, ausstrahlenden 
Falten bedeckt; die beiden Ohren oder äusseren Ecken scheinen glatt zu sein; am Schlossrande liegt die 
grösste Breite. 

Hat sich in den Calceola-Schiefern des Rammelsberges gefunden. 

Chonetes plebeja Schnur ist länger und hat 20 bis 24 einfache, gegen den Rand hin aber meist 
dichotome Falten; sie findet sich in der älteren Grauwacke der Eifel. 


7. Orthis gigantea n. sp. 
Tab. XXXIH. Fig. 11. 

Die abgebildete grosse Deckelschale ist ganz flach, hoch, halb kreisrund, wohl etwas breiter als die 
Zeichnung, oben grade abgestumpft und von zahlreichen, etwas unregelmässigen und undeutlich kantigen 
concentrischen Falten bedeckt, welche von so feinen ausstrahlenden Linien (b) übersetzt werden, dass deren 
etwa 15 auf die Breite einer Linie kommen und dem blossen Auge kaum erkennbar sind. 

Fand sich im Calceola-Kalke bei der Festenburg. 


— 201 — 


8. Strophonema subtetragona F. Rr. 
Tab. XXXII. Fig. 12. 
Die grössere Schale ist vierseitig, halbkreisrund, am Schlossrande beiderseits zugespitzt, am übrigen 
Rande steil abfallend; ihre Oberfläche zeigt 8 bis 10 ausstrahlende Furchen und zwischen je zwei von diesen 
8 bis 10 sehr viel feinere, ohne Lupe nicht zu erkennende. 
Ich halte die abgebildete Form nur für eine kleinere Varietät der obengenannten Art. 
Ich habe sie in den Calceola-Schiefern bei der Festenburg gefunden. 


9. Cyathocrinus (?) Gosae n. sp. 
Tab. XXXIII. Fig. 18. 


Die abgebildete Krone ist flach, tellerförmig; der Kelch hat aus mehreren Reihen sechsseitiger 
Täfelchen bestanden, und scheint oben zehn Höcker getragen zu haben, auf denen die wenigstens zweimal 
dichotomen Arme sitzen; die Täfelchen der letzteren alterniren auf der Aussenseite, sind aber in der Ab- 
bildung etwas zu gross gezeichnet. 

Hat sich im Calceola-Schiefer am nordöstlichen Abhange des Rammelsberges gefunden. 


D. Wissenbacher Schiefer bei Ilsenburg. 


1. Acidaspis horrida F. A. Rr. 
Tab. XXXIV. Fig. 1. 

Das ziemlich gut erhaltene Exemplar scheint seitwärts etwas zusammengedrückt zu sein, und hat 
dadurch namentlich der Kopfschild etwas gelitten; er zeigt indessen deutlich die Glabelle mit drei seitlichen 
Höckern, grosse vertiefte Augen und die Augenleiste; der Rand des Kopfschildes ist in der Mitte gerade, 
beiderseits mit sehr kleinen Stackeln besetzt. Jede Pleura der Rumpffragmente scheint nur in einem 
runden, stark nach hinten gebogenen Stachel zu endigen. 

Hat sich in den feinkörnisen Wissenbacher Grauwacken-Schiefern des Klosterholzes bei Ilsenburg 
gefunden, und weiss ich sie von der in den Wissenbacher Schiefern an der Festenburg gefundenen und in 
den Beiträgen II. Tafel 12 Figur 24 abgebildeten nicht zu unterscheiden. 


2. Pleurotomaria subcarinata F, A. Rr. 
Tab. XXXIV. Fig. 2. 

Gehäuse niedrig kegelfürmig mit 3 bis 4 Umgängen; letzterer gekielt und mit zahlreichen, 
scharfen, einfachen Längsrippen, welche auf dem oberen Theile schwach gebogen und stark nach hinten 
gerichtet sind, in der Kielfurche einen Ausschnitt bilden und auf der unteren Seite des Umgangs wieder 
vorwärts laufen. 

Kommt in den Wissenbacher Schiefern des Klosterholzes bei Ilsenburg nicht selten vor, und unter- 
scheidet sich von der in den Wissenbacher Schiefern des Riesbaches vorkommenden Form höchstens durch 
ein etwas höheres Gewinde. 


= 208 — 


3. Euomphalus retrorsus F. A. Rr. 
Tab. XXXIV. Fig. 3. 

Das Gehäuse ist klein scheibenförmig; die obere Seite ist ganz flach, die untere wenig concav; die 
4 bis 5 Umgänge nehmen sehr allmälig an Dicke zu, sind fast stielrund und werden von starken, scharfen 
einfachen Rippen, welche etwas nach vorn gebogen sind und über den Rücken weglaufen, bedeckt; die 
Mündung ist fast kreisrund und nur unten etwas zusammengedrückt. 

Namentlich in glatten Steinkernen in den Wissenbacher Schiefern des Klosterholzes bei Ilsenburg. 
Unterscheidet sich von der am Ziegenberger Teiche vorkommenden Form nur durch etwas dickere und 
weniger zahlreiche Rippen. 

4. Holopella subulata F. A. Rr. 
Tab. XXXIV. Fig. 4. 

Das kleine zierliche Gehäuse zeigt bei der abgebildeten Länge etwa 12 Umgänge, welche flach gewölbt 
und fein längsgestreift sind; auf einer Hälfte eines der unteren Umgänge zählt man bis 14 solcher Streifen, 
welche wenig nach hinten gebogen und unten etwas nach vorn gerichtet sind. 

Kommt in den Wissenbacher Schiefern des Klosterholzes bei Ilsenburg vor. 

Eben dort findet sich auch eine grössere Form mit schwach gestreiften Umgängen, und weiss 
ich beide von meinen H. (Loxonema) subulata, aus dem Stringocephalen - Kalke von Buntebock, nicht zu 


unterscheiden. 
5. Halopella moniliformis n. sp. 


Tab. XXXIV. Fig 5. 
Das kleine Gehäuse zeigt etwa 12 stark gewölbte und daher an der Sutur stark verengte längs- 
gerippte Umgänge. Die Rippen sind gebogen und unten stark nach vorn gerichtet; auf der Hälfte eines 
der älteren Umgänge zählt man deren etwa acht. 
Findet sich mit voriger Art zusammen in den Wissenbacher Grauwacken -Schiefern des Kloster- 


holzes bei Ilsenburg. 
6. Theca hercynica n. sp. 


Tab. XXXIV. Fig. 6. 

Das Gehäuse ist zolllang, wenig seitlich gebogen und ziemlich scharf gekantet; die flachen Seiten 
zeigen vergrössert feine Längsstreifen — etwa 30 auf jeder Seite —, welche von noch feineren Querstreifen 
durchschnitten werden. 

Hat sich in zwei Exemplaren in den Wissenbacher Schiefern des Klosterholzes gefunden; die dritte 
Seite des Gehäuses ist aber bei beiden nicht zu erkennen; drei kleinere Arten beschreibt Sandberger als 
Pugiunculus aus den Schiefern von Wissenbach. 


E. Wissenbacher Kalk von Zorge. 


1. Phacops granulatus v. Münster. 
Tab. XXXIV. Fig. 7. 
Der Körper ist breit oval, der Kopf halbkreisförmig, sehr gewölbt und gekörnt; die Glabelle nimmt 
die Hälfte der Kopfbreite ein, ist stark gewölbt und hängt über den vordersten Rand des Kopfschildes weit 


— 209 — 


hinüber (b); unter ihr liegen zwei schmale Nackenringe, deren hinterer stärker gewölbt und fein gekörnelt 
ist. Die stark gewölbten Augen zeigen einige sechzig kugelige Linsen; zwischen ihnen und dem Nacken- 
ringe liegt, namtlich bei Steinkernen ein starker Höcker. Der Schwanzschild (ec) ist fast halbkreisrund, 
stark gewölbt, am Rande glatt und jederseits mit sechs, fast glatten Falten versehen. Der Spindelfortsatz 
ist halbwalzenförmig gewölbt und zeigt ebenfalls sechs Ringe. 

Hat sich mehrfach in dem Wissenbacher Kalke des Joachimkopfes bei Zorge gefunden; in England 
kommt er bei Petherwin im oberen Devon vor. 


2. Bronteus minor Rır. 
Tab. XXXIV. Fig. 8. 

Der Schwanzschild abgestutzt kreisrund, daher etwas breiter als lang, ganz flach, mit 15 Rippen, 
deren mittlere nebst der Rhachis etwas vorsteht und hinten gabelig gespalten ist; die Rippen sind glatt, 
etwas breiter, als ihre flach concaven Zwischenräume, und zeigen nur unter der Lupe die excentrische 
Streifung; eine Körnelung ist überall nicht wahrzunehmen. 

Ist mehrfach im Wissenbacher Kalke des Joachimkopfes bei Zorge gefunden, und kommen dort auch 
grössere Exemplare als das abgebildete vor. 


3. Goniatites Zorgensis n. sp. 
Tab. XXVIV. Fig. 9. 

Das Gehäuse ist eirund, dick scheibenförmig und wird etwa drei Umgänge besitzen, welche fast gar 
nicht involut sind und auf den flach gewölbten Seiten etwa zwanzig einfache Falten tragen; diese sind 
auf der Mitte der Seiten etwas nach hinten, am Rücken stark nach vorn gerichtet und verschwinden hier; 
zwischen zwei Falten liegen fünf bis sechs haarfeine Linien, welche jenen folgen, am Rücken aber nicht 
aufhören, sondern hier zwischen zwei feinen Rückenfurchen stark nach hinten gerichtete Bogen machen; die 
Mündung ist eirund; die Kammwände bilden auf den Seiten einen einzigen flach concaven Loben. 

Diese Art ist wahrscheinlich identisch mit G. bicanaliculatus Var. gracilis Sdbrg. Der starken 
Falten wegen, welche sie auch im Alter behält, sehe ich sie aber als eine selbstständige Art an. Hat 
grosse Aehnlichkeit mit dem von mir in den Beiträgen von 1850 Tafel 6 Figur 11 aus dem Iberger Kalke 
abgebildeten Goniatites Auris Quenst.; dieser ist aber viel dicker, stark involut und mit zwei Seiten- 
loben versehen.. 

Die jetzt abgebildete Art kommt im Wissenbacher Kalke am Joachimskopfe bei Zorge vor. 


4. Cyrthoceras Wiedanum n. sp. 
Tab. XXXIV. Fig. 10. 

Das Gehäuse ist stielrund, wenig gebogen, der vorliegende Steinkern aussen glatt; die Dicke nimmt 
allmälig zu, vielleicht noch langsamer, als die Abbildung zeigt, da der ältere Theil des vorliegenden 
Exemplars zur Hälfte vom Gestein bedeckt ist; die Kammern sind etwa dreimal so breit als hoch, und 
scheinen die Scheidewände flach gewölbt zu sein; die Lage des Sipho lässt sich nicht ermitteln. 

Kommt im Wissenbacher Kalke des kleinen Laddekenthales oberhalb Wieda vor. 


Palaeontographica. XIII. 5. 


28 


— 2 NT ZZ 


5. Orthoceras Raphanistrum n. sp. 
Tab. XXXIV. Fig. 11. 

Das Gehäuse ist drehrund, allmälig an Dicke zunehmend und perlschnurförmig gegliedert; jedoch 
schneiden die Zusammenziehungen nicht scharf ein, sondern sind nur flach concav; wie denn auch die 
zwischenliegenden Kammern aussen nur flach gewölbt sind; ihre Höhe beträgt etwa die Hälfte des Durch- 
messers; die Schale ist von etwa sechzig feinen Längsleisten bedeckt, und laufen über diese viel feinere 
concentrische Linien. Die Scheidewände der Kammern scheinen den Zusammenschnürungen zu entsprechen, 
sind stark gewölbt, aber eben so wenig deutlich zu erkennen als die anscheinend centrale Lage des Sipho. 

Es kommt diese schöne Art auch in den Wissenbacher Kalken des kleinen Laddekenberges bei 
Wieda vor. 

6. Orthoceras de Strombecki R. 
Tab. XXXIV. Fig. 12. 

Hat die grösste Aehnlichkeit mit dem OÖ. raphanistrum und namentlich ganz dieselbe Bildung der 
Längsrippen und Querstreifen; es unterscheidet sich aber leicht durch die sehr niedrigen, aussen nicht 
gewölbten Kammern und deren nur flach gewölbte Scheidewände. 

Wissenbacher Kalk des Laddekenberges bei Zorge. 

Das 1543 in den Versteinerungen des Harzgebirges beschriebene, Örthoceras virgatum Sow. 
(Tab. XII. Fig. 37), im schwarzen Kalke des Tannenthales bei Ehrenfeld unweit Ilsenburg gefunden, wird 
mit obiger Art zu vereinigen sein. 


7. Cardiola quadricostata n. sp. 
Tab. XXXIV. Fig. 13. 

Die Schalen fast kreisrund, etwas breiter wie lang, gleichmässig gewölbt, mit spitzen nach vorn und 
gegen einander gebogenen Buckeln, zwischen denen eine breite Area liegt; die Schalen tragen acht starke 
Längsrippen; zwischen je zweien liegen drei, seltener vier schwächere Längsrippen; die Zwischenräume 
zwischen den gerundeten Rippen sind doppelt so breit als diese und concav. 

Hat sich in den Wissenbacher Kalken des kleinen Laddekenberges bei Wieda gefunden. 


8. Cardium Zorgense n. sp. 
Tab. XXXV. Fig. 2. 

Die Schalen sind fast kreisrund, etwas breiter als lang, stark gewölbt, so dünnschalig, dass ihre 
Streifung auf den Steinkernen erscheint; sie sind vorn etwas kürzer als hinten, hier auch wohl mit einigen 
concentrischen Runzeln versehen; die ganze Schale ist von geraden, stets einfachen Längsstreifen bedeckt, 
deren am unteren Rande etwa drei auf eine l’ariser Linie kommen. 

Findet sich nicht selten im Wissenbacher Kalke des Joachimskopfes bei Zorge. 


9. Cardium rigidum n. sp. 
Tab. XXXV. Fig. 1. 
Die Schalen sind breiter als lang, breit oval, sehr stark gewölbt, am stärksten vor der Mitte, vorn 
kurz abgerundet (?) mit diekem Buckel und starken, etwas gebogenen, einfachen Längsrippen versehen 


— 211 — 


welche gewölbt und nur durch eine scharfe Furche von einander getrennt sind; die Wölbung zweier Schalen 
wird mehr als zwei Zoll betragen. 
Hat sich in dem Wissenbacher Kalke bei Wieda gefunden. 


10. Rhynchonella bifida n. sp. 
Tab. XXXV. Fig. 3. 

Die Schalen sind rundlich fünfseitig; an der Stirn und an den Seiten stark abgestumpft, zu den 
Pugnaceen gehörig, da die kleinere Schale an der Stirn am höchsten ist; die grössere Schale ist wenig 
gewölbt und greift an der Stirn zungenförmig in die kleinere ein; die Bucht ist nur angedeutet; der Schnabel 
macht einen Winkel von etwa 120 Grad und ragt über die kleinere Schale wenig hervor; die kleinere Schale 
ist stark gewölbt und fällt nach den Seiten fast senkrecht ab. Jede Schale zeigt am Buckel etwa 18 feine, 
nie abgeriebene Falten, welche schon vor der Mitte ein- oder zweimal sich theilen, so dass man am Rande 
etwa 52—60 hier längsgefurchte und davon 12 im Sinus zählt. 

Findet sich nicht selten im Wissenbacher Kalke des Joachimskopfes bei Zorge. 

Bei der ähnlichen Rh. primipilaris tritt die Theilung der viel stärkeren Falten erst am Rande ein; 
Rh. pila hat einfache Falten. Rh. parallelopipeda mit Einschluss der Rh. angulosa und subcordiformis sind 
anfangs glatt und erhalten erst später einfache Falten. 


11. Tentaculites minimus n. sp. 
Tab. XXXIV. Fig. 14. 
Das Gehäuse ist eine Linie lang und zeigt etwa 12 Rippen, deren Abstand die Breite um das 
Doppelte übertrifft, und deren concave Zwischenräume etwa 20 Längsfurchen zeigen. 
Diese kleinste aller mir bekannten Arten ist häufig in dem Wissenbacher Kalke des Joachims- 
kopfes bei Zorge. 


F. Wissenbacher Schiefer von Clausthal. 


1. Oyrtoceras ventrali-sinuatum Sdbrgr. (?) 
Tab. XXXIV. Fig. 15. 

Die Bestimmung ist unsicher, weil an dem abgebildeten, ganz glatt gedrückten Exemplare eine 
Krümmung des Gehäuses nicht wahrzunehmen ist; indessen auch an dem von Sandberger abgebildeten 
Exemplare ist sie nur sehr unbedeutend; am vorliegenden ist das Gehäuse vorn zu einer breiten Rinne 
eingedrückt, in welcher der perlschnurförmige Sipho deutlicher zu sehen ist, aber stets nur halbkreisförmige, 
längsgestreifte Anschwellungen zeigt. 

Das vorliegende Stück hat sich im Wissenbacher Schiefer des Polsterberges bei Clausthal gefunden. 


2. Orthoceras Dannenbergiüi Arch. et de Vern. 


O. undulato-lineolatum Sandbgr. 
Tab. XXXIH. Fig. 16. 


Die Scheide nimmt sehr allmälig an Dicke zu; die Kammern sind etwa sechsmal so breit wie hoch, 
28» 


— 21 — 

scheinen ganz horizontal zu liegen und sind aussen durch eine breite flache Furche angedeutet; die ganze 

Oberfläche wird von feinen Linien mit etwas breiteren Zwischenräumen in schräger Richtung übersetzt. 
Hat sich in den Wissenbacher Schiefern am Ziegenberger Teiche unweit Clausthal gefunden. 


3. Orthoceras tenuieinetum n. Sp. 
Tab. XXXIV. Fig. 17. 
Die Scheide nimmt nur allmälig an Dicke zu; die Kammern sind etwas breiter als hoch und werden 
ihre Aussenflächen von 12 bis 20 sehr feinen, horizontalen Streifen dicht bedeckt. 
Hat sich gleichfalls in den Wissenbacher Schiefern am Ziegenberger Teiche unweit Clausthal gefunden. 


G. Iberger Kalk von Rübeland. 


1. Phacops (Trimerocephalus) incisus n. sp. 
Tab. XXXV. Fig. 4. R 

Das Kopfschild ist halbkreisrund, an beiden Ecken kurz abgerundet, oben schmal gerandet und 
ganz fein gekörnt; die Glabelle ist stark gewölbt, unterhalb der Mitte stark verschmälert und beiderseits 
von tiefen Furchen begränzt; unterhalb der Mitte liegen jederseits drei feine horizontale flache Furchen, 
welche nicht bis zur Mitte reichen; darunter folgt noch ein Ring und dann der dickere untere Rand. Die 
Augenhöcker sind klein, linear und liegen hinter ihnen an dem einen Exemplare zwei kleine Knötchen, 
welche die Facetten der Augen selbst sind, da dicht vor ihnen die Gesichtslinie herläuft. 

Das Figur ce abgebildete Schwanzschild ist dreiseitig, etwas breiter als lang; die Spindel ist stark 
gewölbt, erstreckt sich anscheinend bis zum unteren Rande und zeigt 10 Ringe, ‚während auf den Seiten 
nur 7, aber mit eben so viel kürzeren und niedrigeren abwechselnde, mässig nach hinten gebogene Rippen 
liegen; der Rand des Schildes ist an den vorliegenden Exemplaren nicht zu beobachten. r 

Findet sich in den Verneuili-Kalken bei Rübeland, gehört aber wahrscheinlich einem andern Trilobiten 
an, da die Trimerocephalen ein sehr kurzes Schwanzschild besitzen. 


2. Conularia Bodana n. sp. 
Tab. XXXV. Fig. 5. 

Das abgebildete Bruchstück (a) scheint der Abdruck der inneren Schale zu sein und lässt auf eine 
Länge von 4 Zoll der ganzen Schale schliessen; der Abdruck ist ganz flach, in der Mitte mit einer Längs- 
leiste versehen, von welcher die in der Mitte nach der Oeffnung zu sanft gebogenen Rippen auslaufen; auf 
der wirklichen Schale sind die Rippen (b) sehr schmal, fein gekörnt und durch breite glatte Zwischenräume 
von einander getrennt; von den Knötchen laufen nach vorn kleine scharfe Leisten bis zur Mitte der 
Zwischenebene aus. Das erhaltene Gehäuse ist eine lange, quadratische Pyramide, deren Endkanten 
durch tiefe, dreiseitige, längsgestreifte Rinnen ersetzt sind. Die Oberfläche ist glatt, mit nach vorn gebo- 
genen tiefen, scharfen, fein punktirten Furchen. 


Kommt im Verneuili-Kalke bei Rübeland vor und ist dort eine dünne, dunkelgraue Schicht ganz 
davon erfüllt. 


la 


H. Kulm von Ilsenburg. 


1. Lepidodendron Jaschei n. sp. 
Tab. XXXV. Fig. 6. 

Die Abbildung zeigt einen Abdruck der Rinde; letztere zeichnet sich dadurch aus, dass die Blatt- 
kissen lancettlich und langgeschwänzt sind; sie sind quer gerunzelt und verlaufen in eine gebogene, einmal 
dichotome, scharfe, erhabene Linie — in der Abbildung Furche. — Die Blattnarbe ist rundlich, aber un- 
deutlich, und zeigt eine kleine runde Vertiefung für das Gefässbündel. 

Diese Form ist mit dem L. caudatum Presl allerdings verwandt, aber doch sehr wesentlich 
verschieden. ö 

Hat sich in der feinkörnigen Grauwacke des Kammerberges bei Ilsenburg gefunden. 


2. Lepidodendron gracile n. sp. 
Tab. XXXV. Fig. 7. 

Der dünne Stamm trägt in schrägen Reihen stehende Blattkissen, welche lancettlich und beiderseits 
lang geschwänzt sind und alle 4 Linien eine ovale Blattnarbe tragen, auch durch Querfurchen gekörnt 
erscheinen. 

Hat sich als Abdruck in den Grauwacken-Schiefern des Kammerberges bei Ilsenburg gefunden. 


3. Megaphytum Ilsae n. sp. 
Tab. XXXV. Fig. 8. 

Die Abbildung zeigt einen Abdruck; der Stamm hat an den schmäleren (?) Seiten lang-walzenförmige, 
abwechselnde Ast-Ansätze gehabt; auf den breiteren (?) Seiten sehen wir eine Reihe von Querfurchen, 
welche einerseits vertieft und mit einem grossen Höcker versehen sind, andererseits sich verflachen; ähnliche, 
aber weiter von einander stehende Querfurche zeigt auch die von mir früher als M. Kullianum ab- 
gebildete Art. 

Die jetzt beschriebene Form ist in den Kulm-Grauwacken bei Ilsenburg gefunden; damit zusammen 
die Tab. XXXV. Fig. 9 abgebildete Frucht, die ich aber keiner bestimmten Gattung zuzurechnen weiss. 


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19 


DIE 


VERSTEINERUNGEN DES HARZGEBIRGES 


NACH DEN FORMATIONEN GEORDNET. 


VON 


F. A. RCEMER. 


BAOSTIANOSAHAH ZIG MIOATETARTTARN 


„HROITAMNGN 


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A. Silurische Fauna des Harzes. 


Namen der Arten. | Synonyme und Abbildungen, | Fundorte. 


—_ ——— ee —— —- _—— 


Zoophyta 
Monograpsus | 
Priodon Bronn. . . . „| Bronn., Jahrb. von 1855 Tafel 7.1.. . . . . | Lauterberg. 
lammsaWEGoy.. ı. . . .. 8 y 3 a 
NDR ln 4 
polyodonta.. if) suemrmiss > 
obliquetruneatus . . . . n » 
Ssubdentatusin . o ©... e » 
Proteus Baır.? . ... = & 
sagittarius His. . . . . + . 
Beaumontia M. Edw. 
antiua . . . .......|B. venelorum, B. III. 16. 2. Columnaria antiqua. 
G.6.1. Hopag. 7 „0. 5 en Mägdesprung. 
| 


‚„ Hüttenrode. 


asasasa 
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Chaetetes 
Bowerbanki M. Edw. . . | €. fibrosus? B. II. 17.2 G.6.12 ....| “ 
undulatus G. . . . . „| Calamopora fibrosa H.3.4. ....... 

Dania M. Edw. | 
multiseptosa. . . . . .| Thecia, B. IT. 17.1. G.6.3. 4. 

Alveolites Lk. 
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Cyathophyllum Goldf. | | 
undulatum . . . . . .| Strephodes. B. II. 16.1.G.6. 17. . ” 

Palsocyelus M. Edw | 
porpita M. Edw.? . . ./G. 6.16 

Pleurodietyum Goldf. | 
Seleanum . . . . ua IL ES RE en ° Bar ao > Mr: Dee area a 

Bryozoa | 

Aulopora Edw. 
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Retepora Lk. | y 
Bisehofi . . ... „ .| Eenestella. B. III. 16.1.@.6.3 . . ..... \,Scheerenstieg. 
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Actinocrinus | 

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Bisehofii | 
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Chonetes Fisch. | 
striatella de Konck. . . . | Ch. semieireularis, B.1.9.7.G.5.14 . . . nn 


Abkürzungen: „H.,“ die Versteinerungen des Harzgebirges. Hannover 1843. „B. I,“ Beiträge zur geologischen 
Kenntniss des nordwestlichen Harzgebirges, in den Palaeontographieis von 1850. „B. II“ desgleichen von 1852; „B. III, 
von 1855; „B. IV“ von 1860; „B. V“ von 1866. „G.“ Giebel: die silurische Fauna des Unterharzes. Berlin 1858. 

Palaeontographica. XIII. 5. 29 


218 


A. Silurische Fauna des Harzes. 


Namen der Arten. Synonyme und Abbildungen. Fundorte. 
Leptena Dalm. 
polytricha UBS IR a Ilsenburg. 
transversalis Wahl. ANGE 155490, HGaD Mägdesprung. 
acuticosta 2 Ge 07 = 
vetusta Rr, | Orthis H. ag. AU.B IE 15, TG, 4. a Y u. (2) 
Bischofi . MBEAVIE IT: GRAND: : : 
subulata .IB.L95 5 Ilsenburg. 
Jaschei B>7.976 , 
Strophonema Blv. 
depressa Dalm. 5.8 Mägdesprung u. Ilsenburg. 


Zinkeni 


Pentamerus Sow. 
eostatus Gieb. . 
galeatus Dalm. 
integer Barr.? . 
Knighti Sow. 

Orthis 
Pecten 
elegantula Dalm. . 
peetoralis 


Rhynchonella Davidson 
euneata Dalm. . 


Bischofi . . 
subeuboides G. 
obliqua G. 
Wilsoni Sow. 
Seleana Gieb. 
bellula Gieb. 
nympha Barr. . 
pseudo flivonica Barr. . 
Atrypa Davids 
retieularis Dalm. . 
socialis Gieb. EM 
marginiplicata Gieb. 
marginalis Dalm, . 
Athyris M’Coy 
nucela . 
rotundata Gieb. 
prisca Gieb.. 
Spirifer Sow. 
Bischofi 
Hereyniae Gieb. 
laevicosta Auct.?. 
serieeus 
interlineatus Sow. 
subsinuatus . 
seleanus Gieb. . 
erispus Sow. 
Jaschei E 
robustus Barr. . 
Nerei Barr. . 
Terebratula 
Meloniea Baır. 
Lingula 
Ilsae 
minima 
Peleeypoda 
Pterinea Goldf. 
stristo-costata Gieb. 
Lima 
Neptuni Gieb. . . . . 
Pullastra 
modiolaris 


.|H. 12. 14. G. 


-  Terebratula 


IB. 


| Terebr. Pomeli. 
- \ T. Princeps. 


. | Terebr. 
Aue 16.46.2214 % 
s ul ne 
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lea3 Kr, 
. | Sp. pollens B. L9.10..64 1. 


In 


' Orthis H. 4. 8. Leptaena B. 15. 3. 6.5.H.2 


4. 5. P. Knighti B. III. 16. 6 
Mia ODme ee 

G. pag. 45 u: 

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Bl. 

B. I. 
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Terebratula bidentata. B. II. 15. 10, 11. 
G:.2,42) 18: Be I- 9. 152 deze 
| Terebr. B. I. 15. 12. 6.5.6 
BEME AT r 
B’17971352.6. 315 ia 
G+55 ; 
A Ter. Henrici. 
GG: DIT 
:|B. mon ah 3 
| Terebr. E.1,9. 16 


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B. 1. 9. 14 


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Schneckenberg. 


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Isenburg. 


Schneekenberg. 


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Ilsenburg. 


‚ Scheerenstieg. 


” 
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219 


A. Silurische Fauna des Harzes. 


Harpes Goldf. 
Bischofi 

Cytherina 
intermedia 

Ditryocharis 
Jaschei 

Pisces 

Dendrodus 
levis Gieb. . 

Ctenacanthus 
abnormis Gieb, 

Ichthyodorulites 
apee-Gieb. . . . 


B. I. 15. 17. 6. 2.9 
B.19.2. 

B. II, 17. 13 

er 
B.I1.23.6112. 
DE Ra! 


Namen der Arten. Synonyme und Abbildungen, Fundorte. 
Venus | 
ingrata Gieb. NG 1.6 Schneekenberg. 
Nucula | 
silens Gieb. . LO Ehe re » 
Cypricardia 
erenicostata . IB. I, 9. 20 Scheerenstieg. 
Pteropoda 
Tentaculites | 
laevis BEST. 127. Schneckenberg 
Cornulites 
serpularius Bereit Ger: „ 
Gasteropoda 
Capulus Mont. 
ATUUBR, , use Acroeulia B. II. 17. 16 . Es u. Scheerenstieg. 
acutissimus Gieb.. &43.9 Schneekenberg. 
Bischofü . . Acroeulia” B. II, 17. 10 55 und Scheerenstieg. 
Selcanus Gieb. G. 3.8 Scheerenstieg. 
uncinatus 1 "18. 1% 13. 19, Pry BR „ 
Zinkeni | Acroeulia H. 7.4. 6,3. 10,12. „ 
vetustus de Kon. . EEE Sr „ 
haliotis . . . | Acroeulia B. Il, ie, & ©. er 5 „ 
multiplieatus Gieb. Ges 2 Ss: » 
eontortus . . Acroeulia H. 7 T: 2, 6.7.13 » 
disjunetus Gieb, (8 : | = 
naticoides Acroeulia B. I. 15. 16: er und Schneckenberg. 
ornatus & Hana, * „ 
Cephalopoda 
Orthoceras m 
virgo Gieb. G. 3. 2 „ 
Entomozoa 
Bronteus Goldf. 
Bischofii Gieb. 3242 „ 
Acidaspis Murch. 
Selcana R IB. III 16.90) EEE ER SE 5 
Hereyniae Gieb. Bronteus glabratus H. 11.6. A. Selcana B. II. 15. 
222; : ; 2 er, n und Vietor Friedrichshütte. 
Lichas Dalm. 
sexlobatus . . . B. III. 16. 10 „ 
Cheirurus 
Jaschei IB. L 9. % | Ilsenburg. 
Dalmannia Emmr. | ; 
tubereulata . NBSEES15418 BT 16.12, @21. 5,8 115.16 Scheerenstieg. 
*  Phacops Emmr. 
Brownii Barr. ? NE EL 2HrnE . o Ilsenburg. | 
angusticeps Gieb. apbas Zinkeni H. EIS GET, 10; A | Scheerenstieg und Schneckenberg. 
? Sternbergi Gieb. | 2 Sa are » 
pectinatus S S 1. 9. 27 (Gryphacus Green.) Ilsenburg. 
latifrons? Br. Ba 9947 » 
Cyphaspis Burm. | h 
hydrocephala Calymene H. 11.7. B. II. 16. 11 Scheerenstieg. 
Proetus Stein 
pietus Gieb, . B- 111.16. 13. 622.7 | Schneekenberg. 


Scheerenstieg. 


| Ilsenburg. 


” 


Schneckenberg. 
” 


” 


— 2 Re 


B. Spiriferen-Sandstein. 


WETTE EEEEEEEEEEEEEEEEEREEEEEEEESEEEESEEEEEESEEEREEEREEERREREEEEEREEEEREEEETEEN 
I | 


Namen der Arten. 


Synonyme und Abbildungen. 


Fundorte. 


Pflanzen 
Sphaerococcites V. a 
antiquus 
Nessigii - > 
lichenoides Sandbg. - 
Chondrites v. Stbrg. 
Andreae . 
Zoophyta 
Turbinolopsis ? 
elongata Lonsd. 
Retepora? 
flustriformis Mart. 
Petraia M’Coy 
turbinata . . . » 


Radiaria 

Ctenocrinus Br. 
deeadaetylus Bronn. 

Cupressocrinites Goldf. 
dubius . . 

Cyathocrinus Mill. Rn 
pinnatus Goldf.? . 
brachydactylus . 


Bryozoa 
Retepora 
Hustriformis Mart.? . 


Brachiopoda Cuv. 
Terebratula Lihwyd. 
inaequalis 
= 
Daleidensis F. R.? . 
Atrypa ovalis . 
Orthisina 
umbraeulum. v. Schl. 
Spirifer Sow. 
speciosus Bronn. 
macropterus Goldf. 
eultrijugatus F. Rs. . 
sublaevis . 
eurvatus v. Sehl. 
Strophonema Rtg. J. 
subarachnoidea Arch. 
Sedgwickii d’Arch. 
inflata . 3 
Chonetes Fischer 
plebeja Schnur \ 
sareinulata v. Schl. . 
subquadrata 
Calceola Lam. 
Sandalina Lam. 


Pelecypoda 

Avicula Lk. 
Ealebapensis‘ 
Poseidonis 

Pterinea Goldf. 
ovata 
eostulata . . 
eoncentrica . 
declivis 

Cucullaea Lk. 
Lasii 

Conocardium Br. 
securiforme . 


m 


Se Tu 


SAT EEG 
al Chondrites 


Ayeaasn, 
STLETe2 


1,2 


III. 18. 3, 


ubshlrehe 
12216. Terebratula dividua Schnur 


4. 4 


. 4. 19, 20 p, 21; 12, 19 
‚4. 20 a 
. V. pag. 


204. H.4. 15 
III. 18. 2 : & 
. 4. 22 


ı Orthis Peeten H. 4. 5 


Leptaena B. II. 1. 12 = 


Mi 


} | Leptaena B. II. 1. 1 


| Orthis sordida H. 4. 6. 


Tl 


Goslar. 
” 


” 


St. Andreasberg. 


Rammelsberg. 


Eh) 


Schalke. 


\ Kahleberg. 


Schalke. 


Kahleberg 
Rammelsberg. 


Festenburg. 


Andreasberg. 
Kahleberg. 


” 
Schalke, Goslar. 
Kahleberg. ä 
Schalke. 


‚ Goslar. 


} Kahleberg, = 


” 


Hasserode. 


Kahleberg, Rammelsburg, Hasserode. 


”„ 


Schalke. 


Kahleberg. 
Schalke. 


Kahleber g- 
Schalke. 
Kahleberg. 


” 


Schalke, 


ae 


—- 21 — 


B. Spiriferen-Sandstein. 


Namen der Arten. Synonyme und Abbildungen. Fundorte. 


——— —— Te ———nn — == nn — —— m ——— — — 


Modiola Lk. | | 


Kahlebergensis I llBRG, 2, Sem N ee Kahleberg. 
Megalodon Sow. | 
suborbicularis . .. .. .)BML.1.10..... ee er ll iSchalke: 
EuouWllzoamli EHE. Run pe 2a NRsafleberg: 
EI ST on) EP |: Us ke x 
Nucula Lk. | 
subelliptica d’Orb. . . . IN. ellipiscasiHl. 6.212 20.00 cap: alke. 
tumida. . . a IESO N iR ıhleberg. 
polyodontap:  ı.r,.3 8: IT. 18,8 I betonen ‚Schalke, 
Cardium L. | | 
Mehlisii ION ee Kahleberg. 
Myoconcha Sow. | - 
eompressa BITTEN 2 en EA: „ 
Crassatella Lk. 
nstineik, BIO N an Schalke. 
Cardinia Ag.? 
trapezoidalis ESTTERTS CL. 1 0 a he ee Kahleberg. 
Dat EB IE 10. 5 - Hl. Ar. er 
vetusta = BT Yenus prisen | EB ER = und Rammelsberg. 
earinata BIS. 14% Re m 
Grammysia Vern. 
biearinata . ... . . .|Isoearda H.12, 7... 2.4 = 
Corbula Lam. 
ovata ul 2 Tr n uaEE Frre TE TREE ARE SD F 
Sanguinolaria Lk. 
Ungeri. EEE DET ee 2! Rammelsberg. 
elliptica EIN N eigener dr Verear ofen seNT Kahleberg. 
Thetis Sow, 
trigona . EI 6. 25; > 
Leda Schum. 
Jugleri H. 6.11 » 
Ahrendi Br 64140, > 
Krachtae . . H262410,. 5 
Solenoides Goldf. . 1 DR DE RE Re ve | Ur 321 GER 5 
fusiformis 5 BESTITSIS ITS a a ” 
Pteropoda 
Tentaculites v .Schl. 
suleatus RL ON ID. 5 le A Rn en 
Altennanse 0 SEANEL TO 1A 2 2. 3 Re kb een c 
Heteropoda | 
Bellerophon Monttf. | 
bisuleatus REN > 2 Kahleberg. 
Var. trilobatus Sow. . SERIE 
macromphalus . EIERN 0 u a EI Re a c 
tripartitus WBSSUNIGER AD 38 en ee 5 
globatus Sow. . EI A En Bee a u 2 a r 
(Goslariensis . i 5% ABU 2 A en “+ 2. . | Rammelsberg. 
Protopoda | 
Dentalium L. 
arenarium B. Il. 18. 16 Kahleberg. 
Gasteropoda | 
Trochus L, | 
Nessigü . ERSTEN ee a a ee RE Rammelsberg. 
ORVPODHRE En De Le ee es WRähleberg: 
trieinetus B. III. 18. DO ae en ne er 
Turbo L. | 
subangulosus a | LEI ST SREtS)E er De a Er N u 
Loxonema Phill. | 
angulosum BA en a Be 
funatum EA EDIT IS IS FE 0. Re ka 
Cephalopoda | 


Arthrophyllum Bere | 
erassum . . N NOrthoceras.B. II: 11.23... .-... 2 Irak 


_— 2 — 


B. Spiriferen-Sandstein. 


m nn rss — — — — 


Namen der Arten. Synonyme und Abbildungen. Fundorte. 
Orthoceras Breyn. 

alternans BAT..176 Kahleberg. 
Actinoceras Br. 

triangulare d’Arch. |B. V. 338.2. Granethal. 
Gomphoceras Sow. 

compressum Bet ieT Kahleberg. 

Entomozoa 

Cryphaeus Green. 

stellifer Barm. . Phacops B. I, 287 2 un. Andreasberg. 

laeiniatus . Paradoxides Grotei. H. 11. 11 Kahleberg. 
Homalonotus Kön. | 

Ahrendi a Ellen: Ocker. 

punctatus SEE TEE Rammelsberg. 

minor . .| B. II. 15. 24 Kahleberg. 

obtusus Sandbgr.? ? INBESDIESIEES 

Schusteri . B. Il. 18. 20 St. Ändreasberg. 

Barrandei B. T 15. 25 | Rammelsberg. 

Gigas HS 10R = Kahleberg. 

latifrons B. Mi. 18. 21 5) 

C. Calceola-Schiefer und Kalke. 
Namen der Arten. Synonyme und Abbildungen. | Fundorte. 


Zoophyta 

Cyathophyllum Goldf. 
vermieulare . . . 

Cystiphyllum M. Edw. 
vesieulosum . . 

Turbinolopsis Phill 
elongata . 
pluriradialis . 
pauciradialis 

Favosites M. Edw. 
Goldfussii M. Edw. 
fibrosa N 


Var. ramosa 


Pleurodietyum Goldf. 
problematicum G. 
Ceriopora ? 
patina . 
Radiaria 
Cupressocrinites Goldf. 
Urogalli . 
Cyathocrinus v. Sehl 
innatus Goldf.?.. 
zosae . 
Bryozoa 
Rosacilla 
subtilis 
emersa 
Retepora L. 
hexagonalis . 
flustriformis 
Fenestrellina d’Orb. 
dichotoma 
Fenestella d’Ürb. 
explanata 
conica . 
bifurca 
concentrica . 


Gaardonare Gothlandica H. 2. 16 
B. II. 19. 1 
B. I. pag. 8 
Ba77273% 


oT 


3.9 
V. 33. 13° 


u 


I. 
i6 
a 
Bor. 

II. 19. 2 
122352 Boll 
I. 14 eo 


Dei 
MALE. 


PBiE & Fr Er 


Bockswiese, Festenburg. 


” 


Birkenthal. 
Goslar. 
Festenburg. 


Bockswiese. 
Birkenthal. 


2) 


” 


Goslar. 
Auerhahn, Festenburg. 


Festenburg. 
Rammelsberg. 


Festenburg. 


Hahnenklee. 


” 
Festenburg. 


—_— 23 — 


C. Calceola-Schiefer nnd Kalke. 
m nn En FE Se eepa er BEE I u 2 7 ee 


Namen der Arten. Synonyme und Abbildungen. Fundorte. 
Tubulipora 
trlfarar ..» ZB I ET \ Bockswiese. 
Brachyopoda | | 
Retzia | 
ferita v. B. . T'rerebratula B. I. pag. 10 Goslar. 
Rhynchonella 
primipilaris v. B.. Birkenthal. 
Atrypa Dalm. 
reticularis H. 5. 12 Festenburg. 
lepida Goldf. H.. 12.22 E 
Spirifer Sow. 
speciosus v. Schl. B. I. 11. 4 ‚ Goslar. 
productoides BET. 210 Bockswiese. 
squamosus B. 152.8 Festenburg. 
Cyrthina Dav. . 
heteroelyta Defr. Spirifer B. I. 2. 9 e ‚ Auerhahn. 
Calceola Lk. 
sandalina . H. 12. 26. : ‚ Bockswiese, Goslar. 
Strophonema Rfg. 
erinita . BSIL 2112 142. Bockswiese. 
interstriali Phill. H.12. 15% Festenburg. 
Nee Dalm. EH2J4 7. Tanne, Festenburg, Bockswiese, 
tetragona . B. V. 33. 12 : Festenburg. 
Sed wickii d’Arch. BEISHTI2T : R 
bifida > B. II. 19.4. B. II. 19.4. Bockswiese. 
gigantea . Orthis B. x 33. 11. Hr: Festenburg. 
minuta v. B. B. I. pa Auerhahn. 
lepis Br. B. I 11. 1 Bockswiese. 
Chonetes Fisch. 
simplex B. V. 33. 10 Rammelsberg. 
Pelecypoda 
Avicula Lk. 
Neptuni Goldf. A. Gosae B.V.33.9. + 
Pterinea Goldf. 
Seckendorfi . H. 12. 28 re Tanne. 
radiata Goldf. . Pt. alternans B. 1.2.11. Auerhahn. 


Conocardium Br. 


ceuneatum Pleurorhynehus B. I. 2. 12 . 5 ‚ Birkenthal. 
Cypricardia Lk. 
ealceolae . | B. I. 19. 5 Bockswiese. 
Nucula L. | 
hireina | B. II. 11. 15 re 
Sanguinolaria Lk. | 
ealceolae . B. V.33. 0. Festenburg. 
amygdalina 2 B. V..33.8°. Rammelsberg. 
Pteropoda 
Conularia Sow. ! 
pinnata B-211: 11.298 Bockswiese, Festenburg. 
Gasteropoda 
Michelia Rır. 
eylindriea B.11.112 76 5 
exaltata Bell. 1117 an ‚ Rammelsberg. 
distraeta B. II. 11. 18 s 
abbreviata ee) E 
depressa el) r 
Euomphalus Sow. | 
concavus . Br 11121: r 
Porcellia Lev. | 
Calceolae B. V. 33. 6 Festenburg. 
Cephalopoda 
Arthrophyllum IT | 2 
crassum Orthoceras B. 11. 11. 23 . \ Bockswiese, 
Orthoceras Breyn. | 
Caleeolae . B.V.833.9.. Festenburg. 
Nautilus L.? { 
faleifer . ENEB-ETTE 11222 Birkenthal. 


—_— 24 — 


C. Caleeola-Schiefer und Kalke. 


Namen der Arten. Synönyme und Abbildungen. Fundorte. 
Entomozoa I 
Phacops Emm. 
latifrons Calymene Jordani H. 11. 6 Festenburg. 
subornatus?. ER el 5 
Cryphaeus Green. 
laciniatus F. Rr. - 
D. Wissenbacher Schiefer und Kalke. 
Fundorte. 


Namen der Arten. 


Synonyme und Abbildungen. 


Zoophyta 
Turbinolopsis Phill. 
punctato-crenulata 
rugulosa 
pauciradialis 
16 plieata 
Radiaria 
Krinit . 
Triacrinus Müller 
polyodonta 
Bryozoa 
Ceriopora? 
radiatula . 
Brachiopoda 
Strophonema Rfg. 
minor . 
Orthis Dalm. 
ventricosa 


Ohonetes Fisch. 
pectinata . 
obtusangula . 


SP- 

Spirifer Sow. 
eultrijugatus 
sela . 

Terebratula Brug. 
eaiqua? . 

Rhynchonella David. 
bifida F 

Peleeypoda 

Avicula Lk 
semistriata 
sublamellosa 
opereularis 

Posidonomya Br. 

? elongata 

Nucula Lk. 

Krotonis 

Isocardia L. 
Humboldti 
trapezoidalis 

Cardium L. 
digitatum . : 
inaequalieostatum 
Dunkeri 
seminulum 
sexcostatum . 
Zorgense . 
rigidum 


u 1271 - 
122 
1° 1223. 
I. 12.4. 


BT. 1276”. 
B. II. 19. 6 


SET 


IB. 11.6125. 


Leptaena B. 1.3.1. 


B-21.192297} 
BI 1287 


B. I. 12. 10 
B. II. 12. 16 
B: 11.12. . 
B; 11.15: 7. . 
B. IM. 19. 9 
B: II. 157 13 


Ba V.35: 3, . 


Cardiola B. I. 3. 7 
BA] Sr See 
B212339 


.|B. IL 12.12 


B. m. 12. 13 
B. V. 8502. 
BaVzaole, 


Festenburg. 
Wolfshagen. 
Festenburg. 


” 


' Juliushütte. 


. | Lerbach. 


Sophienhütte. 


. | Ziegenberger Teich. 


' Lerbach. 


” 


Festenburg. 
” 
” 


Wieda. 
Festenburg. 


Wieda. 


” 


Hutthal. 
Ziegenberger Teich. 


” u. Hutthal. 


Buntenbock. 

Goslar. 
Ziegenberger Teich. 
Zorge. 

Wieda. 


Namen der Arten. 


225 


D. Wissenbacher Schiefer und Kalke, 


Synonyme und Abbildungen, 


Fundorte 


carinatus Sdbgr. . 
Cyrtoceras Goldf. 
ventrali-sinuatum Sdbgr.? 
Wiedanum Er 
undulatum SER EEE 
Nautlus-Lı 0)... . 9bormasls) 
subtubereulatus Sdbgr. . 
Goniatites d. Haen. 
bieanalieulatus Sdbgr. . 
lateseptatus Beyr. 


Cardiola Brod. | 
quadricostata B. V. 34. 13 Wieda. 
angulata . B.1L3.6 Ziegenberger Teich. 
Cardinia d’Orb. 
elathrata . Tellina B. I. 3. 12 Lerbach. 
parva Corbula B. I. 3. 13 Ziegenberger Teich. 
Lueina Lk. | 
semistriata B. 112 1214 Lerbach. 
Pteropoda 
Tentaculites v. Schl. | 
sulcatus B=123036 | ” 
laevigatus Bulasslt, \ Kesozu. 
eonicus B. II. 12. 20 , Festenburg. 
minimus B. V. 34.4. , Zorge. 
annulatus . BAT 23..,36 Kehrzug. 
Heteropoda 
Theca | 
hereynica BuvVe3ad. 6: ‚ Ilsenburg. 
Bellerophon Mtt. | 
?bisuleatus n BIST; | Hutthal. 
Murchissoni d’Urb. B.17. 12.19 . , Ziegenberger Teich. 
Gasteropoda | 
Patella L. 
striato-suleata . . . B. I. 12. 18 Festenburg. 
Turbo L. 
trieinetus . B. 1.3. 14 Ziegenberger Teich. 
Euomphalus Lk. , Ilsenburg. 
retrorsus . ? BR 3.15, B.V. 34 3. „ 
Pleurotomaria Defr. 
subcarinata . Bee 100 Burn 34nDr Riesbach, Ilsenburg. 
ee BRAIERTOR IS N . | Goslar. 
scalaris Sdbgr. ? Be SEA , Ziegenberger Teich. 
Loxonema Phill. | 
multiplicatum . BIT 3 | „ 
Holopella Hell. | | 
subulata £ | B. V. 34.4 . * ) Ilsenburg. 
monilitonmise. 2 22. B. VBA. | » 
Cephalopoda | 
Orthoceras Breyn. 
triangulare d’Arch. B. 1. 10.6. B.V.33. 2; aber ohne Knoten Büchenberg, Hasselfelde. 
rapaeforme . -B. 1.78.18 ee Er ach® $ 
gracile . \ BEE 3:19 . , Ziegenberger Teich. 
subconicum . BT. 8: 207. | » und Hutthal. 
digitale Se. Se uBleras 2: ” 
Wissenbachit = . ..|B. T.322° D) 
eylindrieum . EDUE EREPZE es „ 
multiseptatum ee 5 Festenburg 
BCUSE RENNEN STIT. 197 nr Schulenburg. 
raphanistrum | B. V. 34. 11 N cr o . | Wieda. 
de Strombeckii - ı B. V. 34. 12. ©. virgatum Sow. H. 12. 37 . | Osenburg. £ 
Dannenbergii Arch. . a IR RE 3) ı a RE, 3 or: .  Ziegenberger Teich. 
tenuieinetum . 11B. V..,34.,1% RE | EB e 
regulare v, Schl. . .| B. IV. pag. 158 Wieda, Hasselfelde. 
cerassum GER 107765: | Festenburg. 
Bactrites 
„uB. 
B. 
B. 
BE 
B. 
B. 
B. 


Palaeontographica. XIII. 5. 


I. 3. 26. B. graeilis 

V. 34. 15. Actinoceras triangulare ? 
V. 34. 10 5% „Br, 2 
I. 3. 25 

IV. 24. 5 


VA LEBE TEN 2I Er 
IV. 24.2. B. II. 12. 23 


Lerbach, Goslar. 


Clausthal. 
Wieda. 
Lerbach. 


Zorge. 
Wieda, Lerbach, 


Wieda, Goslär. 
30 


Namen der Arten. 


226 


D. Wissenbacher Schiefer und Kalke. 


Synonyme und Abbildungen. 


Fundorte. 


_— — 


Goniatites d. Haen. 
subnautilinus v. Schl. 
Zorgensis . 
compressus 
micromphalus 
Jugleri 
planilobus 

Entomozoa 

Phacops Emmr. 
latifrons 
granulatus 

Trimerocephalus 
mieromma 

Proetus Stein 
Barrandei 
orbieularis 

Conocerhalus Zenk. 
longicornutus 

Bronteus Goldf. 
minor 

Acidaspis 
horrida 

Cyphaspis 
spinulosa . 
sp? . 

Cypridina 
fragilis 

Pisces 

Coccosteus 

Hereyniceus v. M.. 


je») 


FERTER 


Dun m m ww we 


IV..24..3.°B.1.3::28°, 
V. 34. 9. FREE 


"V.347.. 
.u.12. 3 


1.3.33. 
1:13:34: 


I. 3. 35 
1. 3. 32. B. V. 34.8. 
1.12524% 5B: V. 321. 


II. 12. 27 
II. 12. 26 


I. 3. 31 


..112,12.28 


Wieda, Lerbach. 
Zorge. 
Ziegenberger Teich. 
Lerbach. 

Lerbach, Goslar. 
Schulenburg. 


Wissenbacher Teich, Festenburg. 
Zorge. 


Lerbach. 


Ziegenberger Teich. 


” 


Clausthal, Zorge. 
Festenburg, Ilsenburg. 


„ 
Lerbach. 


” 


E, Mittel-Devon. Stringocephalen-Schichten. 


Namen der Arten. | Synonyme und Abbildungen. Fundorte. 
| 
Spongitaria | 
Amorphospongia | 
granulifera .\B. 1.4.3 Clausthal. 
Stellispongia 
Opegrapha | BaTL2422 h5 
Zoophyta | 
Heliolites | 
porosa . 1alaE) ; Büchenberg. 
Battersbya 
Miln. Edw. I.B. III. 21. 3 Mandelholz. 
inaequalis er ER 
Favosites | 
alveolaris Goldf. ? | B. III. 20. 1 Hüttenrode. 
Stromatopora 
patella. 1B.1.13.5. | 
Amplexus 
infundibulans BEIN LORIE Bücheuberg bei Elbingerode. 
hereynieus u 2 A rcoralloides . „» 
% Var. aculeatus . | B. II. 19.12 . . Büchenberg. 
Cyathaxonia 
hereynica B. II. 19. „ 
Cyathopsis 
gigas M'Coy BUIIE I9D IE N 2 1 We Einkkemende. 
Cythophyllum 
parasiticum . B. III. 20. 2 Hartenberg. 
Radiata 
Sphaerocrinus . B. III. 19. 15 Hartenberg bei Elbingerode. 


U N GE EEEEELEEETEE kLUOERL ZEELLEEDEELELELELURETERER 


— 27 — 


E. Mittel-Devon. Stringocephalen-Schichten. 
— nn ———————— 
Namen der Arten. Synonyme und Abbildungen. | Fundorte. 


Platycerinus | 
decoratus. .. ... .|BUL1I.16..... 2... 0. 0..0.0..| Tännechen, Elbingerode. 
BUHSTanT OBER A A er Clausthal, 
Re 12 TB an ne PHartenberg. 
Cyathocrinus | 
Snbinkerenlunusgireee u rB 1405. 000 te er 1 Glausthal: 
Actinocrinites | 
IOEDEUESg Eee DT 0.0.0 en ae DHartenberg. 
muricatus" ... -  EBLTEE IHN... ler nn ER 7 


Bryozoa 
Aulopora | 
BEIDES ee BA een ae ae ii @lausthal. 


Brachiopoda 
Terebratula - 
Satans Marten 2 0 E18 ee ee ar ie ie \uBüchenberg: 
Spirifer | 
RERADERSDWER See Be II 00 . en ee a Re. nRothexHufte, 
Rhynchonella sella i | 
Erima) ala ER AEERTIRESRKTR OA. >24 ARAA EARDNIEDE FH THibmperode: 
parallelepipeda-Bir-—-—-[-H-12:- 24 - 00 0 + Rübeland. 
Strophonema 
Sedewickt nr... 20% | Baeptaena BI. 19.18. IWF, |, Büchenberg! 
_— Uneites | 
Gryphus Defr. Nur die 
kleinere Schale; aber so 
reinlich u. so zweifelsohne ae en en er ehr MarmbesGeorse: AndreassennsPolkter 
Athyris t [berge. 
plebeja Phil. . . . . . | Terebr. scalprum F. Rır. B. I. 10. 3 as 
Productus 
subaeuleatus . . . ...|B. II. 20. 4 
Atrypa 
reticularis Dalm. . H 
Pentamerus | 
ACHTE 2. Bs 111.220.05,. II 19088 
B 
B 


” 
S5kL, 212,113 Büchenberg, Tännchen. 


” 


Stringocephalus | 
Burtini & | 
Venus | 
Babeloborasel en... .....| 
Cardiomorpha | 
ErGEO TA ee ie ee er 5 ER eBüchenbere: 
Corbula? 
metler 2 TER a E21 CAR PENEE RE 1. ER | ” 
Megalodon ? | 
BIONCSTTIEA << | H 6 ON een re R 
Pteropoda 
Tentaculites 
SRRNlETTSERMScChlEn re. m a a AAN MBuntebock, 
AALEN Se Se oe a ek ro eo AN ae „ 


Gasteropoda 
Pleurotomaria | 
EUNUralS ee EINE. LO 
Halopella | 
ERDE  ioxonemar El tBzelor te. er ee Buntehuck. 
Murchisonia R I 
Br BETT: SO en ar re ee ee Buchenbers: 
Cephalopoda | 
Orthoceras 
lineare. . . 2 2... ....,0. Moektrunsis Sow. H. 10.11 . . . . . .  Buntebock, Büchenberg. 
Goniatites | E 
retrorsus Var. undulatus .B-.. 13.1... 2 2 2.22 2 202022. | Altenau, Grube Andreas. 
bene Drau EBE TV 24,14, 9 en ne re ”„ 
EA BT EIER RT e R EEIRL TS We Sn et ne ee | „ 
Nautilus? | 
Plazabıneeeee 22. NE BeL#I0:D ec. oumg 


110.9. 0200 Sen. ee de ‚= WBuntebock, Büchenbens} 
a ee I ee Mn: |: ., (Weinschenke). 


Büchenberg. 


Büchenberg. 


30 * 


—_— 28 — 


E. Mittel-Devon. Stringocephalen-Schichten. 


Namen der Arten. Synonyme und Abbildungen. Fundorte. 
Entomozoa 
Bronteus | 
sienatus Goldf.- 1... „gl. 118°, 7. en rn 2 greBuntebock. 
Stern ans LEN EBESDIT AO 2 ken Rn he Ar ER - + , Büchenberg bei Elbingerode. 
Cheirurus k 
myops. . BE 117.20.767 B: E21078%, e = 
Lichas | 
granulosus B. IL. 13. 3. B. II. 20.89 . . . ..... „| ‚Büchenberg bei Elhingerode. 
erassirhachis BT MIO Ren RR Re ” a3 
Cyphaspis | 
truncata \EBATTEF SD LONG ee 5 S 
Proetus | 
CRASSIMALSO N) 2 Bone 2 SIEBET. BON IIE 2 Be Be ge EZ ee Et = s 
Cypridina | 
oculata OSBEITER 20: GTA RER ee il = " 
elliptiea BRIIEN203 1050. = Yo Rn eV ee ” ” 
F. Ihmasr Kalk, a u. Cypridinen-Schiefer. 
Namen der Arten. | Synonyme und Abbildungen. Fundorte. 
Spongitaria 
Alcyonium | 
eahinAtumlnd BUOHR) AUHEN 1272... ner. wenn mean. 9 © 60 8 Grunde 
Zoophyta 
Stromatopora 
polymorpha Var. stellifera | B. II. 19.1. 2.14 . ...... ....| Rübeland. 
Placenta Phill. SEE BETT DU De ee RZ ornund: 
concentriea . . En  NETELD HET EI, US ae a ee EEE “ 
Alveolites 
ramosa | B. III. 21. 4 . 
variabilis . B! II 2175 n, 
Receptaculites | 
Thombiters HHHONU ZARDORIBIEB.NT. A, 21 1. 1. 0. ann ar Be y 
Favosites 
mine), . u. \ Bs EI. 22.6 s 
Fistulipora | 
porosa . B. BUN 21.7 mi 
Cyathophyllum 
humile . . 220 BSENE2E:8 R 
eaespitosum Goldf. BE FRI ee ee | en 
rolferum . As BERHIT SO ON er ne ne „ „ Rübeland. 
Sedgwicki Miln.-Edw. . . KBSRTED FD Es, De re ee NER n „ 
Diphyphyllum | 
TOnUBER en. LIT: 21. 12 > 
Heliophyllum 
Hallii AlrERG227,58 R 
Amplexus | 
lineatus Quenst. . » . „| B. IL. 21. 13 3 
Chonophyllum 
perfoliatum Goldf. BJ. 21.094 | 5 
Acervularia 
impressa . BI In 212 15 | a 
tubulosa . BEHTTOTEIO, 5 en ee | ”" 
basaltiformis . ; B II. 21. 17. Astrea basaltiformis H. 2. 12. . | „ 
Roemeri Miln. -Edw. oahtslnB. II. 21. 19. Astres Hennahi H.2 13, . „ 
marginata - . . -. . .|B. IM. 21. 20. Astrea Ananas H.2 11. . | > 
granulosa BEIN L AST a re Br 
macrommata B:HTE OT a | »  „, Rübeland 
irregularis 5 : LOB: ITE OD a De NR PIE HE ER % % . 
Medusaephylium F. A. Rr. 
lbergense | B. II. 21. 24 » 


F. 


Namen der Arten, 


— MM — 


Synonyme und Abbildungen. 


Smithia 
Hennahi Phill. . 
Radiaria 
Actinocrinites? 
tenuistriatus Phill. 
Rhodocrinites verus Mill. ? 
Cyathoecrinites ? 
pinnatus Goldf.? . 
triearinatus 


Bryozoa 
Fenestella 
mieropora 
Brachiopoda 
Terebratula Lihwyd. 
elongata v. Schl. 
obeordata 
saceulus 
Spirifer 
disjunetus Sow. 


heteroelytus Sow. 
simplex Phill. 
striato-suleatus 
deflexus 
bifidus . 
undeeimplicatus 
ziekzack : 
laevigatus v. Schl. 
unguieulus Sow. 
lineatus Sow. 
Athyris M’Co 
plebeja Phil. 
Spirigera 
concentriea v. B. 


Var. "globosa ; 


Atrypa Dalm. 
retieularis Dalm. . 
Rynchonella Fischer 
Pugnus Martin. . 
rhomboidea Phill. 
euboides Sow. 
ineisiva 
semilaevis . 
seminula Phill. 
primipilaris v. Schl. . 
Bodana B 
aequiconvexa 
Pentamerus Sow. 
galeatus Dalm. 
Orthis Dalm. 
striatula v. Sch]. . 
orbieularis Sow.? . 
testudinarıa Dalm.?. 
Strophonema Blainv. 
Bielensis . 
Productus Sow. 
subaculeatus Murch. 
Chaetetes 
polytricha B 
Peleeypoda (Acephala) 
Pecten L 
“  polytrichus 
Posidonomya 
striato-suleata 


"B. III. 2. 25. 


|H. 8.9 


.| 8. IE. 21. 


Kıikwmkeim wo me 
Ha 
je 
> 


i , Terebratula B. 1. 


.|B. IV. 


H. 12. 11° 
%. 


. 5. 18, 19, 20 
IV. 25. 2 
12. 23 


IV. 25. 4. Sp. euneatus H. 4. 10. 
noideus H.4. 13 . . mr 
IST: 


se e0- 


Terebr. Scealprum F. Rr. B. I pag. 31 


ı H. 5. 22, 23. Terebratula concentrica 
"Bi IV. 95. 1 . 


Terebratula prisca Sow. v. Schl. H.5 11, 12, 13 


Terebratula. H. 5. 1, 5, 8 
Terebratula. H. 5. 24, 25 
Terebratula H. 5. 27 . 
Terebratula B. I 4. 26 
4. 27 
Terebratula H. 5. 17 
Terebratula H. 5. 10 
258 
BI IL 135367; 


H. 12. 25. 
5. 14; 12. 18 


B. III. 22. ] 
BAT 4224. 


Leptaena. 


Leptaena B. I. 4.1. 


B. IV. 25.5. 
B. 1. 6. 16 


= Rübeland. 


Iberger Kalk, Clymenienkalk und Cypridinen-Schiefer. 


Fundorte. 


' Grund. 


Rübeland. 


Grund, Rübeland. 


Rübeland. 
Grund. 


2 ‚ Rübeland. 


Grund. 
» „ Rübeland. 
bh} 


” 


„ 


Rübeland. 


‘ Grund. 


‘ Altenau. 


Rübeland. 
Lautenthal. 


Namen der Arten, 


— 230 — 


F. Iberger Kalk, Clymenienkalk und Cypridinen-Schiefer. 


Synonyme und Abbildungen. 


Fundorte. 


Avicula Lamck. 
Wurmii 
erinita . 
Ibergensis 
Bodana 
trapeziformis 
tumida. . 
semiglobosa . 
laevis 3 
amygdaloides 

Pterinea 
concentrica . 

Mytilus L. 
intumescens . 
Ibergensis 

Cardiomorpha 
mytiloides 

Myalina de Konck. 
Bodana 
ornata . 

ArcaL.. . 
Bodana 
Clymeniae 

Conocardium Bronn., 
trapezoidale . 
alitorme 

Cardium L. 
lentiforme 


peetunculoides Vern. 


Cardiola Sow. 
concentrica . 
retrostriata v. B. . 
angulifera 

Lucina L. 
sinuosa 

Cypricardia 
elongata .. 
squamifera Phil. 

Pteropoda 

Conularia Sow. 
acuta 
Bodana . 

Tentaculites v. Schl. 
tenuieinetus . 
acieularis . 

Heteropoda 

Bellerophon Montf, 
acutus , 
striatus Bronn. ? 
alutaceus n. sp. 


primordialis v. 'Sehl. 


Protopoda 
Dentalium L. 
Ibergense 
Gasteropoda 
Chiton 
PEN = 
laevigatus . 
Capulus 
sinuosus . 
trigonus Goldf. 
compressus Goldf. 
Natica Adans, 
diseus . - 
nexieosta Phill. 


_ 

<< 

I) 
Rande, 


IV. 25. 10 


IV. 25. 11 
IV 20012 


IV. 25. 13° » 
II. 22. 13°. 


6.6 
leurorhynchus H.65 


SB 
10 


B BR Om we BEE Re 5 Bere 
r Bi 
© 
- 


EL 
6 5 
221, Cardium palmatum 
ardium. B. 1. 4. 
5 


2 


4. 
2 
5 
5 


nu & Si 
Tr De 


.15.4 
le Dyed 


B»1..4.'19 
B. III. pag. 149 


HZSCHT 

EI A, 

B.L5.5.B. tabereulatus 
HRBF16%: >, 


B. MI. 22. 7 

BR UIEE22, 95 029.25 
B. III. 22. 8 A, 
Pileopsis B. I. 5. 6 


Acroculea H. 12. 33° 
Aecroceulea H. 12. 34 


Beust 
1 Br A Per 


Grund. 


” 


Rübeland. 


” 
” 


”„ 
Altenau. 


” 


Grund, 


„ 
” 


Rübeland. 


„ 
” 
” 

Schulenberg 

Grund. 

” 

Altenau. 

Grund. 

Altenau, Festenburg, Rübeland. 
” Rübeland. 


Grund. 


Grund. 
Rübeland. 


m 
Bockswiese, 


Grund. 


— 231 — 


Fundorte. 


F. Iberger Kalk, Clymenienkalk und Cypridinen-Schiefer. 
Namen der Arten. Synonyme und Abbildungen. 
Natica Adans | 
marginata BREI \T.677. Grund. 
| excentrica Euap I: > 
l inflata . DIBELLTSB.N. : | R 
striolata KB: UL 5,7 | A 
Purpura er N. EB, ,5,,8 | ey 
exentrica Var, coronata . B. 1.5.9 | 5 
spirata . "FalB: E52 10 e 
interstrialis . et 5 
annulata . BT. 2276 in 
mierotricha . .| Pyrula H. 8. 14 n 
Turbo L. | 
i Wurmii 51 a is 
canalieulatus 13 OL: a % 
{ oetocinetus MEISSEN: x 
bieingulatus . 11B..17:9..20 5 
mutabilis . 9B-1. 5721 = 
exsertus . A0BaE25222 3 
eyelostomoides . HB 130503 „ 
bieostatus . . B=12722.5 e 
Trochus L. 
acies B. 155. 25 „ 
Euomphalus 
Dionysii Goldf.? . EIS: JS = 
planorbis . SS a a en 
Serpularia 
centrifuga .ıH. 8. 13 „ 
Pleurotomaria Defr, 
laevis Be 10527 en 
sublaevis . ER " 
undulata . SwEnsdeL0e: „, 
centrifuga BE ” 
suturalis MH 1o® » 
imbricata . SH » 
binodosa . SHE 8:2 „ 
Zeuneri “EB: 11, 18.9 s 
rotundata 1 B. III. 22 4 | 5 
Bodana SB. IV. 25216 | Rübeland. 
Schizostoma | 
carinatum = BeT25.28 . | Grund. 
Murchisonia d’Arch. | 
Hereynica stehn E | D) 
bistriata  .B. I: 5.926 ” 
Loxonema Phill. 
imbrieatum Sow. . ANERES STIER = 
Phillipsii . . MER 5 
adpressum MESSS0E D 
humile . |B. I. 5. 12 = 
subfusiforme Bra 51 „ 
ranellaeforme Be » 
Terebra BeI25 15 „ 
ovatum BEE 9,916 » 
laeve BREI . „ 
vittatum IB. I. 5. 18 n 
minutum . BH145:19-. D) 
lineolatum B. II. 13. 10 | = 
Cephalopoda Cuv. | | 
Orthoceras Breyn. 68 ir 
subregulare . ı ©. regularis H. 10. 4. 5 n 
compressum . EI ON  ° : D 
pulchellum B. 1.6.5 - 
conulus ERre BB T26:.161,7 2°. - 
multiseptatum . BFIIT7227107 „ 
subflexsuosum BITTE 3 Altenau. 


—_— 2 — 


F. Iberger Kalk, Clymenienkalk und Cypridinen-Schiefer. 


Namen der Arten. Synonyme und Abbildungen, Fundorte. 
Bactrites 
compressus EI HO TEE Grund. 
eylindrieus UBS 22, 11% „ 
Gomphoceras B. II. 22. 11 n 
fieus 1 Bas .6 1 „ 
Cyrtoceras | 
multiseptatum . BAT » 
subplicatum . BAND D) 
depressum | B. 1.6.4. H. 10.2 ” 
Clymenia D- 
striata . a .| B. I, 22. 15 , Ockerthal. 
Goniatites de Haan. 
Wurmii le Sr NH ER Grund. 
intumescens Beyr. .) H. 9. 8, 9, 15 » 
ealeuliformis Beyr. BH..9.,14 2. ” 
nummularius 0297167 ) 
discus . Bears „ 
" bisuleatus 5.215,68 » 
tetragonus [1B.91..6.29 „ 
dorsicosta : STE AHU „ 
Auris Quenst. . BT 6 DI D) 
anguliferus [eBs.T. Kb: or » 
bisuleatus? . NET AL ee RR: Altenau. 
retrorsus ? PB A152 B.AIVe 25.219. B.AL 127722 »  „ Rübeland, Schulenberg. 
costulatus SE Ber ee Se © Y 
Ammon. BAT ED) 
Aptychus B. II. 13. 13 | ” 
Entomozoa | 
Cypridina : 
serrato-striata BAT: AD es Lautenthal. 
nitida © 
Phaconsı, Sy in), EERIBZR DT .. | Altenau. 
eryptophthalmus . B.AL6. 14, ı Lautenthal. 
Trimerocephalus | 
laevis Phill... PRESSINEL BDDE AN ee Schulenberg. 
ineisus . INBIEAVE BO Anne men hau kent Er rerahe Rübeland. 
Bronteus | 
flabellifer Goldf. . MERBIUT SIE... | Grund. > 
intumescens . 'B. D. 11. 25 Riesbach bei Schulenberg. 
G. Aelteres Kohlengebirge. 
Namen der Arten. Synonyme und Abbildungen. Fundorte. 
Plantae. | 
Algae 
Chondrites 
tenellus He12231 Ober-Schulenberg. 
Equisetacea 
Calamites 
dilatatus Göp. . ., C. distans H.1.5,6. B. 1.7. 2 . Clausthal. 
cannaeformis N EHER: 6 | ” 
transitionis Göp. . Ba AT El » 
Roemeri Göppert, . BE l2I26 „ 
Göpperti . BEI T8 5 
Bornia |. 
serobieulata . BI 72753 278% IN 7238, | x , Isenburg. 
Anarthrocanna | | 
approximata Göp. Bes | „ 
nu | | 
Asterophyllites | | 
Hausmanni Göp. . Ralites® Lonau. 


-— 23 — 


6. Aelteres Kohlengebirge. 
Namen der Arten. Synonyme und Abbildungen. Fundorte. 
Volkmannia | 
clavata B. V. 35. 9 . | Ilsenburg. 
Lyeopodiace® 
Lepidodendron Herab. | 
limaeforme IB IV 2707, et ' Clausthal. 
hexagonum Göp. Ei Bel. 30 ' Lauterthal. 
Veltheimianum . | Prel, B. IV. 26. 6. B. 1.7. 14. - | Grund, Lauterberg. 
Bischofüi 5 B : Mägdesprung. 
coneinnum B. IV. 26. 8 5 5 . | Clausthal. 
Roemerianum Sagenaria Volkmanniana B.L7.13 - ) Grund. 
geniculatum . Bela. a . | Lauterthal. 
| caudatum Prestl. . B. IV. 26. 5 . | Clausthal. 
attenuatum . | Aspidaria H. 1.9 . Na 
imbricatum . - UB. U. 93. 3 ‚4,5 Zellerfeld. 
graeile . b Inbe Ves80. 7. { Ilsenburg. 
Jaschei SE HuBeVoD,06 . » ” 
; Bpec? .. 5 EST GE BE Fr ER Lauterberg. 
Megaphytum Artis 
| gracile . : NBEDV.e 26.1,0 Lautenthal. 
| Kuhianum Göppert : BE IV. 26,3 » 
| Ilsae . 2 BEVeanz8r. Ilsenburg. 
Knorria 
| le. 8 BerISS, Clausthal. 
| ugleri HlS10rz „ 
eylindriea Balds16,. Grund. 
fusiformis B. 127.018. Clausthal. 
eervicornis - B. IV. 26. 4. Lauterberg. 
acutifolia Göpp. B.11. 14.4... „ 
eonfluens Göpp. B. II. 14. 5, 6 » 
Göpperti. . . H. pag. 2. „ 
megastigma H. pag. 3. „ 
Dechenia 
Roemeriana,. Göpp. 15301 1 19 E55 IR » 
Sigillarieae 
Sigillaria | 
Culmiana . BAlV.2729, . , Lautenthal. 
Stigmaria | 
| Ficoides Bıgrt. B..IV. 26.7 Lauterberg. 
Zoophyta 
| Turbinolia | 
recta B. I. 13. 14 . | Grund. 
; Radiaria 
Poteriocrinus 
minutus Beeisaeli | Lautenthal. 
Acanthocrinus 
longispina - 5 | | Clausthal? 
Krinit, Stengelglieder | Bruchberg. 
Brachiopoda | 
| Terebratula ws 
contraria . LBS IL AyOhLT. . , Grund. 
Dunkeri Brave late . | ” 
angusticarina „| B. I. 13. 17 | „ 
papyracea SB: 1.8.3 .. , Lautenthal. 
Spirifer | | 
macrogaster . B.112137 15 ” 
Chonetes 
i longispina KBERT-2B72% 
. Productus | 
| Cora d’Orb. . | B. IV. 27. 6. Grund. 
Polieypoda 
Pecten | 
probliquus NETIECHE A Lauterthal. 
grandaevus Goldf. 88.9. . . „ 
aurilaevis . MBFITE ISIS | Grund. 
subradiatus . B) 1.213.119 ” 
Palaeontographica. XII. 5. 31 


Namen der Arten. 


— 234 
6. Aelteres Kohlengebirge. 


Synonyme und Abbildungen. 


Fundorte. 


Avicula 
haliotoidea 
Avicula 
uniplicata 
Pterinaea 
lepida Goldf. 
Posidonomya 
Becheri Goldf. . 
Inoceramus 
carbonarius . 
Gervillia 
inconspieua . 
Cardium 
rectangulare 
Gasteropoda 
Metoptoma Phill. 
obliquum . 
Pleurotomaria Defr. 
costulata . 
Euomphalus 
papyraceus . 
Natica 
sublirata . 
Cephalopoda 
Orthoceras 
inaequistriatum 
costellatum Phill. . 
unguis Phill? 
scalare Arch. . 
striolatum v. M. 
annulare . 
inaequale . 
Actinoceras 


giganteum de Konck. 


Bactrites 
Steinhaueri Phill. . 

Goniatites 
erenistria Phill. 
intereostalis Phill. 
falcatus 2 
reticulatus Phill. ? 
mixolobus Phill. 
spiralis Phill. 
truneatus Phill. 
eyclolobus Phill. 
platylobus Phill. 
tumıdus ; 
discus . 
spirifer 
?umbilieus 

Nautilus L. 
suleatus . 
trochlea M’ Coy 

Rhyncholites 
sella 

Entomozoa 

Phillipsia M’Coy 
crassimargo . 
alternans . 


latispinosa Sandbgr. 


Pisces 
Ctenacanthus 
tenuirostris v. M.. 


Cardita B. 1.8.5 
B. I. 13. 20. 
Goldf. 116. 2 

H. 6.1 

. II. 13. 21 
.6.3 

"IV227 5, 


wm 8 


1x8.29 
I. 8. 6 
IBRSBEt 
. H. 13. 22 


wo 


U. 13. 23 

I. 13. 24 

IN roRr 
T.pag..49 , 7 
I. pag. 49 

1. 15. 23. 
12328° 


. U. 18. 27 
11.13.7026 


Sa 

8. 11 
8. 14 
8. 15. 

WEBER 

UI. 16. 34. B. Iv. 27i 

II. 13. 32 

1I. 13. 33 

U. 13. 35 

128.102 > 

IN.2225187. 


IV. 27. 3 
IV. 27. 4 


ER 


ST" a: Bw Kuukwkemwi 


Ser ld 


RER ATS 
Beil ld3z 
Proetus B. 1. 


|B. I. 8. 18, 19, 20 


EIN 2ITB NS 
(Erz RN: 


I: 
ie, Mrz 
II. 13. 31; 3,10. 0, 
1. h 
Ih 


9,12 


Lautenthal. 
Grund, 
Lautenthal. 
„ ‚ Clausthal. 
Grund. 


” 


» 


Lautenthal. 


Lautenthal, Clausthal. 


” ” 


Grund. ' 
Clausthal. 


Grund. 


” 


» „» Lautenthal. 
Schulenberg. 
Lautenthal. 

Grund. 
Lautenthal. 
Grund. 


E 
Lautenthal. 
Bockswiese. 


Lautenthal. 
Grund. 


Lautenthal. 


' Grund, 


Lautenthal. 


Oberschulenberg. 


— 25 — 
H. Productives Kohlengebirge. 


Namen der Arten. Synonyme und Abbildungen. 


Fundorte, 


Plantae. | 
Equisetacea 
Calamites Suckow. | 
Suckowii Brgrt. . 
approximatus v. Schl. 
Huttonia Germar 
carinata Germ. = : 
Annularia v. Sternbg, | 
longifolia Brgt. 
Dan fophra = 
sphenop ylloides Zukr. 
Sphenophyllum Brgrt. 
emarginatum Brert. . 
saxifragaefolium v. Stbrg. 
oblongifolium Germ. 


2 
sel ei 
22 
RR 
Hu 
PT 
io 


BER OBER wm BE 
= 
IS 
[0 ) 


Filices 
Sphenopteris Brgrt. 
artemisiaefolium v. Stbg. . 
integra Germ. ä 
Schizopteris Brgrt. 
Gutbieriana Geinitz . 
Cyelopteris Brgrt. 
trichomanoides Brert. 
flabellata Brgrt. 
obovata . . 
auriculata Brgrt. . 
Neuropteris 
igantea Brgrt. 
oschii Brgrt. . . 
heterophylla Sternbg. 


uni 
< 
> 
er 
=] 
Lie} 


mirabilis Rost . IV. p. 184 
Regina IV. 34. 4 
densifolia IV. 34, 3 
Dietyopteris v. Gutbr. 
Schützei . x 
Odontopteris Brgrt. 
hereynica IV. p. 187 
Schützei . IV. 34.5 


Pecopteris Brgrt. 
Pluckenetü v. ae 
dentata Brgrt. 
abbreviata Brert. 
Miltoni Germ. 

arguta Bıgrt. 
arborescens v. Schl. 
Candolleana Brgrt. 
oreopterideus Brgrt. . . 
Pseudo-Bucklandi Germ. . | 
longifolia Brgrt. : 
eristata Brest. . . - .) 
Lyecopodiacea 
Selaginites Brgrt. 


DErkkubrr Be TE Here ee u wir 
= 
os 
So 
m 


Erdmanni Germar B. IV. p. 194 
Sigillaria Brgrt. 

Preuiana . B. IV. 35. 7 

carinata Br HBESIV. 3552 

Dadmlosseer ee 200 VBEILV..30.4,5,6 

subsuleata 2 ERRSENENIV.2353347% 

distans Geintz .. . ‚\B.IV.p. 199 . 
Noeggerathiae | 


Noeggerathia v. Sternb. 
erassa Goeppert 
suleata : 


[oe] 
- 
< 
ae) 
9 
=} 
_ 


eis 


Ilfeld. 
Zorge, 


Ilfeld. 
Zorge. 


Ilfeld. 


”» 
” 


Meisdorf, Ilfeld. 
Zorge. 


, Ilfeld. 


Zorge. 
Ilfeld. 


Meisdorf, Ilfeld, 


Ilfeld. 


Meisdorf, Zorge. 
Zorge. 


„ , Ifeld. 


Oppenrode u. Ilfeld. 
Zorge, Ilfeld, 
feld. 

u. Zorge. 
Zorge. = 
Ilfeld, Zorge. 


| Meisdorf.? 
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| Zorge, Ilfeld. 


Ilfeld. 


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Der Sandstein bei Seinstedt 


unweit des F'allsteins 


und die in ihm vorkommenden Pflanzenreste, 


nebst Bemerkungen 


über die Sandsteine gleichen Niveaus anderer Oertlichkeiten Norddeutschlands. 
(Ein Nachtrag zu Palaeontographiea, Band 9, pag. 47 ff.) 


Von Dr. D. Brauns. 


Die Grenzgebilde zwischen Keuper und Lias sind in der mannigfachsten Beziehung Gegenstand 
einer eingehenderen Behandlung geworden, und zwar namentlich erst seit der Veröffentlichung des obigen 
Aufsatzes. Nicht nur die norddeutschen, sondern auch die alpinen und fränkischen Gebilde gleichen Alters 
sind von vielen Seiten (Schlönbach, Gümbel, Schenk, Dittmar) direct zur Vergleichung gezogen, und ist 
dabei ganz allgemein die Ansicht festgehalten, dass die „Seinstedter Sandsteine‘‘ dem entsprechen, was man 
nach Gümbel die „rhätische Stufe‘ nennt (Zone der Avicula contorta nach Dittmar, Vorläuferzone nach 
Quenstedt u. A.), und dürfte diese Ansicht auch zur Zeit über allen Zweifel erhaben sein. 

Ob nun diese ganze „rhätische Stufe,‘ deren Schicksal nothwendiger Weise die Seinstedter Schichten 
theilen müssen, sich mehr dem Lias anschliesst (wie Dumortier, Martin, Angelin u. A. wollen*) oder mehr 
dem Keuper (wie unter Anderen Alberti meint), oder ob sie ein selbstständiges grösseres Ganze ausmacht, 
das dann bald mehr der Trias (Winkler, Dittmar), bald mehr dem Lias (Schenk) verwandt angesehen wird 
— Alles dies zu erörtern, ist zwar von bedeutendem Interesse, würde aber keineswegs durch die Ergeb- 
nisse einer oder einiger weniger Localitäten, ja nicht einmal durch die der norddeutschen und mitteldeut- 
schen Aufschlüsse dieser Zone überhaupt zu entscheiden sein, indem der Ertrag an Thierversteinerungen in 
den entsprechenden Schichten der Alpen ein überwiegend grosser ist und vor Allem die eingehendste Be- 
rücksichtigung verdient. Das Einzige, das wir hier hervorheben müssen, ist der enge Anschluss unserer 
Flora an die liasische. In dieser Hinsicht erinnern wir namentlich an den Ausspruch Schenk’s: dass auch 
nicht eine Pflanzenart aus der Trias in die rhätische Stufe hinaufreiche — ein Ausspruch, den wir durch- 
weg bestätigt fanden —, anderntheils aber an den sehr engen Anschluss der Seinstedter Pflanzen an die 


*) Der allgemeine zoologische Charakter dieser Schichten, wie sie in Norddeutschland auftreten, spricht wenigstens 
entschieden dafür. Dkr. 


Palaeontographica. XIII. 5. 32 


_— 2383 — 


vom Kanonenberge bei Halberstadt, welche ohne allen Zweifel der Psilonotenzone des unteren Lias ange- 
hören. (Vgl. Palaeontographica Band I, pag. 34 ff. und Band IX, pag. 60, sowie unten.) 

Auf der andern Seite ist allerdings nicht zu verkennen, dass die Lagerungsverhältnisse die Frage 
nicht entscheidend beantworten. Berücksichtigt man nur den oberen Bruch bei Seinstedt, so zeigt sich 
freilich ein ganz allmäliger Uebergang in die überlagernden Schichten; allein die tieferen Schichten (deren 
Köpfe am Abhange nach Seinstedt anstehen und auch zu Anlage eines älteren, kleineren Bruches Veran- 
lassung gegeben haben, vgl. Pal. Band IX, p. 49 und A. Schlönbach, neues Jahrbuch etc. von 1862, pag. 16#) 
zeigen wieder eine continuirliche Ueberlagerung über den Keuper; die Localitäten bei Salzgitter (Steinbruch 
Teufelskirche), Sülbeck, Harzburg zeigen sich dem tieferen, die bei Hildesheim (Trilleke), Vardeilsen, Göt- 
tingen dem oberen Aufschlusse analog. Am instructivsten ist indessen ohne allen Zweifel die Gegend östlich 
von Helmstedt, in welcher sich ein ziemlich vollständiges Profil von den tieferen Sandsteinschichten durch 
mannigfache Zwischenglieder bis zu den infraliasischen Schichten ermitteln liess. Die Linie von Helmstedt 
bis zu dem preussischen Grenzdorfe Behndorf geht zunächst durch einen Sattel, von dem die Schichten 
einerseits nach Helmstedt, andererseits nach Nordosten in eine flache Mulde abfallen; der nordöstliche Rand 
dieser Mulde ist nun namentlich an mehreren Stellen sehr gut erschlossen und weist von Nordosten her 
nach und nach mehrere Sandsteingruppen auf; die tieferen zeigen im Behndorfer Felde und im östlichen 
Theile der s. g. Mesekenhaide ihre in h. 10 streichenden, mit 9° bis 15° nach Südwesten einfallenden 
Schichtenköpfe; die höheren sind im westlicheren Theile der Mesekenhaide durch Kohlenschächte erschlossen, 
und alle zeigen sich der Reihe nach, wenn auch nicht immer deutlich, der Chaussee entlang, welche von 
Helmstedt über den Gesundbrunnen nach Behndorf führt. Die Mulde zeigt als oberstes Glied die Arieten- 
schichten, (mit Ammonites Bucklandi Sow., Gryphaea arcuata Lamk. ete.); die Sattelhebung unweit Helm- 
stedt legt die Schichten bis zur untersten Gruppe der Sandsteine bloss; von dort nach Helmstedt zu lassen 
sich noch infraliasische Schichten (mit Ammonites angulatus Schl., Cardinia Listeri und concinna Ag. und 
Lima gigantea Sow.) constatiren, die denn auch im Liegenden der Arietenschichten in der Mulde selbst vor- 
kommen. Zwischen ihnen und den kohlenführenden Sandsteinen der Mesekenhaide befinden sich zunächst 
schiefrige, bröcklige Sandsteine und sandige Mergel von hellbräunlicher oder rothgelber Farbe, die oft mit 
zahlreichen Abdrücken kleiner Dentalien und Bivalven, darunter Cardinien, versehen sind. Eine specifische 
Bestimmung dieser Petrefacten war bei der geringen Auswahl unter schlecht erhaltenen Exemplaren nicht 
möglich. Der Uebergang in die kohlenführenden Sandsteine ist ein ganz allmäliger; das Gestein wird heller, 
mehr grau, selbst grünlich und bricht in mächtigeren Schichten. In dem oberen Theile der Kohlensand- 
steine selbst fanden sich einzelne Abdrücke der Anodonta postera Deffner et Fraas (? Anopbophora dubia 
Alberti); weiter unten fand sich unter undeutlichen Abdrücken von Pflanzen Pterophyllum maximum Germar; 
so wie auch das im 9. Bande der Palaeontographica, pag. 61 angeführte Stück dieser Pflanze aus derselben 
Schichtengruppe stammt. Wir halten diese Sandsteine für unbedingt gleichaltrig mit den Sandsteinen vom 
oberen Seinstedter Bruch und von Hedeper; auch wenn die petrographische Beschaffenheit nicht so überein- 
stimmend wäre (schon in Hedeper zeigen sich Spuren von Kohle), würden die Lagerungsverhältnisse es 
zweifellos machen. Zudem bestätigen es die beiden palaeontologischen Befunde; denn obgleich die Anodonta 
postera Definer et Fraas in Seinstedt nicht vorgekommen ist, so ist doch in den nämlichen Sandsteinen 
bei Dedeleben und Eilsdorf (weiter östlich in der am Fallsteine sich hinziehenden Mulde) nahe der unteren 
Liasgrenze diese Muschel in Masse vorhanden. Die bergmännische Ausbeutung der Kohlen der Meseken- 


=. 9 = 


haide — sie wurde früher in einer Doppelreihe von Schächten betrieben, die den Schichten gleich in h. 10 
streicht — hat bekanntlich schon in früherer Zeit die Aufmerksamkeit auf die uns hier beschäftigenden 
Sandsteine gelenkt (vgl. Palaeontogr. Band 9, p. 61 f.), ist aber seit geraumer Zeit eingegangen. Wie 
gering die Kohlenablagerung im Ganzen genommen ist, zeigt übrigens ein_an und unweit der Behndorfer 
Chaussee erschlossenes Profil, das also in ganz geringer Entfernung von den Schächten der Mesekenhaide 
sich befindet. Dort zeigten sich unter der Ackerkrume 

3,5 Meter zerreibliche helle Sandsteine, 

0,4 ,„ Kohle, sehr thonig, 

15 ,„ Sandstein, dünn geschichtet, 

OD; Kohle, blättrig und thonig, reiner als die obere, 

4,5 ,, Sandstein, sehr dünn geschichtet und bröcklig. 
Im Liegenden der ganzen, nach der Profilaufnahme auf 15 Meter zu schätzenden Gruppe der kohlen- 
führenden Sandsteine finden sich zunächst 7— 8 Meter mächtige dunkle Thone, dann eine Gruppe von 
dünn geschichteten mürben Sandsteinen mit zwischenlagernden Mergeln von hellgelber Farbe, und dann 
wieder 2,5 Meter mächtige oben hellgraue, unten (auf 1 Meter) fast schwarze Thone. Die mit den Thonen 
oben und unten abschliessende Gruppe misst im Ganzen nach den Profilen etwa eben so viel, als die Zone 
der kohlenführenden Sandsteine. 

Unmittelbar auf die Thone folgen feste, aber in ziemlich dünne Schichten gesonderte, plattenförmige 
Sandsteine mit den von Strombeck (Zeitschrift d. geol. Ges. Jahrg. 1852) erwähnten Figuren und mit ziem- 
lich zahlreichen, aber undeutlichen Calamiten. Diese Bildung überschreitet die Mächtigkeit von 9 Metern 
nicht, wobei in den tiefsten Schichten (auf 2—3 Meter) thonige Mergellagen sich zwischen die Sandstein- 
platten schieben. 

Auf dieses Glied folgt nun zunächst eine 1,8 Meter mächtige Schicht bunter, meist dunkelrother, 
den typischen Keupermergeln ganz gleicher Mergel, dann 3,5 Meter mürbe bröcklige Sandsteine und Sand- 
mergel von gelber Farbe, ferner 7,0 Meter mächtige Dolomite und dolomitische Mergel von derselben Farbe, 
dann wieder (0,8 Meter den Keupermergeln gleiche bunte Mergel, und darauf 0,9 Meter eisenschüssige, 
okerfarbige, thonig-sandige Mergel. Erst unter diesen Zwischengebilden, die also zusammen 14 Meter 
messen, und von denen der Dolomit allein die Hälfte ausmacht, folgen nun auf’s Neue Sandsteine, die 
grösstentheils, besonders unten, fest und kieselig sind und als Bausteine geschätzt werden. Doch brechen 
sie meist in nicht sehr mächtigen Bänken, und eignen sich die zahlreichen Brüche, die zu ihrer Ausbeutung 
angelegt sind, weniger zur Gewinnung grösserer Werkstücke. Zu oberst finden sich auch wohl Platten, und 
haben diese dann nicht selten eine lebhaft rothe Farbe. Die Mächtigkeit des unteren Sandsteinlagers über- 
haupt ist bis zu mindestens 14 Meter sicher constatirt, lässt sich aber auf mehr als das 1'/,fache schätzen. 
Die unteren Lagen sind nicht aufgeschlossen, und erst in einer Entfernung von etwa 350 Metern von den 
östlichsten und tiefsten Brüchen am Hange der Mesekenhaide finden sich gute Aufschlüsse in den übrigens 
dort weit verbreiteten bunten Mergeln des Keupers. 

Wenn wir diese kurz zusammengefassten Ergebnisse einer möglichst detaillirten Localuntersuchung 
der Helmstedter Gegend in’s Auge fassen, so möchte fast die Ansicht berechtigt erscheinen, dass die un- 
terste Sandsteingruppe mit den darüber lagernden Dolomiten und Mergeln eigentlich noch dem Keuper 


zuzuzählen sei, und es wird dadurch vollkommen erklärlich, warum Strombeck (a. a. O0.) die Zugehörigkeit 
32* 


3 Bi 


der Helmstedter Sandsteine zum Keuper auf’s eifrigste verficht, während diejenigen, welche die oberen (z. B. 
unsere Seinsteder) Schichten mehr in Betracht zogen, die Zugehörigkeit zum Lias, oder doch zu einer eigen- 
thümlichen Zwischenstufe, behaupteten. Wir hätten, wenn obige Ansicht die richtige wäre, in den untersten 
Sandsteinen eine local ziemlich mächtig entwickelte obere Keupersandsteingruppe. Dieselbe schwächt sich 
nach Westen und Südwesten zu, wie es scheint, bedeutend ab; da sie aber dort nicht mehr so scharf von 
ihrem Hangenden zu trennen ist (wie wir uns an der Teufelskirche und auf dem Sülbecker Berge über- 
zeugten), so lässt sich der genaue Thatbestand nur durch bessere Aufschlüsse feststellen, als uns an den 
erwähnten Oertlichkeiten zu Gebote standen. Das Profil V. jedoch bei Schlönbach (neues Jahrb. 1862, p. 171) 
aus der Gegend zwischen Vlotho und Rehme möchte in der Schicht 10: „rothe und bunte Sandsteine,“ 
welche von hellgrünlichen und dunkeln Mergeln ete. (9) überlagert und von Keupermergeln (11) unterteuft 
werden, das richtige Aequivalent der unteren Helmstedter Sandsteingruppe mit keuperinem Charakter un- 
schwer wieder finden lassen. 

Ueberhaupt zeigen die sämmtlichen Aufschlüsse im Bonebed Norddeutschlands eine grosse Ueber- 
einstimmung unter einander in der Aufeinanderfolge der Schichten selbst und in ihrem Verhalten zum Lie- 
genden und Hangenden, wenn wir die Localität Steinlah (A. Schlönbach, a. a. ©. pag. 165) ausnehmen. 
Dieser, nordwärts von Salzgitter an der westlichen Seite der Hammbergshebung befindlichen Oertlichkeit 
reiht sich dann die entsprechende Schichtenreihe an der östlichen Seite des Hammberges bei Engerode als 
gleichbedeutend an. An beiden Stellen sind bedeutende Aufschlüsse im Hilseisenstein, der das Hangende 
von einer Gruppe von Sandsteinen (10 M. stark) ausmacht, die wieder von Thonen mit Schwefelkies und 
Nagelkalken (7 M. stark) unterteuft werden; das Liegende dieser sind bunte Mergel. Fast könnten diese 
Lagerungsverhältnisse die Vermuthung erwecken, dass die Steinlaher Sandsteine und Thone dem Wealden 
angehörten, die bunten Mergel aber den Münder Mergeln (bunten Mergeln des Wealden oder Purbeck- 
mergeln) zuzurechnen seien. Die Pflanzenabdrücke der Sandsteine sind leider zu undeutlich, die Thierreste 
zu fragmentarisch und zu wenig charakteristisch, um die Frage nach einer oder der andern Seite hin mit 
Bestimmtheit beantworten zu können. Die von Schlönbach als Taeniodon praeeursor bezeichneten Muscheln 
von Steinlah haben, wie derselbe a.a.O. pag. 166 angiebt, „eine mehr abgerundet dreiseitige, als eine ellip- 
tische“ Form im Gegensatze zu den mit demselben Namen belegten Muscheln des unzweifelhaften Bonebeds 
anderer Localitäten. Die vereinzelten Exemplare von Avicula contorta Portlock sind nicht so vollständig er- 
halten, dass sie entscheidend sein könnten, und die Exemplare von Schizodus Ewaldi, Bornemann (Tae- 
niodon), dürften eben so wenig hinreichen, die ganze Schichtengruppe zu charakterisiren. Was endlich die 
Schildstücke von Sauriern (Schlönbach, a. a. O. pag. 167) belangt, so ergiebt eine Vergleichung mit den 
Labyrinthodontenschildern von Sülbeck und Melle, dass sie von diesen sehr verschieden sind und einer an- 
dern Gruppe von Reptilien — etwa den Teleosauriern — angehören dürften. Auch sie können demnach 
trotz sehr guter Erhaltung zur Niveaubestimmung nicht dienen, und muss also die Frage, wohin die Stein- 
laher Schichten (einschliesslich der von der entsprechenden Oertlichkeit bei Engerode) eigentlich zu rechnen 
seien, unseres Erachtens immer noch als eine offene angesehen werden. 

Mit dieser einzigen Ausnahme zeigen, wie bemerkt, die sämmtlichen Aufschlüsse im Wesentlichen 
eine gänzlich übereinstimmende Lagerung und nur dann erheblichere Verschiedenheiten, wenn sie Schichten 
von etwas verschiedenem Niveau zeigen, wie wir dies oben bemerkten. Diese Verhältnisse dürften durch 
das fast vollständige Profil von Helmstedt hinreichend aufgeklärt sein. Dass noch an mehreren (von 


— 241 — 


A. Schlönbach wiederholt genannten) Oertlichkeiten im Hangenden die Ammoniten des untersten Lias, ins- 
besondere Ammonites Johnstoni Sow. vorkommen (eine Angabe, welche nach dem Obigen natürlicher Weise 
von den Steinlaher Schichten nicht gelten kann), dient zur ferneren Bestätigung der obigen Resultate. 

Die palaeontologischen Reste der rhätischen Stufe Norddeutschlands anlangend, haben wir 
auch jetzt noch die Pflanzen weit in den Vordergrund zu stellen. Zwar sind durch die mühevollen Unter- 
suchungen A. Schlönbach’s mehrere Muschelarten, namentlich auch in den Seinstedter Gesteinen, gefunden 
und bestimmt; allein wie wir schon oben andeuteten, ist der Ertrag sehr klein im Verhältniss zu den 
alpinen, ja selbst noch unbedeutend gegen die schwäbischen Localitäten. Von Pflanzen haben sich dagegen 
selbst trotz des Darniederliegens des Seinstedter Steinbruchbetriebes immer noch theils neue Arten, theils 
mehrere und bessere Exemplare der schon früher beschriebenen Species gefunden, so dass wir die früheren 
Angaben in manchen Punkten ergänzen und berichtigen können. 


x 


A. Calamiteae. 


1. Calamites Giimbeli Schenk. 
(Fossile Flora des Keupers und Lias in Franken pag. 10, = C. liasokeuperinus Braun.) 

Ob dieser Art die in den mittleren Sandsteinen von Helmstedt (welche von den Dolomiten etc. und 
ferner von der unteren Hauptgruppe unterteuft werden) vorkommenden i. A. schlecht erhaltenen Abdrücke 
zugehören, ist zwar mit Wahrscheinlichkeit zu vermuthen, doch nicht ganz unzweifelhaft. Bei Sülbeck und 
Seinstedt ist sie, so viel uns bekannt, selten. Das in Palaeontogr. Bd. 9, p. 58, Taf. 15, Fig. 4. als Ptero- 
phyllum spec. dub. bezeichnete, ferner auch das daselbst Fig. 5 als Zamites sp. dub. abgebildete Stück, 
endlich die a. a. ©. pag. 57 als Nilssonia linearis Stb. angeführten Abdrücke gehören, wie eine grössere 
Zahl von Exemplaren darthut, hierher. (Vgl. Schenk, a. a. O. pag. 12.) 


2. Calamites hoerensis Hisinger. 

Was den Namen und die Synonymik betrifft, beziehen wir uns ganz auf Schenk und fügen nur 
hinzu, dass wir ausser den von uns früher für Gramineenreste gehaltenen Stücken (deren richtige Deu- 
tung seitdem durch Auffindung zahlreicherer Exemplare verschiedenen Erhaltungszustandes sehr erleichtert 
wurde) auch ganze Stengel, namentlich von Sülbeck und der Teufelskirche bei Salzgitter, bekommen haben, 
welche gleich den plattgedrückten Exemplaren die von Schenk (a. a. O. pag. 13) angeführten Charaktere 


zeigen. Die Pflanze ist in den rhätischen Sandsteinen Norddeutschlands keineswegs selten, wie das neuer- 
dings noch aufgefundene Material ergiebt. 


B. Filices. 


1. Taeniopteris tenuinervis Brauns. 
Pal. Band 9, Taf. 13, Fig. 1—3. 


Zu dem a. a. OÖ. pag. 50 Bemerkten ist nur hinzuzufügen, dass die nämliche Pflanze sich auch 
bei Sülbeck gefunden hat, 
2. Taeniopteris vittata Brongn. 
Da diese Pflanze ursprünglich von Hör beschrieben und erst später eine Pflanze aus dem Oolith 
fälschlich damit vereinigt wurde, so ist obige Benennung höchst wahrscheinlich die richtige. Uebri- 


—_ 2143 — 


gens ist Taeniopteris Münsteri Göpp. nach brieflichen Mittheilungen von Schenk unzweifelhaft identisch mit 
unserer a. a. O. Fig. 4 abgebildeten Pflanze, welche seitdem nicht wieder in gutem Erhaltungszustande von 
uns angetroffen ist. 

3. Odontopteris eycadea Brongn. a. a. O. Fig. 5. 


Die Nervirung des Blattes, welche an den Exemplaren auf frischem Bruche meisst sehr schön zu 
sehen war, ist theilweise seitdem undeutlicher geworden; doch dürfte die nach frisch gebrochenen Stücken 
angefertigte citirte Abbildung genügen, um die Genusbestimmung zu rechtfertigen. 


4. Odontopteris laevis Brauns, a. a. O. Fig. 6. 


Ob die trotz ungewöhnlicher Schärfe des Abdruckes glatte Oberfläche des Blattes eine Ver- 
einigung mit der vorigen Art zulässt, wie Schenk (briefl. Mitth.) will, lassen wir dahin gestellt sein. Dass 
die Verschiedenheit des Fiederumrisses solcher Vereinigung nicht im Wege steht, ist vollkommen richtig, 
da offenbar Fig. 6 den unteren Theil eines Wedels oder einer Hauptfieder giebt, Fig. 5 eine mehr nach 
der Spitze zu gelegene Partie. 


5. Laecopteris alternifolia Brauns, a. a. O. Fig. 7. 


ist nicht wieder gefunden ; 


6. Cyelopteris erenata Brauns, a. a. O. Fig. 8, 
dagegen noch in mehreren charakteristischen Exemplaren, welche mit der citirten Abbildung vollkommen 
übereinstimmen. 


7. Clathropteris platyphylla Brongn. 


Dazu Clathropteris meniscioides (Brongn.) Brauns, 
Camptopteris fagifolia Brauns, 
Camptopteris planifolia Brauns, 
22.0.8102 .92 10 ,und- ib, Taf 14 is. 2und3, 
sowie Clathropteris meniscioides (Brongn.) Germar bei Dunker, Verst. d. Halberstädter Lias, Pal. I, pag. 117 
und Taf. 16, überhaupt Clathropteris meniscioides auett. pars, desgleichen Camptopteris Münsteriana Presl 
(Sternberg, Versuch etc. Taf. 35, Fig. 9, Münster und Göppert.) 
Die Ansicht des bei Münster, Beiträge etc. Heft 6, Taf. 3, Fig. 1—4 abgebildeten fast vollständigen 
Blattes zeigt, dass die von uns a. a. O. specifisch getrennten Stücke nur verschiedene Theile eines und des- 
selben Blattes sind. Der eigenthümliche Bau desselben (von einem spiralig gewundenen kurzen Blattstiele 
gehen nach einander lange fingerige Aeste ab) bringt es mit sich, dass der Winkel, in welchem die Nerven 
vom Hauptaste abgehen, sehr wechselt, und dass auch die Form der Felder zwischen den Nerven nicht con- 
stant ist; es fallen daher die von uns im 9. Bande der Palaeontographica pag. 52 f. und 55 f. gegebenen 
unterscheidenden Merkmale weg. Die nahe Verwandtschaft der Camptopteris fagifolia mit -Camptopteris 
Münsteriana und die Misslichkeit der generischen Trennung der drei damals von uns aufgestellten Arten 
wurde übrigens dort auch schon hervorgehoben. — 
Die Pflanze hat sich in letzter Zeit bei Seinstedt nur selten, ausserdem aber ein paar Mal bei Sül- 
beck gefunden. 


14 = 


8. Camptopteris exilis Brauns, 
Pal. Band 9, Taf. 13 Fig. 11. 

Die Vereinigung dieser Art mit dem Genus Diplodietyon, welche Schenk (briefl. Mitth.) vorschlägt, 
erscheint nach den von Göppert aufgestellten Gattungscharakteren nicht zulässig. Ingleichen zeigen die 
in Münster’s Beiträgen, Heft 6, abgebildeten Diplodietyon-Arten eimen etwas verschiedenen Habitus, während 
andererseits, Camptopteris Nilssoni Sternb. unserer Pflanze auffallend ähnelt. Die Synonymik dagegen: (Pal. 
Bd. 9, pag. 54) ist zu streichen. — 

9. Pecopteris Grumbrechti nov. sp. 
Tafel XXXVI, Fig. 1. 2. 

Nur zwei Exemplare dieser Art sind uns seit Veröffentlichung der im 9. Bande der Palaeontographica 
enthaltenen Notizen über die Seinstedter Flora zu Händen gekommen; das zweite hat jedoch eine unter- 
geordnetere Bedeutung, während das erste eine vollständige Anschauung des Wedels giebt. Dasselbe be- 
findet sich im Besitze des Herrn Oberhüttenmeister Grumbrecht zu Oker und ward uns von demselben 
freundlichst mitgetheilt. Es war aus dessen Sammlung bereits bekannt, ohne bis jetzt beschrieben zu sein. 

Der Wedel ist gefiedert, die Fiedern sind sehr tief fiederspaltig, die Fiederchen stumpf-lanzettlich 
und ganzrandig, von einem ausgeprägten Mittelnerv durchzogen, von dem wieder 3—14 wechselständige 
Seitennerven ausgehen. Der Winkel, in dem die Fiedern von der Rhachis und die Nerven der Fiederchen 
von der Hauptfieder, sowie die Seitennerven vom Hauptnerven abgehen, ist i. M. 60°. Zwischen je zwei 
Fiedern sitzen unmittelbar an der Rhachis zwei stumpfe Fiederchen, deren oberes, grösseres sich an das 
nächste Fiederchen der folgenden Fieder anschliesst, während das untere, kleinere wieder das obere berührt 
und dabei von dem vorhergehenden Fiederansatze um etwa die Hälfte des Zwischenraumes der Fiedern ent- 
fernt bleibt. Die Länge des Wedels lässt sich auf fast 300 Millimeter Länge bei ca. 180 Millimeter Breite schätzen. 

Das zweite Exemplar hat undeutlichere Nervirung; der Umriss des ganzen Stückes (Fiederendes) 
ist ganz ähnlich wie in Fig. 1, der Winkel jedoch, in dem sich die Fiederchen ansetzen, ist stumpfer. Das 
Stückchen ist wohl mit Sicherheit als ein Fragment eines jungen Wedels derselben Pflanzenart anzusehen. 


10. Uyatheites asterocarpoides Göpp. 
(Syst. filicum pas. 327) 

— Gutbieria angustifolia Sternb. (Versuch 2. Theil p. 116, t. 33, fig. 13, nicht, wie Göppert schreibt, t. 32.) 

Die in Franken und Hör vorkommende Art ist uns nur in sterilen Wedeln vorgekommen und im 
9. Bande der Palaeontographica unter dem Namen Cycadites rectangularis pag. 56 beschrieben und Taf. 14, 
Fig. 7 abgebildet. Obgleich keine Nervirung auf den sonst scharf abgedrückten Blättchen zu sehen ist, 
und dieselben fast genau gegenständig sind, während sie auf der citirten Sternberg’schen Abbildung sich 
deutlich wechselständig zeigen, legen wir doch auf beide Umstände nicht genug Werth, um die frühere 
obige Bezeichnung beizubehalten. Namentlich möchte die Hauptabbildung Sternberg’s in letzterem Punkte 
nicht ganz maassgebend sein, da die eine kleinere Figur abweicht und Fiedern zeigt, deren Ansatz keines- 
wegs auf die Mitte zwischen zwei Ansätzen der andern Seite fällt, sondern sich dem einen der beiden be- 
trächtlich nähert. Ganz dasselbe Verhalten zeigt unser a. a. O. abgebildetes Exemplar. 

Die Pflanze ist bei Seinstedt selten und neuerdings nur in einzelnen unbedeutenden Fragmenten 
wieder gefunden, 


— 245 — 


C. Cycadeae. 
1. Nilssonia Blasii Brauns. 
Palaeontogr. Bd. 9, Taf. 14, Fig. l a bis ce. 

In Bezug auf diese Art spricht Schenk (briefl. Mitth.) die Vermuthung aus, dass sie mit dem weiter 
unten zu erwähnenden Pterophyllum maximum Germar identisch sei. Da wir nun aber letzteres in einem 
vollständigeren Exemplare auffanden, welches von der Nilssonia Blasii beträchtlich im Umrisse abweicht, 
da ferner die Aderung der letzteren nicht nur durch die genaue sofortige Copirung von frisch gebrochenen 
Exemplaren (vergl. namentlich auch die Fragmente b und c), sondern auch durch ein sehr schön erhaltenes 
grösseres Stück eines Wedels in der Sammlung des Herrn Kammerraths Grotrian zu Braunschweig aufs 
Vollkommenste constatirt ist und die in Pal. Bd. 9, pag. 56 f. angegebenen Charaktere des Genus Nilssonia, 
Subgenus Hisingera, zeigt, so ist jene Vermuthung nicht zulässig. 


2. Nilssonia spec. dub. 
Taf. XXXVI, Fig. 3. 

Ein interessantes Fragment, das wir nicht unterlassen wollten, abzubilden, zeigt eine so grosse Ver- 
wandschaft zu der vorigen Art, dass wir trotz gewisser Abweichungen des Umrisses eine specifische Ver- 
schiedenheit nicht mit Bestimmtheit annehmen können, ja nicht einmal für wahrscheinlich halten. Die ein- 
zelnen Fiedern sind mehr rhombisch, nicht sichelförmig gekrümmt; dieselben sind ausserdem- in nächster 
Nähe der Spitze durchaus, weiter abwärts fast vollkommen gegenständig. Beide Verschiedenheiten können 
jedoch sehr wohl daher rühren, dass wir eine Wedelspitze vor uns haben, die an den bisher bekannten 
Stücken der Nilssonia Blasii fehlt. 

Die Nervirung des hier abgebildeten Abdruckes ist zwar i. A. undeutlich, doch zeigen sich hier und 
da Spuren, welche sie als übereinstimmend mit der der vorigen Species erkennen lassen. 

Der Unterschied in der absoluten Grösse zwischen den in Bd. 9, Taf. 14, Fig. 1 und im gegen- 
wärtigen Bande a. a. 0. abgebildeten Stücken ist zwar nicht unbedeutend (unser kleineres Stück lässt auf 
nicht viel mehr als Y, Totallänge des Wedels von dem grösseren schliessen), kann aber auch keineswegs 
entscheidend sein, daher erst fernere Exemplare die Sache mit Sicherheit ermitteln lassen werden. 


3. Nilssonia elongata Brongn., 
welche im 9. Bande der Palaeontographica pag. 57 erwähnt, und ib. Taf. 14, Fig. 4. 5 abgebildet wurde, 
giebt zu ferneren Bemerkungen keine Veranlassung. 


4. Pterophyllum maximum Germar. 
Taf. XXXVL, Fig. 4. 

Nachdem sowohl Germar (Pal. Bd. 1, pag. 122 und Taf. !5, Fig. 7), als wir (Pal. Bd. 9, pag. 57 f. 
und Taf. 14, Fig. 6) nur Fragmente einer Fieder darzustellen im Stande waren, trafen wir endlich einen 
Abdruck an, der mehrere Fiedern neben einander und mit ihrem Ansatze an die Rhachis zeigte. Die feine 
und zarte Streifung, welche bereits in den früher erhaltenen Blattstücken charakteristisch genug zu sehen 
war, zeigt auch unser grösseres Fragment durchgängig. Der Blattumriss war i. A. von Germar charak- 
teristischer angegeben, und widerlegt das neu gefundene Exemplar die im 9. Bande der Palaeontogr. pag. 58 
von uns aufgestellte Ansicht, der zufolge die Fieder fast 3mal so lang, als breit sein soll. Es zeigt sich 
vielmehr jetzt, dass die Fiedern bei 70 Millim. Länge 40 Millim. Breite haben, und dass die Bd. J, Taf. 14, 


Palaeontographica. XII. 5. 33 


— 246 — 


Fig. 6 gegebene Abbildung ein der Länge nach zerrissenes Fiederstück giebt. Ueberhaupt stellt sich durch 
Vergleichung unserer neuen Exemplare mit den Originalen Germar’s die Identität beider immer unzweifel- 
hafter heraus. Durch die nicht so sehr überwiegende Länge der Fiedern und durch die Rechtwinkligkeit 
des Ansatzes nähert sich unser Pterophyllum in gewissem Grade dem Pterophyllum minus Brong. (vergl. 
Bronn, Lethaea, Taf. 13, Fig. 4.) 

In der Nähe des Rhachisansatzes verschmälern sich die Blätter etwas, so dass sie, obwohl ihre 
Ansätze sich berühren, im ferneren Verlaufe um einige Millimeter von einander entfernt bleiben. 

Auf einigen Fiedern kommen schwache Eindrücke von elliptischer Form vor, von denen wir mehrere 
auf der Abbildung andeuteten. Wir wissen dieselben nicht zu erklären, halten es aber nicht für unwahr- 
scheinlich, dass die rundlichen Figuren in Band 9, Taf. 1, Fig. 7 a. sich ihnen anschliessen. — 

Die ferneren in Bd. 9,.pag. 53 genannten Arten sind, gleich den angeblichen Gramineen, bereits erledigt. 


D. Sonstige Pflanzenreste. 


Von der Pai. Bd. 9, pag. 59 erwähnten Holzart mit deutlichen Jahresringen sind noch mehrere 
Stücke ebenfalls im tieferen Theile des Steinbruchs gefunden, von denen das grösste etwa 1 Meter lang 
und 0,3 Meter stark ist. Es gleicht im Habitus den Coniferenhölzern. Von der zweiten Holzart, der 
?Rinde u. s. w. ist neuerdings nichts entdeckt. 


Fassen wir nach dieser vollständigen Aufzählung aller uns bekannt gewordenen Seinstedter Pflanzen 
dieselben nochmals im Grossen und Ganzen und in Bezug auf sonstige fossile Pflanzen in’s Auge, so zeigt 
sich auf’s Neue 

erstens die grosse Aehnlichkeit der Seinstedter Flora mit der fränkischen und schwedischen Flora 
der rhätischen Stufe (die Calamiten, Clathropteris plattyphylla, Taeniopteris vittata, Cyatheites asterocarpoides 
sind als sicher identisch anzusehen), 

zweitens die ebenfalls nahe Verwandtschaft mit den Pflanzen des Halberstädter unteren Lias. 

Als ganz sicher übereinstimmende Arten sind 

Clathropteris platyphylla, 

Pterophyllum maximum und 

Nilssonia elongata 
anzusehen, zu denen sich mit grösster Wahrscheinlichkeit 

Taeniopteris vittata, und vielleicht auch noch 

ÖOdontopteris cycadea 
gesellen. Ganz nahe verwandt sind ferner Taeniopteris tenuinervis der T.? vittata (bei Germar) von Hal- 
berstadt, und Camptopteris exilis der C. Nilsoni von ebenda. Der Charakter der Flora ist ein äusserst ähn- 
licher, und kommen heterogene Formen eigentlich gar nicht vor; denn dass in Palaeontogr. Bd. 1, Taf. 15, 
Fig. 2. 3 auch Calamitenstücke von Halberstadt vorliegen, dürfte kaum einem Zweifel unterliegen. 

Wir kommen also wieder zu dem Resultate, dass die Flora der rhätischen Stufe sich der des un- 
tersten Lias aufs engste anschliesst, während sie sich von der des Keupers (aus dem, wie oben und auch 
schon früheı bereits gesagt, keine Art in sie übergeht) weit schärfer sondert; ein Resultat, das übrigens 
selbst von vielen Forschern anerkannt wird, die auf der Zugehörigkeit der rhätischen Stufe zur Trias bestehen. 


Nachtrag 


zu der 


Stratigraphie und Paläontographie des südöstlichen Theiles 
der Hilsmulde. 


Von 


Dr. D. Brauns. 


Nach Veröffentlichung der genannten.Schrift (Band 13 der Palaeontographica, pag. 75 f£.) hat sich 
die am Schlusse der tabellarischen Uebersicht ausgesprochene Vermuthung, dass sich für einzelne Petre- 
facten bei einer Fortsetzung der Untersuchung noch eine grössere verticale Verbreitung herausstellen würde, 
mehrfach bestätigt. Theils um diese Verhältnisse zu berücksichtigen, theils um die noch ferner gefundenen 
Versteinerungen unserer Uebersicht der organischen Ueberreste einzuverleiben, welche in dem Gebiete der 
Hilsmulde bei den 1861—1865 vorgenommenen Bahnbauten zu Tage gefördert wurden, fügen wir unserer 
Arbeit den gegenwärtigen Anhang hinzu. Wir werden in demselben der Reihe nach diejenigen Schichten 
namhaft machen, aus deren Bereiche noch fernere Mittheilungen zu machen sind. 


I. Unterer Lias. 


In dem Einschnitte bei Vorwohle sind aus derZonedesAmmonites angulatusSchloth. zu den 
in der Stratigr. und Pal. der Hilsmulde pag. 11 (Palaeontogr. Bd. 13, pag. 85) aufgeführten Mollusken (Nau- 
tilus striatus Sow., Ammonites angulatus Schloth., Pleurotomaria anglica Sow., Cardinia Listeri Sow., Lima 
gigantea Sow.) noch drei Conchiferen hinzugetreten, durch welche die Zahl der in dieser Zone daselbst gefun- 
denen Petrefacten auf 8 steigt. 


Unicardium cardioides Bean (Corbula). 


Phill. Geol. of Yorksh. pl. XIV., fig. 12. 
Oppel, Jura, $. 14, 82. 


Palaeontographica, XIII, 6. 34 


— 1248 — 


v. Seebach, hannov. Jura, p. 79. 
Quenstedt, Jura, pag. 45, t. 3, fig. 21. 
Zieten, t. 63, fig. 5. 

Quenstedt spricht a. a. O. die Vermuthung aus, dass Dunker’s Cyclas rugosa, Pal. I., pag. 58, t. 6, 
fig. 15 und 15 identisch sei.*) Wir halten dies ebenfalls für höchst wahrscheinlich, indem zwar die Abbil- 
dungen von Zieten und Phillips einerseits und die von Dunker andererseits ein etwas verschiedenes Ver- 
hältniss der Höhe zur Länge zeigen, aber diese Verschiedenheit doch keinen erheblichen Grad erreicht und 
zugleich die Vorwohler Exemplare nebst der Quenstedt’schen Abbildung sich zwischen die zwei Formen 
stellen. So verhält sich die Länge zur Höhe bei Phillips wie 1 : 1,33, bei Zieten wie 1 : 1,3, bei Dunker 
wie 1 : 1,17, bei Quenstedt und den Vorwohler Exemplaren wie 1: 1,21. Was die mehr oder weniger 
mediane Stellung der Buckeln betrifft, so weichen schon die Vorwohler Exemplare bei sonstiger vollkomme- 
ner Uebereinstimmung unter sich etwas ab, und vermitteln das Verhalten der Quenstedt’schen Abbildung 
mit dem abweichenden der übrigen. (Bei einem Exemplare verhielt sich die Länge von der Mitte der 
Buckeln bis zum Vorderende zu der Länge von der Buckelmitte zum Hinterende etwa wie 8 : 9, also wie 
bei Quenstedt, bei 2 anderen etwa wie 3:5, was den übrigen Abbildungen gleichkommt.) Die absolute 
Grösse der mit Ammonites angulatus Schloth. zerstreut, jedoch verhältnissmässig sehr selten, bei Vorwohle 
vorgekommenen Muscheln, für deren gütige Mittheilung wir Herrn Senator Römer in Hildesheim zu beson- 
derem Danke verpflichtet sind, ist nicht sehr bedeutend; bei 84 Millim. Länge fanden wir 28 Millim. Höhe 
und 24 Millim. Dieke. Die Merkmale finden sich in der Beschreibung Dunker’s sämmtlich; derselbe bildet 
auch das Schloss ab, das wir nicht zu sehen bekamen. 


Amphidesma ellipticum Dunker u. Koch. 
Taf. XXXVII, Fig. 20, 21 u. 22. 
Dunker u. Koch, Beitr. z. Kenntn. d. nordd. Oolithgebildes, pag. 19, t. I, Fig. 3. 

Die von uns a. a. OÖ. abgebildete Muschel weicht, wie auch die Vergleichung der Abbildungen er- 
giebt, von den unter obigem Namen aus Exten bei Rinteln durch Dunker bekannt gewordenen Exemplaren 
in einigen Punkten etwas ab, doch ist die specifische Identität durch den Ausspruch des Herrn Professor 
Dunker selbst verbürst. 

Die Vorwohler Muscheln dieser Art, ebenfalls selten und nicht erheblich grösser als Dunker’s Abbi!- 
dung (das grösste Exemplar hatte bei 34 Millim. Länge 25 Millim. Höhe und 14 Millim. Dicke), haben eine 
noch voller gerundete Contur, namentlich an der Vorderseite, und demzufolge einen noch regelmässiger 
ovalen Umriss, als jene Figur; die Höhe ist verhältnissmässig etwas grösser, als bei den Extener Stücken, 
wo sie wie 65 : 100 — bei den Vorwohler wie 73: 100 — sich verhält; die Buckeln liegen noch mehr der 
Mitte zu. Beim grössten Exemplare messen wir von der Mitte der Umbonen bis vorn 15'/,, von da bis 
hinten 13’, Millim., bei einem kleineren 11',, resp. 12"), Millim. — Klaffende Schalen fanden wir nicht, 
dagegen mehrere von verhältnissmässig geringer Dicke. Ein bemerkenswerthes Kennzeichen ist das gänz- 
liche Fehlen einer eingedrückten Area, so dass anzunehmen ist, das Band sei nur ein inneres gewesen. Die 
Lunula ist klein, aber tief, und herzförmig. Die grösste Dicke liegt etwas vor den Buckeln und beinahe in 


*) Ueber diese und einige andere von mir a. a. O. beschriebene Mollusken des unteren Lias behalte ich ınir 
ausführlichere Erörterungen vor. Dunker. 


—_ 249 — 


der Mitte der Höhe (nur wenig über derselben). — Das Schloss ist uns nur unvollständig bekannt, und 
zwar nur vom vorderen Theile der rechten Klappe. Daselbst zeigt sich ein vorderer Seitenzahn, neben 
dem keine Grube zu sehen ist (ein Verhalten, das an das Genus Cardinia erinnert), und ein obsoleter 
Hauptzahn. 

Obgleich hiernach das Material für diese Species durch die Vorwohler Funde nicht unerheblich ver- 
mehrt ist, so ist doch unsere Kenntniss derselben immer noch lückenhaft, weshalb auch die Genusbestim- 
mung wohl noch keine absolut sichere genannt werden kann. 


Ostrea sublamellosa Dunker. 
Palaeontogr. I., pag. 41, t. 6, Fig. 27— 30. 
Oppel, Jura, $. 14, 113. 
v. Seebach, hannov. Jura, pag. 76. 
Nur zwei Exemplare, mit der Fläche der Unterschale auf ein Exemplar des Ammonites angulatus 
Schloth. var. Moreanus d’Orb. festgewachsen. — 


Aus der Arietenzone desselben Einschnittes bilden wir nachträglich den mit Ammonites Sau- 


-zeanus d’Orb. (im obersten Theile des Einschnittes) aufgefundenen 


Ammonites striaries Quenst. 
auf Tafel NXXVIL, Fig. 17—19, ab, da Quenstedt (Jura, t. 8, Fig. 5) die Loben nicht darstellt. Auftallend ist 
die fast völlige Uebereinstimmung derselben mit denen von Ammonites Sauzeanus d’Orb. (nach unseren aus 
Vorwohle herrührenden Exemplaren). 


II. Mittlerer Lias. 


Aus den Amaltheenthonen haben wir neben den 11 früher beschriebenen Arten allein den 


Ammonites fimbriatus Sow. (Min. Conch. pl. 164) 
zu erwähnen, der von uns (Stratigr. p. pag. 28, Palaeontogr. Bd. 13, p. 102) bereits aus den Posidonien- 
schiefern namhaft gemacht wurde. Er ist in letzteren ebensowohl, als in den Amaltheenthonen, sehr selten 
(in letzteren nur in Bruchstücken) vorgekommen. (Hilscamp bei Wenzen.) 


III. Toarcien oder Faleciferenschichten. 


Zu den in der Zone der Posidonomya Bronnii, Voltz, gefundenen Versteinerungen kom- 
men ein Ammonit und zwei Schnecken hinzu. 
Amonites crassus Phillips. 
Phill. Geol. of Yorkshire, pl. XIL, Fig. 15. 
Quenst. Cephalop. t. 13, Fig. 10. 


Oppel $. 52, 52. En 


— 2350 — 


— A. Raquinianus d’Orb. Pal. fr. terr. jur. t. 106 
und Chapuis & Dewalque, Deser. des fossiles des terr. second.”de la province de 
Luxembourg, in den M6moires couronnes publ. p. l’acad. royale etc. de Bel- 
gique, tome 25, Bruxelles 1854, pag. 52, pl. 7, Fig. 1. 
(non A."erassus Goldfuss, non Alberti.) 


Ein gut erhaltenes sehr charakteristisches Exemplar im Wenzer Hilscampe (untere Schichten der Zone). 


Natica pulla Römer. 
Römer, O0l.-Geb. t. 20, Fig. 15, pag. 46 des Anhanges. 


In grösserer Menge in einigen Stücken des bituminösen Kalkes der Schieferzone (im mittleren 
Theile derselben) ebenda. 


Turbo cyclostoma Benz. 
Zieten t. 33, Fig. 4. 
Goldfuss t. 193, Fig. 7. 
Oppel $. 25, 45. 


Ein kleines, aber gut erhaltenes Exemplar mit vorigen. — 


Die nächstfolgende Zone der versteinerungsleeren Mergel (nach unserer früheren Benen- 
nung) hat, allerdings sehr vereinzelt, doch Petrefacten geliefert. Am meisten vertreten war unter denselben 


Belemnites irregularıs Schloth. 
(s. Stratigr. etc. pag. 23 u. 30, Palaeont. Bd. 13, pag. 102 u. 104), 


der bereits aus den beiden angrenzenden Schichten bekannt war, ebenso wie 


Ammonites radians Rein. 


(s. Stratigr. ete. pag. 29 u. 32, Pal. Bd. 13, p. 105 u. 106), 
den wir aber mit Sicherheit nur einmal dort constatirten. 


Ammonites Germaini d’Orb. (Pal. fr. t. 101.) , 


Das von U. Schlönbach, Beiträge zur Paläontologie der Jura- und Kreide-Formation im nordwest- 
lichen Deutschland, I. Stück, pag. 22, angeführte Fragment desselben Ammoniten, den wir (Stratigr. ete. 


pag. 31, Palaeont. Bd. 13, pag. 105) als Ammonites interruptus Schloth. (non Bruguiere) aufzählten, stammt 


ohne Zweifel aus der Zone der leeren Mergel bei Wenzen. Ob dies mit demjenigen Stücke der Fall ist, 


das uns zur Beschreibung vorlag und das sich durch einen abgerundet-vierseitigen, etwas comprimirten 
Querschnitt von dem Schlönbach’schen Exemplare unterscheidet, übrigens sicher derselben Art angehört, 


vermögen wir nicht mit Bestimmtheit anzugeben. Den uns gemachten Angaben gemäss und dem Ansehen 


nach kann dasselbe auch aus den untersten Schichten der Zone der Trigonia Navis Lamk. stammen; wir 
beschränken uns vorläufig darauf, die Species als den leeren Mergeln angehörig zu bezeichnen. 


— 3 — 


Was die Nomenclatur anlangt, so halten wir es für gerathener, zu der von Seebach (hannov. Jura, 
pag. 138) und Schlönbach (a. a. 0.) angenommenen Bezeichnung überzugehen, da die Berechtigung des 
Schlotheim’schen Namens mehrfach bezweifelt wird. 

Dass das Vorkommen bei Wenzen mit dem in den Zwerglöchern bei Hildesheim grosse Aehnlichkeit 
hat, zeigt sich an dem zweiten uns bekannt gewordenen Exemplare, welches Schlönbach vorlag, sehr auf- 
fallend; dieser Umstand ist auch von letztgenanntem Autor bereits hervorgehoben. 


Die Zone der Triggonia Navis Lamk. (untere Zone des Ammonites opalinus Rein.) lieferte 

zuvörderst den 
Ammonites Beyrichii Schlönbach. 
U. Schlönbach, Beiträge etc., pag. 24, t. 27 (2), Fig. 4, 5 (Bd. 13 der Palaeontogr.). 

Eine Hauptfundstelle dieses schon früher bei Greene und im Wenzer Rökengraben, doch meist frag- 
mentär, gefundenen Ammoniten war der in Stratigr. ete. pag. 41 (Pal. Bd. 15, p. 115) erwähnte Aufschluss- 
punkt Mainzholzen, von wo U. Schlönbach einen grossen Theil des von ihm beschriebenen Materials be- 
zogen hat. Die früher nicht mit Sicherheit bestimmten Stücke finden sich ziemlich durch die ganze Zone 
der Trigonia Navis Lamk., häufiger aber in dem unteren Theile derselben. Dort überwiegt die Zahl der 
Individuen des Ammonites Beyrichii anfänglich bei weitem die des Ammonites opalinus, ein Verhältniss, welches 
sich sehr bald umkehrt. Schon unterhalb der in Stratigr. ete. pag. 15, Palaeont. Bd. 13, pag. 89 erwähnten 
petrefactenarmen Schicht mit Ammonites Aalensis Ziet. (welche wir für einen naturgemässeren Abschluss der 
Schichtengruppe der Trigonia Navis Lamk. halten, als die von Seebach, hann. Jura p. 51, und Schlönbach, 
Beiträge p. 25, dafür angesehene Nagelkalkbank) hört Ammonites Beyrichii allmälig auf, während A. opa- 
linus sich mit Sicherheit bis in und über jene Uebergangsschicht verfolgen lässt. 


Ammonites affınis v. Seebach. 
Taf. XXXVII, Fig. 9. 

Seebach, hannov. Jura, pag. 143, t. S, fig. 4. 

Brauns, Stratigr. u. Pal. & Hilsmulde t. 5, (25) fig. 1—4. (Palaeont. Bd. 13.) 

U. Schlönbach, Beiträge z. Pal. d. Jura- u. Kreide Form. t. 28 (3) fig. 1 (desgl.) 
Das von uns 1. c. fig. 4 abgebildete Ohr ist von Schlönbach angezweifelt, neuerdings jedoch aner- 

kannt; es befindet sich an einem völlig unverdrückten Exemplare, dessen Wohnkammer — ?/; Umgang ist. 

Die von Schlönbach bereits gezeichnete Lobenlinie bilden wir nach einem neu erhaltenen Wenzer 


kxemplare fig. 23 nochmals ab, indem die Hilfsloben an diesem deutlicher zu sehen sind als dies bei Schlön- 
bach (a. a. O. fig. I d.) der Fall ist. 


Ammonites hircinus Schloth. 
s. Stratigr. u. Pal. d. Hilsmulde p. 31, Pal. Bd. 13, pag. 105, 
Dazu Ammonites hircicornis U. Schlönb. Beitr. ete. pag. 23 t. 27 @)fie. 3. 


Das vou Schlönbach beschriebene und abgebildete Exemplar von Mainzholzen zeigt vermöge seiner 
eigenthümlichen Erhaltung, dass die seitlichen lamellösen Ansätze, welche wir a. a. O. pag. 32 (106) er- 


_- 22 — 


wähnten, auf dem Rücken höher werden und spitzwinklig nach vorn zusammentreten. Jedoch thun die 
Exemplare von Greene auf’s deutlichste dar, dass dieses Merkmal sich bei schlechterer Erhaltung nothwendiger 
Weise verwischt, und dass alsdann unsere Ammoniten den von Zieten und Quenstedt abgebildeten vollkommen 
gleichen; es dürfte desshalb kein Grund vorliegen, die norddeutschen Exemplare von jenen specifisch zu trennen. 


Nautilus Toarcensis d’Orb. 
d’Orbigny Prodr. Et. 9, 23. Oppel $. 32, 13. Nautilus jurensis Quenst. Jura, p. 284, t. 41, f. 1. 
Stratigr. ete. pag. 47, Pal. Bd. 13, p. 121, wo diese Art aus der nächsthöheren Zone beschrieben ist. 
Das eine uns aus der Zone der Trigonia Navis Lamk bekannt gewordene durch Herrn Dr. Schlönbach 
gütigst mitgetheilte Exemplar hat zwar einen auffallend niedrigen Windungsquerschnitt, wird jedoch darin 
von einem grossen Fragmente von Wenzen aus der höheren Schicht nahezu erreicht und stimmt, was Nabel, 
Oberfläche, Lage des Sipho betrifit, gänzlich überein. 


Oerithium subeurvicostatum d’Orb. 
d’Orbigny Prodr. I, p. 252 

— Fusus curvieostatus Deslongchamps (Memoires sur les genres Turritelle, Ranelle et Fuseau, 
ete.. im Tten Bande der M6moires de la societe Linndenne de Normandie, pag. 154, 
pl. X, fig. 32, 33), non Deshayes. 

non Cerithium subeurvicostatum Chapuis und Dewalque (Descr. des fossiles des terr. sec. de la 
prov. Luxembourg; in den M&moires couronnes der Acad. royale de Belgique, tome 25, 
1854, pag. 107, und pl. XIII, fig. 6 a.) 

Bei Greene fand sich ein kleines, aber fast vollständig erhaltenes, mit charakteristischer Sculptur 
versehenes Exemplar. Die von Deslongehamps beschriebene und abgebildete Schnecke stammt eben- 
falls aus dem Toarcien; dagegen die von Chapuis und Dewalque dargestellte aus dem Liasien (Macigno 
d’Aubange). 

Dieselbe ist, wie eine Vergleichung der Beschreibungen und auch der Abbildungen ergiebt, verschieden 
von der ersteren, hat einen etwas spitzeren Kegel und zahlreichere, weniger stark gebogene Längsrippen. 
Vgl. auch bei Chapuis und Dewalque pl. XII, fig. 6b, wo neben der Species des Luxemburger Lias die 
letzte Windung der Deslongchamps’schen Art vergrössert wieder abgebildet ist. Die nämlichen Unter- 
schiede zeigt unser Exemplar von der Art Chapuis und Dewalque’'s. Es hat zugleich ein wohlerhaltenes 
Embryonalende von stumpfkegliger Form mit 2"/,glatten Windungen, auf welche 1 Windung mit krummen 
Längsrippen folgt, welche etwas gedrängt stehen und bei denen die Querstreifung noch nicht vorhanden ist ; 
erst gegen Ende dieses Umganges stellt sich die Sceulptur so ein, wie sie auf den späteren Windungen bleibt. 
Im Ganzen hat unser Exemplar 7 Windungen auf 6'/, Millim. Länge, und erreicht eine Dicke von 3 Millim. 

Terebratula (Waldheimia) I,ycetti Davidson, Monogr. IH, pl. 7, Fig. 17—22. 

Die von Oppel (pag. 263) aus dem oberen Lias erwähnte Art ist von U. Schlönbach mit Sicherheit 
bei Wenzen und Mainzholzen in der Zone der Trigonia Navis vorgefunden. — Derselbe besitzt aus dem 
Wenzer Rökengraben auch eine Klappe von einer Lingula, welche der Lingula Beanji Phill. (pl. XI, F. 24) 


anzugehören scheint und 25 Millim. Länge bei 14 Millim. Breite hat. Wir begnügen uns, dieselbe hier 
beiläufig zu erwähnen. 


—_— 253 — 


Rhynchonella eynocephala Richard. 
Davidson, Monogr. pl. 14, Fig. 10—12 und pag. 77. 
Oppel, $. 53, 238. 

v. Seebach, hann. Jura, pag. 90. 

Die Artbestimmung der von U. Schlönbach und v. Seebach bei Wenzen gefundenen, neuerdings uns 
auch von Mainzholzen bekannt gewordenen Rhynchonella unterliegt nach den Abbildungen Davidson’s kei- 
nem Zweifel, und können wir uns hinsichtlich der Rechtfertigung der Art und der Abgrenzung gegen 
Rhynchonella bidens Phill. (obgleich dieselbe von Bronn, Ind. pal’ p. 1251. nicht anerkannt wird) auf den- 
selben Autor berufen. 


Die vierte Zone des Toareien, die Zone der Pleuromya exarata, lieferte, da noch längere 
Zeit in derselben gearbeitet ist, eine grössere Zahl neuer Species. 


Belemnites brevis Blainv. 
Oppel 8. 53, 1 etc. Vgl. Stratigr. und Pal d. Hilsmulde, p. 30, Pal. Bd. 13, p. 104. 
Aus der vorigen Zone bereits bekannt, seitdem aber erheblich höher gefunden (s. folgende Zone). 


Belemnites giganteus Schloth. 
Wurde nachträglich in den obersten Schichten des Toareien constatirt (s. bei Folgendem). 


Ammonites Sowerbyi Mill., Sow. Min. Conch. pl. 213. etc. 
Taf. NXXVII, Fig. 1—6. 
Dazu Ammonites pinguıs Römer. Ool., Geb. pag. 180. t. XII, fig. 3. 

Bereits in der Stratigraphie etc. der Hilsmulde, pag. 48 f. (Pal. Bd. 13, pag. 122 f.), wurde dieser 
Aınmonit aufgeführt und zugleich die Vermuthung ausgesprochen, dass Römer’s Ammonites pinguis mit dem- 
selben zu vereinigen sei. Zahlreichere Stücke lassen jetzt nicht nur die verschiedenen Alterszustände, son- 
dern auch mehrere Varietäten erkennen und liefern namentlich den Beweis, dass jene Vermuthung richtig 
war. Wir bilden eine der verschiedenen Formen zunächst in Figur I—3 ab; dieselbe steht der Abbildung 
in Quenstedt’s Jura, t. 50, Fig. Il nahe, zeigt aber manches Eigenthümliche und hat (Fig. 3) sehr charak- 
teristische, wohl ausgebildete Loben. Die von d’Orbigny und Sowerby dargestellte Querschnittsform fehlte 
unter den uns vorliegenden Exemplaren auch nicht; eine derartige giebt Fig. 4. Fig. 5 und 6 stellen 
Jugendzustände dar; Fig. 5 ist dadurch ausgezeichnet, dass nur eine Streifung, ohne hervortretende Rippen 
oder Buckeln, vorhanden ist (das grösste derartige Fragment lässt auf etwa 30 Millim. Durchmesser 
schliessen); Fig. 6 steht der Römer’schen Abbildung sehr nahe und lässt bei stärkerer Rippung einzelne 
Knoten erkennen. Ein von Herrn Senator Römer mitgetheiltes Originalexemplar von ungefähr derselben 
Grösse unterscheidet sich nur durch eine grössere Anzahl von Buckeln an den Seiten des vorletzten Umgan- 
ges, so dass unsere Fig. 6 zwischen letzterem und der Fig. 5 auf t. XII. des „Oolithen-Gebirges“ fast die 
Mitte hält. — Der Kiel, die Lobirung, dıe sämmtlichen Verhältnisse der einzelnen Theile zu einander kenn- 
zeichnen diese, durch allerlei Uebergänge verbundenen Varietäten als specifisch zusammengehörig. 

Die Verschiedenheiten beschränken sich auf den Umriss des Querschnittes, der aber im Allgemeinen 
mit dem Alter hochmündiger wird, in der stärkeren oder schwächeren Rippung und in der mehr oder weniger 
hervortretenden oder selbst fehlenden Tendenz, Buckeln oder Stacheln zu bilden. 


— 254 — 


Im Allgemeinen sind diese auf den mittleren Windungen am constantesten; in der Jugend sehr 
variabel, verschwinden sie auch an den grössten Stücken meist wieder. Doch waren sie hie und da noch 
bei 60 Millimeter Durchmesser ausgeprägt vorhanden. Die absolute Grösse ist noch bedeutender, als wir 
(Stratigr. u. Pal. p. 49 ete.) angaben. Wir besitzen ein Windungsstück von 43 Millim. Breite und 80 Millim. 
Höhe, das auf 180 Millim. Durchmesser schliessen lässt und noch keinen Theil der Wohnkammer enthält. 

Ammonites Sowerbyi bleibt übrigens auch unseren jetzigen Erfahrungen nach auf die Schichten dicht 
unter der oberen Grenze des Toarcien beschränkt (der einzige Fundort ist nach wie vor der Stemanger 
oberhalb Wenzen). Derselben Region ist die Gervillia acuta Sow. eigenthümlich, sowie auch der Belemnites 
giganteus Schloth. nicht tiefer hinabsteigt, Da jedoch die meisten der häufigeren Petrefacten der Zone der 
Pleuromya exarata (diese selbst, Ammonites opalinus Rein., Pholadomya transversa v. Seeb., Gresslya abducta 
Phill., die Leda- und Nucula-Arten, ferner Cucullaea cancellata Phill. und Inoceramus polyplocus F. Römer) 
in die Region des Ammonites Sowerbyi Mill. ohne merkliche Abnahme ihrer Häufigkeit sich erstrecken, anderer- 
seits auch die petrographische Beschaffenheit der eisenschüssigen Thone sich in ihr nicht ändert, so ziehen 
wir es vor, diese Region nicht als eine gesonderte Zone aufzustellen. 


Uerithium variculosum Eudes Deslongchamps (Fusus) 
Eudes Deslongchamps, Memoires sur les genres Turritelle etc. in den M&m. de la soc. 
Linneenne de Normandie, Bd. 7, pag. 157, pl. X., Fig. 40, 41. 
Nieht ganz selten im Wenzer Steinanger, mehr in der oberen Hälfte der Zone der Pleuromya 
exarata. 
Cerithium vetustum Phill. 
Einzeln ebenda. (Vgl. dessen sonstiges Vorkommen Stratigr. ete. pag. 38 und 63, Pal. Bd. 13. 
p- 112 und 137.) 
Turbo elaboratus Bean. 
Morris und Lycett, Great Oolite pag. 64, p. L., pl. IX., Fig. 27 und pl. XV., Fig. 2. 


Ein 7 Millim. langes, 5 Millim. breites, fast vollständiges Exemplar fanden wir ebenda. 


Actaeonina varıabılıs Brauns. 
Stratigr. u. Pal. d. Hilsmulde, p. 37, t. 5, Fig. 15, Pal. Bd. 13, p, 111, t. 25, Fig. 13. 


Einige Male ebenda angetroffen. 


Pholadomya Greenensis n. sp. 
Taf. XXXVL, Fig. 14—16. 
— Ph. decorata (Goldfuss) v. Seebach, hannov. Jura, p. 127, 
sowie Ph. decorata Goldfuss, Bd. II., pag. 266 z. Th. und ? t. 155, Fig. 3. 
non Ph. decorata Zieten (vgl. Stratigr. ete. pag. 26, Palaeontogr. Bd. 15, p. 100). 
Testa tenuissima, ventrosa, subtrigona, antice subtruncata, marginem posticum rotundatum versus attenuato 
producta, costis radiantibus decem vel undecim rugisque concentricis instructa. Costae anticae 
et posticae obsoletae, ceterae crassiores paena regulares. Umbones prominentes contigui. Area 


—_ 25 — 


ceristis duabus sublamellosis prope marginem cardinalem sitis et posticam testae partem versus 
paullum divergentibus circumdata. 
EHE Elan: all 228, 
Die von v. Seebach als mit der Goldfuss’schen Abbildung übereinstimmend angesehene, von uns 
(a. a. O.) irrthümlich für eine Varietät der Pholadomya Murchisoni Sow. gehaltene Pholadomya liegt uns 
aus der obersten Zone des Toarcien in einigen schlecht erhaltenen Exemplaren von Wenzen und in einem 
besseren von Greene vor, welches wir, da eine die Charaktere vollständig ausdrückende Abbildung jedenfalls 
nicht vorliegt, in seitlicher, oberer und vorderer Ansicht abgebildet haben. Die Rippen sind etwas 
gedrängter und stärker, als bei Pholadomya Murchisoni Sow., der Umriss i. A. etwas weniger rundlich. 
Der Hauptunterschied aber liegt in zwei von den Buckeln neben der Area nach hinten und etwas schräg 
nach aussen verlaufenden scharfkantigen, fast lamellösen Leisten (s. Fig. 15). ° 
Da der Name v. Seebach’s, welcher die Art zuerst richtig aufgefasst hat, der dem mittleren Lias 
angehörenden und von unserer Ph. Greenensis verschiedenen (namentlich auch mit den Leisten hin- 
ter den Buckeln nicht versehenen) süddeutschen Art Zieten’s mit Recht zukommen dürfte, so hatten wir die 
der obersten Zone des Toarcien ausschliesslich angehörende Art neu zu benennen. — 


Unicardium depressum Phillips (Corbula). 
Phill. Geol. of Yorksh. pl. IX, Fig. 16. 
Morris und Lycett Gr. Oolite, p. U, pl. XIV, Figur 10. 
Oppel $. 53, 157. 
Mehrere Male im Wenzer Steinanger gefunden. 


Trigonia striata Sow. 
Sowerby, Min. Conch. pl. 237, Fig. 1, 2. 
Phill. Geol. of Yorksh. pl. XI, Fig. 38. 
Oppel $. 53, 149. 
Selten ebendort, meist in den höheren Schichten. 


Pecten pumilus Lamk. 
Die von uns schon aus der Zone der Trigonia Navis genannte, an anderen Orten längst auch aus der 
höheren Zone bekannte Muschel fand sich nur vereinzelt im Wenzer Steinanger mit Pleuromya exarata u. s. w. 


Pecten lens Sow. 
Sow., Min. Conch. pl. 205, Fig. 23; Goldfuss, t. 91, Fig. 3; v. Seebach, hannov. Jura, pag. 99. (an pars?) 
Die Sowerby’sche Species stammt aus dem Forest-marble bei Oxford, die Münster’schen Exem- 
plare aus dem süddeutschen Unteroolith, wesshalb die Beibehaltung des Sowerby’schen Namens für unser 
aus den oberen Grenäschichten des Toarcien des Steimangers herrührendes und mit der Goldfuss’schen Ab- 
bildung aufs Vollständigste übereinstimmendes Exemplar gewiss keiner Rechtfertigung bedarf. 


Serpula Solarium Römer. 
Römer, Ool.-Geb. t. 20, Fig. 18. 
Ebenfalls nur einzeln in den obersten Schichten des W enzer Steinangers. 


Palaeontographica, XIII, 6. 35 


— 2356 — 
IV. Unteroolith. 


Die Coronatenzone lieferte, zumeist aus der Gegend des südlichen Hilsrandes bei Wenzen und 
Mainzholzen, noch mehrere interessante Neuigkeiten. 


Belemnites brevis Blainv. 
Vgl. Stratigr. u. Pal. d. Hilsmulde, p. 30, Pal. Bd. 13, p. 104 und oben die Zone der 
Pleuromya exarata. 

Unter den bei Esbeck (mit Belemnites giganteus Schloth., B. canalieulatus Schloth., Ammonites 
Humphriesianus Sow., A. Gervillei Sow., Gressiya abducta Phill., Leda aequilatera Dkr u. Koch ete.) und 
bei Wenzen aus den Coronatenschichten gesammelten Belemniten befinden sich mehrere Exemplare, 
welche unzweifelhaft der oben genannten Art angehören. Wie der Vergleich mit einem Originalexemplare 
aus München zeigt, sind diese Belemniten nicht zu Belemnites Gingensis Oppel zu stellen. 


Ammonites deltafalcatus Quenst. 
Taf. XXXVI, Fig. 7—9. 
Quenstedt, Jura, pag. 394, t. 53, Fig. 7, 8. 

In einem bei Mainzholzen (Ausschachtung oberhalb der Bahn und oberhalb der Fundstelle des 
Ammonites Beyrichii U. Schlönb.) fanden sich (mit Ammonites Gervillei Sow., A. Blagdeni Sow., A. Hum- 
phriesianus Sow., den beiden Belemniten der Coronatenzone, der Gresslya abducta Phill., Modiola cuneata 
Sow. und dem unten zu erwähnenden Cidarites spinulosus Röm.) mehrere Ammoniten, welche bei einer 
genauen Vergleichung sich als vollständig übereinstimmend mit einem Abgusse des Quenstedt’schen Originals 
erwiesen. Wir bilden ein charakteristisches Exemplar mit Lobenlinie ab und bemerken, dass der eigen- 
thümliche Querschnitt sich fast constant wiederholt, wie er auch dem Quenstedt’schen Exemplare eigen ist. 
Der A. deltafaleatus steht dem A. Sowerbyi i. A. sehr nahe, unterscheidet sich aber neben censtanten klei- 
nen Abweichungen der Lobirung (weiteren Hauptseitenlobus u. s. w.) durch die eigenthümliche Beschaffen- 
heit des Kiels, der zwischen zwei — stärkeren oder schwächeren — Furchen steht und so, obwohl sehr 
stark markirt, doch wenig über den Rücken vorragt, durch geringere Scheibenzunahme und weiteren Nabel 
und durch viel regelmässigere, durchschnittlich etwas stärkere Rippung. Die Rippen sind selten dichotom, 
meist gleichmässig und einfach. Meist sind sie im unteren Theile schwach nach rückwärts gekrümmt (also 
S-förmig), wie bei Quenstedt, seltener unten ziemlich gerade und nur nach dem Rücken zu sichelförmig, wie 
in unserer Abbildung. Ein Glattwerden der äusseren Windungen, wie es bei Quenstedt’s Exemplare vor- 
kommt, haben wir übrigens unter den Mainzholzer Exemplaren nur einmal annähernd bemerkt; doch besitzen 
wir auch nur ein Fragment, welches einem Ammoniten von der Grösse des im Jura 1. ec. Abgebildeten änge- 
hört hat; sowie wir auch nur einmal, und zwar gerade an dem 36 Millim. Dm. haltenden Exemplare mit 
flachrippigem Aussenende, ein Stück der Wohnkammer bemerkten, welches aber auch nicht viel mehr als 
!/; Umgang einnimmt. 

Ammonites Romani Oppel. 
Taf. XXXVII, Fig. 10—12. 
Oppel, Jura, $. 53, 23, pag. 370. 

Bei Wenzen und Eimen, sowie auch bei Bruchhof, fanden sich nicht selten Stücke von Ammoniten, 

welche deutlich als der Gruppe der Faleiferen angehörig erkennbar, allein meist so fest in Geoden einge- 


— 27 — 


backen waren, dass eine Isolirung sich nicht erzielen liess. Nur wenige Male glückte es schliesslich, der- 
gleichen Ammoniten frei zu erhalten. Wir bilden einen derselben in der Seitenansicht Fig. 10 ab, wobei 
jedoch das Ohr von einem anderen etwas kleineren Exemplare entlehnt ist, den Querschnitt desselben 
Ammoniten Fig. 11 und die Loben eines etwas grösseren Fragmentes Fig. 12. Letzteres lässt erkennen, 
dass unser Ammonit ziemlich die Grösse der süddeutschen Exemplare des A. Romani erreicht hat, von welchem 
uns ein Abguss vorliegt, der 75 Millim. Durchmesser hat. Im Uebrigen halten sich unsere Exemplare in einer 
weit geringeren Grösse (etwa 25 Millim. Dm.); es zeigen indessen mehrere unter ihnen Stücke der Wohnkam- 
mer, welche, wie durch das Exemplar mit vollständiger Mundöffnung bewiesen wird, ®/; Umgang einnimmt. 
Im Uebrigen ist die Uebereinstimmung mit Oppel’s Species vollkommen und verweisen wir daher auf 
dessen durchgehends auf unsere Stücke passende Beschreibung, und auf die Unterschiede, welche 
derselbe für A. Romani und Murchisonae (opalinus Rein.) angiebt. Von A: Sowerbyi und deltafalcatus 
unterscheidet sicb A. Romani durch den weit comprimirteren Querschnitt, durch das dadurch bedingte 
andere Verhalten des Kieles, der ohne seitliche Furchen auf dem scharfen Rücken aufsitzt, durch die flachere 
Sculptur (indem nur sehr flache Rippen und zarte Streifen sich vorfinden, von denen erstere oft beim 
Wachsthum fast ganz verschwinden); auch ist der Nabel, obwohl er enger ist, als bei A. Murchisonae, doch 
weiter als bei A. Sowerbyi, und folglich darin noch abweichender von A. deltafalcatus; die Scheibenzunahme 
ist geringer als bei A. Sowerbyi, aber grösser als bei A. deltafalcatus. 

Die von uns zur Beschreibung benutzten Exemplare sind zwar nicht sämmtlich im Anstehenden 
gefunden, kamen aber dann stets in einer Geode mit anderen charakteristischen Versteinerungen der Coro- 
natenzone (namentlich A. Blagdeni Sow., A. Humphriesianus Sow. und den Belemniten dieser Schichten- 
gruppe) vor, wodurch eben die Aufmerksamkeit zuerst auf sie gelenkt wurde. Später fanden sie sich dann 
auch unter dem Materiale aus primärer Lagerstätte. 


Posidonomya Buchii Römer. 
Röm. Ool.-Geb. p. 81, t. 4, Fig. 8. 
Bei Esbeck. 
Rhynchonella spinosa Schloth. (Terebratula.) 
Ziet. t. 44, Fig. 1. 
Davidson Monoer. pl. XV, Fig. 15—20. 
Bei Dohnsen und Bruchhof. - 
Cidarites spinulosus Römer. 
Röm. Ool.-Geb. p. 24, t. 1, Fig. 16. 
Bei Mainzholzen (nicht ganz selten) und einmal bei Bruchhof. 


Aus der Bathzone haben wir, obgleich in dem Einschnitte oberhalb Eimen von uns nur wenige 
neue Arten angetroffen sind, doch verschiedene Funde aus einem noch nicht von uns berücksichtigten, auch 
unseres Wissens noch nicht allgemein bekannt gewordenen Aufschlusse in Betracht zu ziehen; im Gleichen 
werden durch U. Schlönbach’s Beiträge etc., in denen sich pag. 26—41 mehrere Ammoniten aus dem Eimer 
Batheinschnitte beschrieben finden, einige supplementäre Bemerkungen nothwendig. Wir schicken die 


Besprechung des Materials aus dem Batheinschnitte voraus. 
35* 


— 8 — 


Ammonites subradiatus Sow. 
Sowerby, Min. conch. pl. 421, Fig. 2. 
Schlönbach, Beiträge p. 33, t. 5 (30 des 13. Bdes. d. Pal.) Fig. 2—12. 
— A. fuscus Quenst. in Stratigr. u. Pal., pag. 66 (Bd. 13 der Pal. p. 130). 
Mit Uebergehung der übrigen Synonymen führen wir nur die von U. Schlönbach vorgeschlagene 
und durch Vergleichung mit französischen Exemplaren gerechtfertigte Namensänderung an mit dem Bemer- 
ken, dass Schlönbach die Art in demselben Umfange, wie wir, auffasst. 


Ammonites discus Sow. 


Sow., Min. conch. t. 12. 
Oppel, Jura pag. 472. 
. v. Seebach, hannov. Jura, pag. 147. 
Das von Seebach angeführte Vorkommen oberhalb Eimen blieb vereinzelt; die Fundstelle ist nicht 
näher bezeichnet. 
Ammonites T’ruellei d’Orb. 

d’Orbigny, Pal. fr. terr. jur. pl. 117. 

U. Schlönbach, Beiträge, p. 27, t. 3 (28 des 13. Bds. der Pal.), Fig. 2. 
Auch nur einmal oberhalb Eimen gefunden. 
Hinsichtlich des Lagers verweisen wir auf Ammonites Deslongchampsiü Defr. 


Ammonites subdiscus d’Orb. 
Vgl. Stratigr. u. Pal. pag. 58 (Palaeontogr. Bd. 13, pag. 132). 
— A. psilodiscus U. Schlönbach, Beitr., pag. 31, t. 3 (28 des 13. Bds. der Pal.) Fig. 6. 
Obgleich die Zugehörigkeit unserer Ammoniten zu der genannten d’Orbigny’schen Art von U. Schlön- 
bach bestritten wird, scheinen uns doch die übereinstimmenden Merkmale zwischen beiden von überwiegen- 
der Bedeutung (vgl. a. a. O. Stratigr. u. Pal.), so dass wir die Eimer Ammoniten lediglich als Jugendzustand 
des Ammonites subdiscus d’Orb. ansehen. 


Ammonites Deslongchampsii Defr. 
d’Orbigny, Pal. fr. terr. jur. pl. 138, Fig. 1, 2. 
Oppel $, 53, 44. 
Schlönbach, Beiträge, pag. 26. 
— Amm. anceps (Rein.) Brauns, Stratigr. u. Palaeont. d. Hilsmulde pag. 58 (Palaeontogr. 
Bd. 13, pag. 132). 
Die Identität des von Schlönbach unter dem oben angeführten Namen und des von uns A. anceps 
Rein. genannten Ammoniten ist durch Vergleich der Originale constatirt. Mit d’Orbigny’s Abbildung stim- 
men beide ebenfalls vollkommen überein bis auf eine flache Rinne auf dem Rücken, die unsere jüngeren 
Exemplare ganz deutlich, die älteren allerdings minder deutlich, oft kaum angedeutet, zeigen. Wir lassen 
die Frage, ob eine Zusammenziehung mit Ammonites anceps Rein. (zu dem auch Quenstedt, Handb. d. Petre- 
factenkunde t. 36, Fig. 21, Ammoniten aus dem braunen Jura, Epsilon, stellt) zulässig oder geboten ist, 
hier ausser Acht und beschränken uns demzufolge auf die Annahme obiger Bezeichnung. 


EDEL EEE MELLE OBERE BEE RE VER 


— 259 — 


Was das Vorkommen des Ammonites Deslongchampsii betrifft, so haben wir denselben aus 
dem eigentlichen Batheinschnitte erhalten, und da sowohl Nautilus subtruncatus Morr. u. Lye., als auch die 
von U. Schlönbach a. a. O. erwähnten Thracien (die uns von dem neuen Fundorte zugestellten Exemplare 
unterschieden sich von unserer Thracia Eimensis nur durch schlechteren Erhaltungszustand) im nämlichen 
Einschnitte sich vorfinden, so dürfte eine paläontologische Trennung der von U. Schlönbach angenommenen 
„Zwischenzone‘“ ‘an der unteren Grenze des Bath von diesem sich nicht durchführen lassen, vielmehr jene 
schwarze Thonschicht mit Ammonites Deslongehampsiü Defr. und A. Truellei d’Orb. ete. als unterstes Glied 
zum Bath selbst zu ziehen sein. 


Ammonites Parkinsoni Sow. 


Vgl. Stratigr. u. Pal. d. Hilsm. pag. 54 u. 59 (Pal. Bd. 13, pag. 128 u. 133). 
Dazu Amm. Neuftensis Oppel und Amm. ferrugineus (Oppel) Schlönb. (U Schlönbach, Beitr. ete., 
pag. 27—30, t. 3 u. 4, Pal. 13, Bd. 28 u. 29). 

Wir können den Angaben U. Schlönbach’s gegenüber nur an dem festhalten, was wir früher über 
diese Art sagten, mit dem Zusatze, dass wir, auf diesen Gegenstand besonders aufmerksam, noch öfter in 
den Bathschichten solche Exemplare des Ammonites Parkinsoni Sow. fanden, welche vollkommen typisch 
waren und der grossen Mehrzahl der Exemplare aus der nächsttieferen Schicht durchaus glichen. Wenn 
so das Vorkommen des typischen Ammonites Parkinsoni Sow. im Bath unzweifelhaft ist, so wird anderer- 
seits einiges Gewicht darauf zu legen sein, dass sowohl bei Greene, als an anderen Orten, z. B. bei 
Goslar, in der nach dem Ammonites Parkinsoni benannten Schicht Stücke sich vorfinden, welche sich in Nichts 
von dem Ammonites Neuffensis Oppel — bei U. Schlönbach pag. 27, t. 3 (28) Fig. 3 — unterscheiden. 

Was den Ammonites ferrugineus Oppel anlangt, so hat v. Seebach (hannov. Jura, pag. 150) die von 
Oppel citirte Abbildung aus Quenstedt’s Cephalopoden (Ammonites Parkinsoni planulatus, t. 11, Fig. 3) mit 
Recht auf den Ammonites Württembergicus bezogen; entweder das Citat Oppel’s, oder die Benennung Schlön- 
bach’s — a. a. O. pag. 29, t. 3 (28) Fig. 4 und tom. 4 (29) Fig. 1 — ist daher unrichtig. Im Uebrigen 
gilt von demselben ganz das Nämliche, was von A. Neuffensis bemerkt ist, und können wir endlich noch 
Uebergänge von beiden zum typischen A. Parkinsoni (vgl. Stratigr. und Palaeont. d. Hilsmulde a. a. O.), 
sowie auch unter dem zahlreichen Materiale auch einzelne abnorme Formen erwähnen, zu denen die bei 
Schlönbach, t. 3 (28) Fig. 4 ohne Zweifel mit zu rechnen ist. Eins der Exemplare dieser Art zeigt eine 
noch consequentere Verkehrung der Richtung der Rippen, hat aber eine mit Quenst. Cephalop. t. 11, Fig. 2a. 
und 5 cc. völlig übereinstimmende Lobirung, die bei U. Schlönbach, t. 3 (28) Fig. 4 c. individuell verbildet 
erscheint. Hierbei verdienen auch die Stücke mit Buckeln und Stacheln an den Gabelungspunkten der 
Rippen Erwähnung. 

Abgesehen von diesen Abnormitäten, und ferner von der gröberen oder feineren, früher oder 
später an den Seiten allmälig verschwindenden Rippung, von der etwas bedeutenderen oder geringeren 
Scheibenzunahme (welche aber überall mit der Grösse des Ammoniten wächst und sich bei ausgebil- 
deteren Exemplaren nie beträchtlich von dem Werthe 2/, entfernt) und von der etwas variabeln Quer- 
schnittsform, stimmen die sämmtlichen uns zu Händen gekommenen Exemplare des Ammonites Parkin- 
soni einschliesslich der beiden abgetrennten Arten in allen Merkmalen überein. Namentlich möchten wir 
auch auf die Aehnlichkeit der Lobenlinien erstens von Schlönbach t. 3 (28) Fig. 3 c. und Quenst. Ceph. t. 11, 


— 2360 — 


Fig. 1, zweitens von Quenst. Ceph. t. 11, Fig. 2, und drittens von Quenst. Geph. t. 11, Fig. 5 u. 5e (die 
Abweichung bei Schlönb. t. 3 (28) Fig. 4 anlangend s. o.) aufmerksam machen. 

Da die hier aufgezählten Unterschiede sich innerhalb sehr vieler als vollkommen einheitlich aner- 
kannter Ammonitenarten in ähnlicher Weise und oft in noch höherem Grade wiederholen, so halten wir uns 
zu dem Schlusse berechtigt, dass Oppel und Schlönbach hier die Artgrenzen zu eng gezogen haben. Es 
ergiebt sich daraus das Resultat, dass Ammonites Parkinsoni Sow., ganz in Uebereinstimmung mit der 
Mehrzahl der häufigeren Ammonitenarten, eine etwas variablere Art ist, als mitunter angenommen wird. — 
Sollte übrigens Rücksicht auf die Schichtenabtrennung Einfluss auf die engere Artbegrenzung gehabt 
haben, so dürfte dieselbe doch verfehlt sein, indem wir von den Varietäten nicht einmal sagen können, dass 
sie einer oder der andern Lagerstätte ausschliesslich zukommen. Ammonites Neuffensis Oppel wird aus 
‚lem Bajocien angegeben und steigt bei uns bis in’s Bath, Ammonites Parkinsoni Sow. in seiner typischen 
Form ebenfalls, und endlich waren inmitten der typischen Exemplare des letzteren und der Neuffensis- 
Formen im Greener Einschnitte Stücke vorhanden, welche ihren Charakteren nach der von Schlönbach als 
Ammonites ferrugineus bezeichneten Form angehören. 

Dass übrigens Ammonites posterus v. Seeb. (hann. Jura, pag. 150) aus den höheren, bei Eimen 
nicht erschlossenen Schiehten des Bath (dem Hauptlager der Avicula echinata Sow.) zu dem Ammonites 
Parkinsoni Sow. zu rechnen ist, halten wir (vgl. U. Schlönbach, a. a. O., pag. 28) für hinreichend erwiesen, 
denn die Unterschiede, welche Seebach’s Fig. 3 der t. X. von Schlönbach’s Fig. 3 der t. 3 (23) zeigt, 
stempeln eben erstere zu einer der oben erwähnten Uebergangsformen. Ammonites Parkinsoni Sow. geht 
danach selbst noch höher, als das Eimer Vorkommen darthut, und zwar bis an die obere Grenze der ganzen 
Bathformation, und könnte es danach fast gerathen scheinen, das ganze Bath (die Schichten der Ostrea 
Knorrii sowohl, als die der Avicula echinata bei Seebach) mit der nächsttieferen (nach A. Parkinsoni 
benannten) Schichtengruppe als ein grösseres Ganzes unter dem Namen „Parkinsonierschichten“ zusammen 
zu fassen; das Vorhalten der betreffenden Schichten in Norddeutschland spricht wenigstens entschieden dafür. 


Ammonites sulcatus Hehl. 
Zieten, t. V., Fig. 3. 
U. Schlönbach, Beitr. pag. 30, t. 3 (28), Fie. 5. 

Das von Schlönbach beschriebene eine Exemplar unterscheidet sich durch die von Waagen, Jura, 
pag. 59 f. Anm. angegebenen Charaktere, insbesondere durch die starken Rippen am Nahtrande, vom 
Ammonites polymorphus d’Orb. Uebergäuge fanden wir nicht. — Wir bemerken noch, dass bei Zieten auch 
die Angabe der Lagerstätte ungenau zu sein scheint. 


Ammonites tenuiplicatus Brauns. | 
Stratigr. u. Pal. pag. 61, t. 5, Fig. 8—11, Palaeont. p. 135, t. 25, Fig. 8—11. 


Fand sich im Gegensatz zu der a. a. O. ausgesprochenen Behauptung später auch in den tieferen 
Schichten des Batheinschnittes. 


Fusus multicostatus Morr. u. Lye. 
Morris u. Lycett, Gr. Ool. p. I, pag. 23, pl. V, Fig. 6. 


Nur einzelne Exemplare im Batheinschnitte bei Eimen. 


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4 


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— %1 — 


Cerithium pupaeforme Dkr. u. Koch. 
Dunker und Koch, Beiträge ete. t. II, Fig. 10. 
(fälschlich Cerithium costellatum in der Erklärung der Abbildungen.) 


Selten ebenda. 
Pecten subeomatus Röm. 
Römer, Oolithengebirge, pag. 70, k 3), Re 
Nur zwei Schalen der von Römer aus den Bathschichten von Geerzen beschriebenen und abgebil- 
deten Art fanden sich in charakteristischer Weise wieder. Die Sculptur ist von Peeten lens Sow, verschieden, 
indem die vertieften Punkte fehlen, auch sind die Ohren kleiner und weniger ungleich. 


Rhynchonella triplicosa @Quenst. 
Quenst. Handbuch d. Petrefactenk. t. 36, F. 26. 
id. Jura, t. 66, Fig. 30 #f. 

Nicht häufig mit der Rhynchonella varians Schloth. ebenda. Vgl. v. Seebach, hannov. Jura, p. 90. — 

Der neue Aufschluss liegt O.-S.-O. von dem Einschnitte und in nicht erheblicher Entfernung 
von demselben. Er charakterisirt sich besonders durch mürbere oder festere Kalkstücke, welche in einenı 
Bache anstehen und in grosser Menge namentlich Cerithium vetustum Phill. (in allen. schon früher aus der 
Zone der Trigonia Navis Lamk. beschriebenen Varietäten) und Astarte pulla Römer (in jeder Grösse bis zu 
14 Millim. Länge und 11 Millim. Breite) enthalten. Mit der Zeit gelang es, eine grosse Anzahl der im 
Bahneinschnitte vorhandenen Arten — ausser den schon genannten zweien noch Ammonites Parkinsoni Sow., 
(in allen Formen, doch nicht häufig), Ammonites Württembergieus Opp. (selten), Ammonites subradiatus 
Sow. (desgl.), Ammonites tenuiplicatus Brauns, Belemnites canaliculatus Schloth. var. gracilis Qu., Beyrichii 
Oppel, Belemnites subhastatus Ziet., Fusus multicostatus Morr. u. Lycett, Chenopus concavus Mstr. (beide 
sehr selten), Cerithium pupaeforme Dkr. u. Koch (im Wasserrisse nicht selten), Pleurotomaria Palaemon d’Orb. 
(nur einmal), Dentalium entaloides Desl., Corbula cucullaeaeformis Dkr. u. Koch (ziemlich häufig), Astarte 
depressa Mstr., Cucullaca concinna Sow., Arca subdecussata Mstr. (beide selten), Lucina elegantula Brauns, 
Nucula variabilis Sow., Leda aequilatera Dkr. u. Koch, Leda acuminata Ziet., Trigonia costata Sow.. 
var. interlaevigata Qu., Trigonia imbricata Morr. u. Lye., Ostrea Marshii Sow., Ostrea Knorrii Voltz 
(selten) und Rhynchonella varians Schloth. — und ausserdem noch 6 andere aufzufinden, unter welchen eine 
neu ist. Ehe wir zu der Aufzählung der letzteren schreiten, bemerken wir, dass namentlich die tieferen 
Schichten des Einschnittes sich in dem Wasserrisse wiederfinden, welche (s. Stratigr. u. Pal. d. Hilsm. pag. 
62 f. und 65 f., Palaeont. Bd. 13, pag. 136 f. und 139 f.) die Hauptfundstelle der kleinen Schnecken und 
Astarten abgaben. Die kalkigen Stücke, mitunter förmliche Muschelconglomerate, werden ausgewaschen und 
geben beim Zerbröckeln meist eine grosse Zahl der kleinen Petrefacten. Die grösseren (Ostrea Marshii, 
Trigonia costata u. s. w.) sind in der Regel fragmentär. — Die im Batheinschnitte nicht vorgekommenen 
Arten des Wasserrisses sind: 


Ammonites Garantianus d’Orb. 
Oppel, Jura $. 53, 53, pag. 331 ete. 


In zwei charakteristischen Stücken vorgekommen. 


—_ 22 — 


Trochus monilitectus Bean. 
Phill. Geol. of Yorksh. pl. IX, Fig. 33. 
Morris u. Lycett, Gr. Ool. p. I, pag. 119, pl. XV, Fig. 1. 
Desgleichen. 


Turritella Eimensis n. sp. 
Taf. XXXVIJ, Fig. 13. 

Testa subulato-turrita, anfractibus convexis, sutura sejunctis, transversim media in parte fasciatis et sub- 
carinatis, supra et infra fasciam bis vel ter striatis, ad longitudinem obsolete et tenerrime plicatis 
instructa, quorum in 6millimetrorum longitudine septem numerantur. 

Die Schnecke ist in 4 kleinen Exemplaren in dem Wasserrisse gefunden, von denen nur zwei 

die Sculptur in guter Erhaltung zeigen. Sie haben bei 7 Windungen und 6 Millim. Länge 2, Millim. 

Durchmesser. Die Art steht sowohl der Form, als der Zeichnung nach der Turritella elongata Ziet. aus 

der Zone der Trigonia Navis Lamk. sehr nahe; doch unterscheidet sie sich durch die breitere mittlere 

Binde, gegen welche die übrigen Querstreifen mehr zurücktreten, durch das fast kielartige Vortreten der 

Mitte der Windungen, welches bei Turritella elongata höchstens schwach angedeutet ist, und endlich durch 

den stumpferen Gehäuswinkel. Derselbe misst bei sämmtlichen Exemplaren 25 °, während er bei Turritella 

elongata Ziet. 13—19 ° misst. 


Leda lacryma Phill. 
Vgl. Stratigr. u. Pal. d.. Hilsm, pag. 52, Pal. Bd. 13, pag. 126. 


Aus den Coronatenschichten wurde diese Muschel bereits a. a. O. aufgezählt; das Vorkommen im 
Batheinschnitte ist nicht constatirt, jedoch war sie in dem Wasserrisse nicht ganz selten. 


Pentacrinus pentagonalis Goldfuss. 
Goldfuss, t. 52, Fig. 2. 
Quenst. Jura t. 68, Fig. 34, 35. 
Ebenda, jedoch selten. 


Serpula Solarium Römer. 
r Römer, Ool.-Geb. t. 20, Fig. 18. 
Aus der obersten Zone des Toarcien schon oben genannt, im Wasserrisse ebenfalls ein paar- 


mal angetrofien. 


Im Folgenden geben wir, durch das Hinzutreten von 30 Species und mehrerer neuer Fundstellen 
veranlasst, eine neue Uebersicht der Petrefacten des Toarcien und des Unteroolithes an Stelle der, welche 
wir in Stratigr. und Palaeontogr. der Hilsmulde, pag. 71 f., Palaeontographica Bd. 13, pag. 145 f. mitge- 
theilt haben. 


Uebersichtstabelle 
der 
Verbreitung der im südöstlichen Theile der Hilsmulde gefundenen Petrefacten des Toarcien und des Unter- 
oolithes (von den Posidonienschiefern bis zum Bath). 


Toareien oder Falei- | Unteroolith. |]: Toareien oder Falei- | Unteroolith. 
ferenschichten. n AH ferenschichten. | du ch 
8% ER Uotere| Oaazt ö 84 h H 85 De Be lpres | & ER 
"0 [38 [83 Imonte paul) & [82| j 188 | 38 Imome opar) & 188 | 
Genus und Species. |a3 |< 2° | 2515 |<3| ; ; Genus und Species. Ins |<ä|= |s::15 8 4 
.al35/8,138|% als „Alss|8.|55|2 28% 
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Belemnites irregularis 1 1 1|— | — | — | — | Ammonites tenuiplieatui — — | - |— |— | —| 1 
tripartitus —_— | - 1|- | — | — | — | (Cephaloden 45 Sp. 31/13 T 8 16) 
) pP q . pP 
„  eompressus —ı I — 1 1 — | — | — [| Fusus multicostatus —-|- | —- | — 1 
„ brevis — = 1 1 1| — | — |]; Cerithium cariniferum —_ | 11 l-1-| — 
„ subelavatus u 1 7 vetustum _— | 1 1jl—|j—| 1 
„ giganteus -i—'|l — il 1 1| — [| „ subeurvicostatum — |l— 11—- |1-|-|— 
„  eanalieulatus — | 1 |— 1 1 1 „ varieulosum - 1 |— 11—|— = 
nn subhastatus 3 — —, B — Fee A? | 5 pupaeforme e=; —u pi = PERLE bar 
Nautilus toarcensis —|- 1 1 le N Chenopus subpunctatus | — | — 1l1l-|-|-|-— 
„ subtruncatus ZI NL „ gracilis —_— | 1I-|-|-|— 
Ammonites heterophylus | 1I— I — |— | — |1— | — iE  „ concavus ee 1 
„ fimbriatus 1|— | — | | | Natica pulla 11l- |- | - |1- | —-|-—- 
„ Jurensis — | — Lan Zn $ Hydrobia Wilkeana — | 1|l- | —|— 1 
„ Grermaini — 1/13 | || == | Al Turritella elongata —_ | 1l—- | —-|— RT 
hireinus — |—| 1] - 1-11 —% Eimensis - |ı- | |- |—|— 
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„ Insigni similis —) | — 11l-|1-|-|— A Turbo eyclostoma 1|l-|- |—1—-|— | = 
„ radıans 1 1 1/- 1-1—-1—-% „ duplicatus — |) — 1 1 ae 
„ borealis 1 —_— — _ ur 5 ela oratus — | = za ger 
„ Lythensis 1\| — tl] = = HZ RB Trochus moniliteetus —-|-|1l—- |- || — 
„ Beyriehii — | — 1ı— | — | — | — R Pleurotomaria Aonis —- | 1|- | — 11 — 
„ opalinus u Ze 1 ia | le een relongata —y ı al a ee 
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„ Aalensis — NN — lee atasciatar ge ln reihen 
„ Sowerbyi el a a a a En et | Euomphalus minutus NT 
„  deltafaleatus -— | | |— 1 | — | — ' Dentalium elongatum —.|— I ae ee 
„ Romani - Il | |— 1) | —:i%k „ entaloides -|-1-|-[1-|1—-]|]1 
„ subradiatus — | | | = |— | 1 Actaeonina subglobosa |— | — | 1 | | - | 
„  discus — | |— —ı of LE 0»  varlabilis — zul Eu las, |xro bie 
„ subdiseus _ _ _ 1  „ mitraeformis — || = a N: 7 
'Truellei -— I 1 |— I | — 1 :R pulla — 2 ee 
I 5 ” 
„ Blagdeni _ — | |— | — | 1|— | — |; (Gasteropoden 28 Sp. a 
„ Humphriesianus — |— |— | — || 1) — | — |; Pholadomya transversa | — | — 1 NZ 
„ Gesvillei 8 —-|- | |— N = „ Greenensis ot Immer 1 a Fun 7 
5 De = = =, — I — 7 I Io» on en | " 
„ Parkinsoni — |- |- |—- | — I, obltarn. — |j— |—- |— || 
Garantianus - |- | - | -|i|—-|-| 1% Dunkeri — re 
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„ Württembergieus — 1 I- |-/)-|-|ı% Goniomya subearinata |- | | 1|- | = | = T 
„ polymorphus = el ee, le el on 
„ suleatus — | — |— |— /|— |-— 1 Pleuromya unioides —,ı 1 1 => 
» communis 1 — u en | —ı|- |) > exarata ==] == — 1 Me 2 = 
„ anguımus 1I—-— |— |—- |—-|—- .—% ,„ donacina Al el | | 
„ erassus | I Gresslya abdueta — = 1 1 | 1 1 1 
„ Procerus —- |-|-|1-|-,- 1 Thraeia Römeri —= = 121 == 
„ eurvicosta | 1 Eimensis — |- |) - |- |-|1-|]1 
56 


Palaeontographica, XIII., 6. 


| Toarcien oder Falei-| Unteroolith. | 


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Toarcien oder Falei- | Unteroolith. 


ferenschichten. En ferenschichten. ” 
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Corbula eueullaeaeformis | — | — 1 en, Avicula echinata || 
Unicardium depressum — al ae | — | — |, — |} Gervillia tortuosa —_- |— 1 Zi En 
Astarte Voltzii =. | = 1|1— |I-|—|— | _,„ acuta —_—|-|1— —U 
„ subtetragona 1|— 1 | — | — | — if; Inoceramus undulatus ı ZT || — 
„ depressa —-1- 1-1 1—-|—-|]1 » polyplocus _ |— 1 3 
pulla — | |— | — |— | — | 1: Perna‘mityloides Bee | — | ul 1 ee 
Lucina elegans == — 1|1— 1| — | — } Plieatula fistulosa — | = -— |i—|—|1 
elegantula — |— | — | — | — | — | 1% Pecten textorius —_ |— —l'— | ul 
Cardium striatulum — | — 1 il ler °  „ pumilus _ — 1 1li—-|— 
Isoeardia leporina —- |-|1-|1-|-|-|1 „ lens —|-|-— MB | Ki 
Taneredia dubia _— | — 1l-|—|—|-— „ subeomatus = | — — || —.| — 1 
Cyprina trigonellaris —ı 6 1Il—-|1—-|-|— . Ostrea explanata —-—ı--|1-|-—- EL 
vn t He 1 1 1 Marshii 1 1 
enus tenuls — =: 1 = =— == — —— — 
Trigonia Navis — i—/ 11 | |—- | —;  Knorrii - | -|—- |—- \-|—| 1 
„ striata le len 112) —;] 33  (Conchiferen 62 Sp. #2, =1 27 | 19 115107291030) 
„ costata — |— \— |— )— | — | 1 | Terebratula perovalis —-— I|-|1—-|-— 11-|1 
imbrieata — 1—'| — | A — la  „ Tyeetti —_ |— a ne 2 17 5 15 
Leda acuminata —_ | — 1 11—|1—| 13 'Rhynchonella eynocephalal — | — I I ee 
„ aequilatera ll Lalaslalerjeal „ acuticosta —-— Il |—- | —- 1l1— | 
„ laeryma —- I|-|- || 11—-|1 „ Spinosa — I|—-|—- | - 107 — | 
Nucula Hammeri — | 1 1|—- I|— | — „ varians — (2 — | reale 1 
„ subglobosa — | — 1 le a „ triplicosa -—|—- |-|-|—-|—-| 41 
„ variabilis — | | nl (Brachiopoden 8 Sp. —_ | 21ı—-|3|—| 3) 
Arca elegans — li — 1 | — | — | — | — % Serpula Solarium — |- | — 1,)—-|— 1A 
” Sn 3 — | — 11l- | -|—- = % A -—ı- [1 | 1 — = 
subdecussata -— |- | -|- | —-|- „ convoluta — | — |) | 
Cueullaea eancellata —- Il |1— 1 1.1 — | — (Anneliden 3 Sp- — Ir = il 11 | ,2) 
„ eucullata — |— |— |— |, 1) — | 1] Cidarites spinulosus —- |-|-|- Im — le 
„ eoneinna — | — | — [1,11 — |. 1! Pentacrinus cerista galli I— | | - | — er — 
Pinna Buchü — a ie 1 „ pentagonalis Az, 
Modiola minima — | — 1|— | — | — | — : Eugeniaerinus annularis | — |- |— |—- | — | = 5 
ceuneata —-— | l—- | — 11— 1 | (Echinodermen 4 Sp. —|-|1—-|- 2| — ) 
Posidonomya Bronnii 1|— 1 | ll | — Sa. d. Petrefacten, 149 Sp.| 15 31| 55- | 321 a@W m:62] 64 
„ Bucht - I|-|-|—:| 1|—- | 2 Nur einer Schicht eigen 
Avicula substriata 1|— 1l—- I—- | - 1-8 109 Sp. 9 ı |29 110 | 141 — | 46 


Bemerkungen. 


Die übrigen 40 Species sind theils auf eine der Hauptabtheilungen beschränkt: auf die Fal- 


eiferenzone 18 Species (d Cephalopoden, 2 Gasteropoden, 11 Conchiferen), auf den Unteroolith 10 Species (3 Cephalopoden, 


6 Conchiferen, 1 Brachiopode); theils beiden Hauptabtheilungen gemeinsam: 


12 Species (2 Cephalopoden, 2 Gasteropoden, 


7 Conchiferen, 1 Annelide). — Von letzteren bleiben 2 (1 Cephalopode, 1 Conchifere) auf die Coronatenschichten nach 
oben hin, 4 (1 Cephalopode, 1 Annelide, und 2 Conchiferen, von denen eine mit der Vorigen identisch ist) auf die oberste 
Zone des Toareien nach unten hin; 1 Conchifere reicht von der Zone der Trigonia Navis bis in die Coronatenzone und 6 
(2 Gasteropoden und 4 Gonchiferen) von derselben Schicht bis in die Bathzone. 

Von den Petrefacten, die auf eine Hauptabtheilung beschränkt sind, reichen 6 (2 Cephalopoden, 4 Conchiferen) 
im Toareien durch mehr als 2 Schichten, und zwar von den Schiefern bis zur Zone der Trigonia Navis; 7 (1 Cephalopode, 
5 Conchiferen, 1 Brachiopode) reichen durch den Unteroolith ganz hindurch. 


265 — 


Zu der in „Stratigr. u. Paläontographie der Hilsmulde“ angegebenen Literatur ist hinzuzufügen: 

Chapuis u. Dewalque, Description des fossiles des terrains secondaires de la province de Luxembourg, inı 
25. Bande der Mem. couronnes de l’acad. royale de Belgique, 1854. 

Eudes Deslongchamps, M&moires sur les genres Turritelle, Ranelle, Fuseau etc. in dem 7. Bande der 
Memoires de la Societe Linneenne de Normandie. 

Dunker, in Palaeontographica, I Band, über die im Lias bei Halberstadt gefundenen Versteinerungen, 1846. 

U. Schloenbach, Beiträge zur Paläontologie der Jura- und Kreide-Formation im nordwestlichen Deutsch- 
land, 1865. 

Waagen, der Jura etc. 1564. 


Erklärung der Abbildungen. 


Taf. XXXVII, Fig. 1—6. Ammonites Sowerbyi Mill. — Fig. 1—3 Mittelform, Seitenansicht, Querschnitt 


1-9 
10—12. 
13. 

14—16. 
17219. 
20—22. 
23. 


und Lobenlinie, Fig. 4 Querschnitt der Form mit schärferem Rücken. Fig. 5 
und 6 Varietäten (Jugendformen). — Steinanger bei Wenzen, Zone der Pleuro- 
mya exarata. 

Ammonites deltafalcatus Quenst. Seitenansicht, vordere Ansicht und Loben, letz- 


tere in doppelter Grösse. — Mainzholzen, Coronatenzone. 

Ammonites Romani Oppel. Seitenansicht, Querschnitt und Loben. — Wenzen, 
Coronatenzone. 

Turritella Eimensis n. sp. 4fache Vergrösserung. — Wasserriss bei Eimen, Bath. 


Pholadomya Greenensis n. sp. Seitliche, obere und vordere Ansicht. — Greene, 
Zone der Pleuromya exarata. 

Ammonites striaries Quenst. Seitenansicht, Vorderansicht und Loben, letztere in 
doppelter Grösse. — Vorwohler Einschnitt, Arietenzone. 

Amphidesma ellipticum Dkr. u. Koch. Seitliche, obere und vordere Ansicht. — 
Vorwohler Einschnitt, Zone des Ammonites angulatus. 

Ammonites affınis v. Seebach. Loben, — Steinanger bei Wenzen, Zone der 
Trigonia Navis. 


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Beiträge zur Paläontologie 


der 


Jura- und Kreide-Formation im nordwestlichen Deutschland. 


Von 
Dr. U. Schloenbach. 


Il. Kritische Studien über Kreide-Brachiopoden. 


Obwohl die Anzahl der aus der Kreide-Formation des nordwestlichen Deutschlands bekannt gemach- 
ten Brachiopoden-Arten eine verhältnissmässig durchaus nicht geringe zu nennen ist — A. Roemer zählte 
2. B. schon im Jahre 1841 in seinen „Versteinerungen des norddeutschen Kreidegebirges‘‘ 53 Arten auf, 
von denen jedoch manche als Synonyme zu betrachten sein werden —, so ist doch der Reichthum der vor- 
handenen Formen ein noch weit grösserer, als bisher bekannt war, und noch immer werden bei genauerem 
Nachsuchen neue aufgefunden. Indessen ist seit dem Erscheinen des genannten Fundamental-Werkes das 
Studium der.Kreide-Brachiopoden bei uns sehr vernachlässigt, und erst in neuester Zeit hat man angefangen, 
sich demselben wieder mit grösserem Interesse zuzuwenden !). 

So kommt es, dass über die Bestimmung und Verbreitung selbst vieler der gewöhnlichsten Arten 
noch die grösste Unsicherheit herrscht. Wenn also das Bedürfniss einer mit Zugrundelegung der in neuerer 
Zeit veröffentlichten, wahrhaft Epoche machenden Arbeiten eines Davidson, Eug. Eudes-Deslongchamps, 
Suess, Bosquet u. A. unternommenen Revision der norddeutschen Kreide-Brachiopoden, welche mit den 
Cephalopoden und Echinodermen in dieser Formation unstreitig die wichtigste Rolle spielen, ein unleugbares 
ist, so glaube ich bei Veröffentlichung der nachstehenden kritischen Untersuchungen über eine Reihe der 
bemerkenswerthesten bei uns vorkommenden Arten um so mehr auf einiges Interesse hoffen zu dürfen, da 
ich in der glücklichen Lage gewesen bin, die Lücken des denselben zu Grunde liegenden, in mehren Jahren 
eifrigsten Sammelns zusammengebrachten Materials meiner Sammlung durch die zuvorkommende Güte vieler 
norddeutschen Paläontologen wesentlich ergänzen zu können. Ich entledige mich daher nur einer angeneh- 
men Pflicht, indem ich den Herren F. Beckmann zu Braunschweig, Professor Beyrich zu Berlin, 


!) Siehe namentlich: Herm. Credner, die Brachiopoden der norddeutschen Hils-Bildung (im Jahrgange 1864 der 
Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft). 
Palaeontographica, XII, 6. 37 


— 268 — 


Dr. J. Bosquet zu Maestricht, Oberbergrath Credner zu Hannover, Dr. J. Ewald zu Berlin, Professor 
Hosius zu Münster, Professor Hunaeus zu Hannover, Bergrath F. A. Roemer zu Ülausthal, Senator 
H. Roemer zu Hildesheim, Professor von Seebach zu Göttingen, Kammerrath von Strombeck zu 
Braunschweig, Forstmeister von Unger zu Seesen, Obergerichts-Direetor Witte zu Hannover hier öffent- 
lich meinen aufrichtigsten Dank ausspreche für die wirksame Unterstützung, die sie — theils durch viel- 
fache mündliche und schriftliche Belehrung, theils durch die mir gestattete Durchsicht und Benutzung ihrer 
reichen Sammlungen, theils endlich durch die mit ausserordentlicher Liberalität geschehene Mittheilung 
zahlreicher Exemplare zur genaueren Untersuchung und Vergleichung — meiner Arbeit haben zu Theil 
werden lassen. 

Wie bei den das 1. Stück dieser „Beiträge‘‘ bildenden Untersuchungen über jurassische Ammoniten, 
so sind mir auch bei der Ausarbeitung des gegenwärtigen Schriftchens die Resultate meiner im Jahre 1864 
ausgeführten Reise nach Frankreich sehr zu statten gekommen. Denn einestheils konnte ich mir in den 
dortigen Sammlungen über viele der aus Frankreich ‚bekannt gewordenen Arten durch eigene Anschauung 
ein sichereres Urtheil bilden, als es namentlich bei den Brachiopoden nach Abbildungen und Beschreibungen 
möglich ist; anderntheils aber gelang es mir, die wichtigsten dortigen Typen durch eigenes Sammeln oder 
durch Tausch und Kauf für meine Sammlung zu erwerben und dadurch eine genauere Vergleichung mit 
unseren Vorkommnissen und eine bestimmtere Feststellung der Synonymie derselben zu erreichen. 

Im Nachstehenden habe ich es mir zur Pflicht gemacht, bei allen Arten ihre horizontale sowohl, wie 
ihre verticale Verbreitung im nordwestlichen Deutschland möglichst genau festzustellen und dabei durch 
viele Fälle die Richtigkeit der von Eug. Eudes-Deslongchamps !) gemachten Bemerkung, dass nämlich die 
Brachiopoden in der Kreide-Formation im Allgemeinen eine grössere verticale Verbreitung haben, als man 
ihnen im Jura zuzugestehen gewohnt ist, vollkommen bestätigt gefunden. ZurTBezeichnung der Schichten 
habe ich die im nordwestlichen Deutschland jetzt gebräuchlichen Benennungen angewandt, die wir zum 
grössten Theile den ausgezeichneten Untersuchungen Strombeck’s verdanken; die Bedeutung und Reihen- 
folge derselben ist aus der am Schlusse angehängten Tabelle zur Uebersicht der verticalen Verbreitung der 
besprochenen Arten ersichtlich; übrigens verweise ich auch auf meine Notiz im 3. Hefte des „neuen Jahr- 
buchs“ etc. für 1366, p. 309 ft. 

Wenn nicht ausdrücklich Anderes bemerkt ist, beziehen sich die in dem vorliegenden Aufsatze ent- 
haltenen Beschreibungen und Abbildungen sämmtlich auf Exemplare aus meines Vaters und meiner Samm- 
lung. Die verschiedenen fremden Sammlungen sind mit folgenden Abkürzungen citirt: 

Berl. B. — Geognostische Sammlung der königl. Bergakademie zu Berlin. 

Berl. M. — Königl. mineralogisches Cabinet zu Berlin, paläontologische Abtheilung. 

Gött. Univ. — Paläontologische Universitäts-Sammlung zu Göttingen (aus der ehemaligen Armbrust’- 
schen Sammlung zu Hannover). 

Hann. Pol. — Geognostische Sammlung der polytechnischen Schule zu Hannover. 

Münst. Gymn. — Geognostische Sammlung des Gymnasiums zu Münster und Privat-Sammlung des 
Herrn Prof. Hosius zu Münster. 

Beckm. Samm]. — Sammlung des Herrn F. Beckmann zu Braunschweig. 


!) Eug. Eudes-Deslongehamps, Etudes eritiques ete., p- 44: „il est eurieux de constater que les brachiopodes ont, en 
general, une bien plus large distribution stratigraphique dans les terrains eretaces que dans les terrains jurassiques.‘ 


—ı 2% — 


Credn. Samml. — Sammlung des Herrn Oberbergrath Heinr. Credner zu Hannover. 

Ewald Samml. — Sammlung des Herrn Dr. J. Ewald zu Berlin. 

Roem. I. Samml. — Sammlung des Herrn Bergrath F. A. Roemer (aus Clausthal) in Hildesheim. 
Roem. II. Samml. — Sammlung des Herrn Senator Herm. Roemer in Hildesheim. 

Stromb. Samml. — Sammlung des Herrn Kammerrath von Strombeck zu Braunschweig. 

Ung. Samml. — Sammlung des Herrn Forstmeister von Unger zu Seesen. 

Witte Samml. — Sammlung des Herrn Obergerichts-Direetor Witte zu Hannover. 


Zum leichteren Verständniss der übrigen Abkürzungen lasse ich ein alphabetisches Verzeichniss der 
in den nachstehenden Blättern eitirten Schriften folgen, wobei die grosse römische Ziffer den betreffenden 
Band, die kleine das Heft bezeichnet. 


Arch. Mem. geol. Fr. 2. II 


Armbr., N. Jahrb. 
Baudon, Not. Ter. 
Beyr., Zeitschr. g. G. I 


Boll, Mekl. Arch. VII 


Boll, Mekl. Arch. X 
Boll, Zeitschr. g. @. III 


Bosq., Arg. 
Bosq., Faun. Fl. 


Bosq., Mon. Brach. Limb. 


Bosgq., Nouv. Brach. - 
Brongn. Eny. Par. 
Bronn, Leth. geogn. 
Buch, Ter. 

Buch, Mem. geol. Fr. III 


Chemn., Conch. Cab. 
Cogq., Syn. 


Heinr. Credn., Erläut. 


Herm.Credn., Zeitschr. g.G. 


XVI 


Viecomte d’Archiac, Rapport sur les Fossiles du Tourtia, in Me&moires 
de la Societe geologique de France, 2. serie, Il; 1347, 
Armbrust, Brief an Bronn, im neuen Jahrbuche für Mineralogie etc. II; 1860. 
Baudon, Notice sur quelques Terebratules du calcaire grossier; 1855. 
E. Beyrich, Ueber die Beziehungen der Kreide-Formation bei Regensburg 
zum Quadergebirge, in Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft, 
I 1,1850: 
E. Boll, Ueber die im meklenburgischen Diluvium vorkommenden Kreide- 
Versteinerungen und die in Meklenburg anstehenden Lager, im Archiv des 
Vereins für Freunde der Naturwissenschaft in Meklenburg, VII. Heft; 1853. 
E. Boll, Die Brachiopoden der Kreide-Formation in Meklenburg, im Arch, 
des Ver. f. Freunde d. Naturw. in Meklenb., X. Heft; 1856. 
E. Boll, Geognostische Skizze von Meklenburg, Zeitschr. d. deutsch. geol 
Ges,, III, ıv; 1851. 
J. Bosquet, Description d’une espece nouvelle du Genre Argiope; 1864. 
J. Bosquet, Fossiele Fauna en Flora van het krijt van Limburg, Separat- 
Abdr. aus Staring, Bodem van Nederland, Il; 1860. 
J. Bosquet, Monographie des Brachiopodes fossiles du Terrain Cretace 
superieur du Duche de Limbourg, I. partie, aus M&moires pour servir A la 
description geologique de la Neerlande, III; 1859. 
J. Bosquet, Notice sur quelques nouveaux Brachiopodes du Systeme Mae- 
striehtien, in Memoires de la commission geologique Neerlandaise, II; 1854. 
Brongniart et Cuvier, Description göologique des Environs de Paris; 1822. 
Bronn, Lethaea geognostica, 2. Auflage; 1837. 
L. von Buch, Ueber Terebrateln, in Physikalische Abhandlungen der Ber- 
liner Akademie; 1833. 
L. von Buch, Essai d’une description des Terebratules, in Memoires de la 
Soeiete geologique de France. III; 1837. 
Chemnitz, Systematisches Conchylien-Cabinet; 1785. 
H. Coquand, Synopsis des Animaux et des Vegetaux fossiles de la Cha- 
rente, de la Charente-Inferieure et de la Dordogne; 1560, 
Heinr. ÖOredner, Erläuterungen zur geognostischen Karte der Umgegend 
von Hannover; 1865. 
Herm. Credner, Die Brachiopoden der norddeutschen Hilsbildung, in 
Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. XVI, ın; 1865. 

37? 


Herm. Credn., Zeitschr. g.G.= Herm. Credner, Ueber die Verbreitung des Gault in der Umgegend von 


XVII 
Dalm., Acad. Handl. I 
Dav., Ann. Mag. 2, V 


Dav., Ann. Mag. 2, IX 


Dav., Class. Br. 
Dav., Cret. Br. 
Dav., Geol. Journ. I 
Dav., Tert. Br. 


Defr., Diet. II u. LIIl 
Desh., Bass. Par. II 


Desh., Nouv. ed. Lam. VII 
E. Eud.-Desl., Brach. jur. 


E. Eud.-Desl., Bull. Linn. 


Norm. I 


E. Eud.-Desl., Et. erit. 


E. Eud.-Desl., Mem. Linn. 


Norm. X 


E. Eud.-Desl., Org. Mant. 


Eud.-Desl., Mem. Linn. 


Norm. VII 
Dixon, Suss. 


Dujard., Mem. geol. Fr. II 


Eichw., Leth. Ross. 
Ene. meth. 


Fauj. St. Fond, St. Pierre 


Gein., Char. 


Gein., Grundr. 
Gein., Quad. 


Hannover, in Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. XVII, 1; 1865. 


—= Dalman, Upställning och Beskrifning af de i Sverige funne Terebratuli- 


terne, in Kongl. Vetenskab. Acad. Handlingar, för ar 1327. I; 1828. (Ueber- 
setzt in Isis, p. 51—91, 1530.) 


—= Th. Davidson, On the genus Waltonia, in The Annals u. Magazine of 


Natural History, no. 30, 2. series, V; 1850. 


— Th. Davidson, Notes and Descriptions of a few Brachiopoda, in The Annals 


a. Mag. of Nat. Hist., no. 52, 2. series, IX; 1852; — und Sketch of a 
Classification of recent Brachiopoda ete., ibid. ibid.; 1852. 

Th. Davidson, Classification of Brachiopoda in Palaeontographical So- 
ciety; 1855. 


— Th. Davidson, Monograph of British Cretaceous Brachiopoda, in Palaeont. 


Soc.; 1852 u. 1855. 


—= Th. Davidson, Remarks on some species of Brachiopoda, in London Geo- 


logiecal Journal I; 1847. 


—= Th. Davidson, Monograph of British Tertiary Brachiopoda, in Palaeontogr. 


Soce.; 1852. 
Defrance, Dictionnaire des Sciences naturelles, vol. II u. LIII; 1818 u. 1828. 


= Deshayes, Description des Animaux sans Vertebres decouverts dans le 


Bassin de Paris II; 1864. 

Deshayes, Nouvelle Edition de Lamarck, Animaux sans Vertebres VII; 1856. 
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1, u; 01890. 
Einige dieser Schriften, namentlich die von Baudon, Chemnitz, Dixon, Gray, Koenig, Megerle, Morton, 
Orbigny (im Journal de Conch.), Retz, Scacchi, Stobaeus, Woodward (Geology of Norfolk), sind mir persönlich 
unzugänglich geblieben und gebe ich diese Citate daher nur nach Angabe anderer Quellen. — 


Salzgitter (Hannover), im April 1866. 


U. Schloenbach. 


I. Terebratulina Orb. 1847. 


Während die Gattung Terebratulina in den meisten Ländern schon in der Jura-Periode durch die 
bekannte Terebratulina substriata, der sich an einer Reihe von Localitäten in den Alpen noch die von Suess 
beschriebene Terebratulina latirostris zugesellt, in ausgezeichneter Weise vertreten ist, fällt in Norddeutsch- 
land das erste Erscheinen dieser schönen Formengruppe erst in die Kreide-Formation, in deren oberer 
Abtheilung namentlich sie sowohl durch eine verhältnissmässig grosse Arten-, als ausserordentliche Indivi- 
duen-Zahl ausgezeichnet ist. 

Die sorgfältige Untersuchung eines grossen Materials hat“es mir. nicht nur möglich gemacht, die 
Arten in ihren verschiedensten Altersstufen mit Sicherheit zu verfolgen, sondern auch in ähnlicher Weise, 
wie es schon Davidson gelungen war, zwischen einer ziemlichen Anzahl von Formen, denen man meistens 
den Werth von selbstständigen Arten beizulegen geneigt war, Uebergangsstufen aufzufinden, die es mir un- 
zweifelhaft erscheinen lassen, dass man diese betr. Formen nur als Varietäten einer und derselben Art zu 
betrachten hat. Allerdings entfernen sich diese Varietäten oft merkwürdig weit von der Grundform, so dass 
man wohl begreift, wie bei geringerem Material die Annahme mehrer Species fast unvermeidlich war. Nament- 
lich werde ich Gelegenheit haben, dies bei’ Terebratulina rigida Sow. sp. und bei Terebratulina chrysalis 
Schloth. sp. zu zeigen, die zugleich die häufigsten Arten unserer norddeutschen Kreide sind und die grösste 
horizontale und verticale Verbreitung besitzen. 

Während daher die Anzahl der Namen, welche für die in der Kreide-Formation des nordwestlichen 
Deutschlands vorkommenden Terebratulinen in der wissenschaftlichen Literatur gebraucht worden sind, eine 
sehr grosse ist, dürfte sich doch die Anzahl der darunter wirklich mit. Sicherheit als selbstständig anzuer- 
kennenden Arten auf sechs beschränken, von denen eine bisher überhaupt noch nicht bekannt war; es sind 
folgende, die im Nachstehenden besprochen werden sollen: 

Terebratulina chrysalis Schloth. sp. 1813: 
Terebratulina Gisei Hag. sp. 1841. 
Terebratulina gracilis Schloth. sp. 1813. 
Terebratulina Martinana Orb. 1847. 
Terebratulina rigida Sow. sp. 1829. 
Terebratulina Seebachi sp. nov. 1866. 

Ausserdem sind u. a. namentlich noch folgende Kreide-Arten beschrieben : 

Terebratulina (?) Arnaudi Cogq. sp., Syn. p. 76. Nicht genügend bekannt und noch nicht ab- 
gebildet; aus dem Coniacien Coq. (zum Niveau des oberen Pläners gehörig) im südwestlichen Frankreich. 


— 25 — 


Terebratulina biauriculata Orb., Prodr. II, p. 85, &tage 17, no. 422. Aus dem Neocom 
Frankreichs. 

Terebratulina Bourgeoisi Orb. sp., Terr. Qret. IV, p. 124, t. 519, f. 10—16. Aus Orbigny’s 
Senonien vom ungefähren Alter unseres Scaphiten-Pläners. 

Terebratulina Clementi Coq. sp., Syn., pag. 123; E. Eud.-Desl., Et. erit., p. 38, t. 7, f. 1-4. 
Aus der oberen Abtheilung der Kreide (Campanien Coq.) des südwestlichen Frankreichs. 

Terebratulina echinulata Dujard. sp., Me&m, g6ol. Fr. II, p. 223, f. 222. Im Santonien Cog. 
(wahrscheinlich ungefähres Niveau des oberen Pläners mit Micraster cor testudinarium) des westlichen und 
südlichen Frankreichs. 

Terebratulina (?) Fajoli Coq. sp., Syn. p. 91. Ungenügend bekannt; mit der vorigen Art im 
südwestlichen Frankreich. 

Terebratulina Floridana Morton sp., Sillim. Journ. XVII, p- 72, t. 16, f. 7. Aus der oberen 
Kreide Nordamerika’s. * 

?Terebratulina lacryma Mort. sp., ibid. Soll nach Lyell und A. d’Orbigny nicht in die Kreide-, 
sondern in die Tertiär-Formation gehören. 

Terebratulina Santonensis Orb. sp., Terr. Cret. IV, t. 518, f. 5—9. Nach Bosquet !) gehört 
diese von Orbigny zu Terebratella gerechnete Art zu Terebratulina. Ich kenne sie weder aus der nord- 
deutschen Kreide, noch erinnere ich mich ihrer aus den französischen Sammlungen. 

Terebratulina Saxoneti Pict. u. Roux, Gr. verts, p. 541, t. 51, f.s. Aus dem Gault der 
Alpen des Canton Waadt. 

Die hauptsächlichsten als Synonyma zu betrachtenden Namen habe ich bei der nachstehenden Be- 
sprechung der von mir untersuchten Terebratulinen aus der Kreide-Formation des nordwestlichen Deutsch- 
lands angegeben; auch über Terebratulina Bosqueti, costata und Hagenowi s. die Bemerkungen zu Tere- 
bratulina chrysalis und Gisei. 

Alle diese zuletzt genannten Arten sind aus der norddeutschen Kreide-Formation noch nicht bekannt 
geworden, und kenne.ich davon aus eigener Anschauung nur Terebratulina Bourgeoisi, Clementi und echinu- 
lata. Die erstere liegt mir in einer Reihe deutlicher Exemplare von Montoire (Loir-et-Cher) vor, wo sie 
sich in der „Zöne de l’Ammonites peramplus“ findet. Obgleich Orbigny diese Art zu Terehratella stellt, 
beweist. der Bau des kurzen, ringförmig geschlossenen Brachialapparats und das Fehlen des Dorsalseptums 
doch unzweifelhaft, dass sie zu Terebratulina gehört; sie schliesst sich sehr nahe an Terebratulina gracilis 
Schloth. sp. (s. u. diese) an. — Terebratulina echinulata habe ich bei Villedieu und St. Paterne (Loir-et-Cher) 
in einer Anzahl sehr wohl erhaltener Exemplare gesammelt; Terebratulina Clementi, die ihr ziemlich nahe 
steht, aber viel seltener ist, sah ich in der Sammlung der Sorbonne zu Paris. Es sind dies Formen, die 
sich zunächst an die grossen erwachsenen Exemplare von 'Terebratulina chrysalis anschliessen, welche ge- 
wöhnlich als Terebratulina Defrancei bezeichnet werden. — Zu Terebratulina biauriculata Orb. gehört viel- 
leicht die Art, welche Hohenegger ?) als Terebratulina auriculata Roem. mit Rhynchonella peregrina Buch sp. 
und anderen charakteristischen Neocom-Formen aus den schlesischen Nordkarpathen anführt; ob die an der 


!) Bosq., Faun. Fl. p. 3%. 
2) Hohevegger, Jahrb. Reichsanst. III, ız, p. 138, 141; VI, ır, p. 311. 
Palaeontographica, XIII, 6. f 38 


-— 26 — 


zuerst citirten Stelle genannte „Terebratula sracilis Schloth. oder derselben wenigstens sehr ähnlich‘‘ wirk- 
lich mit der mir nur aus den obersten Kreideschichten bekannten, wahren Terebratulina gracilis Scholth. sp. 
ident ist, dürfte zweifelhaft sein. 


1. Trerebratulina Martinana Orb. 1847. 


1847. Terebratulina Martiniana Orb., Terr. Cret. IV, p. 59, t. 502, f. 8—12. 

1852. Terebratulina striata Dav. (z. Th.), Cret. Br., p. 37, t. 2, f. 26. 

1861. Terebratulina cf. Martiniana Stromb., Zeitschr. g. @. XII, p. 44, 49, 53, 56. 
1865. Terebratulina Martiniana Herm. Credner, Zeitschr. g. G. XVII, p. 247. 


Bemerkungen. Wegen .der Beschreibung dieser Art beziehe ich mich im Allgemeinen auf 
Orbigny und bemerke, dass die von Strombeck 1. e. p. 44 angeführten Abweichungen der norddeutschen 
Exemplare einestheils (namentlich die arcuaten Rippen) nicht sehr constant sind, anderntheils aber auch in 
dem Erhaltungszustande ihren Grund haben: — Abweichend von Davidson möchte ich der Ansicht sein, 
dass diese Art, welcher auch Herm. Credner — freilich hauptsächlich aus Zweckmässigkeits-Gründen — den 
von Orbieny aufgestellten Namen lässt, von Terebratulina chrysalis Schloth. sp. (= striata Dav.) specifisch 
verschieden ist; indessen giebt Davidson selbst schon zu, dass das einzige ihm vorliegende Exemplar aus 
dem „Speeton clay von Knapton“ einige Abweichungen von den nahestehenden Formen der letztgenannten 
Art zeige, welche zur Abtrennung einer selbstständigen Art berechtigen könnten, falls sie sich bei einer 
grösseren Anzahl von Exemplaren als constant erweisen sollten. — Nachdem ich nun Gelegenheit gehabt, 
eine grössere Anzahl wohlerhaltener Exemplare namentlich in der Sammlung des Herrn Oberbergrath Cred- 
ner aus dem Gault von Gretenbergen unweit Lehrte (Hannover) und in den Sammlungen der Herren Kam- 
merräthe von Strombeck und Grotrian und Forstmeister von Unger aus dem Gault der Gegend von Braun- 
schweig zu vergleichen, sind meine Zweifel über die Selbstständigkeit der Terebratulina Martinana gänzlich 
gehoben. Das Haupt-Unterscheidungsmerkmal derselben von Terebratulina chrysalis erkenne ich darin, dass 
die Rippen flacher und selbst bei dem besten Erhaltungszustande nie sekörnt sind, sondern nur durch die 
Anwachslinien dachziegelförmig geschuppt erscheinen, während bei guter Erhaltung nur an den grössten und 
ältesten Exemplaren von Terebratulina chrysalis die Rippen in der Mitte glatt werden, an den Seiten aber 
unter der Loupe sich immer deutlich gekörnt zeigen; ferner vermehren sich bei der Art aus dem Gault die 
Rippen in der Regel durch Bifurcation, während bei Terebratulina chrysalis die Vermehrung durch Ein- 
schaltung Regel ist; endlich ist auch der Bau der Schlossplatte der kleinen Klappe von Terebratulina chry- 
salis etwas abweichend, wie die Vergleichung meiner Abbildungen zeigt. 

Die Farbe der Schalen scheint eine hell-leberbraune mit helleren und dunkleren concentrischen Rin- 
gen gewesen zu sein. 

Bald nach dem Erscheinen des grossen Davidson’schen Werkes über die englischen Kreide-Brachio- 
poden veröffentlichte E. Boll im Jahre 1856!) einen auf das Studium desselben begründeten Aufsatz, in 
welchem unter Anderem eine „Terebratulina Davidsoni sp. nov.‘‘, unter Bezugnahme auf Dav., t. 2, f. %6, 
aus dem „cenomanischen Lager von Gielow“ beschrieben wurde. Dass diese Art nicht mit Terebratulina 


1) Boll, Mekl. Arch. X. 


Martinana übereinstimmt, geht namentlich daraus hervor, dass die Rippen der meklenburgischen Art anfäng- 
lich gekörnt sein sollen, was indessen auch nach Davidson’s Abbildung bei der englischen Art des „Speeton- 
clay“ nicht der Fall zu sein scheint; vielmehr dürfte Terebratulina Davidsoni Boll eher mit der von 
A. Roemer als „Terebratula auriceulata“ beschriebenen Varietät der Terebratulina chrysalis ident sein. 

£ Vorkommen. Während Orbigny seine Art im Albien Frankreichs anführt, Davidson die überein- 
stimmende englische aus dem „‚Speeton-clay“ eitirt, nimmt dieselbe nach den übereinstimmenden Angaben 
von Strombeck und Credner im nordwestlichen Deutschland zwischen den beiden genannten Schichten ein 
sehr bestimmtes Niveau ein, welches durch die darin vorkommenden Petrefacten als Aequivalent der in die 
Oberregion des Aptien gehörigen Gargas-Mergel charakterisirt wird. Die bis jetzt bekannten norddeutschen 
Fundorte sind: Forstort Lehnshop bei Cremmlingen unw. Braunschweig, Forstort Mastbruch bei Braun- 
schweig, Thongruben bei Gretenbergen unweit Lehrte (Hann.). — 


Erklärung der Abbildungen. 
T. XXXVIIL £. 1, 2. Terebratulina Martiniana Orb. aus der Thongrube im Mastbruch bei Braun- 
schweig. Gargas-Mergel. — Ung. Samnl. 


2. Terebratulina chrysalis Schloth. sp. 1813. 


1798. Fauj. St. Fond, St. Pierre, t. 26, f. 7—9. 

1813. Terebratulites chrysalis Schloth., Leonh. Taschenb. VII, p. 113. 
=. = scaphula ” 5 Br. a ger 
ss — tenuissimus „, 2 » mn» 
1820. — chrysalis Schloth., Petr., p. 39. 


1821. Anomites striata Wahl., Nov. Act. Ups. VIII, p. 61. 
1822. Terebratula Defrancii Bronen., Env. Par. p. 383, t. 3, f. 6. 


1822. — striatula Mant., Suss., t. 25, f. 7,8, 12. 

1825. _ pentagonalis Phill, Yorksh. I, t. 1, f. 17. 

= u striatula 55 3 tere: 

1827. _ Detraneii Nilss. I, p. 35, t. 4, f. 7. 

1328. = —_ Dalman, Acad. Handl. I, p- 52. 

_ —_ E— Defrance, Diet. LIH, p. 163. 

— — Gervilllana  „. en "4 p., 157. 

1329, = striatula Sow., Min. C. VI, p. 69, t. 336, f. 3, 4 (non 5). 
1853. — Gervillii Woodw., Norf. t. 6, f. 14. 


_ — striatula Buch, Ter., p. 81. 
— 2 DeiranenBuch;, 7, BlS2: 


—_ chrysalis „, ne 
1336. — " striatula, Desh., Nouv. ed. Lam. VII, p. 360. 
— 2 Defranci, , ARTEN 121P233067. 
1537. _ Franeü His., Leth. Suee., p. 78, t. 22, f. 10. 


— chrysalis Bronn. Leth. geogn., p. 651, t. 30, f. 6. 
33* 


—_— 278 — 


1837. Terebratula striatula Buch, M&m. g6ol. Fr. III, p. 164, t. 16, f. 7. 
—_ _ Defranci _., H: ECHT. Cr 8 


1839. — _  chiysalis Gein., Char. I, p. 15. 

—_ —_ striatulas en! ya ple: 

1840. —_ striatulla ,„ „ a pE59t. 6,8012, 

1841. — auriculata A. Roem., Kreid., p. 39, t.-7, £. 9. ; 

—_ —_ striatula A. Roem., REN E 

_ — Defrancii,, 5 ‚ep, 40: 

—_ _ chrysalis „ 1; BEE “ 

_ — Faujasi ,„ » DIE EIER: 

_ = pectita „ Ei: RR Od 

1842. — striatula Gein,, an III, p. 86. 

— _ locellus Hag., N. Jahrb., p. 537. 

— 2 striathlane; „erg, p- 538. 

_ — chrysalis ,„ » na PR 
1843. — striatula Morris, Cat. 

1845. _ striatula Orb., Russia III, 2, p. 493, t. 43, f. 13—20. 
1846. — striatula Reuss, Verst. II, p. 49, t. 26, f. 2. 


= n- chrysalis  , e Be al ae open 

— — Faujasi N = 3p.:50, 1.026,04 

1847. Terebratulina Campaniensis Orb., Terr. Ort. IV, p. 60, t. 502, f. 13— 18. 
—_ — Dutempleana 2 ER Fr „ pP. 64, t. 504, f. 1—8. 

E striata 5 R NR EH, 0 IN. 
—  Terebratula chrysalis Dav., Geol. Journ., t. 18, f. 18, 20. 

1850. Terebratulina auriculata Orb., Prodr: I,'p. 175, et. 20, n0. 556. 

_ E— Campaniensis Orb., Prodr. II, p. 198, &t. 21, no. 173. 

= — elegans es # .B.258, 760422, 10. 953: 

_ striata ;, NEE ARNO: 95 

— Terebratula striatula Dixon, Suss., t. 27, f. 21. 

—_ — — Gein., Quad., p. 212. 


— nz auriceulata ‚, = Ast 

1m _ striata = » » 

1851.? _ Hagenowi Müll., Mon. ehe Kr.,-1I,-p:262 686,47. 16. 
— — striatula Boll, Zeitschr. g. G. IH, p. 447. 

_. — chrysalis ,, 5 Hagen ee „ 

E= _ Locellus , hs u he 


1852. Terebratulina striata Dav., Cret. Br., p. 35, t: 2, f. 13—25, 27, 28 (non f. 26). 
1854. Terebratula auriculata F. Roem., Zeitschr. g. @. VI, p. 136. 

_ — striatula ,, 2 3 en PELOEEINTE: 

_ — Defranci ,, Me 7 a a2 


— 279 — 


1855. Terebratula striata F. Roem., Zeitschr. g. G. VII, p. 539. 
1856. Terebratulina Davidsoni Boll, Mekl. Arch., X, p. 37. 


— —_ striatula „, a n ae leh 

Bi — striata N ” " FE) 

ri = locellus nassen "% „ mn 

_ u striata Koch, Zeitschr. g. G. VIII, p. 252. 

1857. — Defranei Stromb., Zeitschr. &. G. IX, p. 314. 

— —_ auriculata ,, N: EN lDEHN Se Janrb.inn 78D: 

— _ striatula „, 5 en ALTEN dahrb.. pr sonen 


1858. Terebratula Faujasii v. d. Marck, Zeitschr. g. G. X, p. 236. 

1859. Terebratulina striata Stromb., Zeitschr. g. G. XI, p. 38. 

1860. Terebratula Defranci Hosius, Zeitschr. g. G. XII, p. 77, 81. 

— — chrysalis Armbr., N. Jahrb., p. 221. 

1863. Terebratulina chrysalis Stromb., Zeitschr. &. G. XV, p. 157. 

1865. 7 striata Kunth, Stromb., Zeitschr. g. G. XVII, p. 325. 

Bemerkungen. Nach eingehender Untersuchung von etwa 900—1000 Exemplaren aus den ver- 
schiedenen Schichten der norddeutschen Kreide bin ich über die Begrenzung dieser Art zu einer fast ganz 
gleichen Ansicht gelangt, wie sie Davidson in seiner Monographie der britischen Kreide-Brachiopoden nieder- 
gelegt und ausführlich begründet hat. Ich darf mich daher ausser dem obigen „Synonymen - Verzeichnisse 
wohl ganz auf die genaue Beschreibung und die lehrreichen Bemerkungen dieses ausgezeichneten For- 
schers beziehen, indem ich nur einige Punkte kurz erörtere, in denen ich von demselben abweichen zu 
müssen glaube. 7 

Der erste Punkt betrifft den für unsere Art zu wählenden Namen. 

Davidson hat in Uebereinstimmung mit Orbigny Wahlenberg’s Anomites striatus hervorgezogen, 
indem er dabei die schon früher von Schlotheim für die Abbildungen, welche Faujas von einigen Exemplaren 
der in Rede stehenden Art gegeben hat, gebrauchten Namen in der Synonymik von Terebratulina striata 
Wahl. sp. anführt, während Orbigny dieselben unberücksichtigt gelassen hatte. Als Grund, weshalb David- 
son den Schlotheim’schen Namen chrysalis nicht angenommen, giebt er an, dass die Faujas’schen Abbildun- 
gen, für die Schlotheim diesen Namen geschaften hat, die Art nicht genügend darstellten. Da indessen kein 
Zweifel darüber aufkommen kann, welche Art Schlotheim mit diesem Namen bezeichnen wollte, und da der 
Schlotheim’sche Namen schon früh vielfach richtig verstanden und gebraucht ist, während der von keiner 
Abbildung begleitete Wahlenberg’sche zuerst 1347 von Orbigny aufecenommen wurde: so scheint es mir 
sowohl consequenter als zweckmässiger, auf den Namen Ter. chrysalis zurückzugehen. 

Die von Davidson angeführten Synonyme sehe auch ich sämmtlich als solche an und habe sogar 
noch eine Reihe weiterer hinzufügen können, über welche jener Gelehrte zweifelhaft ist. Dahin gehört 
namentlich Orbigny’s Terebratulina auriculata, Campaniensis, elegans, deren Originale ich im Jardin des 
Plantes zu untersuchen Gelegenheit hatte, und an denen ich keinerlei constante specifische Unterscheidungs- 
merkmale auffinden konnte; vielmehr schienen mir dieselben vollständig mit gewissen auch bei uns in ganz 
gleicher Weise vorkommenden Varietäten der Terebratulina chrysalis übereinzustimmen. — Dagegen möchte 
ich eine Form, über deren Zugehörigkeit zu dieser Art schon Davidson einigen Zweifel nicht unterdrücken 


— 230 — 


kann, als eine selbstständige Art betrachten: ich meine die von ihm auf t. 2, f. 26 aus dem Speeton- 
clay von Knapton abgebildete, welche mit Orbigny’s Terebratulina Martinana übereinzustimmen scheint; 
wegen der Unterschiede derselben von Terebratulina chrysalis verweise ich auf die Bemerkungen zu Tere- 
bratulina Martinana; s. a. ebendort über Terebratulina Davidsomi Boll. — Ueber die Beziehungen der in 
Rede stehenden Art zu der tertiären Terebratulina striatula Sow. sp. und der lebenden Terebratulina caput 
serpentis Linn. sp. hat sich Davidson ausgesprochen und verweise ich deshalb auf ihn. Ob aber Terebra- 
tulina fascieulata F. Sandb.!) constant von Terebratulina chrysalis sich unterscheiden lässt, wage ich wegen 
Mangels an genügendem Vergleichs-Material nicht zu entscheiden; indessen kommen in unserer Kreide 
Formen vor, welche der Sandberger’schen Abbildung ausserordentlich ähnlich sind. 

Der einfache Brachial-Apparat findet sich bei Terebratulina chrysalis zuweilen erhalten, und ist es 
mir gelungen, denselben namentlich an einigen Exemplaren aus der Tourtia von Essen und aus der obersten 
Kreide mit Belemnites mucronatus von Maestricht sehr deutlich darzustellen; diese Exemplare stimmen in 
der Form desselben sowohl unter einander als mit der von Davidson t. 2, f. 19 gegebenen Abbildung 
ganz überein. 

Vorkommen.. Terebratulina chrysalis findet sich meinen Erfahrungen zufolge in Norddeutschland 
von der zu Orbigny’s Cenoman-Etage gehörigen Tourtia (bei Essen z. B.) aufwärts fast in allen Schichten 
der Kreide-Formation, und zwar sind die Varietäten, welche man mit besonderen Species-Namen belegt hat, 
durchaus nicht auf gewisse Schichten beschränkt, wenn sich auch, wie das ja sehr natürlich ist, gewisse 
Varietäten oder „Racen‘ in bestimmten Schichten besonders häufig finden, die anderweit seltener sind. — 
So tritt z. B. die von Roemer als Terebratula aurieulata aus der Tourtia von Essen (= Hilsconglomerat 


A. Roem. — erster Grünsand der westfälischen Geologen) beschriebene häufigste Varietät nicht nur ganz 
übereinstimmend — wenn auch seltener — im ganzen unteren Pläner auf, sondern namentlich auch im 
Galeriten- und Scaphiten-Pläner, in der oberen Kreide mit Belemnites quadratus und mit Belemnites mu- 
cronatus. — Die gewöhnlich als Terebratulina Defrancei bezeichnete Form gehört bei uns vorzugsweise, der 


oberen Kreide mit Belemnites quadratus an, findet sich aber ganz ununterscheidbar schon im Galeriten-Plä- 
ner, und geht ziemlich häufig noch in die obere Kreide mit Belemnites mucronatus hinauf. Die grössten, 
vollständig ausgewachsenen Exemplare dieser interessanten Varietät finden sich in ungewöhnlich schöner 
Erhaltung in den tiefsten Schichten mit Belemnites quadratus über dem Eisenstein von Gross Bülten unw. 
Peine (Hannover). Ein von dort stammendes Exemplar, das grösste mir vorgekommene, welches dem von 
Orbigny t. 504, f. 14—16 abgebildeten an Grösse gleichkommt, zugleich eine sehr extreme Form, stellt meine 
Abbildung auf t. XXXVIIL f. 4 dar. — Die Form, welche Müller a. o. a. O. als Terebratula Hagenowi von 
Vaels (Holland) beschreibt, findet sich auch besonders häufig in der Unterregion der Schichten mit Belem- 
nites mucronatus bei Ahlten unw. Hannover (Gött. Univ.), zeigt aber dort die deutlichsten Uebergänge zu 
verschiedenen anderen Varietäten der Terebratulina chrysalis, und glaube ich dieselbe daher als selbststän- 
dige Art kaum anerkennen zu dürfen. 

Es würde zu weit führen, hier alle mir bekannt gewordenen norddeutschen Fundorte der Terebra- 
tulina chrysalis anzuführen, deren Anzahl ausserordentlich gross ist; sie wurde eben fast überall gefunden, 


ı) F. Sandb., Mainz., p. 385, t. 54, f. 3. E . 


i a 


wo Schichten der über dem Flammenmergel (obersten Gault) beginnenden Abtheilung der Kreideformation 
vorkommen; nur aus dem rothen Pläner mit Inoceramus labiatus Schloth. sp. habe ich noch keine unzwei- 
felhaften Exemplare gesehen. 


Erklärung der Abbildungen. 
T. XXXVIL f. 3, 4 Terebratulina chrysalis Schloth. sp. 
f. 3.  Tourtia (unterer Grünsand) von Essen (Westfalen) (— Terebratula auriculata A. Roem.) 
— Ung. Samnl. 
Ta, Obere Kreide mit Belemnites quadratus von Gross Bülten bei Peine (Hannover) 
(= Terebratulina Defrancei Auct.). 


D 


3. Terebratulina Seebachi sp. nov. 1866. 


Beschreibung. Kleine flache Art, von gerundeten Umrissen, wenig oder nicht länger als breit, 
die grösste Dicke in dem am Schnabel liegenden Drittel der Länge; mit zahlreichen, dicht stehenden, fein 
gekörnten, von den Wirbeln ausgehenden und sich durch unregelmässig wiederholte Einschaltung neuer 
schwächerer Rippchen vermehrenden Rippen versehen, die nach den Seitenrändern zu, namentlich auf der 
kleinen Klappe, in ähnlicher Weise wie bei Terebratulina graeilis und den arcuaten Peeten-Arten leicht ge- 
bogen sind; concentrische Anwachsringe von mässiger' Stärke. — Finige Spuren scheinen darauf hinzudeu- 
ten, dass die Farbe der Schale eine dunkel fleischrothe gewesen ist. — Grössere Bauchklappe sehr flach 
und nur zunächst dem Wirbel schwach gewölbt, in der Mitte mit einem sehr deutlichen Sinus nach Art der 
merkwürdigen liasischen Waldheimia Eugeni (Buch sp.) E. Eud.-Desl.; der ziemlich stumpfe und gerade 
vorstehende, nicht umgebogene Schnabel zeigt eine von sehr deutlichen, stark gekörnten Schnabelkanten be- 
grenzte falsche Area, welche durch das breite zweitheilige Deltidium auf einen sehr schmalen Raum be- 
schränkt ist; das grosse, lang-ovale Foramen schneidet oben mit einem Bogen die Schnabelspitze aus und 
wird an den Seiten durch die Deltidial- Platten und unten durch den Wirbel der kleinen Klappe begrenzt. 
Die kleine Rückenklappe ist weit stärker, besonders am Wirbel, gewölbt und bildet in der Mittellinie bis 
zur Stirn einen Rücken, von dem die Seiten flach abfallen; die zu den Seiten des Wirbels befindlichen 
mässig breiten Oehrchen bilden eine gerade Schlosslinie, welche breiter ist als ein Drittel der ganzen Klappe. 
Die inneren Charaktere sind unbekannt. Die grössten mir bekannten Exemplare messen 7 Millim. in der 
Länge bei 6—7 Millim. Breite. 

Bemerkungen. Diese kleine, sehr eigenthümliche Art ist in ihren unterscheidenden Merkmalen 
sehr scharf charakterisirt, und da sich dieselben an den mir vorliegenden etwa 120 Exemplaren sehr con- 
stant erweisen, so dürfte sie als eine gut begründete von den übrigen Arten der Gattung verschiedene an- 
zusehen sein. Auch treten diese Kennzeichen schon in sehr früher Jugend deutlich hervor, so dass auch die 
kleinsten Exemplare von 2—3 Millim. Länge schon mit Sicherheit zu bestimmen sind; nur fangen bei dieser 
Grösse die Rippen erst an, sich durch Einschaltung zu vermehren, oder sind noch ganz einfach. — Am näch- 
sten von allen übrigen Terebratulinen dürfte Terebratulina latirostris Suess !) mit der in Rede stehenden 
verwandt sein, doch hat jene einen viel weniger spitzen Schnabel und viel breitere Ohren. — Von der dem 


!) Suess, Stramb. Brach., II, p. 38, t. 4, f. 7, 8. 


—  DBB — 


Umrisse nach nahestehenden Terebratulina rigida unterscheidet sich unsere Art besonders durch den Sinus 
der grossen und die stärkere Wölbung der kleinen Klappe, durch den geraden Schnabel und das grosse 
Foramen; von Terebratulina chrysalis durch die rundere und flachere Form, durch den Sinus der grossen 
Klappe und durch den geraden Schnabel. 

Vorkommen. Terebratulina Seebachi wurde in grösserer Anzahl zuerst von dem verstorbenen 
. Armbrust in Hannover in der Unterregion der Schichten mit Beleinnites mucronatus bei Ahlten unw. Hannover 
gesammelt, und sind mit dessen Sammlung zahlreiche Exemplare in den Besitz des paläontologischen Mu- 
seums der Universität Göttingen übergegangen, die mir durch die zuvorkommende Güte meines Freundes, 
des Herrn Professor K. von Seebach, zur Untersuchung anvertraut wurden. Ausserdem kenne ich einzelne 
Exemplare aus den gleichen Schichten von Schwichelt bei Peine (Hannover), wo sie vom Herrn Forstmeister 
von Unger, und von Lüneburg (Hannover), wo sie von mir selbst gesammelt wurden. Aus anderen der 
Kreideformation zugehörigen Schichten und Localitäten ist mir die in Rede stehende Art noch nicht bekannt 
geworden; doch zweifle ich kaum, dass es bei gehöriger Aufmerksamkeit gelingen wird, diese bei ihrer 
verhältnissmässigen Seltenheit und Kleinheit dem Auge des Samnlers leicht entgehende Form noch an an- 
deren Fundorten nachzuweisen, wo sich dieselben Schichten befinden. 

Dagegen habe ich eine ganze Reihe von Exemplaren einer Terebratulina aus unter-oligocänen Schichten 
von Neu-Gatersleben, Atzendorf und Wolmirsleben (preuss. Prov. Sachsen) untersucht, die sich kaum von 
der Terebratulina Seebachi aus der oberen Kreide unterscheiden lässt, und die ich deshalb einstweilen als 
Terebratulina cf. Seebachi bezeichne. Bei einigen dieser tertiären Exemplare ist auch der Brachial-Apparat 
zum Theil erhalten. — 

Erklärung der Abbildungen. 
T. XXXVILIL f£. 5,6. Terebratulina Seebachi sp. nov. Obere Kreide mit Belemnites mucronatus, 
Unterregion. 
Lan: Typus der Art von Ahlten unw. Hannover. — Gött. Univ. 
146, Jugendform vom Zeltberge bei Lüneburg (Hannover). 
T. XXXVII, f£.7. Terebratulina cf. Seebachi. Unter-Oligocän von Wolmirsleben (preuss. Prov. 
T Sachsen.) — Berl. M. 


4. Terebratulina Gisei Hag. sp. 1841. 
Vor 1841. Terebratula Gisii Hag. in lit. 


A 1841. Terebratula Gisii A. Roem., Kreid., p. 4. 
1842. —_ Gisii Hag., N. Jahrb., p. 537. 
1847. — — Müll, Mon. Aach. Kr. I, p. 14. 
1551. — Gisei Boll, Zeitschr. g. G. III, p. 447, 465, 467. 
1355. — Gisii FE. Roem., „..... VII 2.539. 


1356. Terebratulina Gisei Boll. Mekl. Arch. X, p. 39. 
1360. Terebratula Gisei Bosq., Faun. Fl., p. 390. 


Bemerkungen. Da meines Wissens diese von Hagenow sehr genau und kenntlich beschriebene 
Art sich noch nicht abgebildet findet, so dürften die unten gegebenen Darstellungen dieser äusserst zierlichen 


—_— 23 — 


und eleganten Form nicht unwillkommen sein, während eine nochmalige Beschreibung überflüssig erscheint; 
ich möchte mir nur zu der von Hagenow gegebenen einige Zusätze erlauben. Der erste betrifit die Rippen, 
deren Zahl nach dem mir vorliegenden Materiale unter 13 bis auf 10 hinabgeht. Auch ist die Berippung 
nicht immer so ganz einfach, wie Hagenow angiebt, sondern es kommen in seltenen Fällen noch neue Rippen, 
welche nicht in den Wirbeln ihren Ursprung nehmen, zu den ursprünglichen durch Einschaltung hinzu. — 
Die dicken Schalen sind innen am Rande ziemlich grob gekerbt. Den Brachial-Apparat konnte ich an keinem 
meiner Exemplare beobachten, und liegen überhaupt über den inneren Bau dieser Art noch keine speecielleren 
Beobachtungen vor. In dem Verzeichnisse der in der Kreide Limburgs vorkommenden Petrefacten stellte 
Bosquet dieselbe zu Terebratula, da das Armgerüst dem Typus der echten Terebrateln entspreche; indessen 
theilt mir derselbe soeben schriftlich mit, dass diese Angabe auf einem Irrthum beruhe, und die Art bei 
Terebratulina verbleiben müsse. — Die grössten mir bekannten Exemplare der -Terebratulina Gisei erreichen 
nicht über 7—8 Mm. Länge. 

Im Jahre 1851 beschrieb Müller !) unter dem Namen Terebratula Bosqueti eine kleine Terebratulina 
aus dem „Mergel von Vaels,“ ohne auf deren Beziehungen zu der damit vorkommenden Terebratulina Gisei 
Hag. sp. näher einzugehen. Leider habe ich noch nicht Gelegenheit gehabt, Exemplare dieser Art zu unter- 
suchen; dieselbe scheint jedoch der letztgenannten nach Beschreibung und Abbildung ausserordentlich nahe 
zu stehen, so dass die Verschiedenheiten, welche namentlich darin gefunden zu werden scheinen, dass Tere- 
bratula Bosqueti nicht gekörnte, sondern mit treppenartigen Absätzen verzierte Rippen hat, und dass die 
Schnabelöffnung derselben grösser ist, vielleicht nur Folge des verschiedenen Erhaltungzustandes sind. In- 
dessen führt auch Bosquet in dem obengenannten Verzeichnisse Terebratulina Bosqueti neben Gisei auf, und 
nennt sogar noch den Namen einer neuen der Terebratulina Bosqueti nahestehenden Art, Terebratulina costata, 
ohne dieselbe jedoch weiter zu beschreiben. , 

Vorkommen. $o häufig die in Rede stehende kleine Art local auftritt, scheint dieselbe doch noch 
nicht in grosser Verbreitung nachgewiesen zu sein. Die einzigen mir bekannten Fundorte sind die obere 
Kreide mit Belemnites mucronatus vom Schneeberge bei Vaels unw. Aachen, und von der Insel Rügen; 
ausserdem auf secundärer Lagerstätte im Diluvium Meklenburgs. 

Erklärung der Abbildungen. 
T. XXXVIIL, f. 8,9. Terebratulina Gisei Hag. sp. vom Schneeberge zwischen Vaels und Vetschau 
bei Aachen. Obere Kreide mit Belemnites mucronatus. 


5. Terebratulina rigida Sow. sp. 1829. 
1829. Terebratula rigida Sow., Min. C. VI, p. 69, t. 536, f. 2. 


1333. — gracilis Buch (z. Th.), Ter., p. 84. 

1839. — gracilis Gein., Char. I, p. 16. 

1840. — gracilis Gen. „ II p. 59. 

1841. ornata A. Roem., Kreid. p. 40, t. 7, f. 10 a—c. 
—? — gracilis A. Roem., (z. Th.) Kreid., p. 40. 


1) Müll., Mon. Aach. Kr. II, p. 62, t. 6, f. 17. 
Palaeontographica, XIII, 6. 


— 284 — 


1841. Terebratula radians A. Roem., Kreid., p. 114. 
1846. — gracilis Gein., Grundr. p. 504, t. 21, f. 10. 

_ —_ —  Reuss, verst. II. p. 49, t. 26, £. 1, t. 42, f. 24. 
1847. Terebratulina gracilis Orb., Terr. Cret. IV, p. 61, t. 503, f. 1—6. 

1850. Terebratula ornata Zeuschn., Jahrb. Reichsanst. I, p. 244. 

—  Terebratulina gracilis Orb., Prodr. II, p. 198, et 21, no. 174; p. 258, et. 22, no. 955. 
—_ _ ornata Orb., „mm. 258Pret.’ 22.020.956: 

1852. — subgracilis Orb., Prodr. III, Register, p. 169. 

1852. Terebratulina gracilis Dav. (z. Th.), Cret. Br., p. 38, t. 2, f. 13, 15—17. (monf. 14) 
—  Terebratula gracilis Qu. (z. Th.), Handb., p. 462, t. 37, f. 8. 

—? — Guadalupae F. Roem., Kreid. Tex., p. 82, t. 6, f. 3. 

1856. Terebratulina ornadelta Boll, Mekl. Arch. X, p. 39. 

1860. ? Terebratula graciis Armbr., N. Jahrb., p. 221. 

1863. Terebratulina graeilis und ornata Stromb., Zeitschr. g. G. XV, p. 158. 

Beschreibung. Kleine kreisrunde, oder etwas längliche, dreiseitig-abgerundete Art, seltener breiter 
als lang. Schalen-Oberfläche mit einer veränderlichen Anzahl erhabener, bei guter Erhaltung fast immer 
deutlich gekörnter Radialreifen versehen, welche bald sich rasch, zuweilen durch Bifurcation, meistens aber 
durch unregelmässig wiederholte Einschaltung neuer schwächerer Rippen vermehren, die bald bis zu der 
Stärke der ursprünglichen anwachsen und bis zum Rande gehen; concentrische Anwachsringe mehr oder weniger 
deutlich. Länge 7”—8Mm., Breite 6—7 Mm., Dicke 3 Mm.; bei der kleineren Variatät: Länge 4 Mm. Breite 
21, —3", Mm., Dicke 11, —2!/, Mm. — Grosse Bauchklappe convex, in der Mittellinie meistens schwach abge- 
plattet, wodurch an der Stirn zuweilen eine Zweilappigkeit entsteht. Schnabel mässig vorragend, überge- 
bogen; Foramen klein, länglich, z. Th. von dem Wirbel der kleinen Klappe begrenzt; falsche Area von mäs- 
siger oder geringer Höhe, durch die Schnabelkanten deutlich abgegrenzt. — Die kleinere Dorsalklappe ist 
schwach gewölbt oder platt, und besitzt einen geraden Schlossrand von ınässiger Breite. Die Verbindungs- 
linie der beiden Klappen liegt ziemlich in einer Ebene, und ist nur zuweilen an der Stirn schwach nach der 
Dorsalseite hinaufgebogen. Ueber den inneren Bau ist wenig zu bemerken, da derselbe ganz dem Typus 
der Gattung Terebratulina entspricht. Der sehr einfache Brachial-Apparat, der nur sehr selten einigermassen 
deutlich zu beobachten ist, besteht aus zwei kurzen, von den Schlossplatten ausgehenden, mässig convergirenden 
Armen, die, ohne die Mitte der Länge der Schale zu erreichen, sich zu einem geschlossenen Ringe ver- 
einigen. Die Schalen sind bei kleinen Exemplaren verhältnissmässig dicker als bei grösseren, namentlich in 
der Wirbelgegend beider Klappen am stärksten, wo die Muskel-Eindrücke oft sehr deutlich sind. Nach dem 
fein gekerbten Rande ziehen sich strahlenförmige schwache Längsfurchen, deren Verlauf zuweilen auf der 
ganzen inneren Schalenfläche sich verfolgen lässt. 

Bemerkungen. Unter den Formen, die gewöhnlich unter dem Namen Terebratulina gracilis 
Schloth. sp. zusammengefasst werden, lassen sich nach den mir vorliegenden (an 2000) Exemplaren, wie mir 
scheint, zwei Arten constant unterscheiden, von denen diejenige, für welche meines Erachtens der Namen 
Terebratulina gracilis beizubehalten sein würde, weitaus die seltenere und zugleich viel weniger verbreitete 
ist, während die andere, häufigere Art mit derjenigen Form übereinstimmt, welche Sowerby unter dem Namen 
Terebratula rigida zuerst abgebildet hat. Indessen macht auch die bestimmte Fixirung der letzteren Art, 


— 285 — 


welche ich in der obigen Beschreibung versucht habe, einige Schwierigkeit, da sich dieselbe ganz ungewöhn- 
‚lich variabel zeigt, eine Eigenthümlichkeit, die mehren Arten dieser zierlichen Gattung zuzukommen scheint. 
Dazu kommt noch, dass auch die verticale Verbreitung eine sehr grosse ist, indem sich die zu Terebratulina 
rigida zu rechnenden Formen von den tiefsten norddeutschen Cenoman-Schichten aufwärts durch die ganze 
Kreide-Formation finden; dabei scheinen sich manchmal local und in bestimmten Schichten vorwiegend ganz 
bestimmte Varietäten zu finden, denen man dann fast geneigt sein möchte, den Werth selbstständiger Arten 
beizulegen, wenn sich nicht bei grossem Material doch wieder deutlich die Zwischenstufen erkennen liessen, 
welche diese Varietäten mit anderen und mit der Grundform verbinden. — Sehr richtig hat schon Boll a. o. 
a. OÖ. die specifische Uebereinstimmung aller dieser Formen erkannt. — Ob zu denselben auch noch Tere- 
bratula Guadalupae F. Roem., die sich nach der Zeichnung durch eine verhältnissmässig stark gewölbte 
kleine Klappe auszeichnet, zu rechnen ist, dürfte sich nur durch Vergleichung des im Museum zu Bonn 
befindlichen Original-Exemplars mit Sicherheit entscheiden lassen; indessen scheinen mir die Unterschiede 
kaum zu einer specifischen Abtrennung zu genügen. — 

ce. Als Grundform muss wohl am richtigsten diejenige angenommen werden, welche unter den zuerst 
auftretenden die häufigste ist; danach hätten wir als solche die in t. XXXVIIL, f. 10 dargestellte anzusehen. 
Es ist dies eine kleine rundlich-dreiseitige Form mit zahlreichen, deutlich fein-gekörnten Rippen; die kleine 
Klappe ist nur in der Wirbelgegend schwach gewölbt und verflacht sich dann nach allen Seiten hin bis an 
die Ränder; die grösste Breite liegt bei 2/;, die grösste Dicke bei ?/, der Länge vom Schnabel ab. Der 
gerade Schlossrand beträgt kaum mehr als i/, der Breite der kleinen Klappe; die ganze Breite ist der 
Länge ziemlich gleich. — Besonders häufig findet sich diese Form im norddeutschen unteren Pläner, ganz 
übereinstimmend jedoch auch im oberen Pläner, besonders in den Scaphiten- Schichten Norddeutschlands, 
Sachsens und Böhmens, sowie in den noch viel jüngeren Kreideschichten mit Belemnites mucronatus, z. B 
bei Ahlten und Schwicheldt (Hannover); nur ist bei diesen Exemplaren aus jüngeren Schichten die Schalen- 
oberfläche selten so gut erhalten, dass die feine Körnelung der Rippen eben so deutlich hervortritt, wie be- 
denen des unteren Pläners. 

ß. Neben dieser Grundform finden sich im unteren Pläner jedoch auch länglichere und stärker ge- 
wölbte (— Terebratula ornata A. Roem., Kreid. t. 7, f. 10). 

y. Zu allen diesen Formen gesellen sich im oberen Pläner solche, welche bei gleicher Grösse eine 
etwas geringere Anzahl von weniger deutlich gekörnten Rippen zeigen; dabei bleibt die Wölbung der kleinen 
Klappe stets sehr flach. Diese Varietät, welche mit der auch in ihrer Begleitung nicht fehlenden Grund- 
form durch die deutlichsten Uebergangsstufen verbunden ist, findet sich besonders häufig in dem sächsischen 
und böhmischen oberen Pläner, wo man sie z.B. bei Bilin und Rannay (Böhmen) zu Hunderten sammeln kann. 

ö. Auf der andern Seite führt eine ununterbrochene Reihe von Zwischenstufen zu einer immer 
grösser werdenden, aber gewöhnlich sehr feinrippigen Form, die ich in t. XXXVIIL, f. 15, 16 dargestellt 
habe, und die sich vorzugsweise im oberen Grünsande Westfalens (vom Alter des oberen Pläners), im oberen 
Pläner der Gegend von Quedlinburg am Harz (Preussen), sowie im böhmischen ‚‚Plänermergel“ der Gegend 
von Laun in ausserordentlicher Häufigkeit findet (s. a. Terebratula gracilis Gein., Grundr. t. 21, f. 10), 
während sie im eigentlichen unteren Pläner Norddeutschlands ausser der Tourtia noch nicht angetrofien 
wurde. Bei dieser Varietät wird die Körnelung der Rippen immer undeutlicher und kann daher, wenn die 


Erhaltung nicht eine sehr gute ist, leicht übersehen werden; der Umriss wird mit der Grösse immer rund- 
39* 


— 286 — 


licher, während die Dicke der Schale nicht im Verhältniss zum Wachsthum zunimmt; die Bauchklappe ist 
oft in der Mitte der Länge nach sinus-artig deprimirt; die kleinere Rückenklappe ist nur am Wirbel schwach 
gewölbt, nach den Rändern zu aber oft concav. — Auch verschiedenartige Missbildungen kommen nicht sel- 
ten vor, was bei so grosser Häufigkeit nicht auffallend ist. — Diese letztbeschriebene Varietät ist es, welche der 
Schlotheim’schen gracilis, so wie ich dieselbe auffasse, am ähnlichsten wird, ohite dass es mir jedoch gelungen 
ist, wirkliche Uebergangsformen zu der letzteren aufzufinden, welche unten weiter besprochen werden wird. 

Vorkommen. Terebratulina rigida findet sich, wie schon oben angedeutet, in Norddeutschland 
in allen Schichten des unteren und oberen Pläners und der über dem letzteren folgenden Belemniten-Kreide. 
Es liegen mir Exemplare vor: 

1) aus der Tourtia von Essen in Westfalen (var. ö in Roem. I. Samml.) und von Wolfenbüttel in 

Braunschweig (var. « und y in Beckm. und Stromb. Samm!.); 

2) aus dem unteren Pläner von vielen Oertlichkeiten der Umgegend von Salzgitter und Sarstedt 
(Hannover) und von Langelsheim (Braunschweig) — sämmtliche Formen ausser 6; 

3) aus dem oberen Pläner der Umgegend von Salzgitter, Liebenburg, Beuchte und Vienenburg (Han- 
nover), von Quedlinburg, Suderode, Neinstedt und Langenstein am Harz (preuss. Prov. Sachsen), 
von Rothenfelde unw. Osnabrück (Hannover), von Ahaus und Aplerbeck in Westfalen (Münst. 
Gymn.); ausserdem von Strehlen bei Dresden, von mehren Localitäten der Umgegend von Teplitz, 
Bilin, Rannay, Laun, Kosstitz, Kütschau, Worasitz in Böhmen, u. s. w. Sänmmtliche oben be- 
schriebene Formen. — Was Herr von Strombeck 1. ec. über das Nichtvorkommen dieser Art in 
dem oberen Pläner in den Vorbergen des Harzes westwärts von Blankenburg und in Westfalen 
sagt, dürfte hiernach nicht mehr zutreffend erscheinen. 

4) aus der oberen Kreide mit Belemnites quadratus vom Sudmerberge bei Goslar — var. y ziem- 
lich selten. 

5) aus der oberen Kreide mit Belemnites mucronatus von Ahlten unw. Hannover (Gött. Univ.) und 
von Rosenthal bei Peine (Hannover); — besonders die Form «, jedoch nicht häufig. 

Orbigny giebt in der Pal6ontologie francaise das Vorkommen der in Rede stehenden Art für Frank- 
reich als auf das Turonien superieur beschränkt an, während er sie im Prodrome im S6nonien sowohl als 
im Turonien auffübrt; im Register zum Prodrome citirt er indessen die Form des Turonien als besondere 
Art unter dem neuen Namen Terebratulina subgracilis und behält für die senone Art den Namen gracilis 
bei. — Davidson eitirt seine Terebratulina gracilis aus englischem Lower und Upper Chalk, d. h. aus oberem 
Pläner und oberer Kreide mit Belemnites quadratus und mucronatus; zugleich führt er an, dass sie in West- 
Norfolk auch im Gault gefunden sein solle, bemerkt aber ausdrücklich, dass er selbst nie Exemplare aus 
tieferen Schichten als dem Lower Chalk gesehen habe. Das Vorkommen in so tiefen Schichten, wie der 
untere Pläner, dürfte daher mit Sicherheit nur aus Deutschland nachgewiesen sein, wo es auch Geinitz für 
Sachsen und Böhmen als Seltenheit angegeben hat. 

Erklärung der Abbildungen. 
T. XXXVIJ £. 10—17. Terebratulina rigida Sow. sp. 
f. 10, 11. Grundform « aus dem unteren Pläner des Mahnerberges bei Salzgitter (Hannover). 
5212; Dieselbe aus der Unterregion der oberen Kreide mit Belemnites mucronatus von 
Ahlten unw. Hannover. — Gött. Univ. 


T. XXXVI, £ 13. Varietät ß aus dem unteren Pläner vom Mahnerberge bei Salzgitter (Hannover). 
f. 14. Varietät y aus dem oberen Pläner („Grünsand‘‘) von Rothenfelde unw. Osnabrück 
(Hannover). ; 
f. 15, 16. Varietät ö aus dem oberen Pläner bei der Steinholzmühle unw. Quedlinburg (Preussen). 
I Missbildung derselben Varietät aus dem Reuss’schen „Plänermergel“ des Rannay- 


Berges bei Laun (Böhmen.) 


6. Terebratulina gracilis Schloth. sp. 1813. 
1813. Terebratulites gracilis Schloth., Leonh. Taschenb. VII, p. 112, t. 3, f. 3. 
1841. Terebratula gracilis A. Roem. (z. Th.), Kreid., p. 40. 
1847. _ —  Müll., Mon. Aach. Kreid., I, p. 15. 
1852. Terebratulina gracilis Dav. (z. Th.), Cret. Br., p. 38, t. 2, f. 14. (non f. 13,15—17). 
—  Terebratula gracilis Qu. (z. Th.), Handb., p. 462, t. 37, f. 9. 
1856. Terebratulina gracilis Boll, Mekl. Arch. X, p. 39. 

Beschreibung. Von mittler Grösse, nahezu kreisrund, kaum länger als breit, sehr flach; Länge 
12 Mm., Breite 11 Mm., Dicke 2—3 Mm. Schalenoberfläche mit zahlreichen, zuweilen durch Bifurcation, ge- 
wöhnlich aber durch unregelmässige, wiederholte Einschaltung vermehrten, fein gekörnten Radialrippen ver- 
ziert, die an den Seiten etwas nach auswärts gebogen sind, concentrische Anwachslinien ziemlich zahlreich 
und deutlich; die Verbindungslinie der beiden Klappen bildet eine in einer Ebene liegende Linie. Die 
grössere Bauchklappe ist mässig gewölbt und von kreisrunder Form, aus welcher nur der sehr spitze Schnabel 
vorspringt. Der Schnabel ist übergebogen und ragt sehr wenig über die Dorsalklappe hervor, besitzt keine 
Area, auch keine Schnabelkanten; das Foramen ist sehr klein, von ovaler Form, und nach der Stirnseite zu 
von dem ziemlich breiten zweitheiligen Deltidium begrenzt, dessen Theile sich gewöhnlich nicht berühren. 
Die kreisrunde Rückenklappe ist platt oder concav, und am Wirbel mit sehr kleinen, stumpfen, kaum be- 
merkbaren Oehrchen versehen, welche keine gerade Schlosslinie bilden. Die Schale ist dünn, innen an den 
Rändern, nach denen von den Wirbeln aus feine Furchen ausstrahlen, sehr fein gekerbt; Muskeleindrücke 
in beiden Klappen nicht stark ausgeprägt. Die Zähne der Bauchklappe, sowie die Schlossplatte der Rücken- 
klappe kräftig entwickelt. Vom Brachial-Apparat konnte ich nur die convergirenden Anfänge der absteigen- 
den Lamellen beobachten, und verweise ich deshalb auf Quenstedt’s oben eitirte Abbildung eines Rügen’schen 
Exemplars. 

Bemerkungen. Diese Art, die ich von den meistens zu Terebratulina gracilis Schloth. sp. ge- 
rechneten Formen als eine selbstständige ausscheiden zu müssen glaube, stimmt so vollkommen mit der von 
Schlotheim 1. ce. gegebenen Abbildung, sowie mit dem Original-Exemplare zu derselben überein, dass meines 
Erachtens gerade auf sie der Namen Terebratulina gracilis Schloth. sp. übertragen werden muss, während 
der andern Art nach den Gesetzen der Nomenclatur der Namen Terebratulina rigida Sow. sp. zukommen 
würde. — Die Hauptunterschiede von letzterer erkenne ich ausser der fast immer bedeutenderen Grösse darin, 
dass Terebratulina gracilis einen weit spitzeren Schnabel ohne Schnabelkanten und ohne falsche Area hat 
sowie dass ihr der bei Terebratulina rigida stets vorhandene gerade Schlossrand der kleinen Klappe fehlt. 
Diese Merkmale sind bei allen Exemplaren. die ich bisher zu sehen Gelegenheit gehabt sehr, constant, sowie 


— 288 — 


überhaupt die in Rede stehende Art weit weniger variabel zu sein scheint, als die in ihren extremen For- 
men oft schwer festzuhaltende Terebratulina rigida. Die Veränderlichkeit, der Terebratulina graeilis beschränkt 
sich nach den mir vorliegenden’ 20 Exemplaren meiner Sammlung und den zahlreichen, die ich in anderen 
Sammlungen gesehen, ausschliesslich auf das Verhältniss zwischen der Länge und Breite, und schwankt in- 
nerhalb sehr geringer Grenzen, indem bei meinen breitesten Formen die Länge der Breite gleich ist, wäh- 
rend dies Verhältnisss bei den längsten Formen = 8:7 sich ergiebt. — 

Von Terebratulina Bourgeoisi Orb. sp. (s. v. p. 10) unterscheidet sich Terebratulina gracilis durch 
schwächere Wölbung uud durch gröbere und deutlicher gekörnte Rippen. 

Eine sehr gute Darstellung der echten Terebratulina gracilis hat Davidson 1. c. t. 2, f. 14 ge- 
geben. Durch die gefällige Mittheilung des Herrn Professor Beyrich bin ich in den Stand gesetzt, das 
Original-Exemplar, welches Schlotheim zu seiner ersten Abbildung benutzte, noch einmal genauer abzubil- 
den und so diese vielgenannte Art mit Bestimmtheit festzustellen. 

Vorkommen. Terebratulina gracilis scheint auf die obere Belemniten-führende Kreide beschränkt 
zu sein, in der sie am Schneeberge zwischen Vaels und Vetschau unw. Aachen ziemlich häufig in Gesellschaft 
von Belemnites mucronatus vorkommt. Unzweifelhafte Exemplare derselben Form sah ich in grösserer An- 
zahl aus der gleichalterigen Rügener Kreide (Berl. M., Stromb. Samml.), während sie mir in Hannover und 
Braunschweig noch nicht vorgekommen ist. Schlotheim’s Original stammt aus der englischen Kreide, wo 
nach Davidson die typische Form in dem .„Chalk“ von Norwich vorkommt. 

Erklärung der Abbildungen. 
T. XXXVIL f£. 15—20. Terebratulina gracilis Schloth. sp. 
1.118: Original Schlotheim’s aus der oberen Kreide Englands. — Berl. M. 
f. 19, 20. Aus der oberen Kreide mit Belemnites mucronatus vom Schneeberge zwischen Vaels 
und Vetschau bei Aachen. 


II. Lyra Cumberland 1816. 


Innerhalb der gewöhnlich als Terebratella Orb. bezeichneten Terebratuliden-Gattung zeichnet sich 
eine kleine Gruppe von Formen aus, welche mit einem auffallend langen und geraden Schnabel versehen 
sind und als deren Typus man die von Sowerby 1818 unter dem Namen Terebratula lyra beschriebene, von 
Cumberland jedoch schon früher mit dem Namen Lyra Meadi bezeichnete und an Sowerby mitgetheilte Art 
anzusehen hat. Diese Formenreihe, welche nach den seitherigen Erfahrungen auf die Kreide-Formation 
beschränkt zu sein scheint, ist im nordwestlichen Deutschland nur durch die unten beschriebene Lyra Ko- 
nincki Bosq. sp. vertreten. Da ich in den unten folgenden Bemerkungen über diese Art die ganze Formen- 
gruppe, in welche dieselbe gehört, ausführlicher besprochen habe, so dürfte es überflüssig sein, hier speciel- 
ler darauf einzugehen. 


—_— 2389 0 — 


1. Lyra Konincki Bosq. sp. 1854. 


1854. Rhynchora Konincki Bosq., Nouv. Brach., p. 7 (201), f. 7.18. 
1860. Terebratella Konincki Bosq,, Faun. Fl., p. 390. 


Beschreibung. Grosse längliche, unregelmässig ovale, mässig convexe Art, deren grösste Breite 
und Dicke etwa im ersten Drittel der Länge der kleinen Klappe (vom Wirbel ab gerechnet) sich befindet. 
Grösse verschieden; bei dem grössten Exemplare: ganze Länge etwa 32 Mm., Breite etwa 20, Dicke 
13 Mm., Länge der kleinen Klappe 20 Mm. — Die Schalenoberfläche ist mit zahlreichen hohen, aber nicht 
sehr scharfen Rippen verziert, welche in geringerer Zahl (7—10) von den Wirbeln ausgehend sich in ihrem 
Verlaufe durch häufige, unregelmässig wiederholte Bifurcation stark vermehren, so dass eine kleine Klappe 
bei der Länge von 18 Mm. bereits etwa 38 Rippen erkennen lässt, die an Stärke einander ziemlich gleich 
sind. Die concentrischen Anwachslinien sind oft in einiger Entfernung von einander stark markirt; ihre 
Form zeigt deutlich, dass die Art im Jugendzustande, abgesehen von dem Schnabel der grösseren Klappe, 
verhältnissmässig breiter als lang ist, was auch aus einem vorliegenden jüngeren Exemplare hervorgeht. — 
Die Färbung der Schale ist leberbraun. 

Die grössere Klappe ist ziemlich gleichmässig gewölbt und hat einen langen, gerade vorstehenden 
oder nur wenig gekrümmten, sich allmählich zuspitzenden Schnabel, der aber bei allen mir vorliegenden, 
Exemplaren nicht vollständig erhalten, sondern am oberen Ende stets abgebrochen ist; deutliche Schnabel- 
kanten begrenzen eine breite und sehr hohe, platte Area, welche ausser den Anwachslinien mit deutlichen 
feinen, senkrecht gegen die letzteren stehenden Linien gezeichnet ist, wie bei den Spiriferen. Das undeut- 
lich zweitheilige, etwas mehr als !/; der Breite der Area einnehmende Deltidium hat deutliche Anwachslinien, 
die in einem stumpfen Winkel nach oben gebogen sind. 

Die kleine Klappe ist flacher als die grosse, fast gleichmässig gewölbt, und nur bei den grössten 
Exemplaren mit einem sehr schwachen, kaum merklichen Längswulst in der Mitte versehen. Die Verbin- 
dungslinie beider Klappen liegt daher fast genau in einer Ebene. j 

Die inneren Merkmale sind nur unvollständig bekannt. Im Schnabel habe ich die beiden Längs- 
Scheidewände, die Davidson ') bei Lyra Meadi Cumb. (— Terebrirostra Iyra Dav.) beschreibt und abbildet, 
nicht deutlich beobachtet, doch werden sie von Bosquet 1. c. angeführt. Die kleine Klappe hat eine stark 
entwickelte Schlossplatte, von der aus sich ein kräftiges, ziemlich hohes Dorsalseptum bis etwa zur Mitte 
der Länge erstreckt. Die lange, ähnlich wie bei Waldheimia geformte Schleife reicht bis nahe an die Stirn 
und scheint doppelt befestigt zu sein, an der Schlossplatte und am Septum, wie bei Terebratella. 

Schalenstructur sehr deutlich und dicht punktirt. 

Bemerkungen. Diese merkwürdige und seltene Art, die ich noch einmal abgebildet und aus- 
führlicher beschrieben habe, weil die vorhandenen Abbildungen, sowie die nicht ganz vollständige Beschrei- 
bung Bosquet’s vielen deutschen Paläontologen wohl nicht ganz leicht zugänglich ist, liegt mir in 4 Exem- 
plaren vor, welche sämmtlich von einem und demselben Fundorte stammen. Drei derselben, der paläonto- 
logischen Universitäts-Sammlung zu Göttingen gehörig, sind fast ganz vollständig, nur am oberen Ende des 


!) Davidson, Cret. Br. p. 34, t. 3, f. 28. 


— 20 — 


Schnabels zerbrochen, während von dem vierten, welches mein Onkel, Herr Forstmeister von Unger zu See- 
sen gesammelt hat, nur die kleine Klappe erhalten ist. Zwei der Göttinger Exemplare waren innen 
z. Th. mit einem lockeren Mergel angefüllt, und ist es mir durch vorsichtige Entfernung desselben ge- 
lungen, den kalkigen Brachial-Apparat theilweise blosszulegen. Indessen ist derselbe einestheils durch die 
Zerdrückung, welche alle diese drei zweiklappigen Exemplare während ihres Versteinerungs-Processes erlitten 
haben, anderntheils durch die im Innern überall angesetzten Kalkspath-Krystalle, und endlich dadurch, dass 
das Gerüst zum Theil noch von einer harten Gesteinsmasse eingeschlossen ist, die nicht durch die Präpa- 
ration entfernt werden konnte, in einem solchen Zustande, dass meine Versuche, ihn ohne eine mehr oder 
weniger hypothetische Restauration durch Zeichnungen deutlich wiederzugeben, vergeblich gewesen sind. 
Ich bemerke daher ausdrücklich, dass die Darstellung des inneren Baues, die ich in t. XXXVIL, f. 23 ge- 
geben habe, nicht nach einem einzigen vollkommenen Exemplare gemacht ist, sondern dass ich dabei zu- 
sammengestellt habe, was sich an zwei Exemplaren beobachten liess, und dass einige zerbrochene und 
zeıdrückte Stellen in der Zeichnung restaurirt sind. Uebrigens finden diese Ergänzungen durch die Beobach- 
tungen eine theilweise Bestätigung, welche Suess an den Exemplaren aus dem Neocom der Käsern-Alp 
(Canton Schwyz) gemacht hat, und die ihn veranlasst haben, die generische Uebereinstimmung dieser Form 
mit Arten wie Terebratula flavescens Lam. als wahrscheinlich hinzustellen. ) — Von einer Anheftung der’ 
absteigenden Lamellen an das Septum, wie sie bei den Terebratellen vorhanden ist, und wie sie Suess bei 
seiner Art für nicht unmöglich, wenn auch nicht wahrscheinlich hält, findet sich bei einem unserer Exem- 
plare eine Andeutung, indem bei demselben nahe dem vorderen Ende des Septums; sich an einer Seite ein 
Fragment eines Fortsatzes findet, welcher wahrscheinlich die Verbindung der absteigenden Lamelle der 
Schleife mit dem Septum bildete. An dem andern Exemplare ist hiervon nichts zu bemerken; doch wird 
jene Annahme einer Verbindung zwischen dem Septum und der Lamelle durch eine interessante briefliche 
Mittheilung bestätigt, welche ich soeben von Herrm Dr. J. Bosquet zu Maestricht erhalte. Derselbe schreibt 
mir nämlich, „dass er eine Dorsalklappe der in Rede stehenden Art von Maestricht besitze, in welcher das 
„Septum vollständig erhalten sei, und an seiner am meisten hervorragenden Stelle einen Theil jenes Ver- 
„bindungsbandes zeige, wie es bei den Terebratellen vorkommt. Eine Anheftung des zurückkehrenden 
„Theils der Schleife an das Septum, wie sie sich bei der Gattung Megerleia findet, scheine nicht stattge- 
„funden zu haben.“ Die Richtigkeit der letzteren Vermuthung geht aus den Beobachtungen an den Ahl- 
tener Exemplaren unzweifelhaft hervor. ; 

Um den Gattungsnamen festzustellen, welcher unserer Art zukommt, müssen wir ein wenig die Ge- 
schichte der Formen verfolgen, welche derselben nahestehen. Die erste Darstellung einer solchen scheint 
sich in der Encyclopedie methodique zu finden, wo t. 243, f. 1. die Art aus der Craie chloritee des 
Cap la Heve abgebildet ist, welche später unter dem Namen Terebratula oder Terebrirostra Iyra so bekannt 
geworden ist. Nicht lange nachher (1798) liess Faujas de St. Fond?) zwei Arten zeichnen, welche er 
als neu und unbeschrieben betrachtete und für deren erste Schlotheim?°) im Jahre 1813 den Namen 
Terebratulites varians aufstellte. Später, im Jahre 1820 ®), gab er diesen Namen der bekannten jurassischen 


!) Suess, Class. Br. Dav., p. 42 u. 48. 
2) Fauj. St. Fond, St. Pierre, t. 26, f. 1, 3. 
®) Schloth., Leonh. Taschenb. VII, p. 118. 
4) Schlotheim, Petr., p. 267 und 286. 


— 291 — 


Rhynchonella und fasste gleichzeitig die beiden Faujas’schen Abbildungen, als nur eine Art darstellend, unter 
dem Namen Terebratulites variatus zusammen. Nach Bosquet a. o. a. O. gehören jedoch diese beiden Ab- 
bildungen wahrscheinlich zweien verschiedenen Arten derselben Gattung an, und zwar würde f. 3 wahrschein- 
lich die mit unserer Ahltener Art übereinstimmende von Maestricht, f. 1 aber die später als Terebrirostra 
Davidsonana Ryckh. beschriebene Art darstellen. — 

Inzwischen hatte Cumberland die vom Cap la H£ve beschriebene Art auch in England entdeckt, 
und theilte dieselbe, da er sehr richtig der Ansicht war, dass sie einer von Terebra- 
tula verschiedenen Gattung angehöre, unter dem Namen Lyra Meadian Sowerby mit, 
der unter Erwähnung der Cumberland’schen Benennung dessen Ansicht nicht adoptirte, sondern die Art 
unter dem Namen Terebratula lyra 1818 beschrieb.) Im Jahre 1825 gründete Koenig?) seine neue 
Gattung Trigonosemus, in welcher er ‘mehre verschiedenartig organisirte Arten vereinigte, worunter an 
dritter Stelle auch Cumberland’s Lyra Meadi'; die erste Art, Trigonosemus elegans, steht nach den neueren 
Beobachtungen und Erfahrungen ihren Gattungscharakteren nach allerdings der letzteren sehr nahe, doch 
sind einige Abweichungen vorhanden, welche vielleicht eine Abtrennung als Unterabtheilung rechtfertigen 
dürften. — 

Nachdem dann später die Mehrzahl der englischen und französischen Autoren Sowerby folgend den 
Namen Terebratula lyra angenommen hatte, war der Cumberland’sche Gattungsname ganz in Vergessenheit 
gerathen, und so kam es, dass Orbigny 1847) für diese und einige andere bis dahin noch nicht beschrie- 
bene nahestehende Formen den neuen Gattungsnamen Terebrirostra schuf. Er stellte diese Gattung, 
die nach äusseren Charakteren scharf begrenzt wurde, mit den gleichzeitig neu begründeten Terebratella und 
Fissurirostra in eine den übrigen Terebratuliden gegenüber gestellte Gruppe zusammen, die sich namentlich 
durch das Vorhandensein einer echten Area unterscheiden sollte. Zugleich wurde doppelte Anheftung der 
Schleife, an die Schlossplatte und an das Septum, wie sie bei Terebratella (mit der die 18444) ungenügend 
begründete Delthyridaea M’Coy ident zu sein scheint) bekannt war, bei den beiden anderen vermuthet. — 
Seitdem wurde der innere Bau von Fissurirostra in allen Theilen bekannt, und zeigte sich, dass dieselbe 
nicht nur synonym Trigonosemus, sondern auch dass sie durch die doppelt angeheftete Schleife mit Tere- 
bratella ausserordentlich nahe verwandt ist. 

Dagegen wurden die der Lyra Meadi nahestehenden Formen von verschiedenen Autoren sehr verschieden 
benannt. Abgesehen von solchen, die den Namen Terebratula in dem ältesten, weit umfassenden Sinne beibehalten, 
gingen nur Wenige) auf den ältesten Namen Lyra zurück, während meistens der von Orbigny aufgestellte Tere- 
brirostra namentlich auch vonDavidson®) und Ryckholt?)angenommen wurde. Auf einen andern Gattungs- 
namen, nämlich den 1828 von Dalman creirten Rhynchora, den auch Woodwardl. c. irrthümlich als synonym 
Lyra anführte, ging Bosquet zurück, indem er 1854 zwei mit Lyra Meadi zu einer Gattung gehörige Arten 


') Sow., Min. ©. II, p. 87, t. 138, f. 2 
2) Koenig, Je. Foss. Sect., p- 3. 
%) Orb,, Terr. Cret. IV, p. 126 ff. 
#) M’Coy, Synopsis ofthe Carboniferous Fossils of Ireland, p. 130. 
°) Woodw., Man. II, p. 217. 
6) Dav., Class. Br., p. 67 und Cret. Br., p. 32. 
?) Ryckh., Naut. Terebrir., p. 10. 
Palaeontographica, XIII, 6. 40 


—_ 22 — 


beschrieb. !) Die Unzulässigkeit dieser Benennung, zu deren Annahme der genannte Autor durch die viel ver- 
breiteten nach irrthümlichen Voraussetzungen von Hagenow naturwidrig restaurirten Abgüsse des Wahlen- 
berg’schen Anomites costatus (Rhynchora costata Dalman) veranlasst wurde, ist bei Magas costatus darge- 
than. — In neuerer Zeit (1860) hat Bosquet selbst diese Benennung fallen gelassen?), indem er die bei 
Maestricht vorkommenden Arten zu Terebratella stellt. — 

Der Erste, welcher auf die Beziehungen dieser Formen zu Waldheimia hingewiesen, scheint Gray?) 
zu sein, der 1853 mehre hierher gehörige Arten als Waldheimia bezeichnete. Davidson liess 1853 in 
seiner allgemeinen Einleitung zu „British fossil Brachiopoda“ unter einstweiliger Beibehaltung des Namens 
Terebrirostra zweifelhaft, ob diese Formen zu Terebratella oder zu Waldheimia gestellt werden müssten; da- 
gegen wurde in der von Suess herausgegebenen deutschen Bearbeitung dieses Werkes *) 1856 jene Be- 
nennung fallen gelassen, und einige der Arten wurden zu Waldheimia gestellt, auch der Brachial-Apparat 
einer neuen Art aus alpinen Neocom-Schichten, die später (1863) von Ooster®) den Namen Terebrirostra 
Escheri erhielt, beschrieben und abgebildet. Wenn derselbe auch eine ausserordentliche Aehnlichkeit mit 
dem der echten Waldheimien zeigt, so wurde doch darauf hingewiesen, dass es noch unentschieden bleiben 
müsse, ob nicht eine doppelte Anheftung der Schleife stattfinde, in welchem Falle die Gattung Lyra als ein 
Synonym von Terebratella anzusehen sei. Pictet®) betrachtet (1858) Terebrirostra als Subgenus von 
Terebratella. 

In neuester Zeit hat auch Eug. Eudes-Deslongehamps sich mit diesen Formen beschäftigt 
und die Resultate seiner Beobachtungen 1863 in der Einleitung zu den jurassischen Brachiopoden?) kurz 
angedeutet. Er theilt hier bekanntlich die jurassischen Arten der Gattung Terebratula LIhwyd (im weiteren 
Sinne) in folgende 8 Sectionen: 


Terebratula (im engeren Sinne) 

Epithyris M’Coy 

Waldheimia King 

Eudesia King 

Terebratella Orb. 

Megerleia (Megerlea) King 

Kingia (Kingena) Dav. 

Terebratulina Orb. 
und hält Terebrirostra Orb. z. Th. synonym Eudesia, z. Th. synonym Terebratella, mit welcher letzteren 
Section auch Trigonosemus und Fissurirostra vereinigt wird. Leider ist aus der betreffenden kurzen Notiz 
nicht zu entnehmen, ob diese Einordnung einiger Arten von Terebrirostra in die Section Eudesia auf Grund 
directer Beobachtung des Brachialapparats vorgenommen ist, oder ob dabei etwa nur die früheren Beobach- 


!) Bosq., Nouv. Brach., p. 6. (200.) 

2) Bosq., Faun. Fl., p. 3%. 

3) Gray, Cat. Brit. Mus. 

4) Suess, Class. Br. Dav., p. 42 u. 48. 

5) Oost., Syn. Brach., p. 33, t. 12, £. 9, 10. 

°) Pict., Mat. Pal. Suisse I, xı, p. 147 und Pict. & Roux, Gr. Verts. p. 542, t. 51, f. 10. 
?) E. Eud.-Desl., Brach. jur., p. 51—53. 


— 23 — 


tungen von Suess an Terebrirostra Escheri Oost. massgebend gewesen; auch auf meine bezügliche Anfrage 
habe-ich von meinem verehrten Freunde Eug. Deslongchamps darüber keine Auskunft erhalten. Als Haupt- 
merkmale der von King!) aufgestellten Gattung Eudesia, welche von den meisten Autoren bisher als Ssy- 
nonym mit Waldheimia oder von dieser nur in unwesentlichen Unterschieden abweichend betrachtet wurde, 
wird angegeben, dass diese Gattung oder vielmehr Section bei abweichender Anordnung der Muskelmale 
und verschiedener äusserer Form einen Brachialapparat ganz wie Waldheimia besitze; als Typen dieser 
Gattung gelten in erster Linie die jurassische Eudesia cardium Lam. sp., und zweitens die lebende Eudesia 
flavescens Lam. sp. Ueber diese Sectionen werde ich an anderer Stelle mich ausführlicher auszusprechen 
Gelegenheit nehmen. 

Prüfen wir nun unsere Lyra — denn das ist der älteste Namen, welcher diesen Formen als zu 
einer von den eigentlichen Terebrateln verschiedenen Gattung oder Untergattung gehörig gegeben ist — 
hinsichtlich ihrer Verwandtschaft zu diesen letzteren 3 Sectionen, so zeigt sie offenbar einerseits 
zu Eudesia, andererseits zu Terebratella die nächsten Beziehungen. Dem Aeusseren nach 
hat die mit Terebratella vereinigte Abtheilung Trigonosemus King (= Fissurirostra Orb.), die ich indessen als 
gleichberechtigt neben Terebratella eben so gut, wie Eudesia neben Waldheimia und mit noch grösserem 
Rechte als Epithyris neben Terebratula bestehen lassen möchte, die grösste Aehnlichkeit mit den in Rede 
stehenden Formen durch den langen Schnabel, die grosse Area, die deutliche Faltung der Schalenoberfläche; 
auch die starke Entwickelung der Schlossplatte und des Dorsalseptums kommen beiden in gleicher Weise 
zu; ferner scheint der Bau des Brachialapparats, so weit derselbe bekannt geworden ist, mit Trigonosemus 
und Terebratella nahezu übereinzustimmen. Abgesehen von der wenigstens bei Lyra Konineki beobachteten 
Anheftung an das Septum stimmt der Bau der Schleife am vollkommensten wohl mit Eudesia überein, und 
auch die äussere Form und die Sculptur der Oberfläche der letzteren Section kommt dem von Lyra sehr 
nahe. Trotzdem kann ich mich nicht mit Eug. Deslongchamps einverstanden erklären, wenn er einen Theil 
der Gattung Terebrirostra (= Lyra), selbst wenn bei den betrefienden Arten keine Spur einer Anheftung 
der Schleife an das Septum sich finden sollte, unter die Synonymik von Eudesia bringt. Die deutliche 
echte Area der grossen Ventralklappe und die stark vorstehende Schlossplatte der kleineren Klappe 
scheinen mir noch genügende Kennzeichen zu sein, um Lyra als selbstständig neben Eudesia zu charak- 
terisiren; auf den so sehr in die Augen fallenden langen Schnabel, in welchem die bei Lyra Meadi und 
Konincki beobachteten Längsscheidewände wohl nur eine weitere Entwickelung der bei allen Arten der 
Section Waldheimia (Eug. Desl.), namentlich aber bei den Spiriferinen und Rhynchonellen vorkommenden, 
im Innern des Schnabels zu beiden Seiten des Foramens befindlichen Ventralsepta sein dürften (— bei 
Eudesia sind diese ganz unentwickelt—) lege ich dabei geringeres Gewicht. £ 

Nach meiner Ansicht würde daher Lyra (= Terebrirostra) wenigstens als selbstständige 
Section in dem von Eug. Deslongehamps gebrauchten Sinne beizubehalten sein, wäh- 
rend die späteren Namen Trigonosemus (=Fissurirostra) und Terebratella (?= Delthyridaea) 
entweder als Synonyme zu betrachten sein, oder doch nur weniger abweichende 
Unterabtheilungen bezeichnen würden. Die Arten mit freier, nicht an dem Septum be- 


!) King, Mon. Perm. Foss., p. 145. 
40* 


_ 24 — 


festigter Schleife, wenn solche existiren, würden, sofern sie in den übrigen oben näher bezeichneten Merk- 
malen mit den anderen übereinstimmen, nicht zu Eudesia, sondern etwa als Unterabtheilung in dem -Sinne 
wie Trigonosemus und Terebratella zu Lyra zu ziehen sein. — 

Von den übrigen Lyra-Arten ist unsere vorliegende nicht gar schwer zu unterscheiden. Am näch- 
sten verwandt ist wohl Lyra (Terebrirostra) Davidsonana Ryckh. sp., deren Verschiedenheit jedoch schon 
von Bosquet genügend nachgewiesen ist, ebenso wie die der Lyra (Rhynchora) plicata Bosq. sp. — Lyra 
Meadi Cumberl. aus dem englischen Upper Green Sand und der französischen Craie Chloritee, die im un- 
seren norddeutschen äquivalenten Schichten des unteren Pläners noch nicht gefunden ist, bleibt meistens 
viel kleiner, ihre Rippen sind breiter und weniger zahlreich und verlaufen viel weniger gerade, als bei Lyra 
Konincki; auch ist sowohl nach Bosquet’s Abbildungen, wie nach den norddeutschen Exemplaren der Schna- 


bel der letzteren verhältnissmässig weit kürzer, als der der französischen Art. — Terebrirostra Bargesana 
Orb.) aus cenomanen Kreideschichten des südlichen Frankreichs und nördlichen Spaniens unterscheidet sich 
durch weit stärkere Wölbung und feinere und dichtere Rippung der Schale. — Terebrirostra Neocomiensis 


Orb. 2), aus französischem und schweizerischem Neocom ?), die ich wie die vorige nicht ohne Bedenken zu 
Lyra stellen möchte, und Lyra (Terebrirostra) Arduennensis Orb. sp.*) aus französischem und schweizeri- 
schem 5) Gault weichen durch ovalere Form und spitzeren Wirbel der kleineren Klappe ab. — Die fünfte 
Art, die Orbigny ®) zu Terebrirostra stellt, ist Roemer’s Terebratula canaliculata?) aus der Tourtia von 
Essen. Davidson 8) äussert sein Befremden über diese Gattungsbestimmung, doch scheint mir, dass Orbigny 
dazu vielmehr durch die Abbildung der Terebratula canaliculata Arch.°) aus der belgischen Tourtia veran- 
lasst ist, welche in der That zu Lyra (Terebrirostra Orb.) zu gehören scheint und von der Roemer'schen 
Art ganz verschieden ist. Letztere ist eine echte Terebratella und, wie mir scheint, nur Jugendform der so 
ausserordentlich variabeln Terebratella Menardi Lam. sp., während die andere, die in Zukunft als Lyra 
canaliculata Arch. sp. bezeichnet werden kann, von allen bisher bekannten Arten ihrer Gattung nicht schwer 
zu unterscheiden ist. 

Vorkommen. Lyra Konincki ist auf die obere Kreide mit Belemnites mucronatus beschränkt, in 
deren oberen Lagen sie sich bei Ahlten unw. Hannover in wenigen Exemplaren gefunden hat. Bei Maestricht 
kommt sie nach Bosquet ebenfalls selten in den oberen Lagen des dortigen Schichtensystems vor; ander- 
weitig ist sie noch nicht bekannt geworden. Es ist dies die erste und einzige bisher in Norddeutschland 
aufgefundene Art dieser merkwürdigen Gattung, die überhaupt auf die Kreideformation beschränkt zu sein 
scheint. — Die Formen aus den „Stramberger Schichten“ des oberen Jura (Oppel’s „tithonische Etage), 
welche Suess !°) früher als nahe verwandt mit Lyra betrachtete, namentlich Terebratula Moravica Glocker, 


!) Orb!, Journ. Conch. II, p. 225, t. 4, f. 2-5, und Dav., Ann. Mag. 2, IX, p. 258, t. 14, f. 5. Soeben während der 
Correetur schreibt mir mein Freund Eug. Deslongehamps, dass Terebrirostra Bargesana eine Schleife wie Eudesia besitzt. 

2) Orb., Terr. Cret. IV, p. 127, t. 519, f. 1-5. 

®) Oost., Syn. Brach., p. 32, t. 12, f. 6—8. 

#) Orb., Terr. Cret. IV, p. 128, t. 519, f, 6—10. 

°) Piet. & Roux, Gr. Verts, p. 542, t. 51, f. 10, u. Oöst., 1. c. p. 33. 

*) Orb., Journ. Conch. II, p. 227. 

?) A. Roem., Kreid., p. 41, t. 7, f. 12. 

8) Dav., Class. Br., p. 32, note 1. 

°) Arch., Mem. geol. Fr., 2, II, p. 331, t. 21, £. 15: 

10) Suess, Class. Br. Dav., p. 42. 


— 25 — 


hat er später) wieder mit Terebratula vereinigt. — Ob Waldheimia superba Suess?) aus den „Kössener 
Schichten“ (Zone der Avicula contorta) der österreichischen Alpen wirklich zu Lyra gehört, muss einst- 
weilen noch dahin gestellt bleiben. Der anscheinende Mangel einer echten Area am Schnabel dürfte da- 
gegen sprechen und dieselbe mehr solchen Formen, wie Waldheimia flavescens Lam. sp. nähern. Vielleicht 
ist sie aber generisch mit den ähnlichen Formen aus den triasischen Schichten von St. Cassian zu vereini- 
gen, deren Zugehörigkeit zu Lyra Woodward °) und Suess (Spirifer procerrimus Klipst.) %) für wahrscheinlich 
hielten. Diese gehören nach Laube) .der Gattung Retzia an; doch ist aus den Beschreibungen nicht zu 
ersehen, welche Gründe den Verfasser bei dieser Gattungsbestimmung geleitet haben, da er nicht angiebt, 
ob bei irgend einer ‘der fünf beschriebenenen Arten die Kalkspiralen, welche die Gattung Retzia charak- 
terisiren, wirklich beobachtet sind. 


Erklärung der Abbildungen. 
T. XXXVII, f. 21, 22. Lyra Konincki Bosgq. sp. aus der Oberregion der oberen Kreide mit Belemnites 


mucronatus von Ahlten unw. Hannover. — Gött. Univ. 
1823: Restaurirte Darstellung des inneren Baues dieser Art. 


III. Magas Sow. 1818. 


Die Anzahl der bis jetzt bekannt gewordenen Arten, welche zu dieser nach den bisherigen Erfah- 
rungen auf die obere Abtheilung der Kreideformation beschränkten Gattung gehören, ist eine geringe. Es 
sind folgende sechs: 

Magas costatus Wahl. sp. 1821 (s. u.) 
—  Davidsoni Bosq. sp. 1854, Nouv. Brach., p.5 (199), £.3,4, und Ann. Mag., Dec. 1855. 
—  Geinitzi sp. nov. 1866 (s. u.) 
= orthiformis Arch. sp. 1847, Me&m. geol. Fr. 2, II, p. 333, t. 22, f. 4 und Dar. 
Cret. Br., p. 22, note 1. 
—  pumilus Sow. 1818 (s. u.) 
—  spathulatus Wahl. sp. 1821 (s. u.) 

Einige weitere Namen, so besonders Magas truncatus Rose ®), Magas magna und punctata. Woodw. ?), 

dürften nach Davidson 8) unter die Synonyma zu verweisen sein. — 


!) Suess, Stramb. Brach. I, p. 15. 

2) Suess, Class. Br. Dav., t. 1, £. 7. 

3) Woodw., Man. II, p. 217. 

%) Suess, Class. Br. Dav., p. 48. 

®) Laube, Cassian. Faun., II, p. 20 £. 
6) Rose in Woodw., Norf., t. 6, f. 9. 
7) Woodw., Synopt. Tab., p. 22. 

8) Dav., Cret. Br., p. 19. 


— 26 — 


Der Abbildung nach könnte man versucht sein, die tertiäre Terebratula pusilla Phil. !) für einen 
Magas zu halten; doch kann darüber wohl nur die Untersuchung des Original-Exemplars entscheiden. Auch 
zu Morrisia und Argiope ?) zeigt dieselbe manche Beziehungen, während Orbigny’s Annahme, der sie im 
Prodrome als Terebratella aufzählt, wohl weniger für sich hat. 

Nur drei von den obigen Arten kommen in der norddeutschen Kreide vor. 


1. Magas pumilus Sow. 1818. 
1318. Magas pumilus Sow., Min. C. I. p. 40, t. 119, f. 1—5. 


Bemerkungen und Vorkommen. Wegen der Synonynik und der Beschreibung dieser Art 
verweise ich auf Davidson’s grosses Werk über die englischen Kreide-Brachiopoden, dessen Ansichten ich 
mich hinsichtlich der Begrenzung derselben vollständig anschliesse. Zu den dort angegebenen Synonymen 
wäre vielleicht noch Schlottheim’s Terebratulites chitoniformis ?) als ältester Namen hinzuzufügen, der jedoch 
als vox hybrida dem so vortrefflich begründeten Sowerby’schen nicht vorgezogen werden kann. — 

Das Vorkommen des Magas pumilus im nordwestlichen Deutschland wird besonders von folgenden 
Fundorten angegeben: 

a) aus der oberen Kreide mit Belemnites mucronatus von Lüneburg (Hann.), Schwicheldt bei Peine, 

Ahlten und Höver unw. Hannover, Vordorf unw. Braunschweig, ete. 

b) aus der oberen Kreide mit Belemnites quadratus von Linden bei Hannover. 

c) aus unterem Pläner mit Ammonites varians von Rethen und dem Krohnsberge bei Hannover. 

Indessen dürfte Strombeck’s Ansicht %), dass die vorliegende Art bei uns auf die „‚Mucronaten-Kreide‘* 
beschränkt sei, trotzdem noch nicht mit Sicherheit widerlegt sein; denn was mir Herr Oberbergrath Heinr. 
Credner in seiner Sammlung als Magas pumilus von Rethen und vom Krohnsberge) gütigst zeigte, schien 
mir ziemlich unzweifelhaft als Kingia lima Defr. sp. bestimmt werden zu müssen, und derselben Gattung 
(wenn nicht derselben Art) schienen auch die Exemplare, auf welche die Angabe des Fundortes Linden 6) (se- 
none Kreide mit Belemnites quadratus) sich stützt, anzugehören; von letzterem Fundorte liegt auch mir 
diese Kingia in einer Anzahl gut charakterisirter Exemplare vor. — Auch aus der oberen Kreide mit Be- 
lemnites quadratus von Gehrden oder deren Aequivalenten, woher Magas pumilus von Geinitz und Bronn 
eitirt ist, habe ich denselben nie gesehen. 

Ein Fundort, wo sich diese Art besonders häufig und charakteristisch findet, ist bekanntlich der 
Schneeberg zwischen Vaels und Vetschau unw. Aachen, in der oberen Kreide mit Belemnites mucronatus; 
dort finden sich vorzugsweise die typischen Formen, wie sie Davidson 1. c. t. 2., f. 1 und 4 abgebildet hat. 
Ueberhaupt ist es bemerkenswerth, dass diese Formen sich vorzugsweise in den jüngsten Schichten zu fin- 
den scheinen, während etwas tiefer, z. B. bei Ahlten in den weissen Mergeln, welche die Grenze zu der 


!) Phil., Tertiaerverst., p. 17, t. 2, f. 15. 

*) F. Sandberger (Mainz., p. 387) rechnet Terebratula pusilla zu Argiope. 

®) Schloth., Leonh. Taschenbuch VIH, p. 113, mit Bezugnahme auf Fauj. St. Fond, St. Pierre, t. 26, £. 6. 
*) Stromb., Zeitschr. g. G. XV, p. 159. 

5) Heinr. Credn., Erläut., p. 40. 

6) Ibidem. 


— 291 — 


Kreide mit Belemnites quadratus bilden, die Formen mit weniger übergebogenem Schnabel (Dav., t. 2, f. 5, 6 
u. 8. w.) vorherrschen. Eine specifische Verschiedenheit Aürfte indessen hierdurch nicht begründet werden, 
da einestheils Uebergangsformen nicht fehlen, anderntheils auch beide Formen den Schichten nach durch- 
aus nicht streng getrennt sind, sondern — wenn auch seltener — sowohl die Formen mit geraderem 
Schnabel in den jüngsten, als die mit stärker gekrümmtem in den älteren Schichten mit Belemnites mucro- 
natus vorkommen. — 

Ueber das Vorkommen in Frankreich liegen die genauesten Angaben vor. Nach Hebert !) findet sich 
Magas pumilus überall in Begleitung des Belemnites mueronatus, und stellt sich zuerst gleichzeitig mit dem 
ersten Auftreten dieser Art in der Kreide von Reims, Epernay etc. ein. Dieses erste Auftreten zweier so 
charakteristischer Formen fällt in Frankreich mit dem typischen Vorkommen des Belemnites quadratus zu- 

“ sammen, welcher letztere bei uns bereits etwas früher auftritt (in Hebert’s Zöne a Micraster cor anguinum), 
als in Frankreich, wie ich in dem am 22. Sept. 1865 vor der geognostischen Section der Naturforscher- 
Versammlung zu Hannover gehaltenen Vortrage?) nachzuweisen mich bemüht habe. In der Zone des Mi- 
eraster cor anguinum und tiefer ist Magas pumilus bis jetzt aus Frankreich eben so wenig sicher nachge- 
wiesen, wie aus Deutschland. Die tabellarischen Angaben Triger’s,°) wonach sich ‚Terebratula magas“ in 
der Zöne de l’Ammonites peramplus‘‘ (wahrscheinlich ungefähr unserem oberen Pläner mit Inoceramus Bron- 
gniarti (Stromb.), oder höchstens den Scaphiten-Schichten entsprechend) und „Magas pumilus“ in der darüber 
folgenden „Zöne du Spondylus truncatus“ (ungefähr vom Alter unserer Scaphiten-Pläner oder höchstens der 
Grenzregion zwischen diesem und dem typischen Quvieri-Pläner Strombeck’s finden sollen, beziehen sich nach 
mündlicher Versicherung Herrn Hebert’s auf Formen , die zwar generisch, aber nicht specifisch mit dem 
echten Magas pumilus übereinstimmen. — Ich selbst habe leider bei meiner Anwesenheit in Mans in der 
mir in freimüthigster Weise zum Studium geöffneten lehrreichen Sammlung des Herrn Triger die fraglichen, 
jedenfalls seltenen kleinen Formen übersehen, und auch bei meinen Excursionen im Sarthe- Departement 
dieselben nicht gefunden. Vielleicht sind sie ident mit dem im böhmischen Exogyren-Sandstein, und auch 
bei Regensburg etc. so häufigen und dort (wie auch Triger’s Terebratula magas) von Exogyra columba be- 
gleiteten Magas Geinitzi (s. u.). — 

Weniger bestimmt als die französischen sind die mir zugänglichen englischen Angaben über die 
verticale Verbreitung des Magas pumilus, und kann ich mich dieserhalb nur auf Davidson beziehen, dessen 
zweifelhafte Angabe aus dem „Lower Chalk‘‘ sich möglicher Weise auf dieselbe Form, wie die von Triger 
angeführte, beziehen könnte. — Alle übrigen Citate aus anderen Ländern, namentlich aus Belgien, Holland, 
aus der baltischen Kreide, aus Galizien, Russland etc. gehören der jüngsten Kreide mit Belemnites mucronatus an. 

Da die gewöhnliche Form mit dem übergebogenen Schnabel überall hinlänglich bekannt ist, so be- 
schränke ich mich darauf, einige auffallende Varietäten mit geraderem Schnabel und grossem Foramen ab- 
zubilden, von denen mir namentlich eine Anzahl interessanter Exemplare aus der Göttinger paläontologischen 
Universitäts-Sammlung durch Herrn Professor von Seebach freundlichst mitgetheilt wurden. 


1) Heb., Bull. geol. 2, XX, p. 606. 
2) U. Schloenb., N. Jahrb. 1866, p.x317. 
2) Trig., Div. geol. Sarthe. 


— 28 — 


Erklärung der Abbildungen. 
T. XXXIX, f. 1-3. Magas pumilus Sow. aüs der Unterregion der oberen Kreide mit Belemnites mu- 
eronatus von Ahlten unw. Hannover. Varietäten mit nicht gekrümmtem Schnabel. — 
Gött. Univ. 


2. Magas Geinitzi sp. nov. 1866. 


1342. Terebratula pumila Gein., Char. II, p. 87 (non T. pumila Lam., non Buch). 
1846. Terebratula hippopus Gein, Grundr., p. 511 (non T. hippopus Roem). 

1846. Terebratula hippopus Reuss, Verst. II, p. 52, t. 26, f. 14. 

1850. — —  Gein., zool.-min. Corr. Reg. IV, 6. Blatt. 

— —_ —_ — (z. Th.), Quad., p. 212. 


Beschreibung. Kleine ovale oder nahezu kreisrunde Art, oft gerundet fünfeckig, grösste Breite 
und Dicke zwischen der Mitte und dem Schnabel; gewöhnliche Dimensionen: 3 Mm. Länge, 7 Mm. Breite, 
4:,—5 Mm. Dicke; bei grossen Individuen bezw. 11, 94, und 6‘, Mm. Die Oberfläche der dünnen Schale 
ist glatt, mit schwachen Anwachslinien; Färbung derselben hell fleischroth. — 

Grössere Klappe, namentlich in der Mittellinie, stark gewölbt, und oft einen stumpfen Kiel bildend, mit 
mehr oder weniger gebogenem, kurzem Schnabel, der mit scharfen Schnabelkanten versehen, und von einem 
meist ziemlich grossen Foramen durchbohrt ist, welches an den Seiten durch die beiden schwach entwickel- 
ten Deltidial-Platten, vorn vom Wirbel der kleinen Klappe begrenzt wird. 


Die kleine Klappe, die eine fast gerade, wenig gekrümmte Schlosslinie hat, ist weit schwächer ge- 
wölbt, am stärksten in der Wirbelgegend; in der Nähe des Wirbels beginnt eine schwache sinus-artige 
Längs-Depression, die nach der Stirn zu immer stärker wird, wo die kleinere Klappe mit leichtem Bogen in 
die grössere eingreift 

Der innere Bau der grösseren Klappe ist einfach; bei den kleinen Exemplaren, die ich untersuchen 
konnte, liessen sich die Unebenheiten, namentlich die stumpfe Medianleiste, noch nicht deutlich unterscheiden, 
doch sind die beiden kleinen Septa im Schnabel zu beiden Seiten des Foramens vorhanden. Die ziemlich 
kräftigen Zähne bewerkstelligen die Einlenkung in die kleine Klappe, deren Schlossplatte nicht sehr stark 
entwickelt ist. Von letzterer aus reicht das dünne, ganz ähnlich wie bei Magas pumilus geformte, nach 
aussen durchscheinende Dorsalseptum bis über die Mitte der Länge hinaus; seine Begrenzungslinie an der 
dem Schnabel zugewendeten Seite ist ein stärker gekrümmter Bogen, als bei Magas pumilus;; auch auf der Stirnseite 
geht die Begrenzungslinie nicht senkrecht von der Spitze zur Schale herab, sondern ist ziemlich stark rück- 
wärts gekrümmt; auch trägt dieselbe hier eine Reihe kurzer stacheliger Fortsätze, ähnlich wie die Spiral- 
arme der meisten Spiriferinen. An diesem Septum befinden sich nahe der Spitze die oberen Lamellen, deren 
Form indessen nicht genauer angegeben werden kann, da dieselben an keinem der von mir untersuchten 
Exemplare vollständig erhalten sind; nach den vorhandenen Spuren scheinen sie denen von Magas pumilus 
sehr ähnlich zu sein. Die unteren Lamellen sind ganz in derselben Weise wie bei Magas pumilus eines- 
theils an der Schlossplatte, anderntheils mit ihrem breiteren Ende dicht unter den oberen Lamellen am Sep- 
tum befestigt, auch ihre Form ist nicht genauer bekannt, da nur die beiden Enden erhalten sind. — Die 


Muskeleindrücke sind nicht zu erkennen. — Die Schalenstruetur ist grob und regelmässig punktirt, ganz wie 
bei Magas pumilus. — 

Bemerkungen. Fast keine der auf diesen Blättern beschriebenen Brachiopoden-Arten hat mir 
hinsichtlich ihrer generischen Bestimmung so grosse Schwierigkeiten gemacht, als die in Rede stehende; 
denn obschon ich ihre Stellung zu Magas schon lange nach den äusseren Merkmalen vermuthet hatte, wollte 
es mir trotz der zahlreichen Exemplare, die ich von dieser Art im Laufe der Zeit gesammelt hatte, immer 
noch nicht gelingen, mir über den inneren Bau derselben Gewissheit zu verschaffen und dadurch die Frage, 
ob sie zu Magas oder etwa zu Kingia zu stellen sei, mit Sicherheit zu entscheiden. — Ich hatte zu diesem 
Zwecke schon eine ziemlich grosse Anzahl namentlich von böhmischen Exemplaren geopfert, bis es mir end- 
lich an einem meiner Essener Exemplare gelang, den die Gattung Magas charakterisirenden Brachialapparat 
darzustellen. Nunmehr kann daher kein Zweifel mehr darüber obwalten, dass die erste Bestimmung dieser 
kleinen Art der Wahrheit weit näher kam, als die späteren und neuesten. 

Magas Geinitzi wurde zunächst also, wie sich aus dem obigen Synonymen-Verzeichnisse ergiebt, mit 
Terebratula pumila Buch (= Magas pumilus Sow.) verwechselt. Dass er dieser letzteren Art ausserordent- 
lich nahe steht, ja näher als irgend einer andern bekannten Brachiopoden-Art, erkannte zuerst Geinitz. 
und habe ich mir daher erlaubt‘, diesem ausgezeichneten Kenner der deutschen Kreide-Formation die durch 
verschiedene Merkmale sich speeifisch von Magas pumilus der weissen Kreide unterscheidende ältere Art 
zu dedieiren. — Am meisten in’s Auge fallend ist zunächst der Unterschied, dass bei Magas Geinitzi die 
kleine Klappe stets einen mehr oder minder ausgebildeten Sinus hat, was bei Magas pumilus entweder gar 
nicht, oder doch nur in viel geringerem Grade vorkommt; in letzterem Falle ist die Concavität gewöhnlich 
nicht blos auf die Mitte der kleinen Klappe beschränkt, sondern deren ganze Breite nimmt daran Theil. — 
Grösser sind die Abweichungen im inneren Bau, die ich indessen schon bei der Beschreibung desselben an- 
gegeben habe, und deshalb hier nicht zu wiederholen brauche; auch ergiebt sich dieselbe bei einem einzigen 
vergleichenden Blicke auf meine t. XXXIX, f. 5 und andererseits auf Davidson’s Darstellung des inneren 
Baues von Magas pumilus!) deutlicher, als aus einer langen Auseinandersetzung. 

Ueber die Unterschiede von den übrigen Arten derselben Gattung brauche ich wohl kein Wort zu 
verlieren, da es fast schwieriger sein dürfte, äusserliche Aehnlichkeiten mit denselben aufzufinden, als die 
Abweichungen zu erkennen. 

Dagegen ist Magas Geinitzi oft mit Arten anderer Gattungen verwechselt worden, worüber ich noch 
einige Bemerkungen hinzufügen muss. 1a 

Was zunächst den Namen Terebratula hippopus betrifft, so gehört derselbe zu der nicht ganz ge- 
ringen Anzahl derer, welche häufig gebraucht, aber fast immer oder wenigstens weit häufiger falsch ge- 
braucht sind, als richtig. Als Terebratula hippopus wurde von A. Roemer 1841?) eine kleine Art aus den 
untersten Schichten des norddeutschen Hils (oder Neocom) bezeichnet, deren äussere Aehnlichkeit mit Magas 
Geinitzi eine allerdings ziemlich grosse ist. Indessen fällt doch bei sorgfältiger Vergleichung namentlich der 
tiefere Sinus der kleinen Klappe und der abweichende Bau des Foramens bei Roemer’s Terebratula hippopus 
leicht auf, welches letztere nach vorn von dem stets aus zwei zusammengewachsenen Theilen be- 


2, Day, Cret. Br, 1.2, L. 12. 
2) A. Roem., Kreid., p. 114, t. 16, f. 28. 
Palaeontographica, XIII, 6. 41 


= we 


stehenden Deltidium begrenzt wird, während bei Magas Geinitzi zwischen den beiden Platten des Deltidiums 
stets ein noch zum Foramen gehöriger offener Zwischenraum bleibt. Der innere Bau beider ist ganz 
verschieden, indem Terebratula hippopus A. Roem. durch das lange Dorsalseptum und die lange, nicht daran 
befestigte Schleife sich als der Gruppe der Terebratulae impressae Qu. angehörig charakterisirt. Uebrigens hat 
schon Beyrich !) und nach ihm wieder Kunth?) darauf hingewiesen, dass die vorliegende Art, welche ich 
unter dem Namen Magas Geinitzi einführe, nicht als Terebratula hippopus bezeichnet werden könne. — 
Weitere Irrthümer in Bezug auf diesen Namen hat sich besonders Orbigny zu Schulden kommen lassen. 

Eine andere Brachiopoden-Art, mit welcher unsere kleine in Rede stehende Form öfter verwechselt 
worden ist — so namentlich auch noch neuerlich, wie es scheint, von Kunth ®) — ist Kingia lima Defr. sp. *) 
Aeusserlich unterscheidet sich dieselbe durch breiteren und stumpferen Schnabel, durch das Fehlen des 
Sinus in der kleinen Klappe und durch die eigenthümliche, diese Gattung charakterisirende Seulptur der 
Schale, die bei leidlicher Erhaltung deutlich mit halbkugeligen Wärzchen in mehr oder minder regelmässiger 
Ordnung besetzt ist; letztere kommen bei Magas Geinitzi nie vor. Sehr gross aber ist der Unterschied im 
inneren Bau bei diesen beiden an manchen Orten (z. B. bei Essen) zusammen vorkommenden und bei we- 
niger guter Erhaltung allerdings äusserlich ziemlich ähnlichen Arten. Ich brauche hierbei wohl auf eine 
nähere Vergleichung nicht einzugehen, da in dem Vorhandensein eines Dorsalseptums und eines an dasselbe 
angehefteten kalkigen Armgerüstes — welches aber bei beiden Arten ganz verschieden geformt ist — in 
der That so ziemlich die einzigen Aehnlichkeiten bestehen. 

Vorkommen. Magas Geinitzi hat eine weit grössere Verbreitung in der Kreide-Formation, als 
man nach den wenigen bisherigen Angaben vermuthen sollte. In Norddeutschland zunächst ist es besonders 
der Grünsand (Tourtia) von Essen (Westfalen), in dem diese kleine Art nicht selten vorkommt, so dass 
es auffallen muss, dass A. Roemer, der aus den dortigen Schichten bereits 1541 eine verhältnissmässig sehr 
grosse Anzahl von Brachiopoden-Arten beschrieb, dieselbe nicht gekannt zu haben scheint. Die einzigen 
seiner Arten, die eine entfernte Aehnlichkeit haben, sind Terebratula arcuata A. Roem.°) und Terebratula 
pectoralis A. Roem. ), von denen die letzteren synonym Kingia lima ist, während erstere eine eigenthüm- 
liche seltene Form darstellt, die sich durch ihre längliche Gestalt, durch den ganz abweichenden Bau des 
Schnabels und durch die bemerkenswerthe Sculptur der Schnabeloberfläche schon äusserlich leicht von Magas 
Geinitzi unterscheiden lässt, mit welchem sie den Sinus der kleinen Klappe gemein hat. — Eine mit dem 
Essener Magas übereinstimmende Form scheint sich dagegen, wenn man nach Steinkernen urtheilen 
darf, in dem Grünsande der Gegend von Quedlinburg am Harz (Preussen) , welcher seinem geognostischen 
Alter nach mit dem von Essen nahezu übereinstimmen dürfte, zuweilen zu finden. 

Ausserhalb Norddeutschlands würde zunächst die sächsisch-böhmische Kreide in Betracht kommen, 
in welcher unsere kleine Art nicht nur sehr verbreitet ist, sondern auch sich an einigen Oertlichkeiten, na- 
mentlich z. B. in der Gegend von Laun und Postelberg (Böhmen) in ausserordentlicher Häufigkeit findet. 


I) Beyr., Zeitschr. g. G. Il, p 124. 

2) Kunth, Zeitschr. g. &. XV, p. 733. 

3, Megerlia lima Kunth, 1. e. p. 733. 

4) Terebratula lima Defr., Diet. LIII, p. 156; s. a, Dav., Cret. Br., p. 42, t. 4, f. 15—28, und t. 5, f. 1-4. 
5) A. Roem., Kreid., p. 44, t. 7, f. 18. 

6) A. Roem., Kreid., p. 42, t. 7, f. 19. 


= 


Ganz besonders ist dies der Fall in dem Reuss’schen „Exogyren-Sandsteine,“ obgleich auch die älteren so- 
wohl, als die jüngeren Schichten nicht frei davon sind; im „Grünsandstein“ findet sie sich mit Amm. per- 
amplus und Woollgarei Mant., die in Norddeutschland den oberen Pläner und zwar vorzugsweise den 
„weissen Brongniarti-Pläner“ (Stromb.) charakterisiren. Reuss giebt seine Terebratula hippopus (= Magas 
Geinitzi) sogar als Seltenheit aus dem „oberen Plänerkalk“ von Kutschlin (mit Mieraster cor testudinarium) 
an; auch ich habe in den gleichen Schichten einige jedoch nieht ganz sicher bestimmbare Exemplare ge- 
sammelt. — Bei Regensburg findet sich unsere Art nach Geinitz im „unteren Pläner‘‘ zunächst unter dem 
oberen Grünsandstein. — Wahrscheinlich gehört hierher auch „Megerlia lima‘‘ Kunth aus dem „turonen 
Pläner‘‘ Niederschlesiens, doch ist das einzige Exemplar, das ich von dort besitze, nicht genügend erhalten, 
um die Bestimmung mit Sicherheit ausführen zu können. — 

Dagegen liegen mir sehr deutliche Exemplare aus der Kreide des nördlichen Frankreich , besonders 
aus dem Cenomanien von Rougefort bei Lieques (Pas-de-Calais) vor, die vollständig mit denen von Essen 
übereinstimmen. Auch im westlichen Frankreich scheinen ähnliche Formen vorzukommen, wie ich schon 
oben bei Magas pumilus erwähnt habe. Herr Professor Hebert, dem ich im October vorigen Jahres in 
meiner Sammlung meine zahlreichen böhmischen Exemplare von Magas Geinitzi zeigte, war von deren ausser- 
ordentlicher Aehnlichkeit mit jenen Formen aus dem Sarthe-Departement überrascht und hielt die Identität 
derselben für sehr wahrscheinlich. 

Es würde sich hieraus also für Magas Geinitzi nicht nur eine grosse horizontale, sondern auch eine 
ziemlich bedeutende verticale Verbreitung ergeben, indem derselbe in der deutschen und französischen Kreide 
von der Tourtia aufwärts bis in die höheren Lagen des oberen Pläners hinaufzureichen scheint. 

Erklärung der Abbildungen. 
T. XXXIX, f. 4-8. Magas Geinitzi sp. nov. 
f. 4—6. Aus der Tourtia von Essen (Westfalen). 5 und 6 stellen das Innere der beiden 
Klappen eines und desselben Exemplars dar; 5‘ restaurirt. 
f. 7. Aus dem Exogyren-Sandsteine (Reuss) von Mallnitz (Böhmen). 
f. 8. Aus dem Cenomanien von le Rougefort bei Lieques (Manche). 


3. Magas spathulatus Wahl. sp. 1821. 


1321. Anomites spathulatus Wahl., Nov. Act. Ups. VII, p. 62, t. 4 f. 10, 11. 
1827. Terebratula spathulata Nilss., I, p. 35, t. 3, f. 15. 

1825. —_ (Rhynchora) spathulata Dalman, Akad. Handl. I, p. 25. 
1831. Rhynchora spathulata His., Esq. 20. 

1854. Argiope spatulata Bosq., Now. Brach., p. 6 (200). 

1856. Magas spathulatus Suess, Class. Br. Dav., p. 53, 54. 

1860. Magas spathulatus und var. minor Bosq., Faun. Fl. p. 390. 


Beschreibung. Grosse Art, von rundlicher, aber in den Umrissen sehr veränderlicher For, 
gewöhnlich etwas länger als breit, seltener umgekehrt, mit glatter Schalenoberfläche. Anwachslinien nur 


nach dem Rande zu etwas deutlicher hervortretend. Grössenverhältnisse dreier mir vorliegender norddeut- 
41? 


—_ 302 — 


scher Exemplare: Länge 20, 18, 13 Mm., Breite 19, 15, 12 Mm., Dicke 10, 9, 6 Mm. Nach einigen vor- 
handenen Spuren scheint die Farbe der Schale eine gleichmässige, dunkel fleischfarbene gewesen zu sein. — 
Die grosse Klappe ist gleichmässig und ziemlich stark gewölbt, und hat einen sehr breiten, geraden, gar 
nicht oder sehr wenig über die kleinere Klappe hervorragenden Schnabel, der mit unregelmässigen Rändern 
stumpf abgestutzt ist, so dass es fast den Anschein hat, als wären dieselben abgebrochen. Hierdurch ent- 
steht ein ausserordentlich grosses Foramen, welches ausser von den Rändern der beiden Klappen von zwei 
sehr kleinen rudimentären, durch einen breiten offenen Zwischenraum von einander getrennten Deltidialplat- 
ten unregelmässig begrenzt wird. — Die kleine Klappe ist ganz tlach oder nur sehr wenig gewölbt, und 
besitzt einen geraden oder sehr wenig gekrümmten Schlossrand, der oft fast so breit ist, wie die grösste 
Breite der Klappe, welche letztere etwa in der Mitte der Länge liegt. — 

Der innere Bau der Klappen ist nur unvollkommen bekannt. Die Einlenkung der Klappen in ein- 
ander geschieht durch die an den beiden Enden der Schlosslinie in die Zahngruben der kleinen Klappe 
eingelassenen ziemlich kräftigen Zähne der grossen Klappe. Zwischen denselben ist der Schlossrand der 
kleinen Klappe nach innen, namentlich in der Mitte, stark verdickt, wo von ihm die beiden an allen unter- 
suchten Exemplaren abgebrochenen Lamellen des Armgerüstes und dazwischen das kräftige bis über die 
Mitte der Länge hinabreichende Dorsalseptum ausgehen. Der das Foramen.begrenzende Rand der grossen 
Klappe ist schwach verdickt; von seiner Mitte ans zieht sich eine stumpfe niedrige Leiste bis über die Hälfte 
der Länge der Klappe hinaus. Die Muskeleindrücke sind an den von mir untersuchten Exemplaren undeut- 
lich. Die Schalenstruetur ist fein und regelmässig punctirt. 

Bemerkungen. Die nahe Verwandtschaft der vorstehend beschriebenen Art, namentlich im in- 
neren Bau, mit der 1854 beschriebenen Argiope Davidsoni Bosq.!) ist so in die Augen fallend, dass, seit- 
dem im Jahre 1855 die letztere nach Entdeckung ihres Armgerüstes zu Magas gestellt war (s. Suess a. 0. 
a. O.), auch die bis dahin räthselhafte systematische Stellung des Wahlenberg’schen Anomites spathulatus 
nicht mehr zweifelhaft sein konnte. Eben so wenig zweifelhaft scheint nach Vergleichung schwedischer 
Exemplare die speeifische Bestimmung der mir vorliegenden sechs norddeutschen, welche, abgesehen von der 
meist etwas geringeren Grösse, vollkommen mit jenen übereinstimmen; auch Bosquet unterscheidet 1. ec. die 
in der Maestrichter Kreide vorkommende Form von der typischen Schonen’schen durch den Beisatz: var. 
minor, und verweist auf deren demnächst zu liefernde Beschreibung. 

Auffallend ist, dass die unsrigen sämmtlich zweiklappig sind, während alle schwedischen, die ich 
zu untersuchen Gelegenheit gehabt, stets nur aus einzelnen Klappen bestanden, unter denen die kleine Dor- 
salklappe der Zahl nach bei Weitem das Uebergewicht hat; Nilsson kannte ja sogar nur diese. 

Das Armgerüst blosszulegen ist mir leider wegen des zu geringen Materials an gut erhaltenen zwei- 
klappigen Exemplaren bei dem harten. der Präparation grosse Schwierigkeiten entgegensetzenden Gestein 
nicht gelungen. 

Magas spathulatus kommt, so gross auch der Unterschied in den typischen Formen scheint, in 
manchen Varietäten durch Verschmälerung der Schlosslinie und Verengerung des Foramens seiner äusseren 
Gestalt nach sehr nahe an gewisse Formen des Magas pumilus heran, wie sie auf meiner t. XXXIX, f. 1-3, 
und wie sie z. B. auch von Davidson auf t. 2, f. 5, 6 ete. seines grossen Werkes über die englischen Kreide- 


» 


}) Bosq., Nouy. Brach., p. 5 (199), £. 3, 4. 


— 30 — 


Brachiopoden abgebildet sind; indessen scheinen doch bestimmte Uebergänge nicht nachweisbar. — Im Bau 
des Schnabels und namentlich in dem der Schlossplatte besteht eine noch grössere Verwandtschaft zwischen 
unserer vorliegenden Art und dem Bosquet’schen Magas Davidsoni, der sich jedoch äusserlich leicht durch 
die Längs-Depression in der grösseren und den schwachen Wulst der kleineren Klappe, sowie durch die 
warzige Sculptur der Schalenoberfläche unterscheiden lässt. 

Ueber das Verhältniss zu Magas costatus Wahl. sp. werde ich unten mich ausszuprechen Gelegen- 
heit nehmen. Obgleich diese Art, die ausserhalb der baltischen Kreide noch nicht bekannt geworden ist, 
streng genommen nicht in den Bereich dieser Arbeit gehört, so möge es mir doch gestattet sein, auf den 
folgenden Seiten meine namentlich an einem schönen Exemplare des Berliner mineralogischen Cabinets ge- 
machten Beobachtungen hier anzuschliessen. 

Vorkommen. Die erste Auffindung des Magas spathulatus in Norddeütschland verdankt man dem 
Scharfblick des ausgezeichnetsten Kenners norddeutscher Petrefacten, Professor Beyrich. Indessen war der 
Erhaltungszustand der von ihm in der Unterregion der oberen Kreide mit Belemnites quadratus im Kloster- 
holz bei Ilsenburg und zwischen Harzburg und Schlewecke am Harz gesammelten Exemplare zu mangelhaft, 
als dass danach ohne besseres Vergleichs-Material die Art hätte bestimmt werden können, bis es mir vor 
einigen Jahren gelang, zwei Exemplare derselben Art in ganz äquivalenten Schichten bei Gross Bülten un- 
weit Peine aufzufinden, von denen das eine nach vorgenommener Präparirung die sichere Artbestimmung er- 
möglichte. Es scheint mir kaum zweifelhaft, dass diese merkwürdige, aber sehr unansehnliche und daher leicht 
übersehene Form sich bei grösserer Aufmerksamkeit auch noch an manchen anderen Localitäten in derselben 
Schicht finden wird; als solche Fundorte, an denen namentlich darauf zu achten sein würde, möchte ich den 
Sudmerberg bei Goslar und den Gehrdener Berg unw. Hannover, vielleicht auch Osterfeld bei Oberhausen 
in Westfalen, empfehlen. 

Die ausser Norddeutschland bekannten Fundorte unserer Art sind die obere Kreide der Insel Schonen 
und die Tuffkreide mit Belemnites mueronatus von Maestricht. 

Erklärung der Abbildungen. 
T. XXXIX, f. 9. Magas spathulatus Wahl. sp. aus der Unterregion der oberen Kreide mit Belemnites 
quadratus von Gross Bülten bei Peine (Hannover), 
f. 10. Dorsalklappe derselben Art von Ignaberga auf Schonen aus der oberen Kreide mit Belemnites 
subventricosus. — Ewald’s Samml. 
f. 12. Ventralklappe eines andern Exemplares ebendaher. — Ew. Samml. 


4. Magas costatus Wahl. sp. 1821. 


1321. Anomites costatus Wahl., Nov. Act. Ups. VIII, p. 62, t. 4, t. 12—14. 
1827. Terebratula costata Nilss., I, p. 37, t. 5, £. 15. 
1828. Terebratula (Rhynchora) costata Dalm., Akad. Handl., p. 52. 

Beschreibung. Grosse, länglich ovale, fast birnförmige, stark gewölbte Art, deren grösste Breite 
und Dicke in der der Stirn zunächst liegenden Hälfte der Länge liegt; Länge eines anscheinend aus- 
gewachsenen Exemplars mittler Grösse 32, Breite 135, Dicke 20 Mm.; eine mir vorliegende Dorsalklappe 
misst 32 Mm. Länge bei 26 Mm. Breite und 11 Mm. Dicke der Wölbung. Die Schalenoberfläche ist mit 


= 304 = 


zahlreichen seitlich dichter stehenden, durch unregelmässige Bifureation vermehrten, ziemlich scharfen und 
hohen Radialrippen geziert, welche von concentrischen Anwachsringen durchschnitten werden, die anfänglich 
in grösseren, später nach den Rändern zu in immer dichteren Abständen stark hervortreten und die Rippen 
wie dachziegelförmig über einander liegend erscheinen lassen. Zwischen diesen gröberen Anwachsringen 
sind die Rippen noch mit feineren concentrischen Querreifen bedeckt. Die Zahl der Radialrippen, welche 
von den Wirbeln ausgehen, beträgt bei beiden Klappen 13—15, während bei 32 Mm. Länge dieselben sich 
am Rande schon zu 35—40 vermehrt haben. Von der Färbung der Schale sind keine Spuren erhalten. 

Die grössere Klappe hat einen kaum über die kleine Klappe hervorragenden, wenig gekrümmten, 
sehr breiten und stumpfen durch ein ausserordentlich grosses Foramen mit unregelmässigen stark verdickten 
Rändern abgestutzten Schnabel. Die beiden durch einen etwa ?/, der ganzen Arealbreite betragenden offenen 
Zwischenraum von einander getrennten Deltidialplatten sind nur sehr rudimentär entwickelt. Die kleine 
Klappe, welche den ganzen vorderen Theil des Foramens mit einem geraden Schlossrande begrenzt, der an 
den Seiten schräg abgestutzt ist, ist anfänglich in der Mitte sehr flach und nur an den Seiten gewölbt; 
nachdem sie dann bis zur Hälfte der Länge sich schräg erhoben hat, fängt sie an gleichmässig nach der 
Stirn und den Seiten herab sich zu wölben. 

Die dieken Schalen sind innen fast glatt, und nur mit sehr schwachen Radialfurchen, ähnlich denen 
der gerippten Terebratellen, versehen. Die ganz analog wie bei Magas pumilus und spathulatus gebildeten 
Muskeleindrücke sind sehr wenig deutlich. Längs der Mitte der grösseren Klappe zieht sich von dem stark 
schwielig verdickten, vorstehenden Rande des Foramens aus eine schmale, stumpfe Leiste bis etwa zu zwei 
Dritteln der Länge herab, wo sie sich verflachend endigt. Durch zwei schr kräftige, in das erste Viertel der 
Länge fallende. gegen einander convergirende Zähne, an die sich zwei kurze, offenbar den Ventralsepten der 
Spiriferen, Rhynchonellen_ete. analoge Lamellen schliessen, wird die Einlenkung in die Dorsalklappe be- 
werkstelligt. Diese hat zwischen den tiefen, die eben bezeichneten Zähne der grösseren Klappe aufnehmen- 
den Gruben eine etwa ?/; des Schlossrandes einnehmende, stark entwickelte, ziemlich weit nach innen vor- 
tretende Schlossplatte von ganz analogem Bau, wie bei Magas pumilus. Von derselben aus erstreckt sich 
das hohe, scharfe und sehr dünne Dorsalseptum, welches wegen seiner grossen Zerbrechlichkeit bei allen 


untersuchten Exemplaren nur zum Theil erhalten ist, bis über die Hälfte der Länge. — Der Brachial- 
Apparat ist bei keinem der untersuchten Exemplare erhalten, indem die Lamellen desselben dicht unterhalb 
der Schlossplatte abgebrochen sind. — Schalenstructur sehr fein punktirt. 


Bemerkungen. Diese grösste und schönste und zugleich äusserlich von den übrigen Arten der- 
selben Gattung sehr abweichende Form wurde bisher von den Autoren zu sehr verschiedenen Gattungen 
gerechnet und scheint ihre wahre systematische Stellung noch von keinem derselben richtig erkannt zu sein. 
Indessen dürfte aus obiger Beschreibung unter Vergleichung der Abbildungen die vollständige Analogie im 
Bau des Schnabels und im inneren Bau des Magas costatus namentlich mit Magas spathulatus Wahl. sp. 
und mit Magas Davidsoni-Bosq. sp. auch ohne Kenntniss des Brachial-Apparats genügend ersichtlich sein, und 
halte ich daher, seitdem durch Bosquet’s interessante Entdeckung des Brachial-Apparats von Magas David- 
soni!) die generische Stellung dieser letzteren Art erkannt und mit Sicherheit festgestellt ist, nach den obi- 
gen Thatsachen die Zugehörigkeit unserer vorliegenden Art zu Magas für nicht mehr zweifelhaft. 


!) Davidson, Ann. Mag., Dec. 1855, und Suess, Class. Br. Dav., p. 53, 1. 2, £. 17. 


— 30 ° — 


Mit ausserordentlichem Scharfblick hatte Wahlenberg gleich bei seiner ersten Beschreibung dieser 
und der vorhergehenden Art die grossen Analogien zwischen beiden erkannt, indem er!) dieselben als Ano- 
mites costatus und bezw. Anom. spathulatus unter der Benennung ‚„‚Anomites hiantes‘‘ zusammenfasste, „‚quia 
„loco natis perforatae habent hiatum insignem inter utrasque valvulas et inter cardinis dentes aperturam 
„sine dubio pro exitu tendinis latioris.‘“ — Diese auffallende Bildung des Schnabels und die Aehnlichkeit 
der Schalenseulptur mit der von Sowerby abgebildeten Lyra Meadi Cumb. (= Terebratula lyra Sow.) ver- 
führte dann die meisten späteren Autoren, namentlich Nilsson und Dalman, zu der Annahme, dass diese 
Form eine durch Zerbrechung entstandene und dass Wahlenberg’s Anomites costatus, wenn nicht ident, je- 
denfalls sehr nahe verwandt sei mit Lyra Meadi und nebst Anomites spathulatus bei vollkommener Erhal- 
tung einen ähnlichen langen Schnabel besitze, wie die genannte englische Art. — Dieser Irrthum, welcher 
Dalman zur Aufstellung der neuen Gattung Rhynchora für die beiden Wahlenberg’schen Arten bewog, und 
später Hagenow veranlasste, Abgüsse des Anomites costatus mit einem langen Schnabel zu versehen und so 
an viele Museen und befreundete Paläontologen zu versenden, zog sich seitdem durch fast alle paläontolo- 
gischen Schriften, in welchen diese Arten erwähnt wurden ?), bis 1856 Davidson und Suess ®) bestimmt aus- 
sprachen, dass diese Ansicht eine falsche sei. Zugleich wiesen sie darauf hin, dass Anomites spathulatus 
ohne Zweifel wit der kurz vorher von Bosquet als zu Magas gehörig erkannten Argiope Davidsoni generisch 
übereinstimme #) und daher in Zukunft Magas spathulatus genannt werden müsse, hielten aber den nicht so 
genau bekannten Anomites costatus für generisch verschieden und zu Waldheimia oder Terebratella gehörig. 
— Eug. Eudes-Deslongchamps scheint 15625) die Stellung dieser beiden Arten richtig erkannt zu haben, da 
er in einer Anmerkung Rhynchora, deren Typus nach Dalman Rhynchora costata Wahl. sp. ist, als Section 
der Gattung Magas annimmt; indessen scheinen mir wesentliche Abweichungen von Magas pumilus, die 
zu einer Abtrennung als Untergattung oder Section zwängen, kaum vorhanden zu sein, und ich folge daher 
dem Vorgange von Bosquet, Davidson und Suess, indem ich diese Formen bis auf Weiteres mit Magas 
vereinigt lasse, 

Magas costatus ist von allen übrigen Arten derselben Gattung durch die Zeichnung seiner Ober- 
tläche so leicht zu unterscheiden, dass es wohl sehr überflüssig wäre, darüber noch viele Worte zu verlieren; 
die einzigen Verwechselungen, die vorgekommen sind, rührten eben daher, dass man den Schnabel für 
fragmentarisch hielt, und die Art deshalb mit Lyra Meadi verglich. — Ausser Magas costatus hat nur noch 


!) Wahl., Nov. Act. Ups. VIII, p. 62. 

2) Nachdem ich obige Zeilen niedergeschrieben, sehe ich, dass auch Quenstedt in dem soeben erschienenen 
zweiten Hefte der zweiten Auflage seines Handbuchs der Petrefactenkunde einen Holzschnitt nach dem Hagenow’schen 
Modelle des Anomites costatus Wahl. mit dem langen Schnabel veröffentlicht, indem er diese Art zugleich, wie auch 
früher in der ersten Auflage, als ident mit Lyra Meadi Cumb. ansieht. 

») Suess, Class. Br. Dav., p. 49. 

%) Auch Bosquet hatte bereits 1854 die generische Uebereinstimmung dieser beiden Arten erkannt, indem er in 
seiner Notice sur quelques nouveaux Brachiopodes du Systeme Maestrichtien, p. 6 (199) bei Beschreibung seiner Argiope 
Davidsoni (Magas) diese mit „Argiope spathulata Wahl. sp.“ vergleicht. 

5) E. Eud.-Desl., Brach. jur., p. 28. Während des Drucks dieser Blätter geht mir ein Brief von Herrn Eug. 
Deslongehamps zu, nach welchem derselbe Rhynchora spathulata und Davidsoni trotz der ausserordentlichen Aehnlichkeit 
des inneren Gerüstes mit Magas pumilus für verschieden von Magas hält. Ein Hauptargument gegen diese Ansicht 
scheint mir die oben (p. 302) besprochene grosse Annäherung des Magas spathulatus an gewisse Formen des Magas pu- 
milus zu sein. 


— 306 — 


eine Art derselben Gattung Radialrippen, nämlich Magas orthiformis Arch. sp.; doch sind dieselben weit 
schwächer, als bei ersterer Art, und auch die äussere Form der Schale ist ganz verschieden. Archiac ver- 
gleicht seine Art mit einer kurz vorher von Davidson beschriebenen Argiope. 

Vorkommen. Nach den bisherigen Beobachtungen scheint Magas costatus ausschliesslich auf die 
obere Kreide von Schonen beschränkt zu sein, wo er an einigen Fundorten in Begleitung des Belemnites 
subventricosus ziemlich häufig vorkommen soll. Zweiklappige Exemplare sind selten, obwohl der Zusammen- 
hang beider Klappen nur gewaltsam und nicht ohne Zerbrechung der kräftigen Schlosszähne der grossen 
Klappe aufgehoben werden kann; daher kommt es, dass an den isolirt sich findenden grösseren Klappen das 
Schnabelende und namentlich der Schlossrand stets zerbrochen ist, wodurch die so verbreitete Annahme, dass 
dieselbe im vollkommenen Zustande einen langen Schnabel gehabt habe, erklärlicher gemacht wird. 


Erklärung der Abbildungen, 
T. XXXIX, f. 12, 13. Magas costatus Wahl. sp. aus der oberen Kreide mit Belemnites subventricosus 
von Ignaberga auf Schonen., f. 13 grösste mir bekannte Dorsalklappe. — Berl. M. 


VI. Morrisia Dav. 1852. 1) 


Nachdem zuerst Davidson selbst mitgetheilt hatte ?), dass die kleine Terebratuliden-Gattung, welche 
anfänglich nur auf lebende Formen begründet war, auch fossil und zwar in der oberen Abtheilung der 
Kreide-Formation vorzukommen scheine, machte Suess ?) darauf aufmerksam, dass eine der recenten Arten, 
Morrisia anomioides auch fossil in tertiären (neogenen) Schichten von Ober-Lapugy in Siebenbürgen vor- 
kommen. Fast gleichzeitig (1859) veröffentlichte Bosquet *) zwei neue Arten aus der Tutikreide mit Be- 
lemnites mucronatus von Maestricht, welche er mit einigem Zweifel zu dieser Gattung stellte, die aber wohl, 
wie ich unten weiter auszuführen Gelegenheit haben werde, ohne Bedenken hierher zu rechnen sind. Eine wei- 
tere neue Art aus der oberen Kreide mit Belemnites mucronatus des nordwestlichen Deutschlands füge ich im 
Nachstehenden hinzu, so dass nunmehr die Gesammtzahl aller bisher bekannten Arten sechs) zu betragen 
scheint. Es sind folgende: 


t) Davidson, Ann. Mag., 2, IX, p. 361. 

2, Dav., Class. Brach., p. 72. 

3) Suess, Class. Br. Dav., p- 57, und Sitzb. XXXVII, p 215. 

*, Bosq., Mon. Br. Limb., p. 49. 

5) Nach dem Bau des Schnabels und des Foramens sowie nach der äusseren Form zu urtheilen, scheint indessen 
Argiope megalocephala F. Sandb. 1863 (Mainz., p. 387, t. 34, f. 5) und vielleicht auch Terebratula puneticulata Desh. 1864 
(Bass. Par. Il, p. 147, t. 86, f. 5—9), welche F. Sandberger ebenfalls zu Argiope stellt, eher zu Morrisia zu gehören und sich 
zunächst an Kreideformen, wie Morrisia Suessi, anzuschliessen. Von beiden habe ich leider keine Exemplare untersuchen 
können. Auch Terebratula pusilla Phil. 1844 (Tertiärverst. p. 17, t. 2, f. 15), welche Orbigny — gewiss mit Unrecht — 
zu Terebratella stellt. hat viele Achnlichkeit mit Morrisia; vgl. übrigens die betreffende Bemerkung p. 296. 


— 30 — 


Morrisia anomioides Scaechi sp. 1844, in Phil., En. Moll. Sie. II, p. 69, t. 18, f. 9; — 

tertiär und lebend. 

— amtiqua sp. nov. 1866. (s. u.); — aus der oberen Kreide. 

—  Davidsoni E. Eud.-Desl. 1855, in Ann. Mag., II. Heft, t. 10, f. 20; — lebend. 

— inflata Bosq. 1859, Mon. Brach. Limb., p. 50, t. 5, f. 19; — obere Kreide. 

— Jlunifera Phil. sp. 1336, En. Moll. Sie. I. p. 97, t. 6, f. 16 und 1844, II, p. 69; 
— lebend. 

—  $uessi Bosq. 1859, Mon. Brach. Limb., p. 49, t. 5, f. 15—18; (s. u.) — obere 
Kreide. 


Von diesen sind nur die beiden unten besprochenen im nordwestlichen Deutschland gefunden. 

Ich kann nicht unterlassen hier zu bemerken, dass nach einem soeben erhaltenen Briefe einer 
der ausgezeichnetsten Kenner lebender und fossiler Brachiopoden, mein verehrter Freund Eug. Deslongchamps, 
die von Bosquet beschriebenen Morrisien der Kreide-Formation für Jugendformen von Terebratella, sowie 
die jurassischen Zellanien für Jugendformen von Terebratula hält, bei denen Area und Schleife noch nicht 
recht ausgebildet seien. Ich kann mich indessen von der Richtigkeit dieser Ansicht — wenigstens in Bezug 
auf die Morrisien — nicht überzeugen; denn einmal zeigen sich diese kleinen Formen bei Ahlten in solcher 
Häufigkeit und so constant in Bezug auf ihre Grösse und übrigen Merkmale (die grössten erreichen kaum 
die Dimensionen der Exemplare von Maestricht); anderntheils kommt mit ihnen keine Terebratella vor, 
welche den ausgewachsenen Zustand solcher Jugendformen darstellen könnte; dabei bleiben die übrigen in 
derselben Schicht sich findenden Brachiopoden-Arten durchaus nicht hinter der gewöhnlichen Grösse zurück. 


1. Morrisia Suessi Bosq. 1859. 
1859. Morrisia? Suessi Bosq., Mon. Br. Limb., p. 49. t. 5, f. 15—18. 


Bemerkungen. Die mir vorliegenden etwa 50 Exemplare dieser kleinen Art stimmen so voll- 
ständig mit der vortrefflichen Beschreibung und Abbildung bei Bosquet überein, dass eine nochmalige Be- 
schreibung derselben neben den unten gegebenen Abbildungen wohl überflüssig sein dürfte. Indessen er- 
reichen unsere norddeutschen Exemplare selten mehr als die halbe Grösse der limburgischen, und die Ra- 
diallinien der grossen Klappe sind zwar stets vorhanden, aber selten so deutlich, wie sie a. a. O. abgebildet 
sind. — Das Verhältniss zwischen Länge und Breite varjirt ausserordentlich, und einige Exemplare besitzen 
ganz die gleichen Umrisse (auch den spitzeren Schnabel) wie die von Bosquet auf t. 5, f. 19 a dargestellte 
Morrisia? inflata, behalten dabei aber stets ihre geringe Dicke bei, so dass die specifische Verschiedenheit 
der letztgenannten Art dadurch keineswegs in Zweifel gestellt werden dürfte. 

Ueber den inneren Bau der Morrisia Suessi habe ich bei ihrer geringen Grösse und dem ungünstigen 
Erhaltungszustande ungeachtet des verhältnissmässig bedeutenden Materials keine weiteren oder sichereren 
Beobachtungen machen können, als die von Bosquet veröffentlichten; die Schlifie, die ich zu machen ver- 
sucht habe, schienen indessen kaum zweifelhaft zu lassen, dass die restaurirte Zeichnung, die Bosquet in 
f. 16 und 17 gegeben hat, in allen wesentlichen Punkten durchaus richtig ist. — Das starke und hohe Dor- 


salseptum ist fast bei allen Exemplaren von aussen durch die durchscheinende Schale seiner ganzen Er- 


Palaeontographica, XIII, 6. 42 


— 308 — 


streckung nach deutlich sichtbar. — Die sehr deutlich und regelmässig punktirte Schalenstructur gleicht 
ganz der von Magas pumilus. 

In Betreff der Frage über die generische Stellung der in Rede stehenden Art verweise ich auf die 
Bemerkungen zu der folgenden. 

Vorkommen. Der einzige norddeutsche Fundort, von dem ich diese bisher nur aus den oberen 
Bryozoen-Schichten der Gegend von Maestricht bekannte Art gesehen habe, ist Ahlten unw. Hannover, wo 
von dem verstorbenen Armbrust in der Unterregion der oberen Kreide mit Belemnites mucronatus etwa 
50 jetzt in der paläontologischen Universitäts-Sammlung zu Göttingen befindliche Exemplare gesammelt sind. 
Genauere Nachsuchungen werden dieselbe indessen ohne Zweifel wohl auch in den äquivalenten Schichten 
von Lüneburg, der Gegend von Peine etc., entdecken lassen. 

Erklärung der Abbildungen. 
T. XXXIR, f. 14—16. Morrisia Suessi Bosgq. aus der Unterregion der oberen Kreide mit Belemnites 
mucronatus von Ahlten unw. Hannover. — Gött. Univ. 


2. Morrisia antiqua sp. nov. 1866, 


Beschreibung. Schale sehr flach, rundlich, von der Form eines einem Quadrat sich nähernden 
Trapezes mit abgerundeten Ecken; 3%; Mm. lang, 3Y, Mm. breit, und nicht ganz 1 Mm. dick; grösste 
Breite nahe der Stirn, grösste Dicke am Scheitel der kleinen Klappe. Schalenoberfläche fast glatt; nur die 
grössere Klappe mit einigen sehr feinen, nur unter der Loupe erkennbaren Radialreifen, beide Klappen mit 
deutlichen concentrischen Anwachslinien versehen. Farbe der Schale unbekannt. — 

Die grosse Klappe ist flach gewölbt, längs der Mitte flach, mit einem niedrigen, stumpfen geraden 
Schnabel versehen, der mit scharfen Kanten eine ebene, breite Pseudo-Area begrenzt. Das grosse Foramen 
hat die Form eines symmetrischen Fünfecks, dessen unpaarige Seite von dem hinteren, der Stirn entgegen- 
gesetzten Rande des Schnabels gebildet wird, während die angrenzenden paarigen Seiten den schmalen Del- 
tidial-Plättchen, die den unpaarigen Winkel einschliessenden aber einem Ausschnitte der kleinen Klappe 
angehören. 

Die Dorsalklappe ist sehr flach, nach der Stirn zu sogar schwach convex und nur in der Wirbel 
gegend flach gewölbt; zu beiden Seiten des am Scheitel oder Wirbel befindlichen Ausschnittes ist ein brei- 
ter, fast ganz gerader Schlossrand. 

Vom inneren Bau ist sehr wenig bekannt. Der hintere, das Foramen umgebende Rand des Schnabels 
ist innen etwas verdickt. Das durch die Schale der kleinen Klappe durchscheinende Dorsalseptum scheint 
weniger stark entwickelt und kürzer zu sein, als bei der vorigen Art; die Schlossplatte ist in den beiden 
Ecken, welche der Ausschnitt der kleinen Klappe mit den Plättchen des Deltidiums bildet, sichtbar. — Die 
Schalenstructur ist feiner punktirt, als bei der vorigen Art. — 

Bemerkungen. Im Jahre 1853 erwähnte Davidson !), dass er aus der oberen Kreide („Chalk“) 
von Gravesend eine kleine Brachiopoden-Art besitze, die eine ausserordentliche Aehnlichkeit mit der leben- 
den Morrisia anomioides zeige, und schwer von dieser zu unterscheiden sei. Es ist wohl nicht unwahr- 


!) Dav., Class. Br., p. 72; s. auch Suess, Class. Br. Dav., p. 57. 


— 39 — 


scheinlich, dass hier dieselbe Art gemeint ist, wie die vorliegende aus der oberen Kreide Norddeutschlands: 
abgesehen davon, dass letztere nur halb so gross ist, wie die lebende, scheinen mir die Haupt-Unterschiede 
aber darin zu liegen, dass Morrisia antiqua eckigeren Umriss, weniger tiefen Ausschnitt der kleinen Klappe 
und dabei ein stärker entwickeltes Dorsalseptum hat. — Offenbar bildet diese Art eine Vermittelung zwischen 
den übrigen Kreide-Arten und den lebenden, und nehme ich daher um so weniger Anstand, die ersteren 
ebenfalls zum Genus Morrisia zu stellen. Nach Bosquet bestehen die Abweichungen der Kreideformen von 
den Gattungscharakteren der wahren Morrisien namentlich. 

1) in der viereckigen Form der Haftınuskel-Oeffnung;; die keinen Ausschnitt in der kleinen Klappe 

bildet; 

2) in dem Vorhandensein von zwei Längslamellen im Schnabel, ähnlich wie bei Lyra (Terebrirostra) ; 

3) in der starken Entwickelung des Dorsalseptums: 

In Beziehung auf den ersten Punkt weichen die beiden Maestrichter Arten auch von unserer Mor- 
risia antiqua ab, die hierin den lebenden Arten näher steht. — Die Längslamellen im Schnabel habe ich 
bei den mir vorliegenden fossilen Formen nicht deutlich beobachtet; doch ist es natürlich, dass dieselben, 
je kürzer der Schnabel wird, desto weniger in die Augen fallend sind; übrigens sind sie ja, wenn auch 
oft nur rudimentär, bei fast allen.Terebratuliden vorhanden. — Dass auch durch die anscheinend geringere 
Entwickelung des Dorsalseptums Morrisia antiqua einen Uebergang von den übrigen Kreide-Arten zu den 
lebenden bildet, geht aus der obigen Beschreibung hervor. — 

Neuerdings scheint Eug. Deslongchamps !) bei Untersuchung von Exemplaren der recenten Arten 
Spuren gefunden zu haben, die darauf hindeuten, dass die bisherigen Zeichnungen des Armgerüstes von 
Morrisia dasselbe überhaupt nur unvollständig darstellen. 

Vorkommen. Nur ei einziges Exemplar von Morrisia antiqua liegt mir vor, welches mit der 
vorigen Art zusammen gefunden wurde; aus älteren Schichten sind mir ähnliche Formen nicht bekannt. 

Erklärung der Abbildungen. 
T. XXXIX, f. 17. Morrisia antiqua sp. nov., aus der Unterregion der oberen Kreide mit Belemnites 
mucronatus von Ahlten unweit Hannover. — Gött. Univ. 


V. Argiope Eud.-Desl. 1842?) 


Seit der ersten vortrefilichen Begründung und Beschreibung dieser kleinen Terebratuliden-Gattung 
blieb dieselbe längere Zeit unbeachtet, so dass sogar Orbigny 1847 für diese Formen ohne Rücksichtnahme 
auf das viel früher von Deslongchamps Veröffentlichte mit einer ganz ungenauen Beschreibung den neuen 
Gattungsnamen Megathyris einführte. ?). — 


") E. Eud.-Desl.. Org. Mant., p. 29. 
2) Eud.-Desl., Me&m. Linn. Norm. VII, p. IX, und Bull. geol., 2. VII, p. 65. 
3) Orb., Terr. Cret. IV, p. 146. — Orbigny schreibt unrichtig Megathiris, sowie manche Autoren unrichtig Ar- 
gyope schreiben. 
42* 


— älld — 


Werthvolle Beiträge zur genaueren Kenntniss dieser kleinen interessanten Gattung, die sich einer- 
seits an Theeidium, andererseits an Stringocephalus eng anschliesst, lieferten dann namentlich King !), Da- 
vidson 2), Suess ®), und in neuester Zeit besonders Bosquet*) und Eug. Deslongchamps >). — 

Aber nicht nur die Kenntniss des inneren Baues ist durch diese Arbeiten sehr erweitert, sondern 
auch die Anzahl der bekannten Arten ist eine weit grössere geworden; ich finde in der mir zugänglichen 
wissenschaftlichen Literatur folgende Arten aufgezählt und beschrieben, die wahrscheinlich als gut begrün- 
dete und selbstständige anzusehen sind: 


Argiope Baudoni Desh. 1864, Bass. Par. II, p. 154, t. 87, f. 6—10; — tertiär. 
—  bilocularis E. Eud.-Desl. 1857, Bull. Linn. Norm., I, p. 69, t. 4, £ 1-3; — 
aus der Kreide (s. unten). 

—  Bronni Hag. sp. 1842, N. Jahrb. p. 543, t. 9, f. 7; — aus d. Kreide. 

—  Buchi Hag. sp. 1842 (s. u.); — aus der Kreide. 

—  cistellula Wood sp. 1840. Ann. Mag. VI, p. 253; — tertiär und lebend. 

—  Collardi Baudon sp. 1855, Not. Ter., p. 4, t. 1, f. 7; — tertiär. 

— cornuta Desh. 1864, Bass. Par. II, p. 155. t. 37, f. 19—22; tertiär. 

—  crassicostata (Baudon) Desh. 1864, Bass. Par. II, p. 155, t. 87, f. 11—15; — 
tertiär. 

—  crenata F. Sandb. 1863, Mainz., p. 387, t. 34, f. 7; — tertiär. 

—  Davidsoni Bosq. 1859, Mon. Br. Limb., p. 41, t. 5, f. 2—4; aus der Kreide. 

—  decemcostata A. Roem. sp. 1841. (s. u.); — aus der Kreide. 

—  decollata Chemn. sp. 1785, Conch. Cab., VIII, p. 96; — tertiär und lebend. 

—  depressa Orb. sp, 1847, Terr. Cret. IV, p. 149, t. 521, f 12—16; — aus der 
Kreide. 

—  Faujasi Bosq. 1859, Mon. Br. Limb., p. 43, t. 5, f. 5—7; — aus der Kreide. 

—  hirundo Hag. sp. 1842, N. Jahrb., p. 545, t. 9, f. 9; — aus der Kreide. 

— megatrema Sow. sp. 1835, (Fitt.) Geol. Trans. 2, IV, p. 348, t. 18, f. 3; — aus 
der Kreide. 

—  megatremoides Bosq. 1859, Mon. Br. Limb., p. 44, t.5, f. 8, 9; — aus der 
Kreide. 

— _ mieroscopica (Schloth. sp.) Bosq. 1859, Mon. Br. Limb., p. 46, t. 5, f. 10—14; — 
aus der Kreide. 

— multicostata Bosq. 1864, Arg.; — tertiär. 

— Neapolitana Scacchi sp. 1833, Oss. zool. II, p. 18; — tertiär und lebend. 

— pera Meg. sp. 1829, Verh. nat. Fr. Berl. I, p. 205; — tertiär und lebend. 

— pes anseris E. Eud.-Desl. 1862, Et. crit., p. 4, t. 7, £. 5, 6; — aus der Kreide. 


ı) King, Mon. Perm. Foss., p- 81. 

2) Dav., Ann. Mag,., 2. IX, p. 373, und Tert. Br., p. 8. 

3) Suess, Sitzb. XI, p. 991 (1), und Class. Br. Dav., p. 58. 
%) Bosg., Mon. Br. Limb., p. 39. 

5) E. Eud.-Desl., Org. Mant. 


— li — 


Argiope semicostata Baudon sp. 1855, Not. Ter., p. 7, t. 1, f. 6; — tertiär. 
— speciosa Suess 1859, Stramb. Brach. II, p. 49, t. 5, f. 14; — aus dem Jura. 
— squamata Eichw. sp. 1840, Leth. Ross. I, p. 54, t. 3, f. 12; — tertiär. 
—  subradiata F. Sandb. 1363, Mainz., p. 386, t. 34, f. 4; — tertiär. 
— Valeneiennesi Dav. sp. 1850, Ann. Mag. 2, V, p. 474, t. 5, f. 1; — lebend. 


Dazu kommt die unten beschriebene neue Art Argiope Armbrusti aus der Kreide-Formation und die 
von Deshayes unter dem Namen Argiope decemcostata (Bass. Par. II, p. 156, t. 86, f. 26—30) beschriebene 
tertiäre Art, die neu benannt werden muss, da die gleichnamige Roemer’sche davon verschieden ist; ich er- 
laube mir, den Namen Argiope Deshayesi für dieselbe in Vorschlag zu bringen. 

Als wichtigste Synonyma gehören 


zu Argiope Bronni (od.? Davidsoni) wahrscheinlich: Terebratula Duvalii Dav.; 
—  —  DBuchi wahrscheinlich: Megathyris cuneiformis Orb. (z. Th.); 
— —  Davidsoni: der andere Theil von Megath. cuneiformis Orb.; 
_ — _decollata: Anomia detruncata Chemn., 
Terebratula aperta Blainv., 
_ dimidiata Scacchi, und 
_ urna antiqua Risso; 
— —  multicostata: Argiope plana Gieb. 
— —  Neapolitana: Terebratula seminulum Phil., und 
Argiope Forbesii Dav. !); 
== —  _pera: Terebratula cuneata Risso, und 
—_ Soldaniana Risso. 

Ueber Argiope megalocephala F. Sandb., Terebratula pusilla Phil. = Argiope pus. F. Sandb.) und 
Terebratula punctieulata Desh. (= Argiope punct. F. Sandb.) habe ich mich schon oben p. 296 und 306 
ausgesprochen. Herr Prof. F. Sandberger schreibt mir soeben nach Correctur jener Blätter, dass er bei einer 
nochmaligen Vergleichung der ersteren mit Argiope Neapolitana die Verwandtschaft mit dieser doch sehr 
gross finde; was mich veranlasst, dieselbe eher für eine Morrisia zu halten, ist ganz vorzugsweise die Bil- 
dung des Foramens und des Schnabels überhaupt; indessen ergiebt doch auch eine. Vergleichung von F. 
Sandb., Mainz. t. 34, f. 7 mit meiner t. XXXIX, f. 16 eine wohl noch grössere Aehnlichkeit. 

Orthis oblita Michelotti?), welche Orbigny im Prodrome zu Megathyris stellt, ist, wie Suess (in 
Reuss, marine Tertiärbildungen Böhmens) bestätigt, eine echte Megerleia und gehört also nicht hierher. 

Ob die drei von Gümbel®) beschriebenen Argiope-Arten aus bayrischen Eocän-Schichten alle von 
den von Deshayes beschriebenen Pariser Arten verschieden sind, muss vor der Hand dahin gestellt bleiben, 


1) Nach Jeffreys, On the Marine Testacea of the Piedmontese Coast (in The Annals and Magazine of Natural 
History, 2d. series, XVII, 1856 p. 180) würde auch Megathyris eistellula Wood als Synonym von Argiope Neapolitana 
zu betrachten sein. Ebendort wird irrthümlich auch Orthis truncata Phil, der Typus von King’s Gattung Megerleia, 
zu Argiope gestellt. ” 

2) Michelotti, Naturk. Verh. Harl. I, t. 2, f. 21. 

3) Gümbel, Geagn. Beschreibung des bayrischen Alpengebirges, p. 658. 


— 312 — 


da nach den kurzen Beschreibungen Gümbel’s ohne Vergleichung von Typen eine sichere Identification un- 
thunlich erscheint. 

Das erste Auftreten der Gattung scheint an das Ende der Juraformation zu fallen und dürfte die 
von Suess aus den Stramberger Schichten beschriebene Argiope speciosa die älteste Art sein; denn die 
früher von Eug. Deslongehamps aus dem Lias der Normandie beschriebenen Argiope liasina, Perrieri und 
Suessi gehören nach dieses Autors eigenen späteren Untersuchungen !) erstere zu Terebratella, letztere bei- 
‘den zu Megerleia. — In der Kreide- und Tertiär-Formation ist Argiope am zahlreichsten vertreten, und 
zwar in beiden mit ungefähr gleicher Artenzahl. Aus den jetzigen Meeren sind erst viel weniger Arten be- 
kannt geworden. 

Von den in der Kreide-Formation sich findenden 13 Arten kommen nur die vier unten besprochenen 
im nordwestlichen Deutschland vor, von denen eine neu und nur aus der hiesigen Gegend bekannt ist. 


l. Argiope decemcostata A. Roem. sp. 1841. 


1841. Terebratula decemcostata A. Roem., Kreid., p. 41, t, 7, f. 13. 

1853. Argiope decemcostata Suess, Sitzb. XI, p. 992 (non Dav. 1852). 

1854. Terebratula decemcostata F. Roem., Zeitschr. g. G. VI, p. 157. 

1855. Argiope megatrema Dav. (z. Th.), Cret. Br., p. 101, t. 12, f. 35, 36 (non f. 31, 
32, 34); (non Terebratula megatrema Sow.) 


Bemerkungen. Nach den vortrefllichen Darstellungen, die Suess von dem Inneren, Davidson von 
dem Aeusseren dieser eleganten Art veröffentlicht haben, dürfte es überflüssig sein, dieselbe noch einmal ab- 
zubilden. Ich darf mich daher hier auf einige kritische Bemerkungen beschränken. 

Eine einfache Vergleichung der f. 36 auf Davidson’s t. 12, welche genau mit allen Exemplaren von 
Argiope übereinstimmt, die ich bisher von Essen (Westfalen) gesehen, und andererseits seiner f. 31 und 32, 
welche die Typen der Terebratula megatrema Sow. darstellen, zeigt die nicht geringen, meines Erachtens 
eine specifische Trenunng dieser beiden Arten vollständig rechtfertigenden Unterschiede. Diese Trennung 
scheint mir um so mehr geboten, da nach allen bisherigen Erfahrungen die Art von Essen ausserordentlich 
wenig varürt. Während bei dieser das Foramen dreieckig und die Area sehr breit ist, die grösste Breite 
der Schale am geraden Schlossrande liegt, welcher den Durchmesser eines von den Seiten- und Stirnrändern 
begrenzten, fast geometrisch genauen Halbkreises bildet, und endlich die Rippen sämmtlich in fast gleicher 
Stärke, schmälere Zwischenräume zwischen sich lassend, vom Schlossrande bis zur Stirn und den Seiten- 
rändern gehen: ist bei Argiope megatrema Sow. sp. das Foramen fast kreisrund, und die Area viel schmäler, 
die grösste Breite liegt nicht an dem gebogenen Schlossrande, sondern in der dem Stirnrande zunächst lie- 
genden Hälfte der Sehale, die Rippen sind weit schmäler als ihre Zwischenräume, in denen öfter neue Rip- 
pen einsetzen, u. S. w., U. 8. w. Ich glaube mich daher Davidson’s Ansicht, dass Terebratula decemcostata 
Roem. synonym Terebrutula megatrema Sow. sei, nicht anschliessen zu dürfen. Seine frühere Ansicht 2), 
dass auch Argiope Buchi und Bronni Hag. sp. synonym Arg. decemeostata A. Roem. sp. seien, hatte Da- 


!) E. Eud.-Desl., M&em. Linn. Norm. X, p. XLV. 
2) Dav., Cret. Br., p. 16. 


— 3a — 


vidson 1855 aufgegeben, und 1856!) scheint er auch über die Identität von Argiope megatrema mit der 
Roemer’schen Art zweifelhaft zu sein, während Bosquet 1859 — freilich nicht ohne Fragezeichen — beide 
wieder mit einander vereinigt.) — 

Von den übrigen Arten ist Argiope decemecostata theils durch ihre gleichmässigen dichten (10-14) 
Rippen, theils durch ihre Form leicht zu unterscheiden. 

Vorkommen. Argiope decemcostata ist mit Sicherheit noch nirgends als in dem der Tourtia 
entsprechenden Grünsande Westfalens, namentlich von Essen bekannt geworden. Wegen Argiope decem- 
costata Desh. s. oben p. 59. — 


2. Argiope Buchi Hag. sp. 1842, 


1832. Orthis Buchii Hag., N. Jahrb. p. 544, t. 9, f. 8. 

1847. ? Megathyris cuneiformis Orb. (z. Th.), Terr. Cret. IV, p. 147, t. 521, f. 1—3 (non 4—11) 

1852. Argiope decemcostata Dav. (z. Th.), Cret. Brach. p. 18, t. 3, f. 3, 9 (non t. 3, 
f. 1—7, 10—12), (non Terebratula decemcostata A. Roem.). 

1856. Argiope Buchii Boll, Mekl. Arch. X, p. 35. 


Bemerkungen. Diese kleine von Hagenow vortrefflich beschriebene und abgebildete Art ist oft, 
aber, wie mir scheint meistens falsch eitirt worden; man hat sie gewöhnlich für synonym Argiope Bronni 
Hag. sp. angesehen, was ich für sehr zweifelhaft halten möchte, da sämmtliche mir vorliegende 23 Exem- 
plare der verschiedensten Altersstufen unter einander nur ausserordentlich wenig variiren und durchaus keine 
Formen sich darunter befinden, welche einen Uebergang zu der Abbildung bilden würden, die Hagenow von 
letzterer Art gegeben hat. — Argiope Buchi scheint mir von derselben besonders durch die ausgesprochen 
rechteckige , fast genau quadratische Form und durch die ungleichmässige Stärke der Rippen und der da- 
zwischen liegenden Furchen unterschieden zu sein. — 

Von den übrigen in der paläontologischen Literatur vorhandenen Abbildungen von Argiope - Arten 
scheint mir nur die oben eitirte Davidson’sche mit dem Hagenow’schen Typus sicher übereinzustimmen, 
während die Orbigny’sche wahrscheinlich, aber doch nicht ohne Zweifel hierher zu ziehen ist. Möglicher 
Weise könnte auch eine oder die andere der von Bosquet als Argiope microscopica bezeichneten Formen (zu 
denen Orthis Bronni, Buchi und hirundo Hag. als Synonyma eitirt werden) mit der echten Argiope Buchi über- 
einstimmen, so z. B. vielleicht die auf seiner t. 5, f. 14 abgebildete Form, obgleich diese doch auch nicht 
ganz mit den typischen Formen übereinstimmt. 

Noch näher, als Argiope Bronni oder microscopica, scheint Argiope megatremoides Bosg. zu stehen, 
deren Bauchklappe indessen weit stärker gewölbt, und die überhaupt in ihren Umrissen viel rundlicher ist; 
letzteres ist in noch höherem Grade der Fall bei Argiope megatrema Sow. — 

Argiope pes anseris Eug. Eud.-Des]. zeichnet sich durch viel grössere Breite bei geringerer Länge 
aus. — Die übrigen Arten sind so abweichend, dass es unnöthig sein würde, auf die Unterschiede unserer 
Art von denselben noch näher einzugehen. 


!) Suess, Class. Brach. Dav., p. 60, Anm. 2. 
2) Bosq., Mon. Brach. Limb., p. 41. 


— 3l4d — 


Zu Hagenow’s vorzüglicher Beschreibung, auf die ich wohl der Kürze wegen verweisen darf, habe 
ich nur sehr wenig hinzuzufügen. Mitten in der von den beiden stärksten Rippen eingeschlossenen breiten 
mittleren Furche stellt sich bei grösseren Exemplaren auf beiden Klappen in der Regel noch eine schwächere 
Furche ein, die nicht vom Wirbel ausgeht; ähnliche schwächere Furchen, die Hagenow wohl auf der Abbil- 
dung, nicht aber in der Beschreibung angedeutet hat, sind gewöhnlich zwischen dem Schlossrande und den 
Seitenfalten vorhanden. An keinem der mir vorliegenden Exemplare aber, selbst nicht an solchen, die kaum 
mehr als die halbe Grösse von Hagenow’s Orthis hirundo erreichen, fehlen die vier von Hagenow bei seiner 
Orthis Buchi beschriebenen Falten, und die Vermuthung Boll’s und Bosquet’s, dass jene nur den Jugendzu- 
stand der letzteren darstelle, scheint sich also nicht zu bestätigen. — Das grösste von mir untersuchte 
Exemplar misst 3%1/, Mm. Länge, 3'1/, Mm. Breite, 1%), Mm. Dicke; das kleinste etwa 1 Mm. Länge. — 
Ueber den inneren Bau kann ich nur hinzusetzen, dass nur ein stark vorstehendes Septum in der Dorsal- 
schale vorhanden ist; den Brachial-Apparat darzustellen ist mir bei dem harten Mergelgestein nicht gelungen. 
Die Schalenstructur ist deutlich und ziemlich regelmässig punktirt. 

Vorkommen. Sämmtliche mir vorliegende nordwestdeutsche Exemplare der Argiope Buchi sind 
von dem verstorbenen Armbrust in der Unterregion der oberen Kreide mit Belemnites mucronatus bei Ahlten - 
unw. Hannover gesammelt. In der gleichen Schicht findet sich diese Art auf Rügen, sowie bei Gravesend 
in England; ferner auf secundärer Lagerstätte im Diluvium Meklenburgs. — Das von Orbigny angegebene 
Vorkommen in der weissen Kreide des nördlichen Frankreichs ist zweifelhaft. 

Erklärung der Abbildungen. 
T. XL, f£. 1-3. Argiope Buchi Hag. sp. aus der Unterregion der oberen Kreide mit Belemnites 
mucronatus von Ahlten unw. Hannover. — Gött. Univ. 


3. Argiope Armbrusti sp. nov. 1866. 

Beschreibung. Kleine, sehr breite und kurze Art, mit breiter, gerader Schlosslinie, welche die 
Sehne eines von der kleinen Klappe 'gebildeten Segments mit fein zugespitzten Enden und mit einem sehr 
flachen, oft etwas unregelmässigen und ausgebauchten Bogen bildet. Länge der Schale 21/,, Breite 4, Dicke 
2 Mm. Die Schalenoberfläche beider Klappen ist mit zahlreichen (9—14) meist nicht stark divergirenden, 
von Anfang an sehr deutlichen, zierlich gekörnten Radialrippen versehen, die an der Stirn auf einander 
treffen; Anwachsringe wenig hervortretend. 

Die grosse Klappe ist zunächst dem niedrigen, aber ziemlich breit abstehenden und mit seiner 
scharfen Spitze nur wenig oder gar nicht gebogenen Schnabel am höchsten gewölbt. Die von scharfen 
Schnabelkanten begrenzte breite, aber ziemlich niedrige Area wird von einem grossen Foramen durch- 
bohrt, zu dessen beiden Seiten die dreieckigen Platten des Deltidiums mehr als die Hälfte der Area 
einnehmen. 

Die kleine Dorsalplatte ist viel flacher und in der Mitte bis zur Stirn etwas deprimirt, so dass sie 
an der Stirn zuweilen sogar mit einem flachen Bogen in die grosse Klappe eingreift. 

Der innere Bau ist nur unvollkommen bekannt. In der Oelinung des Foramens sieht man die innere 
starke Verdickung der Schnabelspitze, von der das Medianseptum ausgeht, und die Schlosszähne. In der 
kleinen Klappe ist der nur schwach verdickte Schlossrand seiner ganzen Breite nach durch eine Furche 


— 35 — 


gleichsam in zwei Lamellen getheilt. Von seiner Mitte aus geht nur ein Dorsalseptum, das in seiner vor- 
deren, der Stirn zunächst befindlichen Hälfte am stärksten entwickelt ist und am höchsten hervorragt, bis 
nahe an den Rand. Das anscheinend ungezähnte Brachialband, welches einerseits an dem Schlossrande, 
andererseits an der vorderen Hälfte des Septums befestigt ist und auch zwischen diesen beiden Endpunkten 
mit seinem inneren Rande an der Innenseite der Schale zu haften scheint, ist ausserordentlich breit. Der 
Stirnrand der Schale ist innen schwach verdickt. — Die Schalenstructur ist ziemlich grob punktirt. 

Bemerkungen. Von dieser zierlichen kleinen Art, für die ich zu Ehren ihres leider zu früh 
verstorbenen Entdeckers den Namen Argiope Armbrusti in Vorschlag bringe, liegen mir über 45 Individuen 
verschiedener Altersstufen vor, die in Bezug auf das Verhältniss zwischen Länge und Breite, auf die Zu- 
spitzung des Flügels (wenn ich diesen Ausdruck von den Spiriferen entlehnen darf), sowie endlich in Bezug 
auf die Anzahl der Rippen etwas variiren. I 

Mit den übrigen Arten derselben Gattung ist unsere vorliegende nicht leicht zu verwechseln, na- 
mentlich seitdem neuerdings die liasische Argiope Suessi Eug. Eud.-Desl., welche der äusseren Form nach 
(abgesehen von den nicht auf einander stossenden, sondern mit einander alternirenden Rippen der beiden 
Klappen) eine ausserordentliche Aehnlichkeit hat, von Argiope getrennt und als Megerleia erkannt ist. — 
Die grösste Verwandtschaft im inneren Bau scheint Argiope Armbrusti mit Argiope Faujasi Bosq. nament- 
lich durch die ausserordentliche Breite der Lamellen des Armgerüstes zu haben, während sie äusserlich von 
derselben sehr verschieden ist. 

Vorkommen. Der einzige bis jetzt bekannte Fundort ist Ahlten unweit Hannover, wo Argiope 
Armbrusti in der Unterregion der Schichten mit Belemnites mucronatus sich nicht selten zu finden scheint. 
Dass man sie noch nicht an analogen Fundorten, z. B. bei Rosenthal unweit Peine und bei Lüneburg, ge- 
funden hat, liegt wohl nur daran, dass man dort beim Sammeln noch nicht die nöthige Aufmerksamkeit auf 
diese kleinen Formen gerichtet hat. 


Erklärung der Abbildungen. 
T. XL, f. 4—8. Argiope Armbrusti sp. nov., aus der Unterregion der oberen Kreide mit Belemnites 
mucronatus von Ahlten unweit Hannover. — Gött. Univ. 


4. Argiope bilocularis E. Eud.-Desl. 1857. 
1857. Argiope bilocularis E. Eud.-Desl., Bull. Linn. Norm., I, p. 69, t. 4, f. 1—3. 


Beschreibung. Grosse und breite, mässig stark gewölbte Art, deren breiter Schlossrand den 
Durchmesser eines gewöhnlich ziemlich regelmässigen, vom Stirnrande als Peripherie begrenzten Halbkreises 
bildet. Oberfläche mit 7—10 flachen Rippen geziert, von denen die mittleren deutlicher sind, als die seit- 
lichen, und die in der Nähe der Wirbel am stärksten hervortreten, nach den Rändern zu aber bei den aus- 
gewachsenen Exemplaren fast ganz verschwinden. Die dazwischen liegenden flachen Zwischenräume, nament- 
lich der mittlere, sind meist etwas breiter als die an der Stirn einander begegnenden, nicht alternirenden 
Rippen, und in dem mittleren, meist etwas vertieften stellt sich zuweilen noch eine schwächere Rippe ein. 
Die Anwachslinien sind dicht und deutlich markirt. Die Grössenverhältnisse sind: Länge 4°/), Mm., Breite 
5 Mm., Dicke 2/, Mm. 


Palaeontographica, XTII, 6. 45 


— 3a — 


Die grössere Ventralklappe ist mit einem nur wenig oder gar nicht gekrümmten, oft in eine ziem- 
lich scharfe Spitze auslaufenden, unter einem mehr oder weniger stumpfen Winkel von der Schlosskante ab- 
stehenden Schnabel versehen, dessen scharfe Kanten eine breite Area begrenzen, an der oft auch der etwas 
abgeplattete Schlossrand der kleinen Klappe einigen Antheil hat. Zu den Seiten des sehr grossen Foramens 
stehen die kräftigen Deltidialplatten. 

Die kleine Klappe bietet keine weiteren bemerkenswerthen Eigenthümlichkeiten, als dass bei ihr die 
schon beschriebene stärkere Mittelfurche meist noch etwas kräftiger angedeutet ist, als bei der andern 
Klappe, was oft in der Mitte der Stirn ein schwaches Eingreifen der kleinen Klappe in die grosse bewirkt. 

Der innere Bau ist an den norddeutschen Exemplaren nur sehr unvollkommen zu erkennen. Von 
dem oberen verdickten Rande des Foramens aus sieht man eine deutliche stumpfe Ventralleiste sich längs 
der Mitte bis in die Nähe der Stirn hinziehen. Die Zähne sind schwach entwickelt; der Stirnrand schwach 
verdickt, ähnlich wie bei den Thecidien. In der kleinen Klappe befindet sich nur ein Septum, dessen stärkste 
Entwickelung etwa in die Mitte fällt; hier tritt eine mässige wulstartige Verbreiterung ein, welche durch 
eine schwache Längsfurche in zwei Theile getheilt wird. Von dem Innern französicher Exemplare, die weit 
besser und vollkommener erhalten sind, hat Eug. Deslongchamps 1. c. sehr schöne Abbildungen veröffent- 
licht, auf die ich wegen des Weiteren verweise. Die Schalenstructur ist ziemlich gleichmässig grob punktirt. 

Bemerkungen. Von der so beschriebenen Form weicht eine durch deutliche Uebergänge eng 
damit verbundene Varietät durch grosse Breite, rechtwinklig abstehenden, ganz geraden und weit stumpferen 
Schnabel und flache Dorsalklappe ab. Die Dimensionen eines Exemplars dieser Form sind: Länge 4, Breite 7, 
Dicke 3 Mm. 

Argiope bilocularis, mit Argiope decemcostata A. Roem. sp. die grösste der in der nordwest- 
deutschen Kreide vorkommenden Arten, zeichnet sich vor den meisten übrigen durch ihre viel schwächeren 
Rippen aus, die in der Wirbelgegend am stärksten sind; in dieser Beziehung stimmen sämmtliche mir vor- 
liegenden Exemplare — über 50 — mit einander überein, und bildet sich dies Merkmal mit zunehmendem 
Wachsthum immer mehr aus. Hierin liegt auch ein Hauptunterschied von Argiope Faujasi Bosq., sowie von 
Arsiope depressa Orb. sp., mit denen sie sonst manche Aehnlichkeit besitzt; doch soll Argiope depressa 
drei Dorsalsepta besitzen. Die Unterschiede von der offenbar sehr nahe verwandten Argiope subradiata F. 
Sandb. hat dieser Autor selbst bei Beschreibung der letzteren angeführt. 

Soeben vor dem Druck dieses Bogens erhalte ich einen Brief von Herrn Eug. Deslongchamps, worin 
derselbe bemerkt, das ihm von mir mitgetheilte Exemplar der Ahltener Art zeichne sich von seinem Ori- 
ginale der Argiope bilocularis aus dem der Maestrichter Kreide äquivalenten Grünsande von Nehou (Manche) 
durch schwächere Rippen aus; er scheint danach geneist, die Identität der beiden Formen für zweifelhaft 
zu halten. Da indessen die norddeutschen Exemplare in Bezug auf das stärkere oder geringere Hervor- 
treten der Rippen varüren und manche derselben in dieser Beziehung von der eitirten Abbildung bei Des- 
longchamps durchaus nicht abweichen, so glaube ich bei der sonstigen Uebereinstimmung aller Kennzeichen 
meine Bestimmung aufrecht erhalten zu müssen. 

Eine speciellere Vergleichung mit den übrigen Arten, deren Verschiedenheit schon bei einem flüch- 
tigen Blick auf die Abbildungen meistens leicht ersichtlich ist, würde zu weit führen. 

Vorkommen. Auch diese Art wurde im nordwestlichen Deutschland zuerst durch den unermüd- 
lichen Sammeleifer des verstorbenen Armbrust mit den beiden vorher beschriebenen bei Ahlten aufgefunden ; 


— 317 — 


indessen schienen mir auch einige Exemplare einer Argiope aus der Schreibkreide der Insel Rügen, welche 
ich im mineralogischen Cabinet zu Berlin sah, derselben Art anzugehören. Im nördlichen Frankreich findet 
sie sich in der oberen Kreide des Departement de la Manche. 


Erklärung der Abbildungen. 
T. XL, f. 9—12. Argiope bilocularis E. Eud.-Desl. aus der Unterregion der oberen Kreide mit Be- 
lemnites mucronatus von Ahlten unweit Hannover, — Gött. Univ. 


VI. Crania Retz 1781.) 


Das erste Auftreten der Gattung Crania scheint im nordwestlichen Deutschland erst in den Anfang 
der Kreide-Periode zu fallen, in deren oberer Abtheilung dieselbe zugleich, wie überall, das Maximum ihrer 
Entwickelung findet. Indessen ist bei uns in allen Schichten der Formenrreichthum bei Weitem kein so 
grosser, wie ihn z. B. die Kreide von Maestricht aufzuweisen hat, in der allein sich neun wohl unterscheid- 
bare Arten finden; einen ähnlichen Reichthum scheint nur die baltische obere Kreide zu besitzen, aus der 
Hagenow eine grosse Mannigfaltigkeit von Formen kennen gelehrt hat. 

Nach der mir zugänglichen paläontologischen Literatur finden sich in der Kreide-Formation über- 
haupt folgende Arten: 


Crania antiqua Defr. 1818, Diet. I, p. 312, no. 1, t. 80, £. 1. 

— DBrattenburgensis Stob. sp. 1732, Diss. Num. Bratt. 

— DBredai Bosq. 1854, Nouv. Brach., p. 4 (198), f. 2, und Mon. Brach. Limb., p. 13, 
t. 2, f. 18—20. 

— comosa Bosq. 1854, Nouv. Brach., p.3 (197), f. 1, und Mon. Brach. Limb., p. 11, 
tale, ta. 

— complanata Boll 1856, Mekl. Arch. X, p. 32. (Gehört vielleicht als Varietät zu der 
folgenden Art.) 

—  costata Sow. 1821, Gen. Shells, XI, f. 6. 

— Davidsoni Bosq. 1856, in Dav., Classification des Brachiopodes, edition francaise, 
p. 163, t. 13, f. 27, 28; und Bosq., Mon. Brach. Limb., p. 5, t.1, £.1, 
te 2871-6: 

— eximia sp.nov. 1866. (s. unten.) 

— graeilis Münster 1833, in Goldf., p. 296, t. 163, f. 2. (s. unten.) 

— Hagenowi Koninck 1853, in Dav., Class. Brach., p. 125, t. 9, f. 239, 240. 

— irregularis A. Roem, sp. 1836, Ool. p. 135, t. 9, f. 20. (s. unten.) 

—  Ignabergensis Retz 1781, Schr. Berl. Ges. II, p. 75, t. 1, f. 4—7. (s. unten.) 


!) Retz, Schr. Berl. Ges. II, p. 66. 
43 * 


— 318 — 


Crania Mülleri Bosq. 1859, Mon. Brach. Limb., p. 7, t. 1, f.2,t. 2, f. 7—10. 
—  nodulosa Heningh. 1828, Cran., p. 10, f. 9. 
— Parisiensis Defr. 1818, Diet. II, p. 313. (s. unten) 
— Rotomagensis Orb. 1847, Terr. Cret. IV, p. 139, 1, 524, f. 5—7. 
—  spinulosa Nilss. 1827, I, p. 37, t. 3, f. 9. 
—  Suessi Bosq. 1859, Mon. Brach. Limb., p. 8, t. 2, f. 11—15. (s. unten.) 
— tuberculata Nilss. 1827, I, p. 37, t. 3, f. 10. 
Crania grandis, insignis und tetragona Hag.!) sind blosse Manuscript-Namen, deren Beschreibung 
und Abbildung nicht veröffentlicht ist. Folgende Namen dürften als blosse Synonyme anzusehen sein, ausser 
den bei den unten beschriebenen Arten angeführten: 


Crania barbata Hag. 1842, N. Jahrb. p. 530, t. 9, f. 2, zu Crania Ignabergensis Retz. 
— nummulus Lam. 1819, An. s. Vert. VI, p. 238, zu Crania Brattenburgensis Stob. sp- 
— ovalis Woodw. 1833